Nr. 24 Rundbrief an unsere Priesterfreunde im deutschen Sprachraum

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1 Nr. 24 Rundbrief an unsere Priesterfreunde im deutschen Sprachraum April 2011 Lieber Mitbruder, Stuttgart, den 24. März 2011 von Herzen wünsche ich Ihnen eine gnadenreiche Fastenzeit. Gerade uns Priestern legen die heiligen Texte der Liturgie nahe, täglich für das gläubige Volk und für die ganze Kirche um Erbarmen zu flehen. Parce Domine, parce populo tuo! Eine ganze Reihe von Ihnen hat die beiden Bücher über die heilige Messe und das katholische Priestertum, zusammengestellt aus Predigten und Vorträgen von Erzbischof Lefebvre bestellt. Bitte haben Sie noch etwas Geduld mit der Zusendung. Dieser Tage gehen die Bücher in den Druck und werden dann kurz nach Ostern bei Ihnen ankommen. In dieser Nummer unseres bescheidenen Priesterrundbriefs finden Sie zwei Dokumente: einerseits einen Vortrag, gehalten von Abbé François Knittel anläßlich des Kongresses des Courier de Rome in Paris am 8. Januar 2011, der die Wurzeln des heutigen Übels aufzeigt. Abbé Knittel ist Elsässer, Mitglied der Bruderschaft, 1989 in Ecône zum Priester geweiht. Zum zweiten finden Sie einen Artikel mit einem geschichtlichen Überblick über die heutige Krise und ihre Heilmittel, erschienen im

2 sehr empfehlenswerten Informationsorgan der Initiative katholischer Christen (Nachrichten aus Kirche und Welt, Nr. 4, Dezember 2010; Bestellungen bei: Postfach 88, D Feldafing). Die Priesterweihen in Zaitzkofen, zu denen ich Sie schon heute herzlich einlade, sind in diesem Jahr auf Samstag, dem 2. Juli, festgelegt. Mit brüderlichem Gruß, Ihnen aufs Innigste verbunden Ihr Pater Franz Schmidberger 2

3 DAS FILIOQUE UND DIE KRISE IN DER KIRCHE 1. EINFÜHRUNG Schon beim ersten theologischen Kongreß von Si si no no, der in Rom im Dezember 1994 stattfand, hielt Romano Amerio einen Vortrag mit dem Titel Die Frage des Filioque oder die Verzerrung der Dreieinigkeit 1. Welch rätselhafter Titel! Welch erstaunliche Perspektive! Und doch stellt man beim Lesen der Texte von Romano Amerio, die wir in Französisch besitzen, rasch fest, daß es sich dabei um eine Leitidee handelt, die sein ganzes Werk durchzieht. Außer dem erwähnten Vortrag findet man denselben Gedanken in Iota unum 2, in Stat veritas 3, in der Mitarbeit beim 2. Kongreß von Si si no no im Januar 1996 über den Zerfall der Ausübung des kirchlichen Lehramtes nach dem II. Vatikanischen Konzil 4. Sein Schüler, Enrico Radaelli, kam auf dem 3. Kongreß von Si si no no im April 1998 in seiner Arbeit mit dem Thema Logos ut verbum bonum erneut darauf zu sprechen 5. Was behauptet Romano Amerio mit so viel Nachdruck? Er stellt fest, daß die Ordnung, die zwischen den Personen der Dreifaltigkeit besteht wo der Vater den Sohn zeugt und der Heilige Geist vom Vater und vom Sohn ausgeht ihren Niederschlag in der Gesamtheit des katholischen Lebens finden muß. Die Kirche, die Sakramente, die Glaubensunterweisung, die Ausübung des Lehramtes, die christliche Sittenlehre: Auf all diesen Gebie- 1 Romano Amerio, La question du Filioque ou la distorsion de la monotriade [Die Frage des Filioque oder die Verzerrung der Dreieinigkeit] in Actes du 1 er congrès théologique de Si si no no [Akte des 1. theologischen Kongresses von Si si no no]. Dezember 1994, Veröffentlichungen des Courrier de Rome [Rom-Kurier], Versailles, 1995, S Romano Amerio, Iota unum, Editon Kirchliche Umschau, Ruppichteroth, Romano Amerio, Stat veritas, Veröffentlichung des Courrier de Rome, Versailles, Romano Amerio, La dislocation de la fonction magistérielle après le concile Vatican II [Der Zerfall der Ausübung des kirchlichen Lehramtes nach dem II. Vatikanischen Konzil] in Eglise et Contre-Eglise au concile Vatican II [Kirche und Gegenkirche auf dem II. Vatikanischen Konzil]. Actes du 2. congrès théologique de Si si no no [Akte des 2. theologischen Kongresses von Si si no no]. Januar 1996, Veröffentlichungen des Courrier de Rome, Versailles, 1996, S Enrico Radaelli, Logos ut verbum bonum in La tentation de l oecuménisme [Die Versuchung des Ökumenismus]. Actes du 3. congrès théologique de Si si no no [Akte des 3. theologischen Kongresses von Si si no no]. April 1998, Veröffentlichungen des Courrier de Rome, 1999, S

4 ten muß der Heilige Geist vom Vater und vom Sohne ausgehen, der Geist muß vom göttlichen Wort ausgehen, die Liebe muß der Wahrheit folgen, der Wille muß auf dem Verstand begründet sein. Eines der offenkundigsten Zeichen der Krise, die die Kirche durchschreitet, stellt Amerio nun fest, ist die Umkehrung der Beziehung zwischen Heiligem Geist und Sohn, zwischen der Liebe und der Wahrheit, zwischen dem Willen und dem Verstand. Der Primat, den man in unseren Tagen der Liebe, dem Gefühl, der Aktion, der Erfahrung, der Pastoral gegenüber dem Verstand, der Vernunft, der objektiven Tradition, dem Glaubensgut einräumt, führt zu dem, was man ganz zu Recht die Verzerrung der Dreieinigkeit nennt. Die kurze Darlegung dieses Hauptgedankens von Romano Amerio wirft mehrere Fragen auf, auf die wir heute antworten möchten. Zuallererst wollen wir untersuchen, ob die Ordnung der Ausgänge in Gott einen notwendigen Niederschlag in der Heilsgeschichte finden muß. Mit anderen Worten: Gibt es eine strenge Entsprechung zwischen der Theologie und der Heilsökonomie, d.h. zwischen dem trinitarischen Leben und der Heilsgeschichte? Haben wir einmal die theologischen Grundlagen des Gedankenganges von Romano Amerio herausgearbeitet, so werden wir unsere Achtung richten auf die Anormalitäten, die im Konzil und in seinem Kielwasser in Erscheinung traten, Anormalitäten, die der Philosoph in seinen Werken herausstellt. Dieser zweite Teil unserer Darlegung wird jetzt nicht mehr die theologische Grundlage dieses Prinzips ans Licht schaffen, sondern aufzeigen, wie hier der Schlüssel für das Enträtseln der Krise liegt, die die Kirche durchschreitet. Schließlich müssen wir uns fragen, ob die Überlegungen von Romano Amerio immer noch ihre Richtigkeit haben. Ist die Verzerrung der Dreieinigkeit immer noch auf der Tagesordnung? Hat es seither Richtigstellungen gegeben? Was bleibt auf diesem Gebiet zu tun? Ist es ausreichend, den Primat des göttlichen Wortes über den Geist richtigzustellen, damit alle Dinge wieder ihre Ordnung finden? 2. DAS HERVORGEHEN DES HEILIGEN GEISTES Beginnen wir also damit, die theologische Grundlage des Prinzips, das Romano Amerio herausgestellt hat, ins Licht zu rücken, indem wir einen 4

5 Blick werfen auf die Ordnung in den Ausgängen in Gott (2.1), auf die Ordnung bei den göttlichen Sendungen (2.2) und auf die Ordnung im Heilsgeheimnis (2.3). 2.1 Die Ordnung der Ausgänge in Gott Die Existenz Gottes ist für den menschlichen Verstand, der seinen alleinigen natürlichen Kräften überlassen ist, erfaßbar; dagegen ist die Existenz von drei gleichen und verschiedenen Personen in Gott ein übernatürliches Geheimnis, das Bestandteil der Offenbarung durch Christus ist, um von den Menschen erkannt zu werden. Die Offenbarung der Dreifaltigkeit im Neuen Testament erstreckt sich sowohl auf das Bestehen dieses Geheimnisses wie auch auf seine Natur. Die Tatsache, daß der Heilige Geist vom Vater und vom Sohn ausgeht, ist Bestandteil dieser Offenbarung und wird im Neuen Testament auf verschiedene Arten bezeugt. In seinem Evangelium berichtet der hl. Johannes die Rede nach dem Abendmahl, in der Christus herausstellt, daß der Heilige Geist alles vom Sohn empfängt 6. An anderer Stelle offenbart der göttliche Heiland, daß er es ist, der Sohn, der den Heiligen Geist sendet 7. Wenn es wahr ist, daß der Geist vom Vater verheißen worden ist 8, so kommt es doch dem Sohne zu, ihn seinen Aposteln am Abend seiner Auferstehung einzuhauchen 9. In der Tat: Alles, was der Vater besitzt, gehört auch dem Sohn 10 ; deshalb wird der Geist Christi oft identifiziert mit dem Geist des Vaters 11. Der Heilige Geist ist ganz gewiß der Geist des Sohnes 12 ; dieser ist der Weg, die Wahrheit und das Leben 13 und sendet den Geist der Wahrheit 14, der auch der Geist des Lebens ist 15. Läßt die Heilige Schrift keinen Zweifel am Ausgang des Heiligen Geistes vom Vater und vom Sohn, so ist die Vätertradition genauso klar. Wir ver- 6 Joh 16, Joh 15, 26; 16, 7. 8 Joh 14, Joh 20, Joh 16, 15; 1 Joh 4, Vgl. Joh 15, 26, wo zweimal mit wenigen Worten die Sendung des Heiligen Geistes dem Vater und dem Sohn geschrieben wird. Dasselbe findet sich in Rom Gal 4, 6; Apg 16, Joh 14, Joh 15, Röm 8, 2. 5

6 weisen hier auf Contra errores Graecorum 16, wo der hl. Thomas von Aquin eine Fülle von Väterzeugnissen anführt. Diese Angaben der Schrift und der Tradition wurden zusammenfassend in den beständigen Akten des Lehramtes der Kirche vorgetragen. Das römische Konzil des Jahres 382 legt klar dar: Der Heilige Geist ist nicht nur der Geist des Vaters oder allein jener des Sohnes, sondern er ist der Geist des Vaters und des Sohnes 17. Ein wenig später, zwischen 430 und 500, präzisiert das sogenannte Symbolum des hl. Athanasius: Der Heilige Geist geht vom Vater und vom Sohn aus, er ist nicht gemacht, nicht geschaffen, nicht gezeugt, sondern hervorgehend 18. Am Ende des 8. Jahrhunderts widmet sich das XI. Konzil von Toledo lange den Beziehungen zwischen dem Heiligen Geist und den zwei anderen göttlichen Personen, Beziehungen, die es beschreibt mit den Worten des Hervorgehens vom Vater und vom Sohn 19. Zur Stunde, da die Glocke des Schismas des Orients läutet, bestätigt der hl. Papst Leo IX. diese Wahrheit 20. Zahlreich sind in der Folge die lehramtlichen Dokumente, welche diese geoffenbarte Wahrheit herausstellen, besonders bei der Rückkehr der östlichen Schismatiker zur katholischen Einheit Die Ordnung bei den göttlichen Sendungen Kein Katholik kann daran zweifeln, daß der Heilige Geist vom Vater und vom Sohne ausgeht. Wo ein Zweifel entstehen mag, ist in der Frage, ob diese Ordnung der Ausgänge in Gott notwendigerweise ihre Anwendungen im Heilswerk finden müssen. Um auf diese Frage zu antworten, wollen wir zunächst einen Blick auf die Sendungen der göttlichen Personen werfen. Was versteht man unter göttlicher Sendung? Die göttlichen Sendungen sind Ergüsse der göttlichen Personen in die geschaffene Ordnung hinein, um dort das Heilswerk zu vollbringen. Zahlreiche Stellen des Neuen Testa- 16 Pars altera, c. 4-26, Nr Römisches Konzil, Dekret des Papstes Damasus, 382 (D.S. 178). 18 Symbolum des hl. Athanasius, (D.S. 75). 19 XI. Konzil von Toledo, Symbolum, 675 (D.S. 527). 20 Hl. Leo IX., Brief Congratulamur vehementer an den Patriarchen Petrus von Antiochien, 1053 (D.S. 682). 21 IV. Laterankonzil, 1215 (D.S. 800); II. Konzil von Lyon, Konstitution De summa Trinitate et fide catholica, 1274 (D.S. 850); II. Konzil von Lyon, Glaubensbekenntnis des Michael Paleologus, 1274 (D.S. 853); Konzil von Florenz, Dekret für die Griechen, 1439 (D.S ); Konzil von Florenz, Dekret für die Jakobiten, 1442 (D.S ); Paul IV., Tridentinisches Glaubensbekenntnis (D.S. 1862); Gregor XIII., Dekret für die Griechisch-Russische Kirche, 1575 (D.S. 1986). 6

7 mentes beschreiben uns den Anteil der göttlichen Personen am Heilswerk mit dem Wort der Sendung: So sind sowohl der Sohn 22 als auch der Heilige Geist 23 gesandt. Diese Sendungen der göttlichen Personen sind entweder sichtbar oder unsichtbar. Es gibt nur eine einzige sichtbare Sendung des Sohnes, die Menschwerdung, während beim Heiligen Geist von einer vierfachen sichtbaren Sendung die Rede ist: bei der Taufe Christi, bei seiner Verklärung, am Abend der Auferstehung und an Pfingsten. Was die unsichtbaren Missionen der göttlichen Personen in den Seelen betrifft, so betreffen sie zugleich den Sohn als auch den Heiligen Geist und verwirklichen sich jedesmal, wenn die heiligmachende Gnade einen neuen Modus der Gegenwart in einer Seele annimmt. Wir können an dieser Stelle nicht in allen Einzelheiten darlegen, was die Theologie uns über die göttlichen Sendungen sagen kann 24. Konzentrieren wir uns auf einen einzigen Punkt, nämlich auf die Ordnung, die zwischen der Sendung des Sohnes in Bezug auf jene des Heiligen Geistes besteht. Nun zeigt der hl. Thomas von Aquin, daß die Sendungen des Heiligen Geistes immer jenen des Sohnes folgen und niemals ihnen vorausgehen, denn jede göttliche Sendung setzt voraus, daß die gesandte Person ewig aus einer anderen Person hervorgeht und daß sie durch diese gesandt wird 25. Wäre es denkbar, daß der Heilige Geist Gegenstand einer sichtbaren Sendung vor der Menschwerdung wäre, das heißt vor der einzigen sichtbaren Sendung des göttlichen Wortes? Nein, antwortet der hl. Thomas. Gewiß, da der Heilige Geist als Liebe hervorgeht, ist es ihm eigen, die Gabe der Heiligung zu sein, aber es ist dem Sohn als Prinzip des Heiligen Geistes eigen, der Urheber dieser Heiligung zu sein 26. Es war in der Tat angemessen, fährt der hl. Thomas fort, daß die sichtbare Mission Christi jener des Heiligen Geistes vorausgeht; denn der Heilige Geist offenbart den Sohn, wie der Sohn den Vater offenbart 27. An anderer Stelle fragt sich der hl. Thomas über die Ordnung, die zwischen der Gnade der hypostatischen Union und der habituellen oder heiligma- 22 Joh 3, 17; 5, 23, 37; 6, 29, 39, 57; 8, 16, 42; 13, 44-45, 49; Gal 4, Joh 7, 39; 14, 16-17, 26; 16, 7, 13-14; Gal 4, Jene, die an dieser Frage interessiert sind, mögen sich mit der Studie befassen, die wir über die göttlichen Sendungen im Werk des hl. Thomas von Aquin gemacht haben und die in Le Sel de la Terre erscheinen sollen. 25 I, q. 43, a. 1, c; In 1 Sent., dist. 15, q. 1, ad 3; q. 2, a. 1, ad 1; q. 4, a. 2, ad 1; De potentia, q. 10, a. 4, c et ad 14; Super Io. 15, lect. 5, Nr I, q. 43, a. 7, c. 27 I, q. 43, a. 7, ad 6. 7

8 chenden Gnade beim menschgewordenen Wort besteht 28. Da die heiligmachende Gnade der Gnade der hypostatischen Union folgt 29 und da die sichtbare Mission des Heiligen Geistes bei der Taufe am Jordan erfolgt, um sichtbar die Heiligkeit Christi zu offenbaren 30, so folgt logischerweise daraus, daß die sichtbare Mission des Heiligen Geistes der sichtbaren Mission oder Sendung des göttlichen Wortes folgen muß und ihr nicht vorausgeht. Kurzum: Gemäß der Ordnung der Natur ist die Mission des Sohnes der Mission des Heiligen Geistes vorausgehend, wie in dieser Ordnung der Geist vom Sohn ausgeht und die Liebe von der Weisheit 31. Gehen wir nun über von der Ordnung der sichtbaren Sendungen zur Ordnung der unsichtbaren Sendungen der göttlichen Personen, so gelangen wir zur selben Folgerung. Obwohl die unsichtbaren Sendungen der göttlichen Personen untrennbar miteinander verbunden sind, so vollziehen sie sich doch gemäß einer gewissen Ordnung, bei der die unsichtbare Sendung des Sohnes stets jener des Heiligen Geistes vorausgeht. Der hl. Thomas untersucht diese Frage in seinem Sentenzenkommentar des Petrus Lombardus 32. Nachdem der Aquitane die konstitutiven Prinzipien jeglicher göttlichen Sendung uns ins Gedächtnis gerufen hat der ewige Ausgang und die neue Daseinsweise, untersucht er die aufgeworfene Frage unter diesem doppelten Gesichtspunkt. Beim ewigen Hervorgehen, so stellt er fest, setzt die Sendung des Heiligen Geistes jene des Sohnes gemäß einer Naturordnung voraus 33. Handelt es sich um die unsichtbaren Sendungen in der Seele, so stellt er fest, daß die Weisheit die dem Sohne zugeeignet wird auf natürliche Weise der Liebe vorausgeht, die dem Heiligen Geist zugeeignet wird 34. In seinen Kommentaren zur Exegese über die inspirierten Texte, bei denen auf die Beziehungen zwischen der unsichtbaren Mission des Heiligen Geistes und der unsichtbaren Mission des Sohnes angespielt wird 35, kommt der hl. Thomas zur selben Folgerung: Die unsichtbare Mission des Sohnes geht jener des Heiligen Geistes voraus. 28 III, q. 7, a. 13, c. 29 Ibid. 30 I, q. 43, a. 7, ad 6; Super Io. 20, lect. 4, Nr III, q. 7, a. 13, c. 32 In 1 Sent., dist. 15, q. 4, a. 2, ad Ibid. 34 Ibid. 35 Super Io., 14, lect. 6, Nr et 1960; Super Io. 15, lect. 5, Nr. 2062; Super 1 Cor. 2, lect. 2, Nr

9 2.3 Die Heilsordnung Wir haben soeben ins Licht gerückt, daß in Gott und in den göttlichen Sendungen, sowohl den sichtbaren wie den unsichtbaren, eine gewisse Ordnung besteht: Der Vater zeugt den Sohn, der Heilige Geist geht aus dem Vater und dem Sohn hervor; der Vater sendet den Sohn, der Vater und der Sohn senden den Heiligen Geist. Es ist nunmehr angemessen zu zeigen, wie diese ewige Ordnung, die sich durch die göttlichen Sendungen in die Zeit hinein ergossen hat, ihren notwendigen Niederschlag findet in der Gesamtheit des Heilswerkes. Um dies herauszustellen, gehen wir kurz die Rechtfertigung des Sünders (2.3.1), das Entstehen der göttlichen Tugenden (2.3.2), den Taufritus (2.3.3), die Einteilung in den Katechismen (2.3.4), die Berufung des hl. Petrus (2.3.5), die drei Gewalten in der Kirche (2.3.6), die Einheit der Kirche (2.3.7), die Beziehung zwischen der Sünde des Unglaubens und der Sünde des Schismas (2.3.8), das Ordinarium der heiligen Messe (2.3.9) und die Charismen (2.3.10) durch Die Rechtfertigung des Sünders In der 6. Sitzung, da das Konzil von Trient von der Rechtfertigung spricht und im einzelnen die verschiedenen Schritte des Übergangs von der Sünde zur Gerechtigkeit darstellt, beginnt es damit, den Glauben an die erste Stelle zu setzen: Vorbereitet aber werden sie zu dieser Gerechtigkeit [Kan. 7 und 9], indem sie, durch die göttliche Gnade erweckt und unterstützt, den Glauben aufgrund des Hörens [vgl. Röm 10, 17] annehmen und sich Gott aus freien Stücken zuwenden, glaubend, daß wahr ist, was von Gott geoffenbart und verheißen ist [Kan ], und vor allem dies, daß der Gottlose von Gott durch seine Gnade gerechtfertigt wird, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist [Röm 3, 24] Bevor der Sünder zur Furcht, zur Hoffnung, zur anfänglichen Liebe Gottes und zur Reue gelangt, beginnt er zunächst, dem Glauben an die geoffenbarten Wahrheiten anzuhangen, in besonderer Weise an die Notwendigkeit der Gnade, um gerechtfertigt zu werden. 36 Konzil von Trient, Dekret über die Rechtfertigung, 1547, c. 5 (D.S. 1526). 9

10 Das Entstehen der göttlichen Tugenden Der hl. Thomas zeigt in seinen Betrachtungen über das Entstehen und das Verschwinden der göttlichen Tugenden, daß der Glaube logisch die erste der göttlichen Tugenden ist und daß ohne ihn weder die Hoffnung, noch die Liebe bestehen könnten. Die Hinordnung des Menschen auf die übernatürliche Seligkeit besteht zuerst darin, seinen Verstand durch die Tugend des Glaubens, der seinerseits die geoffenbarten Wahrheiten annimmt, zu erheben, bevor die Hoffnung und die Liebe den Willen vervollkommnen und ihn auf die Ebene des übernatürlichen Handelns erheben 37. Selbst wenn die göttlichen Tugenden gleichzeitig der Seele des Täuflings eingegossen werden, so fordert doch die Ordnung des Hervorbringens, daß der Glaube der Hoffnung und diese der Liebe vorausgeht 38. Warum ist es so? Weil eine affektive Bewegung nur dann auf eine Sache hinstreben kann, um sie zu erhoffen oder zu lieben, wenn sie durch den Sinn oder den Verstand erfaßt wird. Nun ist es aber genau durch den Glauben, daß der Geist das begreift, was er erhofft oder was er liebt 39. In einer Bewegung, die vom weniger Vollkommenen zum Vollkommeneren übergeht, bringt der Glaube die Hoffnung und die Hoffnung die Liebe hervor insofern, daß das eine jeweils die Vorbereitung des anderen ist Der Taufritus Wenn der Priester den Katechumenen am Eingang der Kirche empfängt, stellt er ihm diese erste Frage: Was verlangst du von der Kirche Gottes?, worauf der Neophyt antwortet: Den Glauben. Im Augenblick, da der Katechumene in die Kirche durch den Priester eingeführt wird, dieser ihm das Ende der Stola auf das Haupt legt und ihn so ins Innere hineinzieht, fordert er ihn auf, das Credo zu beten. Dadurch bekennt der Katechumene öffentlich, daß nicht er sich der Kirche aufdrängt und ihr die Bedingungen diktiert. Im Gegenteil: Es ist die Kirche, die ihn in ihren Schoß zieht und die ihm die Bedingungen vor Augen führt, um ein Kind Gottes und ein Kind der Kirche zu werden. Und die erste dieser Bedingungen ist der Glaube, dessen Inhalt im Credo zusammengefaßt ist. 37 I-II, q. 62, a 3, c; q. 65, a. 5, ad I-II, q. 62, a. 4, c. 39 Ibid. 40 I-II, q. 66, a. 6, ad 3. 10

11 Schließlich wird der Katechumene unmittelbar vor Empfang der Taufgnade noch einmal vom Priester über seinen Glauben befragt: Glaubst du an Gott, den Vater...? Glaubst du an Gott, den Sohn...? Glaubst du an Gott, den Heiligen Geist...?. Gewiß beschränkt sich das christliche Leben nicht allein auf die Tugend des Glaubens. Es findet vielmehr seinen krönenden Abschluß in der Liebe, die in der Ewigkeit fortdauert, wenn Glaube und Hoffnung verschwinden (vgl. 1 Kor 13, 13); aber der Glaube ist eben doch die Wurzel der Rechtfertigung 41 und die erste Tugend des Getauften Die Aufteilung in den Katechismen Der Primat des Glaubens gemäß dem Hervorbringen des übernatürlichen Lebens findet seine Anwendung in der Aufteilung der Katechismen. In der Tat, sagt der hl. Thomas, sind dem Menschen drei Dinge notwendig für sein Heil: das Wissen um die Dinge, die zu glauben sind, das Wissen um die Dinge, die man erhofft und das Wissen um die Dinge, die zu tun sind. Das erste Wissen wird im Symbolum, im Glaubensbekenntnis, gelehrt, das das Wissen um die Glaubensartikel vermittelt, das zweite im Gebet des Herrn und das dritte im Gesetz 42. Von seiner Einführung an rechtfertigt der Katechismus des Konzils von Trient die Einteilung, welcher er folgt: Unsere Vorfahren haben so sehr weislich den ganzen Kern und Inhalt der Heilslehre in folgende vier Hauptstücke gebracht und eingeteilt: das Apostolische Glaubensbekenntnis, die Sakramente, die zehn Gebote, das Gebet des Herrn. (...) Daraus folgt, daß nach Erläuterung dieser vier, gleichsam allgemeinen Hauptstücke der Heiligen Schrift fast nichts mehr zum Verständnis dessen, was ein Christ lernen muß, vermißt werden kann 43. Jeder katholische Katechismus muß also dieser Einteilung folgen, die dem entspricht, was der Christ am Tag seiner Taufe empfangen hat, nämlich die Gnade und die drei göttlichen Tugenden. Gewiß kann die Ordnung der Darlegung zwischen den verschiedenen Teilen leicht unterschiedlich sein 44, 41 Konzil von Trient, Dekret über die Rechtfertigung, 1547, c. 8 (D.S. 1532). 42 St. Thomas von Aquin, In duo praecepta caritatis et in decem legis praecepta expositio, prol., Nr Catechismus Romanus, Einleitung, S. 11f. 44 Der Katechismus des Konzils von Trient legt das Apostolische Glaubensbekenntnis dar (I), die Sakramente (II), die Gebote (III) und das Gebet des Herrn (IV). Der große Katechismus des hl. Pius X. legt das Symbolum der Apostel dar (I), das Gebet (II), die Gebote 11

12 doch wie dem auch sei, die Erklärung des Credos nimmt immer den ersten Platz ein Die Erwählung des hl. Petrus Wenn es darum geht, den Primat des hl. Petrus, den er hinsichtlich der anderen Apostel empfangen hat, ins Licht zu rücken, bemerken die Apologeten zu allererst, daß der hl. Petrus stets an der Spitze der Apostellisten steht, die man in der Heiligen Schrift findet 45. Gewiß wurde Petrus von Christus als Haupt der Kirche berufen. Aber ist dies der einzige Grund seines Primates? Wäre es, da die Liebe die größte Tugend ist, nicht angemessener gewesen, den hl. Johannes, den Jünger, den Jesus liebte (Joh 13, 23; 19, 16; 21, 7, 20), zum Haupt der Kirche aufzustellen und ihn an erster Stelle in den Apostellisten zu nennen? 46 Der hl. Gregor von Nazianz hat auf diesen Einwand schon vor langer Zeit geantwortet: Ihr seht, wie unter den Jüngern Christi, zumindest unter denjenigen, die die hauptsächlichen und die herausragendsten sind, derjenige, dem der Name Petrus zugelegt wird, die Aufgabe empfängt, die Kirche durch sein Glaubensbekenntnis zu stützen, während es dieser andere ist, der mehr geliebt wird und der an der Brust Jesu ruht. 47 So ist die Wahl des hl. Petrus als Eckstein der Kirche diese Erwählung findet ein Echo in den Apostellisten, die die Heilige Schrift liefert vollkommen angemessen aufgrund der besonderen Mission, die Brüder im Glauben zu stärken. Wenn der hl. Petrus den Primat in der Kirche innehat, dann, weil der Herr ihn erwählt hat und weil er ihm als erste Sendung anvertraut hat, den Glauben zu verteidigen 48, was das I. Vatikanische Konzil in seiner Konstitution Pastor aeternus bestätigt 49. Gottes und der Kirche (III), die Sakramente (IV), die hauptsächlichen Tugenden und die anderen Dinge, die ein Christ wissen muß (V). 45 Lk 6, 14; Mt 10, 2; Mk 3, Pius XII., Enzyklika Mystici Corporis, 29. Juni 1943 (Heilslehre der Kirche, Nr. 807 und 812). 47 Hl. Gregor von Nazianz, Rede 32 über die einzuhaltende Zurückhaltung bei Kontroversen, Nr. 18 in P.G. 36, Hl. Hormidas, Glaubensbekenntnis, 515 (D.S. 363). 49 I. Vatikanisches Konzil, Konstitution Pastor aeternus, 18. Juli 1870, c. 4 (D.S. 3071). 12

13 2.3.6 Die drei Gewalten in der Kirche Dieser auf Petrus gegründeten Kirche hat Christus am Tag seiner Himmelfahrt eine dreifache Sendung anvertraut 50 : Geht hinaus, lehret alle Völker, taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe (Mt 28, 19-20). Die erste Mission der Kirche und der Apostel ist demnach das Predigen der Glaubenswahrheiten allen Nationen. Dieser Primat des Glaubens in der Heilsordnung wird bestätigt durch Christus selbst, da er spricht: Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden (Mk 16, 16). Die Belehrung der Seelen durch die übernatürlichen Wahrheiten vollzieht sich indes nicht ohne Schwierigkeiten. Deshalb stattet Christus seine Kirche mit einem besonderen Beistand des Heiligen Geistes dahingehend aus (Joh 14, 16-17; 16, 7-13). Indem Christus den Paraklet als Geist der Wahrheit bezeichnet, zeigt er sehr klar die Verbindung, die zwischen der Mission des Heiligen Geistes und seiner eigenen besteht. Der Heilige Geist wird nicht aus sich selbst heraus sprechen, sondern in der Fortsetzung des Evangeliums Jesu Christi 51. Die Überzeugung, daß die Predigt der Glaubensgeheimnisse von erstrangiger Bedeutung im Apostolat der Kirche ist, wird auch vom hl. Paulus mit den kurzen, aber schlagenden Worten ausgesagt: Ich bin nicht dazu gesandt worden, zu taufen, sondern zu predigen (1 Kor 1, 17). Der Heidenapostel, der selbst mehrmals die Gelegenheit zum Taufen hatte 52, wollte auf diese Weise die Korinther an die Ordnung im Apostolat erinnern. 50 Und überdies erteilte er [Jesus Christus] seinen Aposteln und deren Nachfolgern eine dreifache Gewalt: zu lehren, zu leiten und die Menschen zur Heiligkeit zu führen. Diese mit besonderen Vorschriften, Rechten und Pflichten ausgestattete Gewalt stellte er als Grundgesetz der ganzen Kirche auf. (Pius XII., Enzyklika Mystici corporis, 29. Juni 1943, Heilslehre der Kirche, Nr. 783). 51 Neque enim Petri successoribus Spiritus Sanctus promissus est, ut eo revelante novam doctrinam patefacerent, sed ut, eo assistente, traditam per Apostolos revelationem seu fidei depositum sancte custodirent et fideliter exponerent. (I. Vatikanisches Konzil, Konstitution Pastor aeternus, 18. Juli 1870, c. 4, D.S. 3070). 52 Apg 18, 8; 1 Kor 1, 14,

14 2.3.7 Die Einheit der Kirche Im Jahre 1896 widmete Papst Leo XIII. eine ganze Enzyklika der Einheit der Kirche. Dieser Kirche hat Christus als Vorbild die Einheit zwischen Vater und Sohn gegeben: Auf daß sie eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir (Joh 17, 21). Aber, so fragt sich Leo XIII., wie verwirklicht sich eine so hohe Einheit? Und er antwortet: Eine derart innige und unbedingte Eintracht muß jedoch die Übereinstimmung der Geister zur Grundlage haben. Alsdann wird von selbst die Eintracht im Willen und die Gleichförmigkeit im Handeln zustande kommen. Deshalb verlangte er gemäß seinem göttlichen Ratschluß in seiner Kirche die Einheit des Glaubens. Diese Tugend ist nämlich das erste Band zwischen uns und Gott, weshalb wir auch den Namen Gläubige tragen 53. Es ist also logisch, wenn das Heilige Offizium in seiner Instruktion De motione oecumenica vom 20. Dezember 1949 herausstellt, daß außerhalb der Wahrheit es nie eine wahre Einheit 54 unter den Christen geben könne. Leo XIII. ist sich bewußt, daß die Einheit des Glaubens für sich allein nicht genügt, um das Heil der Gläubigen sicherzustellen. Darum zeigt er mit Sorgfalt in der Folge des Textes, daß es sich dabei nur um die erste und unabdingbare Grundlage für die Einheit des Gottesdienstes und der Disziplin handelt, die allein den inneren Menschen vollkommen macht Die Beziehung zwischen der Sünde des Unglaubens und der Sünde des Schismas Der hl. Thomas zeigt in der Summa Theologica, wo er die Sünden gegen die Einheit des Glaubens mit jenen gegen die kirchliche Einheit vergleicht, daß die ersteren schwerwiegender sind als die zweiten: Es ist klar, daß der Unglaube eine Sünde gegen Gott selbst ist, insofern er in sich selbst die erste Wahrheit ist, auf die sich der Glaube stützt. Das Schisma dagegen widerspricht der Einheit der Kirche, das ein an Gott teilnehmendes Gut und geringer als Gott in sich selbst ist. Es ist also offenkundig, daß die Sünde des Unglaubens in ihrer Art schwerwiegender ist als die Sünde des Schismas Leo XIII., Enzyklika Satis cognitum, 29. Juni 1896 (Heilslehre der Kirche, Nr. 617). 54 Heiliges Offizium, Instruktion De motione oecumenica, 20. Dezember Leo XIII., Enzyklika Satis cognitum, 29. Juni 1896 (Heilslehre der Kirche, Nr. 634). 56 II-II, q. 39, a. 2, c. 14

15 In der Tat ist das Gut der Einheit der Kirche, dem sich das Schisma entgegenstellt, geringer als das Gut der göttlichen Wahrheit, der sich der Unglaube widersetzt Das Ordinarium der Messe Werfen wir einen raschen, aber aufmerksamen Blick auf das Ordinarium der überlieferten heiligen Messe. Der Gläubige kann nur erstaunt sein von der Tatsache, daß man mit Ausnahme des Gebetes bei der Beräucherung des Altares während des Offertoriums der gesungenen Messe 58 dort keine Erwähnung der Gottes- oder Nächstenliebe findet. Im Gegensatz dazu sind es der Hinweise auf den Glauben unzählige. Heben wir einige heraus. Das Ordinarium der Messe ist schon als solches ein unzweideutiges Bekenntnis des Glaubens an die Dreiheit der göttlichen Personen und an die Mittlerschaft Jesu Christi, der Kirche und der Heiligen (in besonderer Weise der Allerseligsten Jungfrau Maria). Auf die Ankündigung der Geheimnisse Gottes während der Katechumenenmesse ist der Gläubige aufgefordert, durch einen Glaubensakt zu antworten, der allein imstande ist, aus ihm ein Kind Gottes zu machen. Der Gipfel des wahren Kultes, der dem wahren Gott dargebracht wird, ist das Opfer Christi, das auf dem Altar erneuert wird, dieses Opfers, das als ein Geheimnis des Glaubens bezeichnet wird - mysterium fidei. Die Gläubigen werden aufgefordert, sich diesem Opfer zu einen, um daraus die heilsamen Früchte zu empfangen trotz ihrer Sünden, und indem sie sich dem Glauben der Kirche anvertrauen. Deshalb wendet sich das Gebet der Kirche stets zunächst den Gläubigen zu, das heißt denjenigen, die den Glauben haben Die Charismen Schließen wir mit den Charismen. Auch auf diesem Gebiet ist der Primat des Verstandes über den Willen und des göttlichen Wortes über den Geist offenkundig. Wir wiederholen hier nicht die Texte, die schon erwähnt wurden, in denen Christus seinen Aposteln den Beistand des Geistes der Wahrheit verspricht. Dagegen beziehen wir uns auf den Apostel der Liebe, 57 II-II, q. 39, a. 2, ad Accendat in nobis Dominus ignem sui amoris, et flammam aeternae caritatis. 15

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