Pflegemitarbeitende im Spannungsfeld des wirtschaftlichen Wettbewerbs

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1 Impuls-Veranstaltung Spitäler und Kliniken: Wenn der Wandel gelingen soll Zürich, 13. Juni 2012 Pflegemitarbeitende im Spannungsfeld des wirtschaftlichen Wettbewerbs Monika Beck, MNSc, Pflegewissenschaftlerin, Bahnstrasse 23, CH-5033 Buchs/AG,

2 Die Aufgaben der Pflegefachpersonen verändern sich. Im Patientenprozess übernehmen sie zunehmend Führungsund Steuerungsaufgaben. Welche Möglichkeiten gibt es, den pflegefachlichen und ökonomischen Anforderungen gleichermassen gerecht zu werden?

3 Pflegefachpersonen wird vertraut

4 Unterschiedliche Berufe Diplomierte Pflegefachpersonen Ausbildung auf Stufe Höhere Fachschule oder Fachhochschule Fachpersonen Gesundheit Ausbildung auf Stufe Berufslehre Assistenzpersonen Ausbildung auf Stufe Attest oder geringer

5

6 WAS IST PROFESSIONELLE PFLEGE?

7 Professionelle Pflege (1) Professionelle Pflege fördert und erhält Gesundheit, beugt gesundheitlichen Schäden vor und unterstützt Menschen in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten und deren Therapien. Dies mit dem Ziel, ( ) die bestmögliche Lebensqualitätin allen Phasen des Lebens bis zum Tod zu erreichen. (Definition professionelle Pflege: Institut für Pflegewissenschaft, Universität Basel, 2003)

8 Professionelle Pflege (2) gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten die Ressourcen und den Pflegebedarf erfassen, Ziele setzen, Interventionen planen und durchführen, die Ergebnisse evaluieren sich dem betroffenen Menschen sorgend zuwenden und einfühlsam Anteil nehmen

9 Professionelle Pflege (3) auf Evidenz, reflektierter Erfahrung und Präferenzen der Betreuten basierend physische, psychische, spirituelle, lebensweltliche, soziokulturelle, alters-und geschlechtsbezogene Aspekte einbeziehen umfasst klinische, pädagogische, wissenschaftliche sowie Führungsaufgaben (Definition professionelle Pflege: Institut für Pflegewissenschaft, Universität Basel, 2003) Stark gekürzt

10 Pflege und Medizin Medizin befasst sich mit Krankheit Pflege befasst sich mit Kranksein

11 Wirtschaftlichkeit 1972 (1) Eine Auswahl: Zwei Waschlappen pro Patient, wurden wöchentlich gewechselt Ein Papierhandtuch pro Händewäsche erlaubt Keine Palliativ Care wenige Hämodialysen für den Kanton Aargau, alle in Aarau Übergaberapporte oft ausserhalb der Arbeitszeit Grosse Patientensäle ( ~ 17 Patienten + Zusatzbetten) Funktionelle Arbeitsorganisation Kurze Berufsverweildauer der Krankenschwestern Pflegenotstand, Rekrutierung von Pflegefachpersonen aus dem Ausland (Europa, Asien)

12 Wirtschaftlichkeit heute Eine Auswahl: Preis- und Mengenausweitung Anspruchshaltung der Bevölkerung bez. Hotellerie und Kundenorientierung Anspruchshaltung der Bevölkerung aufgrund der hohen Krankenversicherungsprämien Neue Berufe im Bereich Pflege und Betreuung Elektronische Dokumentationssysteme, die (noch) selten optimal funktionieren Kürzere Aufenthaltsdauer in Akutkliniken

13 Diplomiertes Pflegepersonal Ist wertvoll, schwierig zu finden und die Nachfrage ist grösser, als das Angebot

14 Welche Möglichkeiten gibt es, den pflegefachlichen und ökonomischen Anforderungen gleichermassen gerecht zu werden?

15 Neun Möglichkeiten

16 Mitarbeiterbindung Gute Mitarbeitende müssen behalten werden, doch bestehen in Institutionen kaum diesbezügliche Konzepte (Aiken et al. 2001, Lavoie-Tremblay et al. 2006) Mitarbeitende bleiben im Betrieb und im Beruf, wenn bspw. folgende Rahmenbedingungen gegeben sind: flexible Arbeitszeit, und die Möglichkeit zur Reduktion des Arbeitspensums vor der Pensionierung (Storey et al. 2009; Rüegger& Widmer 2010) Mitarbeiterbindung bedeutet auch, dass die Mitarbeitenden bis zur Pensionierung oder darüber hinaus im Betrieb arbeiten. Dann müssen sich Arbeitgeber auf ältere Mitarbeitende einstellen und dafür sorgen, dass diese auf dem aktuellen Stand des Wissens bleiben (Pfaff 2006)

17 Aufgabenverteilung kompetenzgerecht & prozessorientiert Klare prozessorientierte Kompetenzprofile Diplomierte Pflegefachpersonen müssen ihre Arbeit erledigen können. Dazu gehört auch Dokumentation der Arbeit und schriftliche Planung, aber nicht Administration, Bestellwesen, Logistik, Hauswirtschaft, einführen von Medizinern u.ä.. Auch ältere Pflegende kompetenzgerecht einsetzen Alle machen alles

18 Aufgabenverteilung kompetenzgerecht & prozessorientiert Klare prozessorientierte Kompetenzprofile Diplomierte Pflegefachpersonen müssen ihre Arbeit erledigen können. Dazu gehört auch Dokumentation der Arbeit und schriftliche Planung, aber nicht Administration, Bestellwesen, Logistik, Hauswirtschaft, einführen von Medizinern u.ä.. Auch ältere Pflegende kompetenzgerecht einsetzen Alle machen alles

19 Belastungen erkennen & eliminieren Dem Pflegepersonal Sorge tragen Erholungsräume, «patientenfreie Zonen», zur Verfügung stellen Führungspersonen, die klar kommunizieren Ergonomische Arbeitsplätze Gesundheitsförderungsangebote Einheitliches Pflegeverständnis auf der Abteilung

20 Arbeitsklima Pflegende wollen und brauchen Harmonie bei der Arbeit, damit sie mit den emotionalen Belastungen umgehen können. Den Pflegenden Zeit geben, denn Pflege ist Beziehungsarbeit Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat. Georg Christoph Lichtenberg

21 Arbeitsorganisation patientenorientiert &zweckmässig Grosse Einheiten bilden, geleitet von je einer Personalführung, Fachexpertin und Bildungsverantwortlichen. Bezugspersonenpflege wo möglich, um klare Verantwortungen zu übertragen Alle kümmern sich um Alles und niemand trägt die Verantwortung

22 Arbeitsorganisation patientenorientiert &zweckmässig Grosse Einheiten bilden, geleitet von je einer Personalführung, Fachexpertin und Bildungsverantwortlichen. Bezugspersonenpflege wo möglich, um klare Verantwortungen zu übertragen Alle kümmern sich um Alles und niemand trägt die Verantwortung

23 Fachkompetenz unerlässliche Voraussetzung zur Reduktion der Kosten In stetige Weiterbildung der Pflegefachpersonen investieren, in jedem Alter. Beachten:Je tiefer der Prozentsatz der diplomierten Pflegefachpersonen, desto fachkompetenter müssen diese sein

24 Rahmenbedingungen Rahmenbedingungen müssen die Arbeitsprozesse erleichtern. Präsenzzeit bei den Patienten erhöhen, mit Laptops oder Tablet-PC zur Dokumentation der Daten Nur zweckmässige EDV-Hilfsmittel einsetzen Räumlichkeiten funktionell einrichten, alles Überflüssige entfernen Investieren in die Technik!!!!!

25

26 Qualitätsniveau definieren und kommunizieren gegen innen und aussen. Qualitätsanforderungen an die Mitarbeitenden konkret formulieren aber zum Erreichen der Ergebnisse Freiraum schaffen Qualitätsniveau gegenüber allen Anspruchsgruppen kommunizieren

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28 Qualitätsniveau definiert & kommuniziert Die Qualität der Betreuung ist der Grad des Erfolges, der unter optimalen Bedingungen und vertretbaren Kosten tatsächlich zu erreichen ist. (Donabedian 1988) Welche Qualität kann unter den gegebenen Bedingungen und finanziellen Vorgaben gegeben werden??

29

30 Pflegeaufwand in den DRG Die DRG-Algorithmen erklären die Pflegekosten des Einzelfalls unbefriedigend. Die gebräuchlichen Codes scheinen nur 20-30% der Varianz der Pflegekosten erklären zu können (SwissDRG, 2005) Es kann keine lineare Beziehung zwischen medizinischer Diagnose und erforderlicher Pflege nachgewiesen werden

31 Fazit Welche Möglichkeiten gibt es, den pflegefachlichen und ökonomischen Anforderungen gleichermassen gerecht zu werden? Mitarbeiterbindung ist Chefsache Aufgabenverteilung ist kompetenzgerecht und prozessorientiert Belastungen werden erkannt und eliminiert Arbeitsklima wird berücksichtigt Arbeitsorganisationist patientenorientiert und zweckmässig Fachkompetenz ist eine unerlässliche Voraussetzung Rahmenbedingungen erleichtern die Arbeitsprozesse Qualitätsniveau ist definiert und kommuniziert Pflegeaufwand in den DRG abbilden 31

32 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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