Wertewandel und Vermarktung des Sozialen

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1 Alpbacher Universitätenforum Technologien und Werte im Wandel Wertewandel und Vermarktung des Sozialen o.univ.prof. Dr.phil. Jens S. Dangschat, TU Wien, ISRA , Alpbach 1

2 Inhalt 1. Wertewandel was und wer wandelt sich? 2. Wertewandel wer sind die Treiber? 3. Die Folgen Ökonomisierung! 2

3 Was und wer wandelt sich? Definition Werte: Werte sind grundlegende Orientierungen für einzelne Menschen, soziale Gruppen und Institutionen (politische Parteien, Unternehmen, Verbände), an denen das eigene Handeln und die Erwartung an das Handeln Anderer ausgerichtet ist ( Rollen). Werte bewegen sich in Relation zu einem übergeordneten gesellschaftlichen Normensystem ( Sanktionen) 3

4 Was und wer wandelt sich? Wenn sich Werte wandeln, treten diese in den Widerspruch zu bestehenden Mainstream Zu unterscheiden ist ein Wertewandel a) weil sich die Werte der Menschen wandeln b) oder nur bei bestimmten sozialen Gruppen c) weil neue Gruppen mit ihren Werten hinzukommen 4

5 Was und wer wandelt sich? Wenn sich Werte wandeln, treten diese in den Widerspruch zu bestehenden Mainstream Zu unterscheiden ist ein Wertewandel a) weil sich die Werte der Menschen wandeln b) oder nur bei bestimmten sozialen Gruppen c) weil neue Gruppen mit ihren Werten hinzukommen Wie wird ein Wertewandel bewertet? a) Wertewandel ist die Ursache für gesellschaftliche Anarchie / Dekadenz / Unglaube b) Wertewandel ist die Voraussetzung für gesellschaftlichen Fortschritt! 5

6 Wer sind die Treiber? Wertewandel entsteht endogen und exogen endogen: Junge Generationen Soziale Bewegungen backswing / Neo-Konservativismus Medien 6

7 Wer sind die Treiber? Wertewandel entsteht endogen und exogen endogen: Junge Generationen Soziale Bewegungen backswing / Neo-Konservativismus Medien exogen: Technologischer Wandel Ökonomischer Wandel Wissenschaftliche Erkenntnisse / Aufklärung 7

8 Wer sind die Treiber? verändern Bestrebungen, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, Veränderungen aktiv herbei zu führen Festhalten an den überkommenen Werten und Normen, defensive Anpassung an den Wandel Suche nach neuen Erfahrungen, nach Abwechslung und Vielfalt Spannung festhalten 8

9 Wer sind die Treiber? Globalisierung und deren Regulation I&K-Technologien Emanzipation Bildungsreform Nachhaltigkeitsdiskurs Übergang zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft Creative class (R. Florida) etc. 9

10 Was sind die Folgen? Social Media Kommunikation innerhalb des privaten Freundeskreises Professionelle Darstellung von Institutionen Arabischer Frühling / Konflikte in Syrien Informationen für Vermarktung data mining ( Snowden) 10

11 Was sind die Folgen? Ökonomisierung von Denken und Handeln New public management Ökonomisierung der Hochschulen Zunahme der Illegitimität innerhalb des Legalen ( EU als (ausschließliche) Wirtschaftsunion, Steueroasen, Orientierung am shareholder value etc.) Verlagerung der Garantien des Wohlfahrtsstaates zu privater Risikovorsorgen resp. Ehrenamt von oben Finanzierung der geriatrische Rehabilitation Geiz ist geil als Grundlage globaler Ausbeutungsverhältnisse (von Textil bis iphone) etc. 11

12 Was sind die Folgen? Wissenschaft der Werte und Gefühle Ausgangspunkt: traditionelle Handlungstheorien verlieren an Erklärungskraft Schwächung der Sozialwissenschaften Erklärungen über Werte- und Einstellungskategorien sind deutlich besser SINUS-Milieus als Marketing-Tool 12

13 Sinus-Milieus Österreich

14 Was sind die Folgen? Wissenschaft der Werte und Gefühle Ausgangspunkt: traditionelle Handlungstheorien verlieren an Erklärungskraft Schwächung der Sozialwissenschaften Erklärungen über Werte- und Einstellungskategorien sind deutlich besser SINUS-Milieus als Marketing-Tool Probleme: a)typologie aus Werten und Einstellungen blendet das gesellschaftliche Oben und Unten aus b)methodische Probleme multivariater Verfahren c)mangelnde Transparenz (black box als asset ) 14

15 Was sind die Folgen? Stadtplan der Gefühle (MIT, AIT, TUW): Ziel: Quantifizierung von Emotionen, die an bestimmten Plätzen vorkommen Methodisch fragwürdig (Stichprobe, photo elicitation) Determinismus des gebauten Raumes / Negation sozialwissenschaftlicher Raumforschung Bezug zur problematischen broken windows-theorie Maßzahlen des Sicherheitsgefühls für jeden Ort Korrelationen zwischen Status resp. Kriminalitätsraten und subjektivem Sicherheitsgefühl Praxisbezug zu Kommunalpolitik und Stadtplanung? 15

16 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Kontakt Technische Universität Wien, Karlsplatz 13, A 1040 Wien Fachbereich Soziologie (ISRA) Tel.: / Fax:

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