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4 Erklärung unseres Ansatzes in der Arbeit mit dementen Menschen Aus unserer Sicht ist die Würde eines Menschen dann erhalten, wenn er seine Grundbedürfnisse weitgehend selbst erfüllen kann. Ist er nicht mehr in der Lage dazu, sind wir angehalten, individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen, um seine Würde zu erhalten. Kompetenz: Kompetenzen sind das erste, was ich verliere. Wir müssen darauf schauen, welche Kompetenzen hat derjenige noch, welche können noch gefördert werden. Erklärung anhand eines Beispiels: Die Person kann sich an wichtige, kurzzeitige Erlebnisse nicht mehr erinnern. Orientierung; Ich merke, dass ich mich nicht mehr gut orientieren kann, das macht sehr unsicher. Ich versuche, mich so gut zu orientieren, wie möglich. Welche Orientierungspunkte sind vorhanden, Räumlich, Örtlich, Situativ? Z. B. ich finde den Weg nicht mehr nach Hause oder in mein Zimmer. Bindung: Verlust von Bindungen in den unterschiedlichsten Formen. Die Bindungen, die derjenige neu aufbaut, gilt es zu akzeptieren. Auch wenn jemand keine Bindung mehr eingeht. Welche Form der Bindung gibt es zurzeit?personen aus der Familie werden nicht mehr adäquat erkannt. Autonomie: Ich merke, dass ich nicht mehr selbst über mein Leben entscheiden kann. Beispiel: Der Demente weigert sich, Hilfe beim Waschen anzunehmen. 4

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6 Der Mensch ist gut und hat eine Tendenz zur Selbstverwirklichung, zu Wachstum, Gesundheit und Anpassung. Manchmal wird der Mensch an Wachstum und Selbstverwirklichung gehindert, dann sollte man die geeigneten Bedingungen wiederherstellen, damit er sich wieder selbst mehr verwirklichen kann. Jeder Mensch hat bemerkenswerte Ressourcen, die uns erfahrbar werden, wenn wir durch Einfühlung (Empathie) mit ihnen in Kontakt kommen. Deshalb sollten wir verständnisvoll Zuhören, wenn er uns von seiner Erlebniswelt erzählt. 6

7 Sie zeigen Bereitschaft, auf den anderen einzugehen und benutzen dazu Gesten wie Kopfnicken, Blickkontakt und bestätigende Laute wie hm und ja. Sie vermitteln das Gefühl von verstanden werden. Sie bewerten nicht die Situationen, sondern akzeptieren das Gesagte. Ihr gegenüber spürt, dass wir an seinen Gedanken und Gefühlen interessiert sind. Aktives Zuhören heißt dann für sie: Zurückhaltend bleiben und auf den Gesprächspartner zu konzentrieren. Dies drücken sie durch ihre Körperhaltung aus. Sie halten Pausen aus, sie können ein Zeichen sein für Unklarheiten, Angst oder Ratlosigkeit. Einverstanden sein mit dem Menschen, bedeutet ihn in seiner jetzigen Form wertzuschätzen. Dabei einzutauchen ihn seine Gefühlswelt, hilft Barrieren zu überwinden. Ihr gezeigtes Verhalten sollte mit ihren Wertvorstellungen übereinstimmen. Achtsamkeit bedeutet in diesem Zusammenhang Präsenz zeigen. 7

8 Erkennen sie die Situation, so wie sie der Demente sieht, an. Er hat zurzeit nur diese Wahrnehmung. Wenn wir diese Wahrnehmung in Frage stellen, stellen wir aus seiner Sicht, ihn als Person in Frage. Bestätigen sie seine Sichtweise und wiederholen sie das Wahrgenommene. Bleiben sie dabei authentisch. Versuchen sie zu verstehen und seine Welt wahrzunehmen. Spiegeln sie das Gesagte, die Gestik und die Mimik je nach Situation. Spiegeln sie Bedürfnisse, Gefühle und Konflikte mit ihren Worten. Nimmt der Demente Wertungen und Urteile vor, so geben sie diese zurück, damit er wahrnimmt, wie er die Welt sieht. Das Spiegeln bietet dem dementen Menschen die Möglichkeit eine Form der Bewusstwerdung. Es verhindert auch Missverständnisse und zeigt dem Menschen mein echtes Interesse an ihm. Es bedeutet aber nicht, dass ich ihm uneingeschränkt zustimme. Ich kann durchaus meine Sichtweise der Dinge ihm näher bringen. 8

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10 Verbale Berührungen: Benutzen sie dieverbalen Berührungen in ihren Gesprächen. Bauen sie diese gezielt und in wiederholender Form je nach Angstzustand und Bedürfnislage ein. Achten sie dabei auf die körperlichen Reaktionen. Wenn durch ihre verbale Berührung eine wirkliche Berührung geworden ist, dann können sie dies oftmals am Körper sehr gut wahrnehmen. Verbale Berührungen für kontaktarme Menschen: Sie sind hier sehr willkommen - Alles was sie fühlen ist natürlich Alles an ihnen ist menschlich - Es ist in Ordnung, dass Sie das jetzt fühlen - Mit ihnen ist nichts verkehrt - Ich möchte, dass sie gut zu sich sind Sie gehören hier dazu. 10

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12 Verbale Berührungen für den hilfsbedürftigen Menschen: Ich bin jetzt für sie da - Ich werde sie unterstützen - Sie können haben, was sie brauchen - Ich helfe ihnen einen Weg zu finden - Es ist in Ordnung Bedürfnisse zu haben - Ich helfe Ihnen. 12

13 Die verbalen Berührungen beim duldsamen Menschen: Sie sind liebenswert, so wie sie sind - Es ist in Ordnung, ärgerlich zu sein Ich habe Zeit für sie Nehmen sie sich Zeit - Sie brauchen nicht unglücklich zu sein, damit ich sie mag - Sie sind ein guter Mensch. 13

14 Die verbalen Berührungen beim dominanten Menschen: Sie sind wichtig Sie können die Distanz zwischen uns bestimmen - Sie brauchen mich nicht zu beeindrucken Ich schätze sie - Ich werde sie nicht benutzen Ich werde nicht über sie bestimmen. 14

15 Verbale Berührungen beim aktiven Menschen: Sie brauchen mir nichts zu beweisen Sie sind in Ordnung, so wie sie sind - Es ist in Ordnung Fehler zu machen - Es ist in Ordnung sich auszuruhen - Sie brauchen mir nichts zu beweisen - Alles was sie fühlen ist in Ordnung - Es ist in Ordnung zu fordern was sie wirklich wollen - Ich höre sie, ich sehe sie, ich verstehe sie. 15

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18 Fragen nach: wer, wo was, wie sind oftmals hilfreich. Fragen nach dem, warum, kann der Demente nicht beantworten, da er noch keine wirkliche Lösung für sein Thema hat. Je mehr der Gesprächsführer in der Gesprächsbeziehung er selbst ist, das heißt, kein professionelles Gehabe und keine persönliche Fassade zur Schau trägt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich sein Gegenüber äußern und auf konstruktive Weise wachsen wird. 18

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20 Dem dementen Menschen Strukturen zu geben, hilft ihm Teile seiner Kompetenz, Orientierung oder Bindung wieder aufzubauen. Der fehlende Rahmen führt zu ständig größer werdendem Autonomieverlust. Deshalb hat es sich in der Praxis bewährt mit Hilfe von klaren Strukturen und Ritualen dem Dementen wieder mehr von seinen Kompetenzen an den Tag zu legen. Die Förderung seiner Ressourcen wird durch Bekanntes gefördert. Natürlich sind in allen Schritten immer die Bedürfnisse und Erfahrungen des Dementen zu beachten. Da er jedoch selbst immer weniger in der Lage ist, den Tag selbst zu gestalten, braucht er die Unterstützung von anderen Menschen. 20

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