Kinderschutz bei häuslicher Gewalt in Frankfurt am Main

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1 Kinderschutz bei häuslicher Gewalt in Frankfurt am Main - Fachtag am 03. Juli Jugend- und Sozialamt Stadt Frankfurt am Main Daniela Geyer Grundsatz Kinder- und Jugendhilfe Jugend- und Sozialamt, , Seite 1

2 Häusliche Gewalt versus - Bedürfnisse von Kindern Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, erleben Einschränkungen auf allen Ebenen ihrer Bedürfnisse. Selbstverwirk lichung Anregung, Spiel und Leistung seelische und körperliche Wertschätzung Verständnis und soziale Bindung Schutz und Sicherheit physiologische Bedürfnisse Maslow, 1978 Jugend- und Sozialamt, , Seite 2

3 Schutzauftrag des Jugend- und Sozialamtes Hinweise auf häusliche Gewalt sind gewichtige Anhaltspunkte für eine Gefährdung der betroffenen Kinder. Ihre Gefährdung muss in einem Verfahren nach 8a SGB VIII eingeschätzt werden. Jugend- und Sozialamt, , Seite 3

4 8a SGB VIII Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung Abs. 1 und 2 Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung eines Kindes bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte einzuschätzen dabei die Erziehungsberechtigten und den jungen Menschen einzubeziehen sich unmittelbaren Eindruck vom jungen Menschen zu verschaffen Hilfen anzubieten ggf. das Familiengericht anzurufen ggf. den jungen Menschen bei dringender Gefahr in Obhut zu nehmen Jugend- und Sozialamt, , Seite 4

5 Schutzauftrag des Jugend- und Sozialamtes Besondere Faktoren bei Hinweisen auf häusliche Gewalt: selten erfahren wir von allen Gewaltvorkommnissen selten erfahren wir frühzeitig von der Gewalt die Kinder leben in einer erhöhten Gefahr, selbst körperlich misshandelt zu werden hohe qualitative Relevanz des Gefährdungsmomentes häusliche Gewalt für Kinder Jugend- und Sozialamt, , Seite 5

6 Fälle häuslicher Gewalt in Zahlen Polizeimeldungen an JSA (über Team Kinder- u. Jugendschutz) 2012: bei 1290 Einsätzen wg. Häusl. Gewalt 315 Fälle Verdachtsabklärungen im Sozialdienst (ab 2010) bei ca Fällen im Jahr ca. 30 %, d.h. ca. 450 Fälle mit dem Merkmal Verdacht auf häusliche Gewalt (diese Zahlen sind nicht statistisch valide und bieten nur eine grobe Orientierung) hohe quantitative Relevanz des Gefährdungsmomentes häusliche Gewalt für Kinder in Frankfurt Jugend- und Sozialamt, , Seite 6

7 Vorgehensweise in Fällen häuslicher Gewalt Was passiert im Jugendamt bei Meldungen von häuslicher Gewalt? Polizei Andere Institutionen Soziales Umfeld Hilfesuchende Informationen über Hilfsangebote anderer Institutionen Trennungs- und Scheidungsberatung Jugendamt Abklärung einer möglichen Kindeswohlgefährdung, z.b. durch getrennte Gespräche mit den Eltern, Gespräch mit dem Kind, Hausbesuch, Gespräche mit anderen Institutionen wie KT, Schule usw. Hilfen zur Erziehung Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche durch Inobhutnahmen und / oder Anrufung des Familiengerichtes Beauftragung oder Kooperation mit anderen Institutionen Weitergehende Beratung und unterstützende Maßnahmen Mitwirkung in familiengerichtlichen Verfahren Jugend- und Sozialamt, , Seite 7

8 Das Jugendamt auf dem Weg was wir vorhaben Kompetenzen der MitarbeiterInnen stärken: 6-tägige Inhouse Schulung voraus. ab 12/2013 neues Modul der Einarbeitungsqualifizierung mehr Handlungsorientierung für MitarbeiterInnen schaffen: Richtlinie zum 8a SGB VIII wird ergänzt um Handreichung zum Vorgehen in Fällen häuslicher Gewalt Jugend- und Sozialamt, , Seite 8

9 Das Jugendamt auf dem Weg was uns beschäftigt Umgang nach häuslicher Gewalt? - eine Frage, die alle Disziplinen beschäftigt Eine interdisziplinäre Unterarbeitsgruppe der AG 78 Rechte der Kinder entwickelt einen Handlungsleitfaden zu dieser Frage Täterarbeit in Frankfurt am Main? - ein strukturelles Defizit in Hessen Wie kann Arbeit mit gewalttätigen Vätern aussehen, um weiteres Gewalterleben von Kindern zu verhindern? Jugend- und Sozialamt, , Seite 9

10 Arbeitskreis Interventionen bei Gewalt gegen Frauen Der AK InGe ist kommunaler Arbeitskreis nach dem Hessischen Aktionsplan gegen häusliche Gewalt. Amtsanwaltschaft Frauenreferat Frauennotruf Polizei Reviere Opferschutz AK InGe Frauen helfen Frauen Fachhochschule Frankfurt Familiengericht Rechtsanwältin Jugend- und Sozialamt KJS + Grundsatz Jugend- und Sozialamt, , Seite 10

11 Arbeitskreis Interventionen bei Gewalt gegen Frauen Amtsanwaltschaft Frauennotruf Frankfurter Verein Polizei Reviere Opferschutz AK InGe Frauen helfen Frauen Frauenreferat Fachhochschule Frankfurt Familiengericht Rechtsanwältin Jugend- und Sozialamt KJS + Grundsatz Jugend- und Sozialamt, , Seite 11

12 Interventionen nach häuslicher Gewalt pro-aktiv Beratungs stellen 3 pro-aktiv Beratungsstellen 11 KJS-Teams in 9 Sozialrathäusern + Team Kinder- u. Jugendschutz KJS Polizei 19 Reviere Jugend- und Sozialamt, , Seite 12

13 Pro-aktiv-Ansatz 2. Kontaktdaten mitteilen pro-aktiv Beratungs stellen Polizei 3. pro-aktiv Beratungsangebot 1. Einverständnis einholen betroffene Frau Jugend- und Sozialamt, , Seite 13

14 Zusammenarbeit bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung 2. Mitteilung akutes Geschehen Polizei im Einsatz KJS Team Kinderu. Jugendschutz, Rufbereitschaft 1. Wahrnehmung betroffene Kinder 3. Ersteinschätzung zur Gefährdung, Schutzmaßnahmen Jugend- und Sozialamt, , Seite 14

15 Meldung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung 2. Mitteilung Verdacht auf Kindeswohlgefährdung Team Kinderu. Jugendschutz Polizei direkt nach dem Einsatz KJS betroffene Kinder 3. kurzfristige Kontaktaufnahme 1. Wahrnehmung Jugend- und Sozialamt, , Seite 15

16 Zusammenarbeit bei häuslicher Gewalt Wie können wir die Kooperation zum Schutz der Kinder verbessern? Was läuft gut? Wo knirscht es? HelferInnen Jugendhilfe HelferInnen Jugendhilfe Frauenhaus Amtsanwalt schaft Frauenberatung Umgangs begleiter- Innen HelferInnen Jugendhilfe VerfahrenspflegerInnen Polizei Familiengericht Jugend- und Sozialamt, , Seite 16

17 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Daniela Geyer Grundsatz Kinder- und Jugendhilfe Telefon: Jugend- und Sozialamt, , Seite 17

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