Kurzvortrag 3: Unterstützung von Unternehmen bei der Erfassung und Bewertung betrieblicher Umweltauswirkungen - Erfahrungen aus Beratersicht -

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1 Kurzvortrag 3: Unterstützung von Unternehmen bei der Erfassung und Bewertung betrieblicher Umweltauswirkungen - Erfahrungen aus Beratersicht - (UPW, Dr. B. Bänsch-Baltruschat)

2 Abb. 1: Projektablauf III. ENDPHASE II. HAUPTPHASE I. VORBEREITUNGSPHASE 1 Arbeitsaufnahmegespräche (UBA/Zuwendungsempfänger/UPW; UPW/Stadt Düsseldorf; UPW/Betriebe) 2 Recherche und Zusammenstellung der LA21- Aktivitäten und Erfahrungen bzgl. des Bausteins Umwelt und Wirtschaft einschließlich der Darstellung von Optimierungspotenzialen 3 Vorbereitung und Durchführung der 1. Sitzung der projektbegleitenden Arbeitsgruppe ( Auftaktveranstaltung ) 4 Erstellung des Zwischenberichtes und Feinabstimmung bzgl. der weiteren Vorgehensweise Schwerpunktsetzung 5 Konzeptentwicklung zur Einbindung des Bausteins Umwelt und Wirtschaft in den LA21-Prozess sowie erste Anschubaktionen zur Konzeptumsetzung (z.b. runde Tische) 6 Unterstützung der ausgewählten Unternehmen bei der Erfassung und Bewertung ihrer Umweltauswirkungen 7 Vorbereitung und Durchführung der 2. Sitzung der projektbegleitenden Arbeitsgruppe 8 Erstellung des Zwischenberichtes und Feinabstimmung bzgl. der weiteren Vorgehensweise Schwerpunktsetzung 9 Erstellung des modular aufgebauten Leitfadens (Beispiele aus Kommune und Unternehmen an der Schnittstelle LA21(o.ä. Prozesse)/UMS) 10 Fertigstellung des Abschlussberichtes zum FuE- Vorhaben Umfang des zweiten Zwischenberichtes Infotransfer in Regionen außerhalb NRWs () () () in Bearbeitung (Arbeiten initiert) noch nicht abgearbeitet

3 Projektarbeitsschritt 6: Unterstützung von Unternehmen bei der Erfassung und Bewertung betrieblicher Umweltauswirkungen Fachlicher Hintergrund: Die Erfassung und Bewertung von Umweltauswirkungen durch ortsansässige Unternehmen kann einen wesentlichen Beitrag zur Einbindung des Bausteins Umwelt und Wirtschaft in den Prozess der lokalen Agenda leisten: Reduzierung der betrieblichen Umwelteinwirkungen, die relevante Auswirkungen auf die lokale/regionale Umweltsituation haben Kommunikation der Ergebnisse mit den verschiedenen Zielgruppen: betriebsintern sowie mit anderen (lokalen) Akteuren

4 Projektarbeitsschritt 6: Unterstützung von Unternehmen bei der Erfassung und Bewertung betrieblicher Umweltauswirkungen Durchführung einer Informationsveranstaltung zur Methodik für interessierte Unternehmen aus dem Raum Düsseldorf (Anwendung des Leitfadens Betriebliche Umweltauswirkungen ) Anwendung des Leitfadens in 2 projektbeteiligten Unternehmen aus dem Raum Düsseldorf: DaimlerChrysler AG, Standort Düsseldorf Rheinisch-Bergische Druckerei

5 Printversion CD-Rom

6 Anwendung des Leitfadens in 2 projektbeteiligten Unternehmen aus dem Raum Düsseldorf Organisatorischer Rahmen: Anwendung der Methodik/des Leitfadens jeweils im Rahmen einer Diplomarbeit Unterstützung durch UPW durch Beratung und Bereitstellung außerbetrieblicher Umweltdaten nach aktuellem Stand (Umrechnungsfaktoren, Umweltbelastungs- und Umweltzustandsdaten für die Region und die BRD, Einschätzung des Umweltzustandes für die regionale und überregionale/globale Betrachtungsebene) Zeitlicher Rahmen: April bis Oktober 2002

7 Anwendung des Leitfadens bei der Rheinisch-Bergischen Druckerei Erhebung betrieblicher Umweltdaten: Standortbezogene Umweltdaten 1. Verbrauch von Energie und Energieträgern Stromverbrauch Fossile Brennstoffe (Erdgas) Treibstoffverbrauch 2. Materialverbrauch Druckplatten Aluminium Papier sonstige Einsatzmaterialien 3. Wasserverbrauch Stadtwasser 4. Abluft Emissionen von CO 2 und verschiedenen Luftschadstoffen 5. Abwasseraufkommen Indirekt eingeleitete Nährstoff- und Schadstofffrachten 6. Abfallaufkommen (kommunale Entsorgung) Abfälle zur Verbrennung Abfälle zur Deponierung Abfälle zur stofflichen Verwertung 7. Flächeninanspruchnahme Gebäude- und Verkehrsflächen Grünflächen 8. Messergebnisse bzgl. Lärmbelästigung Lärmimmissionen

8 Anwendung des Leitfadens bei der Rheinisch-Bergischen Druckerei Erhebung betrieblicher Umweltdaten: Verkehrsbezogene Umweltdaten 1. eigener Fuhrpark/Berufsverkehr 1.1. Fahr- und Transportleistungen im kommunalen/regionalen Umfeld Geschäftsverkehr/Dienstreisen - PKW Berufsverkehr - PKW 1.2. Fahr- und Transportleistungen im überregionalen Umfeld 2. Transporte durch externe Dienstleister 2.1. Fahr- und Transportleistungen im kommunalen/regionalen Umfeld 2.2. Fahr- und Transportleistungen im überregionalen Umfeld Geschäftsverkehr/Dienstreisen - PKW Güterverkehr - LKW Berufsverkehr - Bahn - ÖPNV Güterverkehr - LKW

9 Anwendung des Leitfadens bei der Rheinisch-Bergischen Druckerei Umrechnung betrieblicher Umweltkennzahlen in Umwelteinwirkungen 1 Betriebliche Umweltkennzahl Stromverbrauch Berücksichtigte Umwelteinwirkungen Ressourcenverbrauch (fossiler Energieträger) Luftseitige Emissionen (Luftschadstoffe und Treibhausgase) Brennstoffverbrauch Ressourcenverbrauch (fossiler Energieträger) Luftseitige Emissionen (Luftschadstoffe und Treibhausgase) bedingt durch die Bereitstellung von Brennstoffen (Vorkette Brennstoffe) Verbrauch von Stadtwasser Verbrauch an Uferfiltrat und angereichertem Grundwasser Grund- und Quellwasser Indirekt eingeleitete Abwasserfrachten Abwasserfrachten (von Nähr- und Schadstoffen) nach Reinigung in der kommunalen Kläranlage Abfallmengen zur Verbrennung Luftseitige Emissionen (Luftschadstoffe und CO 2 ) Abfallmengen zur Deponierung Flächenverbrauch durch Deponierung

10 Anwendung des Leitfadens bei der Rheinisch-Bergischen Druckerei Umrechnung betrieblicher Umweltkennzahlen in Umwelteinwirkungen 2 Betriebliche Umweltkennzahl Fahr- bzw. Transportleistungen Berücksichtigte Umwelteinwirkungen Luftseitige Emissionen von Schadstoffen und Treibhausgasen durch Transportvorgänge Ressourcenverbrauch fossiler Energieträger bedingt durch den Treibstoffverbrauch Luftseitige Emissionen (Schadstoffe und Treibhausgase) bedingt durch die Bereitstellung von Treibstoffen (Vorkette Treibstoffe) Luftseitige Emissionen von Schadstoffen und Treibhausgasen bedingt durch den anteiligen Stromverbrauch der Bahn Ressourcenverbrauch fossiler Energieträger bedingt durch den anteiligen Stromverbrauch der Bahn Zusätzlich für den LKW- und PKW-Verkehr auf Straßen: Lärmbelästigung

11 Anwendung des Leitfadens bei der Rheinisch-Bergischen Druckerei Berücksichtigte Umweltproblemfelder Lokale Betrachtungsebene Lärmbelästigung (Visuelle Störwirkungen) Regionale Betrachtungsebene Sommersmog Bodenversauerung Gewässerversauerung Bodeneutrophierung Gewässereutrophierung Humantoxizität/Luft (NO 2, CO) Terrestrische Ökotoxizität (NO 2 ) Aquatische Ökotoxizität (AOX, Cr, Cu, Zn) Überregionale/globale Betrachtungsebene Treibhauseffekt Stratosphärischer Ozonabbau Ressourcenverbrauch fossile Energieträger Sommersmog Bodenversauerung Gewässerversauerung Bodeneutrophierung Gewässereutrophierung Entzug natürlichen Lebensraumes (ohne verkehrsbedingte Flächennutzung) Flächenzerschneidung (verkehrsbedingt) Lärmbelästigung (verkehrsbedingt) Ressourcenverbrauch Wasser Entzug natürlichen Lebensraumes (ohne verkehrsbedingte Flächennutzung)

12 Anwendung des Leitfadens bei der Rheinisch-Bergischen Druckerei Differenzierung der betrieblichen Umwelteinwirkungen: direkte standortbezogene Umwelteinwirkungen (Brennstoffverbrauch, Abluft etc.) indirekte standortbezogene Umwelteinwirkungen (bedingt durch Stromerzeugung, Wasserversorgung, Vorkette Brennstoffe, Abfall- und Abwasserentsorgung) direkte verkehrsbedingte Umwelteinwirkungen (bedingt durch Dienstreisen mit dem eigenen Fuhrpark, Berufsverkehr) indirekte verkehrsbedingte Umwelteinwirkungen (bedingt durch Güterverkehr durch Speditionen, Personenbeförderung durch ÖPNV und Bahn, Vorkette Treibstoffe)

13 Betriebsspezifische Beiträge regional Terrestrische Ökotoxizität NO2/Nox Bodeneutrophierung Humantoxizität Dieselruß Bodenversauerung Entzug natürlichen Lebensraums sehr groß Humantoxizität Staub Sommersmog Humantoxizität NO2/Nox Terrestrische Ökotoxizität SO2 groß Grund und Quellwasser Umweltproblemfelder Terrestrische Ökotoxizität HF Gewässereutrophierung Aquatische Ökotoxizität Zink Uferfiltrat und anger. Grundwasser Aquatische Ökotoxizität AOX Humantoxizität HF Aquatische Ökotoxizität Kupfer Humantoxizität SO2 gering mittel Umweltrelevanz Aquatische Ökotoxizität Chrom Humantoxizität CO Humantoxizität HCl Terrestrische Ökotoxizität HCl Gewässerversauerung sehr gering Humantoxizität Sonstige Stoffe Aquatische Ökotoxizität Quecksilber Aquatische Ökotoxizität Nickel Aquatische Ökotoxizität Cadmium Aquatische Ökotoxizität Blei keine Beträge 0 0, , , , ,0001 0, ,00014 betriebsspezifischer Beitrag [%] direkt ohne Verkehr indirekt ohne Verkehr direkt nur Verkehr indirekt nur Verkehr

14 Betriebsspezifische Beiträge global Flächenzerschneidung Treibhauseffekt Entzug natülichen Lebensraums sehr groß Bodeneutrophierung Bodenversauerung Umweltproblem Stratosphärischer Ozonabbau Gewässerversauerung groß Umweltrelevanz Lärmbelästigung Ressourcenverbrauch Gewässereutrophierung mittel Sommersmog 0 0, , , , , ,00003 betriebsspezifischer Beitrag [%] direkt ohne Verkehr indirekt ohne Verkehr direkt nur Verkehr indirekt nur Verkehr

15 Arbeitsschritt 6 Nutzung der Ergebnisse aus der Erfassung und Bewertung der betrieblichen Umweltauswirkungen: für die Planung innerbetrieblicher organisatorischer und technischer Maßnahmen im Rahmen der inner- und außerbetrieblichen Umweltkommunikation

16 Arbeitsschritt 6: Planung innerbetrieblicher organisatorischer und technischer Maßnahmen Pkt. Problemschwerpunkt/ Gruppe Umweltrelevanz (Schritt 2) Betriebsspezischer Beitrag (Schritt 1) Entscheidungskriterien zur Abwägung des Handlungsbedarfs Anmerkung: Bei Nichteinhaltung relevanter Grenzwerte bzw. sonst. gesetzlicher Vorgaben besteht in jedem Fall Handlungsbedarf! 1a hoch/sehr hoch hoch/sehr hoch Handlungsbedarf offensichtlich Prüfung der technischen Machbarkeit Reduzierung Gruppe 1 betrieblicher Wirkungspotentiale? Abstand von einzuhaltenden Grenzwerten? 1b hoch/sehr hoch mittel s.o. Handlungsbedarf jedoch etwas geringer als bei Pkt. 1a 2a hoch/sehr hoch gering/sehr gering Handlungsbedarf gegeben, wenn viele Verursacher mit geringen Anteilen zu einem Gruppe 2 Umweltproblem beitragen (Prüfung der Verursacherstruktur) 2b mittel hoch/sehr hoch Handlungsbedarf unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit 2c mittel mittel Handlungsbedarf unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit (jedoch geringer als unter Pkt. 2b) 3a mittel gering/sehr gering Handlungsbedarf gegeben, wenn viele Verursacher mit geringen Anteilen zu einem Gruppe 3 Umweltproblem beitragen (Prüfung der Verursacherstruktur) (jedoch geringer als unter Pkt. 2a) 3b gering/sehr gering hoch/sehr hoch Handlungsbedarf unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit (jedoch geringer als unter Pkt. 2b)

17 Beispiel: Rheinisch-Bergische Druckerei Identifizierung von Problemschwerpunkten und Ableitung des Handlungsbedarfs Relevante Umweltproblemfelder auf der regionalen Betrachtungsebene Priorität: Gruppe 1a Terrestrische Ökotoxizität NO 2 Hauptquelle der betrieblichen Umwelteinwirkungen Berufsverkehr per PKW Güterverkehr per LKW Maßnahmenvorschläge Schaffung von finanziellen Anreizen für den Umstieg auf den ÖPNV Ausschöpfung von Optimierungspotentialen des Distributionssystems Sommersmog Lösemittelemissionen durch die Produktion Ersatz durch Einsatzstoffe auf Pflanzenölbasis Humantoxizität NO 2 NO 2-Emissionen durch Berufsverkehr per PKW NO 2-Emissionen durch Güterverkehr per LKW Berufsverkehr per PKW Güterverkehr per LKW s.o. s.o. Priorität: Gruppe 1b Bodeneutrophierung Humantoxizität/Dieselruß Bodenversauerung NO 2-Emissionen durch Berufsverkehr per PKW NO 2-Emissionen durch Güterverkehr per LKW Berufsverkehr per PKW Güterverkehr per LKW NO 2-Emissionen durch Berufsverkehr per PKW (NO 2-Emissionen durch Güterverkehr per LKW) s.o. s.o. s.o.

18 Beispiel: Rheinisch-Bergische Druckerei Identifizierung von Problemschwerpunkten und Ableitung des Handlungsbedarfs Relevante Umweltproblemfelder auf der überregionalen/globalen Betrachtungsebene Priorität Gruppe 1a Flächenzerschneidung Treibhauseffekt Hauptquelle der betrieblichen Umwelteinwirkungen Berufsverkehr per PKW (Güterverkehr per LKW) Indirekte CO 2 -Emissionen durch den Stromverbrauch CO 2 -Emissionen des eigenen BHKW Indirekte CO 2-Emissionen durch die Vorkette der eingesetzten Brennstoffe Maßnahmenvorschläge Schaffung von finanziellen Anreizen für den Umstieg auf den ÖPNV Ausschöpfung von Optimierungspotentialen des Distributionssystems Geeignete Energiesparmaßnahmen Priorität Gruppe 1b Bodenversauerung Gewässerversauerung Indirekte SO 2 - und NO 2 -Emissionen durch den Stromverbrauch Indirekte NO 2-Emissionen durch die Vorkette der eingesetzten Brennstoffe Indirekte SO 2- und NO 2-Emissionen durch den Stromverbrauch Indirekte NO 2-Emissionen durch die Vorkette der eingesetzten Brennstoffe s.o. s.o.

19 Arbeitsschritt 6 inner- und außerbetriebliche Umweltkommunikation innerbetriebliche/unternehmensinterne Kommunikation: mit den eigenen Mitarbeitern mit anderen Standorten des Unternehmens Vorteile: Motivation der Mitarbeiter größere Akzeptanz und Durchsetzbarkeit organisatorischer Maßnahmen Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmensstandorten

20 Arbeitsschritt 6 inner- und außerbetriebliche Umweltkommunikation außerbetriebliche Kommunikation mit Zulieferern und Spediteuren Wirtschaftsverbänden kommunalen Behörden (z.b. Umwelt der Stadt) Organen der lokalen Agenda (z.b. Fachforen) Fachöffentlichkeit, Organisationen und Initiativen der breiten Öffentlichkeit (Bürger und Bürgerinnen, Nachbarschaft) Vorteile: gemeinsamer Informationsaustausch gemeinsame Entwicklung von Lösungen für Umweltprobleme besseres Verhältnis zu den kommunalen Behörden größere Akzeptanz von Unternehmen in der Öffentlichkeit Weckung des Interesses für Umweltthemen bei Bürgern und Bürgerinnen neue Impulse für Produktentwicklung und Marketing

21 Arbeitsschritt 6 Optimierungspotentiale bzgl. der Anwendung des Leitfadens Büro für Automatisierung der Anwendung des Leitfadens bedeutende Entlastung bei Ermittlung betrieblicher Umwelteinwirkungen und -auswirkungen Verfügbarkeit außerbetrieblicher Umweltdaten Bereitstellung bzw. Zentralisierung von Umweltbelastungs- und Umweltzustandsdaten durch Printmedien bzw. das Internet

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