Masarykova univerzita Filozofická fakulta Katedra germanistiky, nordistiky a nederlandistiky Německý jazyk a literatura. Magisterská diplomová práce

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1 Masarykova univerzita Filozofická fakulta Katedra germanistiky, nordistiky a nederlandistiky Německý jazyk a literatura Magisterská diplomová práce Idiomatik und Metaphorik in exklusiven internationalen Zeitschriften für Männer und Frauen Vypracovala: Bc. Zuzana Zemanová Vedoucí práce: PhDr. Jiřina Malá, CSc. 2009

2 Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Diplomarbeit selbstständig verfasst habe und dass ich nur die im Literaturverzeichnis angegebene Literatur verwendet habe. Brno, Zuzana Zemanová 2

3 An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau PhDr. Jiřina Malá, CSc. für ihre wertvollen Ratschläge und Hinweise, mit denen sie mir bei der Ausarbeitung der vorliegenden Diplomarbeit behilflich war, herzlich bedanken. 3

4 Inhaltsverzeichnis I. EINLEITUNG... 5 II. THEORETISCHER TEIL GEGENSTAND DER PHRASEOLOGIE UND TERMINOLOGIE PHRASEOLOGISCHE MERKMALE Polylexikalität Semantisch-syntaktische Stabilität (Festigkeit) Idiomatizität Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit PHRASEOLOGISMEN UND IHRE KLASSIFIKATION Basisklassifikation Syntaktische Klassifikation Struktursemantische Mischklassifikation PARADIGMATISCHE BEZIEHUNGEN Synonymie Antonymie Homonymie Polysemie Phraseologische Reihen Phraseologische Sachgruppen STILISTISCHE UND PRAGMATISCHE ASPEKTE DER PHRASEOLOGIE Konnotation der Phraseologismen Phraseologische Variation Phraseologische Modifikation Idiom und Metapher HISTORISCHE UND KULTURELLE ASPEKTE DER PHRASEOLOGIE Geschichtliche Aspekte Regionale Differenzen der Phraseologismen PHRASEOLOGISMEN UND TEXT Der Ort des Phraseologismus im Text Phraseologismen und Textsorten III. PRAKTISCHER TEIL ZUR ANALYSE DER ARTIKEL KLASSIFIZIERUNG DER TEXTSORTEN ANALYSE DER PHRASEOLOGISMEN UND METAPHERN Frauenzeitschriften Männerzeitschriften IV. ZUSAMMENFASSUNG V. LITERATURVERZEICHNIS

5 I. Einleitung In der vorliegenden Diplomarbeit möchte ich die Verwendung und die Funktionen von Phraseologismen und Metaphern in exklusiven internationalen Zeitschriften für Männer und Frauen untersuchen. Die Arbeit ist in zwei Hauptteile gegliedert. Sie besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im theoretischen Teil versuche ich erstens den Begriff Phraseologie zu erklären. Danach werden Merkmale der Phraseologie charakterisiert und verschiedene Klassifikationen der Phraseologismen behandelt. Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit paradigmatischen Beziehungen und stilistischen und pragmatischen Aspekten der Phraseologie. Es folgt ein kurzer Überblick über die historischen und kulturellen Aspekte der Phraseologie. Am Ende des theoretischen Teils wird die Frage der Funktionen von Phraseologismen im Text erwähnt. Im praktischen Teil widme ich mich der Untersuchung von Phraseologismen in den konkreten Texten. Als Untersuchungsmaterial dienen die exklusiven internationalen Frauen- und Männerzeitschriften Glamour, Brigitte, Men shealth und GQ. Ich versuche die Idiome und Metaphern in beiden Typen von Zeitschriften zu vergleichen. Um die bessere Übersichtlichkeit zu erreichen, werden die Artikel nach ihren Textsorten und Themen eingeteilt und erst dann analysiert. Das Ziel meiner Arbeit besteht im Vergleich der Verwendung von Phraseologismen und anderen sprachlichen Bildern in exklusiven Männer- und Frauenzeitschriften und in der Feststellung, welche Klassen von Phraseologismen in den jeweiligen Textsorten in den obengenannten Zeitschriften am häufigsten vorkommen. 5

6 II. Theoretischer Teil 1. Gegenstand der Phraseologie und Terminologie Die Phraseologie ist eine merkwürdige und komplizierte Erscheinung der Sprache, die heutzutage einen großen Aufschwung erlebt. Ursprünglich zählte sie zur Teildisziplin der Lexikologie, aber jetzt betrachtet man die Phraseologie als eine selbstständige und auch relativ junge Disziplin der Linguistik. Phraseologismen kann man fast in jedem Text finden. Sie werden oft auch in mündlichen Äußerungen verwendet. Phraseologismen bereichern unsere Sprache, deshalb werden sie häufig als Würze der Sprache benannt. Der Gebrauch von Phraseologismen ist abhängig von Situation, in den sich die Sprecher befinden, von ihrer sozialen Stellung und oft auch von Stimmungslage. Wenn man diese Faktoren nicht berücksichtigt, entstehen komische und unverständliche Verwendungen. Erst wenn man über die Verwendung von Phraseologismen einer Sprache Bescheid weiß, wird man zum wirklichen Kenner dieser Sprache. Zur Terminologie: Phraseologismen bestehen aus mehr als einem Wort. Es handelt sich um Kombinationen von Wörtern, die dem Sprecher in dieser Kombination bekannt sind, ähnlich wie die einzelnen Wörter. Beispiele: Öl ins Feuer gießen jemandes Erregung verstärken, einen Streit noch verschärfen sich die Haare raufen völlig verzweifelt sein gang und gäbe sein allgemein üblich sein blinder Passagier ein Passagier, der sich heimlich an Bord verbirgt und ohne Berechtigung reisst guten Appetit Wunschformel, wenn man jemanden essen sieht Verschiebe nicht auf morgen, was du heute kannst besorgen man soll zu erledigende Dinge nicht für spätere Zeit verschieben (Sprichwort) Das Rote Kreuz Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage (Zitat - W. Shakespeare) Sonntags nie! (Anspielung auf einen Film) Die lexikalischen Bestandteile der Phraseologismen nennt man Komponenten. Phraseologie ist die Teildisziplin der Linguistik, die sich mit Phraseologismen befasst. Andere Ausdrücke werden feste Wortverbindung und phraseologische Wortverbindung genannt. Der Gegenbegriff dazu heißt freie Wortverbindung. 6

7 Für die Benennung der festen Wortverbindungen verwendet man sehr vielfältige Ausdrücke. Jeder Linguist bezeichnet phraseologische Erscheinungen ein bisschen anders. Dasselbe gilt auch für die Theorien verschiedener Forscher. Das ist also auch ein Zeichen dafür, dass Phraseologie als eine selbstständige Teildisziplin auftritt. In der Alltagssprache werden die Ausdrücke wie Redensart (Öl ins Feuer gießen) oder Sprichwort (Verschiebe nicht auf morgen, was du heute kannst besorgen) benutzt. Für manche Wendungen, z. B. hin und her, fehlen uns entsprechende alltägliche Kategorisierung. Viele Ausdrücke sind von ihrer lexikalischen und syntaktischen Struktur unauffällig. Selbstverständlich gibt es auch einige Ausnahmen, die wirklich merkwürdig wirken. Für Leute, die nicht native Sprecher sind, können diese Ausdrücke unnatürlich klingen. Z. B. an jemandem einen Narren gefressen haben oder gang und gäbe. Der zweite Fall ist nicht so viel unauffällig, aber doch enthält er eine Komponente (gang), die im deutschen Wortschatz nicht vorkommt und die als unikale Komponente bezeichnet wird. Bei einigen Wendungen kann man dank den Komponenten leicht erschließen, was das Ganze bedeutet. In anderen Fällen ist das nicht oder nur teilweise möglich. Z. B. sich die Zähne putzen. In diesem Fall ist die Bedeutung unzweifelhaft, wenn man die Bedeutung der einzelnen Wörter kennt. Anders ist es im folgenden Beispiel: Öl ins Feuer gießen. Dieser Ausdruck kann zwei verschiedene Bedeutungen haben. Wörtliche Bedeutung jemand gießt tatsächlich reales Öl in reales Feuer Übertragene Bedeutung einen Streit noch verschärfen Die wörtliche Bedeutung versteht man aus den Komponenten. Die übertragene Bedeutung lässt sich mit Vorstellungskraft erschließen oder man muss sie kennen, sowie die Bedeutung der einzelnen Wörter. Die übertragene Bedeutung wird auch phraseologische Bedeutung genannt. Mit den meisten der Wortverbindungen bezeichnet man Personen, Eigenschaften, Gegenstände, Sachverhalte und Vorgänge unseres Lebens. Wie in anderen Fällen gibt es auch in diesem Bereich einige Ausnahmen. Z. B. Guten Appetit dieser Ausdruck hat eine bestimmte soziale Funktion in der bestimmten Situation. Oder das Rote Kreuz diese Wortverbindung hat eine Funktion des Eigennamens und bezeichnet eine bestimmte Institution. Einige Ausdrücke folgen in ihrem Aufbau ein Muster, aber es gibt auch solche Ausdrücke, die kein Muster folgen. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Diese Wortverbindung ist zweiteilig konstruiert und die Teile sind durch Reim (besorgen und morgen) verbunden. Ähnlich wirken auch die Ausdrücke wie gang und gäbe oder hin und her. Sie weisen auch einen paarigen Aufbau auf, aber nicht mit Teilsätzen, sondern mit einzelnen Wörtern. Es handelt sich nicht um einen normalen Reim, sondern um einen Stabreim, d. h. die Wortpaare beginnen mit dem gleichen Laut. 7

8 Es gibt auch einige Ausdrücke, die eine bestimmte Quelle haben und von einem Autor geschrieben worden sind. Es handelt sich z. B. um Shakespeare und seine Wendung: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage. Bei manchen Wortverbindungen sollte man sich einfach nicht fragen, wer sie erfunden hat und wie sie entstanden sind, ebenso wie man sich nicht fragt, wer die Wörter unserer Sprache erfunden hat. Die Phraseologismen verfügen über folgenden Eigenschaften: Polylexikalität die Wortverbindung besteht aus mehr als einem Wort. Festigkeit der Phraseologismus ist in der Sprachgemeinschaft gebräuchlich ähnlich wie ein Wort und man kennt ihn in genau dieser Kombination von Wörtern. Idiomatizität es gibt ein irreguläres Verhältnis zwischen der Bedeutung der Wortkomponenten und der Bedeutung des ganzen Satzes. Die Teilklasse von Phraseologismen, die dieses Kriterium erfüllen, nennt man die Idiome. Wir sprechen von Phraseologie im weiteren Sinne, wenn der Phraseologismus über die zwei ersten Eigenschaften verfügt. Um Phraseologie im engeren Sinne handelt es sich, wenn zu den beiden ersten Eigenschaften noch die dritte hinzukommt. In der Forschung hat sich gezeigt, dass diese zwei Bereiche nicht so klar abgrenzbar sind, wie die Sprachwissenschaftler früher annahmen, und deshalb ist eine strikte Abgrenzung undenkbar. Die historische Entwicklung, durch die eine freie zu einer festen Wortverbindung wird, heißt Phraseologisierung. Und der Prozess, durch den eine Wortverbindung zum Idiom wird, heißt Idiomatisierung. (vgl. Burger, 1998, S ) 8

9 2. Phraseologische Merkmale Für die weitere Abgrenzung der Phraseologismen von freien Wortverbindungen benutzt man nach W. Fleischer und H. Burger folgende Kriterien: Polylexikalität Semantisch-syntaktische Stabilität (Festigkeit) Idiomatizität Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit 2.1 Polylexikalität Dieses Merkmal bedeutet, dass der Phraseologismus aus mehr als einem Wort besteht. Eine obere Grenze von Wortmenge wird nicht definiert, weil die maximale Länge der Wortverbindung syntaktisch und nicht lexikalisch festgelegt ist. Als die obere Grenze von fester Wortverbindung gilt der Satz. Kleine Texte, die aus mehr als einem Satz bestehen, kann man ähnlich betrachten, wenn sie von größeren Gruppen von Menschen benutzt werden. Es handelt sich um Gebete, Sprüche, Gedichte usw. Die sog. Sagwörter stellen einen Grenzfall dar. Die Sprichwörter werden im folgenden Sinne erweitert, dass eine Situation angegeben wird, in der jemand den Ausdruck sagt. Die Beziehung zwischen beiden Gliedern wirkt witzig und neu an. Z. B. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, sagte der Ochse, als er gebraten wurde. (vgl. Burger, 1998, S ) 2.2 Semantisch-syntaktische Stabilität (Festigkeit) Es ist viel schwerer den Begriff der Festigkeit zu beschreiben als denjenigen der Polylexikalität. Die Festigkeit gilt als Grundbedingung für alle Phraseologismen. Es wurde schon gesagt, dass man einen Phraseologismus kennt, so wie ein Wort, und dass die feste Wortverbindung auch wie ein Wort gebräuchlich ist. Anders gesagt: Wenn jemand einen Phraseologismus hört oder liest, versteht er ihn in der phraseologischen Bedeutung und er muss nicht auf die wörtliche Bedeutung zurückgreifen. Die phraseologische Gebräuchlichkeit kann sich auf die ganze Sprachgemeinschaft beziehen oder nur auf bestimmte Gruppen. Die Gebräuchlichkeit wird eigentlich als Festigkeit der Wortverbindung bezeichnet. Hier unterscheidet man drei Grundebenen der Festigkeit: Psycholinguistische Festigkeit Strukturelle Festigkeit Pragmatische Festigkeit Die Psycholinguistische Festigkeit bedeutet, dass der Phraseologismus als Einheit wie ein Wort gespeichert wird und er kann als ganzer abgerufen und produziert werden. 9

10 Diese Erscheinung kann man leicht mit Hilfe eines Lückentests beweisen. Z. B. ein nativer Sprecher ist fähig den zweiten Teil eines Sprichworts ohne Schwierigkeiten zu ergänzen. Die Strukturelle Festigkeit ist im Vergleich mit einer freien Wortverbindung besser begreifbar. In diesem Fall kann frei nicht nur bedeuten, dass man außerhalb der Phraseologie Wörter völlig beliebig kombinieren könnte. Die Wörter sind vor allem durch die morphosyntaktischen und semantischen Regeln eingeschränkt. Frei ist also eine solche Wortverbindung, die keinen anderen Einschränkungen als denen der normalen morphosyntaktischen und semantischen Regeln unterliegt. Die semantischen Beschränkungen sind schwächer als die syntaktischen. Eine Verletzung der semantischen Regeln führt nicht zu falschen Äußerungen, sondern zu ungewöhnlichen oder sinnlosen Formulierungen. Die phraseologischen Wortverbindungen weisen oftmals Irregularitäten und Beschränkungen auf, die über die normalen Regularitäten hinaus gehen. Es handelt sich um ganz andere Beschränkungen als bei den freien Wortverbindungen. Viele der Irregularitäten gehen auf ältere Sprachverhältnisse zurück und sind in der älteren Form versteinert. Beispiele: auf gut Glück unflektiertes Attributives Adjektiv in (des) Teufels Küche kommen vorangestelltes Genitivattribut, das im heutigen Deutsch verständlich, aber nicht mehr produktiv ist Es gibt auch Irregularitäten, die die Valenz des Verbs betreffen, die aber auch weniger offensichtlich sind. Der Phraseologismus, der ein Verb enthält, hat eine Valenz. Man unterscheidet zwei Typen der Valenz: Externe Valenz Interne Valenz Beispiel: jemanden an den Bettelstab bringen Dieser Phraseologismus hat ein obligatorisches Subjekt (jemand) und ein obligatorisches Akkusativobjekt (jemanden). Sowohl das Subjekt, als auch das Akkusativobjekt können im Bereich der Substantive aufgefüllt werden. Diese Leerstellen bezeichnet man als die externe Valenz. Der lexikalisch feste Teil des Phraseologismus enthält solche Elemente, die als interne Valenz bezeichnet werden können: präpositionales Adverbiale (an den Bettelstab), das vom Verb (bringen) abhängig ist. Bei den phraseologischen Wortverbindungen können wir zwei Typen von Restriktionen unterscheiden: 10

11 Morphosyntaktische Restriktion Lexikalisch-semantische Restriktion Im ersten Fall kann man morphologische und/oder syntaktische Umbildungen, die bei freien Wortverbindungen möglich sind, mit einem Phraseologismus nicht einformen. Beispiele: Das ist kalter Kaffee Der Kaffee ist kalt Wenn man bei diesem Beispiel in seiner phraseologischen Bedeutung (das ist längst bekannt; uninteressant) das Adjektiv in prädikative Position ersetzt, verliert der Ausdruck seine phraseologische Bedeutung und er wird zu einer freien Wortverbindung. Dasselbe gilt auch für die Relativsätze. Man kann das Adjektiv nicht in einen Relativsatz umwandeln. Das ist kalter Kaffee Das ist Kaffee, der kalt ist Es ist natürlich unmöglich den Ausdruck in den Plural zu setzen. Dann verliert er seine phraseologische Bedeutung gleich wie bei den vorangegangenen Beispielen. Das ist kalter Kaffee Das sind kalte Kaffees Bei verbalen Phraseologismen ist meistens ein bestimmtes Tempus möglich. Peter hat einen Narren an Monika gefressen Peter frisst einen Narren an Monika Peter hat einen Narren an Monika gefressen Peter fraß einen Narren an Monika Die zweite Beschränkung der phraseologischen Wortverbindungen heißt Lexikalischsemantische Restriktion. Kern des Problems liegt darin, dass der Phraseologismus eine relativ feste lexikalische Besetzung aufweist. In den meisten Fällen kann man die Komponente nicht durch ein synonymes oder bedeutungsähnliches Wort ersetzen. Anderenfalls verliert der Ausdruck seine phraseologische Bedeutung und wird zur freien Wortverbindung. Beispiele: Die Flinte ins Korn werfen die Flinte in den Hafer werfen das Gewehr ins Korn werfen Am strengsten gilt diese Restriktion bei den unikalen Komponenten. Z. B. bei dem Ausdruck gang und gäbe kann man weder gang noch gäbe austauschen, weil beide Komponenten in freier Verwendung nicht vorkommen. Wenn man diese Regelung nicht einhält, wird die feste Wortverbindung zerstört. Die erwähnten Restriktionen im formalen und semantischen Bereich gelten aber nicht für alle Phraseologismen in gleicher Weise. Für manche gelten sie in stärkerem, für andere in schwächerem Grade. 11

12 Die Pragmatische Festigkeit beschäftigt sich mit typischen Aufgaben in kommunikativen Situationen. Hier unterscheidet man zwei hauptsächliche Typen von Phraseologismen, deren Festigkeit unterschiedlich zu betrachten ist. Erstens handelt es sich um große Klasse von Gruß-, Glückwunsch- und andere Arten von Formeln, die in allgemeinen Situationstypen befestigt sind. Eine solche Formel hat eine bestimmte Funktion z. B. bei der Eröffnung oder Beendigung eines Gesprächs. Offensichtliches Beispiel bilden Gruß- und Abschiedsformeln: Guten Tag Hallo Auf Wiedersehen Diese Ausdrücke sind in dem Sinne fest, dass sie in betreffenden Situationen an bestimmten Stellen auftreten. Der zweite Typ umfasst Formeln wie z. B.: Nicht wahr? meines Erachtens ich meine hör mal Siehst du? Diese Ausdrücke spielen eine wichtige Rolle vor allem in mündlicher Kommunikation. Die strukturelle Festigkeit dieser Formeln ist gering und ihre Variabilität groß. Dieser pragmatische Aspekt der Festigkeit gilt nicht für den ganzen Bereich der Phraseologie. Es handelt sich vielmehr um eine bestimmte Unterklasse, die man als Routineformeln nennt. (vgl. Burger, 1998, S ) 2.3 Idiomatizität Die Idiomatizität behandelt unterschiedliche Relationen zwischen der phraseologischen Bedeutung und der wörtlichen Bedeutung der Komponenten bzw. der ganzen Wortverbindung. Sie bedeutet also die Nichtübereinstimmung der phraseologischen und der additiven Bedeutung der Konstituenten. Je stärker diese Nichtübereinstimmung ist, desto stärker idiomatisch ist der Phraseologismus. 12

13 Beispiele: 1. Martin hat bei seinem Vater ein Auto in der Garage. 2. Martin hat bei seinem Vater einen Stein im Brett. Im ersten Satz kann man das reguläre Verhältnis zwischen der Bedeutung der Wortkomponenten und Bedeutung des ganzen Satzes beobachten. Im Gegensatz zu diesem Bespiel herrscht in dem zweiten Satz ein irreguläres Verhältnis. Im Ausdruck bei jemandem einen Stein im Brett haben (bei jemandem sehr beliebt sein) liegt ein bestimmtes Maß von Idiomatizität vor. Infolge der Idiomatizität ist dieser Wortverband als eine feste Wendung betrachtet. Der Grad der Idiomatizität ist ziemlich hoch, da zwischen den Komponenten Stein und Brett keine semantische Kongruenz entsteht. Ähnlich ist es auch in den folgenden Beispielen: Kohldampf schieben ständig Hunger haben sein Herz auf der Zunge tragen nichts für sich behalten können Etwas anders als die oben genannten Beispiele wirken folgende Ausdrücke ein: jemandem den Kopf waschen jemanden schwer tadeln zur Kasse gebeten werden bezahlen müssen ein freudiges Ereignis Geburt eines Kindes Diese Wortverbindungen sind auch noch mit der wörtlichen Bedeutung als freie Wortverbindungen verstehbar. Ihre phraseologische Bedeutung wird durch ein Bild vermittelt. (vgl. Fleischer, 1997, S ) Man unterscheidet verschiedene Grade der Idiomatizität: vollidiomatische Phraseme teilidiomatische Phraseme nichtidiomatische Phraseme Vollidiomatische Phraseme lassen sich nicht semantisch aufgliedern. Wenn eine Diskrepanz zwischen der wörtlichen und phraseologischen Bedeutung des ganzen Ausdrucks entsteht, ist der Ausdruck vollidiomatisch im semantischen Sinn. Besonders offensichtlich ist die Idiomatizität bei den Ausdrücken, die die unikalen Komponenten beinhalten (gang und gäbe sein). Einige Phraseologismen bestehen aus einem Teil, der idiomatisch ist, indem der andere seine eigene freie Bedeutung hat. Z. B. einen Streit vom Zaun brechen. Die Komponente vom Zaun brechen hat idiomatische Bedeutung, während einen Streit freie Bedeutung aufweist. Solche Ausdrücke nennt man also teilidiomatisch. Wendungen, die nur minimale oder sogar keine semantischen Differenzen zwischen phraseologischer und wörtlicher Bedeutung aufweisen, werden nichtidiomatische Phraseme genannt. (vgl. Burger, 1998, S ) 13

14 2.4 Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit Die Lexikalisierung einer phraseologischen Konstruktion bedeutet, dass sie im Lexikon aufgenommen und gespeichert wird. Das heißt, dass ein normaler Verbraucher der Sprache die entsprechende Wendung in den meisten Fällen wiedererkennt, ohne immer ihre Bedeutung zu kennen oder zu wissen. Die Phraseologismen werden nicht mehr nach einem syntaktischen Modell in der Äußerung produziert, sondern als fertige lexikalische Einheit reproduziert. Mit Reproduzierbarkeit der Phraseologismen ist gemeint, dass sie als feste Texte in der Rede und im Text nicht von Grund neu produziert werden, sondern bereits als fertige lexikalische Einheiten zur Verfügung stehen, d. h. sie werden wie die Wörter reproduziert. (vgl. Palm, 1995, S. 36 und Fleischer, 1997, S ) 3. Phraseologismen und ihre Klassifikation Die meisten Linguisten führen am häufigsten unterschiedliche Formen der phraseologischen Klassifikation an. Es handelt sich vor allem um eine Kombination von syntaktischen, semantischen und pragmatischen Kriterien. Es geht nicht um die Klassifikationen bestimmter Art, sondern um solche, die uns ermöglichen, eine Übersicht über Phraseologismen zu gewinnen. Für meine Arbeit habe ich die Klassifikationen nach Harald Burger und Wolfgang Fleischer gewählt. 3.1 Basisklassifikation Bei diesem Klassifikationstyp unterscheidet man drei Kategorien: Referentielle Phraseologismen Strukturelle Phraseologismen Kommunikative Phraseologismen Referentielle Phraseologismen beziehen sich auf Objekte, Vorgänge oder Sachverhalte der Wirklichkeit. Beispiele: unter dem Pantoffel stehen von der Ehefrau beherrscht werden; zu Hause nichts zu sagen haben ein Pechvogel sein dauernd vom Pech verfolgt sein das Pferd beim Schwanz aufzäumen eine Sache falsch anfangen Strukturelle Phraseologismen haben eine Funktion in der Sprache und zwar die Funktion, grammatische Relationen herzustellen. 14

15 Beispiele: in Bezug auf sowohl - als auch Kommunikative Phraseologismen haben bestimmte Aufgaben bei der Herstellung, Definition, dem Vollzug und der Beendigung kommunikativer Handlungen. Beispiele: Guten Morgen ich meine Guten Appetit Für die Gruppe der Kommunikativen Phraseologismen hat sich der Terminus Routineformel durchgesetzt. Früher wurde auch der Terminus pragmatischer Phraseologismus verwendet. Die referentiellen Phraseologismen teilen sich weiter in nominative und propositionale Phraseologismen. Nominative Phraseologismen entsprechen einer syntaktischen Einheit unterhalb der Satzgrenze (einem oder mehreren Satzgliedern). Dagegen entsprechen die propositionalen Phraseologismen einem Satz oder einer noch größeren Einheit. Hier sprechen wir von satzgliedwertigen und satzwertigen oder bei größeren Einheiten sogar textwertigen Phraseologismen. Nominative Phraseologismen werden weiter nach ihrem Grad der Idiomatizität aufgeteilt. Es lassen sich drei Typen unterscheiden: Idiome Teil-Idiome Kollokationen Die Bezeichnung Idiom vertritt die idiomatischen Wortverbindungen. Ähnlich wird für die teilidiomatischen Phraseologismen der Terminus Teil-Idiome benutzt. Bei den nicht- oder schwach-idiomatischen Phraseologismen wird die Bezeichnung Kollokation verwendet. Innerhalb der satzwertigen oder propositionalen Phraseologismen kann man eine Untergliederung nach syntaktischen und textlinguistischen Kriterien machen: Feste Phrasen Topische Formeln Beispiele der festen Phrasen: jemandes Aktien steigen jemandes Aussichten auf Erfolg werden besser jemandem geht ein Licht auf jemand versteht, durchschaut plötzlich etwas jemandem fällt ein Stein vom Herzen jemand ist plötzlich sehr erleichtert In allen Fällen umfasst die interne Struktur Subjekt und finites Verb. Die Phraseologismen enthalten auch eine Leerstelle (Attribut oder Dativobjekt). Durch die Aktualisierung der Leerstelle wird die feste Wortverbindung auf den Kontext bezogen. 15

16 Das schlägt dem Fass den Boden aus jetzt ist es genug, das ist der Gipfel der Frechheit Ähnliche Ausdrücke beziehen sich in der Regel auf die Situation oder den vorhergehenden Gesprächsbeitrag des Gesprächspartners. Sie umfassen einen ganzen Satz, sind aber durch das deiktische Element das an die Situation oder den Kontext angeschlossen. Topische Formeln oder Topoi lassen sich in zwei Typen teilen: Sprichwörter Gemeinplätze Das Sprichwort ist wichtigste dieser Gruppe. Sprichwörter sind in sich geschlossene Sätze, die man durch kein Element an den Kontext anschließen muss. Beispiel: Morgenstund hat Gold im Mund am Morgen lässt es sich gut arbeiten; wer früh mit der Arbeit beginnt, erreicht viel Sprichwörter und Gemeinplätze werden meistens durch ihre Semantik voneinander abgegrenzt. Gemeinplätze formulieren keine neuen Urteile, sondern Selbstverständlichkeiten. Beispiele: Was sein muss, muss sein. Was man hat, das hat man. Man lebt nur einmal. Gemeinplätze dienen vor allem als Bewertung von Handlungen oder als Rechtfertigung von Handlungen. (vgl. Burger, 1998, S ) 3.2 Syntaktische Klassifikation Syntaktische Klassifikation ist eine Gruppierung nach gewissen phraseologischen Wortarten. Sie ist syntaktisch gut durchführbar und ermöglicht eine Reihe von Einsichten in die Struktur des phraseologischen Bestandes und in die Verwendung der Phraseologismen selbst. Es gibt folgende Entsprechungen zwischen Phraseologismus und wortklassenbestimmten Wort: Der Phraseologismus übernimmt, sowie das Wort als Ganzes eine syntaktische Rolle als Satzglied. 16

17 Der Phraseologismus besteht aus den gleichen morphologisch-grammatischen Kategorien wie die wortklassenäquivalenten Wörter: Substantiv und Adjektiv verfügen über Genus, Numerus und Kasus. Verb verfügt über Tempus, Modus, Person und Numerus. Im praktischen Gebrauch kann diese Entsprechung bei einigen Arten von Phraseologismen ein bisschen eingeschränkt sein. Der Phraseologismus ist der Valenz unterworfen. Im Satz unterliegen Phraseologismen, sowie die Wörter den Forderungen der semantischen Kongruenz. Phraseologismen, die eine Person oder einen Gegenstand bezeichnen, kann man nicht mit solchen Wörtern verbinden, die eine Tätigkeit bestimmen. Die Einordnung der Phraseologismen nach der syntaktischen Klassifikation muss nicht identisch mit der Wortart der Komponenten sein, die als Basiselemente einem Phraseologismus zur Verfügung stehen. Jedoch spielt die Wortklassenzugehörigkeit der Komponenten eine gewisse Rolle, die abhängig von der syntaktischen Struktur des Phraseologismus ist. So z. B. kann eine feste Wortverbindung, in deren Basiselementen kein Verb auftritt, nicht als verbaler Phraseologismus fungieren. Andererseits eine phraseologische Wortverbindung, deren Basiselemente Substantive sind, kann auch ein adverbialer Phraseologismus sein. Unter Berücksichtigung der Wortart der Komponenten unterscheidet man folgende Typen von Phraseologismen: Substantivische Phraseologismen Adjektivische Phraseologismen Adverbiale Phraseologismen Verbale Phraseologismen Harald Burger erwähnt auch präpositionale/konjunktionale Phraseologismen. (vgl. Fleischer, 1997, S ) 3.3 Struktursemantische Mischklassifikation Die Klassen von Phraseologismen werden anhand gleichzeitiger Verwendung semantischer und morphosyntaktischer Kriterien gebildet. Dieser Klassifikationstyp wurde in der älteren sowjetischen Phraseologieforschung bevorzugt. Das Mischen dieser Kriterien hat zwei Aspekte: Mehrere Kriterien wie z. B. syntaktische, semantische, pragmatische werden gleichzeitig für die Herausbildung der konkreten Untersuchungskategorien eingesetzt. Man verwendet auch solche Kriterien, die quer zu den sonst verwendeten Kriterien durchgehen. Nach Burger handelt es sich um sog. Spezielle Klassen. (vgl. Burger, 1998, S ) 17

18 1.Phraseologische Ganzheiten Phraseologische Ganzheiten stellen eine der am häufigsten behandelten Klassen dar. Die Gesamtbedeutung der Wortverbindung resultiert nicht aus der Bedeutung der einzelnen Komponenten. Nach der Art der Idiomatizität unterscheidet man bei dieser Gruppe die voll-, teil- und nichtidiomatischen Phraseologismen. Beispiele: an jemandem einen Narren gefressen haben jemanden besonders gern haben, eine besondere Vorliebe für jemanden haben etwas auf die lange Bank schieben etwas aufschieben, etwas längere Zeit unerledigt lassen 1. Phraseologische Verbindungen Mit phraseologischen Verbindungen sind die Wortverbindungen vom Typ blinder Passagier oder der kalte Krieg gemeint. Das Wort blind ist in einer speziellen Bedeutung (einer, der unberechtigt mitfahrt) an das Wort Passagier, das auch seine freie Bedeutung beibehält, gebunden. Im Unterschied zu den phraseologischen Ganzheiten kann man die Gesamtbedeutung aus den Bedeutungen der einzelnen Komponenten zusammenstellen. (vgl. Kavalcová, 2002, S. 53) 2. Modellbildungen Die Ausdrücke von dieser Klasse sind nach einem Strukturschema gebildet, dem eine unwandelbare semantische Interpretation zugeordnet ist und dessen Komponenten lexikalisch mehr oder weniger frei besetzbar sind. Diese Komponenten haben ihre freie Bedeutung. Beispiele: Modell: X um X Glas um Glas ein Glas nach dem anderen Flasche um Flasche eine Flasche nach der anderen Stein um Stein ein Stein nach dem anderen Modell: von X zu X von Stadt zu Stadt stete Fortbewegung; von einer Stadt zur nächsten, zur nächsten usw. von Mann zu Mann wechselseitiger Austausch von Informationen zwischen Männern von Tag zu Tag stetige Entwicklung; z. B. jemand wird von Tag zu Tag reicher (kluger, dummer, kränker usw.) 18

19 Die obengenannten Fälle kann man in einem engen semantischen Rahmen lexikalisch ersetzen, z. B. von Dorf zu Dorf; von Frau zu Frau; von Woche zu Woche. Doch der Ausdruck von Zeit zu Zeit ist idiomatisiert und lässt keine solche Substitution zu. 3. Phraseologische Wortpaare Diese Wortverbindungen nennt man auch Zwillingsformeln oder Paarformeln. Sie sind nach einem Muster gebildet: zwei Wörter der gleichen Wortart oder auch zweimal dasselbe Wort werden mit einer Konjunktion, meistens aber mit und oder einer Präposition zu einer paarigen Formel verbunden. Wenn es zwei verschiedene Wörter gibt, ist die Reihenfolge festgelegt oder es besteht mindestens eine Bevorzugung dieser Reihenfolge. Beispiele: Tür an Tür eng benachbart Hand in Hand gemeinschaftlich, zusammen Weder Fisch noch Fleisch nichts Bestimmtes, etwas Halbes mit Mann und Maus vollständig auf immer und ewig für alle Zeit Die Ausdrücke mit unikalen Komponenten (wie z. B. klipp und klar ganz eindeutig) treten vor allem in der festgelegten Reihenfolge auf. Die Paarformeln kann man in aller Art der Idiomatizität finden. Nichtidiomatisch: dick und fett Teilidiomatisch: klipp und klar Vollidiomatisch: gang und gäbe allgemein üblich, gebräuchlich Ganz oft sind die Zwillingsformeln Teile der größeren phraseologischen Einheiten, vor allem der verbalen Phraseologismen: mit jemandem durch dick und dünn gehen jemandem ein treuer Kamerad sein Allgemein bilden die Paarformeln eine markante Gruppe von Phraseologismen. Man kann sie oft durch den Stabreim erkennen. frank und frei offen und ehrlich, ohne Hintergedanken fix und fertig völlig erschöpft oder ganz fertig, bereit klipp und klar 4. Komparative Phraseologismen Komparative Phraseologismen oder auch phraseologische Vergleiche enthalten einen festen Vergleich, der an ein Element des Satzes (Adjektiv oder Verb) angeschlossen wird. Diese Elemente haben ihre freie Bedeutung. Viele phraseologische Vergleiche haben eine bestimmte verstärkende Funktion. 19

20 Beispiele: frieren wie ein Schneider dumm wie Bohnenstroh flink wie ein Wiesel Außerdem gibt es viele Beispiele, wo der Vergleich das Verb nicht verstärkt, sondern in anderer Weise semantisch spezifiziert. dastehen wie versteinert/wie ein begossener Pudel//wie ein Ölgötze kleinlaut, beschämt//unbeweglich, teilnahmslos 5. Kinegramme Mit Kinegrammen wird nonverbales Verhalten sprachlich gefasst und kodiert. Bei diesen Ausdrücken handelt es sich um eine Gebärde, die real ausgeführt werden kann (die Achseln zucken) oder auch um ihre sprachliche Kodierung (mit einem Hochziehen der Schultern zu zeigen, dass man nicht weiß oder versteht). Eine und dieselben Gebärde kann zwei verschiedene Phraseologismen vertreten: den Kopf schütteln Ausdruck der Verneinung, das Kopfschütteln ersetzt die sprachliche Handlung (Antwort). den Kopf über jemanden/etwas schütteln Ausdruck der Missbilligung Man unterscheidet auch sog. Pseudo-Kinegramme. Wir können von diesem Typ sprechen, wenn das mit dem Phraseologismus bezeichnete nonverbale Verhalten heute nicht mehr praktiziert wird und deshalb nur die phraseologische Bedeutung erhalten geblieben ist. Beispiel: die Hände über dem Kopf zusammenschlagen entsetzt sein 6. Geflügelte Worte Der Ausdruck erschien zuerst in der Sammlung von G. Buchmann ( Der Zitatenschatz des deutschen Volkes ). Nach der Konzeption Buchmanns sind die geflügelten Worte literarisch belegbare, allgemein geläufige Redensarten. Diese Beschränkung ist heute allerdings nicht mehr aktuell. Heutzutage gelten als geflügelte Worte auch solche Ausdrücke, die aus Filmen, der Werbung und anderen nicht-literarischen Bereichen stammen. Es ist entscheidend, dass bei den Sprechern das Bewusstsein dafür vorhanden ist, dass der Ausdruck auf eine bestimmte Quelle zurückgeht. 20

21 Beispiele: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage (Shakespeare) ein Geflügeltes Wort im klassischen Sinne Carpe diem (Horaz) - ein Geflügeltes Wort im klassischen Sinne Nicht immer, aber immer öfter ein modernes geflügeltes Wort aus der Werbesprache 7. Autorphraseologismen Innerhalb eines Textes kann eine polylexikalische Wendung zu einer Art des Phraseologismus werden, der nur innerhalb dieses bestimmten Textes seinen konkreten Sinn hat. Z. B. in Thomas Manns Buch Buddenbrooks kann man einen bestimmten Ausdruck finden (auf den Steinen sitzen), dem die Figuren des Romans eine Art Privatbedeutung zuweisen. auf den Steinen sitzen vereinsamt sein und sich langweilen 8. Onymische Phraseologismen Onymische Phraseologismen tragen die Funktion der Eigennamen. In der phraseologischen Fachliteratur werden sie oft aus dem Bereich der Phraseologie ausgeschlossen, ähnlich wie z. B. die Namen wegen ihrer semantischen Sonderstellung nicht dem Bereich der Lexikologie zugerechnet werden. Es gibt doch einen Aspekt, der für die Eingliederung in die Phraseologie spricht. Die onymischen Phraseologismen verhalten sich in mancher Hinsicht wie andere Phraseologismen, insofern die lexikalische Bedeutung, die die Komponenten außerhalb des Namens haben, immer aktualisiert werden kann. So ist es möglich durchaus sinnvoll danach zu fragen, wie fern der Ferne Osten wirklich ist, ob das Weiße Haus tatsächlich weiß ist usw. Onymische Phraseologismen werden oft für verschiedene Wortspiele benutzt. Weitere Beispiele: Schwarzes Meer Böhmische Mittelgebirge Das Rote Kreuz 9. Phraseologische Termini Von zahlreichen Forschern wird dieser Bereich nicht zur Phraseologie gerechnet. Diese Gruppe ist darin besonders, dass ihre Ausdrücke gleich wie jeder (Wort-)Terminus funktionieren. Das bedeutet, dass sie in ihrer Bedeutung strikt festgelegt sind, und diese Festlegung gilt nur innerhalb des fachlichen Subsystems der Sprache. Die Festigkeit ist, je nach fachlichem Kontext, unterschiedlich bezeigt. Beispiele aus der juristischen Fachsprache: rechtliches Gehör 21

22 einstweilige Verfügung Beispiele aus der Wirtschaftssprache: eine Dividende ausschütten in Konkurs gehen Nach Harald Burger können ähnliche Ausdrücke in den Bereich der Phraseologie einbezogen werden, weil zahlreiche fachsprachliche Bereiche für den Alltag unmittelbar relevant sind und heutzutage zunehmend entscheidend werden. Z. B. mathematische Begriffe, die jeder Schüler kennt (spitzer Winkel, die Wurzel ziehen, rechtwinkliges Dreieck). Man kann nicht nur vom wissenschaftlichen Bereich sprechen, da ihre Terminologie auch Spiele haben (jemanden matt setzen, ein Tor schießen). Fachliche Bereiche z. B. der Wirtschaft werden in den Medien häufig popularisiert (die Börse schließt schwächer, die Konjunktur ist Talfahrt). Jeden Tag hören wir im Wetterbericht terminologische Wortverbindungen, die auch ohne meteorologische Fachkenntnisse unmittelbar verständlich sind (die Temperaturen liegen über/unter dem Gefrierpunkt). Anderes Beispiel der terminologischen Wortverbindung stellt das Wortpaar aus dem pharmazeutischen Bereich dar: Risiken und Nebenwirkungen. Dieser Ausdruck ist uns völlig geläufig, weil wir ihn als vorgeschriebene Warnung bei den Medikamenten täglich hören. Nach Wolfgang Fleischer sollte man nur solche Wortverbindungen als phraseologisch betrachten, die in der Gemeinsprache eine sekundäre Metaphorisierung erfahren haben. Beispiele: jemanden Schachmatt setzen jemanden handlungsfähig machen; jemandem jeden Ausweg nehmen sich selbst ein Eigentor schießen sich selber Schaden zufügen In manchen Fragen der Phraseologie herrscht der Pluralismus. Harald Burger dagegen vermutet, dass man mindestens solche terminologischen Wortverbindungen der Phraseologie zurechnen muss, die sich auch in alltäglichen Zusammenhängen wiederfinden. Von zunehmender Bedeutung für die heutige Sprache sind halbfachsprachliche Texte aus dem Bereich der Computer-Software. Die sachbedingten Konzepte auf sprachlicher Ebene sind durch feste Wortkombinationen repräsentiert. 22

23 Beispiele: Die Konzepte: Objekt/Systemteil, Aktion/Ausführung repräsentiert durch Taste drücken, Mauszeiger ziehen, Symbol anklicken. Die Konzepte: Funktion ein/aus repräsentiert durch Text einblenden/ausblenden, Daten eingeben/ausgeben, CD einlegen/auswerfen. Diese Phraseologismen sind vor allem schwach idiomatisch und haben der Charakter von Kollokationen. (vgl. Burger, 1998, S ) 10. Kollokationen Der Terminus Kollokation wird für den ganzen Bereich der festen Wortverbindungen, die nicht oder nur schwach idiomatisch sind, verwendet. Ein Beispiel stellt die Wendung die Zähne putzen dar. Es gibt manche alternative Ausdrücke wie die Zähne waschen, die Zähne reinigen usw. aber im Deutschen bevorzugt man immer die gemeinte Handlung sich die Zähne putzen, ohne dass dies erkennbare semantische Gründe hätte. Es ist zu beobachten, dass andere Sprachen andere Formulierungen bevorzugen. Ein weiteres Beispiel ist die Wortverbindung in der Sonne sitzen. Auf den ersten Blick hat sie an sich nichts Ungewöhnliches. In diesem Fall bedeutet Sonne nicht den Himmelskörper, sondern Licht und Wärme der Sonne, doch findet sich diese Bedeutung in vielen anderen Verwendungen (Tomaten brauchen viel Sonne, das Zimmer hat den ganzen Tag über Sonne usw.). Man spricht hier über Polysemie von Sonne. Der Ausdruck kann man als phraseologisch betrachten, da wir eben üblicherweise das Folgende sagen können: In der Sonne sitzen/liegen oder stärker idiomatisch durch das metaphorische Verb in der Sonne braten. Andererseits ist es unmöglich die Wortkombinationen an/unter der Sonne sitzen zu verwenden. Die Ausdrücke an der Sonne und unter der Sonne haben phraseologisch eine andere Bedeutung: ein Platz an der Sonne Glück und Erfolg im Leben es gibt (geschieht) nichts Neues unter der Sonne keine neue Information Die am meisten reguläre Untergruppe bilden die sog. Funktionsverbgefüge. Sie enthalten ein Substantiv (z. B. die Beziehung), das aus einem Verb (beziehen) nominalisiert wurde, und semantisch leere Verben, mit denen die Aktionsart differenziert werden kann: in Beziehung stehen zur Entscheidung kommen/bringen/stellen/stehen In diesem Bereich ist ein leichter Phraseologisierungsaspekt vorhanden, weil so wie bei den am stärksten regulären Verbindungen nicht durchaus die gleichen Verben in Frage kommen. Deutlicher wird dieser Aspekt bei singulären Kollokationen in folgenden 23

24 Beispielen: jemandem Hilfe leisten neben einfachem helfen jemandem Antwort geben neben antworten usw. Es gibt auch solche Verbindungen, die kein einfaches Verb als Variante neben sich haben: Geld abheben die Initiative ergreifen den Tisch decken Einen wichtigen Bereich der Kollokationen bilden die fachsprachlichen oder halbfachsprachlichen Texte. 11. Klischees Die Rede hat vom Klischee einen Aspekt, der auch manche Phraseologismen betrifft. Genauso wie Wörter können Phraseologismen modisch sein und wieder aus der Mode kommen. Sie können funktionieren wie die sog. Schlagwörter, die in der Regel den Umlauf von Aufstieg Höhepunkt Abstieg erleben. Für die Bedingung gilt, dass ein bestehender Phraseologismus für eine konkrete politische oder ökonomische Situation als besonders passend empfunden wird, oder dass eine metaphorische Wortverbindung gestaltet wird. Nach Burger soll der Terminus Klischee nur für die Phraseologismen, die als Schlagwörter funktionieren, verwendet werden. Es handelt sich vor allem um die metaphorischen Idiome, die einen solchen Umlauf häufig erleben. Etwas Ähnliches kann man bei den Komposita beobachten, die zu Schlagwörtern werden (besonders metaphorische oder metonymische Bildungen). Beispiele: Schritt in die richtige/falsche Richtung Rentnerschwemme Wendehals 12. Routineformel Die Routineformeln haben eine besondere Funktion innerhalb der Kommunikation und zwar nicht nur in mündlicher, sondern auch in schriftlicher Kommunikation. Die mündliche Kommunikation freut sich über mehrere Ausdrücke. In semantischer Hinsicht haben sie mit idiomatischen referentiellen Phraseologismen gemeinsam, dass sie ihre wörtliche Bedeutung nicht mehr haben und im Gegensatz haben sie auch keine neue, semantisch beschreibbare Bedeutung entwickelt. Aufgrund dessen handelt es sich in den meisten Fällen um sog. de-semantisierte Wortverbindungen mit einer bestimmten kommunikativen Funktion. Man unterscheidet zwei großen Gruppen von Routineformeln: Diejenigen, die funktionell an einen bestimmten Situationstyp gebunden sind. 24

25 Diejenigen, die situationsabhängige kommunikative Funktionen in schriftlichen und mündlichen Texten haben. Unter pragmatischen Aspekten kann man verschiedene Funktionen dieser Formeln bemerken (Übernahme, Beibehaltung oder Übergabe der Sprechrolle, Imagesicherung, Aufmerksamkeitsappelle, usw.). Allgemein kann jeder Ausdruck verschiedenartige Funktionen erfüllen. Doch zeigt sich, dass viele Ausdrücke eine dominante Funktion aufweisen. Beispiele der dominanten Funktion: ich denke Gliederungssignal oder nicht? Übergabe der Sprechrolle nicht wahr? Kontaktsicherung was weiß ich Markierung kritischer Formulierungen pass mal auf! Aufmerksamkeitssteuerung soweit ich weiß Vagheitsindikator wie schon gesagt wurde äußerungskommentierende Metakommunikation Die Formeln dieses Typs verfügen über hohen Grad der Variabilität. Es gibt nur wenige Ausdrücke, die völlig verfestigt oder auf wenige Varianten beschränkt sind (wie meiner Meinung nach; und so weiter; und so weiter und so fort). Die Mehrheit der Ausdrücke weist einen festen Rahmen auf, der sehr variable lexikalische Auffüllung ermöglicht (z. B. das will ich ganz deutlich/unmissverständlich usw.... sagen). (vgl. Burger, 1998, S ) In kommunikativen Formeln kann man sehr oft die Modalverben finden. Am häufigsten sind die Formeln mit sollen und wollen. Bespiele: Wie oft soll ich das noch sagen?! Ausruf der Ungeduld Das sollte mir mal einer sagen! Warnung Das will ich ihm auch geraten haben! Drohung Komme, was da wolle! Koste es, was es wolle! ungeachtet dessen, was daraus folgt; unter allen Umständen Das muss man gesehen haben! Formel der erstaunten Anerkennung Man unterscheidet vier wichtigste Funktionsgruppen von kommunikativen Formeln: Höflichkeitsformeln (Kontaktformeln), darunter Grußformeln (Guten Tag!, Wie geht s?, Meine Damen und Herren!, Frohes Fest!, Herzlichen Glückwunsch!) Konversationsformeln (wenn ich fragen darf, nichts für ungut, bitte mal herhören) Tischformeln (Wohl bekomm s!, Ich wünsche wohl zu speisen/gespeist zu haben!) Dankesformeln (Besten/herzlichen/schönen/vielen Dank., Ich bedanke mich.) Schelt- und Fluchformeln (Da soll doch gleich ein Donnerwetter dreinschlagen!, Verflixt und zugenäht!) 25

26 Kommentarformeln, darunter Formeln des Zweifels, der Ablehnung, Kritik, des Erstaunens, der Zustimmung, Bestätigung (Wer s glaubt, wird selig!, Das fehlte gerade noch!, Das haut des stärksten Seemann um!, Das will ich meinen!, Ich bin dabei!) Stimulierungsformeln, darunter Formeln der Aufforderung, Drohung, Warnung (Na, dann wollen wir mal!, Wie oft soll ich das noch sagen!?, Der Himmel gnade dir!) (vgl. Fleischer, 1997, S ) 13. Sprichwort Die Sprichwörter wurden schon in der Basisklassifikation erwähnt. Sie sind in sich geschlossene Sätze, die man durch kein lexikalisches Element an den Kontext anschließen muss. In der Ethnografie hat ihre Forschung eine lange Tradition und für diesen Wissenschaftszweig hat sich der Name Parömiologie durchgesetzt. Da die Sprichwörter in sich abgeschlossene, ganze Sätze bilden, können sie als selbstständige Mikrotexte aufgefasst werden. Das bedeutet, dass sie kontextfrei verstanden werden können. Die Sprichwörter können als Warnung, Überredung, Argument, Bestätigung, Trost, Besänftigung, Überzeugung. Mahnung, Zurechtweisung, Feststellung, Charakterisierung, Erklärung, Beschreibung, Rechtfertigung, oder Zusammenfassung benutzt werden. Man unterscheidet zwei Grundfunktionen von Sprichwörtern: soziale Funktion kontextuelle Funktion Die soziale Funktion besteht darin, dass die Sprichwörter als Formulierungen von Überzeugungen, Werten und Normen gelten, die in einer bestimmten Zeit und Kultur soziale Geltung beanspruchen. Diese Funktion stellt den Hintergrund für die Aufgaben dar, die sie in Kommunikationssituationen übernehmen können. Als Mikrotexte bilden sie eine syntaktisch abgeschlossene Einheit und sind in vielfältiger Weise funktional in den zuständigen Kontext bzw. in die Situation eingebunden. Diesen zweiten Funktionsbereich könnte man zusammenfassend als kontextuelle Funktion beschreiben. Die Sprichwörter entsprechen den Phraseologismen dank folgenden Grundmerkmalen: sie sind polylexikalisch, fest und in verschiedenem Grade idiomatisch. Die Blütezeit erlebte das deutsche Sprichwort im Jh. Heutzutage werden die Sprichwörter meistens in ironischer oder anderer expressiver Weise verwendet. Im Spätmittelalter wurden sie als Zeichen poetischer Meisterschaft erachtet. Die Sprichwörter verfügen über eine lehrhafte Tendenz, die sich auf das praktische Leben bezieht. In der heutigen Sprachverwendung spielen die Phraseologismen auch eine wichtige Rolle. Für den Sprichwortgebrauch in öffentlicher Sprachverwendung, in den Medien oder in der Werbung ist charakteristisch, dass die traditionellen Muster der Verwendung im Hintergrund stehen, während das spielerische Verfahren verwendet wird. Das heißt, dass die Sprichwörter spielerisch modifiziert werden. Beispiele von Sprichwörtern: Eigenlob stinkt. Morgenstunde hat Gold im Munde. Ende gut, alles gut. 26

27 Lügen haben kurze Beine. Kleider machen Leute. Kommt Zeit, kommt Rat. Beispiele von modifizierten Sprichwörtern: Eigentor stinkt. Überstund hat Geld im Mund. Wer Geld sät, soll Kapital ernten. Kommt Zeit, kommt Rad. Es gibt natürlich manche Unterschiede zwischen den Sprichwörtern und Phraseologismen unterhalb der Satzgrenze. Ein klarer Unterschied liegt darin, dass die Sprichwörter vollständige Aussagen festlegen. Weiterhin sind die Sprichwörter nach einem kleinen Set von logischen oder scheinbar logischen Mustern gebildet. Alle diese Merkmale sprechen dafür, die Sprichwörter nicht nur innerhalb der Parömiologie als ein kulturhistorisches Phänomen zu behandeln, sondern sie auch als eine wichtige Gruppe von Phraseologismen zu betrachten. 14. Gemeinplatz und Sagwort Eng verwand mit den Sprichwörtern sind die Gemeinplätze. Es handelt sich um sog. Trivialitäten, die anders auch Truismen genannt werden. Diese Ausdrücke stellen immer wahre Sätze dar, die man nicht widerlegen kann. Beispiele: Man lebt nur einmal. Wir sind alle nur Menschen. Was man hat, das hat man. Was zuviel ist, ist zuviel. (vgl. Burger, 1998, S ) Sagwort (Wellerismus) ist jünger als das Sprichwort und heute trifft in immer neuen Beispielen auf. Der Schwerpunkt besteht darin, dass einem Sprecher ein Sprichwort oder ein sprichwortähnlicher Ausdruck in den Mund gelegt wird (daher der Ausdruck Sagwort) und ein Schlussteil charakterisiert die Situation, in der das Sprichwort gesagt wird. Die Beziehung zwischen beiden Gliedern ist meistens witzig, neu und überraschend. Das Grundmodell für die Sagworte besteht aus drei Teilen: dem Ausspruch; der Angabe dessen, der ihn tut (meist angeschlossen mit sagte); und einer Handlung des Sprechers, die eine expressive Beziehung zu dem Ausspruch herstellt. Beispiele: Was sich liebt, das neckt sich, sagte die Katze und fraß die Maus. Scherben bringen Glück, sagte der Glaser, der den Leuten über Nacht die Scheiben einwarf. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, sagte der Ochse, als er gebraten wurde. 27

28 Im Unterschied zu den Sprichwörtern haben die Sagwörter keinen belehrenden Charakter. Ganz im Gegenteil sind sie der Ausdruck des gesunden und oft auch derben Volkswitzes. Diese Gattung geht bis ins klassische Altertum zurück und wurde im Mittelalter ins Deutsche übernommen. Heute sind die Sagwörter vor allem im niederdeutschen Sprachgebiet verbreitet. 15. Maxime, Aphorismus, Sentenz Maxime und Aphorismus sind autorbezogen, so wie geflügelte Worte. Der Ausdruck Aphorismus gehört zu einem griechischen Verb für abgrenzen, definieren. In der Antike wurden in dieser Form überlieferte medizinische Ratschläge oder wissenschaftliche Erkenntnisse bezeichnet. Später wurden in diese Form auch moralische und philosophische Aussagen gebracht. Der moderne Aphorismus hat sich seit der Renaissance reich entwickelt. Eine besondere Entfaltung erlebte er in Frankreich des 18. Jahrhunderts, wo Schriftsteller wie Pascal, Montesquieu oder Chamfort tätig waren. In Deutschland ist einer der bekanntesten Anwender von Aphorismus G. Chr. Lichtenberg, ferner dann Goethe, Schopenhauer, Altenberg usw. Der Aphorismus stellt den Gegenpol zum Sprichwort dar. Für ihn ist charakteristisch, dass weniger Verhaltensweisen und Erkenntnisse lehrhaft vermittelt als geradezu in Frage gestellt werden. Beispiel: Dinge zu bezweifeln, die ganz ohne weitere Untersuchung jetzt geglaubt werden, das ist die Hauptsache überall. Zwischen den beiden Polen, zwischen Sprichwort und Aphorismus, befinden sich auch die beiden Gattungen Maxime und Sentenz. Der Sentenz ist so wie dem Sprichwort eine lehrhafte Tendenz eigen. Sie entstammt einem künstlerischen Werk, aber im Gegensatz zu dem Aphorismus bewahrt sie für das praktische Leben eine wichtige Erkenntnis in knapper und verständlicher Form. Die Sentenz ist wie das Sprichwort allgemein gebraucht, also die Grenze zwischen Sentenz, geflügeltem Wort und Sprichwort ist fließend. Beispiele von Sentenzen: Dem Mimen flicht die Nachtwelt keine Kränze. (F. Schiller, Prolog zu Wallensteins Lager) Der Starke ist am mächtigsten allein. (F. Schiller, Wilhelm Tell) Sein Schicksal schafft sich selbst der Mann. (G. Kinkel, Otto der Schützt) Die Maxime steht dem Aphorismus näher. Doch unter Maxime im allgemeinen Sprachgebrauch wird eine allgemeine Lebensregel, Grundsatz des Wollens und Handelns, aber auch Denkspruch verstanden. Beispiele Goethes: Altes Fundament ehrt, darf aber das Recht nicht aufgeben, irgendwo wieder einmal von vorn zu gründen. 28

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