Adaptiver gleitender Durchschnitt

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1 Adaptiver gleitender Durchschnitt Bevor auf den adaptiven gleitenden Durchschnitt eingegangen wird, soll der einfache gleitende Durchschnitt erklärt werden. Mit einem einfachen gleitenden Durschnitt können Kauf- und Verkaufssignale generiert werden, um optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu ermitteln. Die Regel dazu ist einfach: Ein Kaufsignal resultiert, sobald der Aktienkurs über den gleitenden Durchschnitt steigt. Ein Verkaufssignal erhält man dann, wenn der Aktienkurs unter den gleitenden Durchschnitt fällt. Zur Berechnung des gleitenden Durchschnitts werden die Kurse über eine bestimmte Anzahl Tage addiert und das Ergebnis durch dieselbe Anzahl Tage geteilt. Das Ergebnis ist ein rollierender Durchschnittspreis. Häufig wird hierfür ein 200-Tages-Durchschnitt verwendet. Den einfachen gleitenden Durchschnitt kann man auch mit Kurse&Märkte auf dem VZ Finanzportal bilden, hier im Beispiel anhand des SPI: Einfache gleitende Durchschnitte eignen sich sehr gut dazu, grosse Trendbewegungen abzufangen. Dadurch können grosse und länger andauernde Kursbewegungen nach unten deutlich reduziert werden. Das Problem mit den einfachen gleitenden Durchschnitten liegt aber im Normfallfall in den diversen Fehlsignalen. So kann es sehr viele Kauf- und Verkaufssignale geben, die sich im Nachhinein als Fehlsignale

2 herausstellen. Solche Fehlsignale können dazu führen, dass ein Anleger z.b. in einem starken Bullenmarkt nicht die volle Aufwärtsbewegung mitmacht. Ausserdem können sich die zusätzlichen Transaktionen je nach Gebührenmodell sehr negativ auf die Rendite auswirken (bei der All-in-Fee beim VZ hätten diese Mehrtransaktionen keinen negativen Impact siehe Gebühren). Die Schwierigkeit liegt also in der Herausfilterung möglicher Fehlsignale. Solche falschen Signale können mit einem intelligenteren gleitenden Durchschnitt deutlich reduziert werden. Das VZ setzt deshalb bei der regelbasierten Vermögensverwaltung einen sogenannten adaptiven gleitenden Durchschnitt ein. Dieser Ansatz verwendet keine fixe Anzahl Tage (wie im Beispiel oben 200 Tage), sondern passt sich automatisch und regelbasiert der aktuellen Marktsituation an. Adaptiv bedeutet folglich, dass die verwendete Anzahl Tage dynamisch gesteuert wird. Hierzu zwei Beispiele: Im einten Extremfall kann der adaptive gleitende Durchschnitt mit 4 Tagen berechnet werden, im anderen Extrem basierend auf 900 Tagen. Stochastik Mit dem adaptiven gleitenden Durchschnitt können allfällige Fehlsignale im Vergleich zu einem einfachen gleitenden Durchschnitt schon deutlich reduziert werden. Um die (Fehl- )Signale noch weiter zu reduzieren, wird bei der regelbasierten Vermögensverwaltung ergänzend zum adaptiven gleitenden Durchschnitt ein stochastischer Filter eingebaut. Die Stochastik liefert eine Aussage, ob die aktuelle Marktsituation nachhaltig ist (=Trend), oder ob es sich um einen überkauften oder überverkauften Markt handelt. Die Stochastik bewegt sich zwischen Werten von 0 bis 100. Werte über 70 bedeuten überkaufte Märkte, Werte unter 30 stehen für überverkaufte Kurse. Die zugrundeliegende Regel in Kombination mit dem adaptiven gleitenden Durchschnitt lautet wie folgt:

3 Die Ergänzung des adaptiven gleitenden Durchschnitts durch die Stochastik ist der Grund, weshalb die in der Kundendoku eingezeichneten Kauf- und Verkaufsignale im SPI- Chart nicht immer exakt bei den Schnittpunkten eingezeichnet sein müssen (den Chart siehst Du hier: Anwendung des VZ Trendsignals am SPI). Mögliche Trendsignale Bei der Regelbasierten Vermögensverwaltung hat man immer eine ganz klare Meinung! Entweder ist man für eine bestimmte Anlageklasse positiv oder negativ eingestellt. Es gibt also lediglich zwei mögliche Ausprägungen des VZ Trendsignals: Was bedeutet ein positives Trendsignal? Das VZ Trendsignal hat ein Kauf-Signal ausgelöst. Das heisst, dass man zu 100% in die entsprechende Anlageklasse investiert. Man befindet sich also in einer positiven Marktphase bzw. in einem steigenden Kurstrend. Was bedeutet ein negatives Trendsignal? Das VZ Trendsignal hat ein Verkauf-Signal ausgelöst. Das heisst, dass man in der entsprechenden Anlageklasse ganz oder teilweise aussteigt. Man befindet sich also in einer negativen Marktphase bzw. in einem fallenden Kurstrend. Bei einem Verkauf-Signal bei Aktien (Schweiz oder Ausland) steigt man komplett aus, bei einem Verkauf-Signal bei den Zinswerten (CHF oder FW) steigt man zu 50% aus. Mögliche Portfolio-Positionierung Die folgende Darstellung zeigt illustrativ eine mögliche Portfolio-Positionierung (anhand des Anlegerprofils 7):

4 Erklärung In diesem Beispiel ist man komplett aus den Aktien Schweiz ausgestiegen (zugunsten CHF-Liquidität), während dem man bei den Aktien-Ausland noch ein Positives VZ Trendsignal hat und somit in dieser Anlageklasse voll investiert bleibt. In der Multianlageklasse ist man immer zu 100% investiert (keine Abhängigkeit vom VZ Trendsignal). Vor- und Nachteile der Regelbasierten Vermögensverwaltung (RVV) Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Vor- und Nachteile der Regelbasierten Vermögensverwaltung:

5 Multi-Anlageklasse (RSP-Portfolio) Was ist die Multi-Anlageklasse? Bei der regelbasierten Vermögensverwaltung kommen die folgenden Anlageklassen zum Einsatz: - Aktien Schweiz - Aktien Ausland - Zinswerte Schweiz - Zinswerte Ausland - Multi-Anlageklasse Bei der Multi-Anlageklasse wird je nach Anlegerprofil in 1-3 ETF/Indexfonds investiert. Die Positionen werden jeden Monat auf Grund des Relative-Stärken-Prinzips ausgewählt bzw. überprüft und gegebenenfalls angepasst (also wiederum strikt regelbasiert). Als mögliches Anlageuniversum kommen ca. 20 ETF aus verschiedenen Anlageklassen (Aktien, Zinswerte, Immobilien, Rohstoffe, etc.) in Frage. Hier die aktuellen Titel: Pfandbriefe CHF Pfandbriefe CHF Alternative Energie Gold Silber Platinum Rohstoffe ohne Nahrungsmittel Value Growth Properties CH Smallcap Schweiz Dividendenaktien Inflation Wasser Private Equity Infrastruktur Properties Aktien Emerging Markets Aktien BRIC UBS-IS SBI Domestic Pfandbrief 1-5 ETF UBS-IS SBI Domestic Pfandbrief 5-10 ETF ishares S&P Global Clean Energy CS ETF II (CH) on Gold ZKB Silver ETF (USD) ZKB Platinum ETF CHF ComStage ETF Commerzbank Commodity EW ishares EURO STOXX Total Market Value Large ishares EURO STOXX Total Market Growth Large UBS-IS SXI Real Estate Funds ETF A UBS-IS SMIM ETF SPDR S6P US Dividend Aristocrats ETF ishares Barclays Glbl Inf-Lnkd Bd ishares S&P Global Water ishares S&P Listed Private Equity ishares FTSE/Macquarie Glbl Infra100 ishares FTSE EPRA/NAREIT Dev PrptYld HSBC MSCI Emerging Markets ETF HSBC S&P BRIC 40 ETF Wie funktioniert das Relative-Stärke-Prinzip? Hinter dem Relative-Stärke-Prinzip steht vereinfacht gesagt die Annahme, dass Anlagen, die in der Vergangenheit gut gelaufen sind, auch in Zukunft überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften werden. Also ganz nach dem Motto: The trend is your friend! Man spricht hier auch vom so genannten Momentum- oder Autokorrelationseffekt. Es handelt es sich dabei um ein extrem einfaches aber real existierendes Phänomen, das mehrfach empirisch nachgewiesen wurde. Basierend auf dem Anlageuniversum von den rund ETF wird jeden Monat ein Ranking auf Grund der folgenden Kriterien erstellt: 1) Historische 1-Monats-Rendite 2) Historische 3-Monats-Rendite 3) Historische 1-Monats-Volatililtät Mit diesem Ranking werden die Titel mit der besten Rendite und dem tiefsten Risiko gesucht. Investiert wird dann in die 1-3 Top ETF gemäss der relativen Stärken- Reihenfolge. Illustrativ kann das Prinzip wie folgt dargestellt werden:

6 Warum eine Multi-Anlageklasse? Ein Trendfolgemodell hinkt in starken Bullenphasen ohne grossen Kursschwankungen klassischerweise dem Benchmark hinterher. Mit der Multi-Anlageklasse soll diesem Umstand Rechnung getragen werden. Diese Anlageklasse ist insofern als zusätzlicher Rendite-Treiber zu verstehen. Wird das VZ-Trendsignal auch auf der Multi-Anlageklasse angewendet? Die Multi-Anlageklasse ist im Unterschied zu den anderen Anlageklassen immer zu 100% investiert. Das bedeutet also, dass auf dieser Anlageklasse das VZ-Trendsignal nicht angewendet wird. ETF-Selektion Was sind ETF? Wer noch nicht genau weiss, was ETF sind, kann sich hier informieren: ETF Warum braucht es eine professionelle ETF-Selektion? In den letzten Jahren ist die Zahl der verfügbaren ETF stark gestiegen. Mittlerweile gibt es an der Schweizer Börse SIX schon fast 800 ETF (im Vergleich zu gerade mal 10 Produkten im Jahr 2001). Die folgende Grafik zeigt das starke Wachstum der ETF- Branche:

7 Dieses starke Wachstum hat den Vorteil, dass man heute ein Portfolio zusammenstellen kann, welches nur mit ETF gebildet wird. Vor einigen Jahren wäre das noch gar nicht möglich gewesen. Auf der anderen Seite bringt das starke Wachstum den Nachteil mit sich, dass die Produktauswahl immer schwieriger wird. Ausserdem muss festgehalten werden, dass leider immer komplexere ETF-Strukturen konstruiert werden, die den Überblick und die Auswahl zusätzlich erschweren. Somit ist ETF nicht gleich ETF. Es gibt grosse Unterschiede in der Ausgestaltung der Produkte, die Auswirkungen auf Gebühren, Rendite und Risiko haben. Renditevergleich von ETF Hier ein Renditevergleich (Aktien Schweiz), welcher die Notwendigkeit einer professionellen ETF-Selektion klar zum Ausdruck bringt: ETF-Selektionsprozess beim VZ Bevor der beste ETF selektioniert werden kann, muss man sich zuerst für einen bestimmten Index entscheiden. Schon an dieser Stelle wird es für viele Privatinvestoren schwierig, da eine Indexkonstruktion und die damit einergehenden Eigenschaften nicht immer einfach verständlich und ersichtlich sind. Bei der Auswahl des richtigen Indizes sind unter anderem folgende Fragen zu beantworten:

8 Ist der Index preis- oder kapitalgewichtet? Welche Einzeltitel/Sektoren/Länder haben das grösste Gewicht im Index? Was sind die Rendite- und Risikoeigenschaften des Index? Handelt es sich um einen Preis- oder Performanceindex? Die folgende Tabelle zeigt im Überblick die Selektionskriterien im VZ-ETF- Selektionsprozess:

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