GenderKompetenzZentrum

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Transkript:

GenderKompetenzZentrum Gender Mainstreaming in der Personalentwicklung: Diskriminierungsfreie Arbeitsbewertung und Eingruppierung im öffentlichen Dienst Geschlechterstereotype in der Arbeitsbewertung und Eingruppierung Dietrich Englert am 29. Mai 2005 www.genderkompetenz.info

Gliederung des Vortrags 1. Einführung 2. Geschlechterstereotype 3. Forschungsergebnisse 4. Gender Mainstreaming konkret

Entgeltunterschiede in Europa EU: Frauen in der EU verdienen im Schnitt 15% weniger als Männer Verringerung um 1Prozentpunkt seit 1999 D: Frauen in Deutschland verdienen 23% weniger Erhöhung um fast 5 Prozentpunkte seit 1999 Gründe: Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben Entgeltsysteme und Stereotype 1 Einführung - Entgeltunterschiede

Entgeltsysteme Mögliche Ursachen für Benachteiligung Bewertungskriterien, die von Personen unterschiedlich erfüllt werden können Kriterien für überwiegend von Frauen ausgeführte Tätigkeiten fehlen Unterschiedliche Kriterien für Frauen und Männer Fehlende Transparenz Diskriminierung durch systematische Unterbewertung von bestimmten Tätigkeiten 1 Einführung - Entgeltsysteme

Geschlechterstereotype Geschlechterstereotype sind kognitive Strukturen, die sozial geteiltes Wissen über charakteristische Merkmale von Frauen und Männer enthalten Eckes Zwei Ebenen und zwei Funktionen Individuelles Wissen/geteiltes Verständnis Deskriptiv: Frauen und Männer sind so! Präskriptiv: Frauen und Männer sollen so sein! 1 Einführung - Stereotype

Anwendung von Stereotypen Zuschreibung von Eigenschaft auf Grund der Geschlechtszugehörigkeit Unterschiede zwischen Frauen und Männern werden gerechtfertigt Teil von Gender belief systems (Annahmen über Geschlechter und ihre Beziehungen) Stereotypisierung erfolgt meist unbewusst Umgang mit inkonsistenten Informationen entscheidend für Veränderung 2 Stereotype - Anwendung

Inhalte von Geschlechterstereotypen Männlichkeit: Kompetenz und Instrumentalität - unabhängig - dominant - zielstrebig Weiblichkeit: Wärme und Expressivität - abhängig - verständnisvoll - emotional Hohe kulturelle Invarianz Zunahme der Variabilität bei Frauen Geringe Veränderungstendenzen bei Männern 2 Stereotype - Inhalte

Funktionen von Geschlechterstereotypen Ökonomie: geringer Aufwand zur Verarbeitung von Informationen Inferenz: Verringerung von Unsicherheit Kommunikation: Verständigung zwischen Personen Identifikation: Stärkung des Selbstkonzepts Evaluation: Hervorhebung der eigenen Gruppe in Abgrenzung zu Anderen 2 Stereotype - Funktionen

Substereotype Verschiedene Untergruppen von Frauen und Männern mit unterschiedlichen Ausprägungen auf den Skalen Kompetenz und Wärme Widersprüche zu Globalstereotypen sind möglich und führen nicht automatisch zu Veränderungen Parternalistisch: Hausfrau, Softie Verachtend: Spießer/in, Prolet Bewundernd: Selbstbewusste, Professor/in Neidvoll: Karrierefrau, Yuppie 2 Stereotype - Substereotype

Traditionell Sexismus Betonung von Geschlechterunterschieden Glaube an die Minderwertigkeit von Frauen Befürwortung traditioneller Geschlechterrollen Modern Diskriminierungen von Frauen werden geleugnet Merkmalszuschreibungen sind nicht durchgängig negativ Diskriminierungs-Zuneigungs-Paradox 2 Stereotype - Sexismus

Auswirkungen von Stereotypen Unmittelbare Diskriminierungen werden zunehmend von mittelbaren abgelöst Unterschiede in einer Gruppe werden unterschätzt - Differenzen zwischen Frauen und Männer werden überschätzt Demotivierung durch sich-selbst-erfüllende Prophezeiungen Tatsächliche Benachteiligung mit Hilfe statistischer Daten aufzeigen 3 Forschungsergebnisse - Auswirkungen

Beispiel: Führung Führungseigenschaften: Entschlussfähigkeit Delegationsfähigkeit Durchsetzungskraft Selbstvertrauen/Risikobereitschaft Weibliche Skills: Teamfähigkeit/Diplomatie (81%) Bescheidenheit (77%) Konsens-/Konfliktfähigkeit (75%) Begeisterungsfähigkeit (73%) Soziale Kompetenz (64%) 3 Forschungsergebnisse - Führung

Schlussfolgerungen Männliche Merkmale haben Einfluss auf die Wahrnehmung des Wertes Tätigkeiten werden positiver bewertet, wenn sie den männlichen Stereotypen entsprechen Effekte besonders stark, wenn Bewusstsein für potentielle Beeinflussung fehlt Stereotypisierung kann nicht per se ausgeschlossen werden Verfahren und Kriterien transparent gestalten - Bewertung kontrollieren 3 Forschungsergebnisse - Folgerungen

Gender Mainstreaming ersetzt Stereotype durch Gender-Kompetenz Normalfall Mann Frauen und Männer Religion/ Weltanschauung Alter Sexuelle Orientierung Gender Ethnische Herkunft Behinderung Einkommen Betreuung 4 GM - Gender-Kompetenz

Ziel: Gleichstellung Abbau von geschlechtsbezogener Benachteiligung (keine Diskriminierung) gleiche Teilhabe (Partizipation) gleiche Chancen auf von Rollenzwängen freie Mitarbeit (echte Wahlfreiheit) 4 GM - Gleichstellungsziele

Diskriminierungsfreie Bewertung und Eingruppierung Rechtliche Grundlagen für Bewertung gleicher und gleichwertiger Arbeit Transparente und reflexive Bewertungssysteme Erfassung der Charakteristika der Tätigkeiten jenseits stereotyper Zuschreibungen Paritätische Kommissionen Entgeltkurve sollte Abstände zwischen unteren und oberen Lohngruppen verringern 7 Benachteiligungsverbot, AGG 4 GM - Bewertung

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