Motivation, Organisation und Prozesse Reinhold Harringer Stiftung Zeitvorsorge

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1 Motivation, Organisation und Prozesse Reinhold Harringer Stiftung Zeitvorsorge

2 2014 Grundidee der Zeitvorsorge 2030 Herrn Benz hilft Herrn Müller bei Einkaufen, Spaziergängen, leichten Haushaltsarbeiten. Herr Benz lässt sich von Frau Meier beim Bügeln und bei der Steuererklärung helfen Dafür erhält Herr Benz Zeitgutschriften Dafür bezahlt er mit seinen Stunden

3 Motivation Organisation Prozesse

4 ZEITVORSORGE eine (Teil-) Antwort auf das demografische Problem Alterung der Bevölkerung Finanzprobleme der Alterssicherungssysteme Steigende Kosten der Betreuung Mangel an Fachkräften Auflösung sozialer Netze Rückgang der Freiwilligenarbeit => ZEITVORSORGE

5 Win-Win-Win-Win Zeitvorsorger/innen Sinn und Aufgaben im 3. Lebensalter Leistungsbezüger/innen Höhere Lebensqualität im 4. Lebensalter Geringere Kosten nicht mehr nur Empfänger Leistungserbringer (Organisationen) Zusätzliches Angebot, mehr Freiwillige Allgemeinheit Einsparungen im Heimbereich Erhöhte Solidarität innerhalb der Gesellschaft

6 ZEITVORSORGE Nichts Neues unter der Sonne? Stärken der «Solidarwirtschaft» Brücke zwischen entgeltlicher und unentgeltlicher Arbeit Brücke zwischen egoistischen und altruistischen Motiven Begrenzen der «Geldwirtschaft»

7 Die Ausbreitung der Geldwirtschaft 42 % 39 % 58 % 61 %

8 These 1: Grenze der Märkte / des Geldes neu definieren Michael J. Sandel: Die schicksalhafteste Änderung der letzten drei Jahrzehnte war nicht die Zunahme der Gier. Es war die Ausdehnung der Märkte und ihrer Wertvorstellungen in Lebensbereiche, in die sie nicht gehören.

9 These 2: Geld verändert Dorf in Afrika Beziehungen Atomlager Wolfenschiessen

10 These 2: Geld verändert Beziehungen Geld verändert das Denken Geld hat ein Stigma Geld korrumpiert

11 These 3: Zeit hat gegenüber Geld zahlreiche Vorteile Kein Stigma Geldgeschenke? Als Anreizsystem unproblematisch Zeittausch ist gemeinschaftsbildend Keine inflationäre Entwertung

12 Motivation Organisation Prozesse

13 Entwicklung und Stand des Projektes Bund / BSV Ansprache Couchepin 2007 Vorstudie BASS: Dezember 2008 St.Gallen Zeitbörse seit 2008 Aussprache Stadtrat Sept Auftrag Studie St.Gallen 2009 Auftrag Stadtrat Juni 2009 Studie Zeitvorsorge April 2011 Parlamentsentscheid Juni 2012 Gründung Stiftung Arbeitsbeginn GL

14 Viele Beteiligte Stiftung (beschlossen) Stadt, Kanton, Evang. und kath. Kirchgemeinden Pro Senectute (Kanton) Spitexorganisationen (Kanton) Frauenzentrale Rotes Kreuz (Kanton) Leistungserbringer (offen) Städtische Pro Senectute, Spitex-Organisationen, Heime, Hospizdienste, IDEM..

15 Stadt Aufgabenteilung Finanzierung Betrieb und Garantie Stiftung Stiftungsrat: Strategie Geschäftsstelle: Umsetzung Leistungserbringer Betreuung der Zeitvorsorgenden Qualitätskontrolle

16 Motivation Organisation Prozesse

17 Bausteine (1) Einbinden bestehender Organisationen bzw. Leistungserbringer Anfangsphase: keine Zeitguthaben Einsatz von Gutscheinen Begrenzung der Anspar- phase bei ca. 700 Stunden Zeitguthaben sind weder übertragbar noch vererbbar

18 Bausteine (2) Leistungskatalog Keine Pflegeleistungen Betreuung und Begleitung Kein Ersatz bezahlter Leistungen? Frage der Verwaltungskosten Garantie der Stadt

19 Prozesse (1) Software: Cyklos Definition der Gruppen Zeitvorsorgende: Interessierte/ Aktive/ nicht aktivierte / ruhende/ ausgeschiedene Leistungserbringer: Interessierte / aktive / ausgeschiedene Profilfelder Registration Primär bei Leistungserbringern Persönliche Gespräche / Eignung Weiterbildung / Vereinbarungen

20 Prozesse (2) Aufbau Kontensystem Anzahl Zeitvorsorger/innen Anzahl Leistungsbezüger/innen Anzahl garantierte Stunden Stunden pro Leistungserbringer Anzahl gesparter Stunden pro ZV Anzahl wegfallender Stunden durch Tod / Wegzug

21 Buchungen Prozesse (3) Stiftung zu Leistungserbringer: Schöpfungsrechte vereinbaren Leistungen ohne Guthaben: Leistungserbringer zu Zeitvorsorger/in: Buchungsbelege Leistungen mit Guthaben: Direktzahlungen ZV zu ZV Buchungen im Todesfall: Abschöpfen zugunsten Sozialfonds. Sozialfonds: erlaubt zusätzliche Stunden ohne Erhöhung der Garantiesumme

22 R.Harringer Zürich Konkurrenzierung der Freiwilligenarbeit? Zeitvorsorge Bezahlte Arbeit Unbezahlte Arbeit

23 Konkurrenzierung der Freiwilligenarbeit?(BASS Studie) Theorie gibt keine klare Antwort Motivation (Extrinsisch/Intrinsisch) Altruismus / Eigennutzen Empirische Studien: keine abschliessende Antwort USA Studie über Zeittauschsystem über die Hälfte vorher keine FWA 2/3 führten FWA ausserhalb Programm weiter R.Harringer Zürich

24 Folgerungen für ZV aus Sicht FWA Begrenzung des Ansparvolumens Grosszügigkeit im Zeitdenken fördern ¼ h oder ½ h als kleinste Einheit 1 Stunde = 1 Stunde?? Andere Anerkennungsformen beibehalten: Schulung, informelle Treffen,.. R.Harringer Zürich

25 R.Harringer Zürich Konkurrenzierung der bezahlten Arbeit? Zeitvorsorge Bezahlte Arbeit Unbezahlte Arbeit

26 Folgerungen für ZV aus Sicht der bezahlten Arbeit Wachsende Bedürfnisse Alterung der Bevölkerung ambulant vor stationär ungedeckte Bedürfnisse Ausrichtung Leistungskatalog auf soziale Tätigkeiten (Trennen von Markt- und sozialer Beziehung) Ausschluss einer Umtauschmöglichkeit in Geld R.Harringer Zürich

27 ZEITVORSORGE hat ein grosses Potential Korrumpiert die Beziehungen nicht Schafft Gemeinschaft Verträgt sich / fördert Freiwilligenarbeit Kann Kostenanstieg bremsen Ist Ausbaufähig: Behindertenbereich, Mittagstische,. St.Gallen, Aargau, Sarnen

28 ZEITVORSORGE Mehr als ein spannendes Experiment Danke für die Aufmerksamkeit!

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