Lernzielkatalog Praktikum Psychiatrie und Psychotherapie FB 16 Medizin Universität Frankfurt am Main Stand

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1 Lernzielkatalog Praktikum Psychiatrie und Psychotherapie FB 6 Medizin Universität Frankfurt am Main Stand Der Lernzielkatalog für das Praktikum im Fach Psychiatrie und Psychotherapie beinhaltet die für die studentische Lehre relevanten klinische Bilder, Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie Allgemeine Lernziele Die Zuordnung der Lernziele erfolgt zu den Kompetenzebenen -3b: Jedem Lernziel wird eine s.g. Kompetenzebene zugewiesen, diese legt fest, wie weit der Sachverstand bzw. die Fachkenntnis der Studierenden nach dem Praktikum mit einem Krankheitsbild bzw. einer Fähigkeit & Fertigkeit ausgebildet sein soll. Kompetenzebenen Faktenwissen Deskriptives Wissen (Fakten, Tatsachen) nennen und beschreiben können [Lediglich die Frage nach dem "Was" wird beantwortet.] 2 Anwendungswissen / Handlungs- & Begründungswissen [Die zu beantwortenden Leitfragen sind "Wie" & "Warum"] Der/die Studierende kann das Krankheitsbild grob beschreiben, ordnet es in den klinischen Kontext ein, zeigt jedoch kein Detailwissen. Er/sie muss die Krankheit nicht diagnostizieren und behandeln. Von der Fertigkeit hat er/sie mindestens theoretisches Basiswissen (Prinzip, Indikation). Der/die Studierende erläutert die wesentlichen Differentialdiagnosen des Krankheitsbildes. Er wendet Detailwissen zum Krankheitsbild in definierten Kompetenzbereichen (z.b. Diagnosestellung, Therapie, Patientenmanagement, Prävention, Notfallmanagement) an. Der/die Studierende hat mindestens theoretisches Wissen über die Fertigkeit oder Fähigkeit (Prinzip, Indikation, Kontraindikation, Belastung des Patienten, Durchführung, Komplikation, Anamnese, Aufklärung, Auswertung von Untersuchungen) und sie wurde Ihr/Ihm demonstriert (real, durch Simulation, durch Videodemonstration oder anderes Medium). Anmerkung Auf Kompetenzebene I wird keine Bestimmung der Kompetenzbereiche (T,D,M,N) vorgenom-men. (Das theoretische Wissen des Studierenden ist ausreichend um über die Untersuchung/Therapie aufzuklären.) unter Aufsicht selbst tun Der/die Studierende führt die ärztliche Tätigkeit/(psychomotorische) Fertigkeit oder Fähigkeit zu den angegebenen Kompetenzbereichen (z.b. Diagnosestellung, Diagnostik, Technik, Therapie, Prävention, Notfallmanagement, Anamnese, Aufklärung, Auswertung von Untersuchungen) unter Aufsicht durch. Mindestens theoretisches Wissen wird vorausgesetzt. 3b routiniert selbst tun Der/die Studierende führt die ärztliche Tätigkeit/(psychomotorische) Fertigkeit oder Fähigkeit zu den angegebenen Kompetenzbereichen (z.b. Diagnosestellung, Technik, Diagnostik, Therapie, Prävention, Notfallmanagement, Anamnese, Aufklärung, Auswertung von Untersuchungen) selbstständig durch. Mindestens theoretisches Wissen wird vorausgesetzt.

2 Die Kompetenz wird in Kompetenzbereiche untergliedert: Durch das setzen des entsprechenden Buchstaben (D, T, M, N) wird definiert, in welchem Bereich die Studierenden die zuvor genannte Kompetenzebene erreichen sollen. Kompetenzbereiche Diagnostik (D) Therapie (T) Management (M) Notfall (N) Der/die Studierende stellt eigenständig die Diagnose/ Verdachtsdiagnose durch Anamnese und Erheben des psychopathologischen Befunds. Der/die Studierende führt eigenständig die Therapie anhand etablierter Richtlinien durch. Die Vergabe des Buchstabens T schließt das Management (M) ein. Der/die Studierende plant eigenständig das Patientenmanagement (Zuweisung zu einem bestimmten Fachgebiet, Definition der adäquaten Diagnostik, Integration verschiedener Fachgebiete bei interdisziplinärer Behandlung). Er/sie muss nicht selbständig die Therapie durchführen. Die Vergabe des Buchstabens T schließt das Management (M) ein. Der/die Studierende erkennt eine Notfallsituation und leitet Notfallmaßnahmen ein. Er/sie muss nicht notwendigerweise die Diagnose stellen, sondern aufgrund einer Verdachtsdiagnose handeln. Anmerkung: Die in anderen klinischen Fächern übliche Auftrennung des Kompetenzbereichs Diagnostik in klinische Diagnostik und apparative Diagnostik entfällt. Kurstag : Grundlagen der Psychopathologie und der psychiatrischen Diagnostik Prävalenz psychischer Erkrankungen Der Student kennt die Prävalenz der 4 häufigsten psychischen Erkrankungen Einteilung psychischer Erkrankungen (ICD-0, DSM IV) Die Studierenden kennen das Klassifikationssystem nach ICD-0 und kann dieses skizzieren (F, F2, F3, F4,. etc.) Biopsychosoziales Krankheitsverständnis Der/die Studierende kann das Konzept in Umrissen definieren (Einfluss genetischer Faktoren, erhöhte Vulnerabilität durch z.b. Traumata, psychische/physische Auslöser bei Entstehung einer psychischen Störung) Psychopathologischer Befund 2 D Suizidalität 2 D N Der Student kennt Risikofaktoren für Suizide

3 Kurstag 2: Grundlagen der psychiatrischen Untersuchung und Gesprächsführung Herstellen einer vertrauensfördernden Untersuchungsatmosphäre und Kontaktaufbau Erhebung des psychopathologischen Befundes. Die Studierenden können: Bewusstsein und Orientierung einschätzen, beschreiben und dokumentieren Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen erkennen, beschreiben und dokumentieren formale und inhaltliche Denkstörungen erfassen, beschreiben und dokumentieren. Sinnestäuschungen und Ich-Störungen erkennen, beschreiben und dokumentieren. Affektivität erfassen, beschreiben und dokumentieren. Antriebs- und psychomotorische Störungen erfassen, beschreiben und dokumentieren. Zirkadiane Besonderheiten erfragen und dokumentieren. Selbst- und Fremdgefährdung einschließlich selbstverletzendem Verhalten erfragen und dokumentieren sowie Suizidgedanken und - absichten differenziert erfassen und dokumentieren. Aggressivität, sozialen Rückzug oder Umtriebigkeit erfragen und dokumentieren. N Biographisches Interview einschl. Sozialanamnese Gespräch zur Klärung, ob Suizidalität vorliegt N Psychiatrische Beratung, Aufklärung über die Diagnose, Aufklärung über Indikation zur Therapie Kurstag 3: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen Demenz bei Alzheimer scher Erkrankung 2 Vaskuläre Demenz 2 Delir 2 D N Andere Demenzformen (Fronto-temporale Demenz, Lewy-Körper-Demenz, CJK)

4 Psychische Störungen bei Parkinson-Syndrom Psychische Störungen bei Epilepsie Gilles-de-la-Tourette-Syndrom Psychische Störungen bei Schlaganfällen und anderen Hirnläsionen Psychische Störungen bei entzündlichen Hirnerkrankungen (Encephalitits disseminata, Neuroborreliose, systemischer Lupus erythematodes, M. Whipple, Neurosarkoidose etc.) Psychische Störungen bei endokrinologischen Erkrankungen (Schilddrüsenfunktionsstörungen, M. Addison, M. Cushing etc.) Kurstag 4: Psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen Alkoholmissbrauch/Alkoholabhängigkeit 2 D T Alkoholintoxikation 2 D N Alkoholentzugsdelir 2 D T N Alkoholhalluzinose Amnestische Störungen durch Alkohol (Korsakow- Syndrom) Wernicke-Encephalopathie 2 D T N Störung durch Tabak 2 Störung durch Opioide (Opiatabhängigkeit) 2 N Störung durch Cannabinoide Störungen durch Sedativa oder Hypnotika 2 D T Störungen durch Halluzinogene Störungen durch flüchtige Lösungsmittel Störungen durch multiplen Substanzgebrauch die Diagnose einer Substanz- und Alkoholabhängigkeit stellen und einen allgemein üblichen Behandlungsplan erstellen. D T N

5 Kurstag 5: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen Schizophrenie 2 D T N Der/die Studierende sollte die diagnostischen Kriterien und Differentialdiagnosen der Schizophrenie kennen. Es werden die therapeutische Möglichkeiten (einschl. Wirkungen / Nebenwirkungen von Antipsychotika, Langzeitbehandlung) sowie das Erkennen und die Therapie akuter Notfallsituationen vermittelt. Schizoaffektive Störung D T Der/die Studierende sollte Kenntnis von der Diagnose und Therapie der schizoaffektiven Störung haben. Schizotype Störung* (Anhaltende) wahnhafte Störung* Vorübergehende akute psychotische Störung* * Der/die Studierende sollte diese Diagnosen als Differentialdiagnosen zur schizophrenen Störung kennen. die Diagnose einer Schizophrenie stellen und einen Behandlungsplan erstellen. D T Kurstag 6: Affektive Störungen Depressive Störung 2 D T N Der/die Studierende sollte die diagnostischen Kriterien, Differentialdiagnosen und Verlaufsformen depressiver Störungen kennen. Es werden die therapeutische Möglichkeiten (einschl. Wirkungen / Nebenwirkungen von Antidepressia, Rückfallprophylaxe, nichtmedikamentöse Therapieformen) sowie das Erkennen und die Therapie akuter Notfallsituationen vermittelt. Manische Episode 2 D T N Bipolare affektive Störung 2 D T N Der/die Studierende sollte die diagnostischen Kriterien, Differentialdiagnosen und Verlaufsformen bipolarer affektiver Störungen kennen. Es werden die therapeutische Möglichkeiten (einschl. Wirkungen / Nebenwirkungen von Stimmungsstabilisatoren, Phasenprophylaxe) sowie das Erkennen und die Therapie akuter Notfallsituationen vermittelt. Dysthymia Der/die Studierende sollte auch die Dysthymia als eine in der hausärztlichen Praxis sehr häufige psychische Störung kennen. die Diagnose einer depressiven Störung stellen und einen Behandlungsplan erstellen. D T

6 die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung stellen und einen Behandlungsplan erstellen. D T Kurstag 7: Neurotische-, Belastungs- und somatoforme Störungen Phobien (z.b. Agoraphobie, soziale Phobie) 2 Panikstörung 2 D T N Generalisierte Angststörung Angst und depressive Störung, gemischt Zwangsstörung 2 D T Akute Belastungsreaktion 2 D N Posttraumatische Belastungsstörung 2 D N Anpassungsstörung die Diagnose einer neurotischen, Belastungs- oder somatoformen Störung stellen und einen Behandlungsplan erstellen. D T Kurstag 8: Akutpsychiatrie und juristische Aspekte Deeskalationstechniken und Umgang mit erregten Patienten 2 N Einwilligungsfähigkeit 2 N Der/die Studierende weiß, wie Einwilligungsfähigkeit definiert ist. Er kennt das Betreuungsrecht mit der Möglichkeit einer Einrichtung einer Betreuung bei Patienten, die krankheitsbedingt ihre Rechte nicht wahrnehmen können. Unterbringung 2 N Der/die Studierende kennt das Hessische Feiheitsentziehungsgesetz (HFEG), d.h., die geforderten Voraussetzungen für eine Unterbringung. Er weiß, welche Maßnahmen zur Überweisung eigengefährdeter und fremdgefährdender Personen zu ergreifen sind. Schuldfähgkeit Der/die Studierende kennt die Gesetzeslage zur fachärztlichen Beurteilung der Schuldunfähigkeit nach StGB ( 9, 20, 2) und die Voraussetzungen freiheitsentziehender Maßregeln nach StGB ( 62, 63, 64).

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