EnterpriseOne 8.9 Bestandsverwaltung

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1 EnterpriseOne 8.9 Bestandsverwaltung September 2003

2 PeopleSoft EnterpriseOne 8.9 Bestandsverwaltung SKU SCM89GIM0309 Copyright 2003 PeopleSoft, Inc. Alle Rechte vorbehalten Alle Informationen in diesem Handbuch sind vertraulich, stehen im Eigentum von PeopleSoft, Inc. ("PeopleSoft") und unterliegen nationalen und internationalen Gesetzen zum Schutz geistigen Eigentums (z.b. Urheberrechte, Patentrechte, Copyrights etc.). Weiterhin finden die Vorschriften der Vertraulichkeitsvereinbarung zwischen PeopleSoft und den Kunden von PeopleSoft Anwendung auf den Inhalt dieses Handbuchs. Das Kopieren, auch nur einzelner Teile, dieses Handbuchs ist ohne die vorherige schriftliche Genehmigung durch PeopleSoft nicht gestattet und kann sowohl zivilrechtliche als auch strafrechtliche Maßnahmen nach sich ziehen. Selbiges gilt für das Aufbewahren der Informationen aus diesem Handbuch in Abrufsystemen oder das Verteilen dessen Inhalts mittels elektronischer, graphischer, mechanischer oder sonstiger Verfahren. Jede Weiterverbreitung der Informationen dieses Handbuchs ist ohne die vorherige schriftliche Genehmigung durch PeopleSoft untersagt. PeopleSoft übernimmt keinerlei Gewährleistung dafür, dass in diesem Handbuch keine Fehler enthalten sind. Im Handbuch enthaltene Fehler sollten PeopleSoft schriftlich mitgeteilt werden. Die zu diesem Handbuch gehörende Software ist durch nationale, europäische, US-amerikanische und internationale Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums geschützt und darf nur gemäß einer mit PeopleSoft abgeschlossenen Lizenzvereinbarung verwendet werden. Die Lizenzvereinbarung enthält die Nutzungsbedingungen für die Software eine Vertraulichkeitsvereinbarung und umfasst mit ihren Bestimmungen auch das Handbuch sowie dessen Nutzung. PeopleSoft, PeopleTools, PS/nVision, PeopleCode, PeopleBooks, PeopleTalk und Vantive sind nach nationalen, europäischen und internationalen Gesetzen und Vereinbarungen zum Schutz geistigen Eigentums und des Wettbewerbs geschützte Marken. Pure, Internet Architecture, Intelligent Context Manager und The Real-Time Enterprise sind Markenzeichen von PeopleSoft, Inc. Bei sonstigen Firmenund Produktnamen handelt es sich ggf. um Markenzeichen des jeweiligen Eigentümers. Die in diesem Handbuch enthaltenen Angaben können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Open-Source-Vertraulichkeitsvereinbarung Zu diesem Produkt gehören Softwareanwendungen von The Apache Software Foundation (http.//www.apache.org/). Copyright The Apache Software Foundation. Alle Rechte vorbehalten. Diese Software wird ohne Mängelgewähr geliefert und ausdrückliche oder implizierte Gewährleistungen inklusive, aber nicht beschränkt auf implizierte Mängelgewährleistungen und Eignung für einen bestimmten Zweck sind ausgeschlossen. In keinem Fall sind 'The Apache Software Foundation' oder deren Mitarbeiter für direkte, indirekte, beiläufig entstandene, spezielle und exemplarische Schäden oder Folgeschäden (inklusive, aber nicht beschränkt auf Ersatzanschaffungen in Form von Gütern oder Dienstleistungen, Anwendungs-, Daten- oder Gewinnverluste sowie Betriebsausfälle) haftbar, die aufgrund der Anwendung dieser Software entstehen und über deren mögliches Auftreten vor der Anwendung der Software informiert wurde. Theoretische vertragsbedingte Haftungsverpflichtungen oder Schadensersatzrechte (inklusive Fahrlässigkeit oder anderes) finden keinerlei Anwendung. PeopleSoft übernimmt keine Verantwortung für die Anwendung oder Verteilung lizenzfreier Software oder Open-Source-Software sowie zugehöriger Handbücher und weist jegliche Haftungsverpflichtung für Schäden zurück, die aufgrund der Anwendung dieser Software oder zugehöriger Handbücher entstehen.

3 Inhaltsverzeichnis Überblick 1 Wirtschaftlicher Kontext und Konzepte für die Bestandsverwaltung... 1 Idea to Action: Der Wettbewerbsvorteil... 5 Bestandsverwaltung - Überblick...8 Systemintegration in die Vertriebs- und Logistiksysteme... 9 Systemintegration in die Fertigungssysteme Elektronischer Datenaustausch (EDI) Bestandsverwaltung - Funktionen Tabellen und Beschreibungen System-Setup 23 Konstanten einrichten...24 Niederlassungs-/Werkskonstanten festlegen ABC-Analysecodes einrichten Standardvorgaben für alle Niederlassungen/Werke (ALL) prüfen Artikelverfügbarkeit festlegen Systemkonstanten festlegen Batch-Steuerungskonstanten festlegen Stellplatzformate festlegen Stellplatzsegmente festlegen Lagerstellplätze einrichten...47 Einzelne Stellplätze eingeben Mehrere Stellplätze eingeben Automatische Buchungsanweisungen in den Vertriebssystemen einrichten...54 ABAs für das System 'Bestandsverwaltung' Mitteilungen einrichten...59 Druckinformationen für Mitteilungen und Artikelanmerkungen festlegen Standardvorgaben für Standortinformationen einrichten...63 Standardmaßeinheiten einrichten...66 Artikelquerverweise einrichten...67 Artikelquerverweise für Werbeartikel einrichten Preisquerverweise für zugehörige Artikel einrichten Dokumentartinformationen einrichten...74 Artikel eingeben 82 Artikelstamminformationen eingeben...83 Grundlegende Artikelinformationen eingeben Arbeiten mit Segmentartikeln Artikeltexte eingeben Artikelzuständigkeit zuordnen Artikelklassifizierungscodes eingeben Artikelmaßeinheiten eingeben Artikelsekundärmaßeinheiten festlegen

4 Suchsequenzen unter Verwendung von Preismaßeinheiten einrichten Artikelfertigungsinformationen eingeben Artikelgüte und -wirkstoffgehalt eingeben Niederlassungs-/Werksinformationen eingeben Artikel Niederlassungen/Werken zuordnen Arbeiten mit Artikelstellplätzen Werksspezifische Artikelklassifizierungscodes eingeben Artikelspezifische Steuerinformationen eingeben Artikelquellen abrufen Artikelnachbestellmengen eingeben Werksspezifische Artikelfertigungsinformationen eingeben Artikelinformationen für mehrere Niederlassungen/Werke kopieren Artikelkosteninformationen eingeben Artikeln Kostenebenen zuordnen Artikeln Kostenmethoden zuordnen Artikelkosten eingeben Fertigungsrüstkosten eingeben Verkaufspreisinformationen eingeben Bestandstransaktionen 160 Bestand entnehmen Bestand anpassen Bestand umlagern Beispiel: Umlagerungstransaktion Artikel- und Mengeninformationen 183 Artikelinformationen abrufen Artikel mit Hilfe der Wortsuche abrufen Informationen für die Artikelwortsuche aktualisieren Artikel durch die Eingabe eines Suchtextes abrufen Artikelinformationen abrufen und anzeigen Artikelinformationen mit Hilfe der Artikelsuche abrufen Mengeninformationen abrufen Zusammengefasste Mengeninformationen abrufen Detaillierte Mengeninformationen abrufen Artikelverfügbarkeit nach Segment abrufen Mengen aus Stellplätzen mit Segmenten abrufen Mengeninformationen nach Los abrufen Informationen über vorrätige Mengen abrufen Aktuelle Bestandsebenen über das Internet prüfen Ressourcen- und Bedarfsinformationen prüfen Leistungsdaten prüfen Arbeiten mit Transaktionsdatensätzen Saldoübertragsdatensätze erstellen Einzelne Transaktionen eingeben Mehrere Transaktionen und Salden prüfen

5 Berichte 232 Bestandsstatusberichte prüfen Bericht 'Bestandsstatus' prüfen Bericht 'Artikelstammverzeichnis' prüfen Bericht 'Einkaufsführer' prüfen Bericht 'Bestandsjournal' prüfen Bericht 'Preisbuch' prüfen Bestandsanalyseberichte prüfen Bericht 'ABC-Analyse' prüfen Bericht 'Stückkosten-Warnungen' prüfen (R41580) Bericht 'Gewinnspannenanalyse' prüfen (R41700) Bericht 'Bestandsbewertungsanalyse' prüfen Bericht 'Lagerumschlag' prüfen Bericht 'Ressourcen und Bedarf' prüfen Bericht 'Artikelkontointegrität' prüfen Bericht 'Artikelsaldo/-kontointegrität' prüfen Körperliche Bestandsaufnahmen 248 Permanente Inventur verarbeiten Programm 'Artikel für Inventur auswählen' ausführen Status der permanenten Inventur prüfen Listen für die permanente Inventur drucken Permanente Inventur abbrechen Ergebnisse der permanenten Inventur eingeben Abweichungen der permanenten Inventur prüfen Mengen der permanenten Inventur ändern Abweichungsbericht drucken Permanente Inventur genehmigen Programm 'Permanente Inventur aktualisieren' ausführen Stichtagsinventur verarbeiten Programm 'Artikel für Inventur auswählen' ausführen Inventuretiketten drucken Informationen zur Etikettenverteilung aufzeichnen Informationen zum Etikettenempfang aufzeichnen Ergebnisse der Stichtagsinventur eingeben Etikettenstatus prüfen Abweichungen der Stichtagsinventur prüfen Programm 'Etiketten aktualisieren' ausführen Kosten aktualisieren 271 Artikelkosten aktualisieren Kosten für einen Artikel in mehreren Niederlassungen/Werken aktualisieren Kosten für mehrere Artikel in mehreren Niederlassungen/Werken aktualisieren Durchschnittskosten für Artikel aktualisieren Aktuelle Artikelkosten anhand der zukünftigen Kosten aktualisieren Arbeiten mit der Detailkostenrechnung im Rahmen des Vertriebs Detailkostenrechnung für den Vertrieb einrichten Simulierte Kosten für den Vertrieb erstellen Fertigungskostenkomponenten kopieren

6 Zusätzliche Daten für die Bestandsverwaltung 279 Artencodes und Formate für zusätzliche Daten Zusätzliche Datenarten im Textformat festlegen Zusätzliche Daten eingeben Zusätzliche Datenarten kopieren Zusätzliche Daten prüfen Zusätzliche Daten drucken Berichts- und Spaltenüberschriften Bericht 'Artikelprofil' drucken Bericht 'Artikel nach Datenart' drucken Kits 307 Kitinformationen eingeben Artikelstammdatensätze für Kits eingeben Kitstellplätze einrichten Informationen zur Kitpreisfindung eingeben Einzelne Stücklisten eingeben Losverarbeitung 318 Losinformationen eingeben Losinformationen für Artikel eingeben Informationen für Lose eingeben Arbeiten mit der Losverfügbarkeit Losverfügbarkeit einsehen Losmengen prüfen Arbeiten mit Losaktivitätsdaten Losstatuscodes zuordnen Lostransaktionen einsehen Verfolgungsdokumentregeln einrichten Verfolgungsberichte drucken Verfolgungsinformationen prüfen Verfolgungsmodus ändern Lose neu klassifizieren Berechnung des Gültigkeitsdatums Daten für Lose einrichten Berechnungsmethoden für Losverfallsdaten auswählen Gültigkeitsdaten für zukünftige Verfügbarkeit festlegen Berechnungen für Gültigkeitstage - Überblick Programm 'Gültige Lose aktualisieren' (R41083) ausführen Verfallsdatumsregeln für Lose einrichten Losverfallsdaten global aktualisieren...356

7 Behälterverwaltung 359 Behälterverwaltung:Systemfluss Behälterverwaltung einrichten Behältercodes und Artikel einrichten Behälterpräferenzen einrichten Preisfindungspläne einrichten Seriennummernverfolgung einrichten Behältertransaktionen verarbeiten Programm 'Behälterverwaltung - Extraktion' ausführen Miete, Kaution und Rückerstattungen verarbeiten Berichte drucken Behälterkaution und -transaktionen prüfen Seriennummerinformationen prüfen und ändern Auslagerungen 390 Daten auslagern Auslagerungsprogramm für den Artikelstamm ausführen Auslagerungsprogramm für den Artikelsaldo ausführen Systemaktualisierungen 393 Artikelinformationen aktualisieren Artikelstamm- und Niederlassungs-/Werksinformationen aktualisieren Kategoriencodes und Artikelnummern aktualisieren Segmentquerverweise erstellen Stellplatzformate ändern Zu aktualisierende Tabellen festlegen Neues Stellplatzformat für die Musterniederlassung festlegen Stellplatzformat aktualisieren Bestandsverwaltung - Kompatibilität 405 Flat-Files in Schnittstellentabellen konvertieren Flat-File-Querverweise einrichten Konvertierungsprogramm ausführen Transaktionen von externen Systemen empfangen Eingehende Artikelstammtransaktionen empfangen Permanente Inventurdaten von Eingangstransaktionen empfangen Eingehende Artikelkostentransaktionen empfangen Eingangstransaktionen mit Produktaktivitätsdaten empfangen Eingangstransaktionen prüfen und ändern Transaktionen an externe Systeme senden Datensätze von Transaktionen mit externen Systemen auslagern...418

8

9 Überblick Das System 'Bestandsverwaltung' bildet die Grundlage der Supply Chain für das Unternehmen. Die Einrichtung und Verwaltung des Bestands ist für dessen Nutzung in allen anderen Anwendungen des Softwaresystems von J.D. Edwards von grundlegender Bedeutung. Wirtschaftlicher Kontext Bestand bildet die Grundlage der gesamten Supply Chain für das Unternehmen. Obwohl der Begriff 'Bestand' sehr weit gefasst ist, werden im System 'Bestandsverwaltung' von J.D. Edwards Bestandsartikel einzeln bestimmt. Auf diese Weise kann Bestand im Rahmen der gesamten Supply Chain bearbeitet werden. Im folgenden Überblick wird anhand von Beispielen aus der Wirtschaft gezeigt, welche Vorteile aus der Verwendung des Systems 'Bestandsverwaltung' erwachsen. Wirtschaftlicher Kontext und Konzepte für die Bestandsverwaltung Die grundlegenden Informationen, die nur für den jeweiligen Artikel im ganzen Unternehmen gelten, bestehen aus Eigenschaften der Artikelkennzeichnung und der Verarbeitung. Diese Daten können zusätzlich nach Standort festgelegt werden, um geographische und marktorientierte Flexibilität zu ermöglichen. Artikelklassifizierung Artikel können in Gruppen eingeteilt werden. Das System 'Bestandsverwaltung' von J.D. Edwards stellt zahlreiche Klassifikationen für Beschaffung, Verkauf und Vertrieb zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Klassifikationen können Berichte über Einkaufs- und Verkaufsaktivitäten anhand verschiedener Aspekte der Artikeleigenschaften erstellt werden. Mit Hilfe dieser Klassifikationen kann auch bestimmt werden, wie ein Produkt verlagert bzw. wo es gelagert wird. Umrechnung von Maßeinheiten Artikel können in vielen verschiedenen Packungsgrößen ge- und verkauft werden. In diesem System können Packungsgrößen sowie die Beziehungen zwischen den Packungen bestimmt werden. Beispielsweise kann eine Palette auch in Stück oder Kisten basierend auf anwenderspezifischen Umrechnungstabellen dargestellt werden. Standardumrechnungen, beispielsweise von Kilo in Gramm oder von Stück in Dutzend, werden automatisch ausgeführt. Sekundärmaßeinheiten Eine Maßeinheit, die über keine feste Umrechnung verfügt, wird als Sekundärmaßeinheit bezeichnet. Bestand kann in zwei Maßeinheiten verwaltet und Transaktionen für Artikel können in zwei Maßeinheiten durchgeführt werden. Beispielsweise wird eine Sekundärmaßeinheit für einen Artikel angegeben, der nach Menge verkauft aber nach Kosten gekauft oder nach Gewicht bepreist wird. Im ähnlichen Fall kann bei Transaktionen eine Sekundärmaßeinheit verwendet werden, wenn eine Standardumrechnung existiert. Ist zum Beispiel Gewicht die Maßeinheit eines Artikels, kann eine Transaktion in Tonnen oder Pfund als Sekundärmaßeinheit betrachtet werden. In diesem Fall entspricht die 1

10 Sekundärmaßeinheit der Maßeinheit, die für Artikelkonto- und Artikelbestandsberichte der Menge in Sekundärmaßeinheit verwendet wird. Mit den folgenden Auftragseingabeanwendungen kann entweder die Transaktionsmenge der Primärmaßeinheit oder die der zweiten, der Sekundärmaßeinheit, eingegeben werden: Einkaufsaufträge (P4310) Kundenaufträge eingeben (P4210) Arbeitsaufträge verarbeiten (P48013) Mittels einer Standardumrechnung wird die andere Menge bestimmt. Toleranzen können festgelegt werden. Mit einer Entnahmeoption kann bestimmt werden, ob der Entnahmevorgang auf der Primär- oder der Sekundärmaßeinheit basiert. Die Entnahmeoption kann auch für Bestandsreservierungen verwendet werden, um festzulegen, welche Maßeinheit für Reservierungen zu verwenden ist, wenn Bestand für einen Kundenauftrag fest reserviert wird. Fertigungsinformationen Es können Artikelelemente festgelegt werden, die den Fertigungsprozess unterstützen können. Mit Hilfe dieser Informationen kann die Bestandsplanung sowie die Prognose der Durchlaufzeit verbessert werden. Im Zuge des Trends, den Bestand so niedrig wie möglich zu halten, ist diese Prognoseerstellung für eine erfolgreiche Betriebsführung von entscheidender Bedeutung. Beispielsweise kann ein Mangel an Bestand bei Just-In-Time- Systemen den Fertigungsprozess lahm legen. Fertigungsprozesse können dadurch optimiert werden, dass Durchlaufzeiten für die Fertigstellung sowie der Materialbedarf exakt prognostiziert werden. Güte- und Wirkstoffgehaltinformationen für Artikel Güte und Wirkstoffgehalt sind Eigenschaften, die beispielsweise in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie streng überwacht werden. Diese Eigenschaften müssen beim Eingang von Komponenten aufgezeichnet und verfolgt werden. In vielen Fällen sind die Aufzeichnungsund Verfolgungsverfahren streng geregelt, und deren Nichteinhaltung hat schwere Strafen zur Folge. Außerdem verlangen Regulierungsbehörden eine ausführliche Dokumentation. Mit Hilfe des Systems 'Bestandsverwaltung' können Qualitätsanforderungen verfolgt und dokumentiert werden. Bestandstransaktionen Mit Hilfe von Bestandstransaktionen können Artikel innerhalb und zwischen Standorten des Unternehmens verlagert werden. Im System Bestandsverwaltung werden Bestandstransaktionen folgendermaßen klassifiziert: Bestandsentnahmen Anpassungen Bestandstransfers 2

11 Bestandsentnahmen Bestandsentnahmen dienen dazu, Bestand aus einem Stellplatz zu entnehmen. In den folgenden Fällen können Bestandsentnahmen durchgeführt werden: Beschädigte Ware: Ware kann beschädigt sein. Beschädigte Ware kann auf ein Verlustkonto gebucht werden. Marketing-Vorführung: Im Verlauf des Verkaufszyklus ist es möglich, dass ein Unternehmensvertreter einen Bestandsartikel zur Vorführung braucht. Indem der Artikel für den Vertreter entnommen wird, kann der Verbleib des Artikels festgehalten werden. Interne Verwendung: Manchmal müssen Produkte für einen unternehmensinternen Zweck aus dem Bestand entnommen werden. Beispielsweise kann eine Ölfirma ihr Produkt für den eigenen Fuhrpark verwenden. Mit Hilfe der Entnahme kann der Artikel aus dem Bestand zur internen Disposition verlagert werden. Anpassungen Anpassungen werden verwendet, um Abweichungen zwischen den bei der körperlichen Bestandsaufnahme festgestellten Mengen und den laut System vorrätigen Mengen abzustimmen. In den folgenden Fällen können Anpassungen durchgeführt werden: Schwund: Manchmal verringert sich der Bestand eines Artikels auf Grund von Diebstahl oder Verlust. Diese Verluste können durch Anpassungen dokumentiert werden. Nicht aufgezeichneter Zuwachs: Manchmal taucht ein verloren gegangener Artikel wieder auf. Dieser Zuwachs im Bestand kann durch Anpassungen dokumentiert werden. Anfangssalden: Bei der Erstellung von Datensätzen für ein neues Lager, können Anfangsbestandssalden mit Hilfe von Anpassungen festgehalten werden. Bestandstransfers Transfers dokumentieren die Verlagerung eines Artikels von einem Ort zum anderen. In den folgenden Fällen können Transfers durchgeführt werden: Verlagerung von Stellplatz zu Stellplatz: Erweist es sich als notwendig, einen Bestandsartikel von einem Stellplatz im Lager oder im Werk zu einem anderen zu verlagern, kann diese Art von Verlagerung anhand eines Transfers dokumentiert werden. Verlagerung vom Fahrzeug zum Stellplatz: Produkte werden häufig von Fahrzeugen zu Stellplätzen im Lager verlagert. Diese Art von Verlagerung kann anhand von Transfers verfolgt werden. Verlagerung von Werk zu Werk: Bestandstransfers zwischen Standorten müssen aufgezeichnet werden, damit die Genauigkeit von Bestandsdatensätzen gewahrt werden kann. Für diese Art von Verlagerung können Transfers verwendet werden. 3

12 Körperliche Bestandsaufnahmen Um weltweit konkurrenzfähig zu sein, muss ein Unternehmen seinen Bestand genau führen. Die Folgen für Unternehmen, die hier versagen, sind: Verlust an Kunden wegen Rückstandaufträgen und nicht termingerechten Lieferungen Verlust an Betriebskapital, das durch unnötig hohen Bestand gebunden ist Gewinnreduzierung wegen kostenträchtigen Unterbrechungen der Produktion Das System 'Bestandsverwaltung' stellt zwei Verfahren zur regelmäßigen körperlichen Bestandsabstimmung bereit: Permanente Inventur Stichtagsinventur Permanente Inventur Mit Hilfe der permanenten Inventur werden die einzelnen Artikel regelmäßig gezählt. Artikel werden ausgewählt, gezählt und mit den Systemdatensätzen abgestimmt. Dieses Inventurverfahren sollte für teure oder schnell umgesetzte Artikel verwendet werden, deren Daten häufig überprüft werden müssen. Stichtagsinventur Stichtagsinventuren sind komplizierter als permanente Inventuren. Bei Stichtagsinventuren wird jeder Artikel an einem Standort nach Stellplatz gezählt. Dieses Inventurverfahren ist bei einer vollständigen körperlichen Bestandsaufnahme am Jahresende angebracht. Kits und Komponenten Ein Kit ist kein eigener Bestandsartikel. Es besteht aus einer Anzahl von Einzelartikeln, die zusammen als Einheit verkauft werden. Ein gutes Beispiel eines solchen Kits wäre ein Computer: Das System selbst ist kein Bestandsartikel, die einzelnen Komponenten dagegen schon. Diese Komponenten können zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zweck zu einem Kit und nach Bedarf später zu einem anderen Kit zusammengestellt werden. Das Kit ist nie selbst ein Bestandsartikel; es beruht auf Beziehungen zwischen verschiedenen Bestandsartikeln. Zum besseren Verständnis von Kits sollte man den gesamtwirtschaftlichen Trend zur kundenindividuellen Massenproduktion betrachten. Hierbei kann der Verbraucher nach Wunsch alles, d.h. elektronische Systeme ebenso wie Kraftfahrzeuge, anhand einer langen Liste von Komponenten selbst konfigurieren. Auf diese Weise ist jedes verkaufte Kit gewissermaßen einmalig, obwohl es sich aus Standardkomponenten zusammensetzt. Die kundenindividuelle Massenproduktion bietet den Verbrauchern Flexibilität beim Einkauf. 4

13 Lossteuerung Losnummern sind eindeutige Kennzeichnungscodes. Sie werden häufig zur Verfolgung von Bestandsartikeln, beispielsweise Lebensmitteln, Fertigungskomponenten, chemischen Verbindungen und Munition, von der Quelle bis zum Verbraucher verwendet. Anhand der Verfolgung nach Losnummer kann das Unternehmen Bestand beispielsweise bei Rückruf durch den Hersteller oder bei der Umlagerung von verderblichen Produkten verwalten. Muss ein Autohersteller ein Modell zwecks Reparatur einer Komponente zurückrufen, ist der Grund meistens ein Defekt einer Komponente des Autos. Mit Hilfe der Lossteuerung kann das Unternehmen die durch den Defekt betroffenen Lose, die Autos, die Komponenten aus diesen Losen enthalten, sowie deren Besitzer identifizieren. Die Lossteuerung ermöglicht es dem Unternehmen, anhand der Losnummer genau zu ermitteln, welche Fertigungsartikel eine bestimmte Komponente enthalten. Bestandsbehälter Manche Produkte werden in Behältern verkauft, die anschließend zurückgegeben werden müssen. Ein Beispiel dafür ist ein Propangastank. Wird Propangas in einem Rückgabebehälter verkauft, kauft der Verbraucher nur den Brennstoff, nicht den Behälter. Bei derartigen Transaktionen stellt das Käuferunternehmen normalerweise nicht die ersten Tanks oder Behälter zur Verfügung. Das Verkaufsunternehmen stellt die Behälter bereit und berechnet eine Kautionsgebühr. Während die Behälter gefüllt bzw. leer hin und her befördert werden, werden die Kautionsbeträge verfolgt und je nach Bedarf erhöht oder verringert. Im Laufe der Zeit werden die Transaktionen noch dadurch kompliziert, dass zusätzliche Kautionen berechnet werden und diese sich ändern. Das System 'Bestandsverwaltung' von J.D. Edwards bietet eine Lösung für die Verwaltung von Behältern. Idea to Action: Der Wettbewerbsvorteil Die folgende Tabelle enthält Beispiele für typische Probleme, Methoden zur Problemlösung sowie den finanziellen Gewinn, den das Unternehmen aus seiner Investition zieht. Mehrere Artikelstammtabellen Ungenaue Bestandstransaktionsberichte Im System wird ein integrierter Artikelstamm verwendet. Jeder Artikel kann zwecks Flexibilität am Ort auf der Artikel-/Niederlassungsebene weiter angepasst werden. Artikelinformationen werden einmal eingegeben und dann in andere Systemanwendungen integriert. Dieser integrierte Ansatz vereinfacht die Verwaltung, die nur an einer Stelle stattfindet. Dadurch wird in allen Funktionsbereichen des Unternehmens Übereinstimmung gewährleistet. Die integrierten Informationen können über ein zentrales Eingabe- und Verwaltungsprogramm eingesehen werden. Vorteile: Weniger Datenverwaltung und Kosten, genauere und verlässlichere Kosteninformationen Es stehen drei Arten von Bestandstransaktionen zur Verfügung: Bestandsentnahmen, -anpassungen und -transfers. Mit Hilfe dieser Transaktionsarten kann der Benutzer die Eigenschaften der jeweiligen Transaktion genau bestimmen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Bestandsdatensätze korrekt sind. Werden Bestandstransaktionsberichte erstellt, werden die Transaktionen nach 5

14 Art geordnet. Anhand dieser Transaktionen können die Bestandsintegrität und die Qualität des Kundenservice bewahrt werden. Grundcodes ermöglichen Transparenz im Unternehmen und Genauigkeit in der Finanzbuchhaltung. Körperliche Bestandsaufnahme in unregelmäßigen Abständen Obligatorische Verfolgung von Komponenten und Endprodukten Das richtige Produkt am falschen Ort Nicht mehr aktuelle Bestandsberichte Artikelhistorien erfordern Sonderberichte Um die Genauigkeit der Bestandsdaten sicherzustellen, sollten regelmäßig körperliche Bestandsaufnahmen durchgeführt werden. Bei der permanenten Inventur können gezielt ausgewählte Artikel basierend auf Bestandswert, Turnus oder Zeitpunkt gezählt werden. Stichtagsinventuren ermöglichen eine Gesamtbestandsaufnahme zum Jahresabschluss, wobei der Nachweis für jedes Inventuretikett verfolgt wird. Mit Hilfe der Abweichungsanalyse können Inventurabweichungen vor der Abstimmung der Systemzählung untersucht werden. Eine genaue Bestandsführung trägt zur Reduzierung von Bestandskosten und zu verbessertem Kundenservice bei. Mit Hilfe von Lossteuerung und Seriennummern können Artikel bei Eingang, Lagerung, Fertigung und Versand verfolgt werden. Losnummern können automatisch generiert oder manuell zugeordnet werden. Los- oder Seriennummern können schnell abgerufen und der Bestand anhand von Eingangsdaten und Produktverfallsdaten verwaltet werden. Durch die Automatisierung dieser äußerst wichtigen Funktion der Bestandsverfolgung nach Los wird die Einhaltung von Richtlinien rationalisiert und können Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden. Der Bestand ist auf Unternehmens-, Niederlassungs- und Stellplatzebene einsehbar. Durch niederlassungsübergreifende Umlagerungen können Bestände verlagert und Finanzabweichungen aufgezeichnet werden. Ist Bestand an vielen Standorten einsehbar und die Bestandsumlagerung problemlos, können der Kundenservice verbessert und die Lagerhaltungskosten verringert werden. Als integrierte Lösung wird der Bestand aktualisiert, sobald eine Transaktion ausgeführt wird. Dadurch kann der verfügbare Bestand in Echtzeit eingesehen werden. Die Lagerhaltungskosten werden verringert und der Kundenservice verbessert. Das integrierte Artikelkonto des Systems enthält eine Online- Transaktionshistorie für jeden Artikel. Dieses arbeitssparende Tool trägt zur Verbesserung des Kundenservice bei. Das Arbeiten mit mehreren Maßeinheiten für einen Artikel ist nicht möglich Im System wird eine Tabelle mit Maßeinheitenumrechnungen verwendet, auf Grund derer Artikel in verschiedenen Maßeinheiten festgelegt werden können. Flexibilität wird dadurch gewährleistet, dass Maßeinheiten umgerechnet werden können und der Benutzer mit der jeweils zutreffenden Maßeinheit arbeiten kann. Mehrere Artikelcodes für einen Artikel Das Programm 'Artikelquerverweise' liefert mehrere Möglichkeiten zur Kennzeichnung von Artikeln. Beispielsweise können Bezüge zwischen mehreren internen Codes, einem Lieferantencode, einem Barcode und mehreren Kundencodes hergestellt werden. Artikel mit Querverweisen können nahtlos durch die Supply Chain geleitet 6

15 werden. Auf diese Weise können bei der Ausführung von Lieferantenund Kundentransaktionen teure Fehler vermieden werden. Werden Artikelquerverweise erstellt, kann bei der Verwaltung der Artikeltabelle Zeit gespart und die Genauigkeit der Daten gewahrt werden. Analyse von Aktivitäten, Lagerumschlag und Gewinnspanne Mit Hilfe der ABC-Analyse können Artikel nach Umsatz, Lagerumschlag und Gewinnspanne eingestuft werden. Damit werden Leistungsinformationen für die Verkaufs-, Marketing-, Finanz-, Planungs- und Logistikabteilungen bereitgestellt und strategische und taktische Entscheidungen unterstützt. Extraktion wichtiger Informationen aus dem System Mit Hilfe von Klassifikationscodes können Artikel in viele verschiedene Gruppen eingeordnet werden. Außerdem können Aktivitätsberichte für viele Gruppierungen erstellt werden. Durch die Analyse dieser Informationen kann die Transparenz von Informationen innerhalb des Unternehmens erhöht sowie die Qualität von Entscheidungen verbessert werden. 7

16 Bestandsverwaltung - Überblick Das System 'Bestandsverwaltung' ist in die Vertriebs- und Logistik- sowie die Fertigungssysteme integriert. Das folgende Schaubild zeigt, wie das System Bestandsverwaltung in die anderen Systeme integriert ist. 8

17 Systemintegration in die Vertriebs- und Logistiksysteme Das System Bestandsverwaltung ist in das System 'Finanzbuchhaltung' und in die Vertriebssysteme integriert. Im System 'Bestandsverwaltung' werden Artikeldaten für die Systeme 'Vertriebsabwicklung' und 'Beschaffung' sowie Fertigungssysteme gespeichert. Darüber hinaus werden in diesem System die Vertriebs- und Beschaffungskosten sowie die verfügbaren Mengen nach Stellplatz gespeichert und Stellplätze gesperrt (aus diesen Stellplätzen dürfen keine Artikel verkauft werden). Kommt es zu Änderungen bezüglich der Bestandsbewertung, -erfassung oder -verlagerung, werden die Hauptbuchkonten aktualisiert. Unter den folgenden Themen wird erklärt, wie das System 'Bestandsverwaltung' mit anderen Softwaresystemen von J.D. Edwards verknüpft ist: Finanzbuchhaltung Beschaffung Vertriebsabwicklung Adressbuch Lagerverwaltung Finanzbuchhaltung Mit dem System 'Finanzbuchhaltung' kann die Bestandsbuchhaltung protokolliert werden. Beschaffung Das System 'Beschaffung' ruft Artikelkosten für Einkaufsaufträge aus dem System 'Bestandsverwaltung' ab. Nach dem Eingang der eingekauften Waren und dem Erstellen von Lieferantenrechnungen wird das Hauptbuch aktualisiert und es werden Kreditorenbuchungen für Zahlungen vorgenommen. Vertriebsabwicklung Im System 'Vertriebsabwicklung' werden die Artikelpreise und -kosten für Kundenaufträge aus dem System 'Bestandsverwaltung' abgerufen. Das Hauptbuch wird automatisch aktualisiert, und es werden Debitorenbuchungen zur Aufzeichnung von Bestand, Warenaufwand, Ertrag und Steuertransaktionen für die Zahlungseingangsverarbeitung erstellt. Adressbuch Das System 'Bestandsverwaltung' ist mit dem System 'Adressbuch' verknüpft, so dass aktuelle Kunden-, Lieferanten- und Lageradressen abgerufen werden können. Lagerverwaltung Das System 'Lagerverwaltung' ist mit dem System 'Bestandsverwaltung' verknüpft, um folgende Funktionen auszuführen zu können: Auf Informationen aus den Tabellen 'Stellplatzstamm', 'Artikelstamm', 'Werksspezifische Artikelinformationen', 'Niederlassungs-/Werkskonstanten', 'Artikelstellplatz' und 'Artikelspezifische Maßeinheitenumrechnungsfaktoren' zugreifen Stellplätze für Einlagerungen, Entnahmen und Aufstockung vorschlagen Lagertransaktionen in der Tabelle 'Artikelkonto' verzeichnen 9

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