Kritik an Anschleichtaktik PIDE PR-Echo/Gespräch BVI fordert "Lex VW" für mehr Transparenz

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1 BZ PR-Echo/Gespräch Dax durch VW-Kapriolen langfristig verzerrt FAZ PR-Echo/Gespräch 80 Dax-Punkte für die Ewigkeit HB PR-Echo/Gespräch VW und diefolgen derkapriolen W PR-Echo/Gespräch Der Deutsche Aktienindex notiert 80 Punkte zu hoch DPAX PR-Echo/Gespräch ROUNDUP: BVI fordert schärfere Meldepflichten nach Porsches Anschleichtaktik BARD PR-Echo/Gespräch "Anschleichtaktiken" in der Kritik SWCH PR-Echo/Gespräch DE/Fondsbranche will Ausweitung von Meldepflichten Kritik an Anschleichtaktik PIDE PR-Echo/Gespräch BVI fordert "Lex VW" für mehr Transparenz

2 BVI fordert Schwellen-Meldepflicht für über Termingeschäfte gehaltene Unternehmensanteile Börsen-Zeitung, ck Frankfurt - Die Kurskapriolen der VW-Aktie vom vergangenen Jahr haben den Dax nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaftverzerrt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Lutz Johanning, Professor an der WHU Otto Beisheim School of Management. Anlässlich der Präsentation der Studie forderte der Hauptgeschäftsfiihrer des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI), Stefan Seip, eine gesetzliche Meldepflicht für über Terminmarktgeschäfte kontrollierte Unternehmensanteile. Hintergrund der Studie ist der spektakulärekursanstieg dervw-aktie im Sommer und Herbst Käufe von Aktien und Optionen auf dentitel durch Porsche lösten einen Short Squeeze aus. Nachdem der Sportwagenhersteller am 26: Oktober mitgeteilt hatte, 42,6% der Anteile zu halten und über Optionen weitere 31,5% zu kontrollieren, erreichte der Short Squeeze einen Höhepunkt. VW stiegen am 28. Oktober auf ein Rekordhoch von 1005 Euro. Damit war VW das nach Marktkapitalisierung größte Unternehmen der Welt und hatte einen Anteil an der Dax-Gewichtung von 27%. Damitkonnte der Dax die Entwicklung des Gesamtmarktes nicht mehr richtig widerspiegeln, so die Studie. Anhand verschiedener Szenarien macht Johanning das Ausmaß der Verzerrung deutlich. So wurde der Dax mit einem Dax verglichen, bei dem die VW-Stämme durch die Vorzüge ersetzt wurden, die nicht vom Short Squeeze betroffen waren und von Anfang September bis Ende Oktober 2008 um 53 % einbrachen. Am 28. Oktober habe die Differenz zwischen dem Dax und dem Dax mit VW-Vorzügen fast 1200 Index- Punkte betragen. Ende Oktober habe die Differenz noch bei 570 Punkten gelegen, was einer Outperformance des Dax im Zeitraum vom 1. September bis Ende Oktober von 8,9% entspricht. Eine entscheidende Frage sei, ob die Kursturbulenzen der VW-Aktie den Index auch langfristig verzerrten. Normalerweise sei dies nicht der Fall, da fundamental unbegründete Kurssteigerungen die Gewichtung einer Aktie zwar deutlich erhöhen könnten, diese aber wieder mit den zu erwartenden Kursrückgängen sinke. Somitbestehe eine Index- Verzerrung normalerweise nur vorübergehend. VW sei jedoch ein Ausnahmefall. Hintergrund dafür ist die Entscheidung der Deutschen Börse vom 29. Oktober, mit Wirkung zum 3. November eine außerordentliche Begrenzung des VW-Gewichts im Dax auf 10% vorzunehmen. Nicht mehr aufhebbar Johanning hob hervor, dass dies über eine Mengenänderung geschehen sei. Die Zahl der für die VW-Gewichtung zugrunde gelegten Aktien sei von 294 auf 202 Millionen Aktien reduziert worden. Diese Anpassung des VW-Gewichts auf dem Kursniveau vom 31. Oktober habe zu einer langfristigen Verzerrung des Dax geführt, die nicht mehr aufhebbar sei. Denn der sich daran anschließende Kursrückgang um über 40% bis zum darauffolgenden Index- Anpassungstermin am 19. Dezember sei nur auf der Basis der niedrigeren Gewichtung im Dax berücksichtigt. Johanning bezifferte die sich daraus ergebende, dauerhafte Zementierung der Dax-Outperformance im Jahr 2008 mit 1,6% bzw. rund 80 Index- Punkten. Johanning, der auch die Implikationen für die Fondsbranchen untersucht hat, betonte, dass der Dax während der Kurskapriolen keine sinnvolle Benchmark mehr gewesen sei. Betroffen seien insbesondere aktive Fonds. Allein aufgrund derregulatorisch vorgegebenen 10%-Anlagegrenze seien Fonds in der VW-Aktie im Vergleich zum Dax untergewichtet gewesen und hätten eine Underperformance erlitten. Das Gleiche gelte für Fonds, die auf ein Investment in VW verzichteten, da sie dies aufgrund der hohen Bewertung der Aktie für fundamental nicht vertretbar gehalten hätten. Ein Fonds, der ganz auf VW verzichtet habe, habe im Zeitraum von Anfang September bis Ende 2008 eine Underperformance von 3,8 Prozentpunkten hinnehmen müssen, die nicht mehr aufholbar sei. Noch schlechter hätten jene Fonds abgeschnitten, die sich fürfundamental begründete Leerverkäufe der VW-Aktie entschieden hätten. Die hohe Outperformance des Dax gegenüber dem Dax mit VW- Vorzügen bzw. dem Dax ohne VW belege, dass aktive Fonds ohne VW- Positionen keine Chance gehabthätten, dem Dax zu folgen. Anlässlich der Präsentation forderte der Hauptgeschäftsführer des BVI, für über Terminmarktpositionenkontrollierte, größere Unternehmensanteile eine gesetzliche Schwellen-Meldepflicht einzuführen. Dies sei wichtig, um Transparenz für die Anleger herzustellen und das Vertrauen in den Kapitalmarkt zu stärken. Im VW-Fall habe die Transparenz gefehlt. Die Absichten, die Porsche mit ihrem Optionserwerb gehegt habe, hätten dadurch nicht in die Überlegungen der Anleger einfließen können. Eine Meldepflicht sei auch notwendig, um eine Einbindung in dasregelwerk des Index-Betreibers zu ermöglichen.

3 Die Kurssprünge der Volkswagen-Aktie im Herbst haben den Leitindex Dax völlig verzerrt. Seine außerordentliche Anpassung zementiert das falsche Bild für immer. dmoh. FRANKFURT. 19. Februar. Die Entscheidung der Deutschen Börse, das Gewicht der Volkswagen-(VW-)Aktie im Dax im November und Dezember durch eine Sonderregel zu kappen, verzerrt den Index für immer. Dies geht aus einer Studie der WHU Otto Beisheim School of Management und der XTPTransaction Partners GmbH hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Demnach wird der Dax fortan 80 Punkte höher ermittelt, als er es ohne die sogenannte Lex VW der Deutschen Börse gewesen wäre. Am 28. Oktober hatte die Börse bekanntgegeben, das Gewicht der VW-Aktie im Dax sechs Tage später auf 10 Prozent zu kappen. Vorausgegangen war an jenem Dienstag ein Kurssprung der VW- Aktie innerhalb eines Handelstages um mehr als 100 Prozent auf bis zu 1005 Euro je Aktie. Der Wolfsburger Autokonzern war mit knapp 300 Milliarden Euro kurzzeitig das wertvollste Unternehmen der Welt. Im Dax schnellte das Gewicht der VW-Aktie auf 27 Prozent. Die Kurssteigerungen der VW-Aktie in der letzten Oktoberwoche gingen deshalb mit hohem Gewicht in die Indexentwicklung des Dax ein. Ein Dax ohne VW wäre am 28. Oktober auf ein Jahrestief von 3600 Punkten gefallen. Mit VW hingegen schloss der Index auf 4823 Punkten. Die Kappung des VW-Gewichts auf 10 Prozent hingegen hatte zur Folge, dass der gen Himmel stürmende VW-Aktienkurs bei seinem anschließenden Absturz nicht mehr das Gewicht im Index hatte, das ihm während seines Aufstiegs zuteil wurde. Der Kurs halbierte sich vom Zeitpunkt der Kappung bis Mitte Dezember. Erst zum 22. Dezember hob die Deutsche Börse die Gewichtsreduzierung der VW- Aktie im Index auf. Der Dax lag zu jenem Zeitpunkt auf 4697 Punkten. Hätte es die Begrenzung des VW-Gewichts nicht gegeben, hätte der Index auf 4617 Punkten gelegen. Die Anpassung der VW-Gewichtung auf dem überhöhten Kursniveau führtso zu einer langfristigen Verzerrung des Index", sagt Christian Funke, Mitautor der Studie. Die Verzerrung des Index ist ein Problem für alle Aktienfonds, die sich den Dax als Maßstab genommen haben. Wird dieser zu hoch ausgewiesen, erscheint das Fondsmanagement in schlechterem Licht. Gleichwohl will der Fondsbranchenverband der Deutschen Börse keinen Vorwurf machen. Die Situation war außergewöhnlich, und die Anpassung im Oktober war notwendig und hat ja auch dazu beigetragen, die Exzesse in der VW-Aktie einzudämmen", sagt Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des Fondsverbandes BVI. Kritik übt er hingegen an den Behörden und Porsche. Porsche hatte mit seiner Mitteilung,direkt und indirekt gut 74 Prozent der VW-Stammaktien zu kontrollieren, diekursrally erst ausgelöst. Niemand hatte mit einer derartigen Verknappung der frei handelbaren VW-Aktien gerechnet, zumal das Land Niedersachsen über gut 20 Prozent der Anteile verfügt. Das Porsche-Vorgehen war nicht transparent und konnte daher auch keinen Eingang in die Überlegungen der Marktteilnehmer finden", kritisiert Seip: Es muss daher eine Pflicht zur Offenlegung eines solchen Optionserwerbs geben." Da die VW-Stammaktie bereits vor ihrem außergewöhnlichen Kursanstieg jenseits aller fundamental gerechtfertigten Bewertungen schwebte - und dies auch immer noch tut -, hatten viele Fondsmanager die Aktie auch nicht in ihren Portefeuilles. Im September und Oktober hat sie dies 8 Prozent Rendite gekostet, bis Jahresende knapp 4 Prozent, wovon rund 2 Prozent auf die Verzerrung durch die zwischenzeitliche Indexanpassung zurückzuführen ist. Neuerliche Verwerfungen dieser Art sind allerdings unwahrscheinlich. Die Deutsche Börse hat ihrregelwerk geändert und entfernt künftig kurzerhand Aktien mit hohem Gewicht und außergewöhnlich starken Kursschwankungen aus dem Index.

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5 BULLE & BÄR wtp C. SCHNELL FRANKFURT Dass die Kurskapriolen der VW-Aktien vom Herbst noch lange Spielraum für wissenschaftliche Untersuchungen bieten würden, war klar. Traf doch die Meldungvon Großaktionär Porsche, direkt oder über Optionsgeschäfte ab damehr als 70 Prozent der Aktien zu besitzen, die breite Masse der Investoren so unverhofft, dass der VW-Kurs innerhalb weniger Tage von Niveaus unter 200 Euro auf 945 Euro stieg und anschließend wieder rapide fiel. Die Frage, ob der Dax heute noch darunterleidet odernicht, beantwortet Professor Lutz Johanningvon der WHU in Vallendar eindeutig mit ja. 80 Indexpunkte zu viel sind seiner Ansichtnach das Ergebnis einerregeländerung der Deutschen Börse, die derleitindex mit sich herumschleppt. Die Deutsche Börse sei zwar zu Recht eingeschritten, indem sie das Gewicht der VW-Aktie im Dax auf 10 Prozent gekappt und ihr damitknapp eindrittel an Einfluss genommen hat. Weil die Aktie anschließend aber 40 Prozent gefallen ist, hat auchnur das heruntergestufte Gewicht dendax nach unten bewegt. Das hat bis zur Anpassung aller Dax-Gewichte am 19.Dezember zu den 80 Punkten geführt, um die der Index weniger gefallen ist. Vonseiten der Deutschen Börse glaubtman dennoch, das Richtige getan zu haben. Schließlich war der Druck zu handeln damals so extrem wie diekursentwicklung. Viele Vorschläge, die von sofortiger Herausnahme aus dem Dax bis hin zur Aussetzung des Handels bei VW gingen, wären im Nachhinein betrachtet noch angreifbarer gewesen als dieser Schritt. Bleiben die Aktienfonds, deren Manager sich an der Dax- Entwicklung orientieren und von denenmanche jenach dem, ob sie damals VW-Aktien besaßen oder nicht, dem Leitindex mehr oderwenigerhinterherhinken. Als pauschale Entschuldigung für eine möglicherweise schlechte Wertentwicklung eines Fonds dient dieses Argumentallerdings nicht. Wer im vergangenen Jahr schlecht abgeschnitten hat, der hat das nicht einer einzigen, wennauch extremenkursbewegung zu verdanken. Genauso wie eine Bundesliga-Saison nicht an einem einzigen, wenn auch extremen Spieltag entschiedenwird.

6 Die Kurskapriolen der Volkswagen-Aktie vom Oktober verzerren den Dax bis heute - Viele Fonds werden darunter noch lange leiden Von Frank Stocker Frankfurt/Main - Seit Beginn derfinanzkrise mangelt es nicht an skandalösen oder skurrilen Geschichten aus der Börsenwelt, vom Megazocker Jeröme Kerviel über Superganove Bernhard Madoff bis zu denkurskapriolen der Volkswagen-Aktie im vergangenen Oktober. Letztere indes beschäftigt viele Anleger nochheute. Denn dasereignis wirkt immer nach, wie Lutz Johanning, Professor an der WHU- Otto Beisheim School of Management nun nachgewiesenhat. Ende Oktober explodierte der Kurs der VW-Stammaktien plötzlich, er stieg innerhalb weniger Tage von etwa 200 Euro aufkurzzeitig über 1000Euro. VW war damals das wertvollste Unternehmen derwelt. Ursache für den Kurssprung war die Mitteilung des Großaktionärs Porsche vom 26. Oktober, bereits über 42,6 Prozent der VW-Anteile zu verfügen sowie Optionen auf weitere 31,5Prozent zu besitzen. Da gleichzeitig das Land Niedersachsen 20 Prozent der Anteile besaß, waren rund 90 Prozent der Aktien vom Markt genommen. Spekulanten, die die VW-Aktie leer verkauft und so auf sinkende Kurse gesetzt hatten, kamen nun in Bedrängnis. Obwohl es kaum noch Aktien am freien Markt gab, mussten sie die Papiere zurückkaufen, koste es, was es wolle. Dadurch lösten sie letztlich diekursexplosion aus. Die Folge war, dass die VW-Aktie stieg und stieg, während gleichzeitig alle 29 anderendax-aktien nach unten taumelten. VW verzerrte damit den Dax, und zwar umso mehr jehöher dieaktie stieg. Denn parallel dazu wuchs auch deren Gewichtung im Dax. Am Höhepunkt machte VW rund 27Prozent des Dax aus. Johanning hat nun nachgerechnet, wie stark die Verzerrung dadurch war. Dazu hat er dentatsächlichen Verlauf des Dax mit einem Index verglichen, in dem ab 1. September 2008 statt der VW-Stammaktien die Vorzüge enthalten sind. Zum anderen hat er die Entwicklung auch mit einem Dax aus 29 Werten, ohne VW, verglichen. In beiden Fällen kamen ähnliche Ergebnisse heraus. Demnach hätte der Dax am Höhepunkt des VW- Irrsinns, am 28. Oktober, nicht bei 4823Punkten geschlossen, sondern bei 3600, also 1200 Zähler tiefer. Wäre nichts passiert, so läge die Differenz heute bei 230Punkten Doch diedeutsche Börse änderte am 31. Oktober ihr Regelwerk. Das Gewicht einzelner Aktien im Dax wurde bei zehn Prozent gekappt. Die Folge war eine Beruhigung der Spekulation rund um VW. Gleichzeitigwurde aber auch die Fehlentwicklung desdax teilweise zementiert. Denn der Rückgang des VW- Kurses floss nun mit geringerem Gewicht in die Dax-Berechnungein als dessenanstieg. Diese Differenz, die auf ewig im Dax fortbesteht, liegt bei rund 80 Punkten. Hätte es die Spekulation um die VW-Aktie also nicht gegeben, so würde der Dax heute 80 Zähler tiefer notieren. Für vieleanleger mag dies nur eine Randnotiz sein. Für aktiv gemanagte Fonds ist dies jedochbis heute eine schwere Last. Denn wenn deren Manager die VW-Aktie Anfang September aufgrund der damals schon bestehenden Überbewertung verkauften - was rational betrachtet absolut angemessen war - so liegt der Fonds heute rund 3,8 Prozent hinter dem Dax zurück. Dies aufzuholen dürfte viele Fondsmanager noch lange beschäftigen. Und dann gab es gestern auch noch Gerüchte, dass Porsche erneut VW- Aktien am Markt aufkauft...

7 News :28 FRANKFURT (dpa-afx) - Die Fondsbranche fordert als Folge der raffinierten Anschleichtaktiken von Porsche H. an VW S. und Schaeffler an Continental a schärfere Meldepflichten bei Aktiengeschäften im Terminmarktbereich. Nach den heimlichen Zugriffen verlangt der Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) vom Gesetzgeber nun, dasskünftig 'derartige Optionserwerbe' angezeigt werden müssen, wie BVI- Hauptgeschäftsführer Stefan Seip am Donnerstag in Frankfurt sagte. Dabei geht es um sogenannte cashgesettelte Optionen und Swaps. Der Index- Betreiber Deutsche Börse & habe inzwischen gehandelt, Lehren aus diesen Erfahrungen gezogen und sein Regelwerk überarbeitet. Nun sei die Politik gefragt. 'Der Gesetzgeber muss das schnellst möglichst klarstellen, denn wir brauchen das Vertrauen der Anleger und solche Vorgänge sind nicht geeignet, dieses Vertrauen zu stärken', betonte Seip. Selbst ein alleiniges Vorgehen Deutschlands in dieser Sache hält er für positiv und gerechtfertigt. 'Wir sehen da keinen potenziellen Wettbewerbsnachteil. ' ANSEHEN DES DAX UNTERGRABEN Hintergrund ist, dass es im Oktober durch die Anschleich-Taktik des Sportwagenbauers Porsche zu einer derart starken Verknappung von VW-Stammaktien kam, dass deren Kurs zeitweise auf über Euro je Anteilsschein nach oben schnellte. Statt der gemeldeten 38 Prozent Streubesitz waren nämlich tatsächlich nur weniger als sechs Prozent im Umlauf. Im DAX %. schoss so das Gewicht der VW-Aktie durch die Decke, bestimmte ganz allein Richtung des Leitindex und untergrub damit dessen Ansehen als Aushängeschild für den deutschen Aktienmarkt. Der Rekordwert der VW-Aktie von Euro am 28. Oktober ließ den DAX auf Punkte steigen. 'Ohne VW im Index hätte der DAX-Stand dagegen nur bei Punkten gelegen', sagte Professor Lutz Johanning von der WHU Otto Beisheim School of Management. Händler und Fondsgesellschaften gerieten folglich in die Bredouille. Die krisenbedingt bereits miserable Performance zahlreicher Fonds wurde zusätzlich belastet. Je nachdem, welche Anlagestrategie die Fonds verfolgten, als die VW-Aktie nach und nach abhob, entwickelten sie sich bis Ende 2008 zwischen 3,8 und mehr als 10 Prozent schlechter als der DAX, wie Johanning und sein Team weiter errechneten. Portfolio- Manager Stefan de Schutter vom Wertpapierhandelshaus alpha erklärt die damalige Situation so: 'Fundamental gesehen wollten die Fonds VW nicht nachkaufen wegen der extremen Kursniveaus und rein technisch konnten sie auch gar nicht zukaufen, denn bei den Publikumsfonds darf eine Aktie nicht mehr als zehn Prozent des Index- Gewichts ausmachen.' VERZERRUNGEN IM DAX NUN FESTGESCHRIEBEN Das schlussendliche Eingreifen der Deutschen Börse samt Regelwerksergänzungen, um künftig solche Ereignisse zu verhindern, hat die Verzerrungen im DAX allerdings nicht aufheben können. Laut Johanning beträgt die dauerhafte Verzerrung 80 Indexpunkte. 'Diese DAX-Outperformance von 80 Punkten oder 1,6 Prozent im Jahr 2008 ist festgeschrieben, aber bleibt fundamental unbegründet', sagte er. Insgesamt aber will keiner der Deutschen Börse einen Vorwurf machen, dass eine Reaktion auf die Kurskapriolen von VW erst mit einigen Tagen Verzögerung erfolgte. 'Das war eine Situation, wie wir sie überhaupt noch nicht kannten', sagte der BVI- Geschäftsführer. Daher sei es notwendig gewesen, dass vor einem Eingreifen erst beratschlagt und getagt wurde. Auch Johanning meinte: 'Ohne Regelwerk im

8 Hintergrund ist es sehr schwer, in den Kapitalmarkt einzugreifen.' Mit der erfolgten Änderung des Index-Leitfadens der Frankfurter ist die Branche denn auch zufrieden. Mit Blick auf den Index-Anbieter STOXX allerdings, der im Zuge der VW-Kurssprünge lediglich eine 'Lex VW' schuf, sagte Seip: 'Es ist immer gut, wenn es ein nachvollziehbares Regelwerk gibt, denn das stärkt das Vertrauen der Marktteilnehmer und Anleger.'/ck/he

9 Der Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) fordert vom Gesetzgeber schärfere Meldepflichten bei Aktiengeschäften im Terminmarktbereich. Hintergrund ist, dass es im Oktober durch die Anschleich-Taktik des Sportwagenbauers Porsche zu einer derart starken Verknappung von VW-Stammaktien kam, dass derenkurs zeitweise auf über Euro jeanteilsschein nach oben schnellte. Statt der gemeldeten 38 Prozent Streubesitz waren nämlich tatsächlich nur weniger als sechs Prozent der Aktien im Umlauf.

10 swissinfo.ch 19. Februar :50 FRANKFURT (AWP International) - Die Fondsbranche fordert als Folge der raffinierten Anschleichtaktiken von Porsche an VW und Schaeffier an Continental die Ausweitung meldepflichtiger Aktiengeschäfte auf den Terminmarktbereich. Nach den heimlichen Zugriffen auf Übernahmeziele durch cashgesettelte Optionen und Swaps verlangt der Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) vom Gesetzgeber nun, dass künftig "derartige Optionserwerbe" angezeigt werden müssen, wie BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip am Donnerstag in Frankfurt sagte. "Der Gesetzgeber muss das schnellst möglichst klarstellen, denn wir brauchen das Vertrauen der Anleger und solche Vorgänge sind nicht geeignet, dieses Vertrauen zu stärken", betonte er. Hintergrund ist, dass durch es im Oktober durch die Anschleich-Taktik des Sportwagenbauers Porsche zu einer derart starken Verknappung von VW-Stammaktien kam, dass deren Kurs zeitweise bis auf Euro je Anteilsschein hochschoss. Statt der gemeldeten 38 Prozent Streubesitz waren nämlich tatsächlich durch nur weniger als sechs Prozent im Umlauf. Im DAX schoss so das Gewicht der VW-Aktie durch die Decke, bestimmte ganz allein Richtung des Leitindex, und untergrub damit dessen Ansehen als Aushängeschild für den deutschen Aktienmarkt. Händler und Fondsgesellschaften gerieten in die Bredouille. Portfolio-Manager Stefan de Schutter vom Wertpapierhandelshaus alpha erklärt die damalige Situation so: "Fundamental gesehen wollten die Fonds VW nicht nachkaufen wegen der extremen Kursniveaus und rein technisch konnten sie auch gar nicht zukaufen, denn bei den Publikumsfonds darf eine Aktie nicht mehr als zehn Prozent des Index-Gewichts ausmachen." Das letztendliche Eingreifen der Deutschen Börse samt Regelwerksergänzungen, um künftig solche Ereignisse zu verhindern, haben die Verzerrungen im DAX allerdings nicht aufheben können. Nach Berechnungen von Professor Lutz Johanning von der WHU Otto Beisheim School of Management und seinem Team beträgt die dauerhafte Verzerrung 80 Indexpunkte. "Diese DAX-Outperformance von 80 Punkten oder 1,6 Prozent im Jahr 2008 sind festgeschrieben, aber bleiben fundamental unbegründet", sagte er./ck/zb

11 Donnerstag, 19. Februar 2009 FRANKFURT - Die Investmentbranche hat erneut eine stärkere Transparenz von Optionsgeschäften bei der Übernahme von börsennotierten Unternehmen verlangt. Wir fordern vom Gesetzgeber, eine Meldepflicht bei Optionserwerben einzuführen, und zwar analog zu den heute gültigen Meldepflichten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Investment-Verbands BVI, Stefan Seip, am Donnerstag in Frankfurt. Auch nach dem heutigen Stand sei ein Anschleichen" von Investoren wie bei der VW- Übernahme durch Porsche möglich. Der Kapitalmarkt ist nicht dazu da, dass sich einzelne auf diese Art Vorteile auf Kosten anderer verschaffen", kritisierte Seip. Anlass der erneuten Kritik der Fondsbranche waren die Performance-Nachteile bei vielen aktiv verwalteten Fonds im vergangenen Herbst, als der Kurs der Volkswagen-Aktie bei Bekanntgabe der Optionsgeschäfte durch Porsche in die Höhe schoss und zeitweilig 27 Prozent des Dax ausmachte. Angesichts der rechtlichen Begrenzung einzelner Titel bei Aktienfonds auf maximal zehn Prozent des Fondsvermögens konnten viele Fonds von der Kursexplosion bei VW im Oktober 2008 nicht profitieren. Indexfonds wie ETF dagegen unterliegen nicht dieser Beschränkung und waren gegenüber aktiven Fonds im Vorteil, weil sie das VW-Gewicht, etwa im Dax, abbilden konnten Eine aktuelle Studie der Otto Beisheim School of Management an der WHU beziffert diesen Performance-Nachteil für aktive Fonds auf mindestens 1,6 Prozent, die allein aus der langfristigen Verzerrung des Dax im Zuge der Turbulenzen um die VW-Aktie im Herbst resultierte. In der Praxis waren die Performance-Nachteile viel größer: Fondsmanager, die sich aufgrund der hohen Bewertung und der hohen Volatilität die VW-Stammaktie Anfang September nicht im Portfolio hielten, wären nur aufgrund dieser Entscheidung bis Ende Oktober um 7,8 Prozentpunkte hinter dem Dax geblieben. Auch nach dem Einbruch des Kurses der VW-Aktie bis Jahresende hätte die Underperformance noch bei 3,8 Prozent gelegen, so die Studie weiter. Noch höhere Nachteile hätten Fonds mit 130/30-Ansätze erlitten, die auch Short-Positionen abbilden können. Hier habe der Fall VW durchaus eine Underperformance von über zehn Prozentpunkten verursacht. Auch die DWS hat nachgerechnet und im Falle DWS Investa den Performance-Nachteil der Kurskapriolen der VW-Aktie auf im Jahr 2008 auf 4,5 Prozent beziffert. Der Fonds hat seine Benchmark in diesem Jahr um 4,7 Prozent verfehlt", so DWS-Aktien-Chef Klaus Kaldemorgen. Das Anschleichen mit derivativen Positionen hat Anleger um eine angemessene Rendite gebracht", krisiert Kaldemorgen. Auch die DWS hat wiederholt die "mangelnde Transparenz an dem deutschen Kapitalmarkt" kritisiert. Im Gegensatz dazu werden in den USA laut BVI im Rahmen der Fünf-Prozent-Grenze alle Verfügungsrechte, also auch so genannte Cash-Optionen, bei den Meldepflichten berücksichtigt. Portfolio international Update /maa/gor/gcu

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