4.2.5 Wie berücksichtigt man den Einsatz und die Abnutzung der Anlagen?

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1 Seite den Einsatz und die Bei der Erzeugung von Produkten bzw. der Erbringung von Leistungen sind in der Regel Anlagen (wie zum Beispiel Gebäude, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) erforderlich, die dem Betrieb über längere Zeit zur Verfügung stehen. Durch die Nutzung dieser Anlagen für die Produktion bzw. die Leistungserbringung tritt ein laufender Wertverbrauch ein, das heißt, die Anlagen werden im Zeitablauf weniger wert. Dieser laufende Wertverzehr der Anlagen wird in der Kostenrechnung durch die (kalkulatorische) berücksichtigt. Beispiel: Die Anschaffungskosten einer Maschine betragen ,. Die Maschine wird voraussichtlich 10 Jahre lang im Betrieb genutzt werden können. Es wird ein im Zeitablauf linearer Wertverbrauch unterstellt. Durch den Kauf der Maschine an sich sind noch keine Kosten angefallen. Erst durch die Nutzung der Maschine in den 10 Jahren ist der laufende Wertverzehr als Kosten zu berücksichtigen. Im konkreten Beispiel beläuft sich der jährliche Wertverzehr, der als berücksichtigt wird, auf , ( , dividiert durch 10 Jahre). Zur Berechnung der (kalkulatorischen) en sind folgende Daten erforderlich: Berechnungsgrundlagen sbasis (Anschaffungskosten oder Wiederbeschaffungs- bzw. Tagespreis)

2 4.2.5 Seite 2 Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (bei zeitabhängigen en) Erwarteter Verlauf der Wertminderung (linear, progressiv, degressiv) Erwartete Gesamtleistung (bei leistungsabhängigen en) Restwert/Schrottwert sbasis Anschaffungskosten Wiederbeschaffungskosten Je nach Zweck der Kostenrechnung sind als sbasis die Anschaffungskosten oder die Wiederbeschaffungskosten (Tagespreis) anzusetzen. Sollen lediglich die seinerzeit beim Erwerb angefallenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt werden, so bilden diese auch die Basis für die. In der Praxis kommt es vor, dass die, wie sie in der Finanzbuchhaltung gebucht wird, auch für die Kostenrechnung übernommen wird. In diesem Fall sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Anlage die Basis für die kalkulatorische. Soll hingegen jener Wert Eingang in die Kalkulation finden, der zur Refinanzierung des in der Periode entstandenen Güterverbrauchs erforderlich ist, sind die jeweiligen Wiederbeschaffungskosten (Tagespreise) anzusetzen. Der einer Periode zuzurechnende Güter- und Wertverbrauch ist in diesem Fall mit den jeweils aktuellen Preisen dieser Periode zu bewerten. Sofern die auf diese Weise berechnete auch vollständig verdient werden kann, das heißt, dass die vollen Selbstkosten am Markt

3 Seite auch tatsächlich verrechnet werden können, ist die kalkulatorische ausreichend hoch, um dadurch eine Ersatzbeschaffung des Anlagegutes nach Ablauf der Nutzungsdauer zu finanzieren. Bei steigenden Wiederbeschaffungskosten führt diese Methode dazu, dass die kumulierten kalkulatorischen en die tatsächlichen (historischen) Anschaffungs- oder Herstellungskosten übersteigen. Beispiel: Die Anschaffungskosten für eine Anlage betragen ,. Die Nutzungsdauer wird mit 5 Jahren angenommen. Es ist davon auszugehen, dass die Wiederbeschaffungskosten der Anlage jedes Jahr um 10% steigen. Die Wertminderung soll gleichmäßig auf die Jahre verteilt werden. Variante 1: sbasis = Anschaffungskosten. Jahr Anschaffungskosten Nutzungsdauer (in Jahren) kum Variante 2: sbasis = Wiederbeschaffungskosten. Jahr Wiederbeschaffungskosten Nutzungsdauer (in Jahren) kum

4 4.2.5 Seite 4 Hinweis für die Praxis: In der Praxis kommt es vor, dass die in der Finanzbuchhaltung angesetzte bilanzielle auch für die Kostenrechnung übernommen wird. Dies hat den Vorteil, dass keine Überleitungsrechnungen erforderlich sind. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass die bilanzielle nicht immer die kostenrechnerischen Kriterien erfüllt. Zum einen wird die bilanzielle stets auf Basis der historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ermittelt. Ein Ansatz von Wiederbeschaffungskosten erfolgt nicht. Die Ersatzbeschaffung von Anlagen aus eigener Kraft des Betriebes, das heißt über die verdienten en ist jedoch nur dann möglich, wenn die Wiederbeschaffungskosten Ausgangspunkt für die Berechnung der en sind. Zum anderen kann es auch Unterschiede in der smethode und Nutzungsdauer geben. smethode Hinsichtlich der Methode zur Verteilung der sbasis auf die einzelnen Zeiträume (smethode) kann grundsätzlich zwischen zeitabhängigen en und leistungsabhängigen en unterschieden werden. Bei der zeitabhängigen wird die sbasis über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Anlagengutes verteilt. Bei der leistungsabhängigen wird der Wertverlust aufgrund der tatsächlich erbrachten Leistungsmenge bzw. der tatsächlichen Inanspruchnahme des Gegenstandes ermittelt. Wird bei der Berechnung der die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer angesetzt (siehe dazu die Beispiele oben), liegt eine zeitabhängige vor.

5 Seite Wird hingegen von der erwarteten Gesamtleistung einer Anlage ausgegangen und die jährliche in Höhe der tatsächlichen Inanspruchnahme der Anlage ermittelt, liegt eine leistungsabhängige vor. Beispiel: Die Anschaffungskosten für einen LKW betragen , Der LKW weist über seine gesamte Lebensdauer eine Kilometerleistung von km auf. Die soll von den Anschaffungskosten ermittelt werden. Durch die Division der Anschaffungskosten mit der gesamten Kilometerleistung kann der swert pro gefahrenem Kilometer in Höhe von 0,20/km errechnet werden. In Abhängigkeit von den in den einzelnen Jahren gefahrenen Kilometern lässt sich nun die wie folgt berechnen: Jahr Anschaffungskosten gefahrene Kilometer kum Bei der zeitabhängigen wurde bisher davon ausgegangen, dass die Verteilung des Wertverlustes gleichmäßig über die Jahre verteilt erfolgt (lineare ). Lineare Es gibt jedoch Gegenstände, bei denen der Wertverlust in den ersten Jahren der Nutzung deutlich höher ist als in den späteren Jahren. Umgekehrt kann Degressive / progressive

6 4.2.5 Seite 6 es auch sein, dass der Wertverlust in den Anfangsjahren geringer ist und mit längerer Nutzungsdauer zunimmt. In diesem Fall spricht man von einer degressiven (fallende ) bzw. von einer progressiven (steigende Jahresbeträge). Dies soll anhand des folgenden Schaubilds gezeigt werden: progressive Nutzungsdauer Da in der Praxis in den überwiegenden Fällen eine lineare angewendet wird, soll auf die progressive und die degressive nicht weiter im Detail eingegangen werden. Schrottwert / Restwert Aus betriebswirtschaftlicher Sicht müsste auch ein Schrottwert bzw. Restwert nach Ablauf der betrieblichen Nutzung bei der Berechnung der en berücksichtigt werden. Unter Schrottwert versteht man jenen Wert, der nach vollständiger Nutzung des Anlagegutes aus einer Verschrottung erzielt werden kann. Im Gegensatz dazu spricht man von sbasis lineare degressive

7 Seite einem Restwert, wenn der Gegenstand nicht bis zum absoluten Ende der technischen Nutzungsmöglichkeit im Betrieb gehalten wird, sondern schon vorher durch ein neues Anlagegut ersetzt wird. In den bisherigen Beispielen wurde davon ausgegangen, dass der Schrottwert bzw. Restwert gleich null ist. Bei der Ermittlung des Schrottwertes bzw. Restwertes ist zu beachten, dass in der Regel auch Entsorgungskosten bzw. Abbruchkosten auftreten. Wenn sich der voraussichtliche Schrottwert nur schwer ermitteln lässt bzw. relativ gering ist, empfiehlt es sich in der Praxis auf den Ansatz eines Schrottwertes zu verzichten. Bei der zeitabhängigen ist die sbasis über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu verteilen. Die Nutzungsdauer gibt somit an, über welchen Zeitraum die Anlage voraussichtlich im Betrieb genutzt werden kann. Bei der Definition der Nutzungsdauer geht man nicht von der technischen Nutzungsdauer einer Anlage aus, sondern vielmehr von einer betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauer. Das bedeutet, dass nicht jene Nutzungsdauer relevant ist, die sich aus technischer Sicht maximal ergeben würde, sondern zu beurteilen ist, wie lange die Maschine betriebswirtschaftlich sinnvoll im Betrieb eingesetzt werden kann. Die betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer ist in der Regel kürzer als die technische Nutzungsdauer, da ab einem bestimmten Alter ein betriebswirtschaftlich sinnvoller Einsatz einer Maschine (zum Beispiel aufgrund hoher Instandhaltungen und Reparaturen) nicht mehr möglich ist. Bei der kalkulatorischen handelt es sich in der Regel um Gemeinkosten. Die Abschrei- Nutzungsdauer Erfassung der en

8 4.2.5 Seite 8 bungen werden somit nicht den einzelnen Kostenträgern, sondern den Kostenstellen zugerechnet. Die im Betrieb genutzten Anlagen sind daher in einem ersten Schritt den einzelnen Kostenstellen (wie zum Beispiel Produktion, Lager, Verwaltung, Fuhrpark) zuzuordnen. Anhand der definierten sbasis sowie der gewählten smethode können in einem nächsten Schritt die en pro Kostenstelle errechnet werden. Bei den meisten Finanzbuchhaltungsprogrammen ist es möglich, eine Anlage gleich direkt einer Kostenstelle zuzurechnen. Die buchhalterische bzw. bilanzielle lässt sich daher zumeist sehr leicht pro Kostenstelle errechnen. Soll hingegen in der Kostenrechnung die von einer anderen sbasis (zum Beispiel Wiederbeschaffungswerten) bzw. anhand anderer smethoden ermittelt werden, sind entsprechende Überleitungsrechnungen erforderlich.

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