-Zeitung. Rheinland-Pfalz 9/04. Überdurchschnittlich hohe psychische Belastungen für ErzieherInnen (S )

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1 Das neue Berufsvorbereitungsjahr (S. 6-9) 9/04 -Zeitung 113. Jahrgang Rheinland-Pfalz Überdurchschnittlich hohe psychische Belastungen für ErzieherInnen (S ) Fotos: Tanja Sengert und Michael Seifert GEW fordert Halbierung der Klassenarbeitsanzahl an Grundschulen (S )

2 Kolumne / Inhalt / Impressum Foto: Lucas Schmitt Schlechte Reden und üble Kampagnen Manch eine(r) wird bei der ersten Konferenz im neuen Schuljahr erstaunt in die Runde geschaut, altbekannte Gesichter nicht mehr erblickt und neue Antlitze erspäht haben. Ja richtig, die, die, die, der und der und der sind im Ruhestand bzw. in Altersteilzeit, und diese Jungen, das sind keine Schülervertreter, nein, das sind junge KollegInnen. Gut so, wenn die Jungen nicht nur biologisch, sondern auch geistig jung sind. Mit neuen Ideen kommen und nicht das nachahmen, was sie an altertümlicher Didaktik aus ihrer eigenen Schulzeit kennen. Erinnerung an die, die jetzt vermutlich irgendwo in der Sonne erstmals Urlaub in der Nachsaison machen können. Einige vermisst man schmerzlich, bei anderen ist man froh, nie mehr mit ihnen zu tun haben zu müssen. Erinnerung auch an ein besonderes Spektakel, das sich zum Schuljahresende garantiert wiederholen wird: das Verabschiedungsritual. Festivals der großen Lügen und der schlechten Reden müsse er da über sich ergehen lassen, meinte neulich ein Kollege, der dienstlich gezwungen ist, mehr als einmal im Jahr an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Große Lügen Das ist bei Verabschiedungen so wie bei Trauerfeiern. Nirgendwo wird so viel gelogen. Warum auch nicht. Bei Trauerfeiern tröstet es die Hinterbliebenen, bei Verabschiedungen ist es eh egal, was erzählt wird. Wer es zum Beispiel als Personalrat nicht gepackt hat, seinem despotischen Schulleiter die Stirn zu bieten, muss auch nicht zum großen Revancheschlag ausholen, wenn zum Glück alles vorbei ist. Ansonsten wäre das Bierzeitungsniveau, wo leider allzu oft Unreife, die immer brav gekuscht haben und denen nun Reife attestiert wurde, dann plötzlich unter die Gürtellinie zielen. Wirklich weh tun schlechte RednerInnen. Was da nun als schlecht empfunden wird, unterliegt natürlich der subjektiven Beurteilung des Zuhörers. Aufgeregte, schwitzende, sich mal verhaspelnde RednerInnen können dennoch überzeugend rüberkommen, wenn ihre Aussagen originell, herzlich und authentisch sind. Da darf sich ein Schülervertreter durchaus mal für das große Arrangement beim scheidenden Schulleiter bedanken und das große Engagement gemeint haben. Das ist nicht schlimm. Schlimm sind die vermeintlich routinierten RednerInnen - so der oben angeführte Kollege bei seiner Charakteristik des ideellen Gesamtschlechtredners -, die sich im Stile provinzieller PolitikerInnen cool am Podium lümmeln, besserwisserisch erst mal sämtliche VorrednerInnen korrigieren, dann lieblos biografische Daten des zu Verabschiedenden herunterleiern, um schließlich stereotyp allgemeine Floskeln, die sie bei jedem ähnlichen Anlass von sich geben, aneinander zu reihen. Nicht zu vergessen der Höhepunkt: Frau oder Herr Wichtig teilt dem Auditorium bedauernd mit, sie oder er könne am weiteren Verlauf der Veranstaltung zu ihrem / seinem größten Bedauern leider nicht mehr teilnehmen, da andere dringende Termine warteten... Auszuhalten ist so etwas nur, wenn hinterher Sommerferien sind. Da freut man sich so richtig auf das Sommerloch, wenn mal wieder irgendwelche absurden Themen ausgegraben werden. Aber leider: Nix war s in diesem Sommer mit dem Loch. Zu verdanken hatten wir das unter anderem einer merkwürdigen Allianz: Die Springerpresse, der Spiegel und die Süddeutsche verkündeten in großen Lettern und mit starken Worten ( staatlich verordnete Legasthenie - so Stefan Aust) die Rückkehr zur alten Rechtschreibung, an der bisher nur die FAZ-Gruppe festgehalten hatte. Die Argumente aus dieser Diskussion sind bekannt und sollen daher nicht wiederholt werden. Nur so viel: Die Reform war in der Tat nicht der große Hit, aber besser als die alte ist die neue Rechtschreibung allemal. Als Schulpraktiker kann man da nur den Kopf schütteln: Das Problem ist doch beispielsweise nicht, ob ich dass oder daß schreibe, das Problem vieler SchülerInnen (und nicht nur dieser, weiß der Redakteur) ist, dass sie nicht zwischen das als Pronomen bzw. als Artikel und der Konjunktion dass unterscheiden können. Dergleichen Beispiele, die zeigen, wo die wahren Schwierigkeiten liegen, gäbe es viele. Nach der Reaktion der KMK und anderer Verlage könnte man das Thema abhaken. Bliebe da nicht ein übler Nachgeschmack angesichts der perfiden Kampagne, durch die Bildungsministerin Doris Ahnen als aktuelle KMK-Präsidentin ins Visier der Bild-Zeitung geraten ist. Schlagen wir nach bei Wallraff, und wir erkennen die Methode: 1. Kampagnen brauchen schlagkräftige Wortschöpfungen: Schlechtschreibreform war es in diesem Fall. 2. Kampagnen brauchen Unterstützung: 50 Prominente bekundeten auf Seite 1 der Ausgabe vom 10. August 04 ihre Ablehnung der Reform. 3. Kampagnen unterdrücken andere Meinungen: Im Gegensatz zu Zeitungen wie der SZ kamen keine Befürworter zu Wort. 4. Kampagnen personifizieren das vermeintliche Übel: Deutschlands mächtigste Kultusministerin und erbittertste Kämpferin für die neue Rechtschreibung Doris Ahnen - mit Riesenfoto von 20 auf 20 cm abgebildet - wird zur Inkarnation des Versagens. Angeblicher Beleg: Ministerielle Pressetexte und Grußworte aus den Jahren 2001 bis 2004, in denen ein paar Tippfehler und alte Schreibweisen entdeckt wurden. Das üben wir noch mal, Frau Schlechtschreib-Ministerin, so das Resümee, das persönlich lächerlich machen soll. Peinliche Frage zum Abschluss: Woher wissen wir das alles, liest da jemand heimlich Bild. Hand aufs Herz: Auf unserer Urlaubinsel in Griechenland gab es keine andere Tageszeitung und wir wollten doch eigentlich nur die Bundesligaergebnisse erfahren! Günter Helfrich Aus dem Inhalt GEW-ZEITUNG Rheinland-Pfalz Nr. 9 / 2004: Gastkommentar: Doris Ahnen Seite 3 Beamtenpolitik Seiten 4-5 Berufliche Bildung Seiten 6-9 Schulen Seiten Sozialpädagogik Seiten Recht / GEW-Fortbildung Seiten Leserbrief / GEWerkschaftstag 2005 Seiten Junge GEW / Alter + Ruhestand Seiten Reisebericht / GEW-Intern Seiten Tipps + Termine / Kreis + Region Seiten Schulgeist / Schulgeist einst Seiten Impressum GEW-ZEITUNG Rheinland-Pfalz Herausgeber: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz, Neubrunnenstr. 8, Mainz, Tel.: ( ) , Fax: (06131) , Redaktion: Günter Helfrich (verantw.), Paul Schwarz (Stellvertr./Bildungspolitik), Ursel Karch (Gewerkschaftspolitik), Karin Helfrich (Außerschulische Bildung), Marc-Guido Ebert (Junge GEW); Redaktionsanschrift: GEW-Zeitung Rheinland-Pfalz, Postfach , Ludwigshafen, Tel./ Fax: (0621) , Verlag und Anzeigen, Satz und Druck: Verlag Pfälzische Post GmbH, Winzinger Str. 30, Neustadt a.d.w., Tel.: (06321) ; Fax: ( ) ; Datenübernahme per ISDN: ( ) (Leonardo-SP - <MAC> = 2 kanalig) Manuskripte und Beiträge: Die in den einzelnen Beiträgen wiedergegebenen Gedanken entsprechen nicht in jedem Falle der Ansicht des GEW-Vorstandes oder der Redaktion. Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder zug te Daten wird keine Gewähr übernommen. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten; für Nichtmitglieder jährlich Euro 18,-- incl. Porto + MWSt. (Bestellungen nur beim Herausgeber.) Kündigung 3 Monate vor Ablauf des Kalenderjahres. Im anderen Falle erfolgt stillschweigend Verlängerung um ein weiteres Jahr. Anzeigenpreisliste Nr. 12 beim Verlag erhältlich. Redaktionsschluss: jeweils der 1. des Vormonats. 2

3 Gastkommentar Schriftsprache soll möglichst leicht erlernbar sein Gastbeitrag von Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz, amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz Die Rechtschreibreform, die das Ergebnis eines Ende der siebziger Jahre eingeleiteten breiten Diskussionsprozesses auf internationaler Ebene ist, hat aktuell zu einer Debatte geführt, die einige zentrale Punkte, die vor allem den Kultusministerinnen und Kultusministern wichtig waren und sind, fast völlig ausblendet. Es geht nämlich um die Erlernbarkeit der Schriftsprache, es geht um ein gemeinsames Vorgehen im deutschsprachigen Raum, und es geht auch um die Verlässlichkeit getroffener Entscheidungen. Ziel und Kern der Reform war und ist, das Erlernen der deutschen Schriftsprache zu erleichtern. Und dieses Ziel hat die 1996 beschlossene Reform nach allen Erfahrungsberichten erreicht. So wurde die Zahl der Rechtschreibregeln durch die Reform auf etwa die Hälfte reduziert. Mehr als 15 Millionen Schülerinnen und Schüler haben seither allein in Deutschland nach den neuen Regeln gelernt, die in den Schulen weitestgehend problemlos umgesetzt werden. Viele Lehrerinnen und Lehrer berichten zudem, das Schreibenlernen falle Kindern dadurch leichter. Schülerinnen und Schüler lernen und schreiben nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein nach den neuen Regeln. Gerade weil die Sprache eine hohe Bedeutung hat, war und ist diese in- ternationale Abstimmung unverzichtbar. Jedes andere Vorgehen hätte zwangsläufig einen Bedeutungsverlust für die deutsche Sprache zur Folge. Dass Ältere sich erst an die Umstellung gewöhnen mussten und vielleicht noch müssen, das kann ich nachvollziehen. Aber von den Neuregelungen der Rechtschreibreform sind nach Feststellung der Duden- Redaktion gerade mal zwei Prozent der Wörter eines Textes betroffen; 95 Prozent von diesen Veränderungen berühren den Ersatz von (scharfem) ß durch Doppel-s, der ganz überwiegend akzeptiert und begrüßt wird. Ich fände es gut, wenn möglichst viele Erwachsene den Kindern als gutes Beispiel vorangehen würden, auch wenn die Rechtschreibregelung keine Bindung für den privaten Bereich entfaltet. Kein Verständnis habe ich für die Entscheidung von Springer-Verlag und Spiegel, der wenige andere Printmedien folgen wollen, zur alten Rechtschreibung zurückzukehren. Das schafft völlig unnötige Verunsicherung und lässt außer Acht, dass auch die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage ebenso wie viele andere, die sich mit dem geschriebenen Wort beschäftigen, an der Reform- Diskussion beteiligt waren. Und was mir besonders wichtig ist: Der Streit um die Rechtschreibung darf nicht auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler ausgetragen werden. Vor allem ihnen ist eine Rücknahme der Rechtschreibreform nicht zumutbar - ganz abgesehen von den Kosten für einen solchen Schritt, die von den Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen ist derzeit Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Foto: t.w.klein photography Schulbuchverlagen bundesweit auf 250 Millionen Euro beziffert werden. Die Übergangsfrist für die gemäßigte Fehlerkorrektur in den Schulen soll am 1. August 2005 enden. Das heißt jedoch nicht, dass sich die deutsche Sprache und ihr mündlicher und schriftlicher Gebrauch in Zukunft nicht mehr verändern werden. Sprache lebt, sie wird von Menschen benutzt und genutzt, sie wandelt sich. Deshalb will die KMK gemeinsam mit den anderen deutschsprachigen Ländern einen Rat für deutsche Rechtschreibung einrichten, an dessen konkreter Ausgestaltung zurzeit gearbeitet wird. Dieser Rat, der ausdrücklich auch ein Angebot an die Kritiker der jetzigen Reform ist, soll die Aufgabe haben, die Entwicklung der Sprache und des Schriftgebrauchs weiter zu beobachten und gegebenenfalls Veränderungen vorzunehmen. 3

4 Beamtenpolitik Tilman Boehlkau, Landesvorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz, zu: Modernisierung des öffentlichen Dienstrechts eine unendliche Geschichte Bereits seit den 70er Jahren diskutieren wir immer wieder mit unterschiedlichen Vorzeichen über den öffentlichen Dienst und seine Beamtinnen und Beamten. Der DGB und seine Gewerkschaften sind dafür gerügt worden, dass sie das Berufsbeamtentum abschaffen wollen. Sogar das beschlossene Programm zur Einführung eines an einheitlichen Grundsätzen orientierten Personalrechts wird als Angriff auf die Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes verstanden. Die sogenannten Reformdiskussionen haben mittlerweile eine andere Qualität bekommen. Reform heißt unter heutigen Bedingungen nur noch Kosteneinsparung bzw. Kürzungen und nicht Verbesserung. Innovationen durch Verhandlungen In den letzten Monaten ist das Thema Innovation zum öffentlichen Thema geworden. Wirtschaft und Gesellschaft sollen durch Innovationen fit für die Zukunft gemacht werden. Deshalb heißt die Devise des DBG und seiner Einzelgewerkschaften: Verhandeln statt Verordnen - Beamtinnen und Beamten vollständige Koalitionsrechte geben Eine umfassende Erneuerung des Beamtenrechts und des öffentlichen Dienstes insgesamt kann nur gelingen, wenn die Beschäftigten in die Prozesse einbezogen werden und über die Ergebnisse mitbestimmen. Der Beamtenstatus darf nicht mehr länger einhergehen mit der Versagung wesentlicher Koalitionsrechte. Strukturprinzipien aus der Zeit der Weimarer Reichsverfassung sind im 21. Jahrhundert nicht mehr geeignet, ein modernes und demokratisches Berufsbeamtentum auszugestalten. Verfassungsrechtlichen Gestaltungsspielraum nutzen Auch ohne Änderung des Grundgesetzes gestatten die hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums schon heute einen weiten Gestaltungsspielraum. Auf der Basis des derzeitigen Verfassungsrechts ist eine weitgehende Einbeziehung der Beschäftigten bei Veränderungen des öffentlichen Dienstrechts sehr wohl möglich. Gewerkschaftliche Beteiligungsrechte im Beamtenrecht ( 105 Landesbeamtengesetz - LBG) sind dabei ein wesentliches Instrument. In einem Gutachten hat Prof. Ulrich Battis zu den Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gewerkschaftlicher Beteiligungsrechte im Beamtenrecht umfassend positiv Stellung genommen (das Gutachten kann beim DGB in Berlin angefordert werden). Diese Ausführungen stützen unsere Forderung, die Verhandlungs- bzw. Beteiligungsrechte zu erweitern. Nach Auffassung von Prof. Battis soll rechtlich gewährleistet werden, dass * Verwaltungsvorschriften zu beamtenrechtlichen Fragen durch Verträge ersetzt werden. * - nicht zustimmungspflichtige Verordnungen ausgehandelt und danach durch die Bundesregierung erlassen werden. * - bei zustimmungspflichtigen Verordnungen Einvernehmen mit den Gewerkschaften hergestellt wird, bevor sie inhaltsgleich dem Bundesrat vorgelegt werden. * - auch Gesetzesentwürfe der Bundesregierung verhandelt werden, bevor sie dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden. Im internationalen Vergleich schneidet das deutsche Beamtenrecht sehr obrigkeitsorientiert ab. So gibt es in zahlreichen europäischen Nachbarstaaten umfassende Streik- und Verhandlungsrechte für Beamtinnen und Beamte. In einigen Staaten unterliegt dieses Streikrecht zwar Einschränkungen, doch anders als in der Bundesrepublik Deutschland wird es nicht grundsätzlich abgesprochen. Diese Regelungen zeigen, dass Neutralitätspflicht und Streikrecht für Beamtinnen und Beamte nicht unvereinbar sind und demonstriert, dass die Funktionsfähigkeit des Staates erhalten bleibt. Dazu zählt aber auch eine Reform des Laufbahnrechts, trotz der teilweise positiven Änderungen der letzten Jahre. Das Laufbahnrecht muss vertikal (Aufstiege) wie horizontal (Laufbahnwechsel) flexibler und durchlässiger werden. Die formale Laufbahnzulassung nach Bildungsabschlüssen muss ebenso wegfallen wie Zulassungsbeschränkungen beim Aufstieg. Heute haben zwar fast alle Länder der Bundesrepublik die rechtlichen Rahmenbedingungen für leistungsbezogene Besoldungsbestandteile geschaffen, wenden sie aber aus haushaltspolitischen Gründen nicht an. Insgesamt scheinen die Landesregierungen die Leistungsorientierung mit Kürzungsmöglichkeiten zu verwechseln. Leistungsprämien mutieren außerdem in ihrem Ansehen schnell zu Nasenprämien und es fehlt ein transparentes Vergabesystem. Wir fordern, die Rahmenkriterien der Vergabe mit den Dienstherrn und den Gewerkschaften zu vereinbaren. Die weitere Ausgestaltung unterhalb der Rahmenkriterien ist mit den Personalvertretungen abzustimmen. Der Beamtenstatus gilt in der Regel auf Lebenszeit. Wenn Besoldung und Versorgung also eine Einheit darstellen, dann kann man Veränderungen in diesem Bereich nur vornehmen, wenn Vertrauen geschützt wird und die Grundprinzipien Bestand haben. Bei Veränderungen des Beamtenversorgungssystems ist für die Älteren Vertrauensschutz vorzusehen, für versorgungsnahe Jahrgänge müssen Übergangslösungen gefunden werden und für jüngere aktive Beamtinnen und Beamte muss die Chance bestehen, ihre Lebensplanung auf Veränderungen einstellen zu können. Das Versorgungsänderungsgesetz 2001 hat dies nicht berücksichtigt. Pensionärinnen und Pensionäre sowie versorgungsnahe Jahrgänge können die seit 2003 mit den Einschnitten verbundenen Kürzungen ihrer Bezüge nicht ausgleichen. Sie haben keine Chance mehr, einen privaten Riester-Vertrag abzuschließen. Für über 55jährige ist kein Versicherungsunternehmen bereit, einen Vertrag zur Verfügung zu stellen. 4

5 Beamtenpolitik Die Kosten des Vertrages würden die Einzahlungen fast vollständig verbrauchen. Verschlechterungen in der gesetzlichen Rentenversicherung wurden bisher immer auf die Beamtenversorgung übertragen, ohne dass die Systemunterschiede angemessen berücksichtigt und die Auswirkungen auf Beamtinnen und Beamte öffentlich deutlich gemacht wurden. Altersgerechte Arbeitsbedingungen schaffen, um Frühpensionierungen zu vermeiden Eine Verminderung der Versorgungsausgaben ist durch eine Verringerung der Frühpensionierungen zu erreichen. Frühpensionierungen können langfristig nur durch eine qualifizierte Gesundheitsförderung eingedämmt werden. Restriktive gesetzliche Maßnahmen, wie sie bisher eingeführt wurden, helfen hier nicht weiter. Aufgaben und Rolle des öffentlichen Dienstes in der Bundesrepublik Deutschland und Europa In Deutschland wurden und werden viele Leistungen der Daseinsvorsorge traditionell von den Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Kommunen) angeboten. Angesichts der Finanznot der öffentlichen Haushalte hat die Forderung nach Beschränkung des Staates auf seine Kernaufgaben bei fast allen verantwortlichen Reformakteuren außerordentlich an Popularität gewonnen. Der Privatisierung darf kein Vorrang eingeräumt werden. Der Druck auf die Europäische Union, den Wettbewerb auf die Daseinsvorsorge auszuweiten, hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine faire Marktöffnung, die durchaus Chancen für soziale Vorteile, wirtschaftliche Effizienz und Beschäftigung bieten kann. Allerdings sind diese Prozesse bisher vor allem auf Kosten der Arbeitsbedingungen in den jeweiligen Sektoren erfolgt. Den Beweis, dass die Liberalisierung grundsätzlich auch mit mehr Service und KundInnenorientierung einhergeht, sind die Befürworter eines stärkeren Wettbewerbs und die privaten Dienstleistungsanbieter bislang schuldig geblieben. Die Gewerkschaften weisen mit Nachdruck darauf hin, dass öffentliche Daseinsvorsorge der Liberalisierung Grenzen setzt, weil hohe Sozial-, Umweltund Sicherheitsstandards zu gewährleisten sind. Wir erwarten nicht zuletzt einen seriösen Umgang mit den sozialen Konsequenzen der Liberalisierungsund Deregulierungsmaßnahmen, vor allem was den Verlust von Arbeitsplätzen und die Veränderungen von Arbeitsbedingungen anbetrifft. Hier fehlt nach unserem Eindruck aber oft der politische Wille, entsprechend zu handeln. (Auszüge aus dem Eröffnungsreferat, gehalten am 27. Mai 2004 auf der DGB- Fachtagung für Beamtinnen und Beamte) Ich möchte mehr Infos über (Zutreffendes ankreuzen): Studien- / Schulfahrten und Jugendgruppenreisen 2005 Deutsche Jugendherbergen & Niederländische Hostels 2005 Bitte schicken Sie den/die gewünschten Katalog/e an folgende Adresse: Privatanschrift Name/Vorname Straße, Nummer PLZ, Ort Einer für alle(s)! Schulanschrift Name der Schule Straße, Nummer PLZ, Ort (GEW-Zeitung Rheinland-Pfalz) Studien- und Schulfahrten zum Pauschalpreis. Wählen Sie Ihr nächstes Lehrziel in unseren Katalogen Studien-/ Schulfahrten und Jugendgruppenreisen 2005 und Deutsche Jugendherbergen & Niederländische Hostels Wir organisieren die komplette Reise. Von der Abfahrt bis zur Rückfahrt, inklusive Unterkunft, Verpflegung und pädagogischem Programm kompetent, lehrreich und preisgünstig in einem Zug. Alles aus einer Hand. Alles mit der Bahn. Also: Schauen Sie doch mal rein in unsere Kataloge. Bestell-Coupon bitte schicken an: DB Personenverkehr GmbH Mehrtagesschulfahrten und Jugendgruppenreisen Postfach 1701, Karlsruhe Weitere Informationen in allen DB ReiseZentren und Reisebüros mit DB-Lizenz und unter 5

6 Berufliche Bildung Das neue BVJ: Aufhebung von Sackgassen Auftaktveranstaltung zur Reform des Berufsvorbereitungsjahres in Speyer Ca. 300 Schulprofis folgten der Einladung des Bildungsministeriums und des IFB zur Vorstellung des neuen BVJ-Konzeptes sowie der Ergebnisse der Modellversuche Qualifizierungsbausteine in der Ausbildungsvorbereitung und Berufsund arbeitsweltbezogene Schulsozialarbeit Ende Juni in Speyer. Mit einer Diashow, die Jugendliche bei der Ausübung handwerklicher Tätigkeiten zeigte, und mit Musik von den Prinzen wurden die Anwesenden auf die Veranstaltung eingestimmt. Nach einer Begrüßung und Einführung durch MDirig Dr. Hans-Jürgen Berg vom MBFJ hob IFB-Direktor Botho Priebe in seiner Eröffnungsrede hervor, dass gerade die Bündelung von Maßnahmen bei der BVJ-Reform interessant seien, nämlich: * Erweiterung der didaktisch-methodischen Konzeption (Lehrplan und Standards) * Förderung benachteiligter SchülerInnen * Schulsozialarbeit * Sprachförderung * Individuelle Förderung und pädagogische Diagnostik * Vernetzung der beteiligten Schulen * Kooperation der Lehrkräfte. Priebe sieht zur Zeit das Fiasko einer immer größer werdenden Gruppe von Jugendlichen ohne Schulabschluss und hält es für sehr wichtig, durch individuelle Förderung mehr als bisher auf die Heterogenität der SchülerInnen einzugehen. Dr. Ottweiler (Pädagogisches Zentrum) forderte in seiner Rede, dass Konzepte zur besonderen Förderung benachteiligter SchülerInnen als Selbstverständlichkeit in allen Schularten verankert werden müssten. Zur bundespolitischen Bildungsarbeit hielt Herr Dr. Albert vom BMBF einen Vortrag über die Konzeption der beruflichen Qualifizierung für Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf (BQF). Diese Konzeption wurde entwickelt von der Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung des Bündnisses für Ar- beit und gliedert sich in die vier Innovationsbereiche Strukturverbesserungen, Trägerarbeit, Prävention sowie MigrantInnen/AussiedlerInnen. Näheres kann man unter abrufen. Nach diesen Reden stellte Staatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig vom MBFJ das neue Konzept vor. Als ein Grundproblem des Bildungssystems sieht er eine immer stärker werdende Kluft im Übergang von der Schule in den Beruf. Immer mehr SchülerInnen schafften den Sprung in die Ausbildung nicht, verblieben an der BBS oder fielen ganz aus dem Schulsystem heraus. Anders als früher hätten diese drop outs jedoch kaum noch eine Möglichkeit, sich in die Berufswelt zu integrieren. Eine weitere Grundthese des Staatssekretärs ist, dass die berufliche Bildung unter einem starken Ansehensverlust leide und viele Eltern das Abitur mit dem Geburtsschein für ihre Kinder reklamierten. Jeder Weg ohne Abitur stelle für diese Eltern ein Scheitern ihrer Sprösslinge dar. Als Reflex auf diese gewandelten Verhältnisse möchte er die Strukturreform verstanden wissen, die an vielen Punkten gleichzeitig ansetze: Mit der Berufsoberschule solle die Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung mit der allgemein bildenden Schule hergestellt werden. Die Möglichkeit, über die BOS zur allgemeinen Hochschulreife zu gelangen, solle auch dazu beitragen, dass das Ansehen der beruflichen Bildung steige. Das Schulsystem werde durch diese Öffnung durchlässiger. Für das Berufsvorbereitungsjahr verwies der Staatssekretär darauf, dass der strategische Wert der BBS darin bestehe, SchülerInnen nicht aufzugeben. (Vgl. auch das Interview in diesem Schwerpunkt). Die Gesellschaft dürfe nicht nur die Leistungsfähigen nehmen und gleichzeitig drop outs produzieren. Um hier anzusetzen, betrage fortan die Klassengröße im BVJ statt 18 nunmehr 16 Schülerinnen und Schüler. Mit der Reform verstärken wir den Weg, den Schulen mehr Freiheit zu geben, mehr Eigenverantwortung bei der Klassenbildung und bei der Sprachförderung, so Hofmann-Göttig weiter. Auch werde im Rahmen der Reform die Vernetzung zwischen abgebenden und aufnehmenden Schulen weiter ausgebaut, alle Schulen sollten miteinander kooperieren und Übergänge sollten organisiert werden. Mit der Einführung von Qualifizierungsbausteinen im BVJ solle erreicht werden, dass Teilkompetenzen zertifiziert werden, alles soll einen Stellenwert für alles haben, um so den Eintritt ins Berufsleben zu erleichtern. Zur Zeit würden an sechs BBS die Qualifizierungsbausteine im Modellversuch erprobt. Ein weiterer Modellversuch beziehe sich auf die Arbeitsweltbezogene Schulsozialarbeit. Abgerundet würde die Strukturreform durch einen Ausbau der Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte und SozialpädagogInnen. Mit dem neuen Schulgesetz stünde nun die individuelle Förderung als oberstes Gebot im Zentrum, so der Staatssekretär weiter: Die Strukturreform der BBS ist eine Reform ohne Einsparung, ohne Verschlechterung und ohne Mehraufwand für die Betroffenen, aber mit großen Möglichkeiten für die Verbesserung der Situation von Jugendlichen. Im weiteren Verlauf seiner Rede ging er detailliert auf die Risiken des dualen Ausbildungssystems und das Risiko der mangelnden Ausbildungsreife ein. Die Partner in der Wirtschaft würden das Argument der mangelnden Ausbildungsreife als Begründung für die Tatsache, dass nicht alle Jugendliche mit einer Ausbildung versorgt werden könnten, in die Diskussion bringen. Sie würden deshalb ein erstes Ausbildungsjahr in der BBS - auf Kosten des Staates - verlangen. Zwar gäbe es berechtigten Anlass für Klagen über die mangelnde Qualifikation von Schulabgängern (siehe auch PISA) und qualitative Verbesserungen an allgemein bildenden Schulen würden dringend gebraucht (nationale Bildungsstandards, Qualitätsmanagement), aber es bliebe immer ein gewisser Prozentsatz junger Menschen, die es auf dem direkten Wege nicht zu einem Schulabschluss schafften. Daher sei der Bedarf für ein Be- 6

7 rufsvorbereitungsjahr auch in Zukunft vorhanden. Besonders hob der Staatssekretär hervor, wie wichtig es ihm sei, dass das BVJ an die BBS angegliedert sei und nicht wie neuerdings in Hessen an die Sek I. Gerade durch das neue Umfeld und durch die Nähe zu Jugendlichen, die in der Ausbildung stünden, würden sich neue Perspektiven für die betroffenen SchülerInnen ergeben. Hofmann-Göttig beendete seine Rede mit einem besonderen Dank an die GEW (vertreten durch Annelie Strack) für die engagierte Mitarbeit an der Reform der BBS. Er betonte in diesem Rahmen die Besonderheit von Rheinland-Pfalz, da hier eine Kooperation mit allen Beteiligten in einem diskursiven Reformprozess stattfände. In der anschließenden Fragerunde und Diskussion wurde von einem Lehrer aus Kaiserslautern die Frage aufgeworfen, ob die Einführung der Qualifizierungsbausteine nicht einen Einstieg in den Ausstieg der beruflichen Bildung darstelle. Diesem Einwand wurde seitens des Ministeriums massiv widersprochen. Da viele Hilfsarbeiterberufe weggefallen seien, müsse etwas für diejenigen getan werden, die den Einstieg in die Berufswelt nicht schaffen. Auch stelle das neue Konzept keinen Einstieg in eine Berufsausbildung light dar. Frau Diewald, Lehrerin mit einer Abordnung an das PZ, stellte in ihrem Wortbeitrag die zunehmende psychische Belastung der Lehrkräfte durch die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen auch nach erfolgreich abgeschlossenem BVJ in den Mittelpunkt. Sie verknüpfte dieses Statement mit der Frage, wie die Benachteiligung der Jugendlichen nach dem BVJ abgebaut werden könne. In seiner Antwort stellte MDir. Dr. Berg einleitend fest, dass eine zufrieden Berufliche Bildung In ihrer Regie entstand das neue BVJ-Konzept: Ministerialrätin Sabine Nugel aus der BBS-Abteilung im Bildungsministerium Fotos: Marc-Guido Ebert stellende Antwort nicht möglich sei. Das Problem der Integration benachteiligter Jugendlicher sei seit langem bekannt. Neben einer zu geringen Zahl an Ausbildungsplätzen und teilweise zu hohen Anforderungen in den Ausbildungsordnungen sieht er auch ein großes Problem in der Motivationslage. Wenn nur 5% der BVJ-AbsolventInnen auf Dauer integriert werden können, ist die Verbesserung der Motivationslage ein riesiges Problem. Die Förderstrukturen seien vorhanden: Ausbildungsbegleitende Hilfen (abh), Berufsausbildungsoffensive, Kompetenzfeststellung. Aber es sei mehr Vernetzung erforderlich und die Hilfestellung der Bundesagentur für Arbeit müsse auch bei der Schule wirksam werden. Nach dieser Frage- und Diskussionsrunde wurde die Veranstaltung durch zwei Vorträge weitergeführt. Herr Winter vom Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH (INBAS) stellte in seinem Vortrag die Entwicklungsinitiative Neue Förderstruktur für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf vor. Im Mittelpunkt dieses Projektes stünden ein Paradigmenwechsel: * Von der Maßnahmen- zur Persönlichkeitsorientierung * Von der Defizit- zur Kompetenzorientierung * Modell des flexiblen Ein- und Ausstiegs * Ganzheitlichkeit/Lebensweltorientierung * Partizipation der Jugendlichen Näheres kann man unter www. inbas.de erfahren. Er sieht ein Problem im Widerspruch zwischen positiven pädagogischen Ansätzen von INBAS (übernommen in das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit) und Finanzierungkriterien der Bundesagentur für Arbeit (Verkürzung der Finanzierungsdauer, 70 % Vermittlungsquote, Zentralisierte Ausschreibung der Maßnahmen etc.). Es bestünde die Gefahr, dass durch diese Kriterien gerade Benachteiligte ausgegrenzt werden. Ein weiteres Referat wurde von Herrn Paulsen vom BIBB gehalten. Er wünscht sich, dass die Benachteiligtenförderung wieder ein bildungspolitisches Thema werde. Immerhin hätten 15% der Jugendlichen Deutschen keine Berufsausbildung, bei den AusländerInnen läge der Anteil bei 40%, so Paulsen. Auch wenn das Thema nunmehr 30 Jahre alt sei, die Aktualität sei erschreckend. Während sich bisher die SchülerInnen an die Strukturen hätten anpassen müssen (was viele nicht schafften), könne man heute die Schüler nur durch ein integratives Fördersystem, durch eine individuelle Förderstruktur und ein hohes Engagement aller Beteiligten erreichen. Am Nachmittag wurden die Gäste in frei zu wählenden workshops über die Details der neuen Konzeption informiert. Der Gedankenaustausch in diesen Arbeitsgruppen rundete die Veranstaltung ab, da sich hier jeder aktiv einbringen konnte und geballtes Fachwissen ausgetauscht wurde. Durch die Veranstaltung führte sehr gekonnt Ministerialrätin Sabine Nugel vom MBFJ, die diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem IFB organisiert hatte und in der Fachabteilung des Ministeriums u.a. verantwortlich für das BVJ ist. mge/as 7

8 Berufliche Bildung Foto: Marc- Guido Ebert Staatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig: Keiner soll durch den Rost fallen Interview bei Auftaktveranstaltung zum neuen BVJ Als Jugendforscher liegt ihm die Benachteiligtenförderung besonders am Herzen: Staatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig. Ein Staatssekretär bei der Vorstellung des neuen BVJ Konzeptes - Was steckt dahinter? Wir wollen mit der Strukturreform der Berufsbildenden Schule und insbesondere mit der BVJ-Reform unterstreichen, dass das ein ganz wichtiger bildungspolitischer Einschnitt ist, den wir hier vornehmen. Sowohl organisatorisch als auch inhaltlich bekommt das Berufsvorbereitungsjahr ein neues Gewand im Sinne einer ausbildungsorientierten Ausrichtung. Ein neues BVJ-Konzept wird vorgestellt. War das alte schlecht? Es gibt nichts, was so gut ist, dass es nicht noch verbessert werden könnte. Das BVJ ist schon eine schwierige Aufgabe in Hinblick auf die Zielgruppe: Hier Anstrengungen zu unternehmen, war mehr als notwendig. Ich erinnere an die beiden Modellversuche, die hier heute ihren Start genommen haben: Kooperation von Schulsozialarbeit und Lehrkraft einerseits, die Qualifizierungsbausteine andererseits, das sind schon zwei ganz wichtige Elemente der Reform. Das Wichtigste aber ist, dass wir die Rahmenbedingungen durch die Absenkung der Klassengröße von bisher 18 auf nunmehr 16 Schüler pro Klasse verbessert haben. Bei den Schulen bleibt die Freiheit der Klasseneinteilung. Sind homogene Klassen demnach nach wie vor möglich? Die Schulen können diese Entscheidungen aufgrund der Reform selbst treffen: Die Einteilung mag auch von den örtlichen Begebenheiten abhängen und umfasst neben der Klasseneinteilung auch die Art und Organisation der Sprachförderung. Zudem müssen wir uns endlich von dem Gedanken frei machen, dass wir es in den berufsbildenden Schulen mit homogenen Lerngruppen zu tun haben. Allein die große Unterschiedlichkeit der Bildungsbiografien und der Sozialisationen der Jugendlichen im BVJ, die hier zusammenkommen, bedeutet Heterogenität mit aller sich daraus ergebenden Konsequenz auch im Hinblick auf eine dringend erforderliche individuelle Förderung. Sie haben bereits die Qualifizierungsbausteine (QB) als ein wichtiges Element der Reform erwähnt. Wie geht Schule damit künftig um? Durch den Modellversuch haben wir die große Chance, Entwicklungs- und Umsetzungsschritte im BVJ zu erproben. Blinder Aktionismus nach dem Motto: Ich nehme einen QB und wende ihn an ist hier eher schädlich. Das System der QB gehört eingebettet in ein Konzept der Förderplanung und Qua- Kommentar Aus Trampelpfaden Wege bauen und Einbahnstraßen öffnen Mit dem neuen BVJ-Konzept werden Pfade zu einer (schüler-) gerechteren Pädagogik gelegt. Was auf den ersten Blick als zögerlicher Versuch einer Strukturreform aussieht, hat es bei genauer Betrachtung in sich. Die Absenkung der Klassengrößen von 18 auf 16 SchülerInnen entspricht einer Klassenreduzierung um 11%. Das heißt, dass rein rechnerisch die verbleibenden Schüler entsprechend mehr gefördert werden können. Wie konkret sich diese neue Messzahl im Lehreralltag auswirkt, wird sich zeigen. Der andere Schritt hin zu einer verstärkten Vernetzung von Schulsozialarbeit und Berufswelt greift den Ansatz auf, den arbeitslose Jugendliche bisher oft erst in vom Arbeitsamt bezahlten Trainingsmaßahmen erfahren konnten: Hilfen bei der Bewerbung sowohl für SchülerInnen (dort ist eine Stelle frei) als auch für Betriebe (der Jugendliche bringt die erforderlichen Qualitäten und Grundfertigkeiten mit). Wenn dieser Schritt konsequent ausgebaut wird, dann dürften Jugendliche aus dem BVJ tatsächlich schneller in die Arbeitswelt integriert werden. Allerdings ist auch klar, dass die Umsetzung dieses Konzeptes bei der derzeitigen Arbeitssituation der Schulsozialpädagogen (teilweise 30 Stunden/Woche für 100 Schüler und schlimmer) zu Lasten der sonstigen Betreuung gehen dürfte. Der dritte Pfeiler weist in die gleiche Richtung: Qualifizierungsbausteine sollen die SchülerInnen punktuell und dokumentierbar auf einzelne Berufsfelder vorbereiten. Dieses Modell bringt den Arbeitgebern den Vorteil, dass sie in einer Bewerbungsmappe sofort erkennen können, was ein Bewerber tatsächlich in der Küche, in der Werkstatt kann. Den SchülerInnen dürfte mit dem Nachweis ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit eine ganze Portion an Selbstvertrauen gegeben werden. Wenn die Lehrkräfte mehr Zeit haben, um Qualifizierungsbausteine zu organisieren, wenn die Sozialarbeit sich verstärkt mit den Betrieben vernetzt, wenn SchülerInnen mehr berufliche Qualifikation erlangen, dann erscheint dies als eine runde Sache. Bleibt zu hoffen, dass alle Kolleginnen und Kollegen vor Ort diese neuen Wege beschreiten und so mithelfen, dass aus einem Konzept ein Erfolg für alle Beteiligten wird. Es ist wahrlich an der Zeit, dass - so Staatssekretär Prof. Dr. Hofmann Göttig - unser Bildungssystem aufhört, für so manchen eine Einbahnstraße ins gesellschaftliche Aus zu sein. Auch wenn wir es mit Sicherheit nicht schaffen werden, alle SchülerInnen mit diesem Konzept zu erreichen, so werden es doch ein paar weniger sein, die durch das Sieb ins Aus fallen. Marc-Guido Ebert 8

9 Schulen lifizierungsbegleitung. Die Ergebnisse des Modellversuchs werden uns bei der Umsetzung begleiten und alle anderen Schulen mit ins Boot holen. Hier kommt uns im Übrigen der Umstand zugute, dass der weitere Modellversuch Berufs- und Arbeitsweltbezogene Schulsozialarbeit 21 berufsbildende Schulen in sich vereinigt und thematisch in Bezug auf die individuelle Förderplanung eine enge Vernetzung vorgesehen ist. Eine Schule für alle Ein Film von Paul Schwarz Nicht nur in Finnland gibt es gute Schulen. Auf dem Weg zu einer Schule für alle ist die Integrierte Gesamtschule Bonn-Beuel. Paul Schwarz hat über diese Schule einen 45minütigen Film gedreht, ihr Motto Jedes Kind ist einzigartig. Die einzelnen Filmkapitel: Neue Lernkultur und Integrationsarbeit (Kinder aus 25 Nationen, behinderte und nichtbehinderte Kinder, Können Sie als Jugendforscher den Lehrkräften an der pädagogischen Front einen Tipp geben? Ich kann nur den Tipp geben, dass man keinen Schüler aufgibt und den manchmal Gestrauchelten klar macht, dass die Gesellschaft sie braucht: Wir wollen, dass auch du erfolgreich bist, auch wenn du es etwas schwieriger hast. Hoffen wir pädagogisch, dass man das gerade an den BBS besser hinkriegt als an allgemein bildenden Schulen, weil eben nicht mehr so stark das rein Geistige angesprochen wird, sondern die Berufsvorbereitung, der Kontakt mit denjenigen, die schon im Beruf stehen und möglicherweise auch als Vorbild dienen können. So nach dem Motto: Was der hinkriegt, das kann ich doch auch schon. Insofern ist das eine ganz wichtige Geschichte, um drop outs zu vermeiden. Als Jugendforscher angesprochen: Ich halte es für ganz schlimm, wenn wir sehenden Auges mitbekommen, dass sich da eine Gruppe von jungen Leuten bildet, die die Meinung hat: Wir werden nicht gebraucht, wir sind verzichtbar. Diese Meinung darf es nicht geben. hoch begabte und schwach begabte Kinder, Töchter und Söhne von Millionären und Kinder von Sozialhilfeempfängern besuchen die Schule) Ganztagsschule mit individueller Förderarbeit, ausgeprägter Mädchenerziehung und Gesundheitserziehung Selbstständige Schule mit einer Steuergruppe, die den gesamtschulischen Entwicklungsprozess koordiniert (Demokratieerziehung mit einer aktiven Schülervertretung), Schule und Region (Community education, Lernen als Teilhabe am lokalen und regionalen Leben, St. Martins-Fest, Zusammenarbeit mit einem Zirkus, Berufspraktika) Berufliche Bildung Hat das Ihrer Meinung nach auch Bezug zum Stellenwert des Berufsvorbereitungsjahres innerhalb des Schulsystems? Selbstverständlich. Das BVJ ist gleichberechtigt mit allen anderen Schulformen einer BBS zu sehen. Das Profil einer Schule wird somit auch durch den Stellenwert, den die BBS der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen zugesteht, bestimmt. Eine Schule, die z.b. aus diesen Jugendlichen so genannte Kellerkinder macht, darf sich nicht wundern, wenn sich die Jugendlichen auch so verhalten. In Ihrer Rede haben Sie gesagt, dass es keine Einbahnstraße im Bildungssystem geben dürfe. Aber wie ist das mit den BVJ-Schülerinnen und Schülern? Die Schulen müssen so stark wie irgendwie möglich fördern - individuell fördern - und dafür sorgen, dass keiner durch den Rost fällt. Geschieht dies doch, muss die Arbeitsverwaltung einsetzen. Die den Jugendlichen angebotene Arbeit muss attraktiver sein als Sozialhilfe. Wenn jemand keinen Schulabschluss erreicht, muss er in unserer Gesellschaft auch andere Möglichkeiten haben, als von der Sozialhilfe zu leben - das können wir uns nicht leisten, das ist auch mit unserem christlichen Weltbild nicht vereinbar. Herr Staatssekretär, vielen Dank für das Gespräch. Marc-Guido Ebert Lernen für die eine Welt (Gesamtschulbibliothek mit Büchern, Lernen mit alten und neuen Medien, die gesamte Schule ist mit 250 Rechnern funkvernetzt, breites Sprachangebot u.a. mit Chinesisch, Russisch und Spanisch, chinesischer Besuch und Gegenbesuch in Chengdu Die Gesamtschule (eine Ausstellung der GEW zeigt, welche ideologischen Kämpfe die IGS in Deutschland zu bestehen hatte. Der ehemalige Schüler Dönhoff: Die Leute fragten uns, ob wir denn keine Eltern hätten, weil wir am Nachmittag in die Schule gehen, Chancengleichheit statt Standesschule) Neben einer VHS-Kassette gibt es auch eine DVD, auf der neben dem Hauptfilm auch die bunte Feier zum 25jährigen Jubiläum mit Bundespräsident a.d. Johannes Rau und der Oberbürgermeisterin von Bonn, Bärbel Dieckmann, aufgezeichnet ist. Der konfektionierte Film (VHS-Kassette, Box und vierseitige Begleitkarte) ist für 12 Euro plus Porto, die DVD für 15 Euro plus Porto bei der IGS Bonn-Beuel, Tel. 0228/777170, Mail erhältlich. red. 9

10 Schulen GEW will Halbierung der Klassenarbeitsanzahl Brief an die Landtagsabgeordneten: Zu hohe Arbeitsbelastung an Grundschulen! Nach dem Gewerkschaftstag wandte sich der GEW-Landesvorsitzende Tilman Bohlkau in einem Brief an die Abgeordneten des Landtages Rheinland-Pfalz, um u.a. auf das Problem der hohen Anzahl der Klassenarbeitenain den Grundschulen hinzuweisen. Die Ankündigung des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend (MBFJ), dass am 28. und 30. September 2004 in allen vierten Klassen erneut Vergleichsarbeiten in den Fächern Mathematik und Deutsch durchgeführt werden sollen, hat den Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz (GEW) veranlasst, die Situation in den Grundschulen zu beleuchten und auf die zunehmenden Belastungen der KollegInnen aufmerksam zu machen. Aus den Grundschulen gibt es ausführliche, z. T. schriftliche Berichte über den hohen Zeitaufwand für die Vorbereitung, Durchführung und Korrektur sowie die hohe Anzahl benötigter Kopien und damit entstandener Kosten. Kritische Rückäußerungen liegen eben- falls zur Zielsetzung der ersten Vergleichsarbeit und zum Zeitpunkt (Durchführung im November 2003, sechs Wochen vor dem Halbjahreszeugnis und der Empfehlungskonferenz) vor. Ebenfalls wurde Kritik daran geübt, dass die Ergebnisse von VERA auch als Kriterium für die Schullaufbahnempfehlung genutzt werden sollten. Die PISA-Ergebnisse haben deutlich gemacht, dass ein höchst selektives Schulsystem wie in der Bundesrepublik keine Chancengleichheit auf Bildung gewährleistet. Dr. Andreas Schleicher, der deutsche Koordinator für die PISA-Studie der OECD in Paris, bemängelt im Zusammenhang mit VERA den weiteren Selektionsaspekt sowie die fehlende individuelle Förderung der SchülerInnen als Konsequenz aus den Vergleichsarbeiten. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Von Leistungskontrollen zu motivierenden Leistungsrückmeldungen. Wo sind Defizite, wo sind Stärken? Wie kann Schulen, LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern geholfen werden? (Zitat von Andreas Schleicher auf dem Bildungskongress der GEW am 31. Oktober 2003 in Berlin) Die bisherige Praxis mit VERA in Rheinland-Pfalz erfüllt diese Ziele bisher nicht und hat zu zusätzlichen Belastungen für LehrerInnen und SchülerInnen geführt, insbesondere, weil in der Grundschule schon bisher die höchste Anzahl von Klassenarbeiten zu schreiben ist: Grundschule Hauptschule Regionale Schule, 3./4. Schlj. 5./6.Schlj. Realschule,IGS, Gymnasien (dto.) Deutsch, Aufsatz/Diktat 6-8/ /4 4/2 Mathematik Fremdspr. 0 3 und 4 3 und 4 Gesamtanzahl maximal bzw bzw. 15 Seit mehreren Jahren hat die GEW auf die besonderen Belastungen für die GrundschülerInnen hingewiesen und die Forderung nach Reduzierung der Klassenarbeiten erhoben. Als Antwort verwies das Ministerium auf den Entwurf Differenzierte Leistungsbeurteilung im 3. und 4. Schuljahr der Grundschule vom 26. August Darin wird den Schulen zur Erprobung angeboten, die klassenbezogenen Arbeiten zu reduzieren und anstelle dessen individuelle Leistungsnachweise mit einzubeziehen. Es erfolgte aber nie eine Auswertung dieser Erprobung, noch kann man diesen Entwurf als eine verbindliche VV ansehen. Nach wie vor wird in den Grundschulen überwiegend die obere Grenze der Klassenarbeiten aus der VV umgesetzt. Die schriftlichen Leistungsnachweise erfordern insbesondere in der Grundschule einen hohen Zeitaufwand für die Vorbereitung, die Durchführung und die Nacharbeitung. Bei Aufsätzen kommt noch die Besonderheit hinzu, dass es eine Entwurfsfassung mit Korrektur und eine anschließende Reinschrift mit Korrektur gibt, sodass die dafür erforderliche Zeit insgesamt einen großen Teil des unterrichtlichen Geschehens beansprucht. Aus pädagogischer Sicht bringen Leistungsüberprüfungen für die SchülerInnen keinen Lernzuwachs. Es sind lediglich punktuelle Feststellungen, ohne eine prognostische Aussagekraft. Darüber hinaus stellt die GEW fest, dass die Grundschulen zusätzliche Aufgaben erhalten haben, wie z. B. * die Volle Halbtagsschule, * Schwerpunktschule (Integration), * Ganztagsschule, * Fremdsprachenunterricht ab Klasse 3 und ab dem Schuljahr 04/05 ab Klasse 1 (ohne die entsprechend ausgebildeten LehrerInnen). Die Grundschule ist die einzige Schul- 10

11 art ohne Anrechnungspauschale für besondere unterrichtliche Belastungen bzw. Aufgaben. Dazu kommt, dass die Anzahl der Anrechnungsstunden für Schulleitungen die niedrigste aller Schularten darstellt und die Grundschulen am schlechtesten mit Verwaltungspersonal ausgestattet sind. Die Grundschule ist die von den Eltern mit Abstand am besten bewertete Schulart. Auch IGLU hat den LehrerInnen an Grundschulen ein besonders gutes Zeugnis ausgestellt. Im Interesse der Weiterentwicklung der Grundschule sowie eines qualitätsvollen Unterrichts fordert die GEW die Halbierung der Anzahl der Klassenarbeiten in der Grundschule und lehnt VERA ab. Vera war für die Kolleginnen und Kollegen mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden und kostete viel Geld, das zur individuellen Förderung der ViertklässlerInnen besser angelegt gewesen wäre. Die überwiegend guten Ergebnisse führten nicht zu Schulen wesentlich neuen pädagogischen Erkenntnissen. Die rückläufigen SchülerInnen-Zahlen in den Grundschulen bieten die Chance, Verbesserungen zu realisieren. Es dürfen auf keinen Fall Ressourcen aus den Schulen zur Sanierung des Haushaltes genutzt werden. Über dieses Thema möchte die GEW mit allen politisch Verantwortlichen und anderen an den Grundschulen Beteiligten in ernsthafte Gespräche eintreten. Die Lehrkräfte arbeiten zu viel und die Schüler zu wenig Der neue Klippert zur Lehrerbildung Der Mann, der die Schulwelt verändert: GEW- Kollege Heinz Klippert. Foto: W. Claus eday2003, Köln Der aktuelle Hit der bundesdeutschen Bildungsreform sind Vergleichstests und Bildungsstandards, aber mit dem Flechten pädagogischer Girlanden wie Schulprogramme oder Qualitätsmanagement ist es nicht getan. Der bundesweit führende Schulund Unterrichtsreformer Dr. Heinz Klippert aus Rheinland-Pfalz sagt in seinem neuen Buch sehr konkret, wie die neuen Pläne und Programme unterrichtlich umgesetzt werden können, um endlich die Schule vom Kopf auf die Füße zu stellen, denn neue Bildungsstandards zu entwikkeln und neue Basiskompetenzen von den Schülerinnen und Schülern zu verlangen, bedeutet noch lange nicht, dass sich die Unterrichtspraxis verändert. Klipperts zentraler Begriff ist die neue Lernkultur, eine Lernkultur, die Methodenvielfalt statt Methodeneinfalt aufnimmt, eine Lernkultur, die die Schüler ebenso vielseitig wie konsequent fordern und fördern, eine Lernkultur, zu der es ganz selbstverständlich gehört, dass die Lehrkräfte weniger und die SchülerInnen mehr und intelligenter arbeiten, eine Lernkultur, die den Kindern Gelegenheit gibt, im Unterricht Verantwortung zu übernehmen und in eigener Regie zu lernen und Probleme zu lösen. Wer erfolgreiche Unterrichtsentwicklung sicher stellen möchte, so Klippert, müsse verstärkt auf Erfahrungslernen und praktisches Learning by doing in der Lehreraus- und- fortbildung setzen. Systematische Teamarbeit, Simulationsspiele, produktive Workshops, Erfahrungslernen.- das sind für ihn die entscheidenden Schritte, die alten Lehrroutinen mit Tafel, Kreide, fragend-entwickeltem Unterricht und Lehrerdominanz durch neue alltagstaugliche Routinen abzulösen. Die in den Hochschulen nach wie vor dominierenden Vorlesungen, Referate und Diskussionen decken nach Klippert nur einen schmalen Bereich des Methodenspektrums ab. Ein weiteres Problemfeld sind nach seiner Meinung die Studienseminare mit ihren lehrerzentrierten Lehrproben, die unverändert am 45 min-takt sowie am ausgeprägten Lehrerbezug und der Stoffvermittlung festhalten. Der Blick der Prüfer muss sich sehr viel stärker als bisher auf die Lernaktivitäten der Schüler richten und darauf, wie diese von Lehrerseite im Unterricht moderiert werden. Zahlreiche Trainingsspiralen zu unterrichtlichen Themen, Beobachtungs- und Evaluationsbögen für Studierende und Lehramtsanwärter geben einen Einblick in die Qualifizierungsarbeit und veranschaulichen die neue Lernkultur. Dabei greift Klippert auf langjährige Erfahrungen zurück, die er in mehreren Bundesländern gesammelt hat. Unter dem Motto Was sich im Praxistest bewährt hat schildert er auf mehr als 150 Seiten, wie die Lehrerbildung in der ersten, zweiten und dritten Phase auf die neuen Herausforderungen nach PISA und TIMSS reagieren kann und sollte. Seine Ausführungen machen Mut, sind praxisnah und treffen der Nerv vieler Lehrerinnen und Lehrer, die von der Reformagenda zur Reformpraxis gelangen möchten. Mit Blick auf mehr als 500 Schulen, die systematisch eine neue Lehr- und Lernkultur umsetzen und deren Evaluationen Schülererfolge, mehr Berufszufriedenheit seitens der Lehrkräfte und eine spürbare Entlastung für die Lehrenden signalisieren, schaut Klippert zuversichtlich nach vorne. Paul Schwarz Heinz Klippert, Lehrerbildung. Unterrichtsentwicklung und der Aufbau von Routinen. Praxisband für Schule, Studium und Seminar. Beltz-Verlag 2004, 260 Seiten, 24,90 Euro 11

12 Sozialpädagogik Überdurchschnittlich hohe psychische Belastungen Studie zu Arbeits- und Gesundheitsschutz bei ErzieherInnen - Von Prof. Dr. Bernd Rudow - Der Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Erzieherinnen und Erziehern wurde bislang, obwohl das Arbeitsschutzgesetz vom auch für diese Berufsgruppe gilt, vernachlässigt. Seine Notwendigkeit ergibt sich primär aus dem Arbeitsschutzgesetz vom 07. August Durch das Arbeitsschutzgesetz wurde ein neuer rechtlicher und konzeptioneller Rahmen auch für den umfassenden Arbeits- und Gesundheitsschutz in Kindertageseinrichtungen geschaffen. Das ArbSchG weist folgende, für Erzieherinnen wesentliche Inhalte auf: * Der Geltungsbereich ist umfassend und erstreckt sich grundsätzlich auf alle Tätigkeitsbereiche und Beschäftigtengruppen; einbezogen ist insbesondere der öffentliche Dienst, wozu u. a. die Erzieherinnen zählen. * 4 Ziff. 4: Maßnahmen sind mit dem Ziel zu planen, Technik, Arbeitsorganisation, sonstige Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz sachgerecht zu verknüpfen. Das Gesetz weist hier also aus, dass ein umfassender Arbeits- und Gesundheitsschutz an Stelle einzelner isolierter, sporadischer Maßnahmen in Organisationen durchzuführen ist. * 4 Ziff. 3: Bei den Maßnahmen sind der Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen. Dies bedeutet, dass nicht jede Kindertageseinrichtung oder jedes Bundesland nach eigenem Ermessen den Arbeits- und Gesundheitsschutz realisieren kann, sondern dass der Maßstab moderne arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse sind. Beim Arbeitsschutz im Erzieherinnenberuf sind auf Grund der Dominanz psychischer Belastungen besonders Erkenntnisse aus der Arbeits- und Organisationspsychologie zu berücksichtigen. * 4 Ziff. 2: Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen. Dies bedeutet auch für die Erzieherinnenarbeit, dass die hauptsächlichen Quellen von Gefahren in der Arbeit und Organisation und Person zu identifizieren sind. Es reicht keineswegs aus, sich nur auf eine Quelle, z. B. auf die Person, oder lediglich nur auf die Symptomatik, z. B. auf Burnout, zu beschränken. Eine Kernvorschrift des Arbeitsschutzgesetzes ist 5. Hier wird die Gefährdungsbeurteilung wie folgt gefordert: Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Der Arbeitgeber soll Arbeitsschutzmaßnahmen primär an den real vorhandenen Belastungen bzw. Gefährdungen orientieren. Damit wird der Arbeitsschutz den Erfordernissen der Praxis, mithin den Kindertageseinrichtungen, angepasst. Für die Gefährdungsbeurteilung benötigt der Arbeitgeber in Zusammenarbeit mit den Beschäftigten valide diagnostische Instrumente. Dies gilt besonders für die Erfassung psychischer Belastungen bei Erzieherinnen. Denn neben den körperlichen sind die psychischen Belastungen und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit ein Hauptproblem in ihrer Arbeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen ist die Berufsgruppe der Erzieherinnen unter diesem Aspekt bisher kaum wissenschaftlich, geschweige denn arbeitswissenschaftlich untersucht worden. Die wissenschaftliche Studie liegt vor Die wissenschaftliche Studie entstand im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden- Württemberg. Sie wurde mit dem vorliegenden Projektbericht zunächst abgeschlossen (siehe Der Öffentlichkeit wurden die Ergebnisse am 03. Mai 2004 auf einer Pressekonferenz in Stuttgart vorgestellt. Schon am Mittag wurde über die Studie in der ARD-Tagesschau und am Abend in der SWR-Tagesschau informiert. Im Laufe des Tages berichteten alle größeren Rundfunksender und am Dienstag alle führenden Tageszeitungen in Baden-Württemberg über unser Projekt. Auch über die Landesgrenzen Baden-Württembergs hinaus findet die Studie großes Interesse, z. B. in der Süddeutschen Zeitung vom 08. Mai Es ist sehr erfreulich, dass die Studie solche Resonanz findet. Zeigt dies doch an, dass Kindertageseinrichtungen einschließlich der Arbeit von Erzieherinnen durch wissenschaftliche und bildungspolitische Aktivitäten aus ihrem Schattendasein in der Gesellschaft herauskommen können. Unsere Studie soll mehrere Funktionen haben: * Erstens soll sie auf die schwierige, belastende Arbeitssituation von Erzieherinnen und demgemäß auf die Notwendigkeit des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in diesem Beruf hinweisen. * Zweitens soll sie vor allem auf Grund der Größe der untersuchten Population, der Anzahl eingesetzter diagnostischer Methoden und der empirischen Ergebnisse Modellcharakter für die weitere arbeitswissenschaftliche Forschung zur Belastung, Beanspruchung und Gesundheit im Erzieherinnenberuf haben. * Drittens soll durch die Studie die Diskussion zur Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes initiiert werden. Dabei sind vor allem die Träger der Kindertageseinrichtungen als Arbeitgeber, aber auch die Erzieherinnen selbst gefordert. Da der Arbeits- und Gesundheitsschutz integraler Bestandteil der Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen sein sollte, dient 12

13 Sozialpädagogik die Diskussion letztlich der Organisationsentwicklung. Einerseits geht es darum, Kindertageseinrichtungen zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen zu entwikkeln, das dem Auftrag der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern quantitativ wie qualitativ gerecht wird. Andererseits wird es zunehmend wichtiger, die vorhandenen sachlichen und personellen Ressourcen optimal zu nutzen. Eine wesentliche Basis dafür ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz, welcher die humane Arbeitsgestaltung und die intensive Personalpflege und -entwicklung als Zielstellung verfolgt. Theoretische Grundlage der Studie Grundlage ist das Belastungs-Beanspruchungs-Ressourcen-Konzept. Hier wurden das arbeitswissenschaftliche bzw. -psychologische Belastungs-Beanspruchungs-Modell und das Konzept des amerikanischen Gesundheitsforschers Antonovsky zur Salutogenese verbunden (siehe ausführlich Rudow, 2004). Das heißt im Wesentlichen: Belastungen führen in Abhängigkeit von verfügbaren Ressourcen in Organisation und/oder Arbeitsstruktur und/oder Person zu positiven oder negativen Beanspruchungsreaktionen (Stress, Ermüdung, Monotonie, Sättigung) und entsprechenden Beanspruchungsfolgen (Arbeitszufriedenheit, Burnout) und in der Folge zur Stabilisierung oder gar Entwicklung der Gesundheit vs. Krankheit (siehe Bild). In dem Kontext ist die Arbeit von Erzieherinnen vor allem als Emotionsarbeit zu analysieren. Dies bedeutet etwa: Die Erzieherin soll zum Zwecke der erforderlichen Aufgabenerfüllung ihre Gefühle bewusst steuern und kontrollieren, sie den Arbeitserfordernissen anpassen, z. B. Launen gegenüber den Kindern und Eltern unterdrücken, und vor allem eine positive Stimmung verbreiten. Emotionsarbeit ist vor allem bei Humandienstleistungen nötig, zu denen die Erzieherinnentätigkeit gehört. Methodik der Studie Es wurde eine empirische Untersuchung bei 947 Erzieherinnen aus Kindertageseinrichtungen in Baden- Württemberg durchgeführt. Mit diesem Stichprobenumfang ist somit eine der größten Studien in Deutschland durchgeführt worden. In der Studie wurden folgende psychodiagnostische Methoden eingesetzt: * Prüfliste zur Erfassung vorwiegend psychischer Belastungen bei Erzieherinnen (PBE) (siehe Rudow, 2002, 2003); * Job Diagnostic Survey (JDS) als arbeitsanalytische Methode zur Erfassung von Tätigkeitsmerkmalen bei Erzieherinnen; * Maslach-Burnout-Inventar (MBI) zur Diagnostik des Ausgebranntseins, mit dem Fragebogen werden die Emotionale Erschöpfung, die erlebte reduzierte Leistungsfähigkeit und die Depersonalisation, d. h. Entfremdungsgefühle gegenüber der Klientel, diagnostiziert; * Liste zur Erfassung psychosomatischer Beschwerden (nach Dr. Wegner vom Institut für Arbeitsmedizin der Universität Hamburg). Die Beschwerden werden in drei Bereichen erfasst: während der Arbeit, zu Hause und während der Arbeit und zu Hause. Ergebnisse der Studie In der Arbeit von Erzieherinnen treten im Vergleich zu vielen anderen Berufen überdurchschnittlich hohe psychische Belastungen auf. Hauptsächliche Belastungsfaktoren sind nach unserer Prüfliste (PBE) folgende: * Arbeitsaufgaben und -organisation: Es schätzen 92 % der Befragten ein, dass zu viele Arbeitsaufgaben zu erfüllen sind, vor allem Betreuungs-, Bildungs-, Erziehungs- und Verwaltungsaufgaben. Bei Erfüllung dieser Aufgaben ist oft Zeitdruck gegeben; dies meinen 67,5 % der Erzieherinnen. Für die Bewältigung der vielfältigen Arbeitsaufgaben ist eine unzureichende Ausbildung von Erzieherinnen zu konstatieren (57,8 %). Fehlende Möglichkeiten zur Entspannung im Laufe eines Arbeitstages bemerken kritisch 72,3 % der Erzieherinnen. * Kinder und Gruppe: 77 % der Erzieherinnen meinen, dass zu viele Kinder in der Gruppe sind. Dies belastet stark oder sehr stark 25,2 % der Erzieherinnen. Auf Grund der großen Gruppen ist eine effektive Arbeit mit dem einzelnen Kind kaum möglich, wie es 69,4 % einschätzen. 75,4 % aller Befragten begroß 13

14 Sozialpädagogik merken, dass viele Kinder Verhaltensstörungen zeigen. Dadurch fühlen sich 31 % dieser Erzieherinnen stark oder sehr stark belastet * Leitung: 25,1 % der Erzieherinnen schätzen ein, dass keine oder eine unzureichende leistungsangemessene Anerkennung und Kritik durch die Kita-Leitung stattfindet. * Träger: 45,1 % der Befragten meinen, dass sich der Träger zu wenig für die Kita-Entwicklung engagiert; 35,6 % schätzen ein, dass der Träger die Arbeit der Einrichtung zu wenig unterstützt. Der gegebene Personalmangel stellt bei 52,6 % der Befragten eine stärkere Belastung dar. * Arbeitsumwelt: Es schätzen über 50 % der Befragten den Lärm als ziemlich bis sehr stark belastend ein. In einer Studie an der Gesamthochschule/Universität Kassel konnte ein durchschnittlicher Schallpegel von etwa 80 db (A) gemessen werden; der Spitzenwert lag sogar bei 113 db (A). (Letzterer entspricht etwa dem Schalldruckpegel eines in 300 m Entfernung fliegenden Düsenflugzeugs.) * Materiell-technische Ausstattung und Spielmaterial: 60% der Erzieherinnen meinen, dass Kleingruppenräume fehlen, dies belastet 45 % ziemlich bis sehr stark. 61,8 % gaben an, dass Räume für Erzieherinnen fehlen, dies belastet ziemlich bis sehr stark ca. 38 %. * Körperlichen Belastungen: Durch ungünstige Körperhaltungen beim Spielen und Basteln mit den Kindern sind 82,3 % der Befragten sehr belastet; durch Heben, Tragen oder Windeln von Kindern sind es 46,8 %. Die hohe stimmliche Belastung durch häufiges und lautes Sprechen beklagen 80 % der Befragten. Ausprägung der Tätigkeitsmerkmale (nach JDS) Während die psychischen Belastungen von der Mehrheit der Befragten (mehr oder minder) hoch eingeschätzt werden, werden die Tätigkeitsmerkmalen von den Erzieherinnen differenzierter eingeschätzt. Die Ergebnisse sind wie folgt: * Die Anforderungsvielfalt wird recht hoch eingeschätzt. Bei den Leiterinnen ist sie, wie die entsprechenden Mittelwerte zeigen, noch etwas höher ausgeprägt (siehe Bild). * Die Autonomie wird different eingeschätzt. Bezüglich der Möglichkeit zur freien Entscheidung über die Arbeitsgestaltung gibt es Einschränkungen (siehe Bild). * Ihre Arbeit wird von den Erzieherinnen auch als ganzheitlich eingeschätzt. Das heißt: Der Arbeitsinhalt reicht von der Möglichkeit der persönlichen Planung über die Tätigkeitsdurchführung bis hin zur eigenen Kontrolle der Aufgabenausführung. * Die Rückmeldungen über die eigene Arbeitsleistung sind etwas eingeschränkt. Dies gilt für Erzieherinnen wie für Leitungskräfte, welche vor allem zu wenige Rückmeldungen über die geleistete Arbeit durch Vorgesetzte bzw. Träger erhalten. Ferner sind die Rückmeldungen durch die Tätigkeit selbst recht gering ausgeprägt (siehe Bild). * Die Zufriedenheit mit dem Beruf (global) und die Zufriedenheit mit der Tätigkeit als Erzieherin sind hoch ausgeprägt. Einschränkungen in der Arbeitszufriedenheit gibt es bei der Einschätzung der Sicherheit des Arbeitsplatzes und besonders der Zukunftsaussichten (siehe Bild). Die positiven Ausprägungen oben genannter Tätigkeitsmerkmale, welche wesentlich die recht hohe Arbeitszufriedenheit bestimmen, sollten bei der Arbeitsgestaltung als Ressourcen für die Gesundheit der Erzieherinnen stärker genutzt werden. Dies gilt vor allem für die Anforderungsvielfalt bzw. den Handlungsund Entscheidungsspielraum und die Ganzheitlichkeit in der Arbeit. 14

15 Sozialpädagogik Burnout Genannte Belastungen wirken sich negativ auf die Beanspruchung und Gesundheit auf. Dabei soll besonders das Burnout-Syndrom hervorgehoben werden, welches auch im Erzieherinnenberuf relativ häufig auftritt, wie unsere folgenden Ergebnisse zeigen: K.-H. Maier, (www.galeriekhm.de) * 8,4 % oder 79 der befragten Erzieherinnen (Gesamtstichprobe) fühlen sich von ihrer Arbeit täglich oder ein paar Mal in der Woche emotional ausgelaugt. Dabei weisen die Leitungskräfte mit 10,2 % im Vergleich mit den Gruppenerzieherinnen (7,7 %) signifikant höhere Werte auf. * 8,1 % fühlen sich täglich oder mehrmals in der Woche von der Arbeit ausgebrannt. Auch hier zeigen die Leitungskräfte höhere Werte (9,8 %). * 11,9 % bzw. 113 der Befragten sind der Meinung, dass sie im Beruf zu hart arbeiten müssen. Dabei weisen wiederum die Leitungskräfte mit 18,1 % signifikant höhere Werte auf. Demgegenüber sind es nur 9,9 % unter den Gruppenerzieherinnen. 4 % oder 38 der Befragten haben sogar das Gefühl, emotional am Ende oder erschöpft zu sein. Man kann also das Fazit ziehen, dass schätzungsweise etwa 10 % der Erzieherinnen emotional erschöpft oder ausgebrannt sind. Dabei weisen die Leitungskräfte durchweg etwas höhere Werte auf. Dies betrifft in erster Linie die Emotionale Erschöpfung. In der Skala Reduzierte Leistungsfähigkeit zeigt sich, dass ca. 8 % nicht mit voller Energie arbeiten können. Größere Probleme in der Emotionsarbeit, d. h. im Umgang mit persönlichen Gefühlsproblemen, haben ca. 17 % der Befragten. Bei der Depersonalisation gibt es keine Auffälligkeiten. Psychosomatische Beschwerden Noch auffälliger sind die psychosomatische Beschwerden, welche bei Erzieherinnen sehr ausgeprägt sind. Tabelle: Rangreihe und Auftrittshäufigkeit von Beschwerden (Gesamtstichprobe) Rang Beschwerden während der Arbeit zu Hause während der Arbeit und zu Hause absolut % absolut % % 1. Kopfschmerzen 66 7,0 91 9, ,3 2. leichte Ermüdbarkeit 98 10, , ,3 3. Rückenschmerzen 65 6,9 40 4, ,5 4. Nackenschmerzen 50 5,3 42 4, ,5 5. erhöhte Reizbarkeit 90 9, , ,0 6. Kreuzschmerzen 47 5,0 31 3, ,7 7. vermehrte Ungeduld 10611,2 77 8, ,7 8. Konzentrationsstörungen 99 10,5 363, ,3 9. Arbeitsunlust ,1 89 9, ,9 10. Heiserkeit ,7 18 1, ,6 11. Husten 27 2,9 31 3, ,4 12. Schlafstörungen 0 0, ,3 0 0,0 13. vermindertes Leistungsvermögen 47 5,0 65 6, ,9 14. Schwindel 43 4,5 62 6, ,5 15. Gedächtnisstörungen 40 4,2 28 3, ,5 15

16 Sozialpädagogik An erster Stelle stehen dabei Kopfschmerzen, welche über die Hälfte aller Befragten während der Arbeit und auch zu Hause (52,3 %) aufweisen. Es folgen in der Auftrittshäufigkeit leichte Ermüdbarkeit, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, erhöhte Reizbarkeit, Kreuzschmerzen usw. (siehe Tabelle). In einer anderen Studie an der Universität Frankfurt wurde festgestellt, dass Erzieherinnen im Vergleich mit Mitarbeitern/innen aus der Verwaltung, der Kurklinik, dem Büro, der Feuerwehrwache, dem Erziehungsheim, Banken und Hotel die meisten Beschwerden aufweisen! Maßnahmen zum Arbeitsund Gesundheitsschutz Damit der Arbeits- und Gesundheitsschutz in diesem Beruf entwikkelt und umgesetzt wird, bedarf es organisations-, arbeits- und personenbezogener Maßnahmen, wobei die beiden erstgenannten Ansätze (= Verhältnisprävention) den Vorrang haben. Es sind besonders folgende Maßnahmen notwendig: * Verkleinerung der Kindergruppen; diese hat insbesondere eine Bedeutung für die Einflussnahme auf problematische Kinder bzw. Kindergruppen, vor allem auf Kinder mit Verhaltens- oder Sprachdefiziten, und auf die Lärmreduktion (siehe unten); * Verbesserung des Personalschlüssels, es ist demnach mehr Personal bzw. eine Zusatzkraft einzustellen; * bessere Arbeitszeitregelung, d. h. eine feste Pausenregelung und eine langfristige Planbarkeit der Arbeitszeit; * Anwendung flexibler Arbeitszeitmodelle, z. B. die Einführung eines Sabbatjahres besonders für ältere Erzieherinnen; * Einführung der Supervision für Erzieherinnen, z. B. mehr Rückmeldungen über persönliches Verhalten bei Problemen mit Kindern; * Fortbildung der Erzieherinnen zu Gesundheitsthemen, wie z. B. zur Entspannung (Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training u.a.m.), zur Stressbewältigung und Burnoutprävention, zum Konfliktmanagement sowie zur körper- und bewegungsgerechten Arbeit; * Implementierung eines Gesundheitscoachings, d. h. einer professionellen Beratung von Erzieherinnen bei arbeitsbedingten Problemen bzw. Gesundheitsstörungen durch Psychologen und weiteren Fachkräften; * Reduktion befristeter Arbeitsverhältnisse, weil durch die Befristung eine Unsicherheit des Arbeitsplatzes und fehlende Zukunftsaussichten erlebt werden (siehe oben); * Schulung der Leitungskräfte in Kitas besonders zu Organisation, Führung und Management, da die Führung einer Kita etwa vergleichbar mit der Führung eines kleinen oder sogar mittleren Unternehmens ist; * Arbeitsgestaltungsmaßnahmen besonders zur Reduzierung des Lärmpegels (z. B. durch bautechnische Veränderungen, planmäßige Vorgabe von Lärmpausen in Pausenräumen und Reduktion der Gruppengrößen) und der körperlichen Belastungen (ergonomiegerechte Tische und Stühle für Erzieherinnen); Grundsätzlich ist die Ausbildung von Erzieherinnen zu qualifizieren. Denn 57,8 % der befragten Erzieherinnen schätzen ein, dass die erfahrene Ausbildung in Bezug auf die Erfüllung der Arbeitsaufgaben unzureichend ist. Durch die defizitäre Ausbildung treten bei relativ vielen Erzieherinnen Überforderungsphänomene in der Aufgabenerfüllung auf. Es ist nach dem Arbeitsschutzgesetz eine Pflicht der Träger, zur Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen beizutragen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die Durchführung von Belastungs- und Gefährdungsanalysen in Kindertageseinrichtungen. Mit ihrer Hilfe können die gesundheitsgefährdenden und leistungsbeeinträchtigenden psychischen und physischen Belastungen ermittelt werden. Zur Erfassung der vorwiegend psychischen Belastungen dient u. a. die von uns entwickelte Prüfliste (PBE). Bei den aus den Ergebnissen der Gefährdungsanalyse resultierenden Maßnahmen hat grundsätzlich die Verhältnisprävention (bezogen auf Arbeit und Organisation) den Vorrang gegenüber der Verhaltensprävention (bezogen auf die Person der Erzieherin). Alle genannten Maßnahmen können dazu beitragen, dass sich Kindertageseinrichtungen in Deutschland zu modernen und anerkannten öffentlichen Dienstleistungsunternehmen entwickeln. Eine entscheidende Bedingung dafür ist die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Erzieherinnen, wozu der Arbeits- und Gesundheitsschutz den entscheidenden Beitrag leisten kann. Literatur Rudow, B. (2004). Das gesunde Unternehmen. Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutz und Personalpflege in Organisationen. München & Wien: Oldenbourg. Rudow, B. (2003). Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Erzieherinnen. KiTa BW, Nr. 2/ 2003, S Rudow, B. (2002). Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Erzieher/innen - ein vernachlässigtes Thema. KIEBITZ, Nr. 1/2002, S Rudow, B. (2004). Belastungen und der Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Erzieherinnen. IGO Mannheim & Mühlhausen (Projektbericht). Auszüge in: Rudow, B. (2000). Der Arbeits- und Gesundheitsschutz im Lehrerberuf. Gefährdungsbeurteilung der Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern. Ludwigsburg: Süddeutscher Pädagogischer Verlag. * Prof. Dr. habil. Bernd Rudow ist Hochschullehrer für Psychologie (PD) an der Universität Mannheim, Hochschullehrer für Arbeitswissenschaften an der Fachhochschule Merseburg und Direktor des M 4-Instituts (Mensch- Medium-Maschine-Management) Merseburg & Wolfsburg (ehem. Institut für Gesundheit und Organisation). 16

17 SchulLINK Luchterhand Rheinland-Pfalz Informationssystem für Ihre tägliche Schulpraxis Jetzt 4 Wochen lang unverbindlich in Ihrer Schule testen! SchulLINK Luchterhand Rheinland-Pfalz Datenbank für Schulmanagement, CD-ROM mit Benutzerhandbuch Einzelplatzlizenz 19,90 monatlich Schullizenz (NEU) 39,80 monatlich ISBN Schnell praktisch komfortabel SchulLINK Luchterhand Rheinland-Pfalz ist das neue, einzigartige elektronische Informationssystem, das Sie bei allen entscheidenden Fragen des Schulmanagements und der Schulorganisation in Ihrer täglichen Praxis unterstützt. SchulLINK Luchterhand Rheinland-Pfalz vereint alle wichtigen Infoquellen intelligent miteinander verlinkt. Lästiges Suchen in den verschiedenen Medien entfällt! Ihre Vorteile: Stichwortsuche von A Z Themenorientierte Recherche zu pädagogischen, schul- und dienstrechtlichen Fragen, übersichtlich nach Stichworten gegliedert im Ratgeber A Z Fachzeitschriften SchVw, PädF, SchuR Alle Beiträge aus den Fachzeitschriften SchulVerwaltung, SchulVerwaltung Spezial, Pädagogische Führung und dem Informationsdienst SchulRecht Schullizenz (NEU) Jetzt neu: Nutzen Sie die Datenbank an mehreren Arbeitsplätzen in Ihrer Schule! Rechtsvorschriften Gesetze & Verwaltungsvorschriften Gerichtsentscheidungen Relevante Schulrechtsurteile (SPE) Arbeitshilfen & Service Musterschreiben, Checklisten, Formulare, Adressen & Links Stets topaktuell Das Infosystem steht Ihnen auf CD-ROM und online zur Verfügung, durch regelmäßige Updates und ständige Aktualisierungsmöglichkeiten über das Internet sind Sie stets auf dem Laufenden! Testen Sie die Datenbank jetzt ganze vier Wochen! Fax-Bestellhotline (0800) Ja, ich/wir bestelle(n) mit dem Recht zur Rücksendung innerhalb der 4-wöchigen Ansichtsfrist: Kunden-Nr /001 SchulLINK Luchterhand Rheinland-Pfalz -Einzelplatzlizenz Datenbank für Schulmanagement, CD-ROM mit Benutzerhandbuch, 19,90 monatlich ISBN SchulLINK Luchterhand Rheinland-Pfalz-Schullizenz Datenbank für Schulmanagement, CD-ROM mit Benutzerhandbuch, 39,80 monatlich ISBN Alle Preise inklusive der gesetzlichen MwSt. und inklusive Versandkosten. Institution Vorname, Name Position Straße, Hausnummer PLZ, Ort Datum 1. Unterschrift Telefon Telefax Widerrufsrecht: Ich erhalte die CD-ROM vier Wochen lang unverbindlich und kostenlos zur Ansicht. Diese Frist beginnt mit dem Erhalt der Ware. Innerhalb dieser vier Wochen kann ich die CD-ROM jederzeit wieder zurückschicken und dadurch auch den Aktualisierungs-Service stoppen. Zur Fristwahrung genügt das rechtzeitige Absenden (Datum des Poststempels). 2. Unterschrift: Widerrufsrecht zur Kenntnis genommen -Adresse Aktualitätsgarantie/Kündigungsfristen: Durch regelmäßige Updates bleibt die CD-ROM stets auf dem aktuellen Stand. Diesen Aktualisierungsservice kann ich schriftlich mit einer Frist von sechs Wochen zum Bezugsjahresende kündigen. Preisänderung und Irrtum vorbehalten. Stand: Juli 2004 Auch über den Buchhandel erhältlich. 17

18 Sozialpädagogik GEW zu Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kitas: Fortschritt nur bei verbesserten Rahmenbedingungen K.-H. Maier, (www.galeriekhm.de) Recht Die GEW hält die Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten des Bildungsministeriums für einen Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig fordert sie aber, die pädagogischen Rahmenbedingungen in den Einrichtungen deutlich zu verbessern. Durch die Bildungsempfehlungen wird die pädagogische Weiterentwicklung der Kindertagesstätten gefördert und die Anerkennung der Einrichtungen als eigenständige Bildungsstätten voran gebracht. Die Empfehlungen unterstützen Träger und Fachkräfte dabei, die frühkindliche Bildungsarbeit zu stärken und damit die Lern- und Bildungschancen unserer Kinder zu verbessern, so der GEW-Vorsitzende der Tilman Boehlkau vor der Presse. Die Aufzählung und Beschreibung wichtiger Bildungsinhalte, übergreifender personaler Kompetenzen und kindge- rechter Methoden führten dazu, dass die Fachkräfte in den Kindertagesstätten neue Impulse erhielten und die pädagogische Arbeit gleichzeitig transparenter und auch verbindlicher gestaltet werde. Die GEW befürchtet aber, dass die Umsetzung der Empfehlungen in der Praxis scheitern könnte, weil die finanzielle Ausstattung und in der Folge die pädagogischen Rahmenbedingungen häufig unzureichend seien. Es reicht nicht aus, Ziele, Inhalte und Methoden der Arbeit in Kindertagesstätten neu zu beschreiben. Wer ernsthaft daran interessiert ist, die Bildungschancen der Kinder zu verbessern, muss auch dafür sorgen, dass in kleineren Gruppen und mit mehr Personal gearbeitet werden kann, meinte Boehlkau. Die Gewerkschaft verweist in diesem Zusammenhang auf den Pisa-Sieger Finnland. In der finnischen Vorschule für Sechsjährige etwa seien zwei Lehrerinnen mit Hochschulausbildung und eine pädagogische Hilfskraft in Gruppen mit 15 Kindern eingesetzt. Als ersten Schritt zur Verbesserung der Rahmenbedingungen schlägt Boehlkau deshalb vor, einheitliche Freistellungsregelungen für Leitungskräfte in Kindertagesstätten zu schaffen sowie die Verfügungszeit für das Fachpersonal rechtlich abzusichern. Jedes Kind hat das Recht, nach seinen Interessen und Möglichkeiten gefördert zu werden. Bildung ist gleichzeitig die wichtigste Ressource unserer Gesellschaft. Deshalb müssen das Land und die Kommunen mehr in hochwertige Bildungsund Erziehungsarbeit investieren, betonte der GEW-Landesvorsitzende. pm-gew Informationelles Selbstbestimmungsrecht: Urteil enttäuscht! Dass der rheinland-pfälzische Verfassungsgerichtshof wie die Landesregierung einen Zusammenhang zwischen dem Amoklauf von Erfurt und der Änderung des Schulgesetzes herstellt, bedauert die GEW, sagte der Landesvorsitzende Tilman Boehlkau nach Bekanntgabe des Urteils. Volljährige Schülerinnen und Schüler sind aus Sicht der GEW mit allen übrigen Volljährigen gleich zu behandeln. Es gibt keine Volljährigkeit erster und zweiter Klasse. Die Rechte und Pflichten der Volljährigen gelten für alle und dürfen nicht eingeschränkt werden!, so der GEW-Landesvorsitzende. Dass schwierigen bzw. problematischen Schülerinnen und Schülern geholfen werden muss, ste- he außer Frage, meinten die Klägerin Stephanie Mayfield und der GEW-Landesvorsitzende. Hier müsse z. B. der Ausbau der Schulsozialarbeit eine entscheidende Rolle spielen. Positiv heben Stephanie Mayfield und Tilman Boehlkau hervor, dass das Gericht die Informationsmöglichkeit der Schule gegenüber Eltern volljähriger Schülerinnen und Schüler nicht unbegrenzt sieht. Die Schule müsse im Vorfeld sorgfältig abwägen, ob die Information im Einzelfall tatsächlich zu dem gewünschten Erfolg führen kann. Hier habe der Gesetzgeber den Schulen allerdings eine ausgesprochen hohe Verantwortung zugedacht, betonten beide. Wir hätten uns gewünscht, dass die Rechte Volljähriger uneingeschränkt beachtet werden, aber für ebenso wichtig halten wir den Ausbau der Schulsozialarbeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule, Schülerinnen und Schülern und den Eltern, sagten Stephanie Mayfield und Tilman Boehlkau zum Abschluss. pm-gew 18

19 GEW-Fortbildung Fortbildungsseminar: Vorbereitung auf eine Leitungsfunktion in der Schule Von Freitag, den 03. Dezember 2004, bis Sonntag, den 05. Dezember 2004, bietet die GEW Rheinland-Pfalz ein Seminar zur Vorbereitung auf Schulleitungsfunktionen auf der Ebernburg in Bad Münster am Stein an. Schwerpunkte des Seminars sind: Soll ich mich bewerben? War es richtig, mich zu bewerben? Was will ich in/mit der Funktionsstelle? Rollenbewusstsein Innovationsstrategien der Schulleitung Neue Aufgaben für die Schulleitung Konflikte - Rollenbewältigung Bewerbung konkret Nützliche Tipps und Angebote Die Teilnahmegebühr beträgt 100,00 Euro für GEW-Mitglieder und 180,00 Euro für Nichtmitglieder. Hierin enthalten sind sämtliche Seminarkosten einschließlich Unterkunft und Verpflegung. Anmeldungen sollen bis zum 05. November 2004 schriftlich an die GEW Rheinland-Pfalz Neubrunnenstr Mainz Fax: 06131/ erfolgen. InteressentInnen können Informationen bei dem Kollegen Wolfgang Thiel Tel.: 06152/ erhalten. Führungsaufgaben in der Schule! - Ist das etwas für mich? Der deutschen Schule stehen nach PISA spannende, konstruktive und aufregende Jahre bevor, wenn sich die Verantwortlichen endlich entschließen, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen: Es wird sehr tiefgehende und grundsätzliche Veränderungen geben, die von der Basis her gesteuert werden müssen. In der einzelnen Schule muss der Veränderungsprozess gestartet und durchgeführt werden. In dieser Situation werden SchulleiterInnen und Mitglieder in der Schulleitung gebraucht, die zukunftsorientiert, visionär und dennoch in der praktischen Umsetzung handlungsfähig sind. In den nächsten Jahren gehen fast die Hälfte aller SchulleiterInnen in Pension, der Job der SchulleiterIn ist ein Anlernberuf, d. h. es gibt kaum eine Ausbildung dafür. In dieser Situation sind auch gewerkschaftlich organisierte KollegInnen gefragt sich zu entscheiden, ob sie sich nicht auf den Weg machen wollen, mehr Verantwortung für Schule, vor allem für die Weiterentwicklung von Schule zu übernehmen. Diese Entscheidung ist aus mehreren Gründen nicht einfach, ist doch der/die Schulleiter/in auf der anderen Seite, er/sie übernimmt mehr Verantwortung für die Schule, das Personal und die SchülerInnen. Will ich solche Veränderungsprozesse initiieren, begleiten und stützen? Will ich Personalverantwortung übernehmen? Was bedeutet das für mein berufliches Selbstbild? Und was muss ich tun, wenn ich mich erfolgreich bewerben will? All diese Fragen sollten sorgfältig abgewogen sein, ehe ich mich in das Bewerbungsverfahren begebe. Die GEW Rheinland Pfalz will interessierte Kolleginnen und Kollegen ermuntern, sich auf den Weg in Schulleitungsfunktionen zu begeben. Die Klärung der persönlichen Motivation und eine erste Auseinandersetzung mit der möglichen neuen Rolle im Vorfeld der Entscheidung für eine Bewerbung sowie praktische Tipps für die Bewerbung stehen im Mittelpunkt des dreitägigen Seminars. Die GEW will LehrerInnen anbieten, solche Fragen sehr persönlich zu klären und lädt Sie deshalb ein, ihre berufliche Perspektive zu überdenken. Das Seminar hilft KollegInnen, für sich die Fragen zu klären: Welche Anforderungen kommen (neu) auf mich zu? Kann ich den neuen Anforderungen gerecht werden? Wie ändert sich meine Rolle in der Schule und will ich das überhaupt? 19

20 Leserbrief Jargon der Ganzheitlichkeit Betr.: Die Person ist die Vision von Peter Markwerth, GEW-Zeitung Rhl.-Pfalz 6/2004 Schon die Überschrift! Meine Güte - muss es denn immer gleich eine Vision sein! Darunter tut s offenbar heute keiner mehr, schon gar nicht im pädagogischen Diskurs (Auch so ne Lieblingsvokabel der pädagogischen Ritter - schönen Gruß von Habermas, wir kennen uns natürlich aus etc. etc.). In früheren Zeiten - noch gar nicht so lange her, vielleicht noch vor 15/20 Jahren - waren Visionen allenfalls Heiligen oder sonstwie religiös Verzückten vorbehalten, ehe dann zuerst die Unternehmen und im Schlepptau selbstredend betriebswirtschaftliche Proseminare von neuer Unternehmens- philosophie, - kultur usf. faselten - dieses ganze verquaste und aus sehr durchsichtigen Gründen aufgemotzte Vokabular, das heutigentags der pädagogische Wurmfortsatz in die Welt posaunt, als habe man das Rad neu erfunden. Im Folgenden konkret zum Artikel des Kollegen Markwerth ein paar kurze, gleichwohl - wie mir scheint -notwendige Anmerkungen. Dieser Stil! Kollege Markwerth war immerhin Fachleiter für Deutsch und ist jetzt Seminarleiter in Neuwied und ganz sicher in kluger Mann... Es wimmelt nur so von Nominalphrasen, von Plastik- und Schlagwörtern aus der neupädagogischen Phrasendreschmaschine, die man jedem Schüler ankreiden würde... Beispielhaft nur und längst nicht erschöpfend ( das würde bei dem Stil locker 1/2 weitere (ermüdende) Seiten füllen): Wir haben es zu tun mit: Innovationsbereichen, die eine individuelles Lehr- und lernkonzept, gerne auch eine individuelle Kompetenzentfaltung und -entwicklung ermöglichen, mit authentischen Konzeptionen, selbstverantworteter..., selbstreflexiver... selbstschärfender... Handlungskompetenz. Diese Kompetenzen (von denen es nur so hagelt) werden in Kompetenzprofilen zusammengefasst - natürlich nur nach langem selbstschärfendem..., selbstreflexivem... Diskurs. Das Ganze mündet nachher in nichts Geringeres als eine Ausbildungsarchitektur oder noch besser ein Ausbildungsdesign! Die Lehrer (wie wär s mit Teamteacher, Ausbildungsdesign-Manager oder so?) arbeiten fächerübergreifend sowie - verbindend und machen authentisch Sinnhaftigkeit schulisches Lebens in Entwicklungsräumen für Selbststeuerungsprozesse erfahrbar, sie sind umsichtige Fachleute für Fremdund Selbstevaluation, Ziel ist eine ganzheitliche Entwicklung und Entfaltung beruflicher Handlungskompetenz in enger Verzahnung von Theorie und Praxis in Konzeption, Realisation und Reflexion professioneller pädagogischer Berufsausübung... usw. usf. - wer sich s antun will, der lese nochmals den Artikel im Original... Die magischen, gebetsmühlenhaft aneinandergereihten Wörter (in Dutzenden von Wort-Kombinationen): Ganzheitlichkeit, Kompetenz (in jeglicher Variation gerne gebraucht), Individualität, Authentizität, selbstreflexive/ selbstschärfende Selbst-/Fremdreflexion/ -evaluation, Innovation, Lehrer/-innen- und Kompetenzprofil, Modul, Modularisierung usw. usf - die vom Klett-Verlag einmal herausgebrachten Phrasendreschmaschine ließe sich bestens bestücken! Wo haben die Leute eine solche Sprache her? Wo bleibt, bitteschön, die selbstreflexive und - schärfende Kompetenz in Bezug auf die eigenen hypertophen Begriffs- und Wortkaskaden? Es ließe sich leicht zeigen, dass dieser Jargon keineswegs auf dem Mist des Kollegen Markwerth allein gewachsen, mithin kein individuelles Phänomen ist - ein Blick etwa in die Curricularen Rahmenbedingungen und lernpsychologischen Grundlagen der bislang vorgelegten (teils noch fragmentarischen) Rohentwürfe der neuen Lehrpläne genügt vollauf: zusammengechriebene Binsenweisheiten aus allem bisher so oder so schon Formulierten, begrifflich poliert, um die eher dünnen inhaltlichen Aussagen zu kaschieren. In diesem Zusammenhang und nebenbei: Ihr lieben Leute! Den Konstruktivismus haben nicht irgendwelche Lernpsychologen neuerdings erfunden, sondern den gibt s seit mindestens Jahren - ein bisschen Philosophiegeschichte und Erkenntnistheorie der 1./ 2. Semester in Philosophie würden da manchen (vielleicht) auf den Teppich zurückbringen. Oder, letztes Beispiel, ein Blick auf die Einladung zur Mentorentagung am am Staatlichen Studienseminar für das LA an berufsbildenden Schulen in Rheinland- Pfalz in Mainz, wo auf der Titelseite schon froh verkündet wird, was einen alles erwartet: Perturbation, Driften, Viabiltät, Reframing usw. und wo es im Innenteil heißt, dass die Mentorinnen und Mentoren, die es dorhin verschlägt, neben Kaffee und Kuchen gemeinsam in konstruktivistische Sphären eintauchen, dass sie dabei (wörtlich!) jede Menge Perturbation, ein Hin- und Her-Driften zwischen Altem und Neuem, ein notwendiges Reframing und (wörtlich!) natürlich viel Spaß erwartet - na denn mal los...! Kein Wort von mir zur tatsächlichen Arbeit an irgendwelchen Seminaren, ich gehe natürlich davon aus, dass dort beste Arbeit geleistet wird - jedenfalls maße ich mir nicht an, diese zu beurteilen. Was freilich - pars pro toto - die Sprache, den Stil und die Diktion dieses Artikels (ebenso wie der anderen erwähnten schriftlichen Ergüsse), dies gesamte verquaste Vokabular und Schlagwortgeklingel anbelangt, halte ich es (als pädagogischer Dinosaurier, ist schon klar...), lieber mit Oskar Negt (vgl. E&W 5/2004): Lernen und Leistung geraten gegenwärtig in einen betriebswirtschaftlichen Sog - das wäre meine These. Und die Undurchsichtigkeit und Verschleierung dieses Prozesses ist ein wesentliches Element einer gravierenden Veränderung in unserem Bildungssystem..., oder vielleicht auch, wenn s beliebt, mit Altmeister Goethe: Gemeinhin meint der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen... (Goethe, Faust I) - ja, so ist das wohl oft... Dieter Ertl, Mainz 20

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