Die Europäische Union (EU) unter besonderer. der Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise Befunde Antworten Problemlagen Perspektiven

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1 Prof. Dr. Norbert Konegen Vorlesung WS 09/10; Materialien Teil 1 Die Europäische Union (EU) unter besonderer Berücksichtigung der Eurozone und die Folgen der Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise Befunde Antworten Problemlagen Perspektiven Links Konegen: Klausur: , Uhr, SCH2

2 1. Kurze Chronologie der Krise 2. Aktuelle Strukturbefunde der globalen Krise 3. Vertragliche Entscheidungsstrukturen 4. Das Euro-Währungsgebiet in Zahlen 5. Von der Krisenbewältigung zur Krisenprävention 6. Die Antworten der Politik: Gipfeldiplomatie auf allen Ebenen 7. Fazit: Ergebnisse und Perspektiven eine Exit-Strategie für die öffentliche Verschuldung? Quelle: Konegen IfP WS09/10 2

3 1. Kurze Chronologie der Krise 1. Beginn einer Systemkrise 2. Negative Selbstverstärkung durch Leverage-Effekt 3. Systemische Ursachen der Bankenkrisen 4. Die Rolle des Staates 5. Zusammenfassung: Ein Kollaps in 5 Schritten US-Immobilienblase Niedrigzinspolitik Ratingagenturen Risikomanagement Finanzaufsicht Quelle: Konegen IfP WS09/10 3

4 1. Kurze Chronologie der Krise 1.1 Beginn einer Systemkrise Makroökonomisch: Finanzmarktakteure arbeiten auf Immobilienmärkten mit hohem Fremdfinanzierungsgrad (Leverage) bei expansiver Zinspolitik der FED (2003, 2004) Mikroökonomisch: zunehmende Verbriefung von Bankkrediten Verbriefungstechniken Versagen der Ratingagenturen Fristentransformation durch Special Investments und Conduits Wellenartiger Verlauf der Krise: Zweckgesellschaften unter Druck (8/2007) Zusammenbruch von Lehman Brothers (9/08). US-Behörden erkennen die damit verbundenen Systemrisiken nicht Austrocknen des Interbankenmarkts, Vertrauensverluste Wichtige Zentralbanken vergeben direkte Notenbankkredite US-Immobilienmarkt findet keinen Boden Quelle: SVR 08/09 a.a.o.: 117f. Konegen IfP WS09/10 4

5 1.1 Die Verbriefungskaskade Quelle: Sinn, a.a.o.: 135 Konegen IfP WS09/10 5

6 1.1 Beispiel für eine Hebelwirkung (Leverage) durch Einsatz von Fremdkapital (Finanzierungskosten des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalverzinsung) Quelle: eigene Darstellung Konegen IfP WS09/10 6

7 1. noch Chronologie 1.2 Negative Selbstverstärkung durch Leverage-Effekt Prozyklische Effekte durch negative Selbstverstärkung ökonomischer Zyklen wegen Leverage-Effekt Zeitweise massive Zinserhöhungen am Interbankenmarkt (Herbst 08) Große Zentralbanken reagieren zunehmend mit Krisenbewältigungsstrategien auf die wellenartige Krisenausbreitung Notenbanken agieren als Lender of Last Resort und begrenzen damit Ansteckungseffekte Sie verhindern lange Zeit erfolgreich multiple Bankzusammenbrüche, jedoch nicht den Vertrauensschwund im Interbankenmarkt Grenzen des zentralbankpolitischen Krisenmanagements werden sichtbar Quelle: SVR 08/09, a.a.o.127f. Konegen IfP WS09/10 7

8 1. noch Chronologie 1.3 Systemische Ursachen der Bankenkrisen Herbst 2008: globale systemische Bankenkrise durch sich verstärkende Instabilitäten auf den Finanzmärkten Von fallweisen zu großen Lösungen (09/08) Liquiditäts- und Solvenzprobleme erzwingen staatliche Rettungsprogramme: Einrichtung von speziellen Institutionen (z.b. SoFFin) Weitreichende Garantieen für Bankeinlagen Lockerung bilanzieller oder bankenaufsichtsrechtlicher Vorgaben Übertragung problembehafteter Aktiva auf einen zentralen Fonds Eigenkapitalzuführung durch den Staat bei Banken Garantieermächtigungen Einflussnahmen auf das operative Geschäft Zahl der Firmeninsolvenzen nimmt zu Quelle: SVR 08/09, a.a.o. 144f. Konegen IfP WS09/10 8

9 1. noch Chronologie 1.4 Die Rolle des Staates Problemfelder staatlicher Rekapitalisierungsprogramme: Marktwirtschaftlicher Kontrollmechanismus der Insolvenz zumindest zeitweise suspendiert Staatseingriff oder Eigeninitiative der Banken? Klare Restrukturierungskonzepte des Finanzsystems unabdingbar Gefahr: Fonds zum Siechenheim für schwache Finanzinstitute Restrukturierung der Landesbanken Keine anhaltende staatliche Einflussnahme auf operative Bankgeschäfte Verzerrung des internationalen Wettbewerbs durch Subventionierung Gefahr von Moral-Hazard-Verhalten bei Managern Ausufernde Staatsverschuldung Frage der Nachhaltigkeit US-Banken borgten sich für jeden $ Eigenkapital 12 $; bei deutschen Banken ist das Verhältnis 1:52 (N. Ferguson, DIE ZEIT Nr. 28, 2009) Quelle: SVR 08/09, a.a.o. 159f. Konegen IfP WS09/10 9

10 1. Noch Chronologie 1. 4 Die Rolle des Staates Deutschland, rot-grüne Koalition: seit viertes Finanzmarktförderungsgesetz in Kraft: Zulassung des Derivatehandels Steuerliche Förderung der Kreditverbriefungen Ermöglichung von Hedgefonds W. Schäuble heute dazu: Die immer weitergehende Liberalisierung der Regularien für die Finanzindustrie war im Nachhinein betrachtet ein Fehler. Durch diese Entscheidungen wurden Freiräume geschaffen, die nicht verantwortlich genutzt wurden. Quelle: Stuttgarter Ztg Konegen IfP WS09/10 10

11 1. Chronologie 1.4 Aufteilung der Nettokapitalexporte und importe 2007 Quelle:Sinn, a.a.o. 36 Konegen IfP WS09/10 11

12 1.4 Weltweite Verteilung der Abschreibungsverluste der Finanzinstitute Stand: 2/09, Mrd. $ oder 837 Mrd. Klammerwerte : Mrd. ; Prozentwerte: Anteil an Gesamtabschreibungen Quelle: Sinn, a.a.o:185 Konegen IfP WS09/10 12

13 1.4 Prozentuale Eigenkapitalverluste des Bankensystems Quelle: Sinn, a.a.o: 194 Konegen IfP WS09/10 13

14 1.4 Bankenrettungspakete global: Mrd. Klammerwerte: absolute Zahlen; Prozentwerte: Anteile am Paket Quelle: Sinn, a.a.o: 212 Konegen IfP WS09/10 14

15 1.4 Konjunkturpakete der G-20-Staaten : Mrd. Klammerwerte: absolute Zahlen; Prozentwerte: Anteile am Paket Quelle: Sinn, a.a.o.: 229 Konegen IfP WS09/10 15

16 7. Wo Haftung fehlt, versagen Märkte, Medien und Akteure Quelle: eigene Darstellung Konegen IfP WS09/10 16

17 1.5 Zusammenfassung Ein Kollaps in fünf Schritten US-Immobilienblase Niedrigzinspolitik Ratingagenturen Risikomanagement Finanzaufsicht Quelle: Konegen IfP WS09/10 17

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