Übergang in ein Leben als Erwachsene. Referenten: Claudia Noll, Abteilungsleitung Berufsschulstufe Detlef Leopold, Wohnverbundsleiter LibW

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1 Übergang in ein Leben als Erwachsene Referenten: Claudia Noll, Abteilungsleitung Berufsschulstufe Detlef Leopold, Wohnverbundsleiter LibW

2 Inhalt Überblick Die Haslachmühle / Behindertenhilfe ggmbh Der normale Weg Fallbeispiel 1 Fallbeispiel 2 Lösungsansätze Austausch

3 Die Haslachmühle ist Teil der Behindertenhilfe ggmbh unter Trägerschaft der Zieglerschen e.v. Der Kinder- und Jugendwohnbereich bietet am Standort Haslachmühle ca. 100 stationäre Plätze.

4 Die Haslachmühle ist weit über die Landesgrenzen Baden- Württembergs hinaus bekannt als Kompetenzzentrum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einem besonderen Förderbedarf im Bereich Kommunikation

5 Personenkreis Aufnahmekriterien für die Heimsonderschule Haslachmühle: Überregionale Zuständigkeit für Schülerinnen und Schüler mit Hör- Sprachbehinderung und zusätzlicher geistiger Behinderung Darüber hinaus: Kinder und Jugendliche mit leichter bis mittel gradiger geistiger Retardierung mit einer unangemessen geringen Kommunikationsfähigkeit bezogen auf die geistigen Fähigkeiten und reaktiven gravierenden Verhaltensauffälligkeiten (Mangel an adäquater Kommunikationsfähigkeit)

6 Ein paar Zahlen. ausgelagerte Kindergartenplätze: 25 Schülerzahl Heimsonderschule: 170 Berufsschulstufe: 75 Schüler/innen in Außenklassen: 40 Schüler/innen mit psychischen Erkrankungen: 39 Integrationshilfen in HSS: 10 zusätzlicher Bedarf an Integrationshilfen: ca. 15

7 Ausgelagerte Intensivklasse der Heimsonderschule Haslachmühle Besondere Rahmenbedingungen (räumlich, zeitlich, personell ) Möglichkeiten des Rückzugs, der Reizreduktion, Spezielle, auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Person abgestimmte Angebote / Anforderungen Krisenintervention

8 Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte (2009): Der Bildungs- und Erziehungsauftrag: Den Schülerinnen und Schülern wird der Zugang zu allgemeinen, vielfältigen und grundsätzlich allen Bildungsinhalten ermöglicht. Kindern und Jugendlichen wird ermöglicht, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, sich die Kompetenzen anzueignen, die sie zur Lebensbewältigung benötigen, und zu einer für sie befriedigenden gesellschaftlichen Teilhabe zu gelangen. ( S.8) Die Schule bietet einen Rahmen für eine individuelle und an den Ressourcen jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers orientierte Förderung. (S.8)

9 Der normale Weg Übergang von der Schule in eine zukünftige Tagesstruktur Arbeitsvorbereitung / Berufsvorbereitung als Schwerpunkt in der Berufsschulstufe ( AG-Tag u.a.) Praktika in den Schülerfirmen,

10 Schülerfirmen in der Haslachmühle Cafe Relax Manufaktur Lecker Schmecker Unser Essen wirst du nie vergessen

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12 Lecker Schmecker Unser Essen wirst du nie vergessen

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15 Der normale Weg Übergang von der Schule in eine zukünftige Tagesstruktur Berufsvorbereitung als Schwerpunkt in der Berufsschulstufe ( AG-Tag u.a.) Praktika in den Schülerfirmen, in den Regiebetrieben Haslachmühle / Behindertenhilfe in BBB / WfbM / FuB in anderen Einrichtungen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Infoveranstaltung für Eltern und Schüler/innen Berufswegekonferenz Schnittstelle/ Übergabe Berufsschulstufe - FuB und BBB Hospitationen der MA, Austausch von Erfahrungen, Informationen, Daten

16 Fallbeispiel 1 Frau Behr: Frau Behr ist 22 Jahre alt und lebt seit 5 Jahren in der Einrichtung Sie ist schwer hörgeschädigt und befindet sich intellektuell im Grenzbereich zwischen einer leichten geistigen Behinderung und einer Lernbehinderung Die größte Herausforderung ist ihre schwere paranoide Schizophrenie mit langanhaltenden floriden (produktiven) Phasen, die nur schwer medikamentös aufzufangen sind Daraus resultiert eine sehr geringe Belastbarkeit die daraus entstehende Überforderung löst wiederum die paranoid psychotischen Symptome aus, woraus sich schwer zu durchbrechender Kreislauf ergibt

17 Fallbeispiel 1 Frau Behr hätte aufgrund ihrer kognitiven und sozialen Kompetenzen gute Chancen, eine für sie erfüllende Arbeit zu finden Hinweise zur Biografie (Pflegefamilien, Spannungsverhältnis zur Herkunftsfamilie aus Südosteuropa), werde ich angenommen, auch wenn ich nicht schlank/schön etc. bin Rolle der Bezugsperson/Integrationshilfe Allerdings ist es sehr schwierig ein passendes Setting für die Zeit nach der Schule zu finden die klassische WfbM fühlt sich aufgrund der schweren psychische Erkrankung überfordert, die sozialpsychiatrischen Angebote hingegen reagieren verhalten auf die Tatsache der geistigen Behinderung

18 Rahmenbedingungen in BBB, WfbM, Regiebetrieben Personalschlüssel Intensive Begleitung/Aufsicht notwendig Gruppenfähigkeit als Kriterium mischt Gruppe auf, fordert zu viel Aufmerksamkeit/Betreuung Reizüberflutung (Rückzugsraum, Ruhephasen) Gefahrenpotential Passendes Angebot (Überforderung / Unterforderung) Anforderungen der Regiebetriebe an Praktikanten/ Arbeitnehmer: möglichst hörend, sprechend, selbständig, verkehrssicher, ausdauernd

19 Haus Tobel Derzeit 17 Schüler mit zusätzlichem Hilfebedarf, die im Haus Tobel leben verteilt auf 3 Wohngruppen Als kooperative Einheit konzipiert (Wohnverbund Haus Tobel) Finanzierung nur teilweise gedeckt durch Einzelvereinbarungen; ein eigener Leistungstyp wird derzeit verhandelt, Schwierige Personalplanung aufgrund Einzelfallvereinbarungen Ein Schulangebot für derzeit 9 Schüler ist direkt im Haus untergebracht

20 LibW Derzeit 25 Plätze, verteilt auf 4 Wohngruppen inkl. wohngruppennahen Förderbereich Das Angebot kann sich laut Leistungsvereinbarung nur an erwachsene, schulentlassene Bewohner richten Der Besuch einer WfbM wird in der Leistungsvereinbarung als Ausschluss Kriterium formuliert daher nur FuB möglich (davon 10 Plätze wohngruppennah direkt im Haus), was den Personenkreis zusätzlich einschränkt Keine eingestreuten Plätze 18 Personen leben in einem Haus am Standort Haslachmühle, das als kooperative Einheit konzipiert ist (Wohnverbund LibW); 7 weitere Menschen leben vorübergehend in einer Wohngruppe in Wilhelmsdorf Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem (auch die interne Nachfrage!) Verweis auf Umfrage DWW

21 Fallbeispiel 2 Frau Schwarz: Frau Schwarz ist 23 Jahre alt und lebt seit 12 Jahren in der Einrichtung Schwere autistische Störung mit deutlichen Verhaltensauffälligkeiten Probleme in Schule durch fehlenden Rückzug und häufige Angebotswechsel Erfolgreicher Übergang aus dem Internatsbereich in das Angebot LibW

22 Kasuistik 3

23 Flankierende Maßnahmen Die Übergänge müssen sorgfältig vorbereitet werden, unter Einbezug aller beteiligten Personen (Angehörige bzw. gesetzliche Betreuer, Mitarbeiter auf Wohngruppenebene, Sozialdienste, Fachdienste, Landkreise) Durch intensiven Erfahrungsaustausch einen möglichst glatten Einstieg in das neue Angebot ermöglichen Umzüge in eine andere Wohnform erfolgen entweder ein bis zwei Jahre vor Schulentlassung oder nach der Schulentlassung, wenn ein Verbleib beim Träger möglich und gewünscht ist Gemeinsame Betreuungsplanung von Schule, Wohngruppe, zukünftiger Tagesstruktur und Betreuern im letzten Schuljahr

24 Lösungsansätze LibW Reizreduktion, Anforderungen reduzieren Krisenpläne, ausführliche Fallbesprechungen, klare Absprachen Unterstützte Kommunikation, Hör-Sprach-Behinderung Individuelle Angebote zur Freizeitgestaltung Time-Out, Rückzugsmöglichkeiten schaffen Begleitende therapeutische Angebote (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Heilpädagogisches Reiten, Snoezelen, Gestalttherapie, Kunsttherapie) Enge psychologische/psychotherapeutische und psychiatrische Betreuung von Bewohnern und der Teams Pharmakotherapie, enge Kooperation mit St. Lukas-Klinik Einsatz technischer Hilfsmittel (Piepser), Kriseninterventionsplätze Individualisierte Tagesstrukturangebote (dreistufig) Konkretisierung anhand der Fallbeispiele

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