Marktentwicklung: Umsatz-, Mengen- und Strukturentwicklung bei Fertigarzneimitteln

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1 Faktenblatt Thema: Arzneimittelmarkt Ausgaben Arzneimittel (Quelle: Amtliche Statistik KV 45) 2014: 33,3 Mrd. Euro 2013: 30,4 Mrd. Euro 2012: 29,6 Mrd. Euro 2011: 29,2 Mrd. Euro Ausgaben für Arzneimittel bezogen auf GKV-Leistungen (Quelle: Amtliche Statistik KV 45) 2014: 17,2 % gesamt: 193,5 Mrd. Euro 2013: 16,6 % gesamt: 182,8 Mrd. Euro 2012: 17,0 % gesamt: 173,6 Mrd. Euro 2011: 17,3 % gesamt: 169,0 Mrd. Euro Marktentwicklung: Umsatz-, Mengen- und Strukturentwicklung bei Fertigarzneimitteln (Quelle: Schwabe, Paffrath, Arzneiverordnungsreport 2014) Patentgeschützte Arzneimittel Ca. 14,2 Mrd. Euro der GKV-Arzneimittelausgaben entfielen 2013 auf patentgeschützte Wirkstoffe. Der Umsatzanteil patentgeschützter Arzneimittel hat sich von 14 Prozent im Jahr 1994 auf 45 Prozent im Jahr 2013 mehr als verdreifacht. Generika Der Verordnungsanteil generischer Arzneimittel am Gesamtmarkt ist weiter ungebrochen. Während Generika im Jahre 1994 einen Verordnungsanteil von 41 Prozent hatten, sind es 2013 bereits 75,2 Prozent. Der Umsatzanteil liegt bei 37 Prozent.

2 Seite 2/7, Faktenblatt Arzneimittelmarkt Verordnungen Während die Verordnungen seit 1992 rückläufig waren und 2004 (Ausschluss OTC-Präparate) einen Tiefstand erreicht hatten, steigt die Zahl der Verordnungen seitdem wieder tendenziell an: 2013: 645 Millionen Euro 2012: 633 Millionen Euro 2008: 608 Millionen Euro 2011: 625 Millionen Euro 2004: 570 Millionen Euro 2010: 626 Millionen Euro 1998: 807 Millionen Euro 2009: 626 Millionen Euro 1994: 915 Millionen Euro Der Bruttowert je Arzneimittelverordnung hat sich von 17,38 Euro im Jahr 1995 auf 48,89 Euro im Jahr 2013 fast verdreifacht. Durchschnittlicher Wert je Verordnung 2013: 48,89 Euro 2012: 48,05 Euro 2004: 37,99 Euro 2011: 47,51 Euro 2000: 25,80 Euro 2010: 47,46 Euro 1995: 17,38 Euro 2008: 43,87 Euro Der durchschnittliche Wert je Verordnung steigt aufgrund der Zunahme der sogenannten Strukturkomponente (+1,8 Prozent) an. Gleichzeitig steigen die Arzneimittelpreise um 0,3 Prozent. Die Strukturkomponente unterscheidet zwischen zwei Effekten: dem Wechsel auf andere Arzneimittel (= Intermedikamenteneffekt +0,4 Prozent), und der Verschiebung zwischen verschiedenen Stärken/ Darreichungsformen und Packungsgrößen (= Intramedikamenteneffekt +1,3 Prozent). Der Trend zur Verordnung größerer Packungen hält weiter an (+0,5 Prozent). Gesetzliche und vertraglich vereinbarte Rabatte von Apotheken und Herstellern (Quelle: Amtliche Statistik KJ 1) 2013: 6,8 Mrd. Euro 2012: 6,1 Mrd. Euro 2011: 5,4 Mrd. Euro 2010: 3,9 Mrd. Euro

3 Seite 3/7, Faktenblatt Arzneimittelmarkt Erstattungsbeträge nach AMNOG (Quelle: GKV-Spitzenverband) Bei neuen Arzneimitteln mit einem Zusatznutzen sowie bei Arzneimitteln ohne Zusatznutzen, die keiner Festbetragsgruppe zugeordnet werden können, verhandelt der GKV-Spitzenverband mit den pharmazeutischen Unternehmern über Erstattungsbeträge. In den ersten zwölf Monaten nach dem Inverkehrbringen gilt der vom pharmazeutischen Unternehmer selbst festgelegte Preis. Die Regelung ist Bestandteil des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) aus dem Jahr Durch die bisher ausgehandelten bzw. von der Schiedsstelle festgesetzten 62 Erstattungsbeträge wird die gesetzliche Krankenversicherung rund 450 Mio. Euro an Arzneimittelausgaben sparen (Stand November 2014). Festbetragsregelung (Quelle: GKV-Spitzenverband) Das Prinzip der Festbetragsregelung besteht im Wesentlichen darin, dass verschiedene, in ihren Wirkstoffen vergleichbare Arzneimittel nach gesetzlich vorgegebenen Kriterien in Gruppen zusammengefasst werden und für alle Festbetragsgruppen (Stand 1. Januar 2015: 433 Gruppen) Erstattungshöchstgrenzen festgesetzt werden, bis zu dem die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ärztlich verordnete Arzneimittel übernehmen. Durch sämtliche bis Anfang 2015 in Kraft getretenen Festbeträge erzielen die Krankenkassen jährliche Einsparungen von rund 7,1 Milliarden Euro. Stand 1. Januar 2015: - Ca Arzneimittelpackungen stehen unter Festbetrag - Auf Festbetragsebene entfallen rund 80 Prozent der Arzneimittelverordnungen für gesetzlich Krankenversicherte und rund 40 Prozent des Arzneimittel-Ausgabenvolumens in der GKV Rabattverträge Zum 1. Januar 2015 hatten die gesetzlichen Krankenkassen mit 141 Herstellern Rabattverträge über Produkte (nach Pharmazentralnummer) abgeschlossen. (Quelle: GKV-Spitzenverband) 2013 ist die Summe der vertraglich vereinbarten Rabatte auf 2,97 Mrd. Euro angestiegen; 2010 waren es noch 1,3 Mrd. Euro. (Quelle: Amtliche Statistik KJ 1)

4 Seite 4/7, Faktenblatt Arzneimittelmarkt Zuzahlungen Versicherte für Arzneimittel (Quelle: Amtliche Statistik KJ 1; für 2014: Amtliche Statistik KV 45) 2014: 2,01 Mrd. Euro 2013: 2,01 Mrd. Euro 2012: 1,93 Mrd. Euro 2011: 1,81 Mrd. Euro 2010: 1,70 Mrd. Euro Eine Eigenbeteiligung an den Arzneimittelkosten kennt der Gesetzgeber schon seit den 30er- Jahren - allerdings änderte sich die Form mehrmals (prozentual, fixe Summe, Mischung). Ab 1994 erfolgte die Zuzahlung gestaffelt nach Packungsgrößen. Mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz 2004 zahlen Versicherte zehn Prozent des Abgabepreises mindestens jedoch fünf Euro und höchstens zehn Euro. Seit dem Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) können besonders günstige Arzneimittel unter Festbetrag (Preis liegt mindestens 30 Prozent unter dem Festbetrag) von der Zuzahlung befreit werden, sofern sich daraus Einsparungen ergeben. Top 10-Arzneimittel 2013 nach Nettokosten (Quelle: Arzneiverordnungsreport 2014) 1. Humira (Rheumatoide Arthritis) 2. Enbrel (Rheumatoide Arthritis) 3. Lyrica (Epilepsie, neuropathische Schmerzen, generalisierte Angststörungen) 4. Xarelto (Thromboseprophylaxe) 5. Symbicort (Asthma) 6. Spiriva (COPD) 7. Avonex (Multiple Sklerose) 8. Copaxone (Multiple Sklerose) 9. Rebif (Multiple Sklerose) 10. Clexane (Thromboseprophylaxe)

5 Seite 5/7, Faktenblatt Arzneimittelmarkt Preisvergleich der umsatzstärksten patentgeschützten Arzneimittel in Deutschland und Fran k- reich 2013 (Quelle: Arzneiverordnungsreport 2014) Arzneimittel Humira 40 mg 6 Pen Enbrel 50 mg 12 Fertigpen Lyrica 75 mg 100 Hartkps. Xarelto 20 mg 98 Tbl. Spiriva 18 µg 90 Hartkps. Avonex 30 µg 12 Fertigspr. Copaxone 20 mg 28 Fertigspr. Rebif 44 µg 12 Fertigspr. Clexane* 40 mg 20 Fertigspr. Glivec 400 mg 90 Tbl. GKV-Umsatz Nettokosten in Mio. Euro Deutschland AVP in Euro Deutschland Nettopreis in Euro Frankreich AVP in Euro Einsparpotenzial in Mio. Euro 669, , , ,99 216,6 419, , , ,04 132,1 309,6 169,47 131,84 63,89 159,6 279,3 320,74 250,58 243,46 7,9 274,8 176,30 132,19 107,16 52,0 271, , , ,04 91,2 267, , ,81 814,93 77,0 267, , ,50 862,68 101,3 255,1 111,02 91,49 131,67-112,0 243, , , ,55 30,7

6 Seite 6/7, Faktenblatt Arzneimittelmarkt Zytiga* 220, , , ,28-6,0 250 mg 120 Tbl. Lantus* 200,1 147,06 114,25 124,84-18,5 100 E/ml 3ml 10 Patr. Gilenya* 0,5 mg 28 Kps. 137, , , ,61-49,5 * Bei Zytiga (Behandlung von Prostatakrebs), Gilenya (Multiple Sklerose), Lantus (Diabetes) und Clexane (Thromboseprophylaxe) handelt es sich um vier Präparate, die zu den 20 umsatzstärksten patentgeschützten Arzneimitteln zählen und deren deutsche Preise niedriger als in Frankreich sind. Zwei der vier Präparate (Zytiga und Gilenya) haben das AMNOG-Verfahren inkl. Verhandlung über einen Erstattungsbetrag mit dem GKV-Spitzenverband durchlaufen. Anzahl der Apotheken (Quelle: ABDA; Die Apotheke Zahlen, Daten, Fakten) 2014: : : : : : : In Deutschland kommen im Jahr 2014 auf eine Apotheke Einwohner.

7 Seite 7/7, Faktenblatt Arzneimittelmarkt Im europäischen Vergleich ergibt sich folgendes Bild (Angaben gerundet): Dänemark Niederlande Österreich UK EU-Durchschnitt Frankreich Einwohner/Apotheke Einwohner/Apotheke Einwohner/Apotheke Einwohner/Apotheke Einwohner/Apotheke Einwohner/Apotheke

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