Wie wird Gesellschaft definiert und inwiefern ist sie in Zeit und Raum gebunden?

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1 1) Was ist Soziologie? Was ist der Unterschied der Wahrnehmung der Gesellschaft zwischen einer Soziologin / einem Soziologen und einem alltäglichen Menschen? Ein alltäglicher Mensch hat bereits bestimmte Vorstellungen über die Ursache gewisser Probleme. Diese stehen dann eher im Zusammenhang mit der Erfahrung des urteilenden Menschen und nicht mit denen, der Personen, die direkt betroffen sind. Im Gegensatz dazu versucht ein/e Soziologe/in die Ursachen eines Problems mit Hilfe verschiedener Methoden und anhand verschiedener Verhaltensmustern, Regelmäßigkeiten und Ereignissen zu erkennen und diese bis an die Wurzeln zu erforschen, zu analysieren und systematisch nachvollziehbar zu erklären, ohne dabei subjektive Werte einfliesen zu lassen. Wie wird Gesellschaft definiert und inwiefern ist sie in Zeit und Raum gebunden? Als Gesellschaft bezeichnet man Systeme (Einheiten und ihre Zusammenhänge) menschlichen Zusammenlebens. Man kann diese in verschiedene Regionen unterteilen: Global, Supranational, National, Überregional, Regional, Lokal. Sie kann nach verschiedenen Aspekten unterteilt werden: demografisch: Alter, Geschlecht, Familienstand, Nationalität... oder soziale Ungleichheit: Kaste, Stand, soziale Klasse, soziale Schicht, soziales Milieu, soziale Lage, Lebensstil. Nennen Sie vier Begriffe des demografischen Aufbaus einer Gesellschaft und definieren sie diese knapp. - Alter, unterschiedliche Lebensweisen - Geschlecht, Benachteiligung & Bevorzugung der 2 Geschlechter im Beruf - Familienstand Beispiel für soziale Kontakte - Nationalität Ausgrenzungen etc... Welches Problem für die Raumplanung/Architektur hat die Abgrenzung der Soziologie durch Durkheim ergeben ( Soziales soll nur durch Soziales erklärbar sein)? Alle menschlichen Aktivitäten / Handlungen und deren Ergebnisse werden ausschließlich in Bezug auf die menschliche Gesellschaft gesehen Es gibt Bemühungen, den sozialen Faktor innerhalb der Gesellschaft isoliert zu betrachten und andere Dinge, Natur, gebauten Raum wegzulassen. ->d.h. gebauter Raum wird nicht als soziales Einflußfeld gesehen und hat daher keine soziale Bedeutung. 1

2 2) Gesellschaft Was ist Gesellschaft aus soziologischer Perspektive? Aus soziologischer Sicht besteht die Gesellschaft aus Zusammenhängenden sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren auf unterschiedlichen Ebenen (Mikro-, Meso-, Makro-, Meta-Ebene). Daraus ergeben sich verschiedene Theorien: makrosoziologische Theorie, deren Pol die Gesellschaft ist und die mikrosoziologische Theorien, in denen das Individuum ausschlaggebend ist. Auch die Soziologie ist Teil dieser Gesellschaft mit der speziellen Aufgabe der Erforschung des gesellschaftlichen Zusammenhangs. Nennen Sie zwei Positionen zum Verhältnis von Individuum und Gesellschaft. Beschreiben Sie diese und erläutern Sie ihre eigene Sichtweise auf die Frage! Gesellschaft: Systemtheorie: Makro-Ebene (geht von den Organisationen des Systems aus), Gesellschaft als Organismus, Makrofunktionalistische Systemtheorie, Konflikttheorie, (Marxismus, Sozialdarwinismus); Individuum: Handlungstheorie: Mikro-Ebene (geht vom Individuum aus), Psychologischer Evolutionismus, Psychologische Soziologie, Handlungstheorie, Verhaltenstheorie; Sichtweise: Was sind die Kennzeichen eines modernen Individuums? Auf welchem historischen Weltbild basieren diese Vorstellungen? Geben Sie Argumente. In welchen sozialen Bezügen stehen Individuen? Welches sind die Schnittstellen zwischen Individuum und Gesellschaft? Wechselseitige Abhängigkeit einzelner Menschen, sozialer Gruppen und Schichten. Neubestimmung des Verhältnisses von Mensch und Gesellschaft durch Figuration (interdependete Verflechtungszusammenhänge) Struktur des sozialen Raumes Der Habitus eines Menschen ist nicht, sein persönlicher, individueller Ausdruck im Handeln, sonder bringt das zum Vorschein, was ihn zum gesellschaftlichen Wesen macht: Seine zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse oder Gruppe. 2

3 3) Systemtheorie Nennen Sie Merkmale der Systemtheorie von Talcott Parsons. - Erklärt Handeln aus jeweiligem Systemzusammenhang - Ordnungsgefüge aus Systemstrukturen und Sstemfunktionen - Gesellschaft besteht aus verschiedenen Systemen - Jedes soziale System muss 4 Funktionen erfüllen (AGIL-Schema): Anpassung (adaption), Zielerreichung (goal attainment), Integration (integration) und Strukturerhaltung (latent stucture); 4) Methoden empirischer Sozialforschung Wozu verwendet eine SozialwissenschaftlerIn Methoden der empirischen Sozialforschung? Geben Sie ein Beispiel! Systematische Information über die Gesellschaft gewinnnen. Sekundäranalysen: a) amtliche Statistiken b) Forschungsergebnisse c) Literatur Primäranalysen: a) Beobachtungen b) Befragungen c) Mental Map Systematische Erarbeitung des sozialen Hintergrunds soll erforscht werden. Gesellschaftliche Strukturen, Einstellungen, Verhaltensweisen, Erwartungen an Gebäude, öffentlichen Raum, Bereitschaft zur Partizipation. Handlungsmöglichkeiten für NutzerInnen wird systematisch durch Architektur beeinflusst (kann etwas ermöglichen oder etwas verhindern). Architektur kann gesellschaftlich verantwortlich nur vorgenommen werden, wenn es ausreichene und systematische Informationen über die jeweiligen Nutzergruppen sowie die Auswirkungen der Architektur auf die Stadt und ihre Bevölkerung gibt. Skizzieren Sie die Unterschiede der Zielsetzungen und der Annahmen von quallitativen Methoden der empirischen Sozialforschung und quantitativen Verfahren. Quantitative Methoden: Representativität, Hypothesen und Theorien legen das Forschungsprogramm vorher schon fest (Vorstrukturierung) -> danach bestätigend oder falsifizierend, Hypothesentestend. Qualitative Methoden: Vielfalt sozialer Phänomene, Entdeckend Sinn verstehend, Beschreibend Phänomenologisch, eindringen in die Perspektive der Beforschten. 3

4 Nennen Sie Beispiele von qualitativen und quantitativen Methoden und erläutern Sie diese. - Interview Erhebung der subjektiven Sichteweise sozialer Gruppen/Institutionen, Vergleichbarkeit über mehrere Fälle - Beobachtungsverfahren Verdeckte vs. Offene Beobachtung, Nicht teilnehmende vs. teilnehemende Beobachtung, Beobachtung künstlicher vs. natülicher Situationen, Selbsbeobachtung vs. Fremdbeobachtung. -Feldforschung Untersuchungen der Gebräuche, sozialer Praktiken und Lebensanschauungen mittels der gleichen geduldigen Beobachtungsverfahren wie in der Ethnologie, Arbeiten über Obdachlose, Sozialforschung erfolgt durch Teilnahme an den alltäglichen Leenszusammenhängen der Beforschten. - Inhaltsanalyse Quellenkunde; Material muss auf seine Entstheungsbedingungen hin untersucht werden. Das Material kann nie vorbehaltslos analysiert werden. Qualitative Inhaltsanalyse ist immer ein Verstehensprozeß von vielschichtigen Sinnstrukturen im Material. Nennen Sie die wissenschafstheoretischen Gemeinsamkeiten von qualitativen Methoden in der Sozialforschung. - Verstehen als Erkenntnisprinzip Sicht eines Subjekts und/oder Ablauf sozialer Situation und/oder die auf soziale Situationen zutreffenden kulturellen und sozialen Regeln - Konstruktion von Wirklichkeit als Grundlage Wirklichkeit wird von Individue oder Instanzen konstruiert. - Fallrekonstruktion als Ansatzpunkt der Analyse (spezifischer sozialer Kontext) Ansetzen am Einzellfall, Typologie, verallgemeinernde Aussage. - Text als empirisches Material Direkte und indirekte Texte (Protokolle und Transkriptionen) Hermeneutik, Phänomenologie, Kritische Theorie Kritik an der quantitativen Sozialforschung 4

5 Welche Arten der Beobachtung kenne Sie? Welche Vor- und Nachteile haben die unterschiedlichen Verfahren? Experiment, verdeckte vs. offene Beobachtung, Interview, Fragebogen, Tests... 5) Sozialisation Was ist Sozialisation, welche Phasen und Instanzen der Sozialisation kennen Sie? Wie schätzen Sie die Bedeutung dieser Phasen für das Individuum ein? Sozialisation ist für fast jeden Menschen der heimatliche Hafen, von dem aus seine lebenslange Reise durch die Gesellschaft antritt. Was ihm an diesem Ausgangspunkt widerfährt, behält prägende Kraft für alle Phasen seiner Reise. Sozialisationsinstanzen sind soziale Gebilde in denen sozialisation stattfindet: Familie (primäre sozialisation in der Herkunftsfamilie), Peer- Groups, Kindergarten (Schule, Universität, Ausbildung), Beruf, Familie (sekundäre sozialisation eigene Familie) Sozialisationsphasen: - Säugling (Kleinstkind, ->Großeltern, Eltern, Tagesmutter) - Kleinkind (Volkschulkind, ->kindergartenl, peers, Nachbarn) - Schulkind (andere Verhandlungsstrategien als Familie,->Kontakt zu peers) - Jugend (Selbsfindung, eigenständige Jugendkultur, Diskrepanz zwischen körperliche/seelischer Reife und finanzieller Abhängigkeit, ->peer-groups) - Erwachsensein (wirtschaftliche selbsständigkeit, ->Freunde, PartnerIn) - Alter Wie hat sich Sozialisation und die Sichtweisen auf Sozialisation in den letzten Jahrzehnten (in der modernen Familie) geändert. Was zeichnet die moderne Familie aus? Der Familientypus moderne Familie besteht im Grunde nur mehr aus dem Ehepaar und dessen Kindern und ist ein Schrumpfungsergebnis der grossen Familien (Großeltern, Tanten...). Diesen Typus nennt man auch konjugale Kernfamilie. Im Wensentlichen hat es eine Aktzentverlagerung von den Pflichten und Verantwortungen der Familie zu den Rechten und Befriedigungen gegeben. d.h. Die Familien kommt für die persönliche Erfüllung und Befriedigung aller ihrer Mitglieder auf. Daraus entwickelt sich das Privatleben (die Privathsphäre), die von den großen öffentlichen Insitutionen (Staat, Wirtschaft) total abgesondert ist. Die Familie ist die wichtigste Institution der Privatsphäre. Diese insitutionale Absonderung ist für unsere Gesellschaft besonders charakteristisch. 5

6 Skizzieren Sie die Unterschiede zwischen der vorindustriellen, der bürgerlichen und der modernen Familie. 6) Normen, Werte, Rollen, soziale Kontrolle (wichtig: PDF) Was sind Werte, was sind Normen? Wie entstehen gesellschaftliche Normen? Normen sind Regeln, die für alle Meschen gelten, die in eine Situtation betimmten Typs geraten. Es sind also mehr oder weniger verbindliche, allgemein geltende Vorschriften für menschliches Handeln in einer spezifischen Situation. Sie legen fest, was in bestimmten sozialen Situationen geboten oder verboten ist (z.b. Tischregeln oder Begrüßungsregeln ). Normen werden in der Sozialisationsphase gelernt und weitergegeben. Um die Einhaltung der Normen zu sichern, hat die Gesellschaft Sanktionsmechanismen (positive und negative Sanktionen). Werte sind individuelle gruppenspezifische Interpretationen des gesellschaftlichen Normenkontexts, welche die Motivationsstruktur, Handlungsziele und Handlungen beeinflussen. Beispiele: - Feministinnen - soziale Milieus - Randgruppen - Ethnien Was bedeutet soziale Kontrolle? Beschreiben die Phänomene der sozialen Kontrolle im öffentlichen Raum? Sozialer Schließungsprozeß einer breiten Bürgerlichkeit gegen alles Fremde wirkt identitätsstiftend, funktioniert üner Konstruktion von Feindbildern (erhöht das Wir-Gefühl). Durchsetzten von Normen für konforme Verhaltensstandarts, im Sinne von Ordentlichkeit und Sauberkeit. = Mechanismen, die die Einhaltung der Normen in einem sozialen System garantieren sollen. Architektur als Mittel sozialer Kontrolle durch Möblierung, Städtebau, Oscar Newman defensible space (besondere Anordnung von Wohnbau und Komplexen, die die Bewohner anregen soll, die shpären der Kontrolle von der Wohnugstür bis an die Strasse zu verlegen.) Köln: Aufenthaltspolitik, unsichtbarmachen von Armut 6

7 Worin unterscheiden sich der strukturfunktionalistische und interaktionistische Ansatz bezogen auf den Begriff der sozialen Rolle? Strukturfunktionalistischer Ansatz: Rollenvorschriften werden durch negative Sanktionen abgestützt. Soziale Rolle = ein aus speziellen Normen bestehendes Bündel von Verhaltenerwartungen, die von einer Bezugsgruppe an Inhaber bestimmer sozialer Positionen herangetragen werden. Rollen werden in der Sozialisation erlernt. -Pluralität von Rollen ist möglich -regelmäßiges und vorraussehbares Verhalten Interaktionistische Rollentheorie: soziale Rolle ist situationsübergreifende, in relevanten Situationen aktualisierte erlernte Verhaltensfigur, die bekannt und anerkannt ist; Verhaltensfigur ist die Gesamtheit aller zusammengehöriger Verhaltensformen. -das aushandeln einer gemeinsamen Situation ist wichtig für die Rollendefinition Worin unterscheiden sich soziale Normen von sozialen Werten? Geben Sie Beispiele Während Normen allgemein gültige Verhaltensvorschriften sind, die jeder Mensch in der Sozialisationsphase lernt, sind Werte gruppenspezifische Interpretationen aus dem Normenkontext. Bsp. - Feministinnen - soziale Milieus - Randgruppen - Ethnien Was sind soziale Gruppen? Was sind soziale Rollen? Beschreiben Sie die Rollen von ArchitektInnen mit Hilfe von Begriffen wie etwa Intra- Rollenkonflikte, Inter-Rollenkonflikte, etc. Soziale Gruppen bestehen aus Personen mit gleichen Interessensvertretungen. Sie haben gruppenspezifische eigene, meist nur innerhalb der Gruppe gültige Normen und Werte. Soziale Rollen sind ein aus speziellen Normen bestehendes Bündel von Verhaltenerwartungen, die von einer Bezugsgruppe an Inhaber bestimmer sozialer Positionen herangetragen werden. Rollen werden in der Sozialisation erlernt. Bsp: 7

8 Interrollenkonflikt: Konflikt zwischen zwei Rollen, d.h. zwischen zwei erwartenden Verhaltensweisen. Ich bin Architekt und Bauherr zugleich, möchte meinen Entwurf gerne verwirklichen, kann aber aus finanziellen Gründen nicht. Intrarollenkonflikt: Ich als Architekt stehe auf der Baustelle mit endlich fertiggestellten Plänen meiner Mitarbeiter, die dafür mehrer Tage und Nächte durcharbeiten mussten. Die Bauherrin hat sich die Situation noch einmal überlegt und möchte trotzdem gerne den alten Vorrschlag gebaut haben. Wie soll ich das meinen Mitarbeitern beibringen, oder der Bauherrin den neuen alternativen nicht zum Konzept passenden Vorschlag einreden? Es ist ein Konflikt in der jemand gerät, an dessen verschiedene Erwartungen gestellt werden. Unterschied zwischen bürgerlichen und modernen Familien: BÜRGERLICH: -erstmals passiert eine Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten -Die Familie/der Haushalt wird zur Komplämentärwelt der Arbeitswelt -privatisierung und intimisierung, die Erziehung der Kinder wird zur zentralen Aufgabe. - In der Nachkriegszeit wurde die bürgerliche Kleinfamilie zur dominierenden Lebensform. MODERN: -Kinder nehmen gleichberechtigt an der Kommunikation der Erwachsenen teil. -neue familiäre Strukturen durch die Trennung der Eltern -Krise der Familie: Kinder erhöhen das Armutsrisiko Frauen übernehmen den großteil der unbezahlten Arbeit 7) Wohnen Beschreiben Sie die Veränderungen von Wohnen und Haushaltsformen vom Ganzen Haus zum bürgerlichen Wohnen? Das Ganze Haus vereint unter einem Dach häufig in denselben Räumen Arbeit, Erholung, Schlaf, Essen, Beten, Gesinde, Kinder, Mann und Frau. Die materiellen und symbolischen Arrangements der modernen Wohnens separieren dagegen Funktionen und Personen in spezialisierten Räumen für: Essenzubereitung, Essen, Sich-Lieben, Schlafen, Sich-Waschen, Sich- Entleeren, miteinander Sprechen, Eltern, Kinder, Sohn und Tochter, Mann und Frau. Das Ganze Haus war eine Arbeits- und Wohngemeinschaft. Neben Unterschieden zwischen Stadt und Land, vorindustrieller und industrie-kapitalistischer Produktionsweise prägen Schicht- und Klassenzugehörigkeit die Wohnweisen. 8

9 Die Zweigenerationen-Kernfamilie löst sich von Verwandten und Nicht- Verwandten ab. Die berufliche Arbeit wird außerhäuslich in Geschäft, Betrieb oder Verwaltung organisiert. Nicht unmittelbar produktive Zeitanteile werden am Ende des Tages konzentriert (So ensteht die Freizeit ). Bestimmte Erignisse wie Tod, schwere Krankheit und große Feste sind fast gänzlich in spezialisierte Orte und Einrichtungen ausgelagert worden. Andere Verhaltensweisen werden in die Wohnung zurückgedrängt (Unterhaltung auf Straßen nicht mehr möglich zu laut, Spielen...). Körperlichkeit und Emotionalität wird aus der Öffentlichkeit weitgehend ausgesondert. Schließlich und parallel zur Emotionalisierung und Intimisierung der Familie werden entferntere Verwandte aus der Wohnung ausgegrenzt. Zurück bleiben als die soziale Einheit des modernen Wohnens Eltern mit ihren Kindern. Die gegen Lohn entrichteten Arbeitsleistungen werden allmählich räumlich und zeitlich von Wohnen getrennt und betrieblich in der Manufaktur organisiert. Um dieses herum entstehen Arbeiterdörfer, in denen zum ersten Mal die moderne, von beruflichen organisierte Arbeit getrennte Wohnform sichtbar wird. Später konzetrieren sich Arbeitsplätze und Wonhplätze in den großen Städten. Erst damit beginnt sicht der Typus des Konsumentenhaushalts massenhaft durchzusetzen. Sie ist ohne der Verund Entsorgung der technischen Infrastruktur, Dienstleistungen etc. gar nicht mehr zu denken. Was kennzeichnet das moderne Wohnen? Welche Abgrenzungen und Nähen von bürgerlichem und modernem Wohnen sehen Sie? Das moderne Wohnen ist gekennzeichnet durch die allmähliche Ausgrenzung entfernter Verwandter und die räumliche Trennung von Arbeit und Wohnen. Die Familie schrumpft auf Eltern und Kinder. Arbeitszeiten sind gesetzlich geregelt, Kinder werden in dieser Zeit von Institutionen beschäftigt (Kindergarten, Schule..). Somit ergibt sich auch eine zeitliche Trennung zwischen Arbeit und Wohnen (sg. Freizeit). Es gibt Privatsphäre für Kinder, Eltern, Haushaltsarbeit etc. in eigenen Räumen. In der bürgerlichen Wohnform gibt es zwar auch Privatheit, durch die Ausgrenzung der Öffentlichkeit, jedoch waren die Zimmer nicht durch Dielen und Flure getrennt, sondern jedes war ein Durchgangszimmer. Beschreiben Sie vier Mermale des Idealtypus des modernen Wohnens. - Funktional gilt die Wohnung als Ort der Nicht-Arbeit. (Wohnen wird als arbeitsfrei, Leben der Freizeit und Ort des Konsums gesehen Trennung von Wohnen und beruflicher Arbeit) - Sozial gilt die Wohnung als Ort der Familie. (Mann, Frau und deren Kinder - Zweigenerationenfamilie) 9

10 - Sozialpsychologisch gilt die Wohnung als Ort der Privatheit und Intimität. (Aktivitäten die mit Scham- und Peinlichkeitsempfindungen verknüpft sind werden zurückgenommen Privatheit und Öffentlichkeit) - Ökonomisch gilt die Wohnung als Ware. (staatlicher Regulierung von Elite entworfen, von Industrie produziert, Kauf oder Miete erworben) Charakterisieren Sie die Wohnform des Ganzen Hauses. Das Ganze Haus vereint unter einem Dach häufig in denselben Räumen Arbeit, Erholung, Schlaf, Essen, Beten, Gesinde, Kinder, Mann und Frau. Es ist Arbeits- und Wohngemeinschaft zugleich. Ein ländlicher, aber auch mancher städtischer Großhaushalt umfaßte im Mittelalter 10 bis 20, bisweilen sogar 50 oder mehr Personen, Verwandte, Nicht-Verwandte, Eigentümer und abhängige Arbeitskräfte. Es gibt drei Typen (Ulla Terlinden): Sie unterscheiden sich nach der Art der Produktion (Landwirtschaft, Handwerk, Industrie) und nach dem Verhältnis von Produktion für den Eigengebrauch und die Produktion für einen Markt. 8) Macht, Herrschaft Beschreiben Sie vier Theorien der Macht Macht ist ein Verhältnis, in dem das vom Machthaber erwünschte Handeln des Machtunterworfenen gerade nicht durch dessen eigene Zustimmung zum Inhalt des Befehls, sondern durch Drohung, Täuschung, Nötigung, Zwang, Abhängigkeit, Bestechung, Erpressung, Manipulation, etc... PSYCHOLOGISCHE THEORIE: Macht ist ein allgemeiner Trieb des Menschen. Die Mittel der Macht werden zum Erhalt der Macht eingesetzt. Andere haben den Drang der Macht zu gehorchen. SUBSTANTIELLE MACHTTHEOIE: In Organisationstheorien und der Theorie internationaler Beziehungen werden insbesondere das politische Machtmittel und politische Ressourcen betrachtet. (der Staat als Eigentümer legitimer Machtausübung) OPERATIONALE MACHTTHEORIE Es geht darum die Machttheorien zu analysieren. -Machtbeziehungen durch Drohungen gekennzichnet (Zwangsbeziehungen und Einflussbeziehungen ohne Drohungen) - Autoritätsbeziehungen MACHT als AUSTAUSCHRELATION - Macht in soz. Beziehungen 10

11 Definieren und unterscheiden Sie die Begriffe Organisation und Institution. ORGANISATION Von bestimmten Personen gegründet zur effizienten Erreichung der Ziele Struktur INSTITUTION Element einer gesellschaftl. Organisation. Sie dienen der Erhaltung des Systems -> 3 Elemente: Ordnung, Zuordnung von Machtpostionen, Repräsesntation von Ideologien des soz. Systems. 9) Raum Warum gehen eine Reihe von Sozialwissenschaftlern davon aus, dass es keinen objektiven Raum gibt, sondern Orte die Konstruktionen von Menschen und Institutionen sind? Der Raum als soziale Konstruktion: Das Wissen über einen Gegenstand ist nicht objektiv - es wird kontextabhängig konstruiert das Handeln orientiert sich nicht an objektiven Sachverhalten sonder an Wahrnehmungen und Bewertungen. Wir erleben der Raum nicht in einzelnen, spezifizierbaren Eigenschaften (von Formen, Farben, Größenverhältnissen, etc.), sondern in einem Ausdrucksgehalt, seinen Anmutungsqualitäten, seiner Atmosphäre (als feierlicher Kirchenraum,belebte Straße, heitere Landschaft, gemütliches Zimmer). Warum hängt das, was wir im Raum sehen, stark von unseren sozialen Strukturen ab? Welches sind hierfür die relevanten Strukturierungen? Geben Sie bitte Beispiele an? Soziale Ungleichheiten, etc... und vgl. OBEN Aus welchen vier Dimensionen besteht der soziale Raum? Beschreiben Sie bitte zwei der vier detaillierter. Der gelebte Raum ist entgegen dem homogenen, kontinuierlichen, sich in alle Richtungen gleich erstreckenden (isotropen) Raum der euklidischen Geometrie inhomogen, dikontinuierlich und anisotrop. Auf das jeweilige Subjekt bezogen und duch den dem Stand- und Blickpunkt des Subjekts entsprechenden Horizont begrenzt ist der gelebte Raum vor allem durch seine qualitativ unterschiedlichen Stellen oder Punkte und Richtungen charakterisierbar. Dimension 11

12 Welche soziale Funktion hat territoriales Verhalten? Finden sie hierfür Beispiele. Territorien sind Gebiete in denen sich Tiere dauerhaft oder für einen bestimmten Zeitraum aufhalten. Innerhalb dieses Gebietes werden die Futtersuche, Fortpflanzung und Aufzucht der Nachkommenschaft vollzogen. Zum Schutz des Territoriums sind bestimmte territoriale Verhaltensweisen zu beobachten, Markierung des Territoriums auf verschiedenste Weisen, Verteidigung der Grenzen gegen Eindringlinge. Beim Menschen reflfektiert territoriales Verhalten den Wunsch bestimmte Gebiete zu besitzen und zu verteidigen. Es muss zwischen Territorien von Individuen, Gruppenterritorien und territorialen Kompetenzen, die viele Menschen beinhalten können, sowie zwischen stationären und beweglichen Territorien. Dazu gehört eine psychologische Identifikation mit dem Territorium, das durch Bezeichnen, oder Aufstellen von Gegenständen oder durch eine Haltung von Besitznahme symbolisiert wird. Aufgrund welcher Faktoren bestimmt sich ein Aktionsraum? Welche Gelegenheiten sind für die Form des Aktionsraum bedeutsam? Es geht hier um einen verhaltensmäßige Deskription von Umwelt. Tolman z.b. erklärt das in dem er zwischen discriminanda, manipulanda und utilitanda unsterscheidet. {discriminanda sind jene Merkmale, anhand deren wir gelernt haben, Dinge in unserer Umwelt zu unterscheiden. manipulanda sind diejenigen Eigenschaften von Dingen, die sie für uns handbar (verwendbar) machen. Untilitanda sind schließlich jene manipulanda und discriminanda, die als Mittel zum Zweck zu weiteren manipulanda und discriminanda führen.} Dienlichkeit, Brauchbarkeit, Tauglichkeit, Werthaftigkeit beschreiben Umweltgegebenheiten für die jeweiligen Handlungsintentionen eines Subjekts. Es sind Eigenschaften, die Aufforderungscharakter haben -> positiv (eine Handlung zu tätigen) wie negativ (eine Handlung nicht durchzuführen). Eine Landschaft lockt zum Spazierengehen, ein schwieriger Gipfel reizt bewältigt zu werden. 10) Handlungs- und Verhaltenstheorie 12

13 Was ist der Unterschied zwischen Handeln und sich Verhalten? Nennen Sie die Sichtweise des symbolischen Interaktionismus und des kritischen Rationalismus auf dieses Verhalten....umfasst alle äußeren und inneren Aktivitäten eines Menschen bei der Auseinandersetzung mit den materiellen und sozialen Lebensbedingungen. Man unterscheidet das beobachtbare Verhalten, wie z.b. Bewegungen, Aggressionen, Mimik, Sprechen, und das in der Person vorhandene, verdeckte Verhalten, wie z.b. Angst, Begierden, Hungergefühle, Denken, Vorstellungen. Durch welchen Blickwinkel unterscheiden sich System- und Handlungstheorien? SYSTEMTHEORIE: Makrosoziologie betrachtet Strukturen (Organisationen, Institutionen, Normen) Bestand der Gesellschaft, ihre Organisationen und Funktionen Universeller theoretischer Denkrahmen für soziologische Forschung Funktionsprinzipien der Welt Jede Handlung lässt sich in Bezug auf den Stellenwert/Beitrag im System analysieren. HANDLUNGSTHEORIE: Mikrosoziologie von Individuen her Soziale Gebilde und Strukturen haben Existenz nur durch soziales Handeln der Subjekte Soziale Veränderungen entstehen durch typische Veränderungen im Handeln von Einzelsubjekten. Handlungstheorie geht vom Handeln einzelner Individuen aus, stellt fest, das soziale Gebilde und Strukturen ihre Existenz nur dadurch haben, das Menschliche Subjekte sie durch ihr Handeln reproduzieren. Systemtheorie geht davon aus wie sich ein System aus sich heraus reproduziert. Es steht der Bestand der Gesellschaft, ihre Organisationen und Funktionen im Mittelpunkt. 11) Stadt- und Regionalsoziologie Welches sind die vier wichtigsten Themen der Siedlungssoziologie? Beschreiben sie zwei davon genauer. Siedlungssoziologie oder Stadt + Regionalsoziologie: Beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Bodenbeschaffenheit, Dauer der Sesshaftigkeit, Art der Siedlung und der sozio-ökonomischen Organisation der Gesellschaft oder Kultur der Siedelnden beschäftigt. 13

14 Siedlungssoziologie als Sozialökologie: Siedlungssoziologie will den Gegenstand von Soziologie, also die soziale Organisation, vom Raumbezug her neu aufrollen. Ihr Gegenstand ist die sozial-räumliche Organisation von Gesellschaften. Vergemeinschaftung (freiwillige Organisation in sozialen Bezügen) und Vergesellschaftung (gliederung in Organisationen und Institutionen) im Raum. Worin unterscheidet sich Stadt vom Land? Benennen sie die für sie wichtigsten vier Faktoren. STADT: Siedlungsdichte ist hoch, Nutzungsarten: Büro, Verwaltung, Bildung, Kultur Infrastruktur: Zentralörtlich, spezifisch Wirtschaftsstruktur: sekundärer, tertiärer Sektor (Industrie, Dienstleistungen) Demographische Struktur: jung, kleine Haushalte, kinderlos, multiethnisch. Kommunikationsstruktur: oberflächlich, indirekt LAND: Siedlungsdichte = niedrig Nutzungsart: Wohnen, erholen, Landwirtschaft, Tourismus Infrastruktur: peripher Wirtschaftsstruktur: primärer Sektor Demographische Struktur: alt, große Familien, viele Kinder (Demographisch = Beschreibung, Darstellung von Struktur und Bewegung der Bevölkerung aufgrund der Bevölkerungsstatistik) Louis Wirth beschreibt Stadt über die Faktoren Größe, Dichte und Heterogenität. Beschreiben sie seine Auffassung näher und begründen sie diese. Er verband die unpersönliche Natur des städtischen Lebens mit der Ausbreitung sozialer Probleme, überschätzte aber die Gefahren. Harvey Choldin (1978) kam zu dem Schluss das Bevölkerungsdichte nicht die primäre Ursache von Kriminalität und Jugenddelinquenz ist, (Delinquent = Übeltäter, Verbrecher) sondern eher sozial strukturelle Faktoren wie Zusammensetzung der Bevölkerung oder Verteilung von Reichtum. Beschreiben sie die Theorie der Stadtentwicklung der Chicago School (Sozialökologie) In den 1920er Jahren nahmen in den USA Soziologen Anleihen bei ökologischen Theorien und wandten sie auf die Untersuchung von Städten an. Robert Park und Ernest Burgess (1925) entwickelten an der Universität von Chicago den stadtökonomischen Ansatz. Sie untersuchten, wie die Nutzungsstruktur des städtischen Raumes aus der Interaktion von 14

15 verschiedenen Gruppen von Menschen und der physischen und geografischen Umwelt entsteht. Das Modell städtischer Raumnutzung nach Burgess: Menschen konkurrieren in Städten um Raum, wenn deren Bevölkerung wächst. Diese Konkurrenz produziert sechs konzentrische Entwicklungs und erschliessungszonen mit je unterschiedlichen Funktionen: Zentrum = Geschäftsbereich. Rundherum erschließt sich eine Zone mit hoher Fluktuation der Bewohner ( zone in transition ), hohe Kriminalität... rund um diese herum gibt es Wohngebiete mit unterschiedlichen Bewohnerschichten (Arbeiter, Mittelstand, obere Klasse.) 12) Soziale Ungleichheit Nennen sie vier theoretische Begriffe der sozialen Ungleichheit und beschreiben sie diese knapp. Kaste, soziale Schicht, soziales Milieu, soziale Klasse... Warum kommt es zu schichten und klassen... etc.. = erklärung? Nennen sie die unterschiedliche Sichtweise auf soziale Ungleichheit von Karl Marx und Max Weber. Worin unterscheiden sich diese, was ist gleich? Gegenstand der Betrachtung ist bei beiden das kapitalistische Wirtschaftssystem. Dieses führt zu sozialer Ungerechtigkeit durch Produktionsmittelbesitz aufgrund bestehender Produktionsverhältnisse (Marx) bzw. auf Grund von Besitz und Einkommen. (Weber) Die Klasseneinteilung der Gesellschaft erfolgt bei Marx in eine Bourgeoisie und ein Proletariat und bei Weber in eine Besitz und eine Erwerbsklasse. Dauer der Strukturen sozialer Ungerechtigkeit: Antagonistisch (widersteitend, gegensätzlich), dauerhaft. Überwindbar durch proletarische Revolution. Weber: gestuft, überwindbar durch soziale auf- bzw. abstiege. Weitere Merkmale sozialer Ungerechtigkeit: Gibt s beim Marx keine, beim Herrn Weber sind s die Stände und Parteien. Klassen, Stände, Parteien, Lebensführungsstil (Max Weber ) Im Gegensatz zu Marx (Konflikt- / Klassentheorie) geht Max Weber von einer Handlungstheorie aus. Neben dem ökonomischen Hintergrund interessierte er sich auch für den sozialen und politischen Hintergrund gesellschaftlicher Strukturierung: Ökonomische Lage (Klasse), Soziale Gemeinschaft (Stände) Politische Vergesellschaftung (Parteien, Macht-Kategorie) Klasse: Besitz/Leistung. Beide führen über den Markt zu materiellen Lebenschancen soziale Klasse: 15

16 Cluster aus eng beieinanderliegenden Besitz-und Erwerbsklassen, zwischen denen ein sozialer Aufstieg innerhalb einer Generation möglich ist. Stände: Gemeinsamkeit im Denken und Handeln ( Schichtkonzept) Lebensführungsstände, ( Lebensstilkonzept) Erziehungsstände, Berufs- und Abstammungsstände Parteien: Möglichkeit, Entscheidungsprozesse zu beeinflussen (Macht) Beschreiben sie den Schichtungs-Ansatz. Warum wird er heute nicht mehr verwendet? Einteilung der Bevölkerung in Schichten. Gesellschaftliche Zuordnung durch: Stellung im Beruf Bildungsniveau Erwerbseinkommen Beruf Soziale Mobilität ist durch eigene Leistung möglich -Schichtungsmodell nach Geiger 1932 Unterteilung in 3 Klassenlagen (Kapitalistische- mittlere- proletarische Lage) anhand der Stellung zu Produktionsmitteln. -Schichtmodell der Nachkriegszeit in den 50er und 60er Jahren in Ameriga Stellung im Beruf Qualifikation Erwerbseinkommen Beruf Kritik: Ausschluss von allen nicht Erwerbstätigen (Bildung, Beruf, Einkommen) Kritik am Schichtungsmodell: 1. Überbewertung der meritokratischen Triade (Herrschaft der Verdienten". Meritokratie ist kein wissenschaftlicher Begriff; er meint, daß die Besten an der Spitze der Gesellschaft stehen sollten. Leider weiß man nicht, wer nach welchen Maßstäben bestimmen soll, wer "die Verdienten" sind drei zusammengehörige Dinge) [Bildung (B), Berufliche Position (BP), Einkommen (E)]; das schließt alle Nicht- Erwerbstätigen aus. 2. Es treten zunehmend sog. Statusinkonsistenzen auf, also Kombinationen wie E++ und B (oder umgekehrt). 3. Die Merkmale verlieren an Erklärungskraft, es treten zu-nehmend neue Merkmale in Erscheinung Neue Soziale Ungleichheit. Gender Frauen Männer Merkmale verlieren an Bedeutungskraft, es treten ständig neue Merkmale auf. -Neue soziale Ungerechtigkeit Geschlechterspezifische Ungleichheiten Regionale Disparitäten Benachteiligung von Minederheiten und Randgruppen 16

17 Ungleiche Verteilung von Wohlfahrtsteilhabe und zugang zu öffentlichen Gütern -Neue Dimensionen sozialer Ungleichheit: Arbeitsbedingungen Freizeitbedingungen Wohn und Umweltbedingungen Soziale Sicherheit Sicherheit des Arbeitsplatzes Alterssicherheit -neue Zuweisungsmerkmale Geschlecht, Religion, Alter, Familienverhältnis, Geburtszeitraum, Nationalität. Nennen sie die 3 Ebenen neuer sozialer Ungleichheit bei Stefan Hradil und beschreiben sie eine davon näher. Beschreiben sie das Milieu-Konzept von Stefan Hradil. Inwieweit sind die Mikro-Milieus für Stadtsoziologie relevant? 13) Segregation Definieren sie residentielle Segregation. In welcher Weise ist diese für die Stadtplanung relevant? In der postindustriellen, postfordistischen Stadt nehmen die Einkommensunterschiede zu, die Sozialstruktur polarisiert sich. Wenn sich der Staat aus der Wohnungsversorgung zurückzieht und sie stärker den Marktmechanismen überlässt, führt dies langfristig zu räumlicher Segregation. Weitere Ursachen: Eine kumulative Überlagerung von Problemen bzw. Benachteiligung in verschiedenen Bereichen (Arbeitsmarkt, Bildungssystem, kulturelle bzw. ethnische Stigmatisierung (mit Wundmalen (Christi) gezeichnet), Wohnungsversorgung) führt zu einer gesellschaftlichen Marginalisierung (an den Rand gedrängt), die durch die räumliche Konzentration von Personen oder Haushalten dauerhaft wird. Die radikale Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen wird (?) in europäischen Städten durch sozialstaatliche Sicherungssysteme und den staatlichen Einfluss auf die Wohnungsversorgung verhindert. Von wem stammt der race relation circle? Beschreiben sie den race relation circle in seinen Stufen. Warum ist er heute Fragwürdig? Eine hohe Konzentration von Menschen mit Migrations-Hintergrund ist in jeder europäischen Stadt zu finden. Dieses wird oft als planerisches Problem betrachtet. Teilen sie diese Auffassung? Da Ausländer nur wenige politische Rechte haben sind sie in der Stadtpolitik kaum Repräsentiert. Sie können sich daher auf demokratischen Weg nicht wehren. Eine wichtige Möglichkeit sich 17

18 gegenseitig zu unterstützen ist das Zusammenleben in bestimmten Vierteln. Ausländer werden in besseren Quartieren nicht als Nachbarn geduldet, leben aber auch (zumindest in der ersten Zuwanderergeneration) gerne in der Nähe ihrer Landsleute. (Schutz gegen alltägliche Diskriminierung, ethnische Inseln können auf Dauer auch die Integration in die Kultur des Aufnahmelandes behindern) Planerisches Problem, wenn es zu räumlicher Segregation führt (?) siehe oben. Mit welchen Mitteln können sie die Konzentration einkommensschwacher Menschen in einer Stadt beeinflussen? Die radikale Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen wird (?) in europäischen Städten durch sozialstaatliche Sicherungssysteme und den staatlichen Einfluss auf die Wohnungsversorgung verhindert. Beschreiben sie Gentrification als Sonderfall der residenziellen Segregation. Gentrification abgeleitet von Gentry (vornehme Bürgerschaft). Beschreibt den Austausch (Verdrängung) der eingesessenen Bevölkerung durch eine sozial höhere Schicht in innerstädtischen Altbaugebieten in Zusammenhang baulicher Aufwertung. 14) Sozialer Wandel Was wird innerhalb der Soziologie unter Sozialem Wandel verstanden?...ist die allgemeine Bezeichnung für die in einem historischen Zeitabschnitt erfolgte Veränderung der: - sozialen Struktur - sozialen Organisationen - sozialen Prozessen - soziale Beziehungen/Funktionen - Normen- und Wertestrukturen - Einstellungen und Verhaltensweisen Beschreiben Sie die Ursachen des Sozialen Wandels. Die Ursachen, die dem sozialen Wandel zugrunde gelegt werden, unterscheiden sich in Abhängigkeit der jeweiligen theoretischen Sicht: - antagonistische Widersprüche, Krisen (kritische Theorie), - (natürliche) Evolution (Struktur-Funktionalismus/Systemtheorie) - Wegfall von Barrieren (Individualisierung), - Konflikt (Konflikttheorie), - gesellschaftliche und organisatorische Innovationen, Wertewandel (teleologische Entwicklungstheorie, Innovationstheorie), - technologischer Fortschritt (Modernisierungstheorie). Man geht in der Regel davon aus, dass Sozialer Wandel nicht (nur) eine Ursache hat, sondern sehr viele verschiedene (je nach 18

19 dem, welcher Aspekt betont werden soll). D.h. man spricht von komplexen oder heterogenen Formen des sozialen Wandels. Interessant ist die Analyse des Nebeneinanders unterschiedlicher Formen und Prozesse des (komplexen) sozialen Wandels sowie deren Überlagerungen und Erscheinungsformen. Beschreiben Sie die Ambivalenzen eines raschen sozialen Wandels. ambivalenz=doppeldeutigkeit (bsp:haßliebe) Nennen Sie drei Theorien des Sozialen Wandels und beschreiben Sie eine davon ausführlicher. - Systemtheorien (Gleichgewicht, Harmonie) - teleologischen Entwicklungstheorien (unumkehrbar) - Kritischen Theorien (Widerspruch, Revolution) Systemtheorie: - Gesellschaft ist stabiles Handlungssystem mit gemeinsamer Wertestruktur (->Gleichgewicht) - Organische Regelung erfolgt durch spezialisierte Teilsysteme mit eigenen Aufgaben und Steuerungsleistungen - Die Umwelt bedroht diese Systeme, d.h. bringt sie aus dem Gleichgewicht. - Ziel der Gesellschaft ist ein statisches Gleichgewicht; sozialer Wandel ist notwendig, aber gefährdend. Was bedeutet der Begriff der Postmoderne? Beschreiben Sie den gegenwärtigen sozialen Wandel mit Hilfe des Begrifs der Postmoderne. postmoderne = nach moderne -> behandelt die moderne als abgeschlossene Epoche. verwendet moderne formensprache und viele andere -> keine einheitlichkeit -> freie manchmal willkürliche formensprache... schnelle veränderungen,.. Wie ist der Zusammenhang zwischen postmoderner Architektur und Postmoderne als Theorie des sozialen Wandels? Geben Sie Beispiele aus der Architektur. entwicklung geht stark voran, arch. geht verstärkt auf andere (nicht nur formale) qualitäten ein, zb soziologische., neue technologien, neue formen?es zusammenlebens werden von der neuen arch. geprägt (geleitet?) 19

20 Warum bekommt der spezifische Ort in der Postmoderne wieder ein Ort der Identifikation (im Gegensatz zur cyber spac These)? Diskutieren Sie kritisch folgende Thesen: Durch die Gloablisierung und neue Technologie A) verliereb lokale Orte an Bedeutungen; Grenzen werden aufgehoben und Raumstrukturen werden außer Kraft gesetzt B)Lokale Identität gewinnt neue Bedeutung, es entstehen neue Raumdiferenzen. Geben Sie vier Merkmale der foristischen Moderne. - Massenproduktion - Massenkonsum - sozialstaatliche Interventionen - kulturelle Tradition einer nivellierten Mittelstandsgesellschaft. 20

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