Spiritualität in der Suchttherapie

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1 Martin Steiner Spiritualität in der Suchttherapie Klinik Südhang In Kirchlindach bei Bern Seite 1

2 Spiritualität in der Suchttherapie Achtsamkeit und Seele im Menschen ansprechen Erfahrungsfelder zu «Seele»: Lebendigkeit Motivation Präsenz Verbindung Seite 2

3 Wie werden diese Erfahrungsfelder angesprochen? Meditieren lernen: die Pat. lernen das Handwerk der Meditation und die Erfahrung innerer Stille kennen. Ein Kernstück der Methode ist: die Aufmerksamkeit auf den Körper lenken. Der Körper ist immer in der Gegenwart. Wenn die Aufmerksamkeit beim Körper ist, ist auch die Aufmerksamkeit in der Gegenwart. Spirituelle Gruppentherapie: 30 Meditation (Erfahrung, Vertiefung) & Reflexion, Interpretation, Integration der Erfahrung: Was passiert da bei mir? Was löst es aus? Woher kenne ich diese Art des präsent Seins sonst in meinem Leben? Wie deute ich es? Fragen der Lebensphilosophie, des Glaubens, inneres Glück, innere Ruhe Manche Pat. nehmen an beiden Angeboten teil, die haben also zwei Module pro Woche Seite 3

4 Frage der Untersuchung Haben die Patienten, die am spirituellen Angebot teilnehmen, einen besseren Therapieerfolg? Hilft das Angebot unseren Patienten? Seite 4

5 Methode Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit während der 12-wöchigen stationären Entwöhnungstherapie in der Klinik Südhang (Alter 18 Jahre) Naturalistisches quasi-experimentelles Studiendesign Gruppe N Meditieren lernen 44 Spirituelle Gruppentherapie 37 Spirit. Gruppenth. & Meditieren 46 Kontrolle 33 Seite 5

6 Design Seite 6

7 Ergebnisse Vergleich der 4 Experimentalgruppen zu T1: Keine Gruppenunterschiede in demographischen Variablen: Alter, Zivilstand, sozioökonomischer Status, Arbeitslosigkeit Keine Gruppenunterschiede in klinischen Ausgangsvariablen: AUDIT, CASE, BDI, BSCL, Anzahl Entwöhnungstherapien, Anzahl Entzüge, Anzahl Rückfälle, Dauer der Abhängigkeit. Seite 7

8 Stress und Coping Inventar (SCI) T1 keine Gruppenunterschiede Differenz T2-T1: Subskala: Halt im Glauben (F= 3.49; df = 3, 117; p=.018) * Subskala: Positives Denken (F= 3.26; df = 3, 117; p=.024) * Seite 9

9 Achtsamkeit (CHIME) Gesamtskala Achtsamkeit Subskalen: Gewahrsein gegenüber inneren Erfahrungen Gewahrsein gegenüber äusseren Erfahrungen Bewusstes Handeln /Gegenwärtigkeit Annehmende / nicht-urteilende /mitfühlende Haltung nicht-reaktive / dezentrierte Orientierung Offene / nicht-vermeidende Haltung Relativierung Einsichtsvolles Verstehen Seite 10

10 CHIME: Gewahrsein gegenüber inneren Erfahrungen Messw. Varianzanalyse: Zeit Effekt (p <.001) und Zeit x Gruppen Effekt (p =.047) Seite 11

11 CHIME: Bewusstes Handeln / Gegenwärtigkeit Messw. Varianzanalyse: Zeit Effekt (p <.001) und Zeit x Gruppen Effekt (p =.056) Seite 12

12 CHIME: annehmende nicht urteilende Haltung Messw. Varianzanalyse: Zeit Effekt (p <.001) und Zeit x Gruppen Effekt (p =.062) Seite 13

13 CHIME: 1) nicht reaktive/ dezentrierte 2) Gesamtskala CHIME Orientierung Messw. Varianzanalyse: Zeit Effekt (p <.001) und Zeit x Gruppen Effekt (p =.082) Messw. Varianzanalyse: Zeit Effekt (p <.001) und Zeit x Gruppen Effekt (p =.082) Seite 14

14 Zusammenhang von Achtsamkeit und allg. Gesundheit Das Ausmass der Achtsamkeit korreliert positiv mit der psychischen und physischen Gesundheit bei Austritt und negativ mit Depressivität (BDI) CHIME Gesamtskala Austritt Physische Gesundheit Psychische Gesundheit Globale Gesundheit BDI Austritt Pearson- Korrelation.366 **.561 **.300 ** Sig. (2-seitig) N Seite 15

15 Diskussion / Fazit - Das spirituell-therapeutische Angebot bewirkt einen Zuwachs in: - Achtsamkeit und verschiedenen Subskalen zu Achtsamkeit - Copingstrategien im Umgang Stress (positives Denken; Halt im Glauben) - Bedürfnis nach Rausch/Sucht Achtsamkeit, Seele Diesem Zusammenhang wird im Buch «Meditieren hilft!» nachgegangen. - Patienten, welche sowohl das Angebot Meditieren lernen wie auch spirituelle Gruppentherapie besuchten, zeigen den grössten Zuwachs innerhalb der genannten Messinstrumenten. Seite 16

16 Klinische Relevanz - Achtsamkeit und die Coping Strategien stehen im positivem Zusammenhang mit psychischer, physischer und globaler Gesundheit sowie in negativem Zusammenhang mit Depressivität - Coping Strategien im Umgang mit Stress. Stress = grösster Risikofaktor für Rückfall - Achtsamkeit steht im Zusammenhang mit weniger Rückfall Seite 17

17 Ausblick - Ausblick 1: Idee, ein übergreifendes Angebot zu schaffen vom stationären in den ambulanten Bereich zur Reduktion von Rückfällen (Konstanz des Therapeuten, Setting). 80% der Rückfälle passieren innerhalb der ersten 3 Monate nach Klinikaustritt - Ausblick 2: Welchen Einfluss hat die Achtsamkeit der Therapeuten auf den Heilungsprozess bei den Patienten? Seite 18

18 Buch zum Thema von Martin Steiner, Autor des Vortrages, spiritueller Therapeut in der Klinik Südhang Seite 19

19 In Zusammenarbeit mit: Vielen Dank Leila Soravia Eva Stocker Fabienne Bartlome Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Fragen? Seite 20

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