2.5 Pfaffsche Formen. Definition Satz
|
|
|
- Walter Holtzer
- vor 7 Jahren
- Abrufe
Transkript
1 Pfaffsche Formen Sei B R n offen. Eine Pfaffsche Form oder Differentialform vom Grad 1 auf B ist eine beliebig oft differenzierbare Funktion ω : B R n R, die im zweiten Argument linear ist. (Gelegentlich lässt man auch zu, dass ω nur eine C k -Funktion ist, k ). Durch ω x (v) := ω(x, v) definiert eine Pfaffsche Form ω auf B in jedem Punkt x B ein Element ω x des Dualraumes (R n ) = L(R n, R). Pfaffsche Formen können addiert und mit (beliebig oft) differenzierbaren Funktionen multipliziert werden: (ω 1 + ω 2 )(x, v) := ω 1 (x, v) + ω 2 (x, v), (f ω)(x, v) := f(x) ω(x, v). Ist f : B R eine beliebig oft differenzierbare Funktion, so wird das totale Differential df : B R n R definiert durch df(x, v) := Df(x)(v) = f(x) v = n ν=1 f x ν (x)v ν. Bemerkung: Setzt man f nur als k-mal stetig differenzierbar voraus, so ist df nur (k 1)-mal stetig differenzierbar. Speziell ist dx i für i = 1,..., n eine Pfaffsche Form, mit dx i (x, v) = v i. Ist F : B R n eine beliebig oft differenzierbare Abbildung, so nennt man F auch ein Vektorfeld auf B. Diesem Vektorfeld wird durch eine Pfaffsche Form ω F zugeordnet Satz ω F (x, v) := F(x) v Sei ω eine Pfaffsche Form auf B. Dann gibt es eindeutig bestimmte, beliebig oft differenzierbare Funktionen ω 1,..., ω n auf B, so dass gilt: ω = ω 1 dx ω n dx n. Beweis: a) Existenz: Durch ω i (x) := ω(x, e i ) wird eine beliebig oft differenzierbare Funktion ω i : B R definiert. Sei ϕ := ω 1 dx ω n dx n. Dann gilt für (x, v) B R n :
2 4 2 Differentialgleichungen Also ist ω = ϕ. ϕ(x, v) = ω 1 (x) dx 1 (x, v) + + ω n (x) dx n (x, v) = ω(x, e 1 )v ω(x, e n )v n = ω(x, v 1 e v n e n ) = ω(x, v). b) Eindeutigkeit: Ist ω 1 dx ω n dx n =, so gilt für jedes x B und jedes i {1,..., n} : = ( ω 1 dx ω n dx n ) (x, ei ) = ω 1 (x) dx 1 (x, e i ) + + ω n (x) dx n (x, e i ) = ω 1 (x) δ 1i + + ω n (x) δ ni = ω i (x). Daraus folgt: Ist ω 1 dx ω n dx n = ω 1 dx ω n dx n, so muss ω i = ω i für i = 1,..., n gelten. Speziell gilt: df = f x 1 dx f x n dx n, denn es ist df(x, e i ) = f(x) e i = f xi (x). Und wenn F = (F 1,..., F n ) ein Vektorfeld auf B ist, dann ist ω F (x, e i ) = F(x) e i = F i, also ω F = F 1 dx F n dx n. Deshalb ist tatsächlich jede Pfaffsche Form auf B von der Gestalt ω = ω F. Sei U R p offen und Φ : U B R n eine (beliebig oft) differenzierbare Abbildung und ω eine Pfaffsche Form auf B. Dann kann man ω mit Hilfe von Φ zurückholen, zur Pfaffschen Form Φ ω auf U, durch Φ ω(x, v) := ω ( Φ(x), DΦ(x)(v) ). Dabei benutzen wir die totale Ableitung von Φ in x, die ja als eine lineare Abbildung DΦ(x) : R p R n definiert wurde. So ist auch Φ ω im zweiten Argument linear Satz Das Zurückholen von Pfaffschen Formen genügt den folgenden Regeln: 1. Φ (ω 1 + ω 2 ) = Φ ω 1 + Φ ω 2 und Φ (f ω) = (f Φ) Φ ω. 2. Φ (df) = d(f Φ), insbesondere Φ (dx i ) = dφ i für i = 1,..., n und Φ = (Φ 1,..., Φ n ). 3. Ist V R k offen und Ψ : V U eine weitere differenzierbare Abbildung, so ist (Φ Ψ) ω = Ψ (Φ ω).
3 2.5 Pfaffsche Formen 41 Beweis: 1) Die Linearität ist trivial, für Funktionen f : B R gilt: Φ (f ω)(x, v) = (f ω)(φ(x), DΦ(x)v) = (f Φ(x)) Φ ω(x, v). 2) Nach Kettenregel ist Φ (df)(x, v) = df(φ(x), DΦ(x)v) = Df(Φ(x)) DΦ(x)v = D(f Φ)(x)v = d(f Φ)(x, v). 3) Schließlich ist ( (Φ Ψ) ω ) (x, v) = ω ( (Φ Ψ)(x), D(Φ Ψ)(x)v ) Damit ist alles gezeigt Beispiele = ω ( Φ(Ψ(x)), DΦ(Ψ(x))(DΨ(x)v) ) = (Φ ω) ( Ψ(x), DΨ(x)v ) = ( Ψ (Φ ω) ) (x, v). A. Ist I R ein Intervall und f : I R differenzierbar, so ist df = a dt, mit a(t) = df(t, 1) = f (t) 1 = f (t). Die Gleichung df = f dt bringt zum Ausdruck, dass die beiden vektoriellen Größen df und dt linear abhängig sind. Physiker machen daraus durch Division die Gleichung f = df. Damit folgen sie der Tradition von Leibniz. dt B. Die Abbildung Φ : R + (, 2π) R 2 sei gegeben durch Φ(r, θ) := (Φ 1 (r, θ), Φ 2 (r, θ)) = (r cos θ, r sin θ) (ebene Polarkoordinaten) Ist ω = y dx x dy, so ist Φ ω = (y Φ) dφ 1 (x Φ) dφ 2 = Φ 2 ( (Φ1 ) r dr + (Φ 1 ) θ dθ ) Φ 1 ( (Φ2 ) r dr + (Φ 2 ) θ dθ ) = r sin θ ( cos θ dr r sin θ dθ ) r cos θ ( sin θ dr + r cos θ dθ ) = r 2 dθ. Sei : [a, b] B ein stetig differenzierbarer Weg und ω eine Pfaffsche Form auf B. Dann definiert man das Integral von ω über durch ω := b a ω((t), (t)) dt.
4 42 2 Differentialgleichungen Ist (t) = t die identische Abbildung von [a, b] nach R und ω = f dt eine Pfaffsche b Form auf R, so ist ω((t), (t)) = ω(t, 1) = f(t), also ω = f(t) dt das gewöhnliche Integral. Im allgemeinen Fall ist ω(t, 1) = ω((t), D(t)(1)) = ω((t), (t)), also ω = ω((t), (t)) dt und ω = ω. id [a,b] Ist ω = ω F, für ein differenzierbares Vektorfeld F, so ist ω F = F((t)) (t), also b ω F = F((t)) (t) dt. a In der älteren Literatur nennt man so ein Integral auch ein Kurvenintegral 2. Art (im Gegensatz zu dem bei der Berechnung der Bogenlänge auftretenden Kurvenintegral 1. Art). Ist ω = df ein totales Differential, so ist ω = d(f ) = (f ) dt und df = b a (f ) (t) dt = f((b)) f((a)). Ist ein Integrationsweg, also stückweise stetig differenzierbar, so gibt es eine Zerlegung a = t < t 1 <... < t N = b, so dass die Einschränkung i von auf das Teilintervall [t i 1, t i ] stetig differenzierbar ist, für i = 1,..., N. Dann setzt man a ω := N i ω Eigenschaften des Kurvenintegrals Sei : [a, b] B R n ein Integrationsweg. 1. (c 1 ω 1 + c 2 ω 2 ) = c 1 ω 1 + c 2 ω 2, für Pfaffsche Formen ω 1, ω 2 und Konstanten c 1, c 2 R. 2. Ist ϕ : [c, d] [a, b] eine Parametertransformation (also differenzierbar und bijektiv), so ist ω = ± ω, ϕ je nachdem, ob ϕ (x) > oder < für alle x [c, d] ist.
5 2.5 Pfaffsche Formen 43 Beweis: 1) ist trivial. 2) Ist ϕ >, so ist ϕ ω = = = d c d c b a ω ( ϕ(t), ( ϕ) (t) ) dt ω ( (ϕ(t)), (ϕ(t)) ϕ (t) ) dt ω ( (s), (s) ) ds = ω. Ist dagegen ϕ <, so ist ϕ streng monoton fallend und vertauscht die Integralgrenzen. Dann erhält man das zusätzliche Minuszeichen Beispiele A. Ist ω = y x 2 + y dx + x dy und (t) := (R cos t, R sin t) für t 2π, 2 x 2 + y2 so ist also ω = ω = 2π R sin t ( R sin t) dt + R cos t (R cos t) dt R 2 = (sin 2 t + cos 2 t) dt = dt, dt = 2π. B. Auf der rechten Halbebene H + := {(x, y) R 2 : x > } ist ω = df, mit f(x, y) := arctan(y/x). Nun sei β(t) := (2 + cos t, sin t). Weil die Spur von β in H + liegt, ist 2π ω = df = (f β) (t) dt = f(3, ) f(3, ) =. β β 5.6. Hauptsatz über Kurvenintegrale Sei G R n ein Gebiet und ω eine Pfaffsche Form auf G. Dann sind die folgenden Aussagen über ω äquivalent: 1. ω ist ein Differential, d.h. es gibt eine differenzierbare Funktion f auf G, so dass ω = df ist. 2. Ist : [a, b] G ein geschlossener Integrationsweg, so ist ω =. R 2 Der Beweis verläuft genauso wie beim entsprechenden Satz über komplexe Kurvenintegrale. Der Vollständigkeit halber sei er hier aber noch einmal ausgeführt.
6 44 2 Differentialgleichungen Beweis: 1 = 2 : Ist ω = df, so gilt: ω = f((b)) f((a)) =. 3 = 1 : Sei p G ein fest gewählter Punkt. Ist x G, so gibt es einen Integrationsweg, der p innerhalb von G mit x verbindet. Wir setzen f(x) := ω. Ist β ein weiterer Weg von p nach x, so stellt β einen geschlossenen Integrationsweg dar, der bei p beginnt und endet. Nach Voraussetzung ist ω =, also ω = ω. β Damit ist die Funktion f auf G wohldefiniert, d.h. unabhängig vom benutzten Weg. Es bleibt zu zeigen, dass df = ω ist. Sei x G beliebig und h irgend ein Richtungsvektor. Weiter sei σ(s) := x + sh (für s [, 1] ) die Verbindungsstrecke von x nach x + h, σ t := σ [,t] die Verbindungsstrecke von x und σ(t), β ein Weg von p nach x und γ t ein Weg von p nach σ(t). Dann ist β + σ t γ t für jedes t [, 1] geschlossen, und es gilt: f(x + th) f(x ) = = ω γ t ω = σ t ω β t σ t ω. β β x σ(t) x + h Schreiben wir σ t ω = g(s) ds, so ist γ t f(x + th) f(x ) = t g(s) ds, p und nach dem Mittelwertsatz der Integralrechnung gibt es ein c = c(t) [, t], so dass gilt: also f(x + th) f(x ) = g(c) (t ) = (σ t ω)(c, 1) = ω(x + ch, h) t, df(x, h) = f(x + th) f(x ) Df(x )(h) = D h f(x ) = lim t t = lim ω(x + c(t) h, h) = ω(x, h). t Das bedeutet, dass df = ω ist.
7 2.5 Pfaffsche Formen 45 Ist F ein Vektorfeld auf B R n und f eine Funktion auf B mit f(x) = F(x) für alle x B, so nennt man f ein Potential für F. Ein Vektorfeld F besitzt genau dann ein Potential, wenn die zugehörige Pfaffsche Form ω F ein totales Differential ist. Eine stetige Pfaffsche Form ω = f dx + g dy auf einem Gebiet G R 2 heißt singulär in (x, y ), falls f(x, y ) = g(x, y ) = ist. Andernfalls heißt ω in (x, y ) regulär Ein glatter, stetig differenzierbarer Weg : I G heißt Lösung der Gleichung ω =, wenn ω = ist. glatt bedeutet: (t) für alle t. Ob Lösung ist, hängt nicht von der Parametrisierung ab. Sei nun G R 2 ein Gebiet und y = f(x, y) eine Differentialgleichung auf G. Dann liegt es nahe, der DGL die Pfaffsche Form ω = dy f(x, y) dx zuzuordnen. Ist ϕ : I R eine Lösung der Differentialgleichung, so ist die zugehörige Integralkurve gegeben durch (t) := (t, ϕ(t)). Offensichtlich ist glatt und ω = ( ϕ (t) f(t, ϕ(t)) ) dt =, also eine Lösung der Gleichung ω =. Sei umgekehrt γ = (γ 1, γ 2 ) : I G eine Lösung von ω =, also γ 2(t) f(γ 1 (t), γ 2 (t))γ 1(t). Wäre γ 1(t ) =, so wäre auch γ 2(t ) =. Das steht aber im Widerspruch dazu, dass γ glatt sein soll. Also ist γ 1(t) für alle t I. Damit ist γ 1 : I J := γ 1 (I) umkehrbar stetig differenzierbar (und J wieder ein Intervall). Wir schreiben γ γ 1 1 (s) = (s, ψ(s)), für s J. Weil ( ψ (s) f(s, ψ(s)) ) ds = (γ γ 1 1 ) ω = (γ 1 1 ) (γ ω) = ist, ist ψ eine Lösung der Differentialgleichung Satz Sei ω eine stetige Pfaffsche Form auf G R 2 und h : G R stetig und ohne Nullstellen. Dann haben die Gleichungen ω = und h ω = die gleichen Lösungen.
8 46 2 Differentialgleichungen Beweis: Ist Lösungskurve der Gleichung ω =, so ist ω = und daher auch (hω) = (h ) ω =. In der anderen Richtung schließt man analog, unter Verwendung von 1/h Beispiele A. Sei ω := (x 1) dy + (y + 1) dx. Die Kurven (t) := (1, t) und β(t) := (t, 1) sind offensichtlich Lösungen von ω =. Man beachte, dass die senkrechte Gerade keine Lösung einer DGL sein kann. Nun betrachten wir die Gleichung ω = auf G := {(x, y) : x > 1 und y > 1}. Dort ist x 1, wir können also auch nach Lösungen von (x 1) 1 ω = fragen. Aber die sind zugleich die Lösungen der DGL y = y + 1 x 1 = f(x)g(y) mit f(x) := 1/(x 1) und g(y) := (y + 1). F (x) = ln(x 1) ist Stammfunktion von f(x), G(y) := ln(y + 1) Stammfunktion von 1/g(y). Daher ist y(x) = G 1 (F (x) + c) = e (F (x)+c) 1 = C 1 die allgemeine Lösung. x 1 In der mehr ingenieurwissenschaftlich geprägten Literatur löst man das Problem gerne wie folgt: Aus der Gleichung (x 1) dy + (y + 1) dx = wird dy (y + 1) = dx x 1, also ln(y + 1) = dy (y + 1) = dx + c = ln(x 1) + c x 1 und damit ln ( (x 1)(y+1) ) +c =. Das führt zur Gleichung (x 1)(y+1) = C. Die Auflösung nach y ergibt die Lösung. B. Sei ω = x dx + y dy auf R 2 \ {(, )}. Ist (t) := (r cos t, r sin t) für t [, 2π], so ist ω = r 2 cos t sin t + r 2 cos t sin t =, also eine Lösung der Gleichung ω =. Alle diese Lösungen sind geschlossene Kurven und können daher nicht Integralkurven einer Differentialgleichung sein. Auf G := {(x, y) : y > } erhält man die DGL y = x/y, also wieder eine DGL mit getrennten Variablen. Die wird gelöst durch ϕ ± (t) := ± r 2 x 2 (mit ϕ(r) = ). Offensichtlich parametrisieren die Lösungen ϕ ± jeweils ein maximales Stück einer Lösungskurve von ω =, das man noch als Graph auffassen kann.
9 2.5 Pfaffsche Formen 47 Ist die Pfaffsche Form ω = a dx+b dy regulär in (x, y ), so kann man die Gleichung ω = in einer Umgebung von (x, y ) umformen zu dy + (a/b) dx =, und dieser Gleichung kann man wieder eine Differentialgleichung zuordnen. In der Nähe von Singularitäten muss man gesonderte Betrachtungen anstellen, aber das wollen wir hier nicht weiter verfolgen. ω heißt exakt, wenn es eine stetig differenzierbare Funktion f mit df = ω gibt. Die Funktion f nennt man eine Stammfunktion von ω. f ist genau dann Stammfunktion von ω = a dx + b dy, wenn a = f x und b = f y ist. Dann muss gelten: a y = f xy = f yx = b x (Integrabilitätsbedingung). Ist die Integrabilitätsbedingung erfüllt, so versucht man f folgendermaßen zu bestimmen: Suche Stammfunktion f(x, y) = a(x, y) dx + c(y). Dann muss b(x, y) = y Bestimme c(y) durch Integration. a(x, y) dy + c (y) gelten. Ist die Stammfunktion f ermittelt und ein Anfangswert (x, y ) vorgegeben, so versucht man, eine Lösung der Gleichung ω = durch Auflösung der Gleichung f(x, y) = f(x, y ) zu bestimmen. Ist nämlich (t ) = (x, y ) und f((t)) = f((t )) für alle t aus einem Intervall I, so ist ω = (df) = d(f ) = d(konstante) = Beispiel Gesucht wird eine Lösung y(t) der impliziten DGL 2xy + (2y + x 2 )y = mit y() = 1. Dem entspricht die Gleichung ω =, mit ω := 2xy dx+(2y+x 2 ) dy, also a = 2xy und b = 2y + x 2. Es ist a y = 2x und auch b x = 2x, d.h. die Integrabilitätsbedingung ist erfüllt. Nun sei f(x, y) := a(x, y) dx + c(y) = x 2 y + c(y). Differentiation nach y ergibt f y (x, y) = x 2 + c (y). Dies soll mit b(x, y) = 2y + x 2 übereinstimmen, es muss also c (y) = 2y sein. Deshalb setzen wir c(y) := y 2. f(x, y) = x 2 y + y 2 ist tatsächlich die gewünschte Stammfunktion, denn es ist df = 2xy dx + (x 2 + 2y) dy = ω. Die Lösung der Differentialgleichung ist nun implizit gegeben durch x 2 y+y 2 = f(, 1) = 1. Die Auflösung nach y ergibt
10 48 2 Differentialgleichungen y(x) = x2 ± x Das Minuszeichen kann wegen der Anfangsbedingung ausgeschlossen werden. Bemerkung: Die zu einer exakten Pfaffschen Form gehörige Differentialgleichung nennt man auch eine exakte Differentialgleichung. Zum Beispiel kann man eine DGL mit getrennten Variablen, y = f(x)g(y), der exakten Pfaffschen Form ω := f(x) dx 1 g(y) dy zuordnen. Eine Stammfunktion von ω ist die Funktion F (x, y) := x x f(t) dt y y. ds g(s). Das entspricht dem schon bekannten Lösungsverfahren. Allerdings bestimmt man so nur eine Gleichung, die die gesuchte Lösung als implizite Funktion enthält. Die Pfaffsche Form f(x)g(y) dx dy ist nicht exakt, aber sie unterscheidet sich von ω nur um einen Faktor. Sei ω eine stetige Pfaffsche Form auf G R 2. Ist h : G R eine stetige Funktion ohne Nullstellen und hω exakt, so heißt h Euler scher Multiplikator für ω Beispiel Wir betrachten die implizite DGL (3x + y) xy =. Ihr ist die Pfaffsche Form ω := (3x + y) dx x dy auf G := R 2 \ {(, )} zugeordnet. Es ist (3x + y) y = 1 und ( x) x = 1, die Integrabilitätsbedingung ist also nicht erfüllt. Wir versuchen, einen Euler schen Multiplikator h zu finden. Es muss gelten: ( ) ( ) h(x, y) (3x + y) = h(x, y) ( x), y x also h y (x, y) (3x + y) + 2 h(x, y) + x h x (x, y) =. Die Suche nach h wird leichter, wenn man z.b. annimmt, dass h nur von x abhängt. Dann muss nur die DGL xh (x) + 2h(x) = erfüllt werden. Dies ist eine DGL mit getrennten Variablen, und man sieht schnell, dass h(x) = x 2 eine Lösung ist. Allerdings muss x sein. Tatsächlich gilt auf G := {(x, y) : x }: ( x 2 (3x + y) ) = ( 3 y y x + y ) 1 = x 2 x = ( 1 ) ( = x 2 ( x) ). 2 x x x
11 2.5 Pfaffsche Formen 49 Für die Stammfunktion f von hω setzen wir an: f(x, y) = y + c(x). Differentiation nach x ergibt: x ( 1 ) dy+c(x) = x 3 x + y x 2 = f x(x, y) = y x 2 + c (x). Daher kann man c(x) = 3 ln x und f(x, y) = y + 3 ln x setzen. Die x Lösungskurven von ω = sind auch die von df =, also gegeben durch y/x + 3 ln x = c. Die Auflösung nach y ergibt die Funktion y(x) = 3x ln x cx, für x. Bisher ist es in jedem Fall, in dem die Integrabilitätsbedingung erfüllt war, gelungen, eine Stammfunktion zu finden. Das ist kein Zufall, und das wollen wir noch in einem etwas allgemeineren Kontext untersuchen. Wir betrachten Pfaffsche Formen ω = a 1 dx a n dx n im R n. Ist ω = df, so ist a i = f xi für i = 1,..., n, und es muss (a i ) xj = f xi x j = f xj x i = (a j ) xi sein Satz Das Gebiet G R n sei sternförmig bezüglich eines Punktes x G. Erfüllt eine Pfaffsche Form ω = a 1 dx a n dx n auf G die Integrabilitätsbedingung x j (a i ) = x i (a j ) für alle i, j, so ist ω exakt, also ein totales Differential der Gestalt df. Beweis: wir Wir nehmen der Einfachheit halber an, dass x = ist. Dann setzen f(x) := n ( 1 ) a i (tx) dt x i. Für die nachfolgende Rechnung beachten wir: Damit folgt: d ( taj (tx) ) = a j (tx) + t dt n a j x i (tx)x i = a j (tx) + t n a i x j (tx)x i.
12 5 2 Differentialgleichungen Damit ist df = ω. f x j (x) = = = = 1 n [( ) 1 ] a i (tx) dt x i + δ ij a i (tx) dt x j n ( 1 t a ) 1 i (tx) dt x i + a j (tx) dt x j ( n a ) i t (tx)x i + a j (tx) dt x j 1 1 d dt ( taj (tx) ) dt = ta j (tx) 1 = a j (x). Im Falle n = 3 gibt es genau drei Integrabilitätsbedingungen. Das motiviert die folgende Sei G R 3 ein Gebiet und F = (F 1, F 2, F 3 ) ein stetig differenzierbares Vektorfeld auf G. Dann versteht man unter der Rotation von F das Vektorfeld rot F = ( rot1 (F), rot 2 (F), rot 3 (F) ) mit rot i (F) := F k F j, x j x k wenn (i, j, k) eine zyklische Vertauschung von (1, 2, 3) ist Folgerung Ist G R 3 ein sternförmiges Gebiet, F ein stetig differenzierbares Vektorfeld auf G und rot F =, so ist ω F ein totales Differential Beispiel Sei F(x, y, z) := (x, y, z). Dann ist offensichtlich rot F =. Die Stammfunktion f gewinnt man folgendermaßen: f(x, y, z) := = x = x 1 1 F 1 (tx, ty, tz) dt + y tx dt + y 1 1 ty dt + z F 2 (tx, ty, tz) dt + z 1 tz dt = (x 2 + y 2 + z 2 ) t2 1 = (x2 + y 2 + z 2 ). Tatsächlich ist df = x dx + y dy + z dz = ω F. 1 F 3 (tx, ty, tz) dt
16 Vektorfelder und 1-Formen
45 16 Vektorfelder und 1-Formen 16.1 Vektorfelder Ein Vektorfeld v auf D R n ist eine Abbildung v : D R n, x v(x). Beispiele. Elektrisches und Magnetisches Feld E(x), B(x), Geschwindigkeitsfeld einer Strömung
12 Gewöhnliche Differentialgleichungen
2 2 Gewöhnliche Differentialgleichungen 2. Einleitung Sei f : D R wobei D R 2. Dann nennt man y = f(x, y) (5) eine (gewöhnliche) Differentialgleichung (DGL) erster Ordnung. Als Lösung von (5) akzeptiert
12. Übungsblatt zur Analysis II
Fachbereich Mathematik Prof. Dr. Steffen Roch Nada Sissouno Benno van den Berg WS 9/1 1.1.1 1. Übungsblatt zur Analysis II Gruppenübung Aufgabe G1 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an. Sei V C 1 (R n,
1 Einführung, Terminologie und Einteilung
Zusammenfassung Kapitel V: Differentialgleichungen 1 Einführung, Terminologie und Einteilung Eine gewöhnliche Differentialgleichungen ist eine Bestimmungsgleichung um eine Funktion u(t) einer unabhängigen
Lösungen der Aufgaben zu Kapitel 10
Lösungen der Aufgaben zu Kapitel 10 Abschnitt 10.2 Aufgabe 1 (a) Die beiden Funktionen f(x) = 1 und g(y) = y sind auf R definiert und stetig. 1 + x2 Der Definitionsbereich der Differentialgleichung ist
1.3 Differenzierbarkeit
1 1.3 Differenzierbarkeit Definition Sei B R n offen, a B, f : B R eine Funktion und v 0 ein beliebiger Vektor im R n. Wenn der Grenzwert D v f(a) := lim t 0 f(a + tv) f(a) t existiert, so bezeichnet man
Analysis II. 8. Klausur mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik Prof. Dr. H. Brenner Analysis II 8. Klausur mit en 1 2 Aufgabe 1. Definiere die folgenden kursiv gedruckten) Begriffe. 1) Eine Metrik auf einer Menge M. 2) Die Kurvenlänge
Thema14 Der Satz über inverse Funktionen und der Satz über implizite Funktionen
Thema14 Der Satz über inverse Funktionen und der Satz über implizite Funktionen In diesem Kapitel betrachten wir die Invertierbarkeit von glatten Abbildungen bzw. die Auflösbarkeit von impliziten Gleichungen.
5.6 Potential eines Gradientenfelds.
die Zirkulation des Feldes v längs aufintegriert. 5.6 Potential eines Gradientenfelds. Die Ableitung einer skalaren Funktion ist der Gradient, ein Vektor bzw. vektorwertige Funktion (Vektorfeld). Wir untersuchen
Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2014/15): Differential und Integralrechnung 6
Dr. Erwin Schörner Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 204/5): Differential und Integralrechnung 6 6. (Frühjahr 2009, Thema, Aufgabe 3) Sei r > 0. Berechnen Sie die Punkte auf der Parabel y = x 2 mit dem
Trennung der Variablen, Aufgaben, Teil 1
Trennung der Variablen, Aufgaben, Teil -E -E Trennung der Variablen Die Differenzialgleichung. Ordnung mit getrennten Variablen hat die Gestalt f ( y) dy = g (x) dx Satz: Sei f (y) im Intervall I und g
Klausurenkurs zum Staatsexamen (SS 2015): Differential und Integralrechnung 6
Dr. Erwin Schörner Klausurenkurs zum Staatsexamen (SS 205): Differential und Integralrechnung 6 6. (Frühjahr 2009, Thema, Aufgabe 3) Sei r > 0. Berechnen Sie die Punkte auf der Parabel y = x 2 mit dem
Grundzüge der Vektoranalysis
KAPITEL 7 Grundzüge der Vektoranalysis 7. Satz von Green................................... 2 7.2 Satz von Stokes................................... 22 7.2. Zirkulation und Wirbelstärke..........................
SS 2016 Höhere Mathematik für s Studium der Physik 21. Juli Probeklausur. Die Antworten zu den jeweiligen Fragen sind in blauer Farbe notiert.
SS 6 Höhere Mathematik für s Studium der Physik. Juli 6 Probeklausur Die Antworten zu den jeweiligen Fragen sind in blauer Farbe notiert. Fragen Sei (X, d) ein metrischer Raum. Beantworten Sie die nachfolgenden
Serie 4: Gradient und Linearisierung
D-ERDW, D-HEST, D-USYS Mathematik II FS 5 Dr. Ana Cannas Serie 4: Gradient und Linearisierung Bemerkungen: Die Aufgaben der Serie 4 bilden den Fokus der Übungsgruppen vom 7./9. März.. Wir betrachten die
Analysis I. 1. Beispielklausur mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik Prof. Dr. H. Brenner Analysis I. Beispielklausur mit en Aufgabe. Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe. () Das Bild einer Abbildung F: L M. (2) Eine Cauchy-Folge
Seite 1. sin 2 x dx. b) Berechnen Sie das Integral. e (t s)2 ds. (Nur Leibniz-Formel) c) Differenzieren Sie die Funktion f(t) = t. d dx ln(x + x3 ) dx
Seite Aufgabe : a Berechnen Sie das Integral b Berechnen Sie das Integral +x x+x dx. π sin x dx. c Differenzieren Sie die Funktion ft = t e t s ds. Nur Leibniz-Formel a + x x + x dx = d dx lnx + x dx =
Kommentierte Musterlösung zur Klausur HM II für Naturwissenschaftler
Kommentierte Musterlösung zur Klausur HM II für Naturwissenschaftler Sommersemester 23 (5.8.23). Gegeben seien die Matrizen A = 2 3 3 und B = 5 2 5 (a) Bestimmen Sie die Eigenwerte von A und B sowie die
16. Differentialquotient, Mittelwertsatz
16. Differentialquotient, Mittelwertsatz Gegeben sei eine stetige Funktion f : R R. Wir suchen die Gleichung der Tangente t an die Kurve y = f(x) im Punkt (x, f(x ), x R. Das Problem dabei ist, dass vorderhand
6 Gewöhnliche Differentialgleichungen
6 Gewöhnliche Differentialgleichungen Differentialgleichungen sind Gleichungen in denen nicht nur eine Funktion selbst sondern auch ihre Ableitungen vorkommen. Im einfachsten Fall gibt es eine unabhängige
Klausur zu Analysis II - Lösungen
Mathematisches Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Dr. Axel Grünrock WS 1/11 11..11 Klausur zu Analysis II - Lösungen 1. Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind.
Übungen zum Ferienkurs Analysis II 2014
Übungen zum Ferienkurs Analysis II 4 Probeklausur Allgemein Hinweise: Die Arbeitszeit beträgt 9 Minuten. Falls nicht anders angegeben, sind alle en ausführlich und nachvollziehbar zu begründen. Schreiben
Exakte Differentialgleichungen
Exakte Differentialgleichungen M. Vock Universität Heidelberg Seminar Mathematische Modellierung am 11.11.2008 Gliederung Differentialgleichungen eine erste Begegnung Definition Gewöhnliche DGL Die exakte
Abbildung 10.1: Das Bild zu Beispiel 10.1
Analysis 3, Woche Mannigfaltigkeiten I. Definition einer Mannigfaltigkeit Die Definition einer Mannigfaltigkeit braucht den Begriff Diffeomorphismus, den wir in Definition 9.5 festgelegt haben. Seien U,
Implizite Funktionen. Ist für eine stetig differenzierbare Funktion f : R n R m R n. so lässt sich das Gleichungssystem
Implizite Funktionen Ist für eine stetig differenzierbare Funktion f : R n R m R n f (x, y ) = (0,..., 0) t, det f x (x, y ) 0, so lässt sich das Gleichungssystem f k (x 1,..., x n, y 1,..., y m ) = 0,
Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2016/17): Differential und Integralrechnung 8
Dr. Erwin Schörner Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2016/17): Differential und Integralrechnung 8 8.1 (Herbst 2012, Thema 2, Aufgabe 5) Bestimmen Sie die allgemeine Lösung der Differentialgleichung (
f(x 0 ) = lim f(b k ) 0 0 ) = 0
5.10 Zwischenwertsatz. Es sei [a, b] ein Intervall, a < b und f : [a, b] R stetig. Ist f(a) < 0 und f(b) > 0, so existiert ein x 0 ]a, b[ mit f(x 0 ) = 0. Wichtig: Intervall, reellwertig, stetig Beweis.
Differential- und Integralrechnung
Brückenkurs Mathematik TU Dresden 2016 Differential- und Integralrechnung Schwerpunkte: Differentiation Integration Eigenschaften und Anwendungen Prof. Dr. F. Schuricht TU Dresden, Fachbereich Mathematik
Darstellungsformeln für die Lösung von parabolischen Differentialgleichungen
Kapitel 8 Darstellungsformeln für die Lösung von parabolischen Differentialgleichungen Wir hatten im Beispiel 5. gesehen, dass die Wärmeleitungsgleichung t u u = f auf Ω (0, ) (8.1) eine parabolische Differentialgleichung
Parametrisierung und Integralsätze
Parametrisierung und Integralsätze 2. März 2 Integration in der Ebene. Defintion: eien w,..., w n stückweise reguläre, einfach geschlossene Kurven in R 2, seien W,..., W n die von diesen Wegen umschlossene
Probeklausur. 1 Stetigkeit [7 Punkte] 2 Differenzierbarkeit [10 Punkte] Ferienkurs Analysis 2 für Physiker SS Karolina Stoiber Aileen Wolf
Karolina Stoiber Aileen Wolf Ferienkurs Analysis 2 für Physiker SS 26 A Probeklausur Allgemein Hinweise: Die Arbeitszeit beträgt 9 Minuten. Falls nicht anders angegeben, sind alle en ausführlich und nachvollziehbar
Repetitorium Analysis II für Physiker
Technische Universität München Larissa Hammerstein Vektoranalysis und Fourier-Transformation Lösungen Repetitorium Analysis II für Physiker Analysis II Aufgabe Skalarfelder Welche der folgenden Aussagen
Analysis I. 6. Beispielklausur mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik Prof. Dr. H. Brenner Analysis I 6. Beispielklausur mit en Aufgabe. Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe. () Eine Relation zwischen den Mengen X und Y.
Gewöhnliche Dierentialgleichungen
Gewöhnliche Dierentialgleichungen sind Gleichungen, die eine Funktion mit ihren Ableitungen verknüpfen. Denition Eine explizite Dierentialgleichung (DGL) nter Ordnung für die reelle Funktion t x(t) hat
Analysis I & II Lösung zur Basisprüfung
FS 6 Aufgabe. [8 Punkte] (a) Bestimmen Sie den Grenzwert ( lim x x ). [ Punkte] log x (b) Beweisen Sie, dass folgende Reihe divergiert. n= + n + n + sin(n) n 3 + [ Punkte] (c) Finden Sie heraus, ob die
12.1 Kurven und Parametertransformationen. Wir untersuchen in diesem Abschnitt so genannte Kurven, die in der nachstehenden Definition
Kapitel 1 Kurven im R n 1.1 Kurven und Parametertransformationen 1. Funktionen von beschränkter Schwankung 1.3 Die Bogenlänge von Kurven 1.4 Parametrisierung nach der Bogenlänge 1.1 Kurven und Parametertransformationen
Topologie und Differentialrechnung mehrerer Veränderlicher, SS 2009 Modulprüfung/Abschlussklausur. Aufgabe Punkte
Universität München 22. Juli 29 Topologie und Differentialrechnung mehrerer Veränderlicher, SS 29 Modulprüfung/Abschlussklausur Name: Aufgabe 2 3 4 Punkte Gesamtpunktzahl: Gesamturteil: Schreiben Sie unbedingt
Musterlösung. TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN Fakultät für Mathematik. Probeklausur Mathematik 4 für Physik (Analysis 3) I...
................ Note I II Name Vorname Matrikelnummer Studiengang (Hauptfach) Fachrichtung (Nebenfach) 2 3 Unterschrift der Kandidatin/des Kandidaten 4 TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN Fakultät für Mathematik
10 Untermannigfaltigkeiten
10. Untermannigfaltigkeiten 1 10 Untermannigfaltigkeiten Definition. Eine Menge M R n heißt k-dimensionale Untermannigfaltigkeit des R n, 1 k n, falls es zu jedem a M eine offene Umgebung U R n von a und
Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen
Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen Dynamische Systeme I 1 Einleitung 1.1 Nichtlineare Systeme In den vorigen Vorträgen haben wir uns mit linearen Differentialgleichungen beschäftigt. Nun werden
1 Kurven und Kurvenintegrale
Fabian Kohler Karolina Stoiber Ferienkurs Analysis für Physiker SS 14 A 1 Kurven und Kurvenintegrale 1.1 Einschub: Koordinatentransformation Gegeben sei eine Funktion f : R n R. Dann ist die totale Ableitung
1.6 Implizite Funktionen
1 1.6 Implizite Funktionen Wir werden uns jetzt mit nichtlinearen Gleichungen beschäftigen, f(x) = 0, wobei f = (f 1,..., f m ) stetig differenzierbar auf einem Gebiet G R n und m < n ist. Dann hat man
Prüfungsklausur Höhere Mathematik II (20. Juli 2005) - Lösungen zum Theorieteil - für MB, EC, TeM, FWK, KGB, BGi, WiW, GtB, Ma, WWT, ESM
Prüfungsklausur Höhere Mathematik II (2. Juli 25) für MB, EC, TeM, FWK, KGB, BGi, WiW, GtB, Ma, WWT, ESM - Lösungen zum Theorieteil - Aufgabe : Sei f(x, y) eine in einem Gebiet zweimal stetig differenzierbare
4. Geodätische Linien
Gegeben ist eine Riemann sche Mannigfaltigkeit (M,, ) mit Levi-Civita-Zusammenhang D. Das Ziel ist es, ein Analogon für Geraden zu finden. Mögliche Charakterisierung von Geraden in der Euklidischen Geometrie
Differentialformen. Lie-Ableitung von Differentialformen und Poincaré-Formel. Differentialform dp dx und ihre Invarianz bzgl. Hamiltonischer Flüsse.
Differentialformen Plan Zuerst lineare Algebra: Schiefsymmetrische Formen im R n. Dann Differentialformen: Invarianz bzgl. Diffeomorphismen (und sogar beliebigen glatten Abbildungen). Äußere Ableitung.
Analysis I. 2. Beispielklausur mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik Prof. Dr. H. Brenner Analysis I. Beispielklausur mit en Aufgabe 1. Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe. (1) Die Produktmenge aus zwei Mengen L und M.
B Lösungen. Aufgabe 1 (Begriffe zur Differenziation) Sei (x, y) R 2 Berechnen Sie zur Abbildung. f(x, y) := x sin(xy) f : R 2 R,
B en Aufgabe 1 (Begriffe zur Differenziation) Sei (x, y) R Berechnen Sie zur Abbildung f : R R, f(x, y) : x sin(xy) das totale Differenzial f df, die Jacobi-Matrix J f (x, y) und den Gradienten ( f)(x,
f(x, y) = x 2 4x + y 2 + 2y
7. Februar Lösungshinweise Theorieteil Aufgabe : Bestimmen Sie die Niveaumengen (Höhenlinien) der Funktion f(x, y) = x 4x + y + y und skizzieren Sie das zugehörige Höhenlinienbild im kartesischen Koordinatensystem
Höhere Mathematik II für die Fachrichtung Informatik. Lösungsvorschläge zum 10. Übungsblatt
KARLSRUHER INSTITUT FÜR TECHNOLOGIE INSTITUT FÜR ANALYSIS Dr. Christoph Schmoeger Heiko Hoffmann SS 4 Höhere Mathematik II für die Fachrichtung Informatik Lösungsvorschläge zum. Übungsblatt Aufgabe 37
Klausur Mathematik I
Klausur Mathematik I E-Techniker/Mechatroniker/Informatiker/W-Ingenieure). März 007 Hans-Georg Rück) Aufgabe 6 Punkte): a) Berechnen Sie alle komplexen Zahlen z mit der Eigenschaft z z = und z ) z ) =.
Musterlösung. Aufgabe 1 a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [0, 1] R, die folgendermaßen definiert ist:
Musterlösung Aufgabe a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [, ] R, die folgendermaßen definiert ist: f(x) := { für x R \ Q für x Q f ist offensichtlich beschränkt. Wir zeigen,
MATHEMATIK 2 FÜR DIE STUDIENGÄNGE CHE- MIE UND LEBENSMITTELCHEMIE
Mathematik und Naturwissenschaften Fachrichtung Mathematik, Institut für Numerische Mathematik MATHEMATIK 2 FÜR DIE STUDIENGÄNGE CHE- MIE UND LEBENSMITTELCHEMIE Differentialrechnung für Funktionen mehrerer
KLAUSUR ZUR MATHEMATIK FÜR PHYSIKER MODUL MATHB
KLAUSUR ZUR ATHEATIK FÜR PHYSIKER ODUL ATHB In jeder Aufgabe können Punkte erreicht werden Es zählen die 9 bestbewerteten Aufgaben Die Klausur ist mit 45 Punkten bestanden Die Bearbeitungszeit beträgt
Analysis II für Ingenieure Übersicht: Integration. 1 Kurvenintegral über ein Skalarfeld
Analysis II für Ingenieure Übersicht: Integration 1 Kurvenintegral über ein Skalarfeld 1.1 erechnung c f ds = b a f ( c(t) ) c(t) dt 1. Kurve c parametrisieren: c : [a, b] R n, t c(t). 2. c(t) und dann
10 Der Satz über implizite Funktionen und Umkehrfunktionen
Vorlesung SS 9 Analsis Prof. Dr. Siegfried Echterhoff SATZ ÜBER IMPLIZITE FKT UND UMKEHRFKT Der Satz über implizite Funktionen und Umkehrfunktionen Motivation: Sei F : U R R eine differenzierbare Funktion
Die Differentialgleichung :
Die Differentialgleichung : Erstellt von Judith Ackermann 1.) Definition, Zweck 1.1) verschiedene Arten von Differentialgleichungen 2.) Beispiele und Lösungswege 2.1) gewöhnliche Differentialgleichungen
Höhere Mathematik III
Universität Stuttgart Fachbereich Mathematik Prof. Dr. J. Pöschel Dr. D. Zimmermann Dipl.-Math. K. Sanei Kashani Blatt 5 Höhere Mathematik III el, kb, mecha, phs Vortragsübungen (Musterlösungen) 7..4 Aufgabe
7 Der Gaußsche Integralsatz
7 Der Gaußsche Integralsatz Im Folgenden sei eine k-dimensionale Untermannigfaltigkeit des R n und a. 7.1 Tangentialvektoren. Ein Vektor v R n heißt Tangentialvektor an in a, falls es eine stetig differenzierbare
Mathematik für Anwender I
Prof. Dr. H. Brenner Osnabrück WS 20/202 Mathematik für Anwender I Vorlesung 30 Gewöhnliche Differentialgleichungen mit getrennten Variablen Definition 30.. Eine Differentialgleichung der Form y = g(t)
Lösungen zu Mathematik I/II
Prof. Dr. E. W. Farkas ETH Zürich, Februar 11 D BIOL, D CHAB Lösungen zu Mathematik I/II Aufgaben 1. 1 Punkte a Wir berechnen lim x x + x + 1 x + x 3 + x = 1. b Wir benutzen L Hôpital e x e x lim x sinx
Totale Ableitung und Jacobi-Matrix
Totale Ableitung und Jacobi-Matrix Eine reelle Funktion f : R n R m ist in einem Punkt x differenzierbar, wenn f (x + h) = f (x) + f (x)h + o( h ) für h 0. Totale Ableitung 1-1 Totale Ableitung und Jacobi-Matrix
1.3 Flüsse. Y (t) = f(y(t))
18 Kapitel 1. Gewöhnliche Differentialgleichungen 1.3 Flüsse Sei jetzt F:D R n R n ein stetig differenzierbares Vektorfeld. Dann erfüllt F die Voraussetzungen des Existenz- und Eindeutigkeitssatzes. Das
6.3 Exakte Differentialgleichungen
6.3. EXAKTE DIFFERENTIALGLEICHUNGEN 23 6.3 Exakte Differentialgleichungen Andere Bezeichnungen: Pfaffsche Dgl., Dgl. für Kurvenscharen, Nullinien Pfaffscher Formen. 1. Definitionen Pfaffsche Dgl, Dgl.
Prüfung zur Vorlesung Mathematik I/II
Dr. A. Caspar ETH Zürich, August 2011 D BIOL, D CHAB Prüfung zur Vorlesung Mathematik I/II Bitte ausfüllen! Name: Vorname: Legi-Nr.: Nicht ausfüllen! Aufgabe Punkte Kontrolle 1 2 3 4 5 6 Total Vollständigkeit
2.6 Der Satz von Fubini
1 2.6 Der Satz von Fubini Unser Ziel ist der Beweis des folgenden Ergebnisses. 6.1. Satz von Fubini Sei f : R n+m R integrierbar. Dann gibt es eine Nullmenge N R m, so dass gilt: 1. Für alle y R m \ N
Mathematik für Anwender I. Klausur
Fachbereich Mathematik/Informatik 27. März 2012 Prof. Dr. H. Brenner Mathematik für Anwender I Klausur Dauer: Zwei volle Stunden + 10 Minuten Orientierung, in denen noch nicht geschrieben werden darf.
Mathematik für Anwender II
Prof. Dr. H. Brenner Osnabrück SS 212 Mathematik für Anwender II Vorlesung 58 Der Satz von Green Wir betrachten eine kompakte eilmenge R 2, deren Rand R sich stückweise durch reguläre Kurven parametrisieren
116 KAPITEL 15. INTEGRALSÄTZE
116 APITEL 15. INTEGRALSÄTZE Aufgabe 15.1.3 (Verschwinden des Integrales über eine partielle Ableitung) Es sei U R n offen, ϕ C 0 (U; R). Dann ist für j = 1,..., n U ϕ x j dλ n = 0. Wir erinnern an die
3 Lineare Differentialgleichungen
3 Lineare Differentialgleichungen In diesem Kapitel behandeln wir die allgemeine Theorie linearer Differentialgleichungen Sie werden zahlreiche Parallelen zur Theorie linearer Gleichungssysteme feststellen,
Vorbereitung für die Prüfung Mathematik II für Informatiker
Technische Universität Ilmenau SS 2010 Institut für Mathematik Inf Prof. Dr. Michael Stiebitz Vorbereitung für die Prüfung Mathematik II für Informatiker 1 Lineare Algebra Aufgabe 1 Schauen Sie sich die
Folgerungen aus dem Auflösungsatz
Folgerungen aus dem Auflösungsatz Wir haben in der Vorlesung den Satz über implizite Funktionen (Auflösungssatz) kennen gelernt. In unserer Formulierung lauten die Resultate: Seien x 0 R m, y 0 R n und
Mathematik für Anwender I. Beispielklausur 3 mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik Prof. Dr. H. Brenner Mathematik für Anwender I Beispielklausur mit en Dauer: Zwei volle Stunden + 0 Minuten Orientierung, in denen noch nicht geschrieben werden darf.
Serie 5. Figure 1: 1.a)
Analsis D-BAUG Dr. Cornelia Busch FS 16 Serie 5 1. Bei den folgenden Integralen ist die Reihenfolge der Integrationen umzukehren: Die innere Variable soll zur äusseren werden und umgekehrt. Wie lautet
6. Die dreidimensionale Wellengleichung
H.J. Oberle Differentialgleichungen II SoSe 2013 6. Die dreidimensionale Wellengleichung Wir suchen Lösungen u(x, t) der folgenden AWA für die 3-D Wellengleichung u t t c 2 3 u = 0, x R 3, t 0, u(x, 0)
Probeklausur zur Analysis II
Probeklausur zur Analysis II Prof. Dr. C. Löh/M. Blank 3. Februar 2012 Name: Matrikelnummer: Vorname: Übungsleiter: Diese Klausur besteht aus 8 Seiten. Bitte überprüfen Sie, ob Sie alle Seiten erhalten
Thema 10 Gewöhnliche Differentialgleichungen
Thema 10 Gewöhnliche Differentialgleichungen Viele Naturgesetze stellen eine Beziehung zwischen einer physikalischen Größe und ihren Ableitungen (etwa als Funktion der Zeit dar: 1. ẍ = g (freier Fall;
Fachbereich Mathematik/Informatik 16. Juni 2012 Prof. Dr. H. Brenner. Mathematik für Anwender II. Testklausur mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik 6. Juni 0 Prof. Dr. H. Brenner Mathematik für Anwender II Testklausur mit Lösungen Aufgabe. Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe. () Ein Skalarprodukt
Vorkurs Mathematik Übungen zu Differentialgleichungen
Vorkurs Mathematik Übungen zu Differentialgleichungen Als bekannt setzen wir die folgenden Umformungen voraus: e ln(f(x)) = f(x) e f(x)+c = e f(x) e c e ln(f(x)) +c = f(x) e c = f(x) c f ( g(x) ) g (x)
9 Integration von Differentialformen und der Satz von Stokes
9 Integration von Differentialformen und der Satz von Stokes 9. Definition. Es sei ω = f dx... dx n eine n-form auf der offenen Menge U in R n. Wir definieren sofern das Integral rechts existiert: ω =
Lösung zur Klausur zur Analysis II
Otto von Guericke Universität Magdeburg 9.7.4 Fakultät für Mathematik Lösung zur Klausur zur Analysis II Vorlesung von Prof. L. Tobiska, Sommersemester 4 Bitte benutzen Sie für jede Aufgabe ein eigenes
Teil III. Fourieranalysis
Teil III Fourieranalysis 3 / 3 Fourierreihen Ziel: Zerlegung einer gegebenen Funktion in Schwingungen Konkret: f : (, L) R gegebene Funktion Gesucht: Darstellung der Form ( f (x) = a + a n cos ( n L x)
ETH Zürich Analysis I Zwischenprüfung Winter 2014 D-BAUG Musterlösungen Dr. Meike Akveld
ETH Zürich Analysis I Zwischenprüfung Winter 2014 D-BAUG Musterlösungen Dr. Meike Akveld Bitte wenden! 1. Die unten stehende Figur wird beschrieben durch... (a) { (x, y) R 2 x + y 1 }. Richtig! (b) { (x,
Bemerkungen. f (x 1,..., x i + x i,..., x n ) f (x 1,..., x n ) lim. f xi (x 1,..., x n ) =
Bemerkungen Die Erweiterung der Definition von partiellen Ableitungen 1. Ordnung für Funktionen u = f (x 1,..., x n ) mit n > 2 Veränderlichen ist offensichtlich: f xi (x 1,..., x n ) = f (x 1,..., x i
Modellfall. Orthogonalität trigonometrischer Funktionen. Anwendungen: f : (0, L) R gegeben.
Modellfall Anwendungen: Fragen: Digitalisierung / digitale Darstellung von Funktionen, insbesondere für Ton- und Bilddaten Digitale Frequenzfilter Datenkompression: Abspeichern der unteren Frequenzen Lösung
Wiederholungsklausur zur Analysis II
Wiederholungsklausur zur Analysis II Prof. Dr. C. Löh/M. Blank 11. April 2012 Name: Matrikelnummer: Vorname: Übungsleiter: Diese Klausur besteht aus 8 Seiten. Bitte überprüfen Sie, ob Sie alle Seiten erhalten
Skalare Differenzialgleichungen
3 Skalare Differenzialgleichungen Differenzialgleichungen stellen eine Beziehung her zwischen einer oder mehreren Funktionen und ihren Ableitungen. Da Ableitungen Veränderungen beschreiben, modellieren
HTWD, FB Informatik/Mathematik Prof. Dr. M. Voigt. Mathematik II für Bauingenieure. (f) 4 sin x cos 5 x dx. 3 x e x2 dx (i) e 2x 1 dx.
HTWD, FB Informatik/Mathematik Prof. Dr. M. Voigt Mathematik II Mathematik II für Bauingenieure Wiederholungsaufgaben zur Prüfungsklausur im Juli 2007 1 Integralrechnung Aufgabe 1 : Berechnen Sie die folgenden
Multivariate Kettenregel
Multivariate Kettenregel Für die Hintereinanderschaltung h = g f : x y = f (x) z = g(y), stetig differenzierbarer Funktionen f : R m R l und g : R l R n gilt h (x) = g (y)f (x), d.h. die Jacobi-Matrix
DIFFERENTIATION PARAMETERABHÄNGIGER INTEGRALE
DIFFERENTIATION PARAMETERABHÄNGIGER INTEGRALE Zusammenfassung. Ergänzend zur Übung vom 06.06.203 soll hier die Leibnizregel für die Differentiation parameterabhängiger Integrale formuliert und bewiesen
Serie 13. Analysis D-BAUG Dr. Cornelia Busch FS 2016
Analysis D-BAUG Dr. Cornelia Busch FS 2016 Serie 13 1. Prüfungsaufgabe 4, Winter 2014. Bestimmen Sie die Funktion, für die gilt: An jeder Stelle des Definitionsbereichs ist die Steigung des Graphen der
Vektoranalysis Orientierte Flächenintegrale, Satz von Gauß, Satz von Stokes
Vektoranalysis Orientierte Flächenintegrale, Satz von Gauß, Satz von Stokes Themen des Tutoriums am 03.06.2015: Wiederholung: Ein glattes Flächenstück ist eine Menge M R 3, die eine reguläre Parametrisierung
