Modulbeschreibung. Talkshow im Klassenzimmer. Schularten: Fächer: Zielgruppen: Autor: Zeitumfang:

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1 Modulbeschreibung Schularten: Fächer: Zielgruppen: Autor: Zeitumfang: Realschule; Werkrealschule/Hauptschule; Gymnasium Deutsch (RS); Deutsch (WRS/HS); Deutsch (Gym) 9 (WRS/HS), 10 (WRS/HS), 8 (RS), 10 (RS), 8 (Gym) Alexander Kranich Fünf bis sieben Stunden In dieser Unterrichtseinheit beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem TV-Format Talkshow. Sie bereiten eine eigene Show vor, filmen sie und werten die Aufzeichnung anschließend aus. Im Vorfeld werden Diskussionsregeln aufgestellt und einfaches Argumentieren wird geübt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, miteinander zu diskutieren, in Rollen zu schlüpfen, zu argumentieren und sich gegenseitig zu kritisieren. Diese Unterrichtseinheit kann flexibel eingesetzt werden: Entweder als komplettes Angebot oder aber um einzelne Stunden verkürzt. (Modulbild: LMZ-BW/A. Kranich) Vorauszusetzende Kompetenzen methodisch: Kenntnisse einfacher Gesprächsregeln. 1

2 Unterrichtsverlauf 1. Stunde Diskussionsregeln erarbeiten Ziele der Stunde: 1. Allgemeine Diskussionsregeln erkennen. 2. Rolle des Diskussionsleiters klären. Einstiegsphase: Die Lehrperson führt in das Thema der Unterrichtseinheit "Talkshow" ein. Zwei Freiwillige ein Talkmaster und ein Talkgast werden gesucht. Beide erhalten Rollenkärtchen, die sie studieren (siehe das Arbeitsblatt " Rollenkarten"). Die Schülerinnen und Schüler achten im Folgenden darauf, ob sich die Teilnehmer der Diskussion korrekt verhalten und machen dazu Notizen. Die Talkshow beginnt. Die Lehrperson schlüpft in die Rolle des Talkgasts "Ricky", der sich wider allen Diskussionsregeln verhält (er beleidigt andere, lässt nicht ausreden, benutzt schlechte Argumente...). Für die Kurzdiskussion eignen sich Themen, bei denen Jugendliche und Erwachsene unterschiedlicher Meinung sind. Die Lehrerin/der Lehrer nimmt dabei die Schülerrolle ein. Auswertung/Klassengespräch: Aufgrund ihrer Notizen sagen die Schülerinnen und Schüler, was ihnen aufgefallen ist. Die Lehrperson notiert an der Tafel allgemeine Stichpunkte. Eventuell gibt sie noch Impulse ("Wie war das mit der Redezeit?"). In Partnerarbeit überlegen die Schülerinnen und Schüler anschließend, wie es bei einer korrekten Diskussion zugehen und wie sich der Diskussionsleiter verhalten sollte. Dazu erhalten sie das Arbeitsblatt " Diskussionsregeln". Die Vorschläge werden gesammelt und von der Lehrkraft mittels einer Folie an die Wand projiziert. Wenn wichtige Punkte fehlen, gibt die Lehrperson Impulse. Die Schülerinnen und Schüler ergänzen ihr Arbeitsblatt. Nun erhalten drei Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die Diskussion von Beginn an nochmals "korrekt" nachzuspielen. Sie bekommen dafür wieder Rollenkärtchen ausgeteilt. 2. Stunde Richtig argumentieren Ziel der Stunde: Aufbau eines Arguments erkennen und anwenden. Einstiegsphase Rollenspiel: 2

3 Die Lehrkraft schlüpft wieder in die Rolle des "Ricky" und sucht zwei Freiwillige, die seine Eltern spielen. Beide sitzen am Tisch und lesen Zeitung. "Ricky" kommt zur Tür herein und bittet seine Eltern um mehr Taschengeld. Diese haken nach, warum er mehr Geld brauche, doch "Ricky" hat nur schlechte Argumente wie: "Die anderen kriegen auch mehr" oder "Mein Handy ist schon ein halbes Jahr alt" und so weiter. Die "Eltern" werden dankend entlassen und die Klasse wird aufgefordert, "Ricky" zu helfen. Einzelarbeit und Klassengespräch: Die Schülerinnen und Schüler suchen nach Argumenten für eine Taschengelderhöhung und notieren diese stichwortartig. Danach nennen sie ihre Vorschläge, begründen sie und liefern Beispiele. Beispiel: S: "Alles ist teurer geworden." L: "Das kann ja jeder sagen. Was ist denn teurer?" Die Schülerinnen und Schüler müssen ihre Aussagen präzisieren. Danach wird ein Musterargument an der Tafel festgehalten und ins Heft übertragen. Nun tritt noch einmal "Ricky" in Aktion. Die Lehrkraft verlässt das Zimmer und kehrt außer Atem und mit Kappe zurück: "Boah, ey! Ich hab' gerade zwei Lehrer belauscht und wisst ihr, was die gesagt haben?" (Reaktion der Klasse abwarten) "Die wollen die große Pause abschaffen!!! Das müssen wir verhindern." Die Schülerinnen und Schüler werden nun aufgefordert, in schriftlicher Form gute Argumente für den Erhalt der großen Pause zu finden (Behauptung Begründung Beispiel). Die Argumente werden mündlich vorgetragen. Alternative: Der Aufbau eines Arguments kann auch in klassischem Schüler-Lehrer-Gespräch eingeführt werden. 3. Stunde Analyse von TV-Talkshows Vorarbeit: Einen geeigneten Ausschnitt aus einer Talkshow in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender suchen, z.b. Ziele der Stunde: Gesprächsregeln und Argumentationsformen anhand einer TV-Talkshow beobachten und analysieren. Einstiegsphase Lehrervortrag: In Anknüpfung an die beiden vergangenen Stunden analysieren die Schülerinnen und Schüler das Verhalten und die Argumentationsweise von Talkgästen und Talkmaster. Dazu erhalten sie einen Beobachtungsbogen für Talkgäste und einen für die Talkmasterin bzw. den Talkmaster (siehe Arbeitsblatt "Talkshow Beobachtung Talkgast" und Arbeitsblatt "Talkshow Beobachtung Talkmaster"). Anschließend wird eingeteilt, wer sich um welchen Talkgast beziehungsweise um den Talkmaster kümmert. Einzelarbeit Klassengespräch: Die Schülerinnen und Schüler schauen den Ausschnitt der Talkshow im 3

4 Streamingangebot des o.g. Fernsehsenders an und machen sich Notizen. Achtung: Darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler nicht in eine Konsumhaltung verfallen und das Notieren vergessen. Die einzelnen Beobachtungsgruppen geben Besonderheiten/Auffälligkeiten ihrer beobachteten Person wieder. Dabei werden nur relevante Dinge vorgetragen, ein stures Vorlesen jedes Bogens wäre zu eintönig. Im Gespräch wird über die Machart der Talkshow diskutiert. Warum greift die Talkmasterin oder der Talkmaster nicht ein? Ist Streit erwünscht? 4. Stunde Vorbereitung der eigenen Talkshow Ziel der Stunde: 1. Den gelernten Aufbau eines Arguments anwenden und üben. 2. Die eigene Talkshow vorbereiten. Einstiegsphase: Die Lehrkraft führt ins Thema "Markenkleidung" ein. In der Diskussion äußern die Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen. Die Lehrerin oder der Lehrer teilt mit, dass in der kommenden Stunde eine Talkshow aufgenommen wird. Es werden ein Talkmaster und zwei Kameramänner ausgesucht. Das Arbeitsblatt " Argumentationsbeispiele" wird als Folie aufgelegt, so dass die Schülerinnen und Schüler zwischen den einzelnen Rollen wählen können. Schülerinnen und Schüler, die keine Rolle übernehmen, arbeiten einem der Talkgäste zu. Der Talkmaster sollte zwei Helfer haben. Die Schülerinnen und Schüler formulieren Argumente, die zu ihrer Position passen und schreiben diese auf kleine Kärtchen. Dann wird überlegt, welche Kleidung und Requisiten benötigt werden. Derweil werden die Kameraleute in den Umgang mit der Kamera eingewiesen. In einer kurzen Runde gibt jede Gruppe an, wie weit sie ist und was noch benötigt wird. Hausaufgabe: 1. Eventuell Argumentationskärtchen fertigstellen. Freiwillig: Musik aussuchen (Intro); Talkshowlogo entwerfen. Alternative: Noch besser ist es, wenn die Schülerinnen und Schüler eigenständig ein Thema und Personen erfinden. Dies kostet aber mehr Zeit, zusätzlich kann die Qualität der Diskussion und des Themas darunter leiden. 5. Stunde Talkshow spielen, filmen und analysieren Ziele der Stunde: 1. Interaktion in einem Streitgespräch. 2. Beobachten und analysieren einer selbst gedrehten Talkshow. 4

5 3. Richtig argumentieren und Gesprächsregeln einhalten. Einführungsphase Lehrervortrag: Die Lehrkraft gibt Anweisungen zum Ablauf der Talkshow: Die Talkgäste treten nacheinander auf. Neue Gäste setzen sich immer neben den Talkmaster, die anderen rücken nach außen. Die Teilnehmer müssen unbedingt laut reden. Die Zuschauer, insbesondere neben der Kamera, müssen leise sein. Im Klassenzimmer stehen vorne sieben Stühle. Das Plakat mit dem Logo (falls vorhanden) der Talkshow wird über dem mittleren Stuhl aufgehängt. Der Talkmaster nennt die Reihenfolge, in der später die Schülerinnen und Schüler auftreten werden. Talkshow spielen und aufnehmen: Wenn alle bereit sind, startet der Kameramann die Aufnahme, die Musik (falls vorhanden) wird abgespielt und eine Stimme aus dem Off kündigt das Thema der Show und den Talkmaster an. Dieser begrüßt das Publikum und wiederholt das Thema der Sendung. Dann ruft er nach und nach die Talkgäste auf und befragt diese nach ihrer Meinung. Die Talkgäste sollen sich auch gegenseitig ansprechen. Der Talkmaster beendet die Talkshow (Ergebnis siehe den Film " Ergebnis"). Einzelarbeit und Klassengespräch: Wie in der Stunde Analyse einer TV-Talkshow erhalten die Schülerinnen und Schüler nun wieder Beobachtungsbögen für die Talkgäste und den Talkmaster. Es wird festgelegt, wer sich um welchen Talkgast beziehungsweise um den Talkmaster kümmern soll. Die Schülerinnen und Schüler schauen ihre Talkshow an und machen zu den Punkten auf dem Beobachtungsbogen Notizen (siehe Arbeisblätter "Talkshow Beobachtung Talgast" und "Talkshow - Beobachtung Talkmaster). Die einzelnen Beobachtungsgruppen geben Besonderheiten/Auffälligkeiten ihrer beobachteten Person wieder. Hinweis: Die zeitliche Einteilung der einzelnen Phasen ist stark von der Vorbereitung und Diskussionsfreudigkeit der Schülerinnen und Schüler abhängig. Das Anschauen und Besprechen der Talkshow sollte unbedingt hintereinander geschehen, wobei der Dreh und das Anschauen des Videos an verschiedenen Tagen erfolgen können. Lässt es die Zeit zu, kann der Dreh auch wiederholt werden (oft wollen die Schülerinnen und Schüler die Talkshow nach der Analyse noch besser machen). Nach dieser Einheit bietet es sich an, mit der schriftlichen Form der Diskussion fortzufahren: der Erörterung. Weiterführende Links zum Thema finden Sie in dem Dokument "Linkliste". 5

6 Bildungsplanbezug Werkrealschule Deutsch, Klasse 9 1. SPRECHEN Sprechen und Gespräche führen Die Schülerinnen und Schüler können: die Standardsprache angemessen mit einem grundlegenden schriftsprachlichen Wortschatz korrekt verwenden; in Situationen aus Schule, Alltag und Beruf angemessen auftreten und Höflichkeitsformen den Anforderungen anpassen; zuhören, Informationen aufnehmen und erkennen, worüber und wie geredet wird; alltägliche Gesprächsregeln auch in unterschiedlichen Arbeitsformen einhalten ihre Meinung begründet vertreten und auf andere Meinungen eingehen; Kritik angemessen äußern und selbst annehmen; an Diskussionen aktiv mitwirken; sich selbst darstellen und eigene Fähigkeiten zeigen Spiele entwickeln (Aus: Bildungsplan Baden-Württemberg 2012 Werkrealschule, Klassen 7, 8 und 9; Kompetenzen und Inhalte für Deutsch; Seite 49) Deutsch, Klasse SPRECHEN Sprechen und Gespräche führen Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Formen mündlicher Darstellung unterscheiden und anwenden; Argumentationsweisen reflektieren; Thesen formulieren, Argumente zu einer Argumentationskette verknüpfen; Gegenargumente formulieren, überdenken und einbeziehen; Argumente gewichten und Schlüsse ziehen, begründet Stellung nehmen; aus verschiedenen Perspektiven argumentieren; das eigene Gesprächsverhalten und das anderer kriterienorientiert beobachten, 6

7 reflektieren und bewerten; auf Gegenpositionen sachlich und argumentierend eingehen; Wirkung der Redeweise beachten (Aus: Bildungsplan Baden-Württemberg 2012 Werkrealschule, Klasse 10; Kompetenzen und Inhalte für Deutsch; Seite 53) Realschule Deutsch, Kl SPRECHEN Die Schülerinnen und Schüler sind fähig Gespräche zu führen: Gesprächsregeln einhalten; sich sachlich und sprachlich angemessen mit Argumenten anderer auseinandersetzen; Diskussionsregeln akzeptieren und einhalten Die Schülerinnen und Schüler sind fähig, sich adressaten- und situationsbezogen mitzuteilen: eigene Gedanken, Wünsche und Meinungen deutlich und verständlich artikulieren; Informationen zusammenfassen und an andere weitergeben (Filminhalte, aktuelle Berichte, Nachrichten, Interviews aus den Medien) Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage vor einem begrenzten Kreis von Zuhörern zu sprechen: Kurzreferate frei vortragen; nichtsprachliche Gestaltungsmittel wie Betonung, Lautstärke, deutliche Artikulation, Körpersprache altersgemäß gezielt für den Vortrag einsetzen. (Aus: Bildungsplan Baden-Württemberg Realschule, Klasse 8; Kompetenzen und 7

8 Inhalte für Deutsch; Seiten 52) Deutsch, Kl SPRECHEN Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage Gespräche zu führen: aktiv zuhören und Äußerungen verarbeiten; diskutieren und Streitgespräche führen; argumentieren, Meinungen begründen, Standpunkte und Interessen angemessen vertreten und sie sachrichtig formulieren Die Schülerinnen und Schüler sind fähig sich adressaten- und situationsbezogen mitzuteilen: sich selbst darstellen (Vorstellungsgespräch); Sprache in ihren Funktionen differenziert gebrauchen (erzählen, berichten, beschreiben, argumentieren, appellieren) Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage vor Zuhörern frei zu reden: Körpersprache und rhetorische Mittel gezielt einsetzen (Aus: Bildungsplan Baden-Württemberg Realschule, Klasse 10; Kompetenzen und Inhalte für Deutsch; Seiten 55) Gymnasium Deutsch 1. SPRECHEN Die Schülerinnen und Schüler sind fähig, die Standardsprache weitgehend sicher zu gebrauchen und deutlich zu artikulieren. Gespräche führen Die Schülerinnen und Schüler können 8

9 aktiv zuhören und sich auf Gesprächsthema und -verlauf konzentrieren; sich themenbezogen in Gespräche einbringen und ihre eigene Aussage klar und verständlich formulieren; Kritik aufgreifen und konstruktiv Kritik üben; die Gesprächsleitung übernehmen Diskutieren und Argumentieren Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Formen der Diskussion unterscheiden und ihre Regeln anwenden; eine Diskussion organisatorisch und inhaltlich vorbereiten; wichtige Beiträge in Stichworten zusammenfassen und explizit auf andere Argumente und Meinungen eingehen; sachlich und fair mit den Argumenten anderer umgehen; die eigenen Argumente sinnvoll strukturieren und präzise darstellen; eine begründete Stellungnahme abgeben. (Aus: Bildungsplan Baden-Württemberg Gymnasium, Klasse 8; Kompetenzen und Inhalte für Deutsch; Seiten 82) Ausführliche Informationen zum Bildungsplan Baden-Württemberg gibt es unter Bildung stärkt Menschen. 9

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