Leistungsdruck im Sport Symptome Gefahren - Prävention

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1 Leistungsdruck im Sport Symptome Gefahren - Prävention Referentinnen: Dr. Monika Niederstätter Dr. Heike Torggler

2 Themen Leistungsdruck im Sport: Versagen des Systems oder ein individuelles Problem? Merkmale von Leistungsdruck: welche Symptome treten auf? Langfristige Gefahren: Psychische Störungen im Sport Prävention: Leistungsdruck vorbeugen

3 Systemfehler = Spiegel unserer Leistungsgesellschaft Problematische Aspekte im System Hochleistungssport

4 Subjektive Wahrnehmung Druckerleben ist abhängig davon wie Ereignisse persönlich bewertet und die vorhandenen persönlichen Ressourcen eingeschätzt werden Stressmodell nach R. Lazarus

5 Erleben von Leistungsdruck 1 Wertschätzung hängt von Leistungsergebnissen ab (Liebesentzug und Enttäuschung) Häufige Kritik, geringe Anerkennung Starkes Ergebnis- und Konkurrenzdenken Doppelbelastung (Ausbildung, Beruf, Sport) Mobbing im Team oder Verein

6 Erleben von Leistungsdruck 2 Zu hohe eigene Erwartungen und Perfektionismus Negative Konsequenzen bei Misserfolg Ständige Kontrolle und wenig Selbstbestimmung Unzureichende Vorbereitung Verletzungen und Erkrankungen Verzicht

7 Erleben von Leistungsdruck 3 Finanzielle Belastung der Familien Ergebnisgebundene Sponsorenverträge Medien, Schlagzeilen Punkte, Tabellen, Zeiten

8 Langfristige Folgen Dropout Übertraining Psychische Störungen im Sport: Burnout Depression Essstörungen Psychosomatische Erkrankungen Substanzmissbrauch Multifaktorielle Verursachung! Medizinische und psychotherapeutische Interventionen notwendig!

9 Übertraining chronische Überlastungsreaktion Ursachen: zu hohe Trainingsintensitäten, zu hohes Trainingsvolumen und/oder unzureichende Regenerationszeiten zwischen den Trainingseinheiten Symptome: Leistungsabfall, Begleitsymptome wie erhöhter Ruhe- und Belastungspuls, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen Zustand hat Krankheitswert: erhöhte Verletzungsgefahr, Folgen für Immunsystem, psychische Überforderung, Stimmungsschwankungen

10 Burnout Psychosoziales Erschöpfungssyndrom Burnout = wenn sich ungewöhnliche Anforderungen der Arbeitswelt in vegetativen Stresssymptomen äußern, die mehrere Wochen bis Monate anhalten und sich nicht in kurzen Erholungsphasen zurückbilden keine anerkannte somatische oder psychiatrische Krankheit, jedoch Risikozustand für eine spätere psychische oder körperliche Erkrankung in der Gesellschaft positiv konnotiert

11 Depression Depression ist eine Krankheit Sowohl biologische als auch psychosoziale Faktoren spielen eine Rolle Merkmale: niedergedrückte Stimmung, Antriebsminderung, Interesselosigkeit, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen; zudem körperlich-vegetative Auffälligkeiten Kognitive Triade: Ich bin ein Versager Alle sind gegen mich Es wird nie besser werden mens sana in corpore sano?

12 Essstörungen Magersucht (Anorexia nervosa) Ess-Brech-Sucht (Bulimie) Binge Eating Adipositas Risikosportarten: Ästhetische Sportarten: turnerische Sportarten, Eiskunstlaufen Ausdauersportarten: Langstreckenlauf, Radsport, Langlauf Kampfsportarten: Boxen, Ringen, Judo Sportarten, in denen ein geringes Körpergewicht von Vorteil ist (Sportklettern, Skispringen, Hochsprung ) in bestimmten Sportarten beträgt das Risiko bis zu 40% (Skandinavische Studie, 1993)

13 Substanzmissbrauch Leistungssteigerung durch Doping Verantwortung beim einzelnen Athleten Doping als Resultat des Leistungssports Doping als Resultat einer rein individuellen Sucht nach Erfolgen (Goldman-Dilemma)

14 Prävention von Leistungsdruck Mentale Stärke und psychologische Begleitung für Sportler/innen Mentale Kompetenzen für Trainer/innen, Jugendbetreuer/innen und Vereinsfunktionäre Elterncoaching

15 Individuelle mentale Stärke Sportpsychologische Definition von mentaler Stärke: Mentale Stärke = wenn es einem Sportler oder einer Sportlerin gelingt unter beliebigen Wettkampfbedingungen (unterschiedliche Orte, Zeiten und Bedingungen), seine bzw. ihre persönliche ideale Leistung abzurufen

16 Wege zu mentaler Stärke Selbstwert aufbauen Innere Überzeugungen Innere Gedanken und Bilder Emotionsregulation Realistische kurzfristige Zielsetzungen Training unter Wettkampfbedingungen Erholungsoptimierung Selbstbestimmung

17 Selbstwert Selbstakzeptanz: positive Einstellung zu sich selbst, eigene Stärken und Schwächen genau kennen, sich wertschätzen, auf sich schauen ICH BIN Selbstvertrauen: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Wahrnehmen eigener Potentiale ICH KANN Soziale Kompetenz: Erleben von Kontaktfähigkeit, Grenzen ziehen, Nähe und Distanz regulieren ICH und DU Soziales Netz: Eingebunden sein in ein positives soziales Netz, Freunde haben, für andere wichtig sein WIR

18 Mentales Know How für Trainer/innen Kommunikation und Feedback Einfühlsamkeit, Anerkennung und Respekt Förderung einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung Prozess- und Handlungsziele Vorbildfunktion

19 Positive Fehlerkultur Fehler sind entscheidend im Lernprozess Positiver Umgang mit Fehlern kann gelernt werden

20 Anregungen für Eltern Interesse und Anerkennung Realistische Erwartungen Bemühen kommt vor Können Vergleiche vermeiden Ruhe Ausgleich und Eltern sind Vorbilder Emotionen anerkennen Vereins- und Trainerauswahl Spaß und Vielseitigkeit

21 Freude an Leistung Spaß Erfolgserlebnisse Herausforderungen Eigene Grenzen ausloten Anerkennung

22 T H E E N D

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