Stärkerer USD und Bevorzugung von Aktien gegenüber Anleihen Seite 10. Einfluss geopolitischer Faktoren auf die Märkte

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1 September 2014 Investment Monthly Investment Strategy & Research Private Banking & Wealth Management Ausgabe Europa Globale Anlagestrategie Stärkerer und Bevorzugung von Aktien gegenüber Anleihen Seite 10 Anlagestrategie Europa Sonderthema Sonderthema Aktien weiter bevorzugen Einfluss geopolitischer Faktoren auf die Märkte Prüfung der AktivaQualität: Unterstützt das Vertrauen, fördert Verbriefungen Seite 3 Seite 12 Seite 15 Dieses Material stellt aus regulatorischer Sicht weder AnlageResearch noch eine ResearchEmpfehlung dar. Weitere wichtige Informationen finden Sie am Ende dieses Dokuments.

2 Credit Suisse Investment Monthly Europe Editorial In dieser Ausgabe Michael Strobaek Global Chief Investment Officer Giles Keating Head of Research and Deputy Global CIO Der August war für Anleger, insbesondere für Anleiheninhaber, eine Art Weckruf. Die Renditen zehnjähriger Anleihen liegen unter 1% in Deutschland, 0.5% in der Schweiz und 2.7% in Italien. Auch in den USA waren sie rückläufig. Was ist da los? Eine solche Entwicklung war nicht zu erwarten, zumal die meisten Anleger von einer nominalen Wachstumsbeschleunigung im 2. Halbjahr ausgehen. Hauptursache sind unseres Erachtens die schwachen Wirtschaftsdaten in Europa. Ausserdem besteht der Eindruck, dass die Fed die günstigen Inflationsaussichten in den USA zum Anlass nehmen könnte, selbst bei einer leichten Zunahme des Wachstums noch mit Zinserhöhungen zu zögern. Darüber hinaus haben sich die geopolitischen Spannungen in Russland, dem Irak und im Gazastreifen Anfang August noch verstärkt. Was nun? Wir glauben, dass sich die langfristigen Renditen nahe am unteren Ende ihrer Handelsspanne befinden. Deshalb dürften sie gestützt durch eine leichte Beschleunigung des globalen Wachstums tendenziell steigen. Der Anstieg könnte jedoch geringer ausfallen als erwartet. So werden die Renditen zehnjähriger USStaatsanleihen in diesem Jahr womöglich unter 3% verbleiben. Der mittelfristige Ausblick für Aktien hat sich indes unserer Ansicht nach grundsätzlich nicht gross verändert. Wir schätzen ihn weiterhin positiv ein. Allerdings halten wir die jüngste Korrektur der Aktienkurse nicht für ausreichend, um zuzukaufen. Dafür warten wir bessere Einstiegsniveaus ab. An den Anleihenmärkten wird indes unseres Erachtens die Stärke der wirtschaftlichen Expansion unterschätzt. Da unsere Wachstumsprognosen einzutreten scheinen, dürften Anleihen unter Druck geraten. Für unsere Asset Allocation bedeutet dies, dass wir Anleihen weiterhin meiden und Aktien bevorzugen. So einfach ist das. Mit Blick auf das zweite Halbjahr 2014 haben wir unsere «TopAnlageideen» aktualisiert und mit «Technologietitel im Fokus» und «Nachhaltigkeit» ergänzt. Für weitere Einzelheiten lesen Sie bitte die entsprechenden Artikel in diesem Investment Monthly. Hier dürften Sie Anregungen für Ihre Suche nach zusätzlichen Renditequellen in einem offenbar immer schwierigeren Marktumfeld finden. Anlagestrategie Europa Aktien weiter bevorzugen Seite 3 Hintergrund Europa Bedeutende EZBMassnahmen mit verzögerter Wirkung Seite 5 TopAnlageideen Europa Unsere TopAnlageidee «Technologietitel im Fokus» im Detail Seite 6 Umsetzung Mandate Vorübergehende Reduzierung des Portfoliorisikos Seite 8 Wirtschaft Verhaltene Wachstumsdynamik spricht für anhaltende geldpolitische Unterstützung Seite 9 Globale Anlagestrategie Stärkerer und Bevorzugung von Aktien gegenüber Anleihen Seite 10 Forecast Summary Seite 11 Sonderthema Einfluss geopolitischer Faktoren auf die Märkte Seite 12 Sonderthema Prüfung der AktivaQualität: Unterstützt das Vertrauen, fördert Verbriefungen Seite 15 Fixed Income Anleihen teuer, aber renditeseitiges Aufwärtspotenzial scheint beschränkt Seite 16 Aktien Unternehmensdaten drehen endlich in den positiven Bereich Seite 18 Alternative Investments Uneinheitliche Aussichten für Alternative Investments Seite 20 Währungen Referendum in Schottland trübt vorübergehend GBPAusblick Seite 21 Glossar Glossar Seite 22 Redaktionsschluss: 27. August 2014 Die vorliegende deutsche Übersetzung des Investment Monthly wurde zum Nutzen unserer Leser erstellt. Die Richtigkeit der Übersetzung wird weder garantiert noch impliziert. Offizieller Text ist das englische Original.

3 3 Anlagestrategie Europa Credit Suisse Investment Monthly Europe Anlagestrategie Europa Aktien weiter bevorzugen Wachstumsprognosen für Europa leicht gesenkt. Im Gegenzug wurden die Prognosen für die USA und China erhöht. Der anhaltend positive Ausblick für die USA und die sichtbare Wachstumsverbesserung in China (Deutschland exportiert fast genauso viel nach China wie nach Russland) sind uns Grund genug, weiterhin von einer leichten Wachstumsbeschleunigung auszugehen. Unseres Erachtens wird die Europäische Zentralbank (EZB) nach Bekanntgabe ihres grossen Unterstützungspakets Anfang Juni nun eine abwartende Haltung einnehmen. Sie wird zunächst einmal die Auswirkungen der geopolitischen Lage und der kürzlich ergriffenen Massnahmen auf das Wachstum beurteilen wollen. Positiv einzuschätzen sind die aktuellen Kreditdaten, die eine spürbare Verbesserung in diesem äusserst wichtigen Bereich bestätigen. Die EZB dürfte die Zinsen extrem niedrig halten. Aus folgenden Gründen erwarten wir dennoch weiterhin, dass die Kapitalmarktzinsen erneut leicht ansteigen werden: (1) Die erneute Wachstumsschwäche dürfte sich umkehren, sofern sich die geopolitische Lage nicht noch deutlich zuspitzt; (2) die Wachstumsdynamik hat zugenommen; und (3) die USbedingten Zinsbewegungen dürften zum Teil zu einem leicht höheren, aber historisch weiterhin niedrigen Zinsniveau führen. Europa leidet unter einer vorübergehenden Wachstumsdelle, doch es wird mit einer Rückkehr zu moderatem Wachstum gerechnet (USWirtschaft nimmt aktuell wieder Fahrt auf und EZB leistet geldpolitische Unterstützung). Unseres Erachtens sollten Anleger weiter Aktien den Vorzug gegenüber Anleihen geben und Positionen in HedgeFonds aufbauen, da diese eine weitere Diversifizierung des Portfolios ermöglichen. Anja Hochberg CIO Europe & CH Das Wirtschaftsumfeld ist nach den Sommerferien von einem Mix aus positiven Wirtschaftsnachrichten (aus den USA und China), enttäuschenden Makrodaten (vor allem aus Kerneuropa) und geopolitischen Spannungen geprägt. Die weit verbreitete Unsicherheit sorgte an den Aktienmärkten anfangs (vor allem Anfang August) für Kursverluste. Wir glauben jedoch, dass die Aktienmärkte wieder ihren Aufwärtstrend aufnehmen werden. Dafür sprechen eine globale Erholung, die geldpolitische Unterstützung, noch nicht ausgereizte Bewertungen sowie die Stimmung, die auf ein Niveau gesunken ist, das erneutes Aufwärtspotenzial birgt. Entscheidend für dieses Szenario ist jedoch, dass sich diese wirtschaftlichen Verbesserungen konkret fortsetzen, um sich anschliessend weiter in Gewinnwachstum niederzuschlagen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die aktuelle Schwäche der europäischen Daten durch die Wachstumspause in den USA und die Ängste um das chinesische Wachstum Anfang des Jahres bedingt ist. Ausserdem hat sich insbesondere in Deutschland das Wirtschaftsklima durch die Krise zwischen der Ukraine und Russland und die darauffolgenden Sanktionen verschlechtert. Angesichts der aktuellen Daten haben unsere Ökonomen ihre Einkaufsmanagerindizes (PMI) in Kontinentaleuropa Index Jul 11 Jan 12 Jul 12 Jan 13 Jul 13 Jan 14 Jul 14 PMI Frankreich PMI Deutschland PMI Spanien PMI Italien Quelle: PMIPremium, Credit Suisse/IDC Anlagestrategie in Europa Fixed Income würden wir wegen seiner geringen Attraktivität untergewichten. Unsere Favoriten sind weiterhin Aktien und Hedge Fonds, wobei wir die europäischen und japanischen Märkte klar bevorzugen. Während sich Japan relativ gut behaupten konnte, wurden die europäischen Aktienmärkte stark von Wachstumsängsten und geopolitischen Gefahren belastet. Mit der langsamen Rückkehr des Wachstums werden sich unseres Erachtens die Gewinnaussichten verbessern, wozu auch der sinkende Euro beiträgt. Überdies steht die EZB bereit, um die Erholung in Europa zu unterstützen. Wir sehen auch Potenzial für eine sichtbare Erholung der europäischen Märkte vom aktuellen Niveau aus, sind diese doch mittlerweile überverkauft. Deshalb bestätigen wir Deutschland als unseren Favoriten unter den europäischen Aktienmärkten. Anleihen halten wir für eine sehr schwierige Anlagekategorie. Italienische Anleihen bieten dabei nach wie vor die besten Anlagechancen. Aus FairValueSicht ist ihre Bewertung unseres Erachtens noch nicht ausgereizt, was Raum für eine weitere Spreadverengung lässt. Die aktuellen Wirtschaftsdaten waren enttäuschend. Das italienische Wirtschaftswachstum könnte zeitweilig wieder ins Minus rutschen. Auch daran sind grösstenteils externe Faktoren (d.h. schwache Exporte) schuld. Eine globale Erholung wird somit helfen, das Wachstum wieder leicht ins Plus zu drehen. Ausserdem trägt sie dazu bei, die mit der politischen Reformagenda von Ministerpräsident Renzi verbundenen Belastungen etwas abzufe

4 4 Anlagestrategie Europa Credit Suisse Investment Monthly Europe dern. Obwohl spanische Anleihen durch bessere Wirtschaftskennzahlen gestützt werden, erscheinen sie aus reiner FairValueSicht weniger attraktiv. Deutsche Bunds halten wir weiterhin für am wenigsten attraktiv. Die Renditen sind sehr niedrig, womit die Gefahr eines deutlichen Anstiegs besteht, sollten die geopolitischen Risiken nachlassen. Portfoliodiversifizierung mit HedgeFonds Die Zuspitzung des geopolitischen Risikos im Juli und August hat wieder einmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, das Portfolio auch in einem guten Wirtschaftsumfeld zu diversifizieren. HedgeFonds können dazu beitragen, das RisikoErtragsProfil eines Portfolios zu verbessern. Es geht aber nicht nur um eine breitere Streuung des Portfolios. Wir sind auch der Meinung, dass das aktuelle Anlageumfeld günstig für diese Anlageklasse ist. Unser HedgeFondsBarometer, das die Risiken misst, die eine erfolgreiche Umsetzung von HedgeFondsStrategien verhindern können, hat sich erneut spürbar verbessert. Hauptrisiken stellen hierbei die Liquidität, die Volatilität, der Konjunkturzyklus sowie systemische Risiken (z.b. «Crowded Trades») dar. Überdies bieten sich HedgeFondsManagern derzeit beeindruckende Chancen. Die Korrelation zwischen einzelnen Aktien, Sektoren und Ländern ist erheblich zurückgegangen. Daher können durch eine Sektorrotation und die richtige Titelauswahl leichter Renditen generiert werden. Angesichts der aktuellen Risiken können die Manager das Gesamtrisiko erheblich reduzieren, indem sie ihr Portfolio gegen das Marktrisiko (teil)absichern. Eine solche Absicherung ist insofern wichtig, als HedgeFonds dadurch einstweilen eine bessere Sharpe Ratio erzielen können als LongonlyStrategien. Dies ist sowohl für Anleihen als auch für Aktienanleger von Belang. Neue TopAnlageideen Unsere TopAnlageideen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Anlagestrategie. Sie sind darauf ausgerichtet, innerhalb der jeweiligen Anlageklasse eine Outperformance zu erzielen. In dieser Hinsicht dienen sie als wichtige Ergänzung für unsere traditionelle Asset Allocation. In unserem Artikel über TopAnlageideen geben wir ein Update über unsere aktuellen Ideen und widmen uns insbesondere der Anlageidee «Technologietitel im Fokus». ( ) Anlagestrategie in Europa Deutschland Frankreich Italien Spanien Aktien 3 6MonatsAusblick Outperform Neutral Neutral Neutral Staatsanleihen 3 6MonatsAusblick Underperform Neutral Outperform Neutral Quelle: Investment Committee der Credit Suisse für Europa. Einschätzung im Vergleich zum jeweiligen EWUBenchmark.

5 5 Hintergrund Europa Credit Suisse Investment Monthly Europe Hintergrund Europa Bedeutende EZBMassnahmen mit verzögerter Wirkung Vor weiteren Massnahmen dürfte die EZB zunächst die Wirkung ihrer JuniEntscheidungen abwarten. Staatsanleihenkäufe bleiben eine Option; dafür bedarf es aber deutlich schwächerer Wirtschaftsaussichten. Björn Eberhardt Global Macro Research An ihrer Sitzung im Juni 2014 kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) Zinssenkungen und neue Liquiditätsmassnahmen an. Die positiven Wirtschaftsauswirkungen dieser Massnahmen dürften in den kommenden Monaten allmählich zutage treten. Da einige dieser Instrumente sehr komplex sind, präsentieren wir eine kurze Beurteilung der Massnahmen und ihrer möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft der Eurozone. Negativer Einlagenzins mit begrenzten Auswirkungen Mit den negativen Einlagenzinsen ( 0.1%) im Zuge der Zinssenkungen im Juni betrat die EZB absolutes Neuland. Davon betroffen sind die über die Mindestreserven hinausgehenden Einlagen der Banken bei der EZB, die sich derzeit auf rund 160 Mrd. belaufen. Der negative Zins wird das gesamte Bankensystem der Eurozone also jährlich rund 160 Mio. kosten, was einen tragbaren Betrag darstellen dürfte. Zudem wird ein Grossteil von deutschen und französischen Banken getragen, da diese den Grossteil der Überschussreserven halten. Angesichts der relativ geringen Kosten, die nach wie vor mit einer risikofreien Anlage der Liquiditätsüberschüsse bei der EZB verbunden sind, dürfen die Banken derzeit wenig Anreize haben, diese zu reduzieren. Dadurch werden auch die möglichen positiven Auswirkungen der negativen Einlagezinsen begrenzt. Liquiditätsmassnahmen könnten etwas bewirken Andererseits könnten die sogenannten «gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte» (GLRGs, Englisch: TLTRO) eine weitaus grössere Wirkung zeigen. Sie umfassen acht vierteljährliche Liquiditätstender («Zuteilungen») für Banken in der Eurozone, wobei die erste im September 2014 stattfinden wird. Die Laufzeit aller GLRGs endet im September Hauptvorteile für die Banken sind die geringen Kosten (0.25% p.a.) und keine Einschränkungen bei der Verwendung der Liquidität. Die acht Zuteilungen lassen sich in zwei Phasen unterteilen: 1. und 2. Zuteilung (September und Dezember 2014): Gemäss EZB könnten bis zu 400 Mrd. bereitgestellt werden, wobei der Gesamtbetrag auf maximal 7% der Kredite an den Privatsektor (ohne Hypothekenkredite) beschränkt ist. Die Zuteilungen können als Ersatz für die noch ausstehenden 3JahresLRGs angesehen werden, die Anfang 2015 auslaufen. Sie tragen somit möglicherweise zur Vermeidung entsprechender Störungen am Geldmarkt bei. 3. bis 8. Zuteilung (März 2015 Juni 2016): Als Grundlage dient die Nettokreditvergabe der Banken im Vergleich zum Zeitraum Mai 2013 bis April Um Refinanzierungsmittel zu erhalten, müssen die Banken ihre Kreditvergabe gegenüber diesem Referenzzeitraum steigern (bis Mai 2015 reicht auch ein geringerer Rückgang aus). Die Nachfrage nach GLRGs lässt sich ab der 3. Zuteilung nur schwer beurteilen. Sie hängt sowohl von der Kreditvergabe der Banken als auch von deren Einschätzung der vorhandenen Anlagemöglichkeiten ab. Da die Kosten der GLRGs gering sind und vom jeweiligen Kreditvergabeverhalten der Banken abhängen, dürfte sich zumindest der Rückgang des Kreditvolumens verlangsamen. Dies dürfte insbesondere nach der Bekanntgabe der StresstestErgebnisse der EZB Ende Oktober der Fall sein. Schwächere Wirtschaftsdaten könnten Druck auf EZB erhöhen Auch wenn die EZB es nun zunächst erst einmal vorziehen würde, die Auswirkungen ihrer neuen Massnahmen abzuwarten und zu beurteilen, könnten schwache Wirtschaftsdaten den Druck erhöhen, weitere Massnahmen zu ergreifen. Eine Option wäre der Ankauf forderungsbesicherter Wertpapiere. Dafür sind jedoch noch mehrere hohe Hürden zu nehmen. Überdies könnten sich die Ankäufe letztendlich als unzureichend erweisen, um Inflation und Wachstum deutlich zu beeinflussen. Damit bleibt nur noch ein Instrument: ein Ankaufprogramm für Staatsanleihen (quantitative Lockerung, kurz QE). Ein solches Programm würde unseres Erachtens jedoch voraussetzen, dass sich die Wirtschaftsaussichten, die ohnehin schon sehr schwach eingeschätzt werden, noch erheblich verschlechtern. Zugegebenermassen sind die Chancen für eine quantitative Lockerung Anfang 2015 recht hoch, doch sie entspricht nicht unserem Basisszenario, da wir eine leichte Wachstumsbeschleunigung in der Eurozone im Jahr 2015 erwarten. ( )

6 6 TopAnlageideen Europa Credit Suisse Investment Monthly Europe TopAnlageideen Europa Unsere TopAnlageidee «Technologietitel im Fokus» im Detail ITSektor profitiert von Investitions/Betriebsausgaben in einer sich erholenden Wirtschaft Wir halten den ITSektor vor allem aus drei Gründen für interessant. Erstens sind sowohl die IT als auch die Industrie Sektoren, die stark von einem besseren Investitions/Betriebsausgabenzyklus in einer sich erholenden Wirtschaft profitieren. In der Tat beobachten wir, dass die Investitionen in Technologie in den letzten Jahren zu niedrig waren, und zwar nicht nur im reinen Computerbereich, sondern auch in den Segmenten Infrastruktur und Netzwerke sowie Software. Wir gehen davon aus, dass dies zu höheren Investitionsausgaben führen wird, da der Bedarf an grösseren Kapazitäten, der aus einer stärkeren Nachfrage in den nächsten Jahren resultiert, gedeckt werden muss. Die Auftragseingänge im ITSektor haben kürzlich ein Niveau erreicht, das zuletzt in den Jahren 1999/2000 verzeichnet wurde. Zweitens ist die Bewertung des ITSektors unseres Erachtens attraktiv und widerspiegelt die besseren Gewinnaussichten noch nicht. Drittens erkennen wir einige langfristig positive Faktoren, die das Wachstum des Sektors auf lange Sicht antreiben dürften. Auftragseingänge ITSektor, PCNachfrage Neben unseren breit gefassten Aktien und HedgeFondsIdeen beleuchten wir hier die TopAnlageidee «Technologietitel im Fokus» etwas genauer. Der wichtigste Wachstumstreiber für den Technologiesektor ist der Investitionsausgabenzyklus in einer sich erholenden Wirtschaft. Als Wachstumskatalysatoren betrachten wir die Automatisierung und die Entwicklung des «Internet der Dinge». Olivier P. Müller Research Product Management Ende Juli haben wir unsere überarbeiteten TopAnlageideen für 2014 präsentiert. In diesem Monat tauchen wir tiefer in die Idee «Technologietitel im Fokus» ein, die zudem mit unserer Einschätzung im Einklang steht, dass sich Aktien aus dem ITSektor überdurchschnittlich entwickeln dürften. % YoY Jan 01 Jan 04 Jan 07 Jan 10 Jan 13 IT order intake PCdemand Nasdaq Composite Quelle: US Census Bureau of Commerce, Datastream, Credit Suisse / IDC Fokus auf ITSegmenten mit spezifischen Wachstumstreibern Diese Wachstumstreiber sind die Automatisierung und die Evolution des «Internet der Dinge» (IoT). Davon profitieren Anbieter von Internetplattformen, die das IoT ermöglichen, sowie IT und Investitionsgüterunternehmen, die das IoT zur Fabrik und Prozessautomatisierung nutzen. In der Tat setzt die Verbesserung der Konnektivität ein zügiges Wachstum im HardwareBereich voraus nicht nur bei Handys, Tablets und Headsets, sondern auch bei der technischen Infrastruktur für Anbieter. Dies kommt verschiedenen Geräteherstellern und Infrastrukturfirmen zugute. Diese zunehmende Konnektivität macht zudem höhere Kapazitäten für die Datenübertragung, speicherung und analyse erforderlich, um aus «Big Data» Kapital zu schlagen. Unseres Erachtens dürfte sich das alles auf BigDataNutzer und Unternehmen, welche die Verwertung von Big Data ermöglichen, positiv auswirken. Industriewerte sind ebenfalls recht technologiesensitiv Nicht nur ITFirmen profitieren von steigenden Betriebs und Investitionsausgaben, sondern auch Industrieunternehmen, die unseres Erachtens eine noch grössere Sensitivität gegenüber dieser Entwicklung aufweisen. Innerhalb des Industriesektors favorisieren wir den Trend zur Automatisierung. Automatisierung betrachten wir als eine gehebelte Investition in das weltweite Wirtschaftswachstum. Die Industrie, Fabrik und Prozessautomatisierung ermöglicht höhere Geschäftsvolumen und macht die Verarbeitung deutlich effizienter und damit profitabler. ( )

7 7 TopAnlageideen Europa Credit Suisse Investment Monthly Europe TopAnlageideen für 2014 Übersicht Idee Wertpotenzial in Europa AktienAlpha Technologietitel im Fokus Schwellenmärkte: Reformer, Zykliker und Dividendentitel Kapitalstarke Unternehmen Nachhaltigkeit Fixed Income: Die Suche nach Rendite Status Kommentar Bestehende Idee. Die verschiedenen Phasen der Erholung (Konsumgüter, Industrie) oder der Sektorrestrukturierung (Telekomwerte) und die EuroSchwäche nach der geldpolitischen Lockerung der EZB (z.b. deutsche Industrieunternehmen) für entsprechende Anlagen nutzen sowie in ausgewählte Small und Mid Caps investieren, denen die Erholung besonders zugutekommt. Bestehende Idee. Geringe Korrelationen innerhalb der Aktienmärkte ermöglichen es, über eine Auswahl von Stilen und Sektoren sowie eine BottomupTitelauswahl Outperformance zu erzielen. Für LongonlyAnleger empfehlen wir Aktien aus unseren bevorzugten Sektoren, Small und Mid Caps sowie Titel aus unserer «20 for a generation»liste. LongshortAnlegern raten wir indes zur PairTradingStrategie und zu HedgeFonds. Neue Idee. Innerhalb des insgesamt attraktiven ITSektors bevorzugen wir Technologietitel, die von einer Zunahme der Automatisierung und der Evolution des Internet der Dinge profitieren. Wir legen einen Fokus auf Internetplattformen, Unternehmen, die das Internet der Dinge ermöglichen, und ITund Investitionsgüterunternehmen, die das Internet der Dinge zur Fertigung und Prozessautomatisierung nutzen. Modifizierte Idee: Fokus auf ausgewählte Anlagegelegenheiten auf der Grundlage von Strukturreformen, wie sie zuletzt in Indien durchgesetzt wurden und derzeit in China eingeführt werden, sowie auf die Nutzniesser günstiger zyklischer Entwicklungen und auf starke Dividendentitel wie beispielsweise im Technologiesektor in Taiwan. Bestehende Idee. Hohe Bestände an liquiden Mitteln und günstige Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen M&AGelegenheiten sowie Spielraum für höhere Dividenden und Aktienrückkäufe. Neue Idee. Angesichts der steigenden Bautätigkeit und der hohen Energiekosten berücksichtigen wir verstärkt die Ressourceneffizienz und die Anpassungsfähigkeit bezüglich eines sich verändernden Geschäftsumfelds. Bestehende Idee. Wir suchen nach Rendite in einem Anleihenuniversum, das sehr hoch bewertet erscheint. Der genaue Fokus wird sich mit der Zeit entwickeln; derzeit favorisieren wir europäische nachrangige Finanzanleihen, CoCos und hybride Unternehmensanleihen. Schlüssel zu den Symbolen: Grün = attraktive Anlagegelegenheiten weiterhin in dieses Thema investieren; Gelb = bestehende Positionen beibehalten, aber nicht weiter ausbauen; Rot = bestehende Positionen reduzieren oder abstossen. Quelle: Credit Suisse

8 8 Umsetzung Mandate Credit Suisse Investment Monthly Europe Umsetzung Mandate Vorübergehende Reduzierung des Portfoliorisikos Im festverzinslichen Bereich setzen wir weiterhin auf Unternehmensanleihen. Die Position in Alternative Investments bleibt unverändert, wobei wir HedgeFonds favorisieren. ( ) Aktuelle versus neutrale Allokation Dies ist eine indikative Kapitalallokation, die sich mit der Zeit ändern kann. Die Umsetzung in Verwaltungsmandaten kann je nach den Benchmarks und Währungspositionen und aus anderen Überlegungen leicht abweichen. Fixed Income Benchmark (BM) TAA BM TAA Cash 5% 6% Fixed Income 80% 77% Equity 0% 0% Alternative 15% 17% Income Aktien werden zwar nach wie vor übergewichtet, doch angesichts der aktuellen geopolitischen Unsicherheit haben wir eine Risikoreduktion im Portfolio vorgenommen. Benchmark (BM) TAA BM TAA Cash 5% 12% Fixed Income 55% 44% Equity 20% 22% Alternative 20% 22% Wir verringern unsere Übergewichtung in Aktien aus der Eurozone und erhöhen unsere Cashposition in. Balanced José Antonio Blanco Head of Global MACS Benchmark (BM) TAA BM TAA Cash 5% 14% Fixed Income 35% 23% Equity 40% 42% Alternative 20% 21% 42 Unsere wichtigsten Einschätzungen haben sich nicht verändert, doch die geopolitische Unsicherheit hat zugenommen. Daher haben wir in unseren Portfolios eine vorübergehende Risikoreduktion vorgenommen und unsere Übergewichtung von Aktien aus der Eurozone verringert. Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen (Europa/USA) wirken sich am stärksten auf die europäischen Aktienmärkte aus, und in unserem Basisszenario gehen wir von einer anhaltend schwierigen und unbefriedigenden Lage in der Ukraine aus. Dabei scheint uns eine Eskalation der Situation eher unwahrscheinlich. Wir stellen fest, dass sich die technische Unterstützung für den europäischen Markt verschlechtert hat. Da sich aber sowohl die Bewertung wie auch zyklische Indikatoren für die Region weiterhin unterstützend auswirken, halten wir im Einklang mit den Einschätzungen unseres Anlagekomitees an einer leichten Übergewichtung von Aktien der Eurozone fest. Der Erlös aus der Veräusserung von Aktien aus der Eurozone floss in die Cashposition in. Angesichts der aktuellen Marktlage und der vorübergehenden Natur dieser Änderung wird der Barbestand dazu beitragen, das Portfoliorisiko zu senken und es kann schnell und kostengünstig anderweitig eingesetzt werden. Aufgrund des Zinsvorteils und der fundamentalen Unterstützung setzen wir auf den. Bei einer Verschlechterung der geopolitischen Lage kann sich dieser auch als sicherer Hafen erweisen. Capital Gain Benchmark (BM) Equities Benchmark (BM) Quelle: Credit Suisse TAA TAA BM TAA Cash 5% 12% Fixed Income 15% 5% Equity 60% 63% Alternative 20% 20% BM TAA Cash 5% 4% Fixed Income 0% 0% Equity 80% 82% Alternative 15% 14%

9 9 Wirtschaft Credit Suisse Investment Monthly Europe Wirtschaft Verhaltene Wachstumsdynamik spricht für anhaltende geldpolitische Unterstützung Während sich das Wachstum in den USA und in Grossbritannien robust präsentiert, ist es in der Eurozone und, in geringerem Masse, auch in Japan, China sowie anderen Schwellenländern Belastungen ausgesetzt. In Anbetracht des gedämpften globalen Wachstums und des geringen Ölpreisdrucks dürfte die Inflation sehr niedrig bleiben. Somit kann insgesamt weiterhin eine lockere Geldpolitik verfolgt werden, und lediglich die Fed dürfte allmählich zu einer Straffung übergehen. Oliver Adler Head of Economic Research Während die USWirtschaft die Winterschwäche überwunden hat und das britische Wachstum die Prognosen übertrifft, fällt die Aktivität in der Eurozone und in geringerem Masse auch in Japan enttäuschend aus. Das BIPWachstum in den USA dürfte sich auch künftig weiter im Bereich von 3% bewegen, wogegen das Wachstum in der Eurozone dieses Jahr unterhalb von 1% und 2015 nur leicht über dieser Marke liegen dürfte. In Japan dürften die Zahlen ähnlich sein. Die chinesische Wirtschaft dürfte sich 2015 angesichts des Überhangs am Wohnungsmarkt etwas verlangsamen, und der Ausblick für die anderen Schwellenländer ist nach wie vor uneinheitlich. Die Expansion in den USA trägt sich mittlerweile selbst, wogegen sich die Eurozone mit alten und neuen Belastungen konfrontiert sieht Nach einer Abschwächung im 1. Quartal hat die Expansion der USWirtschaft mittlerweile ein Ausmass erreicht, das wir als selbsttragend erachten. Die Beschäftigung nimmt stetig zu, die Löhne steigen (wenn auch nur langsam), und die USUnternehmen dürften als Reaktion auf die wachsende Nachfrage ihre Ausrüstungsinvestitionen erhöhen. Die Erholung am Wohnungsmarkt scheint nun, nach einigen Schwankungen, ebenfalls wieder voranzuschreiten. In der Eurozone zeichnet sich hingegen ein deutlich weniger erfreuliches Bild ab. In vielen Volkswirtschaften ist die Steuerbelastung noch immer sehr hoch, obwohl einige Regierungen die Steuern zuletzt geringfügig gesenkt haben. Während die Staatsanleihenrenditen erheblich gesunken sind, sind die Konsumkredite und auch die Kredite für kleinere und mittlere Unternehmen in der «Peripherie» noch immer zu teuer, und auch die Bankkredite entwickeln sich nach wie vor schleppend. Das neue TLTROProgramm der EZB (Targeted Long Term Refinancing Operations) dürfte für einen leichten Schub bei der Kreditvergabe sorgen, und die bevorstehende Prüfung der Aktivaqualität (vgl. Sonderthema) dürfte ebenfalls hilfreich sein. Es bleibt aber abzuwarten, ob es in der Folge zu einer gründlichen «Säuberung» der Bilanzen kommt und das Bankensystem wieder auf ein solides Fundament gestellt wird. Der Wachstumsmotor der Eurozone Deutschland wurde in der jüngsten Vergangenheit durch die Nachfrageverlangsamung in Italien, Frankreich und China gebremst. Die Krise in der Ukraine und das damit verbundene Risiko sinkender Exporte nach Russland und in andere osteuropäische Länder könnte diese Verlangsamung zusätzlich verstärken. Bleibt eine weitere Verschärfung der geopolitischen Spannungen aus, so dürfte sich die Dynamik allerdings zum Jahresende hin etwas verbessern. Niedrige Inflation spricht für Fortsetzung der lockeren Geldpolitik Die neuerliche Flaute bringt die Eurozone an den Rand der Deflation. Als Folge muss die EZB ihre expansive Politik weiter fortsetzen. Sollten sich Wachstum und Inflation weiter abschwächen, wird möglicherweise 2015 eine quantitative Lockerungspolitik erforderlich werden. In Japan ist die Euphorie über Abenomics mittlerweile der Realität gewichen: Die moderate Expansion dürfte sich zwar weiter fortsetzen. Das Wachstum wird aber auch 2015 aus strukturellen Gründen (vor allem wegen der demografischen Entwicklung) und als Reaktion auf eine weitere Steuererhöhung weiter gedämpft ausfallen. Gleichzeitig wird die Bank of Japan vermutlich ihr Inflationsziel von 2% nicht erreichen und daher ihre Politik einer aggressiven Bilanzvergrösserung auch über das Jahr 2015 hinaus fortsetzen. Die Wachstumsabkühlung und die niedrige Inflation in China ermöglichen der People s Bank ebenfalls eine Lockerung ihrer Politik. Allerdings werden sich die Massnahmen weiterhin in einem begrenzten Rahmen bewegen, da das übertriebene Kreditwachstum nach wie vor Sorgen bereitet. Obwohl die Inflation in einigen Schwellenländern, wie z.b. in Brasilien, Indien und der Türkei, noch immer die Zielwerte übersteigt, wird auch dort die Geldpolitik nicht noch weiter gestrafft. Somit sind die Federal Reserve (Fed) und die Bank of England die einzigen grossen Notenbanken, die 2015 einen Straffungsprozess einleiten dürften. In Anbetracht der globalen Wachstums und Inflationsentwicklung werden sie dabei vermutlich recht vorsichtig vorgehen. ( )

10 10 Globale Anlagestrategie Credit Suisse Investment Monthly Europe Globale Anlagestrategie Stärkerer und Bevorzugung von Aktien gegenüber Anleihen Wir geben Aktien weiterhin den Vorzug gegenüber Anleihen und empfehlen Alternative Investments zur Diversifikation. Die Stärke des wird sowohl von den Fundamentaldaten als auch von den verschiedenen geopolitischen Risiken insgesamt unterstützt. Nannette HechlerFayd'herbe Head of Investment Strategy In den letzten Jahren haben die geopolitischen Risiken wieder zugenommen, in den letzten Monaten sogar deutlich. Die verschiedenen Anlageklassen und Märkte haben darauf jedoch recht unterschiedlich reagiert. Zum Beispiel hat sich der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland spürbar auf den deutschen DAX niedergeschlagen, USAktien aber nicht davon abgehalten, neue Hochstände zu erreichen. Die Renditen von Staatsanleihen der Kernländer sind gesunken, während die Preise für Gold und auch Öl in ihren breiten Handelsspannen blieben. Das allgemeine Fazit lautet, dass geopolitische Ereignisse zwar die Unsicherheit erhöhen, für die Anleger aber nur selten die Karten völlig neu mischen (siehe unser Sonderthema zu geopolitischen Risiken). Sie können die Renditen verschiedener risikoreicherer Anlagen zeitweilig schmälern, was einen vorübergehenden «Risikoabbau» in den Portfolios, aber keine grundlegende Veränderung der Asset Allocation notwendig machen kann. das Ausmass von Marktrückschlägen begrenzt bleiben. Wir stellen auch fest, dass die Anleger nicht zu stark in Aktien engagiert sind. Zudem sind die Bewertungen in den meisten Fällen zwar nicht günstig, aber auch nicht zu hoch. Die Anleihenrenditen liegen dagegen auf oder nahe bei ihren historischen Tiefständen. Aus allen diesen Gründen halten wir Aktien weiterhin für attraktiver als Anleihen. Höhere Risikoentschädigung bei Hochzinsanleihen, aber Wertpotenzial noch nicht wieder positiv Die Spreads von spekulativen Unternehmensanleihen haben sich in den letzten Wochen ausgeweitet und bieten daher eine bessere Entschädigung für die Risiken. Allerdings glauben wir, dass die Kreditspreads generell noch kein Wertpotenzial für die Anlageklasse bieten. Wir bleiben daher bei unserer neutralen Haltung. Auch Finanzanleihen beurteilen wir nun eher neutral. Die Rücknahmen europäischer Finanztitel liegen nun über den Neuemissionen (was diese Anlagen unterstützt), doch das «technische Bild» deutet auf einen Verlust an Dynamik hin. Der Rückgang der Renditen von Staatsanleihen aus Kernländern auf (fast) historische Tiefstände scheint sich unterdessen nicht mit den Konjunkturindikatoren zu decken, die weiter auf wirtschaftliche Expansion hindeuten. Wir erwarten daher einen Anstieg der Renditen von den aktuellen Niveaus. Alternative Investments zur Portfoliodiversifikation Die Korrelationen zwischen vielen Anlagen befinden sich auf sehr tiefen Niveaus. Dadurch bietet die Diversifikation grössere Vorteile. Dabei haben sich in diesem Jahr Rohstoffe als geeignet erwiesen. Die Anlageklasse insgesamt schätzen wir neutral ein. Unsere relative Bevorzugung von Energierohstoffen gegenüber Industriemetallen hat sich bislang nicht ausgezahlt. Wir glauben aber, dass das Energieangebot knapper sein könnte, als der Markt derzeit annimmt, während die abnehmende Bautätigkeit in China Abwärtsdruck auf die Preise von Industriemetallen ausüben dürfte. HedgeFonds und Immobilien stellen nach wie vor sehr gute alternative Quellen für Anlageerträge dar. Weiterer Anstieg; und GBP (vorübergehend) schwach; CHF durch SNB beschränkt Die von uns prognostizierte Aufwertung ist schliesslich eingetreten. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die wirtschaftlichen Fundamentaldaten und die verschiedenen geopolitischen Risiken insgesamt den begünstigen. Im Vorfeld des schottischen Referendums zur Unabhängigkeit dürfte das GBP schwach bleiben. Im sehr wahrscheinlichen Fall einer Ablehnung dürfte sich dies jedoch ändern. Der CHF hat gegenüber dem etwas zugelegt. Wir glauben aber weiterhin, dass die Schweizerische Nationalbank die /CHFUntergrenze von 1.20 glaubwürdig verteidigen wird. Falls nötig, würde sie dem mit Interventionen am Devisenmarkt Nachdruck verleihen. ( ) Aktien bleiben unsere bevorzugte Anlageklasse Die Finanzmärkte schwimmen nach wie vor in Liquidität, auch wenn die USNotenbank allmählich einen restriktiveren Kurs einschlägt. Aufgrund unserer Einschätzung, dass die Fundamentaldaten in Bezug auf das Wachstum im Wesentlichen intakt sind und die Unternehmensgewinne unterstützen, erwarten wir, dass die Volatilität an den Aktienmärkten niedrig bleiben wird. Auch in Phasen, in denen sich die Stimmung eintrübt, dürften die Dauer und

11 11 Globale Anlagestrategie Credit Suisse Investment Monthly Europe Forecast Summary Weitere Informationen zu den Prognosen und Schätzungen sind auf Anfrage erhältlich. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die künftige Entwicklung. Die Wertentwicklung kann von Provisionen, Gebühren oder anderen Kosten sowie von Wechselkursschwankungen beeinflusst werden. ( ) Kurzfristzinsen 3MonatsLibor / 10jährige Staatsanleihen in % CHF * GBP AUD** JPY 3MLibor Kassa M M J Kassa M M Spotkurse sind Schlusskurse vom Prognosedatum: * 3M Euribor, ** 3MBank BillSätze. Quelle: Bloomberg, Credit Suisse Credit: Ausgewählte Indizes BC IG Corporate BC IG Corporate BC IG Financials CS LSI ex Govt CHF BC High Yield Corp BC High Yield Pan JPM EM Hard Curr JPM EM Local Curr, abgesichert in Rendite (%) Spread (Bp) n.a. Duration (Jahre) % 0.1% 0.4% 0.1% 0.9% 0.7% 0.5% 0.7% 1.0% 0.8% 1.2% 0.2% 3.6% 3.5% 3.0% 3.1% BC = Barclays Capital, IG= Investment Grade, CS = Credit Suisse, JPM = JP Morgan (EMBI+ und GBI Gl. Div). Indexdaten vom Quelle: Bloomberg, Credit Suisse Aktien Index MSCI AC World** USA S&P 500 Eurostoxx 50 UK FTSE 100 Japan Topix Australien S&P/ASX 200 Kanada S&P/TSX Comp Schweiz SMI Kassa 194 2,000 3,198 6,823 1,285 5,638 15,619 8' KGV Div.r. (%) Kurse vom ; *Prognose; **Nettorenditen (inkl. Dividenden). Rohstoffe Gold (/Unze) Silber (/Unze) Platin (/Unze) Palladium (/Unze) Kupfer (/Tonne) WTIRohöl (/Barrel) Credit Suisse Commodity Benchmark Spotkurse: Schlusskurse New York, ; *Prognose. Kassa M* 12M* '020 2,120 3,250 3'500 6,850 7,100 1'330 1'420 5,750 6'000 16'000 17,000 8,650 9, Quelle: Datastream, Credit Suisse 3M* 12M* Quelle: Bloomberg, Credit Suisse Währungen / /CHF /CHF /JPY /JPY /GBP GBP/ AUD/ /CAD /SEK /NOK /PLN /CNY /SGD /KRW /INR /BRL /MXN Spot Spotkurse: Schlusskurse London, M '0201' Reales BIPWachstum und Inflation in % CH EWU USA UK Australien Japan China MSCI Emerging Markets** 12MPrognose 3MPrognose BIPWachstum Prognosen vom: 21/08/ E E Inflation M '0201' Quelle: Bloomberg, Credit Suisse 2014E E Quelle: Credit Suisse

12 12 Sonderthema Credit Suisse Investment Monthly Europe Sonderthema Einfluss geopolitischer Faktoren auf die Märkte Beim Grossteil der von uns untersuchten bedeutenden geopolitischen Ereignissen hat sich die konträre Anlagestrategie als profitabelste erwiesen. Hier werden bei den aus diesen Ereignissen resultierenden Aktienkursrückgängen Zukäufe getätigt. Tiefgreifende Auswirkungen auf die Märkte haben solche Ereignisse nur, wenn sie zu weitreichenden und lang anhaltenden Konflikten oder ernsthaften Unterbrüchen bei der Energieversorgung führen. Historisch betrachtet ist dies nur sehr selten der Fall. strategische Investoren war es viel wichtiger, die weitreichenderen schrittweise im Hintergrund stattfindenden geopolitischen Veränderungen auszumachen. So zum Beispiel der Zerfall der österreichischungarischen Monarchie, der Aufstieg der Vereinigten Staaten zur globalen Führungsmacht zwischen den beiden Weltkriegen und möglicherweise die derzeitige Umkehr dieses Aufstiegs. Die erste dieser Entwicklungen gipfelte im Einbruch des Dollarwerts des Wiener Aktienmarktes um 87% innerhalb einer vierjährigen Periode mit Hyperinflation. Bei der zweiten übertraf der USAktienmarkt denjenigen der absteigenden Grossmacht Grossbritannien in den 25 Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges um 50%. Schhlagzeilenträchtige Einzelereignisse sind zwar oftmals charakteristisch für solch tief greifendere Neuordnungen, sollten aber von den Anlegern weniger als eigentliche Wendepunkte am Markt betrachtet werden, sondern (mit den sich lange ansammelnden Indizien) vielmehr als Motivation für eine langfristige Portfolio Neuausrichtung über mehrere Jahre genutzt werden. Nur ganz wenige geopolitische Ereignisse haben nachhaltige globale Auswirkungen Bei der KubaKrise, während der für kurze Zeit ein globaler Atomkrieg drohte, kam es lediglich während einiger Tage zu seitwärts tendierenden Märkten. Darauf folgte dann eine starke Rally. Als die USAktienmärkte bei 9/11 nach einer siebentägigen Pause wieder öffneten, fielen sie nur kurz um knapp über 10% und konnten diese Verluste in etwas mehr als einem Monat wettmachen. Bei Einbrüchen, die mit Japans Angriff auf Pearl Harbor in Verbindung gebracht werden, zeigte sich ein ähnliches Bild, und verschiedene weitere tragische geopolitische Ereignisse vom Untergang der Lusitania bis hin zum LockerbieAnschlag und der Tragödie von Flug MH17 hatten lediglich beschränkte Auswirkungen auf die Märkte (Abbildung 1). Abbildung 1: Geopolitische Ereignisse mit geringer Auswirkung auf die Märkte S&P500 indexed to Giles Keating Head of Research and Deputy Global CIO Jonathan Horlacher Fundamental Macro Research Geopolitische Ereignisse werden von den Anlegern genauestens verfolgt, insbesondere während neu aufflammender Konflikte wie in jüngster Zeit. Doch wie stark sind deren Auswirkungen auf die Märkte tatsächlich? Unsere Untersuchung zeigt, dass der Grossteil bedeutender geopolitischer Ereignisse von der Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand vor 100 Jahren bis hin zu 9/11 und den diesjährigen Ereignissen im Irak und der Ukraine zu Schwankungen von 10% oder weniger an den wichtigen Aktienmärkten führt, wobei dieser Effekt üblicherweise innerhalb von etwa einem Monat wieder vollständig aufgehoben wird. Dies legt nahe, dass eine konträre Anlagestrategie für gewöhnlich am profitabelsten ist. Dabei werden bei durch solche Ereignisse verursachten Kursrückgängen Zukäufe getätigt. Über die vergangenen hundert Jahre konnten wir nur eine Handvoll Ereignisse ausmachen, die dieser Regel zuwiderliefen, und selbst bei diesen Ereignissen setzte innerhalb von zwei bis drei Jahren eine Erholung ein. Für days after event Lockerbie Bombing Cuban Missile Crisis Downing of MH17 9/11 Quelle: Bloomberg, Credit Suisse / IDC Die einzigen drei von uns über die letzten hundert Jahre ausgemachten geopolitischen Ereignisse mit bedeutenden und anhaltenden Auswirkungen waren die deutsche Invasion Frankreichs 1940, der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und der JomKippur Krieg mit darauffolgender Ölkrise. Diese Ereignisse führten zu Einbrüchen am USAktienmarkt von 20%, 30% und 40%. Doch selbst in diesen Fällen konnten die Rückgänge innerhalb von ein bis drei Jahren (Abbildung 2) wieder vollständig wettgemacht werden.

13 13 Sonderthema Credit Suisse Investment Monthly Europe Abbildung 2: Bedeutende Marktschwankungen aufgrund geopolitischer Ereignisse Abbildung 3: Entwicklung des MSCI Russia während der Ereignisse in der Ukraine DJIA indexed to Yanukovych is Buildup of ousted Russian forces Downing of MH months after event Invasion of France Assassination of Ferdinand I 1973 ArabIsraeli War Iraq invades Kuwait Quelle: Bloomberg, Credit Suisse / IDC 500 Jan 14 Feb 14 Mar 14 Apr 14 May 14 Jun 14 Jul 14 Aug 14 MSCI Russia Quelle: Bloomberg, Credit Suisse / IDC Weshalb sind starke und nachhaltige Beeinträchtigungen der Märkte so selten? Der Grund dafür scheint zu sein, dass Aktienrenditen die Unternehmensgewinne spiegeln, und die Umsatzund Gewinnentwicklung der meisten Unternehmen wird durch einen einzelnen Terroranschlag oder einen Krieg in einem fernen Land nicht stark beeinträchtigt. Weiter können Zentralbanken den Auswirkungen möglicherweise durch geldpolitische Lockerungen entgegenwirken. Solche Ereignisse können zwar zu tragischen Verlusten von Menschenleben und lokal zu starken wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen führen, sind aber global betrachtet in der Regel weit weniger bedeutend. Die Ukraine ist in diesem Jahr aufgrund innenpolitischer Unruhen mit einem desaströsen Verlust eines Viertels ihres jährlichen BIP konfrontiert. Dies entspricht aber lediglich dem globalen BIP, welches in einer Stunde erwirtschaftet wird. Anders sieht es aus, wenn ein Einzelereignis die Welt grundlegend verändert, einschliesslich aller vorgängigen Annahmen zu künftigen Ertragsströmen von Unternehmen. Die Invasion Frankreichs im Jahr 1940 markierte den Beginn eines Konflikts, dessen Ausmass schlicht nicht abzuschätzen war, während der JomKippurKrieg zu einer völligen Neuordnung der Machtverhältnisse bei der weltweiten Erdölversorgung und einer Verdreifachung des Ölpreises führte. Interessant in diesem Zusammenhang ist die zurückhaltende Reaktion der Märkte während der KubaKrise: Ein Atomkrieg hätte sich zweifelsohne radikal auf die Unternehmensgewinne ausgewirkt, doch die Anleger erachteten dies wohl als derart extrem, dass es nahezu ausgeschlossen wurde. Während die Auswirkungen der meisten geopolitischen Ereignisse auf die globalen Märkte beschränkt sind, können sich solche Ereignisse erheblich auf bestimmte lokale Märkte auswirken. Doch selbst bei diesen Effekten kann es wieder zu einer raschen Normalisierung der Lage kommen. In diesem Jahr brachen die Aktienmärkte in Russland zweimal um rund 20% ein. Doch jedes Mal haben sie sich, zumindest teilweise, innerhalb nur weniger Monate wieder erholt (Abbildung 3). Anleger können demnach davon ausgehen, dass die Auswirkungen einer Panikreaktion aufgrund geopolitischer Ereignisse auf wichtige Märkte nur von kurzer Dauer sein werden und sollten bei der Identifizierung von Ereignissen, die dieses Muster durchbrechen, einen ganz strikten Kriterienrahmen anwenden. Längerfristige geopolitische Veränderungen: Historischer Nachweis Da die USA nach dem Zweiten Weltkrieg die einzige Supermacht mit einem Aktienmarkt waren, bekundete man bei wissenschaftlichen Untersuchungen in dieser Zeit Mühe, einen klaren Zusammenhang zwischen tief greifenden geopolitischen Veränderungen und Entwicklungen an den Aktienmärkten nachzuweisen. Doch dank Daten aus dem Global Investment Returns Yearbook des Credit Suisse Research Institutes können wir einen Blick auf frühere Perioden werfen (Abbildung 4). Ab 1900 kam es mit dem Aufstieg der USA, dem relativen Niedergang Grossbritanniens, der Schwächung Deutschlands und dem Kollaps der österreichischungarischen Monarchie zu tief greifenden geopolitischen Veränderungen. Real und gemessen in konnte ein Anleger, der in USAktien investierte, von 1900 bis Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 von einer zehnfachen Wertzunahme profitieren. Dieses Plus entspricht nahezu dem zweieinhalbfachen bei den britischen Aktien, die um das Vierfache zulegten. Besonders markant war der Effekt nach 1920, als sich der Machttransfer an die USA beschleunigte. Bei Deutschland und ÖsterreichUngarn war der Kontrast noch stärker, verloren doch die Aktienmarktanlagen nach der Hyperinflation von 1922 nur einen kleinen Teil ihres Dollarwerts vor Kriegsbeginn.

14 14 Sonderthema Credit Suisse Investment Monthly Europe Abbildung 4: Aktienrenditen GB und USA Index (1900 = 100) 1'100 1' UK Equities Total Return Quelle: Credit Suisse Research US Equities Total Return Längerfristige geopolitische Veränderungen: In welche Richtung geht die Entwicklung? Die sich möglicherweise derzeit anbahnende grösste langfristige geopolitische Veränderung ist der schrittweise relative Abstieg der USA, wobei das Land immer noch eine dominante Machtposition inne hat. Ersichtlich wird dies in Abbildung 5 mit der Darstellung der rückläufigen USMilitärausgaben in Prozent des globalen BIP (dasselbe gilt, wenn sämtliche NatoStaaten berücksichtigt werden). Diese Entwicklung ist fast unvermeidbar, wird doch durch sich erfolgreich entwickelnde Volkswirtschaften weltweit (insbesondere in Asien) der Anteil des USBIP am globalen BIP markant reduziert. Dabei sinken dann auch die Militärausgaben des Landes im Verhältnis zu den Ausgaben weltweit. Verhindern könnten die USA diese Entwicklung nur, wenn sie die Staatsausgaben für das Militärbudget Jahr für Jahr erhöhen würden, was natürlich nicht umsetzbar ist. Dieser Trend zeichnete sich bereits seit mehreren Jahrzehnten ab. Was sich aber im Verlauf der letzten zehn Jahre geändert hat, ist, dass China (und in geringerem Umfang auch andere Länder) ihre Militärausgaben deutlich angehoben haben. Aufgrund des Massstabes auf der Grafik ist es zwar schwierig zu erkennen, doch Chinas Ausgaben, die noch vor zwanzig Jahren vernachlässigbar waren, belaufen sich heute auf rund einen Viertel derjenigen der USA, Tendenz rasch steigend. Weniger gewichtig, aber dennoch bedeutend für das Verständnis der globalen Situation, ist die Situation in Russland. Nach rückläufigen Militärausgaben nach dem Zerfall der UdSSR ging das Land wieder in eine Expansionsphase über und auch andernorts einschliesslich in SaudiArabien ist ein Anstieg der Militärbudgets zu beobachten. Abbildung 5: Militärausgaben in % des globalen BIP of global GDP at market prices USA all of NATO China Quelle: SIPRIDatenbank zu Militärausgaben 2012 Die rückläufigen relativen Militärausgaben sind zwar lediglich ein Machtindikator insbesondere in einer Welt, in der CyberAttacken und Stellvertreterkriege geführt werden, deuten aber wohl auf die verringerte Fähigkeit der USA und der NATO hin, sich gleichzeitig in verschiedenen Krisengebieten zu engagieren. So sind die Ereignisse in der Ukraine, im Nahen Osten und im asiatischpazifischen Raum möglicherweise Teil eines Musters, bei dem China, Russland und Organisationen wie die ISIS und andere immer stärker ihre eigene militärische Stärke demonstrieren wollen, da Reaktionen seitens der USA in ihren Augen wohl eher unwahrscheinlich scheinen. Somit könnten Anleger in den kommenden Jahren vermehrt mit solchen Ereignissen konfrontiert werden. Führt dies nun zu grösserer Unsicherheit und somit zu höheren Risikoprämien bei den Vermögenswerten (d. h. niedrigeren KursGewinnVerhältnissen bei Aktien)? Basierend auf vorhergehender Analyse bedeuten mehr schlagzeilenträchtige Ereignisse nicht zwingend mehr Unsicherheit, ausser auf sehr kurze Sicht, da diese Ereignisse für gewöhnlich nur beschränkte Auswirkungen haben. Zu einem Anstieg der allgemeinen Unsicherheit käme es nur, wenn diese Ereignisse zu weitreichenden Konflikten oder ernsthaften Unterbrüchen bei der Energieversorgung führen würden. Wie wir jedoch gesehen haben, kamen solch tief greifende Veränderungen in der Vergangenheit nur sehr selten vor. Wir gehen am ehesten davon aus, dass die Ereignisse sowohl in der Ukraine als auch im Südchinesischen Meer und im Pazifik Anzeichen für einen Übergang von einer dominierenden Stellung der USA und der NATO zu einer stärkeren relativen Machtgewichtung für Russland und China innerhalb dieser Regionen sind. Möglicherweise führt dies zu einem neuen geopolitischen Gleichgewicht, aus dem sich in den derzeit tief bewerteten Aktienmärkten dieser beiden Länder langfristige Möglichkeiten ergeben können. Im Nahen Osten, wo es keinen solchen einzelnen Machtblock gibt, ist die Gefahr des Auftretens eines stark destabilisierenden Ereignisses zwar gering, kann aber nicht völlig ausgeschlossen werden. ( )

15 15 Sonderthema Credit Suisse Investment Monthly Europe Sonderthema Prüfung der AktivaQualität: Unterstützt das Vertrauen, fördert Verbriefungen Wir erwarten, dass die Prüfung der Aktiva Qualität und die Stresstests recht streng sein werden, was das Vertrauen in den Bankensektor stärken dürfte. Die Wiederaufnahme der Tätigkeit am Markt für Verbriefungen würde sowohl für die EZB als auch für die Anleger einen weiteren wichtigen Meilenstein bedeuten. Christine Schmid Banking Research Volumen notleidender Kredite im 2. Quartal weiter gestiegen Die Erwartungen bezüglich der Ergebnisse der Stresstests und der AQR werden die Entwicklung von Bankaktien in den nächsten Wochen weiter bestimmen. Zwar kennen die Banken die von der EZB zugrunde gelegten gesamtwirtschaftlichen Annahmen, jedoch könnte sich die Einstufung der Kredite durch die EZB und die EBA in die Kategorien «notleidend», «ausfallgefährdet», «restrukturiert» und «bedient» von Bank zu Bank und von Land zu Land unterscheiden. Da mit Problemkrediten möglicherweise recht strikt verfahren wird, könnten sich Kapitallücken öffnen. Griechische und italienische Banken haben zwar das Volumen der notleidenden Kredite im 2. Quartal 2014 zur Vorbereitung auf die Ergebnisse der EZB (vgl. Abb. 1) weiter erhöht, Kapitallücken könnten aber trotzdem drohen. Transparenz infolge der AQR könnte Verbriefungen einen Schub geben Die Stresstests und die AQR werden ein wichtiger Meilenstein im Bestreben der EZB sein, das Vertrauen in die Bilanzqualität der Banken wiederherzustellen. Ein wichtiger Nebeneffekt einer offiziellen Beurteilung der AktivaQualität von Banken könnte zudem eine Zunahme der Verbriefungen sein. Das Volumen des europäischen Markts für Verbriefungen ist im Vergleich zu 2008 um über 75% eingebrochen. Im Jahr 2013 beliefen sich die Neuemissionen auf weniger als 200 Mrd., nur rund 14% des USEmissionsvolumens. Vermehrte Verbriefungen würden nicht nur die Bereitstellung von Krediten für die Wirtschaft unterstützen, sondern könnten zudem interessante Anlagemöglichkeiten in einem von niedrigen Renditen geprägten Umfeld bieten (auch für die EZB, wenn sie eine quantitative Lockerung beschliesst). Darüber hinaus könnten auch Bankaktien von einer Belebung des Marktes für Verbriefungen profitieren; längerfristig würden sich die Anleger aber möglicherweise sorgen, ob die Banken nicht zu viele risikoärmere Hypotheken abstossen. Unsere Einschätzung für den Bankensektor bleibt angesichts der nach wie beträchtlichen Unsicherheit mit Blick auf regulatorische Entwicklungen und mögliche Rechtsstreitigkeiten neutral. ( ) Die Ergebnisse der Prüfung der AktivaQualität (AQR) von Banken in der Eurozone durch die Europäische Zentralbank (EZB) werden bis Mitte Oktober veröffentlicht, einige Informationen könnten indes bereits vorher durchsickern. Die AQR erfolgt parallel zu den sogenannten Stresstests durch die Europäische Bankenaufsicht (EBA), die das Verhalten der Bilanzen von Banken bei unterschiedlichen Konjunkturszenarien simulieren. Banken, bei denen die EZB eine Kapitallücke feststellt, werden zwei Wochen Zeit haben, um einen Plan vorzulegen, wie sie die Lücke füllen wollen. Die EZB wird die Pläne bis zum 4. November annehmen oder ablehnen. Wird der Plan angenommen, müssen die Banken binnen sechs Monaten die Lücken füllen, die im Rahmen der AQR und für das Basisszenario des Stresstests ermittelt wurden. Für das Füllen der Lücken, die beim negativen Szenario identifiziert wurden, erhalten die Banken neun Monate Zeit. Abbildung 1: Anteil notleidender Kredite ausgewählter europäischer Banken Italienische Banken mit hohem Volumen an notleidenden Krediten NPL Ratio ( in %) Danske 1.6% Erste Group 12.8% Commerzbank 5.9% RBS Group 8.3% Deutsche 2.6% BBVA 6.9% SocGen 6.9% Santander 5.8% Credit Ag 5% BNP 4.5% UBS 0.4% Barclays 2.9% DNB 1.9% CS 0.6% Intesa 17.1% UniCredit 15.9% Change in NPL ratio QoQ (in bp) Quelle: Unternehmensangaben

16 16 Fixed Income Credit Suisse Investment Monthly Europe Fixed Income Anleihen teuer, aber renditeseitiges Aufwärtspotenzial scheint beschränkt Zunehmendes Risiko einer längeren Phase mit weltweit tiefen Anleihenrenditen, aber Bewertungen bleiben unattraktiv. Bankanleihen: Schwache Kursdynamik wird durch geringes Angebot aufgewogen; unser Ausblick ist neutral. Sylvie Golay Markovich Head Fixed Income Analysis Geldpolitische Unterschiede als Treiber der relativen Anleihenperformance Die Renditen der wichtigsten Staatsanleihenmärkte gingen aufgrund erhöhter geopolitischer Spannungen und erneuter Sorgen hinsichtlich der Wirtschaft in der Eurozone weiter zurück. Darüber hinaus blieb die Marktreaktion asymmetrisch, d.h. negative Schlagzeilen führten zu grösseren Renditebewegungen als positive Meldungen. Da sich dieses Performancemuster indessen nicht an allen Märkten gleichermassen zeigt, sollte sich die Strategie auf die relative Wertentwicklung konzentrieren. Aus dieser Perspektive dürften USTreasurys gegenüber deutschen Bundesanleihen und noch mehr gegenüber Staatsverbindlichkeiten aus der europäischen Peripherie weiterhin eine Underperformance zeigen. Diese Einschätzung wird unverändert durch die klar unterschiedliche Geldpolitik der USNotenbank Fed einerseits und der Europäischen Zentralbank (EZB) andererseits sowie auch durch Hinweise auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum in den USA untermauert. Die Renditen von Schweizer Staatspapieren orientieren sich zwar weiterhin stark am Markt, ihre absoluten Niveaus bieten aber kaum noch Wertschöpfungspotenzial. Wichtigste Staatsanleihenmärkte: Rendite 10jähriger Laufzeiten Die Renditen der Anleihen am langen Ende verzeichnen seit Jahresbeginn einen Abwärtstrend. % Aug 09 Aug 10 Aug 11 Aug 12 Aug 13 Aug 14 USA Deutschland Schweiz UK Quelle: Datastream, Credit Suisse/IDC Anleihen der europäischen Peripherie favorisieren; neutrale Beurteilung von Finanzwerten Unsere Bevorzugung von Anleihen aus der europäischen Peripherie im Allgemeinen und von italienischen Staatspapieren (und Pfandbriefen) im Besonderen beruht grösstenteils auf den Unterstützungsmassnahmen der EZB, einschliesslich möglicher direkter Käufe von Staatsanleihen (quantitative Lockerung), falls sich das wirtschaftliche Umfeld und die Inflation weiter verschlechtern sollten. Mit Blick auf Unternehmensanleihen hat sich die Charttechnik für Bankverbindlichkeiten jüngst eingetrübt. Dennoch glauben wir weiterhin, dass sich die gezielten langfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) der EZB positiv auf Finanzanleihen auswirken werden. Dies nicht zuletzt deshalb, weil sie die Emissionen vorrangiger Bankpapiere zusätzlich beschränken dürften. Unser Ausblick für diesen Sektor ist nun neutral. Im übrigen Kreditspektrum haben sich die Bewertungen allgemein verbessert, insbesondere bei HighYieldAnleihen. Allerdings bieten die Spreads der High Yields noch keine ausreichende Entschädigung für die Risiken, um uns zu einer positiveren Beurteilung zu bewegen. In den Schwellenmärkten birgt die Lage in der Ukraine weiterhin Risiken, insbesondere für osteuropäische Emittenten. Angesichts der robusten finanziellen Fundamentaldaten Russlands und der attraktiven Bewertungen halten wir aber an unserer positiven Einschätzung von Hartwährungsanleihen der russischen Regierung fest. Im Gegensatz dazu haben wir unseren Ausblick für RUBAnleihen hauptsächlich wegen der sich verschlechternden Inflationsperspektiven auf neutral angepasst. In den Regionen Mittel/Osteuropa sowie Naher Osten und Afrika (CEEMEA) beurteilen wir über einen taktischen Horizont nur noch TRYBonds positiv. Und schliesslich sehen wir weitere Abwärtsrisiken für argentinische Verbindlichkeiten (einschliesslich Anleihen, die der lokalen Rechtssprechung unterliegen), weil sich die fiskalischen Perspektiven eintrüben und das Angebot des Landes, ausländischer Rechtssprechung unterliegende Anleihen gegen Titel unter lokaler Jurisdiktion zu tauschen, mit Risiken verbunden ist. ( )

17 17 Fixed Income Credit Suisse Investment Monthly Europe Ausgewählte AnleihenEmpfehlungen ISIN CHF Währ. Emittent Rating (1) Coupon (2) Mind.stck./zus. Vol. (in 1'000) (Mio.) Fälligkeit Nächster Call Kurs (3) YTM (%) YTC (%) Bench. Spread (4) CH CHF BHARTI AIRTEL INTERNATIO BBB / Baa (A) 5 / / XS GLENCORE FUNDING LLC BBB / Baa (S) 2 / 1 1'000 4/ US61746BDR42 MORGAN STANLEY A / Baa (S) 1 / 1 2'500 7/ US172967HU88 CITIGROUP INC A / Baa (S) 1 / 1 2'000 7/ US89153VAP40 TOTAL CAPITAL INTL SA AA / Aa (S) 2 / 1 1'000 6/ US68389XBA28 ORACLE CORP A+ / A (S) 2 / 1 1'500 7/ US278642AK93 EBAY INC A / A (S) 2 / /21 6/ DE000A1R0410 THYSSENKRUPP AG BB / Ba (A) 1 / 1 1'250 10/19 7/ XS FRESENIUS FINANCE BV BB+ / Ba (S) 1 / / XS INTESA SANPAOLO SPA BBB / Baa (A) 100 / 1 1'000 6/ XS Sonstige FCE BANK PLC BBB / Baa (A) 100 / / XS AUD TOYOTA FINANCE AUSTRALIA AA / Aa (A) 2 / / AU3CB AUD UBS AG AUSTRALIA NR / NR (S) 1 / / XS AUD NESTLE HOLDINGS INC AA / Aa (A) 2 / / XS AUD RABOBANK NEDERLAND AA / Aa (A) 1 / / XS GBP FCE BANK PLC BBB / Baa (A) 100 / XS GBP RCI BANQUE SA BBB / Baa (A) 1 / / XS GBP REED ELSEVIER INVESTMENT BBB+ / Baa (A) 100 / /19 5/ XS EM/Unter IG/Nachr. Anleihen* GBP VOLKSWAGEN FIN SERV NV A / A (S) 1 / USN77608AG79 SCHAEFFLER FINANCE BV BB / Ba (S) 200 / /21 5/ CH UBS AG BBB / NR (A) 200 / 1 1'500 5/23 5/ XS BANCO SANTANDER SA NR / Ba (Q) 200 / 200 1'500 unbegr. 5/ US06738EAB11 BARCLAYS PLC B+ / NR (Q) 200 / 1 1'211 unbegr. 9/ USF8586CXG25 SOCIETE GENERALE NR / Ba (S) 200 / 1 1'500 unbegr. 1/ USF2893TAF33 ELECTRICITE DE FRANCE SA BBB+ / A (S) 100 / 1 3'000 unbegr. 1/ XS SCHAEFFLER FINANCE BV B / B (S) 100 / /19 5/ XS PETROBRAS GLOBAL FINANCE BBB / Baa (A) 100 / / XS ROYAL BK SCOTLND GRP PLC BB+ / Ba (A) 100 / 1 1'000 3/24 3/ XS AMERICA MOVIL SAB DE CV BBB / Baa (A) 100 / /73 9/ XS ENEL SPA BB+ / Ba (A) 100 / 1 1'000 1/75 1/ XS ORANGE SA BBB / Baa (A) 100 / 1 1'000 unbegr. 2/ DE000A11QR65 BAYER AG BBB / Baa (A) 1 / 1 1'750 7/75 7/ XS VOLKSWAGEN INTL FIN NV BBB / Baa (A) 1 / 1 1'250 unbegr. 3/ XS GBP JAGUAR LAND ROVER AUTOMO BB / Ba (S) 100 / / FR GBP GDF SUEZ BBB+ / A (A) 100 / unbegr. 1/ XS GBP LLOYDS BANKING GROUP PLC BB / NR (Q) 200 / 1 1'481 unbegr. 6/ XS GBP AMERICA MOVIL SAB DE CV BBB / Baa (A) 100 / /73 9/ XS GBP ENEL SPA BB+ / Ba (A) 100 / /76 9/ *Emerging Markets/SubInvestment Grade/Nachrangige Anleihen; 1) S&P, Moody's, e = Erwartetes Rating, NR = kein Rating; 2) A = Jährlicher Coupon, S = Halbjährlicher Coupon, Q = Vierteljährlicher Coupon 3) Kurse vom 26. August 2014, rein indikativ und vorbehaltlich einer normalen Marktvolatilität. 4) Bench.Spread bezieht sich auf die Renditedifferenz zwischen YTM bzw. YTC und der relevanten BenchmarkStaatsanleihe. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die künftige Entwicklung. Die Wertentwicklung kann von Provisionen, Gebühren oder anderen Kosten sowie von Wechselkursschwankungen beeinflusst werden. Weitere Informationen zu den Prognosen und Schätzungen sind auf Anfrage erhältlich. Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

18 18 Aktien Credit Suisse Investment Monthly Europe Aktien Unternehmensdaten drehen endlich in den positiven Bereich wenngleich nicht ganz so stark. Wir hatten erwartet, dass die europäischen Unternehmen im Gewinnzyklus hinter ihren USKonkurrenten zurückbleiben werden, wie dies in der Regel der Fall ist. Am Ende der letzten Berichtssaison hatten wir darauf hingewiesen, dass sich die Umsätze verbessern müssen, damit auch die Gewinne weiterhin wachsen können. Daher ist es ermutigend zu sehen, dass in den USA so viele positive Umsatzüberraschungen erzielt wurden wie schon seit mehreren Jahren nicht mehr. Wir erwarten, dass sich in den nächsten Berichtssaisons ein ähnlicher Trend in Europa entwickeln wird. Die Margen weiteten sich in den USA auf ein neues historisches Hoch aus und erreichten 9.1%. Einige Unternehmen wiesen jedoch darauf hin, dass in manchen Regionen der Inflationsdruck zu steigen beginne. In Europa befinden sich die Margen noch immer unter den historischen Höchstwerten. Die Aussichten auf weitere Gewinnsteigerungen sind daher unserer Meinung nach in Europa langfristig höher als in den USA. Die Kurskorrektur am Aktienmarkt war nur von kurzer Dauer. Globale Aktien haben sich schon fast wieder erholt. Insgesamt fiel die Berichtssaison gut aus und das Gewinnwachstum wurde durch starke USUmsätze unterstützt. Gérald Moser Head of Equity Analysis Eine Korrektur des Aufwärtstrends am Aktienmarkt Die Schwäche der Aktienmärkte Ende Juli und Anfang August wurde überwiegend durch Veränderungen in der Anlegerstimmung aufgrund der erhöhten geopolitischen Risiken verursacht. In den meisten Regionen entwickelten sich die gesamtwirtschaftlichen Daten weiterhin solide. Im Vergleich zu anderen Regionen litt Europa am stärksten. Einige Daten überraschten negativ und die Nähe zur RusslandUkraineKrise wirkte sich ebenfalls auf die Region aus. Die Fundamentaldaten wirken unserer Meinung nach aber weltweit noch immer unterstützend, weshalb wir diese Schwächephase als eine Kaufgelegenheit betrachten und nicht als den Beginn einer nachhaltigeren Underperformance des Aktienmarkts. Eine weltweit ermutigende Berichtssaison Die Berichtssaison im 2. Quartal ist beendet und man kann ein positives Fazit ziehen. In den USA waren die Ergebnisse sowohl aus Umsatz als auch Gewinnsicht beeindruckend. Auch die europäischen Unternehmen konnten die Gewinnerwartungen übertreffen, Umsatzprognosen während der Berichtssaison angehoben EPS und Umsatzwachstum des S&P 500 zum Vorjahr, einmonatige Veränderung. % MoM Aug 12 Dez 12 Apr 13 Aug 13 Dez 13 Apr 14 Anstieg des Gewinns je Aktie im S&P 500 GJ1 Umsatzanstieg im S&P 500 GJ1 Quelle: Datastream, I/B/E/S, Credit Suisse / IDC Wir behalten unsere Allokation in Regionen und Sektoren unverändert bei Obwohl sich Europa zuletzt unterdurchschnittlich entwickelt hat, sind wir der Meinung, dass die meisten schlechten Nachrichten eskomptiert sind. Unsere Ökonomen erwarten, dass sich die Wirtschaftsdynamik im 3. Quartal in den positiven Bereich dreht. Dabei wird es sich wahrscheinlich nur um eine kleine Verbesserung von einem niedrigen Niveau aus handeln. Die europäischen Aktien würden jedoch von einer geänderten gesamtwirtschaftlichen Dynamik profitieren. Auch Japan schätzen wir weiterhin positiv ein, denn die Bewertungen sind attraktiv und die Fundamentaldaten hilfreich. Hinsichtlich der Sektoren bevorzugen wir noch immer eine BarbellStrategie, in deren Rahmen defensive und zyklische Sektoren zum Ausgleich der Risiken gemischt werden. Unsere bevorzugten Sektoren sind das Gesundheitswesen und die Informationstechnologie. ( )

19 19 Aktien Credit Suisse Investment Monthly Europe Globale Aktiensektorstrategie und Top Picks (36 Monate) SektorEinschätzung Energie (N) Roh, Hilfs und Betriebsstoffe (N)# Industrie (N) NichtBasiskonsumgüter (U) Basiskonsumgüter (N) Gesundheitswesen (O) Finanzwesen (N) IT (O) Telekommunikationsdienste (U) Versorgungsbetriebe (N) IndustrieEinschätzung Energie (N) Chemikalien (N)# Baustoffe (N) Metalle und Bergbau (N)# Zellstoff und Papier (N) Investitionsgüter (N) Gewerbliche Dienste und Betriebsstoffe (N) Transportwesen, inkl. Logistikdienste (N) Automobile und Komponenten (N) Gebrauchsgüter, Bekleidung, Textilien und Luxusgüter (N) Hotels, Restaurants und Freizeit (N) Medien (U) Gross und Einzelhandel (U) Lebensmittel und Basisartikeleinzelhandel (N) Getränke (O) Nahrungsmittel (U) Tabak (U) Haushaltsartikel und Körperpflegeprodukte (N) Gesundheitswesen: Ausstattung und Dienste (O) Biotechnologie (O) Pharmazeutika (O) Banken (N) Diversifizierte Finanzdienste (N) Versicherungen (O) Immobilien (N) Software und Dienste (O) Hardware und Ausrüstung (N) Halbleiter und Geräte zur Halbleiterproduktion (O) Diversifizierte Telekommunikationsdienste (U) Drahtlose Telekommunikationsdienste (U) Versorgungsbetriebe (N) Europa (O) / UK (U) Rio Tinto Airbus, Siemens, SaintGobain+ Continental AnheuserBusch In Bev Fresenius Medical Care Bayer, Stada+ Allianz, AXA SAP Alcatel, Ericsson Deutsche Telekom, KPN+, Tele2+ Schweiz (U) Clariant Swatch (Inhaberaktien) Nestlé Straumann+ Novartis, Roche DRC, Lonza USA (N) EOG Resources, Schlumberger Tyco International Delphi Automotive Home Depot, Amazon Medtronic AbbVie, Biomarin Pharmaceutical, Gilead Sciences JPMorgan Chase & Co Facebook Apple Schwellenmärkte (N) Sinopec, PTTEP China Construction Bank Tencent Mediatek+ Japan (O) / Australien (N) / Sonstige Rio Tinto Bridgestone, Honda Motor, Toyota Motor Genting Singapore DBS+ Frasers Centrepoint Trust, Hongkong Land+, Sun Hung Kai Property+ Die vorliegende, von der Division Private Banking & Wealth Management der Credit Suisse empfohlene Sektorstrategie und Liste von Top Picks datiert vom 26. August Unsere Sektor/Industriestrategie zeigt unsere Präferenzen innerhalb der verschiedenen Sektoren/Industrien, die Empfehlungen gelten im Vergleich zu den regionalen Benchmarks: Global (MSCI World in ), Europa (MSCI Europe in ), Schweiz (Swiss Market Index in CHF), USA (S&P 500 in ), AsienPazifik (MSCI AC Asia/Pacific in ). Die Einschätzungen «Outperform» und «Underperform» sind Empfehlungen, mehr respektive weniger zu investieren, als es einer neutralen Positionierung im nach Marktkapitalisierung gewichteten Benchmark entspricht. Die Sektor/Industriegewichtungen und neutralen Positionen in Zahlen sind auf Anfrage erhältlich, bitte kontaktieren Sie dazu Ihren Relationship Manager. Die Top Picks stellen eine Auswahl unserer favorisierten Aktien innerhalb unseres ResearchUniversums dar. Die Auswahl widerspiegelt unsere sektor und industriespezifischen sowie unsere regionalen Präferenzen. Reguläre, umfassende Aktualisierungen werden in unseren Publikationen Investment Monthly und Investment Weekly sowie in unseren Equity Research Reports publiziert. Darüber hinaus werden Zu und Abgänge im Investment Daily kommuniziert. Legende: (O) = Outperform, (N) = Neutral, (U) = Underperform. Änderungen sind folgendermassen markiert: (+) = Neuzugänge bei den Top Picks, (#) = Änderungen der Sektor, Industrie oder Ländergewichtungen. Weitere Informationen wie Offenlegungen im Zusammenhang mit anderen Emittenten erhalten Sie online auf der Seite «Global Research Disclosure» der Credit Suisse unter folgender Adresse: Bitte beachten Sie, dass einzelne Titel möglicherweise nur begrenzt handelbar sind. Quelle: Credit Suisse

20 20 Alternative Investments Credit Suisse Investment Monthly Europe Alternative Investments Uneinheitliche Aussichten für Alternative Investments Das Risiko steigender Zinsen trübt die Aussichten für Rohstoffe und Immobilien. Die Marktbedingungen für HedgeFonds verbessern sich weiter. Tobias Merath Head of Cross Asset and AI analysis der geringen Korrelationen der Aktien untereinander und unseres positiven Ausblicks für Aktien ist Long/Short Equity ein vielversprechender HedgeFondsStil. Auch Global Macro schätzen wir nach wie vor positiv ein, da die erhöhten geopolitischen Risiken ein breites Chancenspektrum für die Manager mit sich bringen dürften. Neutraler Ausblick für Rohstoffe Im Juli und August büsste der Credit Suisse Commodity Benchmark die Gewinne von Anfang Jahr grösstenteils wieder ein. Die einzelnen Rohstoffsektoren weisen ganz unterschiedliche Fundamentalfaktoren auf, weshalb die Performance entsprechend unterschiedlich ausfällt. Für Rohstoffindizes ist dies ungünstig, denn Gewinne in einem Sektor werden durch Verluste in anderen Segmenten wieder aufgezehrt. Daher ist unser Ausblick für die Anlageklasse neutral. Bei den Rohstoffen können sich unseres Erachtens die Ölpreise angesichts der weiterhin unterdurchschnittlichen Lagerbestände und hoher geopolitischer Risiken von ihrem jüngsten Einbruch erholen. Gold steckt immer noch im Spannungsfeld zwischen steigenden Anleihenrenditen und niedriger Bewertung, und wir erwarten vorerst eine Seitwärtsbewegung der Preise. Risiko steigender Zinsen dämpft Ausblick für REITs Globale REITs und andere Immobilienwertpapiere zeigten bei sich erholenden direkten Immobilienmärkten und jüngst gesunkenen Anleihenrenditen eine gute Performance. Dies wird aber kaum anhalten, da die Zinsen durch das zunehmende Wachstum letztlich in die Höhe getrieben werden dürften. Unser Ausblick für REITs ist deshalb lediglich neutral. Regional bevorzugen wir USamerikanische, britische und japanische REITs, die von der Dynamik der zugrunde liegenden Immobilienmärkte profitieren. Im Gegensatz dazu dürften Immobilienaktien aus Schwellenmärkten vor allem wegen der nachlassenden Dynamik des chinesischen Immobilienmarktes underperformen. ( ) Ausgewählte Chancen Das aktuelle Umfeld einer langsamen Konjunkturerholung bei niedrigem Inflations und Zinsniveau ist für Alternative Investments nicht durchweg positiv. Das Risiko steigender Anleihenrenditen ist für Immobilien und Gold negativ, während das Wachstum noch nicht ausreicht, um eine positive Einschätzung für Rohstoffe zu begründen. Angesichts der geringen Korrelation zwischen den Anlageklassen und der niedrigen Volatilität sind HedgeFonds unseres Erachtens am besten positioniert. HedgeFondsBarometer bewegt sich noch weiter in den positiven Bereich hinein Russian crisis Dotcom bubble 9/11 Subprime crisis Index 6 Dangerous conditions Credit crisis Eurozone crisis 5 4 Marktbedingungen bei HedgeFonds verbessern sich HedgeFonds erlitten im Juli einen leichten Rückschlag. Der Credit Suisse Hedge Fund Index büsste 0.31% ein und verzeichnet seit Anfang Jahr ein Plus von 2.52%. Wir weisen darauf hin, dass sich die Marktbedingungen verbessern, was trotz der seit Anfang Jahr unterdurchschnittlichen Performance Spielraum für höhere Renditen bis Ende Jahr erwarten lässt. Unser HedgeFondsBarometer, das Faktoren wie Volatilität, Liquidität, Konjunkturzyklus und systemische Risiken misst, verbessert sich weiter. Angesichts Favorable conditions Quelle: Bloomberg, Datastream, Credit Suisse/IDC 3 2 1

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