Schlüsselkompetenzen der Europäer/innen. EU-Lissabon-Strategie 2010

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1 Schlüsselkompetenzen der Europäer/innen im Rahmen der EU-Lissabon-Strategie 2010 Herausforderungen für das Bildungswesen Informationsgesellschaft Globalisierung Komplexität und Verlust von Orientierungsinstanzen Hinzufügen neuer Inhalte würde die Bildungssysteme überfordern Zukünftige Anforderungen an die Individuen sind nicht prognostizierbar Erforderlich ist eine neue Qualität von Bildung, die inhaltliche, personale und soziale Aspekte vereint. 1

2 Europäischer Rat Lissabon-Gipfel im März 2000 Die Europäische Union ist mit einem Quantensprung konfrontiert, der aus der Globalisierung und der wissensbestimmten Wirtschaft resultiert. Strategisches Ziel bis 2010: die Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen Die offene Methode der Koordination Instrument für die Entwicklung einer kohärenten und umfassenden Strategie für die allgemeine und berufliche Bildung im Rahmen der Artikel 149 und 150 des Vertrags Indikatoren Richtwerte (Benchmarks) Vergleich bewährter Verfahren (best practice, peer review, study visits etc.) 2

3 Die 13 Teilziele 1.1 Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung von Lehrkräften und Ausbildern 1.2 Entwicklung der Grundfertigkeiten für die Wissensgesellschaft 1.3 Zugang zu den Informations- und Kommunikationstechnologien für alle 1.4 Förderung des Interesses an wissenschaftlichen und technischen Studien 1.5 Bestmögliche Nutzung der Ressourcen 2.1 Ein offenes Lernumfeld 2.2 Lernen muss attraktiver werden 2.3 Förderung von aktivem Bürgersinn, Chancengleichheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt 3.1 Engere Kontakte zur Arbeitswelt und zur Forschung sowie zur Gesellschaft im weiteren Sinne 3.2 Entwicklung des Unternehmergeistes 3.3 Förderung des Fremdsprachenerwerbs 3.4 Intensivierung von Mobilität und Austausch 3.5 Stärkung der europäischen Zusammenarbeit Working Group B (Expert group on Basic Skills, Foreign Language Training and Entrepreneurship) 1.2 Entwicklung der Grundfertigkeiten für die Wissensgesellschaft 3.2 Entwicklung des Unternehmergeistes [3.3 Förderung des Fremdsprachenerwerbs] 3

4 Kompetenzen gelernte, anforderungsspezifische kognitive Leistungsdispositionen unter Einbezug der damit korrespondierenden Metakompetenzen und motivationalen Einstellungen (Weinert) Wissen Kenntnisse Einstellungen Fähigkeiten Fertigkeiten Motivation emotionale Aspekte Werthaltungen Kompetenz Schlüsselkompetenzen Theoretische Modelle und Konzepte Gesellschaftliche und individuelle Perspektiven Schlüsselkompetenzen Soziokultureller Kontext und biografische Variabilität Politischer/gesellschaftlicher Konsens Quelle: OECD/DeSeCo 4

5 Kriterien der Schlüsselkompetenzen Universalität: Für jedes Individuum zur Gestaltung des Alltagslebens erforderlich Transversalität: In allen Lebensbereichen von Bedeutung Lebensbereiche Persönlich zufrieden stellendes Leben Organisation des Alltags erfülltes Familienleben Freizeitgestaltung persönliche Weltanschauung Partizipation in der Gesellschaft Mitsprache auf verschiedenen Ebenen Solidarität Anteilnahme am kulturellen Leben Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts Berufsleben Erhöhung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt (Employability) Sicherung des Lebensunterhalts persönliche Erfüllung im Beruf Karrierechancen 5

6 Welche sind nun die Schlüsselkompetenzen? Volksabstimmung Eurobarometer Sehr wichtige Kompetenzen für Berufs- und Lebenswelt aus Sicht der EU-Bürger Quelle: Eurobarometer Special Survey 185 (01-03/2003) 6

7 8 Schlüsselkompetenzen für die Wissensgesellschaft Muttersprachliche Kompetenz Fremdsprachliche Kompetenz Mathematische Kompetenz und grundlegende naturwissenschaftlich-technische Kompetenz Computerkompetenz Lernkompetenz Interpersonelle, interkulturelle und soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz Unternehmerische Kompetenz Kulturelle Kompetenz. Benchmarks (Europäischer Rat am 5./6. Mai 2003) Konkrete Zielformulierungen bis 2010: Mindestens 85 % der 22-Jährigen sollten die Sekundarstufe II abgeschlossen haben Der Anteil der 15-Jährigen, die in Lesekompetenzstufe 1 oder darunter liegen, sollte im Vergleich zu 2000 um mindestens 20 % gesunken sein Der Anteil der Erwachsenen, die sich am lebenslangen Lernen beteiligen, sollte mindestens 12,5 % betragen 7

8 Wie weit sind wir schon? Benchmark Niedrige Lesekompetenz (Prozentsatz der Schüler, die höchstens die Kompetenzstufe I auf der PISA-Skala für Lesekompetenz erreichen) Europäische Union Japan USA 8

9 Benchmark Abschluss Sek. II (Anteil der Jährigen, die mindestens die Sekundarstufe II abgeschlossen haben) Europäische Union Japan USA Benchmark Teilnahme am LLL (Prozentsatz der Jährigen, die in den vier Wochen vor der Erhebung and Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben) Europäische Union Japan USA 9

10 Wo sind in Österreich Schlüsselkompetenzen festgelegt? Lehrplan 99 Dynamische Fähigkeiten Sozialkompetenz Selbstkompetenz Sachkompetenz 10

11 Sachkompetenz Sprache und Kommunikation Mensch und Gesellschaft Natur und Technik Kreativität und Gestaltung Gesundheit und Bewegung Religion Deutsch Fremdsprache Geschichte Geographie Mathematik Geometrisches Zeichnen Biologie Chemie Physik Musikerziehung Bildnerische Erziehung Werken Ernährung und Haushalt Leibesübungen Selbstkompetenz die eigenen Stärken und Schwächen erkennen sich kritisch mit vorhandenem Wissen auseinandersetzen in Zusammenhängen vernetzt denken selbstorganisiert und kreativ agieren sich seiner Fähigkeiten bewusst werden eigenständig Lernprozesse organisieren etc. 11

12 Sozialkompetenz Kommunikationsfähigkeit Teamfähigkeit Konflikte benennen und austragen Anpassungsfähigkeit Empathie Kontaktfähigkeit soziale Verantwortung etc. 12

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