Kapitel 8 Syntaxbefehle

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Kapitel 8 Syntaxbefehle Die meisten Operationen wie das Durchführen einer statistischen Prozedur oder das Definieren neuer Variablen werden bei SPSS durch das Aufrufen von Befehlen ausgeführt. Der übliche Weg zum Aufrufen eines Befehls besteht darin, diesen in einem Menü aus der Menüleiste auszuwählen und ihn anschließend in einem Dialogfeld näher zu spezifizieren. Neben der Menütechnik bietet SPSS jedoch die Möglichkeit, Befehle mit Hilfe einer speziellen Befehlssprache aufzurufen. Hierzu muß der Befehl in der Syntaxsprache formuliert und in dieser Form in eine Syntaxdatei geschrieben werden. Anschließend kann der Befehl in dieser Datei aufgerufen und damit ausgeführt werden. Im Vergleich zu der sehr einfachen Menütechnik ist das Verwenden der Befehlssprache zunächst mit deutlich größerem Aufwand verbunden, da man sich zuerst mit der Syntax des gewünschten Befehls vertraut machen muß. Dafür bietet die Befehlssprache jedoch den Vorteil, daß hiermit für viele Befehle zusätzliche Parameter angegeben werden können, die in den entsprechenden Dialogfeldern nicht zur Verfügung stehen. Ein weiterer Vorteil der Befehlssprache besteht darin, daß Syntaxbefehle anders als Dialogfeldeinstellungen dauerhaft gespeichert werden können. Auf diese Weise läßt sich nicht nur die Arbeit bequem dokumentieren, sondern Sie können zudem jeden gespeicherten Syntaxbefehl zu einem späteren Zeitpunkt in identischer Form erneut ausführen. Aufgrund der zusätzlichen Möglichkeiten, die die Befehlssprache gegenüber der Menütechnik bietet, ist es beim Arbeiten mit SPSS oftmals hilfreich, mit der Handhabung von Syntaxdateien vertraut zu sein. Dies wird dem Anwender von SPSS dadurch sehr leicht gemacht, daß viele Befehle zunächst mit Hilfe der Menütechnik formuliert werden können, um sie anschließend von SPSS in die Syntaxsprache übersetzen zu lassen. Daher genügt es häufig schon, mit den Grundzügen der Syntaxsprache vertraut zu sein, um eine Vielzahl ihrer Vorteile nutzen zu können. Zum Ausführen eines Syntaxbefehls sind lediglich die folgenden Schritte erforderlich: ¾ Öffnen Sie eine neue Syntaxdatei mit dem Befehl DATEI, NEU, SYNTAX (siehe Abschnitt 8.2, Syntaxdateien verwalten, S. 208). International Thomson Publishing

196 Kapitel 8 Syntaxbefehle ¾ Schreiben Sie den gewünschten Befehl in die Syntaxdatei. Die Syntaxdatei ist eine Textdatei und kann mit den in Texteditoren üblichen Methoden bearbeitet werden. Beim Formulieren des Befehls können Sie von SPSS unterschiedliche Formen der Unterstützung und Hilfe erhalten, die den Umgang mit der Syntaxsprache erheblich erleichtern. Siehe hierzu Abschnitt 8.1.4, Hilfen beim Formulieren von Syntaxbefehlen, S. 205. ¾ Führen Sie den Syntaxbefehl mit einem der Befehle aus dem Menü AUS- FÜHREN aus. Siehe hierzu Abschnitt 8.1.5, Ausführen eines Syntaxbefehls, S. 207. 8.1 Syntaxbefehle 8.1.1 Struktur eines Syntaxbefehls Syntaxbefehle weisen bei SPSS folgende Struktur auf: ¾ Befehlsname: Zu Beginn des Befehls steht ein Schlüsselwort. (Der Schlüsselbegriff kann in einigen Fällen auch aus zwei oder drei Wörtern bestehen.) Dieses Schlüsselwort ist der eigentliche Befehlsname. Auch ohne genaue Kenntnis einer Befehlssyntax läßt sich aus den Befehlsnamen häufig die Bedeutung des Befehls ablesen. So lautet beispielsweise ein Befehl, mit dem deskriptive Maßzahlen angefordert werden können, DE- SCRIPTIVES. Der entsprechende Menübefehl bei SPSS lautet DESKRIPTIVE STATISTIKEN. ¾ Notwendige Unterbefehle: Die meisten Befehle erfordern im Anschluß an den Befehlsnamen weitere Angaben in Form von Unterbefehlen. Beispiel: Bei dem Befehl DESCRIPTIVES muß zusätzlich angegeben werden, für welche Variablen deskriptive Maßzahlen berechnet werden sollen. Um deskriptive Maßzahlen für zwei Variablen mit den Namen alter und gewicht anzufordern, lautet der Befehl: DESCRIPTIVES VARIABLES = alter gewicht. ¾ Optionale Unterbefehle: Zusätzlich zu den notwendigen Unterbefehlen können häufig weitere optionale Unterbefehle angegeben werden. Auch diese dienen der Präzisierung des Hauptbefehls. So können Sie mit optionalen Unterbefehlen nicht nur häufig den Umfang und das Format des Output bestimmen, sondern bei einigen Befehlen auch zwischen verschiedenen Berechnungsweisen wählen. Darüber hinaus gibt es je nach Befehl zahlreiche weitere Spezifikationen, die mit Hilfe von Unterbefehlen vorgenommen werden können. Beispiel: Bei dem Befehl DESCRIPTIVES können Sie neben dem notwendigen Unterbefehl VARIABLES verschiedene optionale Unterbefehle angeben. Beispielsweise können Sie mit dem Unterbefehl STATISTICS festlegen, welche de- International Thomson

8.1 Syntaxbefehle 197 skriptiven Maßzahlen berechnet werden sollen. Um den Mittelwert, die Schiefe und die Varianz zu berechnen, lautet der gesamte Befehl: DESCRIPTIVES VARIABLES = alter gewicht /STATISTICS = Mean Variance Skewness. Werden optionale Unterbefehle nicht angegeben, verwendet SPSS entsprechende Voreinstellungen. Im Falle des Befehls DESCRIPTIVES würden der Mittelwert, die Standardabweichung, das Minimum und das Maximum errechnet, wenn der Unterbefehl STATISTICS nicht angegeben wird. 8.1.2 Grammatik eines Syntaxbefehls Bei der Formulierung eines Syntaxbefehls sind verschiedene Grammatikregeln zu berücksichtigen. Diese Regeln geben zum Beispiel an, in welcher Weise eine Liste von Unterbefehlen hintereinander geschrieben werden kann oder in welcher Form Variablennamen in einem Befehl anzugeben sind. Allgemeine Grammatikregeln ¾ Ein Befehl wird am Ende durch einen Punkt abgeschlossen. ¾ Im gesamten Befehlstext wird nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden. Es ist daher irrelevant, ob Sie einen Befehl in der Form DE- SCRIPTIVES, DESCRIPTIVES oder DESCRIPTIVES schreiben. ¾ Zwischen einzelnen Wörtern und Zeichen (wie etwa =, /, +, ( oder ) ) können Sie eine beliebige Anzahl von Leerzeichen einfügen. Zusätzlich können Sie an diesen Stellen (zumindest in den meisten Fällen) einen Zeilenwechsel (häufig jedoch nur einen) einfügen. ¾ Zwischen zwei Wörtern muß mindestens ein Leerzeichen stehen. ¾ Textangaben wie zum Beispiel der Text eines Variablenlabels müssen in Anführungszeichen gesetzt werden und dürfen sich nicht über mehrere Zeilen erstrecken. ¾ Sowohl am Anfang als auch am Ende einer Zeile können Sie beliebig viele Leerzeichen einfügen. Eine Ausnahme bildet jedoch der Befehl END DATA. Dieser muß am Zeilenanfang beginnen und genau ein Leerzeichen zwischen den Wörtern aufweisen. ¾ Befehlsnamen können abgekürzt werden. Es genügt, von einem Befehlsnamen so viele Zeichen anzugeben, bis sich aus der Zeichenfolge eindeutig in bestimmter Befehl ergibt. Dabei müssen jedoch mindestens die ersten drei Zeichen des Befehls angegeben werden. Auch hier bildet der Befehl END DATA eine Ausnahme, denn dieser ist stets auszuschreiben und darf nicht abgekürzt werden. Beispiel: Für den Befehl DESCRIPTIVES genügt es, die drei Zeichen DES anzugeben, da es keinen weiteren Befehl gibt, der mit dieser Zeichenfolge beginnt. International Thomson Publishing

198 Kapitel 8 Syntaxbefehle Für den Befehl DISCLASS müssen dagegen mindestens die ersten fünf Zeichen DISCL geschrieben werden, da er andernfalls mit dem Befehl DISCRIMINANT verwechselt werden kann. Wie weit sich ein Befehl abkürzen läßt, können Sie am einfachsten der Befehlsübersicht aus dem Online-Tutorial von SPSS entnehmen. Um dieses zu öffnen, wählen Sie den Befehl HILFE SYNTAX GUIDE BASE. Grammatikregeln für Unterbefehle ¾ Vor dem Namen eines Unterbefehls wird ein Schrägstrich geschrieben, um den Unterbefehl vom vorhergehenden Befehl abzugrenzen. ¾ Werden zu einem Unterbefehl weitere Angaben vorgenommen, steht zwischen dem Namen des Unterbefehls und den weiteren Angaben ein Gleichheitszeichen. Beispiel: VARIABLES = alter gewicht. ¾ Enthält ein Befehl mehrere Unterbefehle, können diese in den meisten Fällen in beliebiger Reihenfolge angegeben werden. Von dieser Regel gibt es jedoch einige unsystematische Ausnahmen. Wird zum Beispiel bei dem Befehl REPORT der optionale Unterbefehl FORMAT verwendet, muß dieser allen übrigen Unterbefehlen vorausgehen. In ähnlicher Weise gilt auch bei anderen Befehlen, daß einige Unterbefehle den übrigen vorausgehen müssen, ohne daß jedoch insgesamt eine starre Reihenfolge vorgeschrieben ist. Werden diese Anforderungen an die Abfolge der Unterbefehle verletzt, erscheint in der Ausgabedatei eine Warnung mit einem entsprechenden Hinweise, und Sie können die Reihenfolge der Unterbefehle anschließend korrigieren. 101 Grammatikregeln zum Angeben von Variablen Viele Befehle erfordern unter anderem die Angabe von Variablen. So muß bei Befehlen zur Durchführung statistischer Prozeduren mitgeteilt werden, für welche Variablen die Prozedur ausgeführt werden soll. Dabei können wie in den Dialogfeldern häufig mehrere Variablen gleichzeitig angegeben werden. Hierzu stehen folgende Schreibweisen zur Verfügung: ¾ Sie können die einzelnen Variablen hintereinander schreiben und jeweils durch ein Leerzeichen trennen. Beispiel: /VARIABLES = alter gewicht groesse 101 Mit Sicherheit ist stets die Reihenfolge der Unterbefehle zulässig, die in den Syntaxdiagrammen der Online-Hilfe verwendet wird, siehe Abschnitt 8.1.3, Syntaxdiagramme, S. 199. International Thomson

8.1 Syntaxbefehle 199 ¾ Wenn Sie mehrere Variablen angeben möchten, die in der Datendatei direkt nebeneinander stehen, genügt es, die erste und die letzte dieser Variablen zu nennen und mit dem Wort TO zu verbinden. Beispiel: /VARIABLES = alter TO groesse ¾ Um alle in der Datendatei enthaltenen Variablen anzugeben, verwenden Sie das Schlüsselwort ALL. Beispiel: /VARIABLES = ALL Grammatikregeln für das Angeben von Text- und Zahlenwerten ¾ Textwerte wie die Namen von Labels werden zwischen Anführungszeichen, Hochkommata oder Apostrophe geschrieben. Dies gilt auch für Textwerte, die als Zahlen interpretiert werden können. (Ein solcher Wert liegt zum Beispiel vor, wenn eine Textvariable in einem Feld den Wert 17 aufweist.) Beispiel: Möchten Sie für die Variable alter das Label Alter der Person definieren, können Sie dies in einer der folgenden Formen schreiben: VARIABLE LABELS alter "Alter der Person" VARIABLE LABELS alter 'Alter der Person' VARIABLE LABELS alter Alter der Person Dabei können die Apostrophe und ` beliebig ausgetauscht werden. ¾ Zahlenwerte werden nicht in Anführungszeichen geschrieben. (Beachten Sie aber, daß Zahlen als Daten einer Textvariablen Textwerte darstellen.) Eine Zahl darf beliebig viele vorausgehende Nullen aufweisen. Als Dezimaltrennzeichen ist stets ein Punkt zu verwenden. Auch die Exponentialschreibweise ist zulässig. Die Zahl 80 kann in einer der folgenden Formen angegeben werden: 80 00080 80.000 8E1 ¾ Liste von Text- oder Zahlenwerten: Wenn Sie in einem Befehl mehrere Text- oder Zahlenwerte direkt hintereinander angeben, sind die einzelnen Werte durch Kommata zu trennen: 3, 4, 5.2, 7 bzw. weiß nicht, keine Antwort, nicht zutreffend. 8.1.3 Syntaxdiagramme Ein Syntaxdiagramm zeigt die Struktur eines speziellen Befehls auf. An dieser Struktur lassen sich sämtliche notwendigen sowie optionalen Unterbefehle sowie alle zulässigen weiteren Angaben zu den einzelnen Unterbefehlen ablesen. In der Online-Hilfe von SPSS könne Sie zu jedem verfügbaren Befehl das Syntaxdiagramm aufrufen (siehe Syntaxdiagramm zu einem Befehl anfordern, S. 205). Bei der Darstellung der Syntaxdiagramme werden verschiedene Symbole sowie spezi- International Thomson Publishing

200 Kapitel 8 Syntaxbefehle elle Schreibweisen verwendet, um die verschiedenen Komponenten eines Befehls (notwendige Unterbefehle, optionale Unterbefehle, ergänzende Angaben etc.) voneinander zu unterschieden. Diese Symbole und Schreibweisen werden im folgenden Unterabschnitt Interpretation eines Syntaxdiagramms erläutert. Im nachfolgenden Unterabschnitt Beispiel: Umsetzung eines Syntaxdiagramms in einen Befehl, S. 202 wird ein Syntaxbefehl für einen konkreten Anwendungsfall formuliert und sowohl dem Syntaxdiagramm als auch den Dialogfeldern des entsprechenden Menübefehls gegenübergestellt. varlist (value list) {varlist} {ALL } [ [ /]... ] GROSS- BUCH- STABEN Interpretation eines Syntaxdiagramms Beispiel Es gibt einen Befehl, mit dem für eine, mehrere oder sämtliche Variablen aus der Datendatei fehlende Werte definiert werden können. Das Syntaxdiagramm dieses Befehls lautet: MISSING VALUES {varlist}(value list) [[/]{varlist}...] {ALL } {ALL } Diesem Syntaxdiagramm ist zu entnehmen: ¾ Neben dem Befehlsnamen MISSING VALUES sind die Variablen anzugeben, für die fehlende Werte definiert werden sollen. Hinter der Variablenliste muß in Klammern eine Liste der Werte geschrieben werden, die als fehlende Werte zu definieren sind. (Diese Liste kann auch aus einem einzigen Wert bestehen.) ¾ Als Variablenliste kann ein einzelner Variablenname, eine Liste mehrerer Variablennamen oder das Schlüsselwort ALL (hiermit werden all in der Datendatei enthaltenen Variablen angesprochen) angegeben werden. ¾ Durch den Befehlsnamen und die Angabe einer Variablenliste mit der zugehörigen Werteliste sind alle notwendigen Angaben vorgenommen. Optional können jedoch weitere Variablenlisten mit jeweils einer Werteliste angegeben werden. Jede weitere Variablenliste kann von der vorhergehenden durch einen Schrägstrich getrennt werden. Beispiel: Um für die Variablen alter unter gewicht den Wert 0, für die Variable groesse die Werte -1 und -2 und für die Textvariable wohnort die Werte keiner und k.a. als fehlende Werte zu definieren, kann der Befehl folgendermaßen formuliert werden: MISSING VALUES alter gewicht (0) groesse (-1, -2) wohnort ("keiner", "k.a."). Bedeutung der Symbole und Schreibweisen in Syntaxdiagrammen ¾ In Großbuchstaben geschriebene Wörter stellen Schlüsselwörter wie zum Beispiel Befehlsnamen dar. ¾ Ausdrücke in normaler Schrift stehen als Platzhalter für Angaben, die in Abhängigkeit vom konkreten Anwendungsfall von dem Benutzer vorzunehmen sind. Enthält ein Syntaxdiagramm zum Beispiel den Ausdruck varname, International Thomson

8.1 Syntaxbefehle 201 normale Schrift [... ] {... } {... } ** varname varlist... [ [...] {...}...] { } können Sie bei der Ausformulierung eines entsprechenden Befehls anstelle dieses Ausdrucks eine Variable angeben. ¾ Angaben, die in eckigen Klammern stehen, sind optional. Soweit es sich dabei um Angaben über spezielle Berechnungsweisen, Formatierungen oder ähnliche Optionen handelt, werden diese häufig durch Voreinstellungen ersetzt, wenn die Angaben im Befehl ausgelassen werden. ¾ Angaben, die untereinander stehen und jeweils von geschweiften Klammern eingefaßt werden, sind alternativ. Der Ausdruck SORT = {MEAN} {STDDEV} gibt an, daß eine Sortierung wahlweise nach dem Mittelwert oder nach der Standardabweichung erfolgen kann. Bei der Ausformulierung des Befehls ist daher einer der beiden Ausdrücke MEAN oder STDDEV anzugeben. ¾ Einige optionale Angaben in einem Syntaxdiagramm sind durch zwei Sternchen gekennzeichnet. Diese Angaben entsprechen der Voreinstellung, die verwendet wird, wenn in dem Befehl nicht explizit abweichende Angaben vorgenommen werden. Beachten Sie aber, daß nicht bei allen optionalen Angaben die Voreinstellungen auf diese Weise gekennzeichnet sind. ¾ Der Ausdruck varname steht als Platzhalter für den Namen einer Variablen, der Ausdruck varlist als Platzhalter für eine Liste von Variablennamen. Dabei kann eine Variablenliste auch aus einem einzigen Variablennamen bestehen. An der Stelle des Platzhalters varname ist somit genau ein Variablenname anzugeben, an der Stelle des Platzhalters varlist können wahlweise eine Variable oder mehrere Variablen angegeben werden. ¾ Häufig werden in einem Syntaxdiagramm drei Punkte als Fortsetzungszeichen verwendet. Die Bedeutung dieser Punkte hängt vom jeweiligen Kontext ab und kann allgemein nur so interpretiert werden, daß die betreffende Komponente des Befehls in analoger Weise mehrfach wiederholt werden kann. Beispiel: Im folgenden Ausdruck besagen die drei Punkte, daß in Analogie zur ersten Angabe einer Variablenliste auch auf die zweite Variablenliste eine Werteliste folgen muß. Zusätzlich bedeutet das Auslassungszeichen, daß nicht nur zwei, sondern beliebig viele Variablenlisten mit jeweils nachfolgender Werteliste angegeben werden können. MISSING VALUES {varlist}(value list) [[/]{varlist}...] ¾ Beachten Sie, daß jeder Befehl mit einem Punkt abzuschließen ist, auch wenn dieser Punkt in Syntaxdiagrammen nicht mit angegeben wird. ¾ In Syntaxdiagrammen wird häufig eine Verkettung mehrerer Symbole verwendet. Dabei gelten die in der Mathematik üblichen Regeln für den Umgang mit Klammerausdrücken, so daß komplexe Verkettungen von innen nach außen gelesen werden können. International Thomson Publishing

202 Kapitel 8 Syntaxbefehle Beispiel: Der folgende Ausdruck besagt, daß alle in dem Ausdruck dargestellten Angaben optional sind, da sie insgesamt von eckigen Klammern eingefaßt werden. Werden die optionalen Angaben in einen Befehl aufgenommen, steht es dem Anwender wiederum frei, diese von der vorhergehenden Komponente des Befehls durch einen Schrägstrich zu trennen. Im Rahmen der optionalen Angaben müssen entweder eine Variablenliste oder das Schlüsselwort ALL und in jedem Fall eine Werteliste mitgeteilt werden. [[/]{varlist} (value list)] {ALL } Beispiel: Umsetzung eines Syntaxdiagramms in einen Befehl Wenn Sie bei SPSS einen Befehl mit Hilfe der Menütechnik ausführen, wird in den meisten Fällen zunächst ein Dialogfeld eingeblendet, in dem Sie nähere Angaben für den Befehl vornehmen können. So können Sie in den Dialogfeldern von Befehlen, die das Durchführen statistischer Prozeduren veranlassen, nicht nur die Variablen für die statistische Prozedur bestimmen, sondern häufig darüber hinaus zwischen zahlreichen Optionen wie speziellen Berechnungsmethoden oder einer Reihe statistischer Maßzahlen wählen. In vielen Fällen werden Sie jedoch nicht von sämtlichen in einem Dialogfeld angebotenen Optionen Gebrauch machen. Vielmehr werden Sie alle Optionen unberücksichtigt lassen, die für die vorliegende Fragestellung ohne Bedeutung sind oder bei denen die Voreinstellung bereits Ihren Wünschen entspricht. Analog hierzu kann man sich auch bei der Formulierung von Syntaxbefehlen auf die für eine konkrete Fragestellung relevanten Optionen eines Befehls beschränken, so daß ein ausformulierter Befehl häufig wesentlich einfacher aussieht, als die oftmals sehr umfangreichen und komplexen Syntaxdiagramme. Mit dem Menübefehl STATISTIK, ZUSAMMENFASSEN, DESKRIPTIVE STATISTIKEN können Sie für eine oder mehrere Variablen statistische Maßzahlen wie den Mittelwert oder die Varianz berechnen. Wenn Sie den Befehl aufrufen, wird unmittelbar des linke Dialogfeld aus Abbildung 8.1 geöffnet. In diesem Dialogfeld ist anzugeben, für welche Variablen die deskriptiven Maßzahlen zu berechnen sind. Dabei ist mindestens eine Variable auszuwählen. Zusätzlich kann festgelegt werden, ob standardisierte Werte in einer Variablen der Datendatei gespeichert werden sollen. 102 Als Voreinstellung ist diese Option nicht angekreuzt. Mit der Schaltfläche Optionen läßt sich das auf der rechten Seite in Abbildung 8.1 dargestellte Dialogfeld öffnen, in dem sich weitere Einstellungen vornehmen lassen. 102 Die Kenntnis der genauen Bedeutung der einzelnen Optionen ist für dieses Beispiel nicht erforderlich. International Thomson

8.1 Syntaxbefehle 203 Abbildung 8.1: Dialogfelder zum Ausführen des Befehls STATISTIK, ZUSAMMENFASSEN, DESKRIPTIVE STATISTIKEN Der diesem Menübefehl entsprechende Syntaxbefehl lautet DESCRIPTIVES. Das folgende Syntaxdiagramm stellt die Struktur und sämtliche Optionen dieses Befehls dar. DESCRIPTIVES [VARIABLES=] varname[(zname)] [varname...] [/MISSING={VARIABLE**} [INCLUDE]] {LISTWISE } [/SAVE] [/STATISTICS=[DEFAULT**][MEAN**][MIN**][SKEWNESS]] [STDDEV** ][SEMEAN][MAX**][KURTOSIS] [VARIANCE ][SUM ][RANGE][ALL] [/SORT=[ {MEAN }] [{(A)}]] {SMEAN } {(D)} {STDDEV } {VARIANCE} {KURTOSIS} {SKEWNESS} {RANGE } {MIN } {MAX } {SUM } {NAME } Befehlsname; Variablen zusätzliche Optionen Standard. Werte speichern Auswahl der zu berechnenden Maßzahlen Sortierreihenfolge mit weiteren Optionen, die im Dialogfeld nicht angeboten werden Die Befehlssyntax zeigt, daß neben dem Befehlsnamen lediglich eine Variable angegeben werden muß, während alle weiteren Angaben optional sind. Dies geht daraus hervor, daß mit Ausnahme des Ausdrucks varname, der als Platzhalter für den Namen einer Variablen steht, alle zusätzlichen Angaben von eckigen Klammern eingeschlossen werden. Sollen deskriptive Maßzahlen für eine Variable mit dem Namen alter berechnet werden, würde es somit genügen, den Befehl DESCRIPTIVES alter. auszuführen. Dabei würden alle optionalen Angaben durch die jeweiligen Voreinstellungen ersetzt werden. International Thomson Publishing

204 Kapitel 8 Syntaxbefehle Zu den meisten im Syntaxdiagramm aufgeführten Unterbefehlen gibt es ein Pendant in einem der beiden Dialogfelder aus Abbildung 8.1. Beispielsweise werden mit dem Unterbefehl STATISTICS die zu berechnenden Maßzahlen angegeben. In den Dialogfeldern geschieht dies mit den Optionen Summe und Mittelwert sowie mit den Optionen in den Gruppen Streuung und Verteilung. Dabei bietet der Syntaxbefehl die gleichen Möglichkeiten, die auch in den Dialogfeldern zur Verfügung stehen. Anders sieht dies dagegen bei dem Unterbefehl SORT aus. Auch dieser findet in der Gruppe Anzeigereihenfolge eine Entsprechung in den Dialogfeldern, allerdings stehen dort wesentlich weniger Alternativen als beim Syntaxbefehl zur Auswahl. Der Unterbefehl MISSING, der den Umgang mit fehlenden Werten in den betrachteten Variablen regelt, ist ausschließlich im Syntaxbefehl verfügbar. Die entsprechenden Optionen für fehlende Werte werden in den Dialogfeldern nicht angeboten, so daß beim Benutzen des Menübefehls eine von SPSS festgelegte Voreinstellung zur Anwendung kommt. In den beiden Dialogfeldern aus Abbildung 8.1 wurden folgende Einstellungen vorgenommen: ¾ Die statistischen Maßzahlen sollen für die Variablen alter und gewicht berechnet werden. ¾ Die standardisierten Werte sind in einer Variablen zu speichern. ¾ Als zu berechnende Maßzahlen wurden Mittelwert, Summe, Standardabweichung, Varianz und Standardfehler des Mittelwertes ausgewählt. ¾ Die Ergebnisse sollen in alphabetischer Reihenfolge der Variablen wiedergegeben werden. Der diesen Einstellungen entsprechende Syntaxbefehl lautet: DESCRIPTIVES VARIABLES = alter gewicht /SAVE /STATISTICS = MEAN SUM STDDEV VARIANCE SEMEAN /SORT = NAME (A). Der optionale Unterbefehl MISSING kann hier unberücksichtigt bleiben, da bei Verwendung der Dialogfelder zwangsläufig die Voreinstellung realisiert wird. Die ausführliche Schreibweise des Befehls erleichtert die Interpretation, ist aber aus technischer Sicht nicht erforderlich. So muß der Name des Unterbefehls VARIA- BLES nicht explizit genannt werden (dies geht aus dem Syntaxdiagramm hervor, in dem der Befehlsname zwischen eckigen Klammern steht), und die übrigen Schlüsselwörter lassen sich jeweils auf die ersten drei Buchstaben reduzieren. Weiterhin ist es nicht erforderlich, für jeden Unterbefehl eine neue Zeile zu beginnen, so daß der gleiche Befehl auch in folgender Form geschrieben werden kann: DES alter gewicht /SAV /STA=MEA SUM STD VAR SEM /SOR=NAM(A). International Thomson

8.1 Syntaxbefehle 205 8.1.4 Hilfen beim Formulieren von Syntaxbefehlen Beim Formulieren von Syntaxbefehlen bietet SPSS eine Reihe von Hilfestellungen an, durch die nicht nur die laufende Arbeit, sondern auch das Erlernen der Befehlssprache erheblich erleichtert wird. Dialogfelder ausfüllen und in Syntaxbefehl übersetzen lassen Für Befehle, die wahlweise mit Hilfe der Menütechnik oder durch einen Syntaxbefehl ausgeführt werden können, besteht die Möglichkeit, zunächst in den Dialogfeldern die gewünschten Einstellungen vorzunehmen und diese anschließend in den entsprechenden Syntaxbefehl übersetzen zu lassen. Hierzu müssen Sie lediglich nach dem Ausfüllen der Dialogfelder anstatt der Schaltfläche OK die Schaltfläche Einfügen wählen. Daraufhin wird das Dialogfeld geschlossen und die entsprechende Befehlssyntax in die Syntaxdatei eingefügt. Dabei wird der Befehl stets an das Ende des bisherigen Dateiinhalts angehängt. Sind mehrere Syntaxdateien geöffnet, wird der Befehl in das Hauptfenster 103 (und damit nicht automatisch in das aktive Fenster) eingefügt. Falls keine Syntaxdatei geöffnet ist, wird von SPSS automatisch eine neue Datei erstellt. Syntaxdiagramm zu einem Befehl anfordern Wenn die Syntaxdatei bereits einen Befehl enthält, können Sie sich das Syntaxdiagramm für diesen Befehl anzeigen lassen. Hierzu genügt es, wenn der Befehlsname oder auch nur eine eindeutige Abkürzung des Namens in der Syntaxdatei steht. Um das auf S. 203 dargestellte Syntaxdiagramm für den Befehl DESCRIPTIVES anzufordern, muß die Syntaxdatei somit zumindest die Zeichenfolge des enthalten. Um das Syntaxdiagramm einzublenden, positionieren Sie den Cursor an einer beliebigen Stelle des Befehlstextes, und klicken Sie anschließend auf die am Seitenrand abgebildete Schaltfläche. Daraufhin wird das Syntaxdiagramm in einem eigenen Fenster als Online-Hilfe eingeblendet. Liste aller Befehle mit Syntaxdiagrammen anfordern Mit dem Befehl HILFE SYNTAX GUIDE BASE öffnen Sie eine Liste aller im SPSS Base System verfügbaren Syntaxbefehle mit den zugehörigen Syntaxdiagrammen und einer kurzen Einführung in die Befehlssprache. Wählen Sie entsprechend einen der anderen Unterbefehle, um die Befehlsliste für eines der Zusatzmodule von SPSS zu öffnen. 103 Das Hauptfenster ist nicht automatisch das aktive Fenster. Siehe hierzu Abschnitt Hauptfenster bestimmen, S. 208. International Thomson Publishing

206 Kapitel 8 Syntaxbefehle Die Befehlsliste ist im PDF-Format gespeichert und wird mit dem Acrobat Reader geöffnet. Dieser ist Bestandteil des Lieferumfangs von SPSS. Wenn der Acrobat Reader auf Ihrem PC nicht installiert ist, können Sie ihn über das Installationsprogramm von SPSS nachträglich installieren. 104 Das Dokument mit der Befehlsliste selbst wird als Voreinstellung bei der Installation von SPSS nicht auf die Festplatte übertragen. Wenn Sie diese Voreinstellung beibehalten haben, muß sich die Installations-CD von SPSS im Laufwerk befinden, damit die Befehlsliste geöffnet werden kann. Variablennamen aus einer Liste auswählen und einfügen Mit dem Befehl EXTRAS VARIABLEN... öffnen Sie ein Dialogfeld mit einer Liste aller in der aktuell geöffneten Datendatei enthaltenen Variablen. Wenn Sie eine Variable in der Liste anklicken, wird in dem Dialogfeld eine Kurzbeschreibung für die Variable angezeigt. 105 Dieses Dialogfeld können Sie verwenden, um den Namen einer oder mehrerer Variablen in die Syntaxdatei einzufügen. Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor: ¾ Falls mehrere Syntax-Fenster geöffnet sind, stellen Sie sicher, daß das Fenster, in welches die Variablennamen eingefügt werden sollen, das Hauptfenster darstellt, und positionieren Sie den Cursor in der Syntaxdatei an der Stelle, an der die Variablennamen einzufügen sind. ¾ Markieren Sie in der Variablenliste des Dialogfeldfeldes die Variablen, deren Namen in die Syntaxdatei eingefügt werden sollen. Sie können sowohl eine einzige als auch mehrere Variablen gleichzeitig markieren. ¾ Wählen Sie in dem Dialogfeld die Schaltfläche Einfügen. Daraufhin werden die Namen der markierten Variablen an die markierte Stelle in der Syntaxdatei eingefügt. Das Dialogfeld bleibt anschließend weiterhin geöffnet, Sie können jedoch auch bei geöffnetem Dialogfeld alle üblichen Operationen in SPSS vornehmen. Insbesondere können Sie den Cursor an einer anderen Stelle in der Syntaxdatei positionieren, um dort weitere Variablennamen einzufügen. Befehle aus der Ausgabedatei in eine Syntaxdatei kopieren Sie können in den Optionen von SPSS veranlassen, daß beim Ausführen einer statistischen Prozedur in die Ausgabedatei vor die eigentlichen Prozedurergebnisse stets der entsprechende Befehl in Syntax-Form eingefügt wird. 106 Diesen Syntaxbefehl können Sie anschließend aus der Ausgabedatei in eine Syntaxdatei ko- 104 Siehe hierzu auch Kapitel 2, SPSS installieren. 105 Zu diesem Dialogfeld siehe ausführlicher Abschnitt 5.6.1, Variableninformationen, S. 97. 106 Siehe hierzu Abschnitt 6.6, Grundeinstellungen für den Viewer, S. 135 bzw. Abschnitt 6.7.6, Grundeinstellungen für den Text-Viewer, S. 143. International Thomson

8.1 Syntaxbefehle 207 pieren, um ihn dort zu bearbeiten, zu speichern oder erneut auszuführen. Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor: ¾ Bei einer Ausgabedatei im Format des Standard-Viewer markieren Sie das Objekt, das den entsprechenden Syntaxbefehl enthält. In einer Datei im Format des Text-Viewer markieren Sie den gesamten Befehlstext. ¾ Wählen Sie den Menübefehl BEARBEITEN, KOPIEREN. ¾ Wechseln Sie zu der Syntaxdatei, in die der Befehl eingefügt werden soll, und positionieren Sie den Cursor an der gewünschten Stelle. Beachten Sie, daß der Befehl - anders als beim Einfügen von Befehlen aus Dialogfeldern - exakt an der Stelle eingefügt wird, an der sich der Cursor befindet. Falls vor dem Einfügen ein Textbereich markiert ist, wird dieser beim Einfügen des Befehlstextes überschrieben. ¾ Wählen Sie den Befehl BEARBEITEN, EINFÜGEN. 8.1.5 Ausführen eines Syntaxbefehls Ausführen eines einzelnen Befehls Um einen Befehl aus der Syntaxdatei auszuführen, gehen Sie folgendermaßen vor: ¾ Positionieren Sie den Cursor an einer beliebigen Stelle innerhalb des Befehlstextes. ¾ Wählen Sie den Befehl AUSFÜHREN AKTUELLEN BEFEHL. 6 + T Ausführen mehrerer aufeinanderfolgender Befehle Sollen mehrere Befehle ausgeführt werden, die in der Syntaxdatei unmittelbar hintereinander stehen, markieren Sie den gesamten Bereich, so daß von jedem auszuführenden Befehl mindestens ein Zeichen des Befehlstextes markiert ist, und wählen Sie anschließend den Befehl AUSFÜHREN AUSWAHL. Alle Befehle bis zum Ende des Syntaxdatei ausführen Wenn Sie den Cursor an einer beliebigen Stelle innerhalb eines Syntaxbefehls positionieren und anschließend den Befehl AUSFÜHREN BIS ENDE wählen, werden der markierte Befehl sowie alle folgenden Befehle bis zum Ende der Syntaxdatei ausgeführt. International Thomson Publishing

208 Kapitel 8 Syntaxbefehle Alle Befehle aus der Syntaxdatei ausführen Um alle in der Syntaxdatei enthaltenen Befehle auszuführen, wählen Sie AUSFÜHREN ALLES. Dabei ist es irrelevant, an welcher Position sich der Cursor befindet. 8.2 Syntaxdateien verwalten Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die Möglichkeiten zum Öffnen, Erstellen, Speichern und Schließen von Syntaxdateien und skizziert die geeigneten Vorgehensweisen. Eine ausführlichere Darstellung des Umgangs mit den entsprechenden Dialogfeldern findet sich in Kapitel 4, Datendateien. Hauptfenster bestimmen Während einer SPSS-Sitzung können beliebig viele Syntaxdateien gleichzeitig geöffnet sein. Falls jedoch mehrere Syntaxdateien geöffnet sind, muß wie bei der Arbeit mit mehreren Ausgabedateien eine von ihnen als Hauptfenster deklariert werden. Für die meisten Operationen mit Syntaxdateien wie insbesondere das Schreiben und Ausführen der Befehle ist es jedoch unerheblich, welche der Dateien das Hauptfenster bildet. Lediglich bei zwei Operationen hat das Hauptfenster eine Bedeutung: ¾ Lassen Sie die in einem Dialogfeld vorgenommenen Einstellungen mit der Schaltfläche Einfügen in Befehlssyntax übersetzen, wird der entsprechende Befehl stets in das Hauptfenster geschrieben. ¾ Wenn Sie mit Hilfe der Variablenliste aus dem Dialogfeld Variablen einen Variablennamen in die Syntaxdatei einfügen, wird auch dieser in das Hauptfenster geschrieben. Als Voreinstellung bildet stets die zuletzt geöffnete Syntaxdatei das Hauptfenster. Um eine andere Syntaxdatei als Hauptfenster zu deklarieren, aktivieren Sie das Fenster der entsprechenden Datei, und wählen Sie den Menübefehl EXTRAS HAUPTFENSTER. Erstellen einer neuen Syntaxdatei Eine neue (leere) Syntaxdatei kann auf zwei Arten erstellt werden: ¾ Während einer laufenden SPSS-Sitzung: Um während einer laufenden SPSS-Sitzung eine neue Syntaxdatei zu erstellen, wählen Sie den Befehl DATEI NEU SYNTAX. International Thomson

8.2 Syntaxdateien verwalten 209 ¾ Automatisch beim Programmstart von SPSS: Als Voreinstellung wird beim Programmstart von SPSS keine Syntaxdatei geöffnet. Um diese Voreinstellung zu ändern, wählen Sie den Menübefehl BEARBEITEN, OPTIONEN, schlagen Sie in dem Dialogfeld Optionen das Register Allgemein auf, und wählen Sie in der Gruppe Syntax-Fenster beim Starten öffnen die Option Ja. Öffnen einer bestehenden Syntaxdatei Zum Öffnen einer bestehenden Syntaxdatei wählen Sie zwischen den folgenden Alternativen: ¾ Während einer laufenden SPSS-Sitzung: Wählen Sie den Menübefehl DATEI ÖFFNEN... 6 + Q Wählen Sie in dem damit geöffneten Dialogfeld die gewünschte Datei aus, und bestätigen Sie die Auswahl mit der Schaltfläche OK. Syntaxdateien haben die Namenserweiterung.sps und werden in der Dropdown-Liste Dateityp durch den Eintrag Syntax (*.sps) repräsentiert. ¾ Automatisch beim Programmstart von SPSS: Wenn Sie bei der Arbeit mit SPSS regelmäßig dieselbe Syntaxdatei benötigen, können Sie diese wie jede andere SPSS-Datei automatisch beim Programmstart öffnen lassen. Die Vorgehensweise hierzu entspricht dem automatischen Öffnen einer Datendatei, siehe Abschnitt 4.2.2, Datendatei beim Programmstart von SPSS öffnen, S. 31. Speichern einer Syntaxdatei Beim Speichern einer Syntaxdatei sind drei Fälle zu unterscheiden: ¾ Eine neue Syntaxdatei soll erstmalig gespeichert werden: Wählen Sie einen der Menübefehle oder DATEI SPEICHERN DATEI SPEICHERN UNTER... 6 + U Mit beiden Befehlen öffnen Sie das Dialogfeld Speichern unter. Wählen Sie dort das Zielverzeichnis aus, und geben Sie einen Namen für die Syntaxdatei an. ¾ Änderungen an einer bestehenden Datei speichern: Haben Sie an einer bestehenden Syntaxdatei Änderungen vorgenommen, und möchten Sie diese speichern, ohne die Datei in der zuletzt gespeicherten Version zu erhalten, wählen Sie den Befehl DATEI SPEICHERN. 6 + U International Thomson Publishing

210 Kapitel 8 Syntaxbefehle Damit wird die Datei in der aktuellen Version ohne weitere Abfragen unter ihrem bisherigen Namen gespeichert. Die zuvor gespeicherte Version der Datei wird dabei überschrieben. ¾ Bestehende Datei unter neuem Namen speichern: Wenn Sie eine bestehende Syntaxdatei unter einem neuen Namen speichern, bleibt die zuletzt gespeicherte Version der Datei unter dem bisherigen Namen erhalten, während zusätzlich die Datei in ihrer aktuellen Form unter dem neuen Namen gespeichert wird. Dabei bleibt nur die unter dem neuen Namen gespeicherte aktuelle Version geöffnet. Wählen Sie hierzu den Befehl DATEI SPEICHERN UNTER... Geben Sie in das durch diesen Befehl geöffnete Dialogfeld das Zielverzeichnis sowie den neuen Namen für die Syntaxdatei an. Syntaxdatei schließen Um eine Syntaxdatei zu schließen, wählen Sie den Befehl DATEI SCHLIESSEN. Wurden an der Datei seit dem letzen Speichern Änderungen vorgenommen, werden Sie vor dem Schließen der Datei gefragt, ob diese Änderungen gespeichert werden sollen. Sind beim Beenden des Programms SPSS weiterhin Syntaxdateien geöffnet, werden diese ebenso wie alle übrigen SPSS-Dateien automatisch geschlossen. Auch hierbei werden Sie ggf. zuvor gefragt, ob Änderungen an der Syntaxdatei gespeichert werden sollen. International Thomson