Sport bei Demenz?! Effekte regelmäßiger körperlicher Aktivität. Dr. phil. K. Menzel Gesundheitszentrum Redtel Bismarckstr Stendal

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1 Sport bei Demenz?! Effekte regelmäßiger körperlicher Aktivität Dr. phil. K. Menzel Gesundheitszentrum Redtel Bismarckstr Stendal

2 Gliederung 1. Was ist eine Demenz? 2. Ursachen der Erkrankung? 3. Sport in der Prävention? 4. Sport in der Therapie? 5. Ziele und Inhalte der Sporttherapie?

3 1. Was ist eine Demenz? Demenz ist ein Überbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen. Allen Unterformen der Demenz ist gemeinsam, dass sie zu einem Verlust besonderer geistiger Fähigkeiten (Intelligenz) führen. Typisch ist eine Verschlechterung der Gedächtnisleistungen, des Denkvermögens, der Sprache und des praktischen Geschicks, jedoch keine Trübung des Bewusstseins. 9 von 10 Demenzkranken leiden an der Alzheimer Demenz oder der vaskulären Demenz.

4 1. Was ist eine Demenz? 1.1 Alzheimer Demenz 1.2 Vaskuläre Demenz

5 2. Ursachen der Erkrankung 2.1 Alzheimer Demenz: Die genaue Ursache der Alzheimer-Krankheit ist bisher nicht bekannt. Geforscht wird zurzeit an Fragen zu: genetischen (also im Erbgut angelegten) Einflüssen Ablagerungen kleiner Partikel (Beta-Amyloid) in bestimmten Gehirnbereichen dem Einfluss von Hormonen (v.a. des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen) Mangel an Botenstoffen (=Neurotransmitter) Entzündungsprozessen im Gehirn

6 2. Ursachen der Erkrankung 2.2 Vaskuläre Demenz: Diese Form der Demenz wird durch viele kleine, zum Teil unbemerkte Schlaganfälle verursacht. Dadurch kommt es zu einer Unterbrechung der Durchblutung bestimmter Hirnbereiche. Negative Umstände oder Verhaltensweisen, die die Entstehung bzw. das Fortschreiten dieser Erkrankungen vorantreiben, sind: erhöhte Blutfette (Cholesterin) Rauchen Zuckerkrankheit (Diabetes) Bluthochdruck Fettleibigkeit Bewegungsmangel

7 3. Sport in der Prävention? regelmäßige sportliche Bewegung kann einer Demenzerkrankungen vorbeugen Nutzen von gezielter körperlicher Aktivität für die Hirngesundheit ist wissenschaftlich erwiesen mehr als dreimal in der Woche körperlich aktiv schützt vor einer Demenzerkrankung je höher die Belastungsintensität der regelmäßigen Bewegung ist, umso geringer ist das Risiko einer Demenzerkrankung

8 3. Sport in der Prävention? Regelmäßige körperliche Bewegung: senkt den Blutdruck, den Cholesterinspiegel, den Blutzucker und das Gewicht versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und regt dort den Stoffwechsel an schützt vor einer Demenzerkrankung Empfohlen wird dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauersport wie Schwimmen oder Joggen

9 4. Sport in der Therapie? intensive körperliche Aktivität fördert die Neubildung von Blutgefäßen reduziert das Fortschreiten einer bereits bestehenden Demenz Patienten mit leichter bis mittelgradiger Demenz profitieren von einem gezielten Bewegungsprogramm Alltägliche Belastungen fallen trainierten Patienten leichter die Angst vor Stürzen wird reduziert Patienten leiden seltener unter Depressionen die geistigen Funktionen werden verbessert

10 4. Sport in der Therapie? eine halbe Stunde Bewegung jeden Tag - auch über den ganzen Tag verteilt zum Beispiel 10 Minuten Spazierengehen, 10 Minuten Übungen ausführen und noch einmal 10 Minuten aktiv im Haushalt helfen mehrere Sinne werden angesprochen (Hören, Sehen, Fühlen) sozialer Kontakt wird angeregt Muskelkraft und Koordination werden verbessert Körperliche Aktivität beeinflusst nicht den normalen Verlauf der Demenz, aber steigert sehr wohl die Lebensqualität.

11 5. Ziele und Inhalte der Sporttherapie Wählen Sie eine Aktivität, die Ihnen Spaß macht Beraten Sie sich mit dem behandelnden Arzt Bewegungsaktivitäten wie Seniorengymnastik sind geeignet Wiederholung fördert das Wiedererkennen. Lassen Sie alle Muskeln regelmäßig an die Reihe kommen. Der Vorteil von Bewegung in einer Gruppe ist, dass die fachkundige Leitung darauf achtet, dass Sie sich nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig anstrengen. Gemeinsame Bewegung fördert den sozialen Kontakt. Kurzum, Bewegung und Demenz bilden ein ausgezeichnetes und vor allem auch ein gesundes Paar!

12 5. Ziele und Inhalte der Sporttherapie Neben dem geistigen Leistungsverlust kann auch der körperliche Leistungsverlust das Leben der Erkrankten stark einschränken mangelnde körperliche Aktivität der Betroffenen führt zu einem Rückgang motorischer Fähigkeiten wie Kraft und Balance (Gleichgewicht) Alltagsbewegungen sind eingeschränkt oder unmöglich Unsicherheiten beim Gehen (Schwanken, Ausgleichbewegungen) Fehlversuche beim Aufstehen (Abbrechen des Aufstehvorganges) Stürze: bei Erkrankten ist das Sturzrisiko dreifach höher als bei nicht betroffenen Personen (Buchner 1987). Das Alltagsleben enthält eine Vielzahl von Situationen, in denen Bewegungen und gleichzeitige geistige Anforderungen koordiniert werden müssen: z.b. Spaziergang während einer Unterhaltung bei einer Demenz ist die Fähigkeit des Dual-Taskings stark herabgesetzt

13 5. Ziele und Inhalte der Sporttherapie? einfachen Übungen zum Training der Kraft, Balance und Aufmerksamkeit Krafttraining Balance- und Funktionstraining Training von aufmerksamkeitsabhängigen Leistungen (Dual-Task Training)

14 In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.

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