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1 Motivierende Gesprächsführung Fachtagung Gesunde Arbeitsförderung-ressourcenorientiert Workshop 3 Referentin: Martina Arndt-Ickert Supervision DGSv Coaching Fortbildung Moderation Laubenheimer Str. 37,14197 Berlin Tel./Fax: 030/ [email protected] Herzlich Willkommen!

2 Motivation von motus, lateinisch = Bewegung Motivation: alle Beweggründe, die das Handeln eines Menschen bestimmen.

3 Motivation anderes Wort für Beweggrund also innerer Antrieb, der uns in Bewegung setzt. Motivation brauche ich, um Ziele, Vorhaben, gute Vorsätze zu realisieren. Wirklich gute Motivation hängt immer mit wirklich gut durchdachten Zielen zusammen. Erst wenn klar ist, welcher innere Antrieb, welches Bedürfnis hinter einem Ziel steckt, wirst Du Dich selbst so stark motivieren können, dass Du auch durchhältst. Wichtig ist zu erkennen, dass Motivation immer von innen, also aus einem selbst kommen muss.

4 Ressourcen Aufgabe: Reflexion in Dreiergruppen Welche Stärken und Fähigkeiten bringe ich für meine Arbeitstätigkeit mit? Was kann ich besonders gut? Mit welchen KundInnen komme ich in einen guten Kontakt?

5 Ressourcen Feedback Wie ging es mir mit der Reflektion meiner Stärken und Fähigkeiten?

6 Interview Motivierende Gesprächsführung 1. Über`s Rauchen reden, haben Sie Interesse? Freiwilligkeit abfragen 2. Wann angefangen? Wie lange sorglos? W -Fragen, Gesprächseinstieg 3. Vorteile Rauchen? Noch mehr? Ambivalenzen 4. Nachteile? Noch mehr? Ambivalenzen 5. Was an negativen Aspekten beschäftigt Sie am meisten? Schwerpunkte setzen 6. Skala 1-10: Wie wichtig, aufzuhören? Motivation erfragen 7. weshalb 6 und nicht 8? Was fehlt zu 8? Zu10? Visionen entwickeln 8. Skala 1-10: Wie zuversichtlich, dass Sie es schaffen? Ressourcen erfragen 9. Weshalb 5 und nicht 2? Was fehlt zu 10? Visionen entwickeln Keine Ratschläge 10. Zusammenfassung: Vor-/ Nachteile, Motivation, Kein Druck Zuversicht, Ideen, Pläne, Was fehlt Klient ist Experte Widerspiegeln 11. Was könnte ein nächster Schritt sein? Verbindlichkeit herstellen 12. Wann realisieren? Hindernisse? Veränderungsplan

7 Konzept Motivierende Gesprächsführung William R. Miller und Stephen Rollnick Auflage Auflage Klientenzentrierte Gesprächsführung Carl Rogers 1972 Transtheoretisches Modell d. Verhaltensänderung Prochaska und DiClemente 1982

8 Motivierende Gesprächsführung -Grundkonzept Basisprinzipien Empathie, Kongruenz, Akzeptanz, Beweisführung vermeiden, Mit dem Widerstand arbeiten, Glauben an die eigenen Fähigkeiten stärken, Focus des Beraters/ der Beraterin Veränderungsmodell / Veränderungsstadien Ambivalenzen, Diskrepanzen Gesprächsführung, Gesprächseinstiege Fremdmotivation, Eigenmotivation, Ressourcen Methoden Offene Fragen stellen, Aktiv zuhören Gesprächsebenen und nonverbale Kommunikation beachten Wichtigkeits- und Zuversichtsskala Umgang mit Widerstand

9 Motivierende Gesprächsführung Den Glauben an die eigenen Fähigkeiten stärken Empathie, Kongruenz, Akzeptanz Mit dem Widerstand umgehen Diskrepanz entwickeln Beweisführungen vermeiden

10 Motivierende Gesprächsführung ist ein partnerschaftliches Gesprächskonzept es stellt den eigenverantwortlichen Menschen in den Mittelpunkt ist ein Gesprächsangebot soll motivieren, kann ermutigen, sich mit dem eigenen Verhalten auseinander zusetzen möchte die Reflexion des eigenen Verhaltens anregen, stärkt die Eigenverantwortung ist durch respektvolle und offene Grundhaltung geprägt

11 Das Menschenbild in der Motivierenden Gesprächsführung Motivierende Gesprächsführung Jeder Mensch hat zu jeder Zeit spezifisch eigene Stärken, Ressourcen und Fähigkeiten. Jeder Mensch verfügt über eigenes Veränderungspotential. Das Tempo der Veränderung bestimmt und verantwortet jeder einzelne Mensch nur für sich. Jeder Mensch kann sich letztlich auch gegen eine Veränderung entscheiden.

12 Den Grundhaltungen und dem Menschenbild entsprechen spezifische Techniken und Methoden der Gesprächsführung: Aktives Zuhören Offene Fragen stellen Mit dem Widerstand umgehen, anstatt ihn zu bekämpfen Eigene Fähigkeiten herausarbeiten (Eigenmotivation) Keine Beweisführung, sondern Diskrepanzen entwickeln

13 Klientenzentrierte Gesprächsführung Carl Rogers ( 1987 in Kalifornien) war ein USamerikanischer Psychologe und Psychotherapeut, dessen herausragende Leistung in der Entwicklung der klientenzentrierten Gesprächsführung liegt.

14 Motivierende Gesprächsführung In der Motivierenden Gesprächsführung sind drei Grundhaltungen hilfreich: Kongruenz, Akzeptanz, Empathie. keine erlernbaren Verhaltensweisen oder soziale Techniken fordern die ganze Person des Beraters heraus müssen als Haltung erfahren und entwickelt werden

15 Kongruenz (Echtheit) meint: Motivierende Gesprächsführung Ehrlich zu sich selbst und auch zum Gesprächspartner zu sein, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu berücksichtigen Echt zu sein in dem, was ich sage und wie ich handele grundlegendste, zugleich am schwierigsten zu realisierende Grundhaltung Berater soll eine integrierte Persönlichkeit sein, sich seiner selbst und der Gefühle zum großen Teil bewusst

16 Kongruenz (Echtheit) Je mehr der Berater in der Beziehung (zum Klienten) er selbst ist, jemand, der keine professionelle Front oder persönliche Fassade aufrichtet, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Klient in konstruktiver Weise sich verändern und wachsen wird. (Rogers 1982) Kongruenz löst beim Gegenüber die Bereitschaft aus, sich ebenfalls zu öffnen. Es entsteht Vertrauen. Jede Kontaktperson spürt genau, welcher Berater wann echt ist und wann nicht

17 Akzeptanz ( bedingungsfreie Wert- schätzung) meint: Motivierende Gesprächsführung Die Fähigkeit, meinem Gesprächspartner grundlegend positiv und wertschätzend entgegen zutreten ihn so, wie er ist, ohne jede Vorbedingung anzunehmen Ihm nicht meine Werte, Ziele, Erfahrungen, mein Tempo aufzuzwingen, sondern Respekt zu haben, dass mein Gegenüber evtl. andere Werte, einen anderen Weg, ein anderes Tempo hat Nicht zu werten oder zu urteilen Sie können sich wünschen, wie Ihre Gesprächspartner sein sollten, aber Sie müssen akzeptieren, wie sie sind.

18

19 Empathie ( einfühlendes Verstehen) ist die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer hineinzufühlen Gefühle, Sichtweisen, Standpunkte der Klientinnen verstehen nicht bewerten, kritisieren Akzeptanz Verstehen heißt nicht billigen Empathie und Respekt sind Grundlagen eines Arbeitsbündnisses. Sie stärken die Selbstachtung der KlientInnen und ermöglichen, über Veränderung nachzudenken

20 Motivierende Gesprächsführung Vier Strategien: -offene Fragen -Aktives Zuhören Empathie ( einfühlendes Verstehen) -Kompetenzen bestätigen - Fremdmotivation erkennen und selbstmotivierende Aussagen hervorrufen

21 Fragetechniken Art der Frage Geschlossene Fragen z.b. Ja-Nein-Fragen Alternativ-Fragen Suggestiv-Fragen Offene Fragen z.b. so genannte W-Fragen Was? Wer? Wie? Welche? Weswegen? Wozu? (außer: warum!) Was kann ich damit erreichen Positionen bestimmen Entscheidungsprozesse vorantreiben und steuern Informationsgewinn Ergebnisse sichern Atmosphäre schaffen Erfahrungen abfragen Informationen einholen Gesprächspartner zum Nachdenken anregen Wünsche, Interessen, Bedürfnisse klären Ziele (des Handelns) klären

22 Fragetechniken Offene Fragen halten die Antwort offen, lassen dem Gegenüber größeren Spielraum und provozieren nicht so leicht. Sie sind geeignet, das Gesprächsklima zu entspannen, die Atmosphäre positiv zu gestalten. Zu Beginn eines Gespräches befördern offene Fragen einen Austausch und versorgen die Beteiligten mit den notwendigen Informationen. Geschlossene Fragen verlangen eine eindeutige Antwort, fordern zur Entscheidung auf und drängen den Gesprächspartner evtl. in eine bestimmte Richtung. Sie können als Gesprächsklima belasten, wenn sich der/die Gefragte manipuliert fühlt. Daher sollten sie gezielt und sparsam eingesetzt werden. Gerade zum Ende eines Gesprächs haben sie jedoch eine wichtige Funktion: sie führen zu Entscheidungen und sichern Ergebnisse. (aus: Siegfried Rosner: Gelingende Kommunikation 2002)

23 Ressourcen, Wertschätzung, Motivieren

24 Zuversicht KundInnen, die nicht daran glauben, dass sie etwas verändern können, werden nichts verändern KundInnen, von denen Sie nicht glauben, dass diese etwas verändern können, werden nichts verändern KundInnen, die selbst daran glauben oder von denen Sie glauben, das sie etwas verändern können, werden etwas verändern

25 Motivierende Gesprächsführung Arbeitsbündnis trotz Zwangssituation Autonomiebedürfnis wird respektiert Selbstkontrolle wird betont Themenwahl orientiert am Interesse des Gersprächspartners Stärkung individueller Stärken und Fähigkeiten Entwicklung eigenen Problembewusstseins Arbeit mit den Ambivalenzen Stadienmodell hilfreich Glaube an die Selbstwirksamkeit wird gestärkt Individuelle Ziele und Veränderungspläne

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