Home Office Day Befragung 2012 Flexible Arbeitsformen aus Sicht der Forschung Erkenntnisse und Handlungsbedarf in der Führung 11.

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1 Home Office Day Befragung 2012 Flexible Arbeitsformen aus Sicht der Forschung Erkenntnisse und Handlungsbedarf in der Führung 11. Juni 2013, Bern Prof. Dr. H. Schulze, Dr. B. Degenhardt, Dr. J. Weichbrodt, BSc. L. Gisin HOD Befragung 2012: Laufzeit, Stichprobenumfang Zielsetzung: Vor- und Nachteile von Home Office aus der Perspektive von erfahrenen Nutzerinnen und Nutzern wissenschaftlich objektiv beschreiben Der Online-Fragebogen war vom 10. Mai bis 18. Juli 2012 aktiv ( = 40 Tage) 473 Personen haben den Fragebogen ausgefüllt Davon sind 397 erfahrene HO-Nutzer und Nutzerinnen 90% der Stichprobe arbeitet im tertiären Sektor (Dienstleistung) und ist angestellt STICHPROBE AUSPRÄGUNG ANZAHL IN % Häufigkeit der Home Office (HO) Nutzung HO noch nie genutzt HO am HOD erstmalig genutzt Regelmässige HO Nutzung TOTAL (N) N =

2 Inhalte «Home Office Day 2012» Umfrage 1. Firmenprofil und Job-Rahmenbedingungen (z.b. Branche, Grösse, Anstellungsgrad) 2. Arbeitsbelastungen im Main Office (z.b. informeller Beziehungen, Netzzugriff) 3. Profil Arbeiten im HO, Rahmenbedingungen, ICT Nutzung (z.b. Stunden im HO, wann wieder ins Büro, Verbreitung von , IM, social Media) 4. Support Arbeiten im HO durch Firma, Führung (z.b. Unterstützung durch Arbeitgeber) 5. Life-Domain-Balance HO Worker (z.b. Kompensationsmöglichkeiten) 6. Psychische und körperliche Gesundheit HO Worker (z.b. Effort Reward Imbalance, Schlafqualität) 7. Vor- und Nachteile Arbeiten im HO (z.b. Selbstregulation, Aufgabenbearbeitung) 8. Soziodemographische Merkmale, Wohnsituation (z.b. Personen im Haushalt, Kinder im Haushalt, Arbeitszimmer, Rückzugsmöglichkeiten im Main Office) 3 Profil der Home Office Routiniers bei mehr als 90% sind keine oder nur punktuelle physische Anwesenheit im Büro erforderlich ca. 80% haben einen hohen bis sehr hohen Handlungsspielraum arbeiten im Schnitt etwas mehr als 50% im Main Office, zu je ca. 20% im Home Office und bei Kunden vor Ort sowie 10% unterwegs knapp 70% pendeln regelmässig mindestens 30 Minuten Es handelt sich um eine Stichprobe überzeugter und erfahrener mobiler und flexibler Wissensarbeitender, die auch im Home Office arbeiten 4 2

3 Vorteile infolge mobiler und flexibler Arbeit Online Befragung Home Office Day, 2012, N=295) (stimme eher zu und stimme voll zu addiert) Autonomie weniger Reisezeit flexibel entscheiden wann ich arbeite mehr Nähe zur Familie haben Arbeits & Privatleben in Einklang bringen 86% 92% 74% 83% Arbeitsweise zufriedener mit der Arbeit Arbeitsleistung hat sich verbessert Erledigen von Arbeiten die im Büro nicht ungestört in Ruhe arbeiten 82% 73% 88% 95% 0% 20% 40% 60% 80% 100% kleinere, signifikante Effekte: mit zunehmendem Anteil Home Office fühlen sich die Routiniers beruflichen Anforderungen besser gewachsen (Kendalls Tau =.27) schätzen sie ihre subjektive Arbeitsleistung höher ein (Kendalls Tau =.20) schätzen sie ihre Zufriedenheit mit dem Home Office höher ein (Kendalls Tau =.23) berichten sie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (Kendalls Tau =.18) 5 Risiken mobiler und flexibler Arbeit 54% der Befragten vermissen den spontanen informellen Austausch mit den Arbeitskollegen! Zeitraum, nach dem es wichtig ist, sich mit den Kolleg/innen wieder face-to-face zu treffen? (N = 291) Nach durchschnittlich 2 Tagen Home Office wird eine Begegnung mit KollegInnen im Main Office gewünscht Nach durchschnittlich 4.5 Tagen möchten die Routiniers ihren Vorgesetzten treffen Aber: stärkere Streuung Medienorientierung , Bern 6 3

4 Neue Medien diffundieren allmählich ins Home Office Nutzung mind. 2-5x pro Woche Web /Videokonferenz Telefonkonferenz Kollaborationsplattformen Social Media Chat Instant Messaging Präsenzanzeigen Smarphone Telefon E Mail Zugriffs auf Firmenserver (über VPN) keines der genannten Tools verursacht bei mehr als 10% der Befragten starke Probleme Die beiden Spitzenreiter sind die Zugangstools 9.6%) und das Dokumentenmanagement (8.3%) 0% 20% 40% 60% 80% 100% 7 Gesundheit und Wohlfühlen sehr gute Gesundheitswerte (95% mind. gut und besser, immerhin 35% sehr gut) Wohlbefinden liegt im mittleren Bereich (MW: 2.5 auf 6-er Skala) Bei 31% deuten die Effort Reward Imbalance Werte (liegen im Schnitt bei 1) auf ein etwas erhöhtes Krankheitsrisiko hin 54% leiden unter leichten bis mittelschweren Einschlafstörungen Etwas angespannte psychische Situation könnte auf ein «Nichtabschalten-Können» z.b. infolge Arbeit am späten Abend hinweisen 8 4

5 Pausenaktivitäten im Home Office: 54 % legen regelmässige Pausen ein 864 Nennungen Mehrfachnennungen möglich Aber: 54.7% geben als Pausenaktivität im Haushalt Arbeiten erledigen an dies korreliert negativ mit psychischem Wohlbefinden 9 Veränderte Anforderungen mit Home Office (N=291) führen zu neuen Anforderungen an Kader & Mitarbeitende Neue Anforderungen an Führungskräfte Neue Anforderungen an Mitarbeitende 50% 40% 30% 20% 10% 0% Schriftlich explizit verabredet 0% 20% 40% 60% 80% 100% Inwiefern wurden Regeln mit Vorgesetzten bzgl. der Arbeit im Home Office verabredet? (N=291) Mündlich explizit verabredet Nebenbei / informell besprochen Keine Absprachen über Regeln 10 5

6 Home Office 2012 Befragung der Home Office Routiniers Home Office/mobile flexible Arbeit bedeutet: Ungestörteres und konzentrierteres Arbeiten flexibler entscheiden, wann man arbeitet Empfehlung: nutzen Sie die Vorteile! Home Office/mobile flexible Arbeit bedeutet aber auch: Reduzierten informeller Austausch Tendenz zum Arbeiten ohne Ende Empfehlung: Planen Sie Ihr Home Office Vermeiden Sie zu langes Arbeiten, machen Sie Pausen und machen Sie sie richtig Home Office/mobile flexible Arbeit erfordert daher: Neue Anforderungen an Mitarbeitende & Kader Projektleitung: Dr. B. Degenhardt Framework für mobile, flexible Arbeit (z.b. nach 1-2 Tagen Face-to-Face-Kontakt) 11 Unsere Vision: Gesundheit fördernde und Produktivität steigernde Gestaltung mobiler und flexibler Arbeit Belastung Stress Fehlbeanspruchung Produktivität Wohlbefinden Vereinbarkeit Familie & Beruf 12 6

7 Konzept Unternehmensradar «Flexibles Arbeiten» Dimensionen Extrempol: klassisch-industriell Home Office als Ausnahme... Extrempol: postmodern, mobil, flexibel Zeit Ort Fix vorgegebene Arbeitszeiten, exakte Zeiterfassung Ausschliesslich im Unternehmen Work Anytime, Zeitautonomie Work Anywhere : örtliche Flexibilität Regelung Formell, eindeutig, einheitlich Gemeinsames Verständnis, situativ Architektur & Infrastruktur Feste Arbeitsplätze Shared Desk, Multispace Technologie Fest installierte ICT MA ausgestattet für mobiles Arbeiten, BYOD Führung präsenzorientiert, Anwesenheitskontrolle ergebnisorientiert, Qualität von Zielvereinbarungen, Kommunikation, Vertrauen Unternehmenskultur Patriarchale Hierarchien Mitarbeitende als Entrepreneure Projektleitung: Dr. J. Weichbrodt Organisationen können sich im Self-Assessment einordnen 13 7

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