Rotation, Divergenz und Gradient
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- Magdalena Hofer
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Transkript
1 Gottlieb Strassacker, Roland Süsse Rotation, Divergenz und Gradient Leicht verständliche Einführung in die elektromagnetische Feldtheorie
2 Gottlieb Strassacker, Roland Süsse Rotation, Divergenz und Gradient Leicht verständliche Einführung in die elektromagnetische Feldtheorie 5., überarbeitete und erweiterte Auflage Mit 151 Abbildungen, 17 Tabellen und 70 Beispielen Teubner Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
3 Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über < abrufbar. Akad. Direktor. i. R. Dr.-lng. Gottlieb Strassacker, Universität Karlsruhe (TH) Priv.-Doz. Dr.-lng. habil. Roland Süsse, TU llmenau, Institut für Allgemeine und Theoretische Elektrotechnik 1. Aufl Aufl Aufl Aufl , überarbeitete und erweiterte Auflage März 2003 Alle Rechte vorbehalten Springer Fachmedien Wiesbaden 2003 Ursprünglich erschienen bei B. G. Teubner GmbH, Stuttgart/Leipzig/Wiesbaden, 2003 www. teubner.de Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften. Umschlaggestaltung: Ulrike Weigel, ISBN ISBN (ebook) DOI /
4 Vorwort zur ersten Auflage Den hier bearbeiteten Lehrstoff habe ich didaktisch so aufbereitet, daß er bei bekannter Differential-, Integral- und Vektorrechnung auch von solchen Studierenden verstanden werden kann, die noch nicht über die Kenntnisse der Vektoranalysis verfügen oder diese gerade erst erlernen. Bei der Abfassung des Manuskriptes kam es mir weder auf eine umfassende, noch auf eine redundanzfreie Darstellung der elektromagnetischen Feldtheorie an. Vielmehr wollte ich eine möglichst verständliche Einführung geben. Denn aus meiner langjährigen Vorlesungserfahrung an der Universität Karlsruhe weiß ich, wie schwer sich viele Studenten mit dem Erlernen dieses nach wie vor unverzichtbaren Stoffes tun. Deswegen wurden Grundbegriffe wie: Skalarfeld, Vektorfeld, Feldlinienbild, Feldröhren und Fluß, Begriffe des Quellenfeldes wie: Ergiebigkeit, Divergenz und Gauß'scher Satz, sowie Begriffe des Wirbelfeldes wie: Zirkulation, Rotation und Stokes'scher Satz in einleitenden Kapiteln besonders ausführlich dargestellt, jedoch in enger Verbindung mit vorgezogenen Beispielen des elektromagnetischen Feldes. Zur Verdeutlichung der Theorie und zur Vertiefung des Verständnisses habe ich bewußt Wiederholungen verwendet. Damit wird den Studierenden der Zugang zu den Fragestellungen und Lösungen der Feldtheorie sehr erleichtert. Das vorliegende Studienskript ist somit nicht für eine elitäre Auslese, sondern für den Durchschnittsstudenten geschrieben. Im Hauptteil werden die Grundgleichungen der Maxwellsehen Theorie sowie das Zusammenwirken von Feldgrößen und Feldgleichungen bei differentiellen und integralen Herleitungen behandelt. Letztere führen zu den für die spätere Praxis wichtigen Anwendungen: Durchflutungs- und Induktionsgesetz, Vektorpotential mit Biot-Savartschen Regeln, Induktivitätsberechnungen, Energieströmungsvektoren, Stromverdrängung, Wellen- und Telegraphengleichung sowie deren Lösungen für ebene Wellen, u.a.m. Die Hörer dieser Vorlesung waren stets Studenten des dritten Fachsemesters, vor der Diplom-Vorprüfung. Diese frühe Einführung von elektromagnetischer Feldtheorie bei der wissenschaftlichen Ausbildung künftiger Elektroingenieure hat den Vorteil, daß die integralen Aussagen aus den feldtheoretischen Grundlagen abgeleitet werden und dadurch wohlfundiert sind. Dagegen ist es andernorts meist üblich, zunächst integrale Ergebnisse zu lehren und deren feldtheoretische Begründung erst zu einem späteren Zeitpunkt zu geben.
5 vi Vorwort Danken möchte ich Herrn Professor Mlynski und Herrn Professor Reiß für ihr Interesse an diesem Studienskript und für ihre Anregungen. Karlsruhe, im Mai 1984 G. Strassacker Vorwort zur fünften Auflage Der Autor der vorangegangenen Auflagen, Herr Dr.-lng. Gottlieb Strassacker, und der Teubner Verlag haben mich gebeten, die Überarbeitung und Erweiterung der fünften Auflage zu übernehmen. Diesem Wunsch komme ich gern nach. Da die Wahl auf mich gefallen ist, oblag nicht dem Zufall. An der Universität Karlsruhe und der Technischen Universität Ilmenau werden seit ihrem Bestehen Studierende in Elektrotechnik ausgebildet. Zu dieser Ausbildung gehört die "Theoretische Elektrotechnik" mit einer Einführung in die Theorie des elektromagnetischen Feldes. An der Technischen Universität Ilmenau besteht die Besonderheit, daß innerhalb der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik in der Studienrichtung "Allgemeine und Theoretische Elektrotechnik" Studierende ein Hochschuldip1om erwerben können. Der wissenschaftlich Nachwuchs kann im Fachgebiet "Theoretische Elektrotechnik" promovieren und im Anschluß dar an habilitieren. Damit besteht hier eine einzigartige Tradition zur Qualifikation über das Diplom hinaus, was wiederum positiv auf die Diplomausbildung zurückwirkt. Vergleicht man in Karlsruhe und in llmenau die Art und Weise der Ausbildung auf dem Gebiete der Theorie des elektromagnetischen Feldes, so bestehen weitgehende Übereinstimmungen, in Teilen ist sie methodisch gleich. Aus diesen Gründen bleibt der Aufbau der fünften Auflage dieses gelungenen, von den Studierenden vielseitig genutzten Buches erhalten. Hinzugefügt sind im Anschluß an die konformen Abbildungen die Herleitung nebst Anwendungen des Abbildungssatzes von Schwarz-Christoffel und Übungsaufgaben mit Lösungen zu den Kapiteln 4 bis 7. Bei der Einteilung der elektromagnetischen Feldtheorie werden die gängigen Kapitel Statik, streng stationäres, quasistationäres und schließlich instationäres Strömungsfeld beibehalten, obwohl gelegentlich die Meinung vertreten wird, man sollte sich von diesen ortsbezogenen Begriffen trennen zu Gunsten eines Zeit bezuges.
6 Vorwort vii Bei streng physikalischer Einteilung gibt es in der Tat nur zwei Feldtypen, einerseits Felder mit streng zeitlicher (und damit auch ortsgebundener) Konstanz, andererseits Wechselfelder, die bei ausreichenden Leitungslängen auch schon bei Niederfrequenz Abstrahlung aufweisen können und damit den instationären Feldern zuzurechnen sind. Betrachtet man aber den in der Elektrotechnik wichtigen Fall, zeitlich langsam veränderlicher Felder mit Leitungslängen, die viel kleiner sind als die Wellenlängen, so tritt bei diesen noch keine Antennenwirkung auf. Es handelt sich hier um fast ortsfeste (quasistationäre) Felder. Es ist daher angemessen, die elektromagnetischen Vorgänge quasistationärer Felder nach wie vor getrennt zu besprechen. Elektromagnetische Felder werden auch nach Quellen- und Wirbelfeldern unterschieden. Beispiele: Elektrische Ladungen und Polflächen können Quellen elektrischer Felder, Leitungs- und Verschiebungsstromdichten können Wirbel magnetischer Felder sein. Aber schon die Elektrostatik zeigt, daß das kapazitive Feld eines Kondensators in seinem Verlauf, zwischen den Kondensatorplatten, ein quellenfreies Quellenfeld ist. Ebenso nennt man das magnetische H Feld, das an den Polen z.b. eines Permanentmagneten seine Normalkomponente sprunghaft ändert, ein Quellenfeld, obgleich auch dieses H-Feld ansonsten, bei homogener Magnetisierung, quellenfrei ist. Analog dazu gibt es Beispiele für wirbelfreie Wirbelfelder. Elektrostatik bzw. Magnetostatik: Die Mantel- oder Seitenflächen eines Körpers mit Er > 1 bzw. 1-Lr > 1 sind Orte mit Wirbeln durch sprunghaft übergehende Tangentialkomponenten eines D- bzw. eines B-Feldes. Diese Felder werden daher als Wirbelfelder bezeichnet, obgleich sie ansonsten, bei homogener Polarisation, völlig wirbelfrei sind. Das Magnetfeld fi außerhalb stromdurchflossener Leiter ist ein wirbelfreies Wirbelfeld. Modellhaft kann es aber durch Einführen einer Sperrfläche mit geeigneten Ersatzladungen als Quellenfeld erscheinen und mathematisch durch Gradientenbildung aus einem Skalarpotential dargestellt werden. Es gibt also wirbelhafte und wirbelfreie Wirbelfelder. Ebenso gibt es quellenhafte und quellenfreie Quellenfelder. Man fragt sich mit Recht, wieso ein quellenfreies Quellenfeld noch als "Quellenfeld" und wieso ein wirbelfreies Wirbelfeld noch als "Wirbelfeld" bezeichnet wird. Offenbar ausschließlich durch die Art am Ort des Entstehens! Besser wäre, man vermiede den Begriff "Quellenfeld" beim quellenfreien und den Begriff "Wirbelfeld" beim wirbelfreien Feld
7 viii Vorwort und beschränkte sich auf die Eigenschaften eines Feldes, das "quellenfrei" oder "quellenhaft" und "wirbelfrei" oder "wirbelhaft" sein kann. Auch der Schluß, es handele sich bei div... = 0 um ein Wirbelfeld oder bei rot... = 0 um ein Quellenfeld kann richtig oder auch falsch sein. Denn div... und rot... sind lokale Aussagen. Das betrachtete Feld kann andernorts durch Quellen, aber auch durch Wirbelursachen erzeugt worden sein. Wenn in diesem Buch dennoch die Bezeichnungen "Quellenfeld" und "Wirbelfeld" häufig auch bei Quellen- und Wirbelfreiheit wie bisher beibehalten werden, so ausschließlich, um dadurch den Lernenden das Verstandnis auf Grund der Entstehung des jeweiligen Feldes zu erleichtern. Ich bedanke mich bei Herrn Dr.- lng. G. Strassacker und beim Verlag für das Entgegenkommen zur Herausgabe der fünften Auflage. Herrn Dr.-Ing. T. Ströhla danke ich für das Schreiben des Manuskriptes. Ilmenau, im Dezember 2002 R. Süße
8 Inhaltsverzeichnis 1 Einführung Der Feldbegriff, Historisches Das Skalarfeld Vektorfeld und Feldlinienbild Der Begriff Fluß Quellen und Senken als Feldursachen Quellenfelder qualitativ Quellenfelder quantitativ Ergiebigkeit oder Quellenstärke Divergenz oder Quellendichte Der Satz von Gauß Sprungdivergenz Quellenfelder durch Gradientenbildung 30 3 Wirbelfelder Qualitative Aussagen Zirkulation bei Wirbelfeldern Wirbeldichte oder Rotation Der Satz von Stokes Sprungrotation Wirbelfreiheit oder Quellenfreiheit? Wegunabhängigkeit wirbelfreier Felder 51
9 X INHALTSVERZEICHNIS 4 Statik Elektrostatik Einheiten und Definitionen Wirbelfreiheit der elektrischen Feldstärke Quellen der Elektrostatik Spannung und Potential in der Elektrostatik Arbeit des elektrostatischen Feldes Die Laplace- und die Poissongleichung Lösung der Poissonschen Differentialgleichung Magnetostatik Definitionen für magnetische Feldstärke und Flußdichte Magnetostatik und Permanentmagnete Magnetisches Feld an Trenn- oder Grenzflächen Magnetisches Skalarpotential und magnetische Spannung 83 5 Das streng stationäre Strömungsfeld Das Durchflutungsgesetz Übergang zu flächenhaftem Strombelag Feldstärke H bei beliebigem Leiterquerschnitt Darstellung von Wirbelfeldern aus dem Vektorpotential Die Differentialgleichung des Vektorpotentials Lösung der Differentialgleichung des Vektorpotentials Weitere Anwendungen des Vektorpotentials Komplexes Potential und konforme Abbildung Der Abbildungssatz von Schwarz-Christofiel Herleitung des Abbildungssatzes
10 INHALTSVERZEICHNIS xi Berechnung von konformen Abbildungsfunktionen für elektrostatische Anordungen Magnetischer Dipol und magnetisches Moment. 5.8 Magnetische Kreise mit Luftspalt Abschätzung der magnetischen Feldstärken Ohmsches Gesetz magnetischer Kreise Scherung magnetischer Kreise 6 Das quasistationäre Feld 6.1 Die erste Maxwellgleichung im quasistationären Feld 6.2 Das erweiterte Durchflutungsgesetz 6.3 Selbst- und Gegeninduktivität Selbstinduktivität und magnetische Energie Selbstinduktivität und magnetischer Fluß Selbstinduktivität und Fluß bei Ferromagnetika Innere Induktivität kreisrunder Drähte Gegeninduktivität Metalle, Ferrite und Pulververbundwerkstoffe 6.4 Induktionsgesetz und zweite Maxwellgleichung Das Induktionsgesetz für ruhende Randkurven Induktionsgesetz für langsam bewegte Körper Induktionsgesetz und Vektorpotential Energieströmung und Energieströmungsvektoren Der reelle Poyntingvektor Energieströmung und komplexer Poyntingvektor Stromverdrängung Einseitige Stromverdrängung in Ankerstäben Allseitige Stromverdrängung Lösung der Besselschen Differentialgleichungen Wechselstromwiderstand bei Stromverdrängung Abschirmungen
11 xii INHALTSVERZEICHNIS 7 Das instationäre elektromagnetische Feld Elektromagnetische Wellen im Nichtleiter Eine anschauliche Darstellung ebener Wellen Die Wellengleichung Lösung der Wellengleichung für eine ebene Welle Linkswelle und Rechtswelle Phasen- und Gruppengeschwindigkeit bei Dispersion Energiedichte und Wellenwiderstand des Nichtleiters Erweiterung auf ungleiche Energiedichten Die Telegraphengleichung Lösung der Telegraphengleichung einer harmonischen Welle Einige Grenzwerte A Zusammenstellung von Formeln A.1 Formeln der Vektoranalysis A.l.1 Gesetzmäßigkeiten 267 A.l.2 Skalarprodukte A.l.3 Spatprodukt A.l.4 Vektorprodukt aus dem Vektor ä und dem Vektor b x c. 268 A.l.5 Produkte mit V', der Skalarfunktion if> ( x, y, z) und dem Vektor ä: A.l.6 Formeln zur Berechnung von grad, div, rot. 269 A.l.7 Partielle Differentiation nach der Zeit. 270 A.l.8 Formeln in kartesischen Koordinaten 271 A.l.9 Formeln in Zylinderkoordinaten A.l.lO Formeln in Kugelkoordinaten A.l.ll Einige wichtige Konstanten der Elektrotechnik. 274 B Literatur 277 C Index 280
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