Einführung Lehrplan 21
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- Emma Schmitt
- vor 7 Jahren
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1 Einführung Lehrplan 21 Kompetenzorientierung - Überblick Fachbereich Deutsch Renato Forlin, Dozent, Fachdidaktik Deutsch und Allgemeine Didaktik Seminarstrasse Gossau [email protected] Teufen, im Dezember 2015 Viele Dinge zu wissen, bedeutet noch nicht, sie zu verstehen. Heraklit von Ephesus griechischer Philosoph etwa v. Chr. Pädagogische Hochschule St.Gallen
2 1 Ziele Die Teilnehmenden - erhalten einen Überblick über den LP Sprachen und LP Deutsch, vertiefen ihn und setzen sich in einer aktivierenden Form mit den Grundansprüchen und einzelnen Kompetenzstufen des FB Deutsch im 3. Zyklus auseinander. - verfolgen die Entwicklung einer Kompetenz über verschiedene Kompetenzstufen hinweg vom Zyklus 2 Programm Zeit Ablauf Begrüssung Einstieg - Zielsetzungen :00 Was ist neu im LP 21 im Vergleich mit LP AR? 14:00 15:00 Gruppenarbeit: Überblick über die Grundansprüche in den einzelnen Kompetenzbereichen; Auswertung 15: Hinweis auf Beispiele zur Kompetenzentwicklung über 3 Zyklen Bezüge zu anderen Fachbereichen / Diskussion - Fragen Abschluss und zurück ins Plenum Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten umfassende mündliche und schriftliche Sprachkompetenzen. Sie werden befähigt, in unterschiedlichen Situationen angemessen und adressatengerecht zu kommunizieren. Sie setzen sich mit unterschiedlichen Sachtexten, literarischen Texten und vielfältigen Kulturerzeugnissen auseinander. Mit der Sprache erwerben die Schülerinnen und Schüler ein grundlegendes Instrument der Wissens- und Kulturaneignung, des Austauschs und der Reflexion in allen Fachbereichen. Die Schülerinnen und Schüler erwerben folglich umfassende Kompetenzen in der Schulsprache. ( ) Auszug aus dem Kapitel LP 21 Grundlagen, Fachbereiche, Sprachen) Was ist neu im LP 21 Deutsch? «Sprache im Fokus» und «Literatur im Fokus» sind neue Kompetenzbereiche «Grundfertigkeiten» (Teil A) beschreiben für jeden Kompetenzbereich allgemeine Basisfertigkeiten und -fähigkeiten. «Hören» und «Sprechen»: Es erfolgt eine Unterscheidung konsequent in monologische und dialogische Sprachhandlungen. Einheitliche Struktur für Sprachhandlungen: Die Gliederung ist systematischer und näher an den Sprachhandlungen ausgerichtet. Reflexion über Sprachhandlungen ist ein neuer Bereich, sie bildet eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau sprachlicher Kompetenzen und das eigene Sprachschaffen. Institut Weiterbildung & Beratung Müller-Friedberg-Strasse 34, 9400 Rorschach Seite 2 von 6
3 3 Auftrag Gruppenarbeit Thema: Auftrag Überblick über die Grundansprüche der Kompetenzbereiche (Gruppengrösse 4-5 Personen ) 1. Bilden Sie 6 Gruppen gemäss den 6 Kompetenzbereichen Hören, Lesen, Schreiben, Sprechen, Sprache im Fokus, Literatur im Fokus. 2. Studieren Sie die Kompetenzen Ihres Kompetenzbereichs (nur Zyklus 3) (Primarlehrpersonen: Zyklus 2) Option für Lehrpersonen, die nicht Deutsch unterrichten: Welche Kompetenzbeschreibungen betreffen Sie speziell? 3. Einigen Sie sich auf (wenige) zentrale Aussagen / Inhalte des Grundanspruchs im 3. Zyklus. Option: Berücksichtigen Sie den Aspekt Realschule (Grundanforderungen) bzw. Sekundarschule (erhöhte Anforderungen). 4. Notieren Sie die zentralen Aussagen auf das Plakat. 5. Führen Sie Hinweise / Ideen aus Ihrer Unterrichtstätigkeit auf, die zur Erreichung dieses Grundanspruchs hilfreich sind! Präsentation 6. Galeriegang: Ein Gruppenmitglied bleibt beim Plakat, die andern gehen je nach Interesse zu einem andern Plakat. Der Experte stellt die Ergebnisse vor, die Galeriebesucher stellen Fragen, diskutieren, notieren Fragen für das Plenum, Verbleib pro Plakat: 10 ; drei Durchgänge; Präsentator wechselt. Zeitvorgabe: Gruppenarbeitsphase: 10 Präsentation: 30 (3 Durchgänge im Galeriegang) à 10 Material: LP 21 Deutsch; Plakate; Schreibmaterial Kompetenzbereich: Lesen Kompetenzen: Grundfertigkeiten/Sachtexte und literarische Texte verstehen/reflexion Leseverhalten zentrale Aussagen: Ideen Umsetzungen: Institut Weiterbildung & Beratung Müller-Friedberg-Strasse 34, 9400 Rorschach Seite 3 von 6
4 4 Beispiel einer Entwicklung einer Kompetenz über verschiedene Kompetenzstufen vom 1. bis zum 3. Zyklus, aufgezeigt am Beispiel D.3 Sprechen, B Monologisches Sprechen Kompetenz: Die Schülerinnen und Schüler können sich in monologischen Situationen angemessen und verständlich ausdrücken. D.3.B.1 Die Schülerinnen und Schüler Zyklus 1 c können sich in Mundart und Standardsprache ausdrücken, wobei erstsprachliche und mundartliche Elemente selbstverständlich sind. 2 f können eine Geschichte in Standardsprache zusammenhängend erzählen, wobei erstsprachliche und mundartliche Elemente vorkommen können. 3 h können sich in der Standardsprache weitgehend sicher ausdrücken, wobei einzelne erstsprachliche und mundartliche Elemente vorkommen können. 3 i können sich in der Standardsprache gewandt und sicher ausdrücken, wobei nur selten störende Fehlleistungen auftreten. 2 f können eine Geschichte in Standardsprache zusammenhängend erzählen. 3 h können eine Geschichte adressatenorientiert (nach-) erzählen und mit der Stimme gestalten. Interpretation + Zusammenhang + mehr Sicherheit + fehlerfrei + Adressatenorientierung + Gestaltendes Sprechen 1 c können sich in verschiedenen Sprechsituationen ausdrücken, wenn sie dabei unterstützt werden und sich vorbereiten können ( z.b... Präsentation) 2 f können Arbeitsergebnisse in der Klasse präsentieren 3 h können Arbeitsergebnisse und Sachthemen der Klasse strukturiert präsentieren und die wesentlichen Aspekte hervorheben sowie dabei Medien ziel- und adressatenorientiert nutzen. 3 i können eine Präsentation mit geeigneten sprachlichen Mitteln (z.b. rhetorische Frage, Wiederholung, Stimme) und angemessenem Medieneinsatz gestalten. + mit Unterstützung und Vorbereitung + Struktur + Gewichtung + Medieneinsatz + Stilmittel + Medieninsatz 1 c kurze Gedichte vortragen. 2 f Gedichte und Kurztexte wirkungsvoll vortragen. + Ausgestaltung 3 Keine Kompetenzstufe zu Gedichte!* *Beachte: Gedichte sind auch unter Lesen. Verstehen literarischer Texte. Die Schülerinnen und Schüler können literarische Texte lesen und verstehen ein Thema! Institut Weiterbildung & Beratung Müller-Friedberg-Strasse 34, 9400 Rorschach Seite 4 von 6
5 5 Beispiel einer Entwicklung einer Kompetenz über verschiedene Kompetenzstufen vom 1. bis zum 3. Zyklus, aufgezeigt am Beispiel D.1 Hören, C Verstehen in dialogischen Hörsituationen 1. Die Schülerinnen und Schüler können Gesprächen folgen und ihre Aufmerksamkeit zeigen. 6 Förderung der Sprachkompetenz als Aufgabe aller Fachbereiche Die Förderung der Sprachkompetenz in allen Fachbereichen ist ein entscheidender Schlüssel zum Schulerfolg. Sprache ist ein grundlegendes Instrument der Kultur- und Wissensaneignung, des Austauschs und der Reflexion. Vorstellungen und Begriffe von Gegenständen und Situationen entwickeln sich mit und in der Sprache. Deshalb muss Fachunterricht immer ein Stück weit auch Sprachunterricht sein. Im Fachunterricht lernen Schülerinnen und Schüler neue Begriffe, die sie als Wissensbausteine erwerben und die gleichzeitig zur Erweiterung ihrer Sprachkompetenz führen. Klares begriffliches Denken und ein klarer sprachlicher Ausdruck gehören zusammen. Weil Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Herkunftssprache, ihres sprachlichen Umfelds oder ihrer unterschiedlichen Interessen heterogene sprachliche Voraussetzungen mitbringen, ist eine gezielte Förderung und Erweiterung des Wortschatzes und der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit über die Zyklen und Fachbereiche hinweg Institut Weiterbildung & Beratung Müller-Friedberg-Strasse 34, 9400 Rorschach Seite 5 von 6
6 notwendig. In allen Fachbereichen erhalten Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, über Wahrnehmungen, Erfahrungen und Lerninhalte zu sprechen, zu lesen und zu schreiben und ihre allgemeine und fachsprachliche Sprachkompetenz auszubauen. Die gezielte Förderung sprachlicher Kompetenzen und Strategien dient insbesondere dem Verständnis von Sachtexten. Während in Deutsch die Grundlagen für das Verstehen von Texten gelegt werden, lernen Schülerinnen und Schüler insbesondere in NMG, wie sie wichtige Informationen aus Sachtexten herauslesen und miteinander in Verbindung setzen können. Analog werden in jedem Fachunterricht sprachliche Kompetenzen und Strategien geübt, angewendet und erweitert. Quelle: LP 21 Grundlagen Lern und Unterrichtsverständnis) 7 Lösung des Auftrags zum Einstieg Besprechen Sie zu dritt folgenden Auftrag: Sie erteilen Ihren Schülerinnen und Schülern in einer Partnerarbeit den Auftrag, zum Inhalt des 1. Kapitels eines Jugendbuches (Prosaganzschrift, die in der Klasse gelesen wird) ein Plakat zu gestalten und dieses vor der Klasse zu präsentieren. Was für Kompetenzen fordern Sie mit diesem Auftrag von Ihren Schülerinnen und Schülern ein? Notieren Sie die Kompetenzen in eine Liste und ordnen Sie diese an Hand von Kriterien, die Sie festlegen! (z.b. Sprachhandlungen Hören, Sprechen ) Studieren Sie im LP Deutsch im 3. Zyklus die Kompetenzen / Kompetenzstufen und ergänzen Sie Ihre Liste! Mögliche Lösung: (unvollständig!) Lesen Schreiben Sprechen Hören Sprache im Fokus Literatur im Fokus Informationen (Wörter, Wendungen) aus Texten entnehmen und verstehen, das Gelesene gliedern, reflektieren; weitere Informationen beschaffen und verarbeiten; das Leseinteresse beschreiben; Ideen finden; Textmuster Plakat kennen und die Beschriftung adressatenorientiert planen; Gestaltungsmittel für Plakat anwenden; Formulierungen textmusterbezogen (Stichworttechnik?) anwenden; strukturieren; Über das Gelesene adressatenorientiert sprechen; mit dem Partner die Gestaltung des Plakates besprechen (argumentieren ) Eigene Meinung zum Text bilden; Hochsprache anwenden Dem Gesprächspartner zuhören, Informationen verarbeiten; Unverstandenes klären durch Nachfragen; Interesse zeigen auf formale Korrektheit prüfen; (Regelwissen) Besonderheiten eines Textes erkennen, evtl. vergleichen mit bereits bekannten Texten Fazit Im Unterricht sind in Aufgabenstellungen die Sprachhandlungen Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben meistens ineinander verschränkt, d.h. bei Aufgabenstellungen werden verschiedene Sprachkompetenzen aktiviert und gefördert. Zum Dialog gehören das Sprechen und Zuhören, die Schülerinnen und Schüler erweitern ihren Wortschatz rezeptiv, indem sie die Bedeutung von Wörtern aus dem Text erschliessen, und produktiv, indem sie Wörter angemessen anzuwenden versuchen. Kompetenzaufbau geschieht durch geeignete Aufgabenstellungen, folglich dadurch, dass mehrere Sprachhandlungen angewendet werden. Hinweis: Im Lehrmittel Die Sprachstarken 7 S finden Sie den Vorschlag, zu Redewendungen Plakate zu gestalten. Dort finden Sie auch eine Checkliste zur Plakatgestaltung. Institut Weiterbildung & Beratung Müller-Friedberg-Strasse 34, 9400 Rorschach Seite 6 von 6
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