ecambria experts IT-Projekte in der Krise Ursachen und Vermeidungsstrategien aus Sicht eines Gerichtssachverständigen

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1 ecambria experts IT Gutachten Schlichtung Beratung IT-Projekte in der Krise Ursachen und Vermeidungsstrategien aus Sicht eines Gerichtssachverständigen Dr. Oliver Stiemerling* Diplom-Informatiker ecambria systems GmbH Genter Str Köln Tel +49 (0) Fax +49 (0) * von der IHK Köln öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Systeme und Anwendungen der Informationsverarbeitung 1 / 7 1

2 Inhalte Was macht ein IT-Sachverständiger? Gründe für Schieflagen bei IT-Projekten Unpassende Rahmenbedingungen Unpassende Vorgehensweise Eher selten: rein technische Probleme 2 / 7 2

3 In strittigen Softwareprojekten gibt es verschiedene Rollen für eine öffentlich bestellten und vereidigten IT-Sachverständigen Die Software funktioniert nicht! Stimmt doch gar nicht! Gericht Partei A mit Anwalt Partei B mit Anwalt Tisch für Zeugen und Sachverständige Im Zivilprozess beantwortet er als Gerichtsgutachter strittige technische Fragen außerhalb der Sachkompetenz des Gerichts. Er kann auch als Privatgutachter eine der beiden Parteien unterstützen, beispielsweise bei der Vorbereitung oder Erwiderung einer Klage. Wenn beide Parteien einen Prozess vermeiden wollen und technische Fragen im Mittelpunkt des Streits stehen, kann ein Sachverständiger auch als Schiedsgutachter oder Schlichter agieren. 3 / 7 3

4 Projekte können schon vor Beginn durch unpassende vertragliche Rahmenbedingungen zum Scheitern verurteilt sein Bei Projekten mit hoher Anforderungsunsicherheit beim Kunden ist ein Festpreisprojekt ein riskantes Unterfangen Was ist eigentlich das zu liefernde Gewerk? Effekte: Anforderungsschwund, teure Change Requests, Streit Vermeidungsstrategie: zwei Projektphasen (erst Anforderungsanalyse als Beratungsleistung, dann Implementierung zum Festpreis) Bei Projekten mit hohem technischen Innovationsgrad ist ein Festpreisprojekt ebenfalls ein riskantes Unterfangen (für den Anbieter) Beispiele: Integration von Systemen, ambitionierte nicht-funktionale Anforderungen Effekte: Böse Überraschung kurz vor Projektende ( geht nicht ) Vermeidungsstrategie: früher Durchstich -Prototyp oder Prototyp der grundlegenden Architektur Vgl.: Stiemerling: Das IT-Projekt im Konflikt mit dem vertraglich definierten Regelwerk, Der IT Rechtsberater, 12/ / 7 4

5 Vorgehensmodelle: Vom Wasserfall bis zur Agilen Entwicklung keine Methode ist das Patentrezept Wasserfallmodell Strenge Trennung der Phasen Spezifikation, Entwicklung, Test, Inbetriebnahme Vorteile: Planbarkeit, hoher Dokumentationsgrad Nachteile: Anforderungsänderungen im Projektverlauf sind schwierig umzusetzen, Anforderungsunsicherheit beim Kunden wird zum großen Projektrisiko Agile Methoden Vermischung von Phasen Spec. zyklische Wiederholung von Arbeitsschritten, weniger Dokumentation während des Projekts, frühe Prototypen Vorteile: Änderungen und Unsicherheiten sind einfacher zu berücksichtigen. Kunde hat viel Einfluss während der Projektlaufzeit. Nachteile: Schlechtere Planbarkeit, Pflichtenheft? Entw. IBN Test Spec. Test IBN Entw. Vgl. Trittmann et al., Sieg der Moderne über die Tradition?, Projektmanagement aktuell 4/2005, / 7 5

6 Rein technische Hindernisse sind selten alleine der Grund für die Schieflage eines Projekts Herausforderungen in der Spezifikation Interaktionsdesign: Usability ist eine schwierige, teilweise subjektive, nicht-funktionale Eigenschaft Herausforderungen in der Entwicklung Architekturen für sehr viele Nutzer (Skalierbarkeit) Datenbanken mit sehr große Datenmengen (Skalierbarkeit) Nebenläufige Programme (Parallelverarbeitung) Systeme mit 24/7 Verfügbarkeitsanforderungen Hohe Sicherheitsanforderungen Fehler in eingebundenen Fremdkomponenten (Workarounds?) Systeme mit hohen Performanceanforderungen 6 / 7 6

7 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Fragen? 7 / 7 7

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