IEG. Berücksichtigung der Umweltwirkung in operativen Entscheidungsprozessen. Osnabrück, den 3. März 2010 Prof. Dr. Burkhardt Funk

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1 Berücksichtigung der Umweltwirkung in operativen Entscheidungsprozessen Osnabrück, den 3. März 2010 Prof. Dr. Burkhardt Funk

2 Motivation Beweggründe Regulativer Rahmen: Gesetzliche Vorgaben für umweltbezogenes Verhalten und Reporting Reduzierung der Kosten: Ökologische Potentiale bieten kurz- und mittelfristige ökonomische Vorteile Marktpositionierung: Umweltorientierte Positionierung verschafft Wettbewerbsvorteile durch Beeinflussung der Kundenwahrnehmung Risikomanagement: Handlung aufgrund erwarteter regulativer Veränderungen und Resourcenengpässen Ökologisches Wertesystem: Handlung aus Überzeugung und Einsatz für ökologische Ziele Bedeutung Umweltwirkung von Produkten wird heute überwiegend in separaten Systemen (und teilw. Abteilungen) ermittelt Häufig münden diese Aktivitäten in verschiedenen Berichten für unterschiedliche Stakeholder Operative Entscheidungen berücksichtigen nur eingeschränkt Umweltüberlegungen Dennoch Annahme: Umweltveränderungen spielen zentrale Rolle in der strategischen Ausrichtung

3 Supplier/Producers Information Needs Information Needs Consuming Stakeholder Anspruchsgruppen und Informationsbedürfnisse SCHEMATIC Monitoring Stakeholder Regulative Pressure Company ERP System Chem. Proc. Modelling Transport HR MF-oriented EMIS PPS Controlling LCA-DB Compliance Management Sales Reporting IO-Tools Norms, Values, Targets Other Stakeholders

4 Integration von BUIS und ERP-Systemen Amount 100 Production Order 901 ag 0 Produktion Stoffstromanalyse ag 1 Resource s Amount Part ag 2 ag 4 ag 5 Dates FS LS FE LE P1: 891 P2: 740 P4: 120 T2: FA740 ag 6 T1: FA901 E10 ag 7 E10 Stückliste P3: T3: FAE P5: E Quelle: Isenmann & Rautenstrauch

5 ERP-basierte Ermittlung der Umweltwirkung Lieferant Stückliste aus SAP MM Substanzen aus SAP EH & S Arbeitsplan from SAP PP Entsorger Product A A1 A2 B B1 Product structure in CfP Material Y, kg Transportation process, km Parameter Production process A Volume, Time B2 Recycling Ratio Materials Parameter Quotas Analysis Production DB Szenarios Impact Assessment Anforderungsspezifikation Use Processes Lifetime, Frequency of Usage etc. Parameter Szenarios Quelle: Kuhrke et al., ECO-Design, TechniData und TU Darmstadt

6 Ergebnisse und offene Fragen bisheriger Projekte Ergebnisse Fokus bisheriger Forschungsprojekte lag auf der Entwicklung von Modellen und Konzepten sowie deren Pilotierung Technische Machbarkeit der ERP/BUIS-Integration konnte gezeigt werden Eine über die Pilotfirmen hinausgehende Etablierung der Konzepte fand in der Praxis nicht statt Referenzmodelle und Technologien wurden nicht als Blaupause für ERP- Entwicklungen genutzt Fragen Warum konnten bisher die Konzepte in der Praxis nicht etabliert werden? Wie können Teilnehmer der SC motiviert werden, produktorientierte Umweltdaten bereitzustellen? Wie kann der hohe Aufwand zur Sammlung der LCI-Daten (Material- und Energiefluß) reduziert werden? Wie groß ist die semantische Lücke zwischen ERP-Systemen und BUIS sowie anderen umweltrelevanten Daten? Kann sie überbrückt werden? 5

7 Zukünftige Entwicklungen Annahmen Nutzung existierender Systeme und Datenquellen (e.g. ERP, BUIS, IO-Tools, LCA-DB) Konzentration auf die eigene Wertschöpfungsstufe bei der Ermittlung der Umweltwirkung (Lieferanten stellen entsprechende Daten bereit) Annahme linearer Zusammenhänge zwischen LCI und LCIA (Austausch der Daten auf Ebene sog. Midpoint Categories) Ziele Weitergehende Automatisierung der produktorientierten LCA durch Überbrückung des Semantic Gabs Einführung einer Bootstrap- Lösung, die eine rasche Abschätzung der Umweltwirkung ermöglicht Letztendlich: Berücksichtigung der Umweltwirkung in operativen Systemen/ Entscheidungen Status des Projekts (innerhalb ERTEMIS): Prototyp für technische Infrastruktur wurde umgesetzt, Zusammenarbeit mit Technidata zur Vermessung der Semantic Gap 6

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