22.1 Instrumente zur Handelssteuerung

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1 Prof. Dr. Holger 22.1 Instrumente zur Handelssteuerung 22.2 Außenwirtschaftspolitische Maßnahmen Ziel: Vermittlung der Vor- und Nachteile politischer Eingriffe in die Außenwirtschaft Stand: Folie 1 von 25

2 Vorbemerkungen Ziel in Verträgen, Gesetzen, Lehrbüchern: Außenwirtschaftliches Gleichgewicht = ausgeglichene Leistungsbilanz. Aber: Vorteile Leistungsbilanzüberschüsse + Schutz der eigenen Wirtschaft vor überlegenen Handelspartnern Folie 2 von 25

3 Instrumente zur Handelssteuerung Zölle Importquoten Local-content Bestimmungen freiwillige Exportbeschränkungen Sonstige, nicht tarifäre Handelshemmnisse Anti Dumping Folie 3 von 25

4 Instrumente: Zölle* Wettbewerbssituation inländischer U Auf lange Sicht wird die Wettbewerbsfunktionen einschränkt inländische U verlieren Innovationsanreize, erzielen Renten Zollsenkungsrunden (GATT-Verhandlungen, ) Zölle zw. Industrieländern von 40% auf 4,6% bis 2004 nochmals halbiert, EU: seit der der Zollunion einheitlicher Außenzolltarif Zölle heute nur noch untergeordnete Rolle * Abgaben, die auf importierte Güter zu zahlen sind Preis steigt Folie 4 von 25

5 Instrumente: Importquoten Importquoten schreiben Mengen der Importe eines Gutes auf einen bestimmten Anteil der gesamten Inlandsnachfrage fest Importkontingente genannt. durch das GATT-Abkommen verboten aber Ausnahmeregelungen, z.b. Quoten auf die Einfuhr von Textilien. Folie 5 von 25

6 Instrumente: Local-Content-Klauseln Quote des Endprodukts aus inländischer Herstellung z.t. in monetären, z.t. in physikalischen Einheiten, Einführung durch Entwicklungsländer und USA (Schutz der inländischen Industrie), China: z.t. versteckt (Grund WTO Regeln) USA: Buy American Act 1933 (für alle staatl. Einrichtungen) Folie 6 von 25

7 Instrumente: Freiwillige Exportbeschränkungen Grund: Durch GATT- bzw. WTO-Abkommen Zölle & Quoten beschränkt Ziel Versuch inländische Wirtschaft vor zu starker Konkurrenz zu schützen, indem sie andere Regierungen unter Druck setzten, freiwillige Beschränkungen einzuführen. Beispiel: Beschränkung jap. Autoexporte in die USA (1980er J.) Folie 7 von 25

8 Sonstige Instrumente Nicht tarifäre Handelshemmnisse Unterschiedliche Produktnormen, Gesundheits- und Umweltstandards: Viele Ökonomen vermuten dahinter ungerechtfertigte Handelshemmnisse. Beispiel: USA Japan: Anfang der 1990er Jahre unterlagen 40% aller japanischen Exporte in die USA irgendeiner Form der Regulierung (Stiglitz). Folie 8 von 25

9 Instrumente : Anti-Dumping Dumping D. meint ein Angebot unterhalb der eigenen Produktionskosten. Ziel durch preiswerte Angebote andere Anbieter vom Markt drängen Monopol- bzw. Oligopolstellung aufbauen Anti-Dumpingzölle Nicht erlaubt sind Maßnahmen wegen: Abwertungen der Währung Sozial- und Umweltdumping Folie 9 von 25

10 Maßnahmen zur Exportförderung* Unterschwellige Förderung von Dumpingmaßnahmen Exportsubventionen und Ausgleichssteuern Abwertung der eigenen Währung die im Ausland (z.b. in den USA) angebotenen Güter werden preiswerter Nachfrage nimmt zu. * Ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile für Exporte Nachteil für ausländische Unternehmen (die keine Förderung erhalten), sie müssen durch die inländischen Steuerzahler finanziert werden. Allerdings wird durch die Steigerung der Exporte oft die Konjunktur im Inland angeregt. Folie 10 von 25

11 Bewertung Die Exportstrategien (Deutschland, China, Japan) sind nicht zukunftsfähig, da ihre Überschüsse immer zu gleich hohen Defiziten und damit Verschuldung ihrer Handelspartner führen. Wirtschaftslib. Autoren fordern, dass Defizitländer ihre Lohnkosten senken müssten. Die betroffenen Länder und keynesianische Autoren: Überschussländer sollen durch Lohnerhöhungen ihren Binnenmarkt (und damit auch die Importe) steigern. Aus Sicht der Nachhaltigen Ökonomie ist allen Ländern eine Rückkehr zu einer produktivitätsorientierten Lohnpolitik und angemessenen Währungsparitäten zu raten. Folie 11 von 25

12 Prof. Dr. Holger 22.1 Instrumente zur Handelssteuerung 22.2 Außenwirtschaftspolitische Maßnahmen Ziel: Vermittlung der Vor- und Nachteile politischer Eingriffe in die Außenwirtschaft Stand: Folie 12 von 25

13 Gründe für außenwirtschaftliche Maßnahmen Sozial- oder Umwelt-Dumping Arbeitsmarkt- und Strukturproblemen nicht gestattet, aber über nicht-tarifäre Handelshemmnisse Klima- u. Ressourcenschutz Erschließung von Entwicklungsgeldern Internalisierung z.b. Finanzierung von Wiederaufforstungsprogrammen Sicherheitspolitische Aspekte: Wirtschaftliche Abhängigkeit Folie 13 von 25

14 Historische Beispiele von Protektionismus Industriestaaten: Argumentation: Außenhandelstheorien Freihandel Aber in nicht konkurrenzfähigen Zeiten/Bereichen Schutz der eigenen Industrie Beispiele: Großbritanniens und USA. Folie 14 von 25

15 Protektionismus: Beispiel Großbritannien Enquete-Kommission zur Handelspolitik GB: Wir halten fest, dass die Freihandelstheorie nach rund 200 Jahren protektionistischer Vorbereitung ganze 30 Jahre praktiziert wurde (...). (Deutscher Bundestag 2002/06: 197). Folie 15 von 25

16 Beispiel USA In der Öffentlichkeit Forderung nach Freihandel, in der Realität Maßnahmen zur Vormachtstellung. Zwischen 1900 und 1933 intervenierten die USA: 4x 2x 6x 7x 2x 1x in Kuba, in Nicaragua, in Panama, in Honduras, in Mexiko in Guatemala Folie 16 von 25

17 Standortpolitik Ziel: Leistungsbilanz verbessern Auf Handelsbeschränkungen bzw. Exportsubventionen verzichten Mittel: Standortpolitik ausländische U zur Ansiedlung im Inland bewegen!standortfaktoren ökonomisch, staatliche Leistungen, gesellschaftliche Institutionen P-E-E-S-T Folie 20 von 25

18 Bedeutende Standortfaktoren (ökonomisch) Währungsparität Kosten der Produktionsfaktoren: Qualität der Produkte / die internationale Wettbewerbssituation Ausstattungsstandard mit meritorischen Güter Absatzbedingungen: Marktgröße und Absatzpotenziale Sozial-kulturelle Bedingungen u. Ausprägung der gesell. Institutionen Wirtschaftliche & politische Stabilität Folie 21 von 25

19 Bedeutende Standortfaktoren (ökonomisch) Währungsparität Abwertung = Waren im Ausland preiswerter Kosten der Produktionsfaktoren: (a) Lohnstückkosten (Löhne zu Produktivität), (b) Kosten und Ausstattung mit natürl. Ress. (c) allgemeines Inflationsniveau. Qualität der Produkte / die internationale Wettbewerbssituation internationale Absatzchancen hängen stark von der Qualität und dem Image der exportierten Güter ab Folie 22 von 25

20 Bedeutende Standortfaktoren Ausstattungsstandard mit meritorischen Güter Niveau Ausbildungsgänge, Forschung u. Entwicklung verkehrliche und kommunikative Infrastruktur. Absatzbedingungen Marktgröße und Absatzpotenziale großer Absatzmarkt economies of scale Sozial-kulturelle Bedingungen u. Ausprägung der gesell. Institutionen: Arbeitsmotivation der Beschäftigten, Verbreitung der Sekundärtugenden innere Sicherheit, Respektierung der gesellschaftlichen Institutionen. Wirtschaftl. u. politische Stabilität. Folie 23 von 25

21 Zusammenfassung - Fazit Obgleich sich Ökonomen seit Jahrhunderten für globalen Freihandel einsetzen, haben Regierungen immer dann, wenn ihre Industrien nicht wettbewerbsfähig waren, Maßnahmen der Außenhandelspolitik eingesetzt. Diese Maßnahmen haben sich oft als effektiv herausgestellt (z.b. England, USA, China), sie beinhalten aber auch Gefahren: (1) Protektionismuswettlauf, (2) Verlust der Innovationsanreize Eng verknüpft mit der Handelspolitik sind Maßnahmen zur Ansiedlung von ausländischen Unternehmen. Die Standortentscheidung hängt mit einer Vielzahl von Faktoren zusammen. Folie 24 von 25

22 Quellen Deutscher Bundestag (2002/06): Schlussbericht der Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft., H. (2011): Grundlagen einer nachhaltigen Wirtschaftslehre, Marburg., H. (): Volkswirtschaftslehre für Sozialwissenschaftler, Wiesbaden. Folie 25 von 25

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