Der Markt für Urlaub und Geschäftsreisen

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1 medialine.de Fakten für Ihre Zukunft. NEU: Mit Extra Kapitel Zukunft Der Markt für Urlaub und Geschäftsreisen PR JECT Daten, Fakten, FUTURE Trends medialine.de/future

2 Inhalt Reisemarkt S 1 Reiseziele S 7 Veranstaltermarkt S 16 Kreuzfahrten S 20 Verkehr S 22 Hotels S 27 Vertrieb S 30 Geschäftsreisen S 33 Zukunft der Touristik S 37 Werbemarkt S 45 Kommunikation S 48 Anhang S 54 Tourismus spürt Auswirkungen der weltweiten Krise Hohe Nachfrage aus Deutschland Bundesbürger sind Weltmeister bei Reiseausgaben Bundesbürger verreisten mehr und länger Badeurlaub bleibt Nr.1 Urlaubsplanung 2009 noch offen Zwei Prozent mehr Ankünfte Deutschland bleibt beliebt Europäer kommen gerne zu Besuch Deutschlandreisende zieht es nach Bayern Europa hat Gewinner und Verlierer Wachstum für viele Fernziele Spanien führt in der Reiseplanung 2009 Türkei holt auf Krisenjahr auch im Tourismus? Fern und AllInclusive legen zu Die großen Drei stabil Wachstum im Mittelstand Boom bei Kreuzfahrten hält an Kreuzfahrer auf Erfolgskurs Krise sorgt für Passagierrückgang Konsolidierung am Himmel geht weiter LowCost wächst langsamer EU öffnet Schienenverkehr Busreisen weiter gefragt Umsatz der deutschen Hotels leicht steigend Hotelketten spüren die Krise Gedrückte Stimmung in den Reisebüros OnlineReisemarkt wächst Deutschland ist gefragt bei BusinessReisenden Geschäftsreiseanbieter unter Druck Bedeutung der Messen konstant Treiber des Wandels im Tourismus Tourismus 2030 Das Spaltungsszenario Das Kontrollszenario Das Lernszenario Werbemarkt erzielt leichtes Plus Print stark Plakat und Internet auf dem Vormarsch Kommunikationskompetenzen sind entscheidend Mediennutzung differenziert Zielgruppen Kommunikationsstrategien für WebUser Mit FOCUS den Erfolg in TopZielgruppen buchen Übersicht Communication Networks 12.0 () Verbände und Institutionen der Branche Quickfinder Download sowie aktuelle Werbeinvestitionen unter

3 Vorwort Reiselust ist krisenresistent In den letzten Jahren ist die deutsche Tourismusbranche kontinuierlich gewachsen: Die Umsätze der Veranstalter und Passagierzahlen der Fluglinien stiegen. Ab Mitte sorgte die globale Wirtschaftskrise allerdings für Turbulenzen. Der Tourismus könnte zumindest in Deutschland dennoch zu den wenigen relativ krisenresis tenten Branchen gehören. Einige Chancen und Herausforderungen für 2009 und die folgenden Jahre lassen sich bereits feststellen: Die Reiselust der Bundesbürger bleibt unverändert groß, viele sind entschlossen, zu verreisen bei den Buchungen agieren sie allerdings bislang vorsichtiger und zögerlicher. Kostenkontrolle wird zu einem wichtigen Aspekt bei der Urlaubsplanung: kürzere und günstigere Reisen, LastMinute und AllInclusive werden wichtiger. Nähere Ziele, die mit Auto, Bus oder Bahn zu erreichen sind, gewinnen. Der Deutschlandtourismus könnte daher von der Krise profitieren. Unter den Auslandszielen dürften vor allem Länder wie die Türkei oder Tunesien, die ein gutes PreisLeistungsVerhältnis bieten, sowie Destinationen mit günstigen Wechselkursen wie die USA punkten. Die beliebtesten Reiseziele der Deutschen, Spanien und Italien, wollen die Besucherzahlen halten. Die Entwicklung der Reiseformen geht neben günstigen Reisen hin zu individuellen Konzepten; davon profitieren viele mittelständi sche Ver anstalter, die ihren Wachstumskurs fortsetzen wer den. Der Boom bei Kreuzfahrten hält an. Auch die Fluggesellschaften erwarten langfristig wie der steigende Passagierzahlen. Die Kon solidierung wird sich, auch angesichts der Krise, fort setzen. Bei Geschäftsreisen spürt die Branche den Sparkurs der Wirtschaft. BusinessTravel Manager sind jetzt als Kosten optimierer bei notwendigen Reisen gefragt. Die FOCUSAnalyse zeigt die wichtigsten Reiseformen, Destinationen und Verkehrsmittel für Ur laub und Geschäftsreise, zudem nennt sie die entscheidenden Anbieter und Vertriebswe ge. Zum Abschluss entwerfen die Experten des Be ratungsinstituts Z_punkt Zukunftsbilder der Branche. Daten zu Werbespendings, Mediamix sowie attraktiven Zielgrup pen und verschie denen Me diennutzungstypen runden das Branchenbild ab. Marketing und Medienprofis bietet die Markt analyse damit einen Überblick über aktuelle Zahlen und Trends im Tourismus. April 2009

4 Reisemarkt Tourismus spürt Auswirkungen der weltweiten Krise Für die Tourismusindustrie ging es in den vergangenen Jahren kontinuierlich aufwärts. war allerdings ein widersprüchliches Jahr: die internationale Finanz und Wirtschaftskrise sorgte gegen Ende des Jahres für starke Turbulenzen in diesem wie auch in vielen anderen Märkten. Dies zeigte sich beispielsweise an der Entwicklung der Ausgaben für Reisen und Touristik: nahm laut World Travel & Tourism Council die Nachfrage für Reisen und Tourismus wei ter zu, 2009 und 2010 soll es zu einem Rückgang oder gar Stillstand kommen. Ähnlich sieht es bei den Touristenankünften aus: Während sich in der ersten Hälfte des Jahres das starke Wachstum der Vorjahre mit einem Plus von fünf Prozent fortsetzte, verreisten in der zweiten Hälfte weltweit ein Prozent weniger Menschen. Insgesamt ergibt sich nach Schätzun gen für das Jahr noch ein leichtes Plus von zwei Prozent sieht die Branche keine Anzeichen für eine Verbesserung. Die von der World Tourism Organization (UNWTO) befragten Tourismusexper ten aus aller Welt erwarten eine Verschlechterung der Situation. Mit einem Rating von 71 ist die Stimmung auf einem Tiefpunkt. Die UNWTO prognos tiziert für 2009 eine Stagnation der Touristenankünfte weltweit oder sogar einen Rückgang um ein bis zwei Prozent. Jede Prognose ist allerdings stark abhängig von der Entwicklung der Gesamtwirtschaft im nächsten Jahr. Weltweite Nachfrage für Reise & Tourismus (in Mrd. USD) 4.355, , , , , , ,5 * Schätzung ** Prognose Quelle: WTTC World Travel & Tourism Council/The Travel & Tourism Satellite Account Internationale Touristenankünfte (in Mio.) Quelle: World Tourism Organization (UNWTO) ,9 * Bewertungen und Erwartungen der Experten Erwartungen Bewertungen ,0 2009** 924 Experten sehen Hoffnung trotz schlechter Lage Viel besser 200 Besser Trotz der schlechten Aussichten lassen sich auch einige positive Punkte nennen. Zum einen hat die internationale Tourismusindustrie vier besonders wachstumsstarke Jahre mit einem durchschnittli chen Anstieg der internationalen Ankünfte von sieben Prozent hinter sich. Zudem gibt es ei nen entscheidenden Unterschied zu den Schwä chephasen des Tourismus, beispielsweise nach dem Gleich 100 Schlechter 50 Viel schlechter Quelle: World Tourism Organization (UNWTO)

5 Reisemarkt 11. September 2001 oder SARS: Anders als damals fehlt es heute nicht an der Lust auf Urlaub die Frage ist vielmehr, ob man sich den Urlaub ange sichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten leisten kann. In der Vergangenheit hatte sich bereits ge zeigt, dass die Tourimusindustrie wirtschaftlichen Abschwüngen häufig besser trotzte als an dere Industrien. Dennoch erwarten die Experten der World Tourism Organization eine Änderung im Reiseverhalten, solange die Krise besteht. Insbesondere das Sparen wird wichtiger, hierfür gibt es verschiedene Strategien. Europa stellt die meisten Touris ten Reisetrends 2009 Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Zeiten erwarten Experten, dass sich das Verhalten der Urlauber und TravelManager weltweit in vielen Bereichen verändern wird: Nähere Reiseziele: Nahziele, auch inländische, gewinnen gegenüber Langstreckendestinationen. Erfolg in Privat und Nischensegmenten: Besuche bei Freunden und Verwandten, wiederholte Reisen, aber auch Special Interest und unabhängige Reisen sind widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen der Krise. Stabiles Reisevolumen: Das Reisevolumen soll weniger stark sinken als Reisedauer und Reiseausgaben. Stärkere Preisorientierung: Urlauber interessieren sich besonders für Destinationen, die viel fürs Geld bieten (z.b. AllInclusive) oder günstige Wechselkurse haben. Mehr Spätbuchungen: Reiseinteressierte verschieben ihre Entscheidungen so lange wie möglich und warten auf günstige Angebote. Strengeres Kostenmanagement in Unternehmen: Firmen begrenzen oder reduzieren die Ausgaben für Geschäftsreisen. Quelle: World Tourism Organization (UNWTO) Europa ist die wichtigste Quellregion für den internationalen Tourismus. Fast 56 Prozent aller überregional Reisenden kamen laut UNWTO aus dieser Region. IPK International nannte im Zuge des World Travel Trend Reports vorläufige Ergebnisse für : Demnach unternahmen die Europäer rund 409 Mio. Reisen, in den ersten neun Monaten stieg die Zahl der Trips lediglich um drei Prozent. Die größten Märkte, insbesondere Deutschland und Großbritannien, erreichten sogar nur ein unterdurchschnittliches Wachstum um zwei Prozent. Deutliche Zuwächse zeigten da gegen Russland und Finnland. Hohe Nachfrage aus Deutschland Internationale Touristenankünfte nach Herkunft* (in %) Nord/ Südamerika 16,6 20,1 Asien/Pazifik * Vorläufige Daten Quelle: World Tourism Organization (UNWTO) Insgesamt: 903 Mio. Afrika Nicht spezifiziert Naher Osten 1,7 3,1 3,0 55,6 Europa Nachfrage für Reisen & Tourismus 2009 Top 10 nach Ländern (in Mrd. USD) 2009 soll die Bundesrepublik nach Angaben des World Travel & Tourism Council (WTTC) die viertgrößte Nachfrage nach Reisen und Tourismus weltweit nach den USA, Japan und China generieren. Die Ausgaben legten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu. Auch in den nächsten zehn Jah ren soll sich nach Meinung der Experten an dem Stellenwert nichts ändern wird Deutschland demnach mit einer Nachfrage von 673,9 Mrd. USDollar weiterhin die Nummer vier sein. An erster Stelle sollen 2019 die USA mit einer Nach frage von annähernd drei Billionen USA Japan 556,1 China 526,6 Deutschland 438,4 Frankreich 378,1 Spanien 310,0 UK 307,2 Italien 281,0 Kanada 176,8 Mexiko 158,2 Quelle: WTTC World Travel & Tourism Council/The Travel & Tourism Satellite Account 1.640,3 2

6 Reisemarkt USDollar stehen, gefolgt von China mit 1,9 Billio nen USDollar und Japan mit 709 Mrd. US Dollar. Deutsch lands Tourismusindustrie (Güter und Dienst leistungen direkt für Besucher, wie Beherbergung und Transport) liegt mit 52 Mrd. Euro 2009 auf dem achten Platz weltweit. Nach den Effekten des Tourismus im weitesten Sinne (Tourismuswirtschaft) kommt die Bundesrepublik 2009 auf den fünften Rang. 328,3 319,3 314,4 Deutsche Tourismuswirtschaft und industrie (in Mrd. EUR) Schätzung Prognose ,0 198,4 191,7 Bundesbürger sind Weltmeister bei Reiseausgaben 55,2 54,8 52,1 Reisen & Tourismus Nachfrage Tourismusindustrie (direkte Effekte) Tourismuswirtschaft (indirekte und direkte Effekte) Gemessen an den Ausgaben für Urlaubsreisen ist Deutschland der Reiseweltmeister: Nach Angaben der UNWTO gaben die Bundesbürger rund 84,7 Mrd. USDollar für Reisen aus. Auf dem zweiten Platz liegen die USA mit 80,8 Mrd. US Dollar. Die Dresdner Bank berechnete für einen neuen Höchststand der Ausgaben in der deutschen Reiseverkehrsbilanz von 61,5 Mrd. Euro. Das Wachstum war damit geringer als in den Vorjahren eine Folge der wirtschaftlichen Krise. Für 2009 erwarten die Experten der Bank jedoch einen leichten Rückgang. Quelle: WTTC World Travel & Tourism Council/The Travel & Tourism Satellite Account 58,9 26,1 Deutsche Reiseverkehrsbilanz (in Mrd. EUR) 60,6 Ausgaben 26,3 Einnahmen 61,5 26,5 60,5 26,0 Über 30 Millionen Urlauber im letzten Jahr * Hochrechnung ** Prognose Quelle: Deutsche Bundesbank/Dresdner Bank * 2009** Laut der FOCUSStudie Communication Networks 12.0 machten rund 60 Prozent der Bevölkerung in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Rei se. Allerdings blieb es bei der Mehrheit davon auch bei einer Urlaubsreise. Weniger wichtig als ein großer Haupturlaub sind den Bundesbürgern Kurzreisen. 53 Prozent erklärten, keinen Kurzurlaub gemacht zu haben. Diejenigen, die Kurzreisen unternehmen, machen dafür aber häufiger mehrere Urlaube. Im Langzeitvergleich zeigt sich, dass der Anteil derjenigen, die eine Urlaubsreise machen, stabil geblieben ist, dies gilt auch für Kurzreisen. Mehrere Urlaubs oder Kurzreisen werden heute allerdings weniger unternommen als noch vor einigen Jahren. Keine 39,2 Fünf und mehr Reisen in den letzten 12 Monaten (in %) Drei bis vier Urlaubsreisen Keine Angabe 3,4 0,2 1,6 10,1 Zwei 45,5 Eine Basis: Bevölkerung, 14 bis 69 Jahre Quelle: Communication Networks 12.0 / Potenzial: 54,90 Mio. 52,7 Keine Kurzreisen Keine Angabe 5,3 24,8 Eine 12,0 Zwei 4,1 1,1 Drei bis Fünf vier und mehr 3

7 Reisemarkt Bundesbürger verreisten mehr und länger Reisemarkt* Deutschland Kennzahlen Veränderung zum Vorjahr (in %) Reisen nach Anlass (in %) Laut IPK International unternahmen die Bundesbürger rund 302 Mio. Reisen innerhalb Deutschlands oder ins Ausland mit mindestens einer Übernachtung. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. 46 Prozent dieser Reisen waren Urlaubsreisen, 39 Prozent waren anders privat motiviert. Bei lediglich 15 Prozent handelte es sich um Geschäftsreisen. Insgesamt gaben die Deutschen nach diesen Zahlen rund 134 Mrd. Euro für Reisen aus. Dieser Wert stieg sogar um sechs Prozent. Die Reisen der Bundesbürger wurden vor allen Dingen wieder länger: Die Zahl der Übernach tungen stieg um fünf Prozent (IPK Internatio nal). Auch die Studie TravelScope veranschlagte für eine durchschnittliche Reise erstmals seit eini gen Jahren wieder eine längere Dauer. 10,8 Tage waren die Bundesbürger demnach in Urlaub könnte die Reisedauer auf Grund von Sparmaßnahmen allerdings wieder sinken. TravelScope beziffert die Zahl der Urlaub s reisen im Tourismusjahr /08 (Novem ber bis Oktober) mit 126,3 Mio., das sind mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit zehn Prozent besonders stark zugelegt haben Reisen zu speziellen Events wie z.b. der FußballEM. Teurerer Urlaub ist gefragt Die Reiseausgaben der Bundesbürger legten zu. Zu diesem Ergebnis kommt IPK International. Auch andere Studien sahen einen Trend zu höheren Urlaubsbudgets. Die ReiseAnalyse/ RA 2009 berechnete für durchschnittliche Reiseausgaben pro Person und Reise von 834 Euro vor zehn Jahren waren es lediglich 737 Euro; das bedeutet eine Steigerung um rund 13 Prozent. Der ADACReisemonitor 2009 weist für einen höheren Anteil teurerer Urlaubsreisen über Euro aus, Mittel und Niedrigpreissegment verloren dagegen. Im langfristigen Trend jedoch gab es weniger hochpreisige Reisen, während günstige zunahmen. Zahl der Reisen Zahl der Nächte Urlaubsreisen Reiseausgaben 42,7 36,1 21, Stand 302 Mio. 1,6 Mrd. 134 Mrd. EUR * Alle In und Auslandsreisen mit mindestens einer Übernachtung Quelle: IPK International/World Travel Monitor Urlaubsausgaben nach Kostengruppen Anteile (in %) 41,3 34,0 24, < EUR Quelle: ADACReisemonitor ,4 36,8 25, EUR > EUR 36,2 35,3 28, Geschäftsreisen Sonstige Privatreisen Durchschnittliche Reisedauer (in Tagen) 11,1 11,0 10, Quelle: TouristScope/TUI, GfK TravelScope, DRV 36,4 36,0 27, ,7 10,8 35,3 34,5 30, ,9 32,4 28,7 4

8 Reisemarkt Badeurlaub bleibt Nr. 1 Mit zwei Dritteln entfiel der größte Anteil der rund 126 Mio. Urlaubsreisen laut GfK TravelScope erneut auf die Sommersaison (von Mai bis Oktober). Im Winter fanden demnach nur rund 44 Mio. Reisen statt. Hierbei handelt es sich häufig um Wintersporturlaube. Bei den bevorzugten Urlaubsarten gab es ebenfalls kaum Veränderungen: Badeurlaub war die häufigste Reiseform. Auch ein Ausruh/Entspannungsurlaub stand hoch im Kurs. Die zweithäufigste Urlaubsform ist der Fa mi lien urlaub, der vor allem bei den 30 bis 40Jährigen gefragt ist. Laut GfK Travel Scope ging die Zahl der Familienurlau be auf Grund wirtschaftlicher Unsicherhei ten zurück. Bei ande ren Urlaubsformen gibt es ebenfalls deutli che Un terschiede in der Nachfrage je nach Alter, z.b. bei Wintersport, Abenteuer und Er lebnis urlaub auf der einen und Rund rei sen, Wellnessund Bildungsurlaub auf der anderen Seite. Neu im An gebot vie ler Ver anstalter sind indivi du elle Privatreisen, d.h. Rund oder Bil dungs reisen oh ne Reisegruppen. Sie sind vor allem bei gut si tu ierten Berufstätigen gefragt und werden für Fern ziele gebucht. Laut GfK Travel Scope sank die Nachfrage nach klassischen Städte rei sen. Da auch die Buchungen von kurzen Flug rei sen sanken, führt die GfK dies auf Dis kus sio nen um Klimaschutz und Treibstoffpreise zu rück. Regelmäßiger Urlaub wichtig Urlauber gesamt* Badeurlaub Familienurlaub Ausruh/ Entspannungsurlaub Städtereise AllInclusiveUrlaub Wintersporturlaub Rundreise Wellnessurlaub Bildungsurlaub (Kultur) Abenteuer/Erlebnisurlaub Sommersporturlaub Cluburlaub Kreuzfahrt Sprachreise Urlaubsarten nach Altersgruppen (in %) Bis 29 Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Potenziale in Mio. 37,58 17,19 10,69 9,94 7,46 3,79 3,69 2,47 1,92 1,52 1,36 1,19 1,11 0,60 0, * Mindestens eine Urlaubs oder Kurzreise in den letzten 12 Monaten unternommen Quelle: Communication Networks 12.0 Regelmäßigkeit von Reisen (in %) AllInclusive ist für viele attraktiv Insbesondere für AllInclusiveUrlaub sehen Marktforscher in Krisenzeiten gute Chancen, denn hier sind sämtliche Kosten im Voraus kal kulierbar. Das Konzept des AllInclusive spricht breite Bevölkerungsgruppen an: Zu den laut CN 12.0 rund 3,8 Mio. AllInclusive Reisenden der letzten zwölf Monate gehören leicht überproportional viele Mitglieder der attraktiven Zielgruppe zwischen 30 und 49 Jahren Menschen also, die voll im Berufs oder Familienleben stehen und entsprechend einen vollkommen sorgenfreien Urlaub suchen. Zudem sind vor allem die Mitglieder von besser verdienenden Haushalten an dieser Urlaubsform interessiert obwohl gerade sie eher weniger auf Kostenkontrolle und ein günstiges PreisLeistungsVerhältnis achten müssten. Die ReiseAnalyse der F.U.R fragt gezielt nach Ur laubsreisen im engeren Sinne ab fünf Tagen Län ge und kam auf insgesamt 64 Mio. Ur laubsreisen in. Die RA 2009 bestätigt außerdem den hohen Stellenwert des Urlaubs in Deutschland: Der Anteil der regelmäßig Reisenden stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf mitt ler wei le 60 Prozent. Zudem gehört der Urlaub zu den zentralen Konsumfeldern: In der Gesamtbevölkerung wurde Urlaub als vierthäufigster Grund für Ausgaben genannt. Noch höher war die Bedeutung bei denjenigen, die in Urlaub gefah ren sind Regelmäßig Reisende IntervallReisende Basis: Bevölkerung ab 14 Jahre Quelle: F.U.R ReiseAnalyse/RA SeltenReisende 5

9 Reisemarkt Urlaubsplanung 2009 noch offen Entwicklung der Reiseabsichten /2009 (in %) Die Bedeutung des Urlaubs bleibt auch 2009 hoch: Laut der 25. Deutschen Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen sind 42,2 Prozent der Bundesbürger fest entschlossen, 2009 zu verreisen. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die noch unsicher sind, mit 34,8 Prozent vergleichsweise sehr hoch. Auch die ReiseAnalyse/RA 2009 zeigt, dass die Reiseplanung 2009 zögerlicher vonstatten geht. Ansonsten ist das Bild allerdings ähnlich wie schon Bereits gebucht Ziel klar, nichts gebucht Reisen ja, Ziel unklar Reisen nicht möglich 6 7 Reise ungewiss Keine Reise Die Trendindikatoren für den Urlaub 2009 fallen im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger positiv aus. Ende hatten sich etwas mehr als drei Viertel der Befragten schon Gedanken über den kommenden Jahresurlaub gemacht waren es drei Prozent mehr. Insgesamt ist die Unsicherheit bei allen Faktoren größer geworden. Sorgen macht 2009 vor allem das Geld: mit 28 Prozent können sich drei Prozent mehr als im Vorjahr den Urlaub nach eigener Einschätzung voraussichtlich nicht leisten. Die Reiseabsichten bleiben damit für 2009 zwar stabil, dennoch versuchen viele Reisende zu sparen. Laut ReiseAnalyse der F.U.R wollen elf Prozent weniger aus geben, 22 Prozent wissen es noch nicht. Ihre kon kreten Ein sparpläne bestä tigen viele Trends, die die UNWTO auch international feststellte: Urlauber setzen auf Sonderangebote, suchen güns tige Reiseziele oder versuchen, die Neben kos ten zu redu zieren. Basis: Bevölkerung = 100 Prozent Quelle: F.U.R ReiseAnalyse/RA Gedanken (Schon über Urlaubsreise 2009 nachgedacht) Geld (Urlaubsreise 2009 finanziell möglich) Basis: Bevölkerung, 16 bis 64 Jahre Quelle: F.U.R/RA online 11/08 Mögliche Einsparungen bei Urlaubsreisen 2009 der Reisenden * (in %) Verstärkt nach Sonderangeboten suchen Urlaubsreisen 2009 Trendindikatoren (in %) Zeit (Urlaubsreise 2009 zeitlich möglich) Lust (Urlaubsreiselust schon heute) Eher nein Unsicher Ja 30 Deutlich weniger Geld für ihren Urlaub ausgeben wollen laut einer GfKBefragung vom vierten Quar tal vor allem die unter 50Jährigen. Zu dieser Zielgruppe gehören z.b. junge Familien, die in der Krise stärker sparen müssen. Unter den 50 bis 64Jährigen stieg die Ausgabebereitschaft dagegen; ihre Mit glieder sind finanziell unabhängig und mobil. Dieser Nach frageentwicklung entsprechend dürf te sich die Polarisierung des Reisemarktes in ein gehobenes und ein Niedrigpreissegment 2009 fortsetzen. Ein preisgünstiges Ziel aussuchen In der günstigeren Nebensaison Urlaub machen Eine preisgünstige Unterkunft wählen Bei den Nebenkosten am Urlaubsort sparsamer sein Gar keine Urlaubsreise machen Eine kürzere Urlaubsreise machen Ein näher gelegenes Reiseziel wählen Weniger Urlaubsreisen machen Anstelle einer langen mehrere kürzere Reisen machen * Basis: Reisende und Werde 2009 für meine Urlaubsreisen im Vergleich zu weniger ausgeben/weiß noch nicht (Mehrfachnennungen möglich) Quelle: F.U.R ReiseAnalyse/RA

10 Reiseziele Zwei Prozent mehr Ankünfte Mit weltweit rund 924 Mio. touristischen Ankünften in wurde eine Steigerung von fast zwei Prozent erzielt. Dieses Wachstum entstand hauptsächlich in den ersten sechs Monaten in der zweiten Hälfte des Jahres zeigten sich die Auswirkungen der internationalen Finanz und Wirtschaftskrise mit sinkenden Ankünften. Darüber hinaus gab es starke Schwankungen bei den Ölpreisen und Wechselkursen. Katastrophen und Unruhen sorgten außerdem wie schon in den vergangenen Jahren für negative Schlagzeilen insbesondere die Terroranschläge in Mumbai und das Erdbeben in Chinas SichuanProvinz. Bei den positiven Impulsen wie derum generierten die Olympischen Som merspiele in Peking nicht das erwartete Wachstum der Ankünfte. Im europäischen Raum führte ein Minus von drei Prozent im zweiten Halbjahr zu einem schwachen Gesamtergebnis für das Jahr. Am besten entwickelten sich der Nahe Osten, Zentralamerika, Südamerika und Afrika. Die weiteren negativen Auswirkungen der Finanzkrise sol len laut ITB World Travel Trends Report vor allem Nord amerika und Europa treffen. Asien/Pa zifik und Lateinamerika wiederum könnten bald wieder von der steigenden Nachfrage aus den Schwellenländern China und Indien profitieren. Touristen lieben Frankreich Frankreich war mit 80 Mio. ausländischen Besuchern weltweit das beliebteste Reiseland. An zweiter Stelle folgen die USA mit 58,7 Mio. touristischen Ankünften. Die Staa ten setzten sich mit dem einzigen Wachstum un ter den Top 5 vor Spanien. Auch in der Türkei leg ten die An künf te zu mit 22 Prozent erzielte das Land das höchste Wachstum unter den Top 10 und über run dete die Bundesrepublik. Deutschland steht nun mit fast 25 Mio. internatio nalen Be suchern auf dem achten Rang. Im Travel & Tourism Competitiveness Index 2009 liegt die BRD allerdings auf Platz drei konstant seit. Welt Europa Nord West Zentral/Ost Süd/Mediterran Asien/Pazifik Nordostasien Südostasien Ozeanien Südasien Amerika Nordamerika Karibik Zentralamerika Südamerika Afrika Nordafrika Subsahara Naher Osten Internationale Touristenankünfte * Veränderung zum Vorjahr (in %) * Vorläufige Zahlen Quelle: UNWTO/World Tourism Barometer Frankreich USA Spanien China Italien Großbritannien Türkei Deutschland Mexiko Österreich Touristenankünfte (in Mio.) ,5 56,8 153,1 99,4 179,2 188,3 104,7 61,8 10,6 11,3 147,6 98,4 19,7 8,4 21,1 46,9 17,1 29,8 52,9 2,1 1,2 1,5 +0,1 +0,6 +0,4 +1,8 +1,6 +1,2 +2,6 +3,6 +3,6 +3,2 +4,3 +4,6 +4,1 +5,3 +5,9 +7,9 Top 10 Reiseziele aller Nationen Besucher im Jahr (in Mio.) 21,9 30,5 27,0 24,9 22,9 42,8 58,7 59,0 53,0 +7,9% 79,4 1,0% +21,6% +2,0% +7,0% 2,1% Prozentangaben: Veränderung zum Vorjahr Quelle: UNWTO/DRV Fakten und Zahlen zum deutschen Reisemarkt 3,1% +3,7% 2,7% 27,5 +11,3 3,1% 7

11 Reiseziele Urlaube gehen häufiger ins Ausland als Reisen allgemein Deutschland ist nicht nur eines der attraktivsten Reiseziele für internationale Touristen, auch die Deutschen selbst machen hier gerne Urlaub. Andererseits zieht es die Bundesbürger als Reiseweltmeister in alle Welt. Laut IPK International mach ten die Bundesbürger im Inland rund 226 Mio. Reisen sowohl geschäftlicher als auch privater Natur mit mindestens einer Übernachtung, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Auslandsreisen kamen nur auf einen Anteil von einem Vier tel. Bei den rund 138 Mio. Urlaubsreisen lagen die Rei seziele anders: Hier erreichten Auslandsreisen einen höheren Anteil von 38 Prozent. Dies entspricht fast 53 Mio. Reisen. In Deutschland selbst wurden 85 Mio. oder 62 Prozent der Urlaube ge macht eine Steigerung um zwei Prozent gegenüber. Reisen ins In und Ausland der Deutschen (in %) Alle Reisen (Urlaub, Geschäftsreisen, VFR) Insgesamt: 302 Mio. Auslandsreise (+0%) Inlandsreise (+3%) * Mindestens eine Übernachtung Zahlen in Klammern: Veränderung zum Vorjahr Quelle: IPK International/World Travel Monitor 68,3 In Deutschland 45,1 45,6 68,4 Auslandsurlaub (+1%) 38 Urlaubsziele (in %) Im europäischen Ausland 48,9 72,0 51,8 Urlaubsreisen* Insgesamt: 138 Mio. Außerhalb Europas 74,7 51,0 62 Inlandsurlaub (+2%) 74,4 Deutschland bleibt beliebt Nach der Studie Communication Networks 12.0 verreiste jeder zweite deutsche Reisende für einen längeren Urlaub innerhalb Deutschlands. Zudem hier sind Mehrfachnennungen bei mehreren Reisen möglich besuchten drei Viertel das europäische Ausland. Besonders stark gestiegen ist allerdings die Beliebtheit des außereuropäischen Auslands. waren 14 Prozent der Urlauber zu Fernzielen unterwegs 2004 waren es lediglich rund zehn Prozent. Zu Anfang des 21. Jahrhunderts erholte sich der Fernreisemarkt noch von dem Schock des 11. September 2001, wie der ADACReisemonitor deutlich zeigt. Nach dieser Befragung vom Dezember wollen weniger Bundesbürger im laufenden Jahr 2009 einen Urlaub in Deutschland machen. Viele Experten ge hen demgegenüber von einem positiven Trend für den Deutschlandtourismus aus. Laut Reise Analyse 2009 der F.U.R blieb der Deutschlandanteil an allen Urlaubs reisen in den vergangenen Jahren mit rund 31 Prozent sta bil. 10, CN 8.0 (35,13 Mio.) 12, CN 9.0 (34,12 Mio.) 13,8 CN 10.0 (32,97 Mio.) Basis: Mindestens eine längere Urlaubsreise in den letzten 12 Monaten Quelle: Communication Networks (CN) 62,4 60,5 60,3 61,5 31,4 32,2 11,4 12,3 11, , * Geplant Quelle: ADACReisemonitor 2009 (Mehrfachnennungen möglich) 13,5 CN 11.0 (31,98 Mio.) Entwicklung der Urlaubsreisen (in %) 29,7 12, Europaurlaub 58,5 33,8 14, ,2 34,8 10, Deutschlandurlaub 60,3 33,7 10, ,9 33,1 12, ,2 32,4 13, ,2 33,8 12, Fernreisen 55,2 34,0 12,8 56,8 36,6 12,1 14,2 CN 12.0 (31,51 Mio.) 54,7 37,3 14,5 55,6 33,0 14,6 2009* 8

12 Reiseziele Übernachtungen in Deutschland sollen weiter zulegen Übernachtungen in Deutschland (in Mio.) Deutsche Besucher Ausländische Besucher Deutsche stellen die häufigsten Gäste in deutschen Beherbergungsstätten. blieben sie 313 Mio. Nächte in Hotels, Gaststätten und auf Campingplätzen. Ausländische Besucher verbrachten hierzulande 56,5 Mio. Nächte. Langfristig rechnet die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) damit, dass die Gästezahlen deutlich steigen dürften: Bis 2015 hält die DZT bei erfolgreichem Marketing 66 Mio. Übernachtungen aus dem Ausland für möglich. 307,1 313,1 54,8 56,5 Quelle: Statistisches Bundesamt/DRV Fakten und Zahlen zum deutschen Reisemarkt Europäer kommen gerne zu Besuch Auslandsübernachtungen* nach Regionen (in Mio.) 51, Prognose 2015 Bedingt vor allem durch die räumliche und kulturelle Nähe kommen die häufigsten ausländischen Gäste aus Europa: 42,3 Mio. Übernachtungen wurden durch Europäer gebucht. Hier erwartet die DZT ein deutliches Wachstum von rund 21 Pro zent bis Insbesondere die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz und Italien gehören heu te zu den wichtigsten Quellmärkten für Deutsch land. Insgesamt ist die Region Nordwest/Südwesteuropa mit 50 Prozent Anteil an den Ausländerübernachtungen die wichtigste Herkunftsregion. Etwas stärker soll die Nachfrage aus Amerika und Israel zulegen. Die USA sind mit 4,4 Mio. Übernachtungen der führende Überseemarkt. Auch aus Asien, Australien und Afrika werden voraussichtlich mehr Touristen kommen. Insbesondere China soll in den nächsten Jahren stark zulegen und mit zwei Mio. Übernachtungen bis 2015 zum größten asiatischen Quellmarkt werden. Die Wirtschaftskrise macht den Branchen ex per ten der DZT nun allerdings Sorgen: Insbeson dere die Urlauber aus den USA, Großbritannien und Spanien dürften sich auf Grund der wirt schaft li chen Situation zurückhalten. Aus China und In dien erwartet die DZT trotz Krise leichte Zuwächse. 33,6 42,3 Europa * Inkl. Camping, ohne sonstige Übernachtungen Quelle: Statistisches Bundesamt 2009/DZT Deutsche Zentrale für Tourismus 4,9 5,3 6,5 Asien/Australien/Afrika 5,6 6,3 Amerika/Israel Top 20 Quellmärkte für Deutschland nach Übernachtungen (in Mio.) Niederlande USA UK Schweiz Italien Österreich Belgien Frankreich Dänemark Spanien Schweden Polen Russland Japan China VR u. Hongkong Arabische Golfstaaten Tschechische Republik Norwegen Kanada Finnland 2,5 2,5 2,4 2,3 1,8 1,5 4,4 4,2 3,7 3,1 +4,0% +2,1% +3,4% +7,7% +0,5% 0,4% 1,3 +9,6% 1,3 +19,4% 1,1 5,3% 0,9 0,8% 0,8 +7,1% 0,7 +12,2% 0,7 +4,1% 0,6 +4,8% 0,5 1,8% Prozentangaben: Veränderung zum Vorjahr Quelle: Statistisches Bundesamt 2009/DZT Deutsche Zentrale für Tourismus 9,7 +2,2% +1,1% 4,6% 4,3% 8,0 +7,7% 9

13 Reiseziele Mehr Inlandsübernachtungen Übernachtungen* inländischer Gäste (in Mio.) Gäste aus dem Inland übernachteten häufiger in Beherbergungsstätten in Deutschland. Das Statistische Bundesamt zählte insgesamt 313 Mio. Übernachtungen. In den vergangenen Jahren ging es damit kontinuierlich aufwärts: Seit 2004 legten die Inländerübernachtungen um fast sieben Prozent zu. Vor allem einen Haupturlaub verbringen die Deutschen häufiger im eigenen Land, wie die Zahlen der Deutschen Zentrale für Tourismus zeigen. 293,4 295,7 298, ,1 313,1 ** Deutsche machen im eigenen Land vor allem Urlaub * In Beherbergungsstätten mit neun oder mehr Betten und auf Campingplätzen ** Vorläufiges Ergebnis Quelle: Statistisches Bundesamt Die Bundesbürger unternahmen in ihrem Land nach Angaben der DZT rund 226 Mio. Reisen. Der größte Teil davon waren mit 46 Prozent sonstige Privatreisen, beispielsweise um Freunde und Verwandte zu besuchen (VFR Visiting Friends & Relatives). Urlaubsreisen im engeren Sinne machten fast 38 Prozent der Reisen aus. Dabei kamen kürzere und längere Reisen etwa gleich häufig vor. Allerdings erzielten die Urlaube ab vier Übernachtungen ein deutlich größeres Wachstum das stärkste aller Inländerreisen wäh rend Kurzurlaube rückläufig waren. Geschäftsreisen entwickeln sich noch positiv. Insgesamt sind jedoch nur 16 Prozent aller Reisen der Deutschen in Deutschland geschäftlich motiviert. Alle Reisen Urlaubsreisen Kurzurlaub (1 3 Nächte) Langurlaub (4+ Nächte) Geschäftsreisen VFR/Privatreisen Inlandsreisen der Deutschen * Veränderung zum Vorjahr (in %) Reisen (in Mio.) * Vorläufig Basis: Reisen ab einer Übernachtung Quelle: DZT Deutsche Zentrale für Tourismus/Deutscher Reisemonitor Zugelegt haben unter den Urlaubsreisen in Deutschland nach Angaben der DZT insbesondere Badeurlaub (+11 Prozent), Urlaub auf dem Land (+4 Prozent) und Rundreisen (+3 Prozent). Dagegen war die Nachfrage nach Städte reisen mit minus drei Prozent rückläufig. Für 2009 erwartet die DZT auf Grund der Krise ein durchwachsenes Ergebnis für den Inlandstourismus. Die Prognose beläuft sich auf ein Minus von 2,5 Prozent. Dies liegt wesentlich an Geschäftsreisen und Kurzurlauben, Lang urlaube sollen stabil blei ben oder sogar leicht zu legen. Deutschland ist familienfreundlich Laut der 25. Deutschen Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen ist Deutschlandurlaub vor allem bei Familien mit Kindern gefragt: Nahezu jede zweite Familie blieb demnach für einen Urlaub im Land. Beim Familienurlaub entscheiden vielfach Nähe, Preis und Praktikabilität. Hier kann Deutschland als Reiseland für Inländer punkten. Auch die ReiseAnalyse zeigt einen kontinuierlichen Trend zu Deutschland als favorisiertem Reiseziel für Familien. Der Marktanteil der inländischen Ziele bei Familienferien steigt. Unter den im Reisebüro gebuchten Familienreisen kam Deutschland auf den dritten Platz (Vorjahr Platz vier hinter Griechenland) nach Spanien und der Türkei gemäß den Zahlen des DRV. 10

14 Reiseziele Deutschlandreisende zieht es nach Bayern Inländerübernachtungen* nach Bundesländern Übernachtungen (in Mio.) Veränderung zum Vorjahr (in %) Bayern ist schon seit vielen Jahren das wichtigste Inlandsziel für die Bundesbürger. Der Marktan teil dieses Bundeslandes sinkt allerdings: 1993 entfiel auf Bayern ein Viertel der Übernachtungen, heute ist es noch ein Fünftel. Unter den Flächenländern erreichte MecklenburgVorpommern wie schon im Vorjahr den größten Zuwachs bei den Übernachtungen. Die Stadtstaaten Hamburg und Bremen verzeichneten mehr Gäste, Berlin blieb lediglich stabil. Wachstumsstärkste Stadt (Januar bis November) war laut DZT Hannover mit einem Plus von 16,6 Prozent; Düsseldorf erzielte einen Zuwachs von 8,9 Prozent. Dagegen gingen die Übernachtungen in Köln und Dresden um drei bis vier Prozent zurück. Im inländischen Städtetourismus sind häufig Leitmessen für das Abschneiden einer Stadt entscheidend. Deutsche Großstädte legten in den Nachfragen laut Statistischem Bundesamt allgemein nicht so stark zu. Während sie ein Plus von fast fünf Prozent erzielten, ließ der Zuwachs auf 2,2 Prozent nach. Ebenfalls rückläufig war der Zuwachs in kleinen Städten. In mittelgroßen Städten blieb er mit 2,3 Prozent nahezu stabil. Nach Regionen konnte vor allem der Niederrhein mit einem Plus von 8,5 Prozent zulegen. Eben falls erfolgreich entwickelten sich der mittlere Neckar (+7,4 Prozent) und die Region Rügen/ Hiddensee (+6,2 Prozent). Laut ReiseAnalyse/RA 2009 lassen sich die beliebtesten Ziele einfach ein teilen: Die Bundesbürger wollen in die Berge oder ans Meer. Zu diesem Ergebnis kommt auch GfK TravelScope: Von 29,8 Mio. Inlandsurlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer verbrachten die Deutschen 9,5 Mio. an Nord oder Ostsee, auf wei tere 8,8 Mio. kommen Alpen und Voralpenland (2 Mio.), BadenWürttemberg (2,6 Mio.) und sonstiges Bayern (4,2 Mio.). Auch Communication Networks bestätigt die se beliebtesten Urlaubsziele und zeigt ebenfalls eine rückläufige Tendenz für Bayern, während insbesondere die Ostsee in den letzten Jahren stark zulegte. Bayern BadenWürttemberg Niedersachsen NordrheinWestfalen MecklenburgVorpommern SchleswigHolstein Hessen RheinlandPfalz Sachsen Berlin Brandenburg Thüringen SachsenAnhalt Hamburg Saarland Bremen 64,1 35,9 34,0 33,5 26,7 22,5 22,0 15,1 14,7 10,7 9,4 8,7 6,2 6,1 2,0 1,2 +0,1 +0,9 +0,5 +1,3 +2,4 * In Beherbergungsstätten mit mehr als neun Betten inkl. Camping Quelle: DZT Deutsche Zentrale für Tourismus/Statistisches Bundesamt Bei Urlaubsreisenden* ±0 +1,0 +1,5 +2,7 +2,7 +2,5 +2,2 +1,8 +4,3 +4,3 Deutsche Ferienregionen als Urlaubs oder Kurzreiseziel (in %) Ostsee Bayern Nordsee Schwarzwald MecklenburgVorpommern Sachsen Thüringen Sonstige Regionen in Deutschland Bei Kurzreisenden** Ostsee Bayern Nordsee Schwarzwald MecklenburgVorpommern Sachsen Thüringen Sonstige Regionen in Deutschland : CN 12.0 (16,08 Mio.) 2004: CN 8.0 (15,84 Mio.) 10,5 11,2 8,4 8,8 6,1 4,1 6,0 5,9 : CN 12.0 (16,33 Mio.) 10,1 11,4 8,3 9,2 7,2 4,8 6,9 6,2 2004: CN 8.0 (13,87 Mio.) 23,2 22,3 21,9 17,3 21,2 * Mindestens eine Urlaubsreise von mindestens einer Woche Dauer in Deutschland ** Mindestens eine Kurzsreise von weniger als einer Woche Dauer in Deutschland Quelle: Communication Networks (CN) +9,7 26,4 23,9 23,0 28,5 19,9 21,3 28,8 28,4 28,9 26,7 35,9 11

15 Reiseziele Deutsche sind gefragte Gäste Die Bundesbürger sind eine attraktive Reisezielgruppe für Länder in aller Welt. Sie verreisen viel und lassen vor allen Dingen viel Geld in ihren Urlaubsländern. Die höchsten Reiseausgaben tätigten die Deutschen in Spanien mit 6,9 Mrd. Euro. Auch im Krisenjahr 2009 hoffen die Destinationen darauf, dass die Deutschen weiterhin reisen und konsumieren werden: Einige Länder und Regionen, wie Spanien, die Balearen, Tunesien oder Griechenland, wollen nun ihre Wer bung hierzulande verstärken oder haben dies bereits getan. Andere unterstützen die Tourismuswirtschaft mit Nachlässen auf Gebühren, wie bei spielsweise Ägyp ten. Einen starken Einfluss auf die Nachfrage haben auch äußere Ereignisse und Umstände: Positiv wirken sich neue attraktive Angebote oder eine bessere Anbindung, z.b. durch LowCostFlieger, aus. Negativ sind dagegen Na tur katastrophen, po litische Krisen oder Krank heiten. Europa hat Gewinner und Verlierer Klassische Nahziele, wie die Niederlande, Österreich, die Schweiz oder Schweden, gewannen mehr Besucher. Die beiden Alpenstaaten profitierten u.a. von den Effekten der FußballEM. Frankreich erwartete für einen leichten Zuwachs, insbesondere dank guter Schnellzug anbindung, z.b. neu seit Mitte zwischen Frankfurt, Stutt gart und Paris. Es kam jedoch auch zu Rück gän gen: So führte Dänemark das Minus auf das Hoch der Benzinpreise Mitte und die Finanz krise zurück. Das stärkste Wachstum der europä ischen Mittelmeerreiseziele für Deutsche erreichten Malta und die Türkei. In der Türkei zeigte sich der Tou rismus krisenresistent die Buchungen für 2009 hielten bisher das Niveau des Vorjahres. Diese Destination überzeugt nach Meinung der Experten mit Service, PreisLeistung und AllInclusiveKonzepten. Das Land will weiter wachsen: Derzeit Spanien Österreich Italien Frankreich Türkei Niederlande USA Schweiz Polen Tschechien Reiseausgaben der Deutschen im Ausland (in Mrd. EUR) * Geschätzt Quelle: Deutsche Bundesbank/Dresdner Bank Frankreich Dänemark* Österreich Schweiz Norwegen Großbritannien Niederlande Schweden Finnland* Irland Island Belgien Spanien Italien Türkei Griechenland Kroatien Portugal Zypern Malta 2,4 2,2 2,0 2,1 *Anzahl der Übernachtungen; **Geschätzt Quelle: Zeitschrift Travel One vom *Geschätzt Quelle: Zeitschrift Travel One vom ,6 4,0 3,5 3,5 3,1 3,4 3,0 2,8 2,6 2, ,6 5,8 Reisebilanz: West und Nordeuropa Besucherentwicklung aus Deutschland (in Tsd.) ,3 6,5 Reisebilanz: Europäische Mittelmeergebiete Besucherentwicklung aus Deutschland (in Tsd.) Leichter Zuwachs Leichter Rückgang** * * ,9 6,7 * * 2009 (Prognose) Leichter Zuwachs Leichter Rückgang 640 Zuwachs (Prognose) Zuwachs Plus 2 3%

16 Reiseziele werden laut türkischer Botschaft mehr als Anlagen und Hotels gebaut. Spanien, mit zehn Mio. Besuchern aus Deutschland eine der wichtigsten Destinationen der Reisebilanz, will 2009 das Niveau des Vorjahres halten. Probleme könnten al lerdings die reduzierten Flug kapazitäten machen. Buchungen werden jetzt mit Marketing Ak tionen, verlängerten Frühbucherfris ten und Rabatten ge fördert. Auch die neue Touris musstaats sekre tä rin in Italien will den deut schen Markt mit einer großen nationalen Offensive erobern. Trotz zöger licher Buchungen im ersten Quartal 2009 soll wie der der Vorjahreswert von neun Mio. deutschen Besuchern erreicht werden. Da der britische Markt auf Grund der Kri se schwä chelt, wendet sich auch Portugal stärker an deut sche Urlauber, die bislang drittgrößte Besu cher gruppe. Das Land arbeitet an neuen Konzep ten, z.b. an Alternativen zu AllInclusive, das es in dem Land bislang wenig gibt. Osteuropa entwickelte sich sehr unterschiedlich: Trotz Einführung des Euro gingen die Besuche in Slowenien um sieben Prozent zurück. Rück gänge ver zeich nete auch Tschechien. Polen und Rumänien empfin gen hingegen deutlich mehr deut sche Gäste. Communication Networks 12.0 zeigt, welche dieser europäischen Reiseziele (Länder oder teil weise Regionen) für kürzere (weniger als eine Wo che) oder längere Reisen am attraktivsten sind. Polen Ungarn Tschechien Slowenien Rumänien Russland Bulgarien Lettland Litauen Estland Reisebilanz: Osteuropa Besucherentwicklung aus Deutschland (in Tsd.) *Touristen; **Geschätzt; ***Bis 08/08 Quelle: Zeitschrift Travel One vom * * ** ** *** Urlaubsreisen ins europäische Ausland* in den letzten 12 Monaten (in %) Italien Österreich Türkei Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera) Frankreich Griechenland Kanarische Inseln Spanisches Festland Kroatien Dänemark Niederlande Schweiz Portugal * Ausgewählte Reiseziele Quelle: Communication Networks ,2 3,1 Reisebilanz: Afrika/Naher Osten Besucherentwicklung aus Deutschland (in Tsd.) 7,8 7,3 7,2 6,8 6,4 6,8 7,1 6,1 5,3 5,8 6,2 5,3 7,3 4,5 5, (Prognose) ,6 19,2 15,6 20,6 14,0 11,6 12,7 11,1 10,2 Mindestens eine Urlaubsreise ins europäische Ausland (23,43 Mio.) Mindestens eine kürzere Urlaubsreise (weniger als eine Woche) ins europäische Ausland (15,77 Mio.) Wachstum für viele Fernziele In Afrika gab es ein NordSüdGefälle: Wäh rend mehr deutsche Gäste die Länder im Norden besuchten, reisten weniger in den Süden. Ma rok ko und Ägypten legten stark zu und auch Tunesien erziel te ein leichtes Plus. Tunesien könnte 2009 mit kurzer Flugdauer, günstigen Prei sen und vie len AllInclusiveAngeboten punkten. Ägypten be fürch tet allerdings für 2009 schlechtere Er gebnisse. Marokko will im deutschen Markt Ägypten Tunesien Dubai Südafrika Marokko Israel Kenia Abu Dhabi Namibia Mauritius Seychellen Jordanien *Bis 10/08; **Bis 11/08; ***Geschätzt Quelle: Zeitschrift Travel One vom * **44 84 *** (Prognose) 16,

17 Reiseziele Anteile gewinnen und seinen Tourismus in Richtung Qua lität weiterentwickeln. Südafrika und ins be sonde re Kenia, das Anfang von schweren politischen Unruhen geschüttelt wurde, verloren deutlich in der Gunst deutscher Reisender. Südafrika bereitet sich nun auf die FußballWM 2010 vor; Kenia versucht, die Urlauber mit reduzierten Visagebühren zu locken. Einen positiven Abschluss der Bilanz erzielten Israel und Jordanien. Wegen des GazaKriegs erwartet Israel 2009 allerdings kein weiteres Wachs tum. Die Emirate, allen voran Abu Dhabi und Dubai, hatten in den vergangenen Jahren zahllose große touristische Projekte aufgebaut und einen anhaltenden Boom erlebt. Nun stockt das Wachstum. Hotels reagieren mit günstigeren Konditionen. Dies treibt die Buchungen bei ei nigen Veranstaltern für bestimmte Ziele bereits an. Nordamerika USA Kanada Mittel/Südamerika Brasilien Peru Mexiko Chile Ecuador Karibik Dom. Republik Kuba Jamaika Bahamas Trinidad/Tobago Barbados Tahiti Curaçao Grenada Aruba Reisebilanz: Amerika/Karibik Besucherentwicklung aus Deutschland (in Tsd.) *Geschätzt; **Nur Flug; ***Bis 06/08; ****Bis 09/08 Quelle: Zeitschrift Travel One vom ** ** ** *308 *** ****4 *3 *** (Prognose) 308 Zuwachs Im asiatischen Raum gewinnt der Südosten stärker als der Rest des Kontinents. Malaysia beispielsweise hatte erstmals über Gäste aus Deutschland. Teilweise dürfte dies allerdings auch an den Unruhen im Nachbarland Thailand, dem wichtigs ten Reiseziel in dieser Re gion, gelegen haben. Auch Vietnam überschritt mit einem zweistelligen Wachstum die Marke von deutschen Besuchern. In China gingen die Gästezahlen aus Deutschland zurück das Großevent Olympia wirkte hier wahrscheinlich abschreckend. Japan und Korea legten dagegen weiter zu. In Indien schrumpfte der Geschäftsreise verkehr auf Grund der Wirtschaftskrise schon früh, zudem entsetzten die Terrorangriffe in Mumbai die Welt. Die USA erlebten ein touristisches Boomjahr bei Besuchern aus Deutsch land. Dank günsti ger Dollarkurse, guter Verfügbarkeit durch eine schwa che Inlandsnachfrage und einem positiveren Image ( ObamaEffekt ) besuchten 1,8 Mio. Bundes bürger das Land; im Rekordjahr 2001 waren es zwei Mio. gewesen. Die Karibik entwickelte sich größtenteils positiv: Sowohl Trinidad, Grenada, Kuba als auch Mexiko legten zu; Rückgänge verbuchten die Dominikanische Republik und Jamaika. Thailand China Hongkong Singapur Indien Indonesien Vietnam Japan Malaysia Korea Malediven Philippinen Kambodscha Taiwan Sri Lanka Macau Myanmar Ozeanien Australien Neuseeland Reisebilanz: Asien/Ozeanien Besucherentwicklung aus Deutschland (in Tsd.) *Geschätzt; **Bis 10/08; ***Bis 11/08 Quelle: Zeitschrift Travel One vom *541 ** *120 *** * (Prognose)

18 Reiseziele Wachstum bei vielen Fernzielen auch für Kurzreisen Fernziele wurden in der Vergangenheit immer be liebter: Trotz hoher Kerosinpreise setzte sich das Wachstum fort, die Wirtschaftskrise wirkte sich erst nach der Haupturlaubszeit aus. Auch CN 12.0 zeigt ein anhaltend hohes Potenzial für außereuropäische Ziele: 4,5 Mio. Urlauber und 2,8 Mio. Kurzurlauber (unter eine Woche Reisedauer), die sich auf unterschiedliche Destinationen verteilen. Das wichtigste außereuropäische Reiseland ist Ägypten, gefolgt von den nordafrikanischen Mittelmeeranrainern. Auch wei ter entfernte Ziele wie die USA und Kanada, die Karibik oder Südasien werden für Kurzreisen von unter einer Woche Dauer angeflogen. Urlaubsreisen außerhalb Europas in den letzten 12 Monaten (in %) Mindestens eine Urlaubsreise außerhalb Europas (4,49 Mio.) Mindestens eine kürzere Urlaubsreise außerhalb Europas (2,84 Mio.) Ägypten Nördliches Afrika (z.b. Marokko, Tunesien) USA/Kanada Karibik, Mexiko Fernost (Malaysia, Thailand, Hongkong, Indonesien) Südasien (z.b. Indien, Sri Lanka, Malediven) Südamerika/Mittelamerika Südliches Afrika (z.b. Südafrika, Namibia) Übriges Asien (z.b. China, Japan, Korea) Vorderasien (z.b. Dubai) 4,1 3,4 3,3 3,8 3,0 2,9 2,5 3,0 5,9 6,1 8,7 7,4 14,9 13,8 13,8 14,0 12,9 13,9 28,2 27,4 Spanien führt in der Reiseplanung 2009 Türkei holt auf Sonstiges Afrika (z.b. Kenia, Tansania) Ozeanien (Australien/Neuseeland) Quelle: Communication Networks ,2 2,8 2,2 2,7 Beliebtestes Ziel für die deutschen Urlauber bleibt nach den Ergebnissen der 25. Deutschen Tourismusanalyse das eigene Land. Jeder Vierte will 2009 innerhalb Deutschlands verreisen. Spanien ist mit einem stabilen Anteil wie in den Vorjahren das nächstwichtigste Land, gefolgt von Italien, allerdings plante ein geringerer Anteil als einen Besuch dort. Die Türkei, aber auch die nordafrikanischen Länder Marokko, Tunesien und Ägypten legten dagegen kräftig in der Gunst der Urlauber zu. Nachdem in der Befragung Anfang lediglich 2,9 bzw. 2,2 Prozent im laufenden Jahr dorthin reisen wollten, waren es Anfang 2009 bereits 5,5 bzw. 3,0 Prozent. Diese Länder punkten gegenüber den etablierten Ferienregionen vor allem mit einem guten PreisLeistungsVerhältnis angesichts der Krise ein entscheidendes Argument. Andererseits sind insbesondere die arabischen Staaten stark abhängig von Politik und Weltgeschehen: Die Angst vor terroristischen Anschlägen wie im Februar 2009 in Kairo könnte für zögerlichere Buchungen sorgen. Deutschland Spanien Italien Türkei Österreich Nordafrika Osteuropa Griechenland Kroatien/Slowenien etc. Skandinavien Frankreich Nordamerika Karibik/Mexiko Singapur/Thailand etc. Reiseziele 2009 (in %) Von je 100 Befragten planen 2009 eine Urlaubsreise (ab 5 Tagen) nach... 1,7 1,1 1,8 1,7 1,3 1,0 3,1 3,0 3,0 2,7 Repräsentativbefragung von Personen ab 14 Jahren im Januar 2009 in Deutschland Quelle: 25. Deutsche Tourismusanalyse/BAT Stiftung für Zukunftsfragen 5,5 5,2 8,2 25,8 15

19 Veranstaltermarkt Bundesbürger organisieren ihre Reisen häufiger selbst Die Bundesbürger werden immer routiniertere Urlauber. Laut CN 12.0 liegt der Anteil derjenigen, die ihren Urlaub vollständig über den Reiseveranstalter buchen, bei rund 28 Prozent. 39 Prozent der Bevölkerung planen ihren Urlaub dagegen individuell selbst. Zu diesen Ergebnissen kommt auch die ReiseAnalyse 2009: Pauschal und Bausteinreisen waren zwar mit einem Anteil von 47 Prozent an den Urlaubsreisen noch die wich tigste Organisationsform, doch die Zusammenstellung von Einzelleistungen insbesondere die Einzelbuchung der Unterkunft nahm von 27 Prozent 2005 auf 31 Prozent zu. Darauf ha ben die Reiseveranstalter bereits reagiert, z.b. mit Bausteinreisen und Individualrei sen. Außerdem profitieren die mittelständischen Spezialveranstalter von der Individualisierung des Urlaubs sie können sich flexibel auf die neuen Kundenwünsche einstellen. Vollständige Buchung beim Reiseveranstalter* (in %) * Ausprägung: Stimme voll und ganz/überwiegend zu Basis: Bevölkerung, 14 bis 69 Jahre Quelle: Communication Networks (CN) 19,1 33,3 CN 8.0 (2004) 31,5 CN 9.0 (2005) 29,3 CN 10.0 () 28,2 CN 11.0 () 28,3 CN 12.0 () Umsatzentwicklung im Veranstaltermarkt Deutschland (in Mrd. EUR) 20,1 18,9 17,8 18,6 19,4 19,6 20,3 21,4 Krisenjahr auch im Tourismus? Der deutsche Veranstaltermarkt befand sich auf Rekordkurs: Mit einem Umsatz von 21,4 Mrd. Euro erreichte die Branche einen neuen Höchststand. Die Zahl der Gäste blieb stabil bei 39,3 Mio. Die Krise könnte nun für einen Dämpfer des Wachstums sorgen: Die Winterbuchungen /09 liefen ordentlich, doch die Sommerbuchungen sahen zu Anfang des Jahres schlecht aus. Die Veranstalter verlängerten daraufhin Frühbucherfristen und starteten Sonderaktionen. Im Dezember verbreitete die Branche noch gedämpfte Zuversicht: Die vom Branchenmagazin fvw befragten Veranstalter rechneten damals mit einem Umsatzplus von 4,8 Prozent und 3,6 Prozent mehr Teilnehmern. Die Befragten waren allerdings hauptsächlich kleinere Spezialisten, die großen Veranstalter hielten sich bedeckt. Der DRV rechnet mit einer stabilen Nachfrage für organisierte Reisen Absatzentwicklung im Veranstaltermarkt Deutschland (in Mio. Reisen) 37,2 37, Quelle: fvw/marktforschung der Rewe Touristik 34, , Quelle: fvw/marktforschung der Rewe Touristik , ,9 37, ,3 39,3 16

20 Veranstaltermarkt Fern und AllInclusive legen zu Für die Veranstalter sind organisierte Flugreisen das wichtigste Segment. Insbesondere die Mittelstrecke, mit Zielen wie Spanien inklusive der Balearen und Kanaren, der Türkei, Griechenland und Italien, bildet bei den meisten einen Geschäftsschwerpunkt. Die Umsätze mit Nah und Mittelstreckenreisen legten /08 um drei Prozent zu. Im Vorjahr hatte dieses BrotundButter Geschäft der Veranstalter nachgelassen. Die Fernstrecke wird gleichzeitig immer wichtiger: Nach einem Plus von sieben Prozent im touristischen Vorjahr nahmen die Umsätze auch /08 weiter zu. Dieses Wachstum geht allerdings weniger von den Branchenriesen aus als vielmehr von den Mittelständlern. Der derzeitige Boom bei Kreuzfahrten setzte sich ebenfalls mit einem Plus von fast 15 Prozent fort. Bei den Reisearten haben sich die Veranstalter nun vor allem auf eine stärkere Nachfrage nach AllInclusiveUrlaub eingestellt. Dieser erlaubt den Urlaubern das genaue Planen der Budgets angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit ein wichtiger Pluspunkt. Auch die Ergebnisse von Communication Networks bestätigen einen Trend zu AllInclusive Reisen: Während 2004 lediglich vier Prozent der Urlauber das RundumSorglosPaket buchten, waren es bereits mehr als zehn Prozent. Die großen Drei stabil Wachstum im Mittelstand Entwicklung des Veranstalterumsatzes* /08 nach Sparten Veränderung zum Vorjahr (in %) Flugreisen Davon Nah und Mittelstrecke Davon Fernstrecke Erdgebundene Reisen Kreuzfahrten Umsatz (in Mio. EUR) , , , , ,8 +3,0 +3,3 *Deutsche Reiseveranstalter mit mindestens 5 Mio. EUR Umsatz /08 Quelle: fvwdokumentation /08 4, CN 8.0 (40,44 Mio.) +4,4 +5,5 AllInclusiveReisen deutscher Urlauber Entwicklung (in %) 5, CN 9.0 (39,70 Mio.) Basis: Mindestens eine Urlaubs oder Kurzreise in den letzten 12 Monaten Quelle: Communication Networks (CN) 7,9 CN 10.0 (38,84 Mio.) Marktanteile der Veranstalter /08 in Deutschland (in %) 9,3 CN 11.0 (38,18 Mio.) 10,1 CN 12.0 (37,58 Mio.) +14,7 Marktführer TUI steigerte /08 den Umsatz um zwei Prozent, vor allem durch eine Erhöhung der Flugpreise und weniger Preisaktionen; die Teilnehmerzahl sank um 4,3 Prozent. Zu TUI ge hö ren auch Beteiligungen an Berge & Meer, FoxTours, Gebeco und OFT sowie dem LastMinuteSpezialisten L Tur, der vom Krisenjahr profitieren will. Für 2009 rechnet der TUIKonzern im Touris mus mit einem stabilen Ergebnis, Sorgen machen allerdings die anderen Sparten. Thomas Cook (zu dem Unternehmen gehört z.b. die Traditionsmarke Ne ckermann) hielt den Umsatz mit sinkenden Sonstige 14,4 GTI Travel Phoenix 1,4 Schauinsland 1,7 1,8 Aida Cruises 3,3 ÖgerGruppe FTI 4,5 5,1 7,5 Alltours Quelle: fvwdokumentation /08 16,4 Rewe Touristik 27,4 TUI Deutschland 16,5 Thomas Cook 17

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