Vielversprechende Entwicklung der Finanzmärkte sollte Wirtschaftswachstum langfristig stützen

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Vielversprechende Entwicklung der Finanzmärkte sollte Wirtschaftswachstum langfristig stützen"

Transkript

1 Themen international Aktuelle Themen November 27 Der Finanzsektor in Russland Vielversprechende Entwicklung der Finanzmärkte sollte Wirtschaftswachstum langfristig stützen Russland verzeichnet seit knapp einem Jahrzehnt Wachstumsraten von durchschnittlich über 6% p.a. Aufgrund des lebhaften binnenwirtschaftlichen Konsums und der geringen Wahrscheinlichkeit, dass die Ölpreise sinken, ist auch in den nächsten Jahren ein hohes Wachstum zu erwarten. Die Fortsetzung des kräftigen Wachstums stellt eine Herausforderung dar. Russlands Potenzialwachstum liegt wegen struktureller Engpässe unter den gegenwärtigen Raten. Zwar fällt das Humankapital hier positiv ins Gewicht, aber die demografische Entwicklung und die relativ geringe Offenheit der Wirtschaft könnten zu Problemen führen. Die mangelhafte Infrastruktur und ein sich verschlechternder Kapitalstock erfordern zudem in naher Zukunft umfangreiche Investitionen. Darüber hinaus sind institutionelle Reformen und Initiativen zur Diversifizierung der Wirtschaft erforderlich. Autor Evelyn Moser Thorsten Nestmann Editor Maria Laura Lanzeni Publikationsassistenz Bettina Giesel Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland Internet: Fax: DB Research Management Norbert Walter Ein besser entwickeltes und effizienteres Finanzsystem kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Es würde die Kapitalallokation verbessern und so das Wachstum stützen. Auch die relativ geringe Investitionsquote in Russland könnte gesteigert werden. Der Finanzsektor finanziert derzeit nur rund 17% aller Investitionen. Es besteht also noch Spielraum für eine Erhöhung der Investitionsfinanzierung insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen. Russlands Finanzsystem ist schnell gewachsen. Die Unternehmen greifen bei ihrer Finanzierung zunehmend auf die in- und ausländischen Aktien- und Rentenmärkte zurück, zudem steigt mit dem Einkommen der Verbraucher auch die Nachfrage nach Finanzdienstleistungen. Russlands Bankensektor entwickelt sich rasch, und ein Aufholprozess ist in vollem Gange. Wichtige Reformprojekte für den Finanzsektor wurden bereits verabschiedet. Die zentrale Herausforderung besteht nun darin, diese Reformen auch umzusetzen und Fortschritte in Bereichen wie der Konsolidierung des Bankensektors, der Diversifizierung der Anlegerbasis und des Risikomanagements zu erzielen. Russlands Finanzmarkt ist noch relativ klein % des BIP, Ende 26 Mexiko Polen Türkei Russland Indien China Brasilien Thailand Südafrika Südkorea Deutschland Ausstehende Anleihen Bankenkreditvergabe an den privaten Sektor Aktienmarktkapitalisierung Quellen: BISZ Bloomberg, Cbonds, IWF, DB Research

2 Aktuelle Themen 42 Kräftiges Wirtschaftswachstum BIP-Wachstum, % gg. Vj USA Japan Deutschland China Großbritannien Frankreich Italien Spanien Kanada Brasilien Russland Indien Südkorea Mexiko Australien Quelle: DB Research Russland ist die elftgrößte Volkswirtschaft weltweit Mrd. USD, Prognose für Quelle: IWF WEO Wirtschaftswachstum vorwiegend vom Konsum getragen Wachstumsbeitrag in %* P Privater Konsum 6,7 6,2 8,1 Staatsverbrauch,3,5,8 Bruttoinvestitionen 1,6 2,7 3,5 Lagerbestände,,2,1 Exporte 3,2 3,6 3,5 Importe -6,4-8,9-1,3 BIP-Wachstum 6,4 6,7 6,7 *Zahlen ergeben aufgrund statistischer Rundungen nicht genau 1% Quellen: Rosstat, DB Research Einführung Dank hoher Rohstoffpreise konnte Russland seit 1999 ein BIP- Wachstum von rund 6% p.a. verzeichnen (Grafik 1). Mit einem für 27 auf 1 Bill. USD geschätztem BIP ist Russland inzwischen die elftgrößte Volkswirtschaft der Welt (Grafik 2). Das BIP pro Kopf (in USD) hat sich seit 23 mehr als verdoppelt und belief sich 26 auf USD 6.9. Als eine Hauptstütze des Wirtschaftswachstums erwies sich der Konsum (Grafik 3), der wiederum von steigenden Reallöhnen in Folge des Ölpreisbooms angetrieben wurde. Auch die Exporte sind real deutlich angestiegen, wenn auch in geringerem Maße als die Importe. Darüber hinaus haben die Investitionen im vergangenen Jahr einen wesentlich höheren Beitrag zum BIP- Wachstum geleistet als in den Perioden zuvor. Für ein dauerhaft tragfähiges Wachstum ist jedoch eine Steigerung der Investitionen erforderlich. Dies gilt vor allem wegen der mangelhaften Infrastruktur sowie des alternden Kapitalstocks. Die russische Regierung ist sich dessen bewußt und hat eine Reihe staatlich finanzierter Projekte zur Investitionssteigerung angestoßen mit ersten Erfolgen: Seit Mitte 26 wächst das Investitionsvolumen. Hinsichtlich weiterer Stützen eines langfristigen Wachstums 1 ist das Bild in Russland uneinheitlich: Ein positiver Faktor ist sicherlich das hohe Bildungsniveau der Bevölkerung. Die Bevölkerung wird jedoch weiter schrumpfen, wovon wiederum eine wachstumshemmende Wirkung zu erwarten ist. Auch die Handelsoffenheit als zentraler Wachstumsfaktor ist in Russland nicht besonders hoch. Zudem dürfte Russlands institutionelle Schwäche das Wachstum dämpfen, wenn in diesem Bereich keine Reformen zustande kommen. Die Entwicklung des russischen Finanzsektors dürfte die langfristigen Perspektiven des Landes verbessern. Wie in verschiedenen empirischen Arbeiten nachgewiesen, verbessern entwickelte und effiziente Finanzsysteme die Kapitalallokation und stützen so das Wachstum. 2 In Russland werden derzeit lediglich 17% der Investitionen durch Aktien- oder Anleiheemissionen oder über Kredite finanziert. 3 Den Großteil ihrer Investitionen bestreiten die Unternehmen aus einbehaltenen Gewinnen und Mitteln der Zentralregierung bzw. der Regionen. Spielraum für die Finanzmärkte bei der Bereitstellung von Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionsvorhaben besteht in Russland damit mehr als genug. Ein besser entwickeltes Finanzsystem könnte darüber hinaus dazu beitragen, das Potenzial kleiner und mittlerer Unternehmen zu nutzen, denen es in der Regel an Eigenmitteln zur Finanzierung von Investitionen mangelt. Zudem könnte ein effizienteres Finanzsystem die Diversifizierung der russischen Wirtschaft fördern, indem es die Möglichkeit schafft, die Anlage von Ersparnissen nicht nur auf einen Sektor zu konzentrieren (z.b. Energie), sondern über verschiedene Sektoren zu diversifizieren. 4 Das Ziel der vorliegenden Studie besteht darin, den russischen Finanzmarkt genauer zu beleuchten: sowohl die aktuelle Lage als auch seine Rolle im Rahmen der langfristigen Entwicklungsperspektiven der russischen Wirtschaft. Hierzu stellen wir zunächst die lang Vgl. Bergheim (25). Vgl. z.b. Levine (25), Demirgüc-Kunt (26) und EBRD (26). Daten von Rosstat. Vgl. OECD (24, S. 218) November 27

3 Der Finanzsektor in Russland fristigen Wachstumsfaktoren für Russland dar und legen dann unseren Fokus auf die Bedeutung des Finanzsektors. Im dritten Teil der Studie geben wir einen Überblick über die derzeitigen Entwicklungen auf Russlands Aktien- und Anleihemärkten sowie im Bankensektor. Wie kann Russlands kräftiges Wachstum dauerhaft gestützt werden? Steigender Gesamtbelastungsquotient Verhältnis v. Personen im Alter <15 oder >64 zur Zahl der Pers. im Alter Quelle: Vereinte Nationen,7,65,6,55,5,45,4,35,3 4 Seit knapp einem Jahrzehnt wächst Russlands Wirtschaft um durchschnittlich über 6% pro Jahr, auch in den kommenden beiden Jahren dürfte das Wachstum diesen Wert überschreiten. Diese Entwicklung ist vor allem auf den lebhaften binnenwirtschaftlichen Konsum und die geringe Wahrscheinlichkeit eines spürbaren Ölpreisrückgangs in den nächsten Jahren zurückzuführen. 5 Russlands Potenzialwachstum wird allerdings lediglich auf rund 4-6% p.a. geschätzt 6 ein Indikator dafür, dass diverse Strukturprobleme angegangen werden müssen, um Russlands hohe Wachstumsraten nachhaltig zu machen. Sinkende Bevölkerungszahlen stellen eine ernsthafte Herausforderung dar. Russlands Bevölkerung ist seit 199 um 5 Millionen Menschen geschrumpft und dürfte im kommenden Jahrzehnt um rund ein halbes Prozent p.a. zurückgehen. Diese Tendenz wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit belastend auf das BIP-Wachstum der nächsten Jahre auswirken vor allem aus zwei Gründen: Eine sinkende Zahl an Arbeitskräften führt erstens zu einem Rückgang des Produktionspotenzials; zweitens schwinden die Vorteile, die ein größerer Markt mit sich bringt. 7 Zudem sind (spätestens) ab 21 ernsthafte Auswirkungen der demografischen Veränderung auf das Rentensystem zu erwarten, da immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter für die übrige Gesellschaft sorgen müssen. Aufgrund niedriger Geburtenquoten und hoher Sterberaten schrumpft die Gruppe der Erwerbsfähigen bereits seit dem Jahr 2. Die UN gehen in einer Schätzung von einem weiteren Rückgang um 34% bis 25 aus, wodurch der Gesamtbelastungsquotient von derzeit,41 auf,66 ansteigen dürfte (Grafik 4). 8 Um diese Lücke zu füllen, so schätzen Ökonomen der Weltbank, wäre rund eine Million an Einwanderern pro Jahr erforderlich. Tatsächlich sind jedoch seit dem Jahr 2 durchschnittlich jährlich nur rund 2. Menschen nach Russland eingewandert. 9 Humankapital ist verhältnismäßig reichlich vorhanden, muss jedoch effizienter eingesetzt werden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 konnte das neu gegründete Russland auf eine gut ausgebildete Erwerbsbevölkerung zurückgreifen: Der Anteil der Menschen mit einem Universitätsabschluss liegt mit 21% über dem Durchschnittswert der OECD-Länder (16%) oder demjenigen anderer Schwellenländer (vgl. Grafik 5). 1 Dieses große Reser- 5 Vor dem Hintergrund der weltweit hohen Energienachfrage dürften die Ölpreise hoch bleiben. Vgl. auch den 27 veröffentlichten Bericht der International Energy Agency zum mittelfristigen Ausblick, 6 Vgl. Beck et al. (27), Lissovolik (24). 7 Vgl. Weltbank (25b, S. 18). 8 Der Gesamtbelastungsquotient beschreibt das Verhältnis von abhängigen Personen im Alter von unter 15 oder über 64 Jahren zur Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (d.h ). 9 Vgl. Weltbank (25b, S. 17) und die Zahlen des russischen Statistischen Amts unter 1 Daten von 23. Vgl. OECD (26a, S. 37) und OECD (26, S. 149). 26. November 27 3

4 Aktuelle Themen 42 Russland verfügt über hohes Humankapital % der Bevölk. mit abgeschlossener Universitäts-/Fachhochschulausbild., Russland Mexiko Polen Türkei Brasilien Quelle: OECD Wirtschaft könnte von weiterer Öffnung profitieren DBR-Kennzahl für die Offenheit, 24* Deutschland China Mexiko Südkorea Großbritannien Türkei Thailand Russland Indien Ungarn Polen Brasilien Ukraine Südafrika ,6,6 1,2 *Abweichung vom Durchschnittsland in den 8er Jahren. Quelle: DB Research 6 Institutionen weiterhin schwach Corruption Perceptions Index, 26 Deutschland Ungarn Polen Brasilien 5 5 voir an gut ausgebildeten Arbeitskräften hat Russland jedoch bisher nicht effizient genutzt. Die OECD weist darauf hin, dass ein beträchtliches Ungleichgewicht zwischen relativ hohen Forschungsund Entwicklungsausgaben einerseits und der geringen Innovationstätigkeit (gemessen an Patentanmeldungen und dem Anteil von High-Tech-Exportgütern) andererseits besteht. 11 Zudem sind teilweise dringend benötigte Fähigkeiten nicht vorhanden. Dies zeigt der Mangel an qualifizierten Managern und Geschäftsleuten, der zu einer lebhaften Konkurrenz um Personal in den größeren Städten geführt hat. Ein effizienterer Einsatz des Humankapitals könnte zu einer innovationsbasierten Diversifizierung der Wirtschaft und damit zu einem tragfähigeren Wachstum beitragen. Russland würde von einer weiteren Öffnung seiner Wirtschaft für den Außenhandel profitieren. Seit dem Jahr 2 sind sowohl die Exporte als auch die Importe mit einem durch hohe Energiepreise ausgelösten Konsumboom deutlich gestiegen. Während sich die Exporte um 19% auf USD 34 Mrd. erhöhten, stiegen die Importe sogar um 28% auf USD 128 Mrd. im Jahr 26 an. 12 Trotz dieser beachtlichen Raten ist die Öffnung der russischen Wirtschaft für den Außenhandel im internationalen Vergleich jedoch moderat: Sie liegt nur leicht über dem Durchschnittswert für die von uns untersuchten Länder; Mexiko, Südkorea und die Türkei verfügen über wesentlich offenere Volkswirtschaften (Grafik 6). 13 Somit kann Russlands Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO), der noch für 27 geplant ist, als Meilenstein angesehen werden. 14 Da Russland seinen Handel bisher überwiegend auf Länder beschränkt hat, die nicht der WTO angehören, dürfte sich das Handelsvolumen mit WTO- Mitgliedern empirischen Schätzungen zufolge nach einem Beitritt beträchtlich erhöhen. 15 Zudem dürfte Russlands Wachstum von der WTO-bedingten Liberalisierung des Dienstleistungssektors und bei ausländischen Direktinvestitionen gestützt werden. 16 Institutionelle Schwäche und langsame Fortschritte bei Strukturreformen dämpfen das Wachstum. In rohstoffreichen Ländern wie Russland ist die Rechtssicherheit häufig geringer und Korruption weiter verbreitet als in anderen Ländern. 17 Obwohl sich Transparenz und Unternehmensführung in den vergangenen Jahren etwas verbessert haben und Fortschritte bei der Finanzaufsicht erzielt wurden, sind die staatlichen Institutionen in Russland weiterhin schwach (Grafik 7). Ein vergleichsweise geringes Maß an in- und ausländischen Investitionen ist die Folge. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind eine Reform der öffentlichen Verwaltung und wirtschaftliche Strukturreformen erforderlich, die das Investitionsklima verbessern sowie die Diversifizierung und die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft fördern sollten. Insgesamt hat sich die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft im Jahr 26 im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert; in einer Rangliste von 125 Ländern rutschte Russland vom 53. auf den 62. Platz ab. 18 China Indien Ukraine Russland Quelle: Transparency International 7 11 Vgl. OECD (26, S. 149). 12 Anstieg in % auf der Grundlage der derzeitigen Zahlen in USD. 13 DB Research hat eine eigene Kennzahl für die Handelsöffnung entwickelt, die neben der Größe der Volkswirtschaft auch die Bevölkerungsgröße und die Kaufkraft in einem Land berücksichtigt. Zu weiteren Einzelheiten vgl. Neuhaus (25). 14 Die Verhandlungen wurden bereits 1993 aufgenommen und Russland ist derzeit das größte Nicht-Mitglied. 15 Vgl. Lissovolik und Lissovolik (26). 16 Vgl. Weltbank (25a) und Tarr (26). 17 Vgl. Weltbank (25c, S. 38). 18 Vgl. World Economic Forum (26, S. 31) November 27

5 Der Finanzsektor in Russland Wirtschaft hängt vom Öl- und Gassektor ab* Anteil des Öl- und Gassektors, % BIP China Indien Ausl. Direktinvestitionen Südkorea Kasachstan Ungarn Ukraine Türkei Mexiko Südafrika Polen Russland Brasilien Staatseinnahmen RTS-Index Exporte Geringe Investitionsquote dämpft Wachstumsaussichten Bruttoinvestitionen in % des BIP, *Öl, Ölprodukte und Erdgas. Quelle: Deutsche UFG (26) Quelle: DB Research 9 Die Entwicklung der Energiepreise wird für die Wirtschaft von Bedeutung bleiben. Der Öl- und Gassektor dominiert mit einem Anteil von rund 25% des BIP, 3% der ausländischen Direktinvestitionen, 5% der Aktienmarktkapitalisierung, 5% der Staatseinnahmen und 6% der Exporte die russische Wirtschaft (Grafik 8). 19 Interessanterweise hat sich die direkte Korrelation zwischen den Ölpreisen und dem BIP-Wachstum in den vergangenen Jahren jedoch abgeschwächt. Die Reagibilität des BIP-Wachstums auf eine Ölpreisänderung um einen US-Dollar hat sich von rund,2% im Jahr 2 auf derzeit,6% verringert. 2 Dies dürfte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein: Die Einkünfte des Ölsektors werden hoch besteuert und seit Ende 23 in den Ölstabilisierungsfonds geleitet, was die direkten Effekte auf die Wirtschaft verringert. Darüber hinaus haben die höheren Ölpreise zu einer Aufwertung des realen Wechselkurses geführt, wodurch die Importe beflügelt und so die stimulierende Wirkung der Ölpreisentwicklung für die Binnenwirtschaft wieder gedämpft wurden. 21 Auch wenn die Auswirkungen höherer Ölpreise auf das Wachstum abnehmen, ist davon auszugehen, dass der Energiesektor mittelfristig weiterhin eine dominante Rolle spielt nicht zuletzt, weil es Zeit braucht, bis die Bemühungen um eine Diversifizierung der Wirtschaft Erfolg haben. 22 Eine Anhebung der Investitionsquote ist entscheidend für Russlands Wirtschaftswachstum. Die Investitionen entsprachen 1989 rund einem Drittel des BIP, 26 betrug ihr Anteil nur noch 18% des BIP. 23 Dieses Verhältnis ist im Vergleich zu anderen Schwellenländern relativ gering (Grafik 9). Die Staatsausgaben und der private Konsum dürften zwar auch künftig das Wachstum stützen, neue Investitionen sind jedoch nicht nur erforderlich, um Russland auf einen tragfähigen Wachstumspfad zu bringen, sondern auch, um einen möglichen Überhitzungsdruck unter Kontrolle zu halten. In Folge eines Anstiegs der Kapazitätsauslastung von 6% im Jahr 1999 auf rund 8% im Jahr 26 kommt es zu Kapazitätsengpässen. 24 Darüber hinaus weist der russische Kapitalstock erhebliche Mängel auf; 5% der Kapitalgüter sind seit über 2 Jahren im Einsatz, nur ein geringer Anteil von rund 9% der Ausrüstung ist weniger als 5 Jahre alt. 25 Der Staat hat bereits mehrere Projekte zur Modernisierung und Erhöhung des Kapitalstocks angestoßen. Ausschlaggebend für den Erfolg höherer staatlicher Investitionen ist jedoch zunächst ein verbesserter institutioneller Rahmen, der dafür sorgt, dass öffentliche Gelder nicht verschwendet, sondern effizient eingesetzt werden. Auch die Möglichkeiten des Staates zur Einbindung des privaten Sektors spielen eine Rolle, denn empirische Belege zeigen, dass der private Sektor in der Regel bessere Leistungen d.h. eine höhere Produktivität erbringt als staatliche Unternehmen. 26 Daneben dürfte in Zukunft die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen steigen: 26 flossen mit insg. USD 29 Mrd. bereits doppelt so viele ausländische Direktinvestitionen ins Land wie 25, sie blieben mit einem Anteil von nur 3% des BIP allerdings 19 Vgl. Deutsche UFG (27, S. 12). 2 Vgl. Deutsche UFG (26a, S. 6). 21 Vgl. Beck et al. (27, S. 1), deren Argumentation zufolge die Ölpreisentwicklung das BIP ceteris paribus immer noch mit einem Faktor von rund,2 beeinflusst, wenn in einer ökonometrischen Analyse zusätzliche Effekte, z.b. die Entwicklung des realen Wechselkurses, berücksichtigt werden. 22 Zu den Diversifizierungsaussichten vgl. eine frühere DB Research-Studie zu Russland von Beck und Schularick (23). 23 Vgl. OECD (24, S. 1). 24 Russian Economic Barometer (26). 25 Daten für 24 von Rosstat. 26 Vgl. OECD (26, S. 37). 26. November 27 5

6 Aktuelle Themen 42 dennoch auf einem niedrigen Niveau (im Vergleich zur Türkei, zu Polen oder zu Thailand). Die Rolle des Finanzsektors Finanzsektor spielt geringe Rolle bei Investitionen Anteil an Investitionsfinanzierungen in % Interne Finanzquellen 49,4 45,1 44,3 Staatshaushalt (Zentral- & Regionalregierungen) 2,4 2,7 19,8 Bankkredite 4,4 8,3 8,9 Nicht- Bank-Kredite 4,9 7,4 5,4 Aktienemissionen,1,3 2,2 Anleihenemissionen n.a.,3,1 Sonstige 2,8 17,9 19,4 Quellen: Rosstat, Deutsche UFG 1 Wachstum des Konsums zunehmend durch Verbraucherkredite finanziert* Mrd. USD Gesamthöhe der Säule entspricht dem Konsumwachstum Anstieg der Verbraucherkredite *Unter der Annahme, dass alle Verbraucherkredite in den Konsum fließen. Quellen: IWF, CBR, DB Research Der Finanzsektor spielt einen wichtigen Part in der Aufgabe, Russlands Wachstum zu fördern und auf einen dauerhaft tragfähigen Weg zu bringen. Indem Finanzsysteme allgemein mit fortschreitender Entwicklung die Ressourcenallokation verbessern und die Effizienz der Investitionen steigern, kurbeln sie auch das Wirtschaftswachstum an. 27 Sie verringern die Informations- und Überprüfungskosten und verbessern so die Möglichkeiten Investitionschancen einzuschätzen. Zudem ermöglichen gut entwickelte Finanzsysteme den Handel, das Management und die Diversifizierung von Risiken. Sie erleichtern die Mobilisierung von Ersparnissen, was insbesondere in Russland von Bedeutung ist, wo kaum langfristige Finanzierungsformen existieren. Schließlich wirken sich Finanzsysteme auch auf die Produktivität insgesamt aus, indem sie Transaktionskosten für den Austausch von Gütern und Dienstleistungen verringern. Die Weiterentwicklung des Finanzsystems wirkt sich in finanziell wenig entwickelten Ländern generell stärker auf die Wachstumsaussichten aus als in Industrieländern, weshalb auch in Russland von Fortschritten in diesem Bereich besonders hohe Wachstumsdividenden zu erwarten sind. 28 Bei einem Anstieg der Quote der Finanzintermediation auf ein Niveau, das demjenigen der besten 25% der in einer EBRD-Studie analysierten Länder entspricht, könnte Russlands Wachstumsrate gemäß der Schätzung der EBRD um 1,4 Prozentpunkte höher liegen. Der russische Finanzsektor hat bisher nur einen begrenzten Beitrag zu den Investitionen geleistet. Im Jahr 26 belief sich der Anteil von Krediten, Aktien und Anleihen an der Investitionsfinanzierung insgesamt lediglich auf 16,6% (Grafik 1). Die meisten Investitionen werden weiterhin aus internen Quellen oder Haushaltszuweisungen finanziert. Insbesondere kurze Kreditlaufzeiten dürften einem höherem Beitrag des Bankensektors beim Aufbau des russischen Kapitalstocks im Wege stehen: Ende 26 hatten nur 35% der Unternehmenskredite eine Laufzeit von über 3 Jahren. Einen noch geringeren Finanzierungsbeitrag als der Bankensektor leistet der Aktien- und Anleihenmarkt. Dennoch schnellte der Anteil der über den Aktienmarkt finanzierten Investitionen im vergangenen Jahr von,3% (25) auf 2,2% in die Höhe, was auf die große Zahl von Börsengängen im Jahr 26 zurückzuführen ist. Der Finanzsektor hat den Konsumboom beflügelt. Das kräftige Wachstum der Konsumfinanzierung hat Russlands Konsumboom beschleunigt (Grafik 11): Der Umfang der Verbraucherkredite wuchs von mageren,6% des BIP im Jahr 2 auf 7,6% im Jahr 26 und trug damit in nicht unerheblichem Maße zum starken BIP- Wachstum bei. In diesem Sinne wäre ein weiterer Anstieg der Verbraucherkredite willkommen. Angesichts des Mangels an einem ausgefeilten Risikomanagementsystem birgt ein zu rascher Zuwachs jedoch die Gefahr, die Verletzlichkeit einiger Banken im Hinblick auf die mit der Kreditvergabe verbundenen Risiken in unverantwortlicher Weise zu erhöhen. 27 Vgl. z.b. Levine (25). 28 Vgl. EBRD (26) November 27

7 Der Finanzsektor in Russland Die Entwicklung des Finanzsystems könnte zur Steigerung der Produktivität beitragen. Das Wirtschaftswachstum kann auf einen höheren Einsatz der Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit und/oder einen Anstieg der Gesamtproduktivität (die sogenannte totale Faktorproduktivität, TFP 29 ) zurückgeführt werden. Die Ursachen für eine solche Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität können beispielsweise in höherem Humankapital, größerer Offenheit, stärkerem Wettbewerb oder besserer Unternehmensführung liegen. Im Fall Russlands wird es zunehmend schwieriger, das hohe Produktivitätswachstum fortzusetzen, nicht zuletzt deshalb, weil die Möglichkeiten für eine technische Aufholjagd schwinden. Um so mehr könnte ein weiter entwickeltes Finanzsystem, das die Ressourcenallokation erleichtert und verbessert, eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die zur Produktivität beitragen, könnten ihre Tätigkeiten ausweiten, wenn sie über mehr Finanzierungsmittel verfügten. 3 Aktienmarktkapitalisierung ist deutlich angestiegen % des BIP (rechts) Mrd. USD (links) Quelle: Bloomberg 12 Russischer Aktienmarkt entwickelt sich parallel zu Ölpreisen Urals-Ölpreis, USD pro Barrel (links) RTS-Index (rechts) Quelle: Global Insight 13 Überblick über Russlands Finanzsystem Im folgenden Teil der Studie geben wir einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen auf den russischen Aktien- und Anleihemärkten und im Bankensektor. Aufschwung und zunehmende Diversifizierung am Aktienmarkt Gemessen an internationalen Standards ist Russlands Aktienmarkt weit entwickelt. Die Marktkapitalisierung hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen (Grafik 12), mit 15% des BIP Ende 26 lag sie deutlich höher als beispielsweise in Indien (92%) oder Südkorea (87%). Solche relativ umfangreichen Aktienmärkte sind in den mittel- und osteuropäischen Transformationswirtschaften aufgrund der Privatisierung in den 9er Jahren ein weit verbreitetes Phänomen. In Russland hat die Marktkapitalisierung zusätzlich in besonderem Maße von den hohen Rohstoffpreisen und dem Boom der Binnenwirtschaft in den vergangenen Jahren profitiert. Rohstoffunternehmen dominieren immer noch den Benchmark- Aktienindex RTS. Im RTS-Index, dem 5 Unternehmen angehören und der in US-Dollar denominiert ist, überwiegen weiterhin Rohstoffunternehmen (Grafik 14). Das größte der indexnotierten Unternehmen außerhalb des Energiesektors ist die Sberbank, die größte und in Staatseigentum stehende Sparkasse Russlands. Die liquideste Aktie gemessen an der Umsatzrate stellt der größte russische Stromkonzern Unified Energy System (UES) 31, während das bei weitem höchste durchschnittliche tägliche Handelsvolumen die Aktie von Gazprom mit rund USD 832 Mio. pro Tag verzeichnet. Seit 23 hat der RTS-Index um über 4% zugelegt und sich damit etwa parallel zum Ölpreisanstieg entwickelt (Grafik 13). Trotz gelegentlicher Ölpreisrückgange konnten der Konsumboom und die relativ hohe Liquidität des Marktes noch weitere Kurszuwächse ermöglichen. Seine Widerstandsfähigkeit kann der russische Aktienmarkt 29 Empirische Daten für Russland zeigen, dass das Wachstum in den vergangenen Jahren zu mehr als 5% auf Produktivitätssteigerungen zurückzuführen war. Vgl. z.b. OECD (26), Ahrend (24, 26), Lissovolik (24). 3 Vgl. Haase und Kunze (25, S. 89) und EBRD (26, S. 46). Diese Studien zeigen, dass bis zu 35% der kleinen und mittelständischen Unternehmen in der GUS keinen Zugang zu Bankkrediten haben. 31 Volumen der gehandelten Aktien dividiert durch die reale Marktkapitalisierung. 26. November 27 7

8 Aktuelle Themen 42 während des momentan anstehenden Wahlzyklus unter Beweis stellen. Aktienmarkt: Die wichtigsten Aktien Durchschn. tägl. Handelsvolumen 26 (USD Mio.) Marktkapitalisierung (USD Mio.) Gewicht im RTS-Index (%) Sektor Geringe Liquidität des Aktienmarkts Umsatzquote 25 Polen Brasilien Südafrika Russland Thailand China Indien Deutschland Großbritannien Südkorea Türkei Micex ADRs & GDRs RTS,,4,8 1,2 1,6 Quelle: Weltbank Inländischer Aktienhandel hat an Boden gewonnen Mio. USD Quellen: Russische Zentralbank, Deutsche UFG, DB Research Gazprom , Energie UES ,6 Energie Lukoil , Energie Norilsk Nickel ,4 Grundstoffe Surgufneftegas ,7 Energie Sberbank ,9 Banken MTS ,8 Kommunikation Rostelecom ,9 Kommunikation Vimpelcom Kommunikation Tatneft ,5 Energie Rosneft ,7 Energie Quellen: Deutsche UFG, RTS, DB Research 14 Die Liquidität des russischen Aktienmarkts ist im internationalen Vergleich weiterhin gering (vgl. Grafik 15). Da einzelne Anleger in Folge der Privatisierung in den 9er Jahren umfangreiche strategische Aktienpakete halten, sind die Umsätze am russischen Aktienmarkt begrenzt. Zu den größten Anteilseignern beispielsweise im Energie- oder Bankensektor gehört der russische Staat. Lediglich 3% (USD 3 Mrd.) der Marktkapitalisierung werden tatsächlich frei gehandelt. Ein hoher Anteil russischer Aktien wird weiterhin über Depositor Receipts außerhalb Russlands gehandelt. Für ausländische Investoren sind Depositor Receipts (ADRs und GDRs) ein beliebtes Instrument, um auf dem russischen Markt aktiv zu werden. Obwohl diese Anlageform weiterhin einen beträchtlichen Teil des gesamten Handelsvolumens ausmacht, ging ihr Anteil 26 in Folge der zunehmenden Aktivität inländischer Anleger deutlich zurück (Grafik 16). Die Aktienbörse MICEX ist dabei innerhalb des Landes der wichtigste Handelsplatz für russische Aktien (69%), Transaktionen werden hier grundsätzlich in Rubel abgewickelt. Nur ein kleiner Teil des Handels (3%) findet an der in US-Dollar denominierten RTS- Börse statt. Börsengänge gewinnen an Bedeutung. Angesichts des schwachen Rechtssystems des Landes und der vergleichsweise hohen Finanzierungskosten haben russische Unternehmen in der Vergangenheit kaum auf Börsengänge zurückgegriffen, um zusätzliches Kapital an den in- und ausländischen Kapitalmärkten aufzubringen. Seit der Implementierung des RTS-Handelssystems 1996 wagten bis 25 lediglich 18 Unternehmen den Schritt an die Börse. Dies änderte sich schlagartig im Jahr 25: Bis Jahresende verdreifachte sich das über Börsengänge aufgebrachte Kapitalvolumen im Vergleich zum Vorjahr (Grafik 17). Im Juli 26 fand der bisher größte Börsengang eines russischen Unternehmens statt, der dem Energiekonzern Rosneft an der Londoner Börse über USD 1 Mrd. einbrachte. Und die Aktivität russischer Unternehmen lässt nicht nach zwischen Januar und November 27 wurden 21 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von USD 28 Mrd. abgeschlossen. Die bei November 27

9 Der Finanzsektor in Russland Starker Anstieg bei Börsengängen P Volumen, Mrd. USD (links) Zahl (rechts) Inländische Unternehmensanleihen überholen inländische Staatsanleihen Gesamtvolumen, USD Mrd Staatsanleihen Unternehmensanleihen Kommunalanleihen Quelle: CBonds,9 1,1,9 1, Staatsanleihen Unternehmensanleihen Kommunalanleihen Quelle: Deutsche UFG Unternehmen dominieren auch am Eurobond-Markt Gesamtvolumen, USD Mrd. Quelle: Cbonds den größten waren die Ausgabe weiterer Aktien durch die Sberbank (USD 8,8 Mrd.) auf dem heimischen Markt im Februar und der Börsengang der Vneshtorgbank (USD 8,2 Mrd.) im Mai. Die Deutsche UFG erwartet bis Ende 27 1 weitere Börsengänge mit einem Gesamtvolumen von USD 5 Mrd. Unified Energy Systems hat bereits angekündigt, bis 211 die Summe von USD 11 Mrd. im Stromsektor investieren zu wollen, wovon rund USD 13,5 Mrd. über den Aktienmarkt finanziert werden sollen. Der Anleihenmarkt ist weiterhin äußerst klein, aber Emissionen der Unternehmen nehmen rasch zu Inländische Anleihen entsprechen lediglich 7% des BIP, Eurobonds kommen auf einen Anteil am BIP von rund 9%, was im internationalen Vergleich sehr wenig ist. Dennoch konnte der russische Anleihenmarkt in den vergangenen Jahren ein eindrucksvolles Wachstum verzeichnen. Das Volumen der ausstehenden Anleihen am inländischen Markt ist seit 23 um 3% gestiegen. Trotz der nur geringen Marktentwicklung gehört die durchschnittliche Laufzeit der Staatsanleihen mit 9 Jahren zu den längsten in den Schwellenländern. Die Laufzeit von Unternehmensanleihen ist dagegen mit durchschnittlich 2,7 Jahren gering. 32 Aufgrund der Haushaltsüberschüsse wurden vergleichsweise wenige Staatsanleihen emittiert. Hohe Rohstoffpreise haben dem russischen Staat (in den vergangenen Jahren) umfangreiche Haushaltsüberschüsse beschert. Der Markt für Staatsanleihen, der früher das größte Segment am Anleihenmarkt war, ist aufgrund dessen in der jüngsten Vergangenheit nur moderat gewachsen oder sogar geschrumpft. Auf dem inländischen Markt nahm das Volumen ausstehender Staatsanleihen um lediglich 2% zu, ihr Anteil am Eurobond-Markt sank um 11%. Dieser Trend spiegelt auch die Strategie der Regierung wider, Auslandsverschuldung durch Inlandsverschuldung zu ersetzen und so das Wechselkurs- und das Roll-Over- Risiko zu verringern. Im Gegensatz zur Entwicklung bei Staatsanleihen ist sowohl das Emissions- als auch das Handelsvolumen bei Unternehmensanleihen stark angestiegen. Das Volumen der ausstehenden Unternehmensanleihen legte allein im vergangenen Jahr etwa vier Mal so stark zu wie das der Staatsanleihen, so dass Unternehmensanleihen in dieser Hinsicht zum ersten Mal in der Geschichte des russischen Finanzmarkts die Staatsanleihen überholten. Ein ähnliches Bild ergibt sich hinsichtlich der Handelsaktivität: 25 lag das durchschnittliche monatliche Handelsvolumen von Staatsanleihen noch über demjenigen von Unternehmensanleihen, 26 kehrte sich dieses Verhältnis jedoch um. (Grafiken 18 und 19) Russische Unternehmen benötigen dringend Kapital. Das Wirtschaftswachstum ist längst nicht mehr nur auf den Energie- und Bergbausektor beschränkt. Auch bei Konsum- und Elektronikgütern sowie im Telekommunikationssektor findet eine Expansion statt. Als Alternative zu Bankkrediten finanzieren sich die Unternehmen zunehmend über die Emission von Anleihen. Um ihren steigenden Kapitalbedarf zu decken, emittieren große Unternehmen wie Gazprom, Lukoil, MTS oder die wichtigsten russischen Banken ihre Anleihen sowohl auf dem einheimischen Markt als auch auf dem Eurobond-Markt. Letzterer ist dabei allerdings nicht allen Unternehmen zugänglich: Aufgrund mangelnder Bonitätsratings und des erforderlichen Mindestemissionsvolumens von USD 1 Mio. auf dem Markt 32 Vgl. Deutsche UFG (26, S. 18). 26. November 27 9

10 Aktuelle Themen 42 Russische Banken halten größte Positionen an Unternehmensanleihen Anteil am Gesamtvolumen, 26 4% 13% 3% Russische Banken Pensionsfonds Ausländische Anleger Investmentfonds 53% Quelle: Deutsche UFG (26) Staatsanleihen werden nur von wenigen Adressen gehalten Anteil am Gesamtvolumen, 26 4% 32% 13% CBR Sberbank Vnesheconombank Sonstige Banken Ausländische Anleger 23% 29% Quelle: Deutsche UFG (26) Verbraucherkredite holen auf Mrd. USD Verbraucherkredite Unternehmenskredite Quelle: Central Bank of Russia für Eurobonds bleibt den meisten mittelständischen Unternehmen 33 nur die Möglichkeit, ihre Papiere in Rubel am einheimischen Markt zu emittieren. 34 Die schmale Anlegerbasis hält die Handelsvolumina auf geringem Niveau. In Russland ansässige Banken hielten im Jahr 26 mehr als zwei Drittel der einheimischen (in Rubel denominierten) Anleihen (Grafiken 2 und 21). Bemerkenswerterweise entfiel darüber hinaus ein wesentlicher Anteil der Unternehmensanleihen auf ausländische Anleger. Die russische Zentralbank (CBR) und die staatlich kontrollierte Sberbank hielten zusammen über 5% der ausstehenden Staatsanleihen (OFZ) (Grafik 21). Die aktuelle Dominanz dieser beiden Banken auf dem Markt für Staatsanleihen dürfte jedoch langfristig keinen Bestand haben: Sowohl die Liberalisierung des Kapitalverkehrs als auch die Abschaffung der Einlagenanforderungen für OFZ-Positionen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft die Investitionstätigkeit ausländischer Anleger fördern. Großes Wachstumspotenzial im Bankensektor Der Aufholprozess des russischen Bankensektors ist in vollem Gange. Das Volumen der Kredite an den privaten Sektor, das mit einem Verhältnis zum BIP von 32% zwar aktuell noch relativ gering ist, hat in den vergangenen Jahren rasch zugenommen, Kredite und Einlagen können jährliche Wachstumsraten von 35 bis 45% verzeichnen. Der sinkende Anteil von Fremdwährungskrediten spiegelt indessen das steigende Vertrauen der Öffentlichkeit in den Rubel wider. Seit dem Jahr 2 ist dieser Anteil bei Unternehmenskrediten von 5% auf 41% und bei Verbraucherkrediten von 29% auf 18% zurückgegangen. Der rasche Anstieg der Rubel-Einlagen, die derzeit 75% der Einlagen ausmachen (im Jahr 2 waren es lediglich 4%), ist ein weiterer Indikator dafür, dass die Russen die Stabilität der eigenen Währung mit Zuversicht beurteilen. Insbesondere im Privatkundengeschäft ist das Wachstumspotenzial hoch. Russlands positive makroökonomische Entwicklung hat zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmensgewinne und der Haushaltseinkommen geführt, wodurch die Nachfrage nach Bankprodukten angekurbelt wurde. Zwar dominieren Unternehmenskredite weiterhin den Markt, die mehr als doppelt so hohen Wachstumraten im Bereich der Verbraucherkredite führten jedoch dazu, dass sich diese Differenz in den vergangenen Jahren deutlich vermindert hat (Grafik 22). Das Hypotheken- und Kreditkartengeschäft ist noch sehr schwach ausgeprägt, bis 215 wird jedoch ein Wachstum auf ein Volumen von rund USD 4 Mrd. bzw. USD 225 Mrd. erwartet (Grafik 23, Seite 11). Während im Geschäftskundenbereich bereits ein lebhafter Wettbewerb mit geringen Margen herrscht, bestehen im Privatkundensegment noch sehr große Wachstums- und Renditepotenziale. Ein Blick auf die Gewinne im Bankensektor macht deutlich, dass mittlerweile auch die Kreditinstitute in den Regionen zunehmend expandieren, wo die anhaltende starke wirtschaftliche Entwicklung ebenfalls zu einer höheren Nachfrage nach Finanzdienstleistungen geführt hat. Ausgefeiltere Finanzprodukte gewinnen an Boden. Der Einsatz von Derivaten und Verbriefungen hat an Bedeutung zugenommen. Da Derivate ein sinnvolles Instrument sind, um Kreditrisiken abzusi- 33 Als mittelständisch werden hier Unternehmen mit einem Jahresumsatz von USD 3 5 Mio. und einem durchschnittlichen Emissionsvolumen von USD 5 Mio. bezeichnet. 34 Vgl. McNee (26, S ) November 27

11 Der Finanzsektor in Russland Rasches Wachstum von Hypotheken- & Kreditkartendarlehen bis 215 Mrd. USD 12 Verbraucherkredite Hypothekenkredite 1 Kreditkartenkredite P 21P 215P Quelle: Deutsche UFG Russlands 1 größte Banken halten 5% der Aktiva Aktiva, Mrd. USD Marktanteil Sberbank ,3 Gazprombank 27 5,2 Vneshtorgbank 27 5,2 Alfa-Bank 14 2,6 Bank of Moscow 13 2,6 Uralsib 11 2,1 Rosbank 1 2, MMB (International Bank of Moscow) 9 1,7 Rosselkhozbank 9 1,7 Raiffeisenbank 8 1,6 Andere 258 5,1 Anm.: Stand Januar Quellen: Expert Journal, DB Research 24 chern und Verbriefungen die Finanzierungsquellen der Banken erweitern, ist diese Entwicklung generell positiv zu bewerten. Für Derivatkontrakte bestand bis vor kurzem kein wirksamer juristischer Schutz, so dass die Aktivitäten in diesem Marktsegment gering waren. 35 Nachdem Präsident Putin in diesem Jahr jedoch eine Änderung des Zivilgesetzbuchs zur Eintreibung von in bar abgewickelten Derivaten unterzeichnet hat, verbesserte sich die rechtliche Lage. Verbriefungen werden seit 25 durchgeführt 36, wobei vor allem Hypothekenkredite und in geringerem Umfang Auto- und sonstige homogene Verbraucherkredite als Basis dienen. Mit einer sehr hohen Anzahl an Kreditinsituten scheint der russische Bankensektor derzeit überladen, eine weitere Konsolidierung ist zu erwarten. Über Kreditinstitute verfügten bis zum 3. März 27 in Russland über eine Lizenz für Bankgeschäfte. Dabei kontrollieren die 3 größten von ihnen rund 7% aller Aktiva 37 (Grafik 24). Der überwiegende Teil der Banken ist folglich sehr klein und häufig an Unternehmen angebunden. Darüber hinaus ist die Kapitalbasis der meisten russischen Banken äußerst gering: Rund 6% aller Banken verfügen über ein Betriebskapital von weniger als EUR 5 Mio. 38 Auch die neue Mindestkapitalanforderung von EUR 5 Mio., die seit dem 1. Januar 27 gültig ist, hat bisher nicht zu einer Konsolidierung geführt. Gemäß dieser Regelung dürfen Banken, deren Kapital das vorgegebene Limit unterschreitet, ihr Geschäft fortführen, solange ihr Kapital nicht unter den Betrag fällt, den sie bei Inkrafttreten des Gesetzes angegeben haben. Ähnlich gestaltete sich die Lage bereits bei der Einführung des Einlagensicherungssystems im Jahr 25, das von den Banken die Erfüllung bestimmter Zulassungskriterien forderte. Auch damals waren die Auswirkungen auf die Konsolidierung im Bankensektor zu vernachlässigen, denn 929 der 1.21 lizenzierten Banken wurden letztendlich in das Sicherungssystem aufgenommen. 39 Verwaltungstechnische Hindernisse stehen zudem häufig Fusionen und Übernahmen innerhalb des Sektors im Wege, wodurch die Konsolidierung weiter verzögert wird. Nicht zuletzt erschwert die intransparente Eigentümerstruktur zahlreicher Banken Zusammenschlüsse oder Übernahmen von Kreditinstituten, obwohl in dieser Hinsicht allmählich Verbesserungen stattfinden. 4 Die Konzentration der Eigentümer ist hoch und der Sektor steht unter staatlicher Dominanz. Bei 21 der 3 größten Banken verfügt ein Mehrheitseigner allein über mehr als 5% der Anteile. Nur eine einzige der russischen Banken weist eine relativ breite Eigentümerstruktur auf, bei der das größte Aktienpaket weniger als 25% der Anteile umfasst. 41 Staatliche Banken kontrollieren rund 35% der Gesamtaktiva des Bankensektors und keine private Bank verfügt über mehr als 5% der Gesamtaktiva. Da eine Privatisierung in diesem Bereich nur in langsamen Schritten zu erwarten ist, dürfte sich diese Situation in absehbarer Zeit nicht ändern. Ein ähnlich unausgewogenes Bild ergibt sich hinsichtlich der Einlagen und Kredite: 35 Vgl. Bankaufsichtsbericht (25, S. 12). Dass die Gläubiger nach der Russland- Krise 1998 keine rechtliche Grundlage zur Eintreibung von Derivatkontrakten hatten, führte zu beträchtlichen Verlusten. 36 Vgl. Fitch (27, S. 4). 37 Schätzung von DB Research auf der Grundlage von Daten des Export Journal (http://www.expert.ru/tables/expert/27/11/document253912/) und der russischen Zentralbank (http://www.cbr.ru/analytics/bank_system/svst11226.pdf). 38 Vgl. CBR (26a, S. 87). 39 Stand: 3. November Vgl. S&P (26a, S. 21). 41 Vgl. S&P (26b, S. 17). 26. November 27 11

12 Aktuelle Themen 42 Wichtige ausländische Banken in Russland Aktiva, Mrd. USD Rang unter 1 größten Banken International Bank of Moscow (MMB) 9, 8 Raiffeisenbank 8,4 1 Citibank 4,7 17 Impexbank 2,4 27 Société Générale Vostok 1,8 37 Investsberbank 1,7 38 ING-Bank (Eurasia) 1,7 39 Deutsche Bank Russia 1,4 42 ABN AMRO Bank 1,4 43 Commerzbank (Eurasia) 1,4 47 Anm.: Stand Januar 27. Quellen: Expert Journal, DB Research 25 Rasche Expansion im Bankensektor erfordert mehr Kapital Kapital (Mrd. USD, links) Risikogewichtete Aktiva (Mrd. USD, links) Eigenkapitalquote (%, rechts) Quelle: Central Bank of Russia Knapp 5% von beiden halten die vier größten staatlich kontrollierten Banken (rund 35% der Einlagen und 3% der Kredite werden allein von der Sberbank verwaltet). 42 Die Präsenz ausländischer Banken ist niedrig, jedoch mit steigender Tendenz. Im Gegensatz zu anderen osteuropäischen Ländern haben bislang vergleichweise wenige ausländische Banken den Schritt nach Russland gewagt (März 27: 7). Vorteile aus einem Wissenstransfer bezüglich des Umgangs mit Risiken und im Managementbereich, die in anderen Ländern bereits genutzt werden, konnten in Russland deshalb nur in geringem Maße realisiert werden. Das ausländische Interesse am russischen Markt hat sich jedoch in der jüngsten Vergangenheit deutlich erhöht. Seit Januar 26 ist die Zahl ausländischer Banken bereits um 34% gestiegen, ihr Anteil an den Gesamtaktiva des Bankensektors hat sich von 8,3% Anfang 26 auf 12,3% im April 27 deutlich erhöht. Zudem hielten ausländische Kreditinstitute im April 27 6,8% der Einlagen, auch hier konnte ein beachtlicher Anstieg im Vergleich zu 3,4% im Januar 26 verzeichnet werden. Aus Sicht der Regulierung des Bankensektors ist die Geschäftstätigkeit ausländischer Banken nicht eingeschränkt; die einzige Ausnahme besteht darin, dass ausländische Banken lediglich Tochtergesellschaften, aber keine Filialen eröffnen dürfen. 43 Eigenkapitalquoten sind gesunken. Wie bereits erläutert, brauchen Russlands Unternehmen dringend Kapital, und auch die Banken bilden hier keine Ausnahme. Der rasche Anstieg der Aktiva hat zu einem Rückgang der Eigenkapitalquoten geführt (Grafik 26), die jedoch immer noch über dem von der Zentralbank festgelegten Minimum von 1% liegen. Diesbezüglich lässt sich argumentieren, dass die russischen Banken angesichts ihrer relativ unterentwickelten Risikomanagementsysteme höhere Eigenkapitalpuffer als das vorgeschriebene Minimum halten sollten, um negative Schocks absorbieren zu können. Gewinne sind die wichtigste Kapitalquelle der Banken (5%), gefolgt von nachrangigen Krediten (34%) und eingezahltem Eigenkapital (23%). 44 Die jüngsten Reformen zielen darauf, den Banken den Kapitalzugang zu erleichtern: Erstens soll es ausländischen Banken gestattet werden, ohne Erlaubnis der Zentralbank bis zu 2% der Anteile an jeder anderen Bank zu erwerben. Diese Gesetzesänderung, die bereits seit dem 15. Januar 27 in Kraft ist, dürfte die Beteiligung ausländischer Banken am russischen Markt steigern und so neues Kapital ins System bringen. Zweitens hat Präsident Putin kürzlich ein Gesetz erlassen, das die Emission hybrider Eigenkapitalinstrumente gestattet. Dies ist von wesentlicher Bedeutung, um das Tier-II-Kapital zu erhöhen. Die Bilanzstruktur erscheint solide, ist jedoch anfällig für Schocks. Der Anteil der notleidenden Kredite am gesamten Kreditengagement war mit 2,7% Anfang 27 sehr niedrig, die Rückstellungen für Kreditverluste lagen über dem geforderten Minimum. 45 Allerdings bleibt die Konzentration auf einzelne Namen in den Kreditportfolios hoch, so dass eine große Verletzlichkeit der Banken im Falle von Schocks bei einzelnen Kontrahenten besteht. Das kräftige 42 Vgl. S&P (26b, S. 6). 43 Dies wird sich auch mit einer Mitgliedschaft Russlands in der Welthandelsorganisation nicht ändern. 44 Vgl. CBR (25, S. 42). Die Zentralbank hat erläutert, dass das Verfahren zur Aufnahme nachrangiger Verschuldung, das vor allem von großen Banken mit einem internationalen Rating verwendet wird, weniger stark reguliert ist als z.b. ein Börsengang, so dass diese Finanzierungsart attraktiver ist. 45 Vgl. CBR (26, 25 S. 32) November 27

13 Der Finanzsektor in Russland Hohe Rentabilität trotz schwindender Margen % Rendite 2,6 2,9 3,2 3,2 Eigenkapitalrendite 17,8 2,3 24,2 26,3 Gewinnwachstum, % gg. Vj. 38,1 38,6 47,3 41,8 Zinsmarge* 8,5 7,6 6,7 6,7 Kreditzinsen 13, 11,4 1,7 1,5 Einlagenzinsen 4,5 3,8 4, 4,1 *Spread zwischen Kredit- und Einlagenzinsen Quellen: CBR, IWF 27 Wachstum der Kreditvergabe vor allem im Privatkundenbereich ruft darüber hinaus Zweifel hervor, ob die damit verbundenen Kreditrisiken angemessen eingeschätzt werden können. 46 Positiv ist deshalb, dass der russische Bankenverband eine Arbeitsgruppe eingesetzt hat, die ein neues Verbraucherkreditgesetz entworfen hat. 47 Das Gesetz soll das Verständnis der Verbraucher für effektive Kreditzinsen verbessern und so die Kreditnachfrage seitens schlechter Schuldner verringern. Zudem soll das Gesetz Bestimmungen für die Verweigerung von Verbraucherkrediten festlegen, was den Kreditboom ebenfalls dämpfen dürfte. Fortschritte konnten auch bei der Einrichtung von Kreditbüros erzielt werden, die im Wesentlichen Angaben zur Kredithistorie der Kreditnehmer machen und so den Auswahlprozess vereinfachen. Es wird jedoch einige Zeit dauern, bis das System in vollem Umfang funktioniert. Gewinne bleiben trotz sinkender Zinsmargen robust. Nach einem Rekordniveau von 47% im Jahr 25 schwächte sich das Gewinnwachstum 26 nur leicht auf rund 42% gegenüber dem Vorjahr ab (Grafik 27). Die Rendite der Banken stieg 26 auf 3,2% an, was im Vergleich zu anderen Schwellenländern ein hohes Niveau ist. 48 Mit 26% fiel auch die Eigenkapitalrendite hoch aus. Das kräftige Volumenwachstum hat die Gewinne trotz des steigenden Wettbewerbsdrucks gestützt, der sich in engeren Margen zwischen Kredit- und Einlagenzinsen niederschlägt. Da das geringe Volumen an Finanzintermediation und das günstige makroökonomische Umfeld in Russland zunehmende unternehmerische Chancen mit sich bringen, dürfte der Wettbewerbsdruck auch zukünftig weiter zunehmen. Die Liquiditätssituation mittlerer und kleiner Banken gibt weiter Anlass zur Sorge. Mit 1,5% war das Verhältnis der liquidesten Aktiva zu den Gesamtaktiva Anfang 27 im Vergleich zu 26 stabil, lag jedoch unter dem zwei Jahre zuvor verzeichneten Wert von 13,7%. Wie die jüngsten Entwicklungen, ausgelöst durch die Turbulenzen am internationalen Finanzmarkt, zeigen, ist der Interbankenmarkt tendenziell sehr volatil, da nur wenige Banken Liquidität bereitstellen. Zahlreiche Banken aus der zweiten Reihe verfügen nicht über genügend Sicherheiten, um sich über die Zentralbank zu refinanzieren, so dass sie auf den Interbankenmarkt zurückgreifen müssen. In Stresssituationen, wie sie 24 eine Reihe von Banken in Mitleidenschaft zogen 49, kann die Liquidität rasch austrocknen und einige dieser Banken zum Verkauf von Aktiva zwingen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass es Bankkunden gesetzlich gestattet ist, ihre Termingelder bereits vor Ende der Laufzeit zurückzuverlangen. 5 Fazit und Ausblick Russlands starke Wachstumsdynamik dürfte in naher Zukunft anhalten, dies ist jedoch von Strukturreformen abhängig. Die ungünstige demografische Entwicklung erfordert einen effizienteren und stärker auf Innovationen ausgerichteten Einsatz des Humankapitals. Eine weitere Öffnung der russischen Wirtschaft für den Außenhandel und eine Stärkung der Institutionen könnten das Wachstum ebenfalls 46 Vgl. z.b. den Kommentar des IWF zum Artikel IV, 28. Mai 27, 47 Vgl. The Moscow Times, 31. Juli, S Vgl. S&P (26, S. 12). 49 Für weitere Einzelheiten vgl. Fitch (27, S. 7). 5 Vgl. IWF (25, S. 12). 26. November 27 13

14 Aktuelle Themen 42 festigen. Angesichts der derzeit hohen Kapazitätsauslastung und des mangelhaften Kapitalstocks sind jedoch vor allem in diesem Bereich höhere Investitionen dringend notwendig. Der Finanzsektor könnte für Russlands Wachstumsaussichten eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Besser entwickelte Finanzmärkte könnten die totale Faktorproduktivität steigern und dazu beitragen, die Wirtschaft zu diversifizieren bzw. damit die derzeitige Konzentration auf den Energiesektor verringern. Für zahlreiche vor allem kleine und mittlere russische Unternehmen ist der Mangel an angemessenen Finanzierungsmöglichkeiten ein Investitionshemmnis. Auch in dieser Hinsicht würde eine weitere Entwicklung und gesteigerte Effizienz des Finanzmarkts eine beträchtliche Wachstumsdividende mit sich bringen. Um diese Dividende in vollem Umfang einstreichen zu können, sollten die bereits begonnenen Bemühungen im Bereich der Bankenregulierung und -aufsicht verstärkt werden. Zudem sind die Förderung der Konsolidierung, des Wettbewerbs und ausländischer Beteiligungen sowie die Übernahme moderner Risikomanagementpraktiken unerlässlich, um die positive wirtschaftliche Entwicklung Russlands auch in Zukunft zu unterstützen. Evelyn Moser Thorsten Nestmann ( , November 27

15 Der Finanzsektor in Russland Literatur Ahrend, Rudiger (24). Accounting for Russia s post crisis growth. Economics Department Working Paper No. 44. OECD. Paris. Ahrend, Rudiger (26). How to sustain growth in a resource based economy: The main concepts and their application to the Russian case. Economics Department Working Paper No O- ECD. Paris. Beck, Roland and Moritz Schularick (23). Russia 21: It s a Russian bear, not a bull! Deutsche Bank Research. 31. März 23. Frankfurt am Main. Beck, Roland, Annette Kamps and Elitza Mileva (27). Long-term growth prospects for the Russian economy. Occasional Paper Series No. 58. European Central Bank. Frankfurt am Main. Bergheim, Stefan (25). Global growth centres 22: "Formel-G" for 34 economies. Deutsche Bank Research. Current Issues. 23. März 25. Frankfurt am Main. Central Bank of Russia (24). Banking Supervision Report. Moskau. Central Bank of Russia (25). Banking Supervision Report. Moskau. Central Bank of Russia (26a). Banking Supervision Report (in Russian only). Moskau. Central Bank of Russia (26b). Bulletin of Banking Statistics No. 12. Moskau. Demirgüç-Kunt, Asli (26). Finance and economic development: Policy Choices for developing countries. World Bank Policy Research Working Paper Juni 26. Deutsche UFG (26). The Russian Market. Juli 26. Moskau. Deutsche UFG (26a). Russia Economics Monthly. August 26. Moskau. Deutsche UFG (27). Russia Economics Monthly. April 27. Moskau. EBRD (26). Finance in Transition Transition Report 26. European Bank for Reconstruction and Development. London. Fitch (27). Russian Banking System and Prudential Regulation. Country Report. Juli 27. Haase und Kunze (25). Klein- und Mittelunternehmen in Russland. Transformation Leipziger Beiträge zu Wirtschaft und Gesellschaft. IMF (25). Russian Federation 25 Article IV consultation. Selected Issues. International Monetary Fund. 15. August 25. Washington, D.C. Kaufmann, Daniel, Aart Kraay and Massimo Mastruzzi (26), Governance Matters V: Governance Indicators for World Bank Policy Research Working Paper No Weltbank. Washington, D.C. Levine, Ross (25). Finance and growth: Theory and evidence. Handbook of Economic Growth. Ed. Philippe Aghion and Steven N. Durlauf. Elsevier. Lissovolik, Yaroslav (24). Doubling GDP: Putin s mission impossible. United Financial Group. Moskau. 26. November 27 15

16 Aktuelle Themen 42 Lissovolik, Bogdan and Yaroslav Lissovolik (26). Russia and the WTO: The gravity of outsider status. IMF Staff Papers Vol. 53, No. 1. Internationaler Währungsfonds. Washington, D.C. McNee, Alan (26). Russia powering up its bond markets. Credit. Juli/August 26. Seiten Neuhaus, Marco (25). Opening economies succeed: More trade boosts growth. Deutsche Bank Research. Current Issues. 11. November 25. Frankfurt am Main. OECD (24). OECD Economic Surveys: Russian Federation, O- ECD. Paris. OECD (26). OECD Economic Surveys: Russian Federation, O- ECD. Paris. OECD (26a). Education at a glance. Paris. Standard and Poor s (26a). Transparency and disclosure by Russian banks. 12. Oktober 26. Standard and Poor s (26b). Bank Industry Risk Analysis: Russian Federation. 21. Juli 26. Standard and Poor s (27). Banking Industry Country Risk Assessment: Russian Federation. 4. Juni 27. Tarr, David (26). Completion Report for DFID Funded Project through the World Bank on Assistance to the Russian Government with its WTO Accession. /DFID_Project_completion_report.pdf Weltbank (25a). Russian Economic Review 1. World Bank Moscow Office. März 25. Moskau. Weltbank (25b). Russian Economic Review 11. World Bank Moscow Office. November 25. Moskau. Weltbank (25c). Economic growth in the 199s. Learning from a decade of reform. Washington, DC. Word Economic Forum (26). World Competitiveness Report. Reports/gcr_26/chapter_1_1.pdf Copyright 27. Deutsche Bank AG, DB Research, D-6262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe Deutsche Bank Research gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informationszwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorstehenden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verfügt. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG London, Mitglied der London Stock Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die in Bezug auf Anlagegeschäfte im Vereinigten Königreich der Aufsicht der Financial Services Authority unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Limited, Tokyo Branch, genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Druck: HST Offsetdruck Schadt & Tetzlaff GbR, Dieburg Print: ISSN / Internet: ISSN / ISSN

Chinas Finanzmärkte Gegenwärtige Lage und zukünftige Entwicklung Think Tank der Deutsche Bank Gruppe

Chinas Finanzmärkte Gegenwärtige Lage und zukünftige Entwicklung Think Tank der Deutsche Bank Gruppe Chinas Finanzmärkte Gegenwärtige Lage und zukünftige Entwicklung Think Tank der Deutsche Bank Gruppe Steffen Dyck Agenda 1 Einleitung 2 Chinas Finanzmärkte 3 Zusammenfassung & Ausblick Steffen Dyck 13.

Mehr

Zukunft Land Land der Zukunft Rückzug aus der Fläche? Konsequenzen für Bevölkerung und Unternehmen

Zukunft Land Land der Zukunft Rückzug aus der Fläche? Konsequenzen für Bevölkerung und Unternehmen Zukunft Land Land der Zukunft Rückzug aus der Fläche? Konsequenzen für Bevölkerung und Unternehmen Tutzing, Jan Schildbach Banken- und Filialstruktur: Schrumpfungstrend weiter maßgeblich I Weniger Banken

Mehr

Finanzinstrumente des Katastrophenund Wetterrisikotransfers

Finanzinstrumente des Katastrophenund Wetterrisikotransfers Finanzinstrumente des Katastrophenund Wetterrisikotransfers Fachgespräch Finanzdienstleister, Millenium Development Goals (MDGs) und Socially Responsible Investments (SRI) Germanwatch, 19. November 2007,

Mehr

Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise

Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise Prozentuale Veränderung des des BIP* BIP* im Jahr im Jahr 2009 2009 im Vergleich im Vergleich zum Vorjahr, zum Vorjahr, Stand: Stand: April 2010 April 2010 * Bruttoinlandsprodukt,

Mehr

ConTraX Real Estate. Investmentmarkt in Deutschland 2005 (gewerbliche Immobilien) Transaktionsvolumen Gesamt / Nutzungsart

ConTraX Real Estate. Investmentmarkt in Deutschland 2005 (gewerbliche Immobilien) Transaktionsvolumen Gesamt / Nutzungsart ConTraX Real Estate Investmentmarkt in Deutschland 2005 (gewerbliche ) Der Investmentmarkt im Bereich gewerbliche wurde im Jahr 2005 maßgeblich von ausländischen Investoren geprägt. Das wurde auch so erwartet.

Mehr

Deutsche Investitionen in China

Deutsche Investitionen in China Osnabrück 28. April 24 Deutsche Investitionen in China Kann man es sich leisten, nicht dabei zu sein? Tamara Trinh, Deutsche Bank Research Übersicht Deutschland China: Die bilateralen Beziehungen Investoren

Mehr

Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten

Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten In absoluten Zahlen, nach nach Arten, Arten, 1998 1998 bis 2008 bis 2008 Mrd. US-Dollar 500 450 517,2 459,3 400 * Durchschnittswert in den genannten

Mehr

Insgesamt verhaltende Nachfrage bei gutem Zugang zu Firmenkrediten

Insgesamt verhaltende Nachfrage bei gutem Zugang zu Firmenkrediten Zur Lage der Unternehmensfinanzierung 28. Februar 2013 Insgesamt verhaltende Nachfrage bei gutem Zugang zu Firmenkrediten Das Jahr 2012 endete mit einem konjunkturell schwachen Quartal, im laufenden Jahr

Mehr

Austrian Equity Day 29. Oktober 2013 Die Bedeutung des österreichischen Kapitalmarkts für die heimische Wirtschaft

Austrian Equity Day 29. Oktober 2013 Die Bedeutung des österreichischen Kapitalmarkts für die heimische Wirtschaft Austrian Equity Day 29. Oktober 2013 Die Bedeutung des österreichischen Kapitalmarkts für die heimische Wirtschaft Mag. Henriette Lininger Abteilungsleiterin Issuers & Market Data Services Status quo des

Mehr

Zürich, 19. Juni 2012

Zürich, 19. Juni 2012 Aktuelle Trends & Herausforderungen für die Bankenbranche Zürich, Finanzmärkte in Europa bleiben nervös: Schuldenkrise & Rezession 1.4 1.2 1. 8 6 4 2 Spreads in Kreditmärkten (links)* Spreads in Interbankenmärkten

Mehr

Wirtschaftliche Entwicklung und Bevölkerungswachstum am Beispiel von China, Indien und Pakistan

Wirtschaftliche Entwicklung und Bevölkerungswachstum am Beispiel von China, Indien und Pakistan Schillerstr. 59 10 627 Berlin E-Mail: info@berlin-institut.org Tel.: 030-22 32 48 45 Fax: 030-22 32 48 46 www.berlin-institut.org Wirtschaftliche Entwicklung und Bevölkerungswachstum am Beispiel von China,

Mehr

EU-Retail Banking Vollendung der europäischen Finanzmarktintegration Regulatorische und ökonomische Entwicklungen

EU-Retail Banking Vollendung der europäischen Finanzmarktintegration Regulatorische und ökonomische Entwicklungen EU-Retail Banking Vollendung der europäischen Finanzmarktintegration Regulatorische und ökonomische Entwicklungen Raimar Dieckmann Berlin, 31. Mai 2006 Agenda 1 Europäische Finanzmarktintegration: Status

Mehr

Gibt es eine Blase im Wohnimmobilienmarkt?

Gibt es eine Blase im Wohnimmobilienmarkt? Gibt es eine Blase im Wohnimmobilienmarkt? Mai 2013 Economist jochen.moebert@db.com (+49) 69 910 31727 Agenda 1 2 3 Blase im Wohnimmobilienmarkt? Was sind die Preistreiber im Inland? Was sind die Preistreiber

Mehr

starker franken die schweiz profitiert von einem offenen kapitalmarkt

starker franken die schweiz profitiert von einem offenen kapitalmarkt starker franken die schweiz profitiert von einem offenen kapitalmarkt Informationsblatt 1: Negativzinsen und Kapitalverkehrskontrollen Das Wichtigste in Kürze: Über drei Viertel des täglich gehandelten

Mehr

Kreditinstitute: Rückläufige Bilanzsumme und gebremstes Kreditwachstum

Kreditinstitute: Rückläufige Bilanzsumme und gebremstes Kreditwachstum Kreditinstitute: Rückläufige Bilanzsumme und gebremstes Kreditwachstum Wesentliche Entwicklungen im inländischen Finanzwesen im ersten Quartal Norbert Schuh Trotz historisch niedriger Zinssätze kam es

Mehr

Emerging Markets Länder, die von dem US-Hypotheken Schock nicht betroffen sind

Emerging Markets Länder, die von dem US-Hypotheken Schock nicht betroffen sind Länder, die von dem US-Hypotheken Schock nicht betroffen sind Nikolaus Barth Private Investor Products Definition Emerging Markets steht für Märkte in aufstrebenden Staaten aus der zweiten Welt. Dazu zählen

Mehr

Weiterhin gute Finanzierungsbedingungen

Weiterhin gute Finanzierungsbedingungen Zur Lage der Unternehmensfinanzierung 27. August 2012 Weiterhin gute Finanzierungsbedingungen Die deutschen Unternehmen profitieren aktuell von ausgesprochen guten Finanzierungsbedingungen. Sie haben einen

Mehr

Top-Zielländer für M&A-Investitionen

Top-Zielländer für M&A-Investitionen Wachstum weltweit: Top-Zielländer für M&A-Investitionen von DAX- und MDAX-Unternehmen Fusionen und Übernahmen von DAX- und MDAX-Unternehmen 2004 13: Top-Zielländer nach Anzahl der Transaktionen 493 Mrd.

Mehr

DirektAnlageBrief Der Themendienst für Journalisten. Ausgabe 24: Oktober 2012. Inhaltsverzeichnis

DirektAnlageBrief Der Themendienst für Journalisten. Ausgabe 24: Oktober 2012. Inhaltsverzeichnis DirektAnlageBrief Der Themendienst für Journalisten Ausgabe 24: Oktober 2012 Inhaltsverzeichnis 1. In aller Kürze: Summary der Inhalte 2. Zahlen und Fakten: Fremdwährungskonten immer beliebter 3. Aktuell/Tipps:

Mehr

Die größten Aktienbörsen

Die größten Aktienbörsen Die größten Aktienbörsen Aktienhandel in in absoluten Zahlen, Umsatzanteile,, 1990 und 1990 2008 und 2008 Bill. US-Dollar 110 Aktienhandel: 113,6 Bill. US$ 100% 100 90 NASDAQ: 32,1% NYSE Euronext: 29,6%

Mehr

Erste Group Bank AG. Wir bieten Finanzprodukte für die Realwirtschaft im östlichen Teil der EU. Juli 15

Erste Group Bank AG. Wir bieten Finanzprodukte für die Realwirtschaft im östlichen Teil der EU. Juli 15 Erste Group Bank AG Wir bieten Finanzprodukte für die Realwirtschaft im östlichen Teil der EU Juli 15 Erste Group auf einen Blick Kundenorientiertes Geschäft im östlichen Teil der EU Gegründet 1819 als

Mehr

Factsheet 1 WARUM BRAUCHT DIE EU EINE INVESTITIONSOFFENSIVE?

Factsheet 1 WARUM BRAUCHT DIE EU EINE INVESTITIONSOFFENSIVE? Factsheet 1 WARUM BRAUCHT DIE EU EINE INVESTITIONSOFFENSIVE? Seit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise leidet die EU unter einer Investitionsschwäche. Daher müssen wir auf europäischer Ebene kollektive

Mehr

Mit Russland wachsen

Mit Russland wachsen Dresdner Bank Endlos-Zertifikat auf den DAXglobal Russia Index Mit Russland wachsen Das Dresdner Bank Endlos- Zertifikat auf den DAXglobal Russia Index Zur beeindruckenden Größe Russlands gesellt sich

Mehr

Das Finanzsystem - Sparen und Investieren

Das Finanzsystem - Sparen und Investieren Das Finanzsystem - Sparen und Investieren Das Finanzsystem besteht aus Institutionen, welche Ersparnisse von Sparern zu Schuldnern kanalisieren. Dazu gehören Finanzmärkte (Aktienmarkt, Anleihemarkt) und

Mehr

Kleinunternehmer am stärksten betroffen von Kreditverknappung

Kleinunternehmer am stärksten betroffen von Kreditverknappung Wien 1. August 2014 Pressemitteilung Kreditvergabe bei G7 stagniert Kredite an Schwellenländer immer noch steigend Kleinunternehmer am stärksten betroffen von Kreditverknappung Die Kreditvergabe im Privatsektor

Mehr

Kreditgeschäft im Wandel: wie viel Geld braucht Wirtschaftswachstum?

Kreditgeschäft im Wandel: wie viel Geld braucht Wirtschaftswachstum? Kreditgeschäft im Wandel: wie viel Geld braucht Wirtschaftswachstum? Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank Eine Studie von Macro-Consult im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen

Mehr

Vorlesung VWL II vom 23.11.2009. Das Finanzsystem: Sparen und Investieren

Vorlesung VWL II vom 23.11.2009. Das Finanzsystem: Sparen und Investieren Vorlesung VWL II vom 23.11.2009 Das Finanzsystem: Sparen und Investieren 5. Das Finanzsystem: Sparen und Investieren Vorstellen des Mechanismus, wie Spar- und Investitionsentscheidungen von Millionen von

Mehr

Weltweite Unternehmensinsolvenzen: Europa gefährdet

Weltweite Unternehmensinsolvenzen: Europa gefährdet Weltweite Unternehmensinsolvenzen: Europa gefährdet D&B analysiert Firmenkonkurse mit globalem Insolvenzindex Nordamerika und nordische Länder stehen gut da Im Q4/2011 zeigte sich bei den Unternehmensinsolvenzen

Mehr

Globale Wachstumszentren 2020

Globale Wachstumszentren 2020 April 2005 Globale Wachstumszentren 2020 Fundierte Langfristprognosen mit Hilfe von Formel-G Stefan Bergheim Jan Hofmann Große Nachfrage nach langfristigen Wachstumsprognosen Unternehmen setzen geografische

Mehr

Infrastrukturinvestments bei institutionellen Investoren

Infrastrukturinvestments bei institutionellen Investoren RESEARCH CENTER FOR FINANCIAL SERVICES Infrastrukturinvestments bei institutionellen Investoren - Analysebericht - München, im September 2013 Steinbeis Research Center for Financial Services Rossmarkt

Mehr

Demografie und Finanzmärkte. Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank Finanzmarkt Roundtable Frankfurt am Main 11. April 2011

Demografie und Finanzmärkte. Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank Finanzmarkt Roundtable Frankfurt am Main 11. April 2011 Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank Finanzmarkt Roundtable Frankfurt am Main 11. April 2011 Demographie und Finanzmärkte Die demografische Entwicklung Weltbevölkerung wird im 21. Jhd. aufhören zu

Mehr

Von der Globalisierung profitieren das Geschäftsmodell der HSH Nordbank. Hans Berger Business Lunch, HWWI 27. Februar 2008

Von der Globalisierung profitieren das Geschäftsmodell der HSH Nordbank. Hans Berger Business Lunch, HWWI 27. Februar 2008 Von der Globalisierung profitieren das Geschäftsmodell der HSH Nordbank Hans Berger Business Lunch, HWWI 27. Februar 2008 Geschäftsmodell fokussieren Wachstumschancen strategisch nutzen Banken in der Kritik

Mehr

Redemittel zur Beschreibung von Schaubildern, Diagrammen und Statistiken

Redemittel zur Beschreibung von Schaubildern, Diagrammen und Statistiken Balkendiagramm Säulendiagramm gestapeltes Säulendiagramm Thema Thema des Schaubildes / der Grafik ist... Die Tabelle / das Schaubild / die Statistik / die Grafik / das Diagramm gibt Auskunft über... Das

Mehr

Aktienbestand und Aktienhandel

Aktienbestand und Aktienhandel Aktienbestand und Aktienhandel In In absoluten absoluten Zahlen, Zahlen, Umschlaghäufigkeit Umschlaghäufigkeit pro Jahr, pro weltweit Jahr, weltweit 1980 bis 1980 2012bis 2012 3,7 in Bill. US-Dollar 110

Mehr

Makroökonomik [PROTOLL VOM 17.06.2015]

Makroökonomik [PROTOLL VOM 17.06.2015] Finanzmärkte Die große Rezession Durch die große Depression hat die Regierung den Banken Regulierungen vorgeschrieben, damit es nicht wieder zu einer solchen Finanzkrise kommt. Die Banken haben versucht

Mehr

Wie viel Geld braucht das Wirtschaftswachstum? Die Zukunft der Kreditfinanzierung in Vorarlberg

Wie viel Geld braucht das Wirtschaftswachstum? Die Zukunft der Kreditfinanzierung in Vorarlberg Wie viel Geld braucht das Wirtschaftswachstum? Die Zukunft der Kreditfinanzierung in Vorarlberg Studie von Macro-Consult im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen Mai 2014 Konjunktur nimmt langsam wieder

Mehr

BE FR DE GR IT PT ES Im Verhältnis zur Anzahl aller gelisteten Unternehmen Im Verhältnis zum Umsatz aller gelisteten Unternehmen

BE FR DE GR IT PT ES Im Verhältnis zur Anzahl aller gelisteten Unternehmen Im Verhältnis zum Umsatz aller gelisteten Unternehmen Entwicklung der europäischen börsennotierten Konzerne 2 Die Rentabilität (gemessen an EBIT/ Umsatz) der europäischen nichtfinanziellen börsennotierten Konzerne hat sich zum dritten Mal in Folge leicht

Mehr

Die Bausparkassen im slowakischen Bankensektor Garanten der Stabilität selbst in Krisenzeiten

Die Bausparkassen im slowakischen Bankensektor Garanten der Stabilität selbst in Krisenzeiten Die Bausparkassen im slowakischen Bankensektor Garanten der Stabilität selbst in Krisenzeiten Slavomír Šťastný, Zentralbank der Slowakei 17. Mai 2010 Der Markt für Wohnbaukredite Grundlegende Merkmale

Mehr

Gestolpert, nicht gefallen: Internationales Bankgeschäft nach der Krise Berlin, 9. Juni 2011

Gestolpert, nicht gefallen: Internationales Bankgeschäft nach der Krise Berlin, 9. Juni 2011 Gestolpert, nicht gefallen: Internationales Bankgeschäft nach der Krise Berlin, 9. Juni 211 Jan Schildbach Auslandsgeschäft der europäischen Banken stilisierte Darstellung Fusionen & Übernahmen Interbankengeschäft

Mehr

Deutsche Börse AG veröffentlicht vorläufiges Ergebnis für 2010

Deutsche Börse AG veröffentlicht vorläufiges Ergebnis für 2010 Deutsche Börse AG veröffentlicht vorläufiges Ergebnis für Anstieg der Umsatzerlöse um 2 Prozent auf 2,1 Mrd. Ursprüngliche Kostenprognose für deutlich unterschritten EBIT-Anstieg von 5 Prozent auf 1,1

Mehr

Währungsreserven und Devisenumsatz

Währungsreserven und Devisenumsatz Währungsreserven und Devisenumsatz In absoluten Zahlen, 1980 weltweit bis 2007 1980 bis 2007 Währungsreserven 3.500 3.250 3.000 3.210 3.543 Devisenumsatz 3.500 3.250 3.000 2.750 Devisenumsatz pro Handelstag,

Mehr

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 014, Berlin Der Weg ins Niedrigzinsumfeld Auswirkungen auf die Volkswirtschaft Der Ausweg aus dem

Mehr

Unternehmensfinanzierung in wirtschaftlich schwierigem Umfeld

Unternehmensfinanzierung in wirtschaftlich schwierigem Umfeld Unternehmensfinanzierung in wirtschaftlich schwierigem Umfeld Peter Heckl Leiter Unternehmenskunden Regionalbereich Filder Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen Zweitgrößte Sparkasse in Baden-Württemberg

Mehr

www.pwc.de Emissionsmarkt Deutschland Q1 2015 Jahresrückblick

www.pwc.de Emissionsmarkt Deutschland Q1 2015 Jahresrückblick www.pwc.de Emissionsmarkt Deutschland Q1 2015 Jahresrückblick Inhalt im Überblick 1. Quartal 2015 3 IPOs IPOs in Q1 2015 4 Veränderungen zwischen Bookbuildingspanne, Emissionspreis und Kurs zum Quartalsende

Mehr

Rede Dr. Norbert Reithofer Vorsitzender des Vorstands der BMW AG Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. September 2014 4. November 2014, 10:00 Uhr

Rede Dr. Norbert Reithofer Vorsitzender des Vorstands der BMW AG Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. September 2014 4. November 2014, 10:00 Uhr 4. November 2014 - Es gilt das gesprochene Wort - Rede Dr. Norbert Reithofer Vorsitzender des Vorstands der BMW AG 4. November 2014, 10:00 Uhr Guten Morgen, meine Damen und Herren! Auf fünf Punkte gehe

Mehr

Presseinformation. BW-Bank mit solidem Jahresergebnis. 7. Mai 2014

Presseinformation. BW-Bank mit solidem Jahresergebnis. 7. Mai 2014 Christian Potthoff Pressesprecher Baden-Württembergische Bank Kleiner Schlossplatz 11 70173 Stuttgart Telefon 0711 127-73946 Telefax 0711 127-74861 Christian.Potthoff@BW-Bank.de www.bw-bank.de BW-Bank

Mehr

Finanzierungsperspektive im Nordwesten- Erwartungen der Kreditinstitute

Finanzierungsperspektive im Nordwesten- Erwartungen der Kreditinstitute Finanzierungsperspektive im Nordwesten- Erwartungen der Kreditinstitute 9. er Finanztag, 16. November 2012 Johannes Hartig, Vorstandsvorsitzender der Basel III die Genese Ziel: Resistenz des Bankensektors

Mehr

Trotz Bilanzkonsolidierung der Kreditinstitute geringfügiges Wachstum von Einlagen und Krediten von privaten Haushalten

Trotz Bilanzkonsolidierung der Kreditinstitute geringfügiges Wachstum von Einlagen und Krediten von privaten Haushalten Trotz Bilanzkonsolidierung der Kreditinstitute geringfügiges Wachstum von Einlagen und Krediten von privaten Haushalten Wesentliche Entwicklungen im inländischen Finanzwesen Jänner bis August Norbert Schuh

Mehr

KfW-Research. Wirtschafts-Observer. Nr. 2, Dezember 2001.

KfW-Research. Wirtschafts-Observer. Nr. 2, Dezember 2001. KfW-Research. Wirtschafts-Observer. Nr. 2, Dezember 2001. KAPITALMARKTFINANZIERUNG DEUTSCHER UNTERNEHMEN. Die Kapitalmärkte haben in den letzten Jahren merklich an Bedeutung gewonnen. Kleinen und mittleren

Mehr

Erfolgreich Anlegen in den Emerging Markets. Mag. Klaus Hager Raiffeisen Salzburg Invest Kapitalanlage GmbH

Erfolgreich Anlegen in den Emerging Markets. Mag. Klaus Hager Raiffeisen Salzburg Invest Kapitalanlage GmbH Erfolgreich Anlegen in den Emerging Markets Mag. Klaus Hager Raiffeisen Salzburg Invest Kapitalanlage GmbH 2 Emerging Markets sind kein Nebenschauplatz 3 83% Bevölkerungsanteil 75% der Landmasse Anteil

Mehr

Wirtschaftsaussichten 2015

Wirtschaftsaussichten 2015 Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann Wirtschaftsaussichten 2015 Vortrag beim Rotary Club Hamburg Wandsbek 5. Januar 2015 Hoffnungen in 2015 1. Wirtschaftswachstum positiv (global, EU, Deutschland) 2. Reformfrüchte

Mehr

Osteuropa: Krise oder Chance? Ein Blitzlicht

Osteuropa: Krise oder Chance? Ein Blitzlicht Benedikt Hau Relationship Management and Structured Trade Finance Von Osteuropa bis Zentralasien 00. Benedikt Monat Hau, 20XX, 8.Oktober Titel der Präsentation, 2009, Seite Referent, 1 Seite 1 Osteuropa

Mehr

Investor Relations Information

Investor Relations Information Wien, 25. August 2011 Raiffeisen Bank International: Konzern- Periodenüberschuss legt im ersten Halbjahr 2011 um knapp ein Drittel auf 615 Millionen zu Konzern-Periodenüberschuss wächst im Jahresvergleich

Mehr

Industrieland Deutschland. Teil 2, Stand: Januar 2015

Industrieland Deutschland. Teil 2, Stand: Januar 2015 Industrieland Deutschland Teil 2, Stand: Januar 2015 Deutschland ist ein guter Industriestandort Stärken und Schwächen des Industriestandorts Deutschland 144 Länder im Vergleich; Bester Platz =1, Schlechtester

Mehr

Die globale Finanzkrise und ihre Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft. Peter Bofinger Universität Würzburg Sachverständigenrat

Die globale Finanzkrise und ihre Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft. Peter Bofinger Universität Würzburg Sachverständigenrat Die globale Finanzkrise und ihre Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft Peter Bofinger Universität Würzburg Sachverständigenrat Übersicht Ursachen der Krise Auswirkungen Handlungsspielräume der Politik

Mehr

PSA Peugeot Citroën. Finanzergebnisse des Konzerns 2004: Ziele erreicht Operative Marge IFRS: 4,5 % vom Umsatz

PSA Peugeot Citroën. Finanzergebnisse des Konzerns 2004: Ziele erreicht Operative Marge IFRS: 4,5 % vom Umsatz PSA Peugeot Citroën Finanzergebnisse des Konzerns : Ziele erreicht Operative Marge : 4,5 % vom Umsatz : WICHTIGE DATEN konnten die Absatzzahlen des Konzerns erneut gesteigert und die Markteinführungen

Mehr

Private Banking und Wealth Management nach der Finanzkrise Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Private Banking und Wealth Management nach der Finanzkrise Herausforderungen und Zukunftsperspektiven Private Banking und Wealth Management nach der Finanzkrise Herausforderungen und Zukunftsperspektiven Prof. Dr. Martin Faust Frankfurt School of Finance & Management F r a n k f u r t S c h o o l. d e

Mehr

Kann eine Wirtschaft auch ohne Wachstum funktionieren? Prof. Dr. Mathias Binswanger

Kann eine Wirtschaft auch ohne Wachstum funktionieren? Prof. Dr. Mathias Binswanger Kann eine Wirtschaft auch ohne Wachstum funktionieren? Prof. Dr. Mathias Binswanger Inhalt 1. Historischer Überblick 2. Traditionelle Argumente für Wachstum 3. Wie kommt es zu einem Wachstumszwang? 4.

Mehr

DirektAnlageBrief Der Themendienst für Journalisten. Ausgabe 10: Juni 2010. Inhaltsverzeichnis

DirektAnlageBrief Der Themendienst für Journalisten. Ausgabe 10: Juni 2010. Inhaltsverzeichnis DirektAnlageBrief Der Themendienst für Journalisten Ausgabe 10: Juni 2010 _ Inhaltsverzeichnis 1. In aller Kürze: Summary der Inhalte 2. Zahlen und Fakten: Emerging Markets als Gewinner 3. Aktuell/Tipps:

Mehr

Bilanzpressekonferenz HYPO Oberösterreich

Bilanzpressekonferenz HYPO Oberösterreich Bilanzpressekonferenz HYPO Oberösterreich Dienstag, 3. Mai 2011, 10.00 Uhr WERTE, DIE BESTEHEN: 120 Jahre HYPO Oberösterreich www.hypo.at Unser konservatives Geschäftsmodell mit traditionell geringen Risiken

Mehr

Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei

Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei Dr. Manuel Rupprecht, Abteilung Geldpolitik und monetäre Analyse, Zentralbereich

Mehr

Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben

Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben Präsentation in Hamburg am 13. Mai 2014 1. Ökonomischer Ausblick: Weltwirtschaft Weltwirtschaft: Wichtige makroökonomische

Mehr

Pressemitteilung. Frankfurter Sparkasse erzielt erneut gutes Ergebnis

Pressemitteilung. Frankfurter Sparkasse erzielt erneut gutes Ergebnis Pressemitteilung Frankfurter Sparkasse erzielt erneut gutes Ergebnis Mit 134,6 Mio. EUR zweitbestes Ergebnis vor Steuern in 193-jähriger Geschichte Solide Eigenkapitalrendite von 15,2 % bei auskömmlicher

Mehr

Was genau sind US Subprime-Hypotheken?

Was genau sind US Subprime-Hypotheken? Finanzmarktkrise Auswirkungen auf die Kreditgewährung der Banken Prof. Dr. Christoph Lengwiler Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ 30. April 2009 christoph.lengwiler@hslu.ch /+41 41 724 65 51 Was

Mehr

Kredit in Schweizer Franken: Und was jetzt? 16. März 2015, Marc Brütsch Chief Economist Swiss Life

Kredit in Schweizer Franken: Und was jetzt? 16. März 2015, Marc Brütsch Chief Economist Swiss Life Kredit in Schweizer Franken: Und was jetzt? 16. März 2015, Marc Brütsch Chief Economist Swiss Life «Ein gutes Verständnis der schweizerischen Geldpolitik ist für Kreditnehmer und Kreditgeber von Frankenkrediten

Mehr

Österreichische Kreditkunden profitieren von attraktiven Zinskonditionen

Österreichische Kreditkunden profitieren von attraktiven Zinskonditionen Österreichische Kreditkunden profitieren von attraktiven Zinskonditionen Entwicklung der Kundenzinssätze in Österreich und im Euroraum bis März 03 Martin Bartmann Österreich zählt derzeit zu jenen Ländern

Mehr

Dr. Hans-Joachim Frank Branchenanalyse November 2007. Franchising in Deutschland wird erwachsen

Dr. Hans-Joachim Frank Branchenanalyse November 2007. Franchising in Deutschland wird erwachsen Dr. Hans-Joachim Frank Branchenanalyse November 27 Franchising in Deutschland wird erwachsen Wachstumsbranche Franchising Index 1995=1 35 3 25 2 15 1 5 Umsatz Franchising (nominal) BIP (nominal) 95 96

Mehr

OSTEUROPA-INSTITUT MÜNCHEN

OSTEUROPA-INSTITUT MÜNCHEN Arbeiten aus dem OSTEUROPA-INSTITUT MÜNCHEN Working Papers Nr. 239 Februar 2002 Effektivität der Förderbankkredite für KMU in Mittel- und Osteuropa Unter besonderer Berücksichtigung der Situation in Ungarn

Mehr

Vortragspräsentation: Perspektiven der IT-Technology

Vortragspräsentation: Perspektiven der IT-Technology Vortragspräsentation: Perspektiven der IT-Technology Dr. Hans-Joachim Frank Deutsche Bank Research 90er\Forum\Frank\ITFrankfurt_61102 \1 Frankfurt am Main, November 2002 Agenda 1. Wie sieht das wirtschaftliche

Mehr

Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten?

Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten? Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten? Prof. Richard A. Werner, D.Phil. (Oxon) Centre for Banking, Finance University of Southampton Management School werner@soton.ac.uk 18. Juni 2012

Mehr

Verlauf und Auswirkungen der Finanzkrise in Deutschland

Verlauf und Auswirkungen der Finanzkrise in Deutschland Verlauf und Auswirkungen der Finanzkrise in Deutschland Vortrag an der Akademie für Volkswirtschaft Moskau, 24. März 2009 Prof. Dr. Peter Reichling Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Lehrstuhl für

Mehr

EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE. Professor Dr. Peter Bofinger

EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE. Professor Dr. Peter Bofinger EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE Professor Dr. Peter Bofinger Der Euro ist eine stabile Währung 12 1 8 6 4 2 Inflation (212) % 15 1 5-5 Langfristige Inflationstrends Deutschland

Mehr

easyfolio Bestandteile

easyfolio Bestandteile easyfolio Bestandteile Aus der folgenden Aufstellung können Sie die ETFs und deren Zielgewichtung entnehmen. Zielallokation EASY30 EASY50 EASY70 Aktien Europa SPDR MSCI Europa 4,41% 7,35% 10,29% Aktien

Mehr

Statement Kasper Rorsted Vorsitzender des Vorstands Conference-Call 12. August 2015, 10.30 Uhr

Statement Kasper Rorsted Vorsitzender des Vorstands Conference-Call 12. August 2015, 10.30 Uhr Statement Kasper Rorsted Vorsitzender des Vorstands Conference-Call 12. August 2015, 10.30 Uhr Meine sehr geehrten Damen und Herren, herzlich willkommen zu unserer Telefonkonferenz. Heute Morgen haben

Mehr

Zusammenbruch im Volumen von Geschäftskrediten in den USA im Gegensatz zum schnellen Wachstum in den BRIC- Ländern

Zusammenbruch im Volumen von Geschäftskrediten in den USA im Gegensatz zum schnellen Wachstum in den BRIC- Ländern Veröffentlicht von AUDITOR spol. s r. o., 30. 3. 2012 Zusammenbruch im Volumen von Geschäftskrediten in den USA im Gegensatz zum schnellen Wachstum in den BRIC- Ländern - doppeltes Wachstum in den BRIC-Ländern

Mehr

CONSORSBANK AKTIEN-REISEFÜHRER. ENTDECKEN SIE JETZT ZENTRALEUROPA!

CONSORSBANK AKTIEN-REISEFÜHRER. ENTDECKEN SIE JETZT ZENTRALEUROPA! CONSORSBANK AKTIEN-REISEFÜHRER. ENTDECKEN SIE JETZT ZENTRALEUROPA! ENTDECKEN SIE JETZT ZENTRALEUROPA. GEBÜHRENFREI INTERNATIONALE AKTIEN HANDELN! WILLKOMMEN BEI DER SECHSTEN ETAPPE UNSERER WELTREISE! Während

Mehr

Banken erwarten für 2012 eine leichte Verschärfung der Kreditrichtlinien

Banken erwarten für 2012 eine leichte Verschärfung der Kreditrichtlinien Banken erwarten für 202 eine leichte Verschärfung der Kreditrichtlinien Österreich-Ergebnisse der euroraumweiten Umfrage über das Kreditgeschäft im Juli 20 Die Ergebnisse der Umfrage über das Kreditgeschäft

Mehr

Finanzierungsrechnung der Schweiz 2004

Finanzierungsrechnung der Schweiz 2004 Kommunikation Postfach, CH-8022 Zürich Telefon +41 44 631 31 11 Fax +41 44 631 39 10 Zürich, 21. November 2006 Finanzierungsrechnung der Schweiz 2004 Finanzvermögen der Privathaushalte zur Hälfte in der

Mehr

The World Bank IBRD / IDA

The World Bank IBRD / IDA The World Bank IBRD / IDA Stimmenverteilung in Prozent, Stand: März / April 2009 Stimmenverteilung in Prozent, Stand: März/April 2009 Japan 7,86 USA 16,38 USA 12,10 Japan 9,61 Deutschland 4,49 Deutschland

Mehr

Währungsrisikoanalyse

Währungsrisikoanalyse Währungsrisikoanalyse Argentinien Schiffelmann, Thomas Tealdo, Sven Rickes, Rolf Luo, YongXin 1.1.1 Wachstum der realen aggregierten Kreditvergabe -1 mn Peso 250,000 200,000 150,000 100,000 50,000 0,000

Mehr

Kapitalmärkte: der Aufholprozess ist mühsam

Kapitalmärkte: der Aufholprozess ist mühsam Kapitalmärkte: der Aufholprozess ist mühsam Wertpapiermärkte weiterhin unterentwickelt Im Aufholprozess der Aktien- und Rentenmärkte in Mittel- und Osteuropa relativ zum Banksektor bleibt noch viel zu

Mehr

Wir informieren Sie!

Wir informieren Sie! Wir informieren Sie! 1. Aktuelles vom Markt 2. Portfolio per 3. Bericht des Fondsmanagers per 4. Vermögensaufstellung per 1 AKTUELLES August 2015 24.08.2015 20.08.2015 2 Portfolio Strategische Asset Allokation

Mehr

bereit zum Abflug? Sind Ihre Talente

bereit zum Abflug? Sind Ihre Talente Sind Ihre Talente bereit zum Abflug? Die Weltwirtschaft wächst wieder und konfrontiert die globalen Unternehmen mit einem Exodus der Talente. 2013 und 2014 kommt das Wachstum in Schwung die Arbeitsmärkte

Mehr

Welche Zukunft sehen Salzburgs Unternehmen?

Welche Zukunft sehen Salzburgs Unternehmen? Welche Zukunft sehen Salzburgs Unternehmen? Ergebnisse einer KMU-Befragung für das Bundesland Salzburg durch IMAS International im Auftrag von Erste Bank & Sparkassen Salzburger Sparkasse Bank AG Regina

Mehr

das höhere Volumen bei Wertpapierleihegeschäften und eine starke Kundennachfrage im Bondhandel und bei strukturierten Anleihen.

das höhere Volumen bei Wertpapierleihegeschäften und eine starke Kundennachfrage im Bondhandel und bei strukturierten Anleihen. Erstes Halbjahr 2012 mit zufriedenstellendem Ergebnis Wirtschaftliches Ergebnis von 313,8 Mio. Euro erzielt Harte Kernkapitalquote wieder auf 11,7 Prozent gesteigert Deka-Vermögenskonzept und Deka-BasisAnlage

Mehr

Deka-Deutschland Balance Kundenhandout. Oktober 2011

Deka-Deutschland Balance Kundenhandout. Oktober 2011 Deka-Deutschland Balance Kundenhandout Oktober 2011 1 In Deutschlands Zukunft investieren Die Rahmenbedingungen stimmen Geographische Lage Deutschland profitiert von der zentralen Lage. Diese macht das

Mehr

Keine Kreditklemme in Deutschland

Keine Kreditklemme in Deutschland Februar 2009 Zur Lage der Unternehmensfinanzierung: Keine Kreditklemme in Deutschland Deutschland befindet sich gegenwärtig in einem außergewöhnlich starken und abrupten Wirtschaftsabschwung. Alles in

Mehr

Verbrauch von Primärenergie pro Kopf

Verbrauch von Primärenergie pro Kopf Verbrauch von Primärenergie pro Kopf In Tonnen Öläquivalent*, nach nach Regionen Regionen und ausgewählten und ausgewählten Staaten, Staaten, 2007 2007 3,0

Mehr

Weiterhin schwache Nachfrage nach Unternehmenskrediten

Weiterhin schwache Nachfrage nach Unternehmenskrediten Weiterhin schwache Nachfrage nach Unternehmenskrediten Österreich-Ergebnisse der euroraumweiten Umfrage über das Kreditgeschäft vom Juli 205 Im zweiten Quartal 205 wurden im Unternehmenskundengeschäft

Mehr

Sustainable Trade Nachhaltigkeit im weltweiten Handel. Workshop B1 Nachhaltigkeit und Finanzdienstleistungen Green Economy Konferenz - Berlin

Sustainable Trade Nachhaltigkeit im weltweiten Handel. Workshop B1 Nachhaltigkeit und Finanzdienstleistungen Green Economy Konferenz - Berlin Sustainable Trade Nachhaltigkeit im weltweiten Handel Workshop B1 Nachhaltigkeit und Finanzdienstleistungen Green Economy Konferenz - Berlin Trade Austausch von Waren und Dienstleistungen kann durch verschiedene

Mehr

Deutsche Bank Dr. Josef Ackermann Vorsitzender des Vorstands. Frankfurt, 29. Mai 2008

Deutsche Bank Dr. Josef Ackermann Vorsitzender des Vorstands. Frankfurt, 29. Mai 2008 Deutsche Bank Dr. Josef Ackermann Vorsitzender des Vorstands Frankfurt, 29. Mai 2008 Schwieriges Marktumfeld seit dem 2. Halbjahr 2007 Erhöhte Unsicherheit auf den Kreditmärkten 700 130 Auswirkungen auf

Mehr

Energie & Bergbau: Aktuelle Entwicklungen im afrikanischen Rohstoff-Sektor

Energie & Bergbau: Aktuelle Entwicklungen im afrikanischen Rohstoff-Sektor Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt 17. Oktober 2012 Energie & Bergbau: Aktuelle Entwicklungen im afrikanischen Rohstoff-Sektor Walter Englert Stellv. Geschäftsführer und Leiter Energie Afrika-Verein

Mehr

Emissionsmarkt Deutschland Q3 2014

Emissionsmarkt Deutschland Q3 2014 www.pwc.de Emissionsmarkt Deutschland Q3 2014 Quelle: Börse Frankfurt Inhalt im Überblick 3. Quartal 2014 3 IPOs IPOs im Q3 2014 4 Veränderungen zwischen Bookbuildingspanne, Emissionspreis und Kurs zum

Mehr

Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte

Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte Mag. Rainer Bacher / Kommunalkredit Austria 25.10.2011 ÖSTERREICHS BANK FÜR INFRASTRUKTUR Auf dem Weg in eine düstere Zukunft? ÖSTERREICHS BANK FÜR INFRASTRUKTUR

Mehr

Überblick Konjunkturindikatoren Eurozone

Überblick Konjunkturindikatoren Eurozone Überblick Konjunkturindikatoren Eurozone Volkswirtschaftlicher Volkswirtschaftlicher Bereich Bereich Indikator Indikator Wachstum Wachstum Bruttoinlandsprodukt Bruttoinlandsprodukt Inflationsrate, Inflationsrate,

Mehr

Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7-Staaten

Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7-Staaten Prozent Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7-Staaten Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7-Staaten Finanzierungsarten in in Prozent der der Gesamtfinanzierung, 1970 1970

Mehr

Kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) Grösste Chancen Zurich Umfrage unter KMUs 2014

Kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) Grösste Chancen Zurich Umfrage unter KMUs 2014 Kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) Grösste Chancen Zurich Umfrage unter KMUs 20. Oktober 20 Inhaltsverzeichnis Einleitung Methodik S. 03 Stichprobenstruktur S. 04 Ergebnisse Zusammenfassung S. 09

Mehr

db X-trackers Informationen

db X-trackers Informationen db X-trackers Informationen Frankfurt 17. September 2013 Währungsgesicherte ETFs können Euro-Anleger vor einem Wertverlust der Anlagewährung schützen Vielen Anlegern ist nicht bewusst, dass bei ihren Investitionen

Mehr

Mittelständische Unternehmensanleihen und Börse

Mittelständische Unternehmensanleihen und Börse Mittelständische Unternehmensanleihen und Börse Präsentation M & A Forum 30. November 2011 Seite 1 Agenda 1. Bedeutung der Kapitalmarktfinanzierung 2. Mittelstand und Börse 3. Die mittelständische Unternehmensanleihe

Mehr

GELD & MACHT Auswirkungen der neuen Bankregulierungen auf die Finanzierung der Realwirtschaft

GELD & MACHT Auswirkungen der neuen Bankregulierungen auf die Finanzierung der Realwirtschaft GELD & MACHT Auswirkungen der neuen Bankregulierungen auf die Finanzierung der Realwirtschaft Dr. Thomas Uher, Sprecher des Vorstands Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ERSTE Bank die Sparkasse

Mehr