Schattenwirtschaft ( Pfusch ) in Österreich: Entwicklung bis 2004, Ursachen sowie die Einstellung der Österreicher hierzu

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1 Prof. Dr. DDr.h.c. Friedrich Schneider Tel.: , Fax: -8 Schattenwirtschaft ( Pfusch ) in Österreich: Entwicklung bis 0, Ursachen sowie die Einstellung der Österreicher hierzu 1. Die Entwicklung der Schattenwirtschaft in Österreich, Deutschland, der Schweiz und in anderen OECD- Ländern 2. Die Einstellung der Österreicher zum Thema Schattenwirtschaft ( Pfusch ) im Jahr Zusammenfassung der Ergebnisse Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 1 Umfrage03.ppt Tabelle 1.1: Die Entwicklung der Schattenwirtschaft (Pfusch) in den einzelnen Bundesländern von -0 Regionale Wertschöpfung ( BIP ) in der Schattenwirtschaft (Pfusch) zu laufenden Preisen in Mrd. ; Methode für Gesamtösterreich Bargeldansatz Jahr B K NÖ OÖ S ST T V W Gesamt-Ö In % des off.bip 0,11 0,31 1,12 1,13 0,38 0,81 0, 0,23 1,,0,% 1 0,2 0, 1, 2,01 0,1 1,0 0, 0, 3,8 12,28,32% 1 0,33 0,8 2,32 2,3 1,08 1, 1,13 0,,11 1,3 8,32% 0,3 0, 2, 2, 1, 1,81 1,2 0,2, 1,8 8,3% 0,38 1,03 2, 2, 1,2 1,2 1,31 0,, 1,,0% 1 0,2 1,12 2,8 2, 1,3 2,0 1,1 0,8,0,12,3% 00 0, 1,21 3,1 3,21 1, 2,2 1,3 0,1, 1,,0% 01 0, 1, 3,3 3, 1,0 2,0 1, 0,8,8 21,0,2% 02 0,1 1,3 3, 3, 1, 2, 1,0 1,01,02 21,8,% 03 0,3 1,38 3,0 3,8 1,0 2, 1, 1,0,21 0 1) 0, 1,2 3,0 3,8 1, 2, 1,80 1,0,38 22, 23,,8% 11,00% 1) Vorläufige Berechnungen aufgrund der Gesamtschätzung für Österreich. Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 2

2 Figur 1.1: Jährlicher prozentualer Zuwachs der Schattenwirtschaft für Österreich,00,00, 1,00 1,00 Zuwachs in % 12,00,00 8,00,00,,2, 8,,,00 3,32 3,21 2,00 0, Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 3 OECD-Länder 1. Australien 2. Belgien 3. Canada. Dänemark. Deutschland. Finnland. Frankreich 8. Griechenland. Großbritannien. Irland 11. Italien 12. Japan 13. Niederlande 1. Neuseeland 1. Norwegen 1. Österreich. Portugal. Schweden 1. Schweiz. Spanien Tabelle 1.2: Die Größe der Schattenwirtschaft in 21 OECD Ländern (in % vom BIP) unter Verwendung des Bargeldnachfrageansatzes und des MIMIC-Verf. / / / / USA Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA itt / /03 1) ) Vorläufige Berechnung.

3 Figur 1.2: Die Größe der Schattenwirtschaft (in % vom BIP) in 21 OECD-Länder unter Verwendung des Bargeldnachfrageansatzes - itt 02/03,0 2,2 28,3 2,0 21, 22,3 22,3 in % vom BIP,0 1,0,0 8,,,8 11,0 12,3 12, 12,8 13,8 1,8 1, 1, 1,8,,,, 1,,0 0,0 USA Schweiz Österreich Japan Großbritannien Neuseeland Niederlande Australien Frankreich Canada Irland Deutschland Dänemark Finnland Schweden Norwegen Belgien Portugal Spanien Italien Griechenland itt Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA Figur 1.3: Zunahme (+) oder Abnahme (-) der Schattenwirtschaft (in % des offiziellen BIP) der 21 OECD Länder über /8 zu 02/03 2, Zunahme (+) oder Abnahme (-) in % des off. BIP 2,0 1, 1,0 0, 0,0-0, -1,0-1, -1,3-1,2 Finnland Schweden Italien -1,1-1,0-0, -0,8-0,8-0,8-0,8-0, Belgien Norwegen Dänemark Portugal Spanien Canada Griechenland -0, Großbritannien Irland -0, -0, Niederlande USA -0,3-0,2-0,1-0,1 0, 1, 1,8 1, -0,3 Australien Frankreich Japan Neuseeland Schweiz Österreich Deutschland itt Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA

4 Tabelle 2.1: Tätigkeitsfelder der Schattenwirtschaft/des Pfusches Branche/Bereich Österreichische Bevölkerung (%-Angabe) beim Renovieren einer Wohnung, eines Hausbaus 2 2 bei Reparaturen am Auto bei Reparaturen von Elektrogeräten 28 beim Hausbauen 1 1 bei der Kosmetikerin, beim Friseur als Haushaltshilfe 11 bei Nachhilfestunden beim Babysitten, beim Aufpassen auf die Kinder 8 bei Gartenarbeit nicht erhoben im Urlaub beim Übernachten gehobene Dienstleistungen nicht erhoben 3 Quelle: Institut für Markt-, Meinungs- und Mediaforschung; Auftraggeber: Schneider. Frage: Es passiert ja hin und wieder, dass man auf einen Handwerker ohne Rechnung zurückgreift. In welchen dieser Fälle haben Sie auf einen Handwerker ohne Rechnung zurückgegriffen? Nennen Sie mir bitte einfach die entsprechenden Nummern dieser Liste! Ergebnisse in Prozent. Dokumentation der Umfrage BM, BM 11 bzw. BM/. N=28 Dezember bzw face-to-face Prof. Interviews, Dr. repräsentativ Friedrich für die Schneider, österreichische University Bevölkerung of ab Linz, 1 Jahren; AUSTRIA Befragungszeitraum: 1. März bis 13. April 01 und. September bis 22. Oktober 03; maximale statistische Schwankungsbreite: +/- 3,1 Prozent. Tabelle 2.2: Kavaliersdelikte nach Meinung der befragten Österreicher Frage / Statement Dinge im Pfusch erledigen lassen Mai 1 Mai zu schnell fahren mit dem Auto auf der Autobahn 2 3 selbst schwarz arbeiten, pfuschen Mitnehmen von Zeitungen aus einem Zeitungsständer ohne zu bezahlen den Kindern die Schule schwänzen lassen bei der Steuererklärung nicht alle Einkommen angeben Krankenstand vortäuschen, Blau machen alkoholisiert mit dem Auto fahren Quelle: Institut für Markt-, Meinungs- und Mediaforschung; Auftraggeber: Schneider. Frage: Auf dieser Liste stehen verschiedene Dinge, die zwar nicht erlaubt sind, aber of als Kleinigkeit als Kavaliersdelikt betrachtet werden. Welche dieser Dinge sind Ihrer Meinung nach Kavaliersdelikte, wo könnte man Ihrer Meinung nach hin und wieder ein Auge zudrü-cken? Ergebnisse in Prozent. Dokumentation der Umfrage BM, BM 11 bzw. BM/. N=28 bzw. 3 face-to-face Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 1 Jahren; Befragungszeitraum: 1. März bis 13. April 01 und. September bis 22. Oktober 03; maximale statistische Schwankungsbreite: +/- 3,1 Prozent. Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 8

5 Figur 2.1 Kavaliersdelikte Dinge im "Pfusch" erledigen lassen Mitnehmen von Zeitungen aus einem Zeitungsständer ohne zu bezahlen 1 1 Krankenstand vortäuschen, "Blau" machen Mai 1 Mai Frage: Auf dieser Liste stehen verschiedene Dinge, die zwar nicht erlaubt sind, aber oft als "Kleinigkeit" als Kavaliersdelikt betrachtet werden. Welche dieser Dinge sind Ihrer Meinung nach Kavaliersdelikte, wo könnte man Ihrer Meinung nach hin und wieder ein Auge zudrücken? Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA Tabelle 2.3: Zentrale Aussagen zur Schattenwirtschaft Aussage / Statement Ohne Pfuscher kann man sich heute vieles nicht mehr leisten Der Staat ist eigentlich selbst Schuld, dass es so viele Pfuscher gibt, die Steuern sind einfach zu hoch In den letzten 2, 3 Jahren habe ich auch einmal auf die Hilfe eines Pfuschers zurückgegriffen Durch die Pfuscher entgehen dem Staat jedes Jahr viele Milliarden In der Nachbarschaft wird viel gepfuscht Ich finde Pfuscher sollte man anzeigen Wenn man Pfuscher erwischt, sollte man für diese hohe Geldstrafen verhängen Österreichische Bevölkerung (% Ja) Trendwe Mai 1 rt nicht erhoben 38 2 nicht erhoben Quelle: Institut für Markt-, Meinungs- und Mediaforschung; Auftraggeber: Schneider. Frage: Kommen wir kurz zum Thema Schwarzarbeit, zum Thema Pfuschen. Auf dieser Liste sehen Sie verschiedene Aussagen zum Thema Pfuschen, welchen dieser Aussagen würden Sie zustimmen, bei welchen dieser Aussagen würden Sie sagen: Ja, so denke ich auch?. Nennen Sie mir bitte die entsprechenden Nummern! Ergebnisse in Prozent. Dokumentation der Umfrage BM, BM 11 bzw. BM/. N=28 bzw. 3 face-to-face Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 1 Jahren; Befragungszeitraum: 1. März bis 13. April 01 und. September bis 22. Oktober 03; maximale statistische Schwankungsbreite: +/- 3,1 Prozent. Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA

6 Figur 2.2: Aussagen zur Schwarzarbeit Ohne Pfuscher kann man sich heute vieles nicht mehr leisten In den letzten 2-3 Jahren habe ich auch einmal auf die Hilfe eines Pfuscher zurückgegriffen Mai Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 11 Figur 2.3: Aussagen zur Schwarzarbeit Der Staat ist eigentlich selbst Schuld, dass es so viele Pfuscher gibt, die Steuern sind einfach zu hoch 2 2 Durch die Pfuscher entgehen dem Staat jedes Jahr viele Milliarden Mai Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 12

7 Figur 2.: Aussagen zur Schwarzarbeit Ich finde Pfuscher sollte man anzeigen Wenn man Pfuscher erwischt, sollte man für diese hohe Geldstrafen verhängen Mai Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 13 Zusammenfassung der Ergebnisse 1. Schattenwirtschaft/ Pfusch wird in Österreich nach wie vor als Kavaliersdelikt (November 03: 2% sagen Dinge im Pfusch erledigen zu lassen kann man als Kavaliersdelikt bezeichnen. 2. Auch selber der Schwarzarbeit nachzugehen (03: 3%) ist immerhin noch für ein Drittel ein Kavaliersdelikt und etwa jeder siebte Österreicher hat im letzten Jahr einen Pfuscher beschäftigt. 3. Die hohe Bedeutung der Schwarzarbeit ist nach Meinung von Herrn und Frau Österreicher leicht erklärt: Ohne Pfusch kann man sich vieles nicht mehr leisten (03: %) und der Staat ist aufgrund der hohen Steuerbelastung an der derzeitigen Situation nicht ganz unschuldig (%). Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 1

8 Drei Schlussfolgerungen aus den empirischen Ergebnissen: 1. Nur durch eine konsequente Senkung der Abgaben (Steuern und Sozialversicherungsbeiträge) auf den Faktor Arbeit kann das Wachstum der Schattenwirtschaft zum Stagnieren gebracht oder reduziert werden. 2. Herausforderung an die Politik: Entwicklung von Maßnahmen, mit denen die vielen schwarz erbrachten Güter und Dienstleistungen legalisiert werden können. 3. Das starke Anwachsen der Schattenwirtschaft in Österreich hat auch eine wesentliche Ursache darin, dass bei der Bevölkerung kein Unrechtsbewusstsein beim Ausüben von Schwarzarbeit besteht; ja dies von nahezu zwei Drittel als Kavaliersdelikt betrachtet wird. Dezember 03 Prof. Dr. Friedrich Schneider, University of Linz, AUSTRIA 1 ANHANG: Tabelle A.1: Die Entwicklung der Schattenwirtschaft in Österreich seit 0 Jahr ) BIP (zu lfd. Preisen) (in Mrd. ) 2,31,8 2,8, 1,1,13,8 1,3 1, 0,,08,,28, 1,08 1,,, 2,81 Wertschöpfung in der Schattenwirtschaft (zu lfd. Preisen) (in Mrd. ) 0,2 0, 1, 3,8,1 8,13,3,,3 12,3 1, 1, 1,3,2 1, 21, 21, 22,0 23, Schattenwirtschaft (in % des offiziellen BIP) 1,8 % 2,0 % 2, % 3,2 %, %,80 %, %, %,0 %,23 % 8,32 % 8,3 %,0 %, %,0 %,2 %, %,8 % 11,00 % 1) Vorläufige Dezember Berechnung 03 aufgrund Prof. der WIFO Dr. Prognose Friedrich für Schneider, das offizielle University BIP von 1,% of Linz, und AUSTRIA des IHS von 2,1% Zuwachs für 1 0 (Mittelwert aus diesen Prognosen); Methode: Bargeldansatz

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