Seminar Soziale Kognition
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- Wilhelmine Burgstaller
- vor 8 Jahren
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1 Seminar Soziale Kognition SS 2008
2 Agenda 1. Experiment Personenbeurteilung Organisation von Wissen Kategorien und Schemata 4. Funktionen von Schemata bei der
3 1. Experiment Personenbeurteilung
4 1. Experiment Personenbeurteilung Erklärung + Bewerbungsunterlagen - + Erwartungen/Hypothesen - Verhaltensbeobachtung + Selekt. & Kat. der Beobachtung - + Beurteilung -
5 1. Experiment Personenbeurteilung Erklärung Insbesondere in uneindeutigen Situationen werden Erwartungen bestätigt durch selektive Wahrnehmung Uminterpretieren Gewichtung einzelner Aspekte Bei zu starker Inkongruenz Kontrasteffekt
6 2. nach Fiedler & Bless, 2002 Gedächtnis, organisiertes Wissen Wahrnehmung Anfangsenkodierung Kategorisierung Weitere Schlussfolgerungen Entscheidungen Reizereignisse Außenwelt Verhaltensreaktion
7 2. 1. Top-down-Verarbeitung konzeptgesteuerte bei geringerer Verarbeitungskapazität und Motivation starker Einfluss des Vorwissens auf neu eingehende Informationen 2. Bottom-up-Verarbeitung datengeleitete bei höherer Verarbeitungskapazität und Motivation geringer Einfluss des Vorwissens auf neu eingehende Informationen stärkerer Einfluss der neuen Informationen auf bestehendes Wissen
8 3. Die Organisation von Wissen nach Fiedler & Bless, 2002 Gedächtnis, organisiertes Wissen Wahrnehmung Anfangsenkodierung Kategorisierung Weitere Schlussfolgerungen Entscheidungen Reizereignisse Außenwelt Verhaltensreaktion
9 3. Die Organisation von Wissen Wie ist unser Wissen im Gedächtnis repräsentiert? Kategorien Schemata
10 3. Die Organisation von Wissen Kategorien eine Gruppe von Objekten mit gemeinsamen (notwendigen und hinreichenden) Attributen willkürlich festgelegt, basieren auf Kultur und Sprache
11 Beispiel für kulturell unterschiedliche Kategorisierung Farben in verschiedenen Sprachen Deutsch Rot Orange Gelb Grün Blau Violett Shona (Simbabwe) Cipsuka Cicena Citenia Cipsuka Bassa (Liberia) Ziza Hui
12 3. Die Organisation von Wissen Kategorien eine Gruppe von Objekten mit gemeinsamen (notwendigen und hinreichenden) Attributen willkürlich festgelegt, basieren auf Kultur und Sprache unterschiedliche Theorien zur Repräsentation von Kategorien durch Prototypen (~Mittelwert) Durch spezifische Exemplare
13 Prototyp
14 Repräsentation durch Beispiele
15 3. Die Organisation von Wissen Schemata Mentale Strukturen, die das Wissen in Themenbereichen und Kategorien der sozialen Welt organisieren (Aronson, 2004) Our schemata are our knowledge (Rumelhart, 1980)
16 3. Die Organisation von Wissen Eigenschaften von Schemata Sind abstrakter als konkrete Erinnerungen besitzen austauschbare Variablen (Slots) weisen Variablen-Begrenzungen (variable constraints) auf enthaltene Variablen stehen in Beziehung zu einander (räumlich, zeitlich, kausal)
17 3. Die Organisation von Wissen Eigenschaften von Schemata sind hierarchisch geordnet (von abstrakt nach konkret) Frauen Mutter Karrierefrau Feministin Rabenmutter Glucke
18 3. Die Organisation von Wissen Inhalte von sozialen Schemata Personen Ereignisse
19 3. Die Organisation von Wissen Personenschema über andere Individuen, das Selbst oder Gruppen Stereotype visuelle Repräsentation typische Verhaltensweisen
20 3. Die Organisation von Wissen Ereignisschema (Skript) Skript ~ Drehbuch Organisation des Wissens um wiederkehrende Alltagsaktivitäten beschreibt Inhalt und zeitliche Abfolge aus der Sicht eines bestimmten Akteurs Karte lesen Gericht wählen essen Rechnung erhalten Geld abgeben
21 4. Funktionen von Schemata 1. Einfluss auf Aufnahme, Verständnis und Schlussfolgerungen von Informationen 2. Einfluss auf Gedächtnisprozesse (Speicherung, Abruf) 3. Einfluss auf Verhalten
22 4. Funktionen von Schemata 1. Einfluss auf Aufnahme, Verständnis und Schlussfolgerungen Der Kellner servierte Paul das Dessert. Anschließend sah sich Paul im Kino einen Film an. -> Was lässt sich anhand dieser Aussage vermuten?
23 4. Funktionen von Schemata 1. Einfluss auf Aufnahme, Verständnis und Schlussfolgerungen Wahrnehmung wird mit Vorwissen verknüpft Sinngebung und Vervollständigung bei der Personenwahrnehmung: Allgemeine Eigenschaften der Kategorie ( Student, Frau, ) werden auf Person übertragen Eindrucksbildung
24 4. Funktionen von Schemata 1. Einfluss auf Aufnahme, Verständnis und Schlussfolgerungen Welches Schema wird verwendet? Anwendbarkeit (applicability) Skript für Restaurantbesuch nicht für Kinobesuch anwendbar
25 4. Funktionen von Schemata 1. Einfluss auf Aufnahme, Verständnis und Schlussfolgerungen Welches Schema wird verwendet? Verfügbarkeit (accessibility Leichtigkeit des Gedächtnisabrufs) Frequency-Prinzip Recency-Prinzip (Priming) Primacy-Princip
26 4. Funktionen von Schemata 2. Einfluss auf Gedächtnisprozesse Speicherung und Abruf bei schema-konsistenten Informationen bei schema-inkonsistenten Informationen bei schema-irrelevanten Informationen
27 4. Funktionen von Schemata 2. Einfluss auf Gedächtnisprozesse bei schema-konsistenten Informationen Hinweis auf Schema genügt für Abruf Gefahr von Intrusionsfehlern trägt zur Beständigkeit von Stereotypen bei langfristiger Erinnerungsvorteil
28 4. Funktionen von Schemata 2. Einfluss auf Gedächtnisprozesse bei schema-inkonsistenten Informationen können nicht rekonstruiert werden unerwartete Informationen ziehen jedoch Aufmerksamkeit auf sich kurzfristiger Erinnerungsvorteil Effekt kann durch Ablenkung verhindert werden
29 4. Funktionen von Schemata 2. Einfluss auf Gedächtnisprozesse bei schema-irrelevanten Informationen werden meist schnell vergessen
30 4. Funktionen von Schemata 3. Einfluss auf Verhalten
31 4. Funktionen von Schemata 3. Einfluss auf Verhalten Berscheid & Walster (1978) äußerlich attraktivere Menschen werden sozial kompetenter, freundlicher, interessierter usw. beurteilt
32 4. Funktionen von Schemata 3. Einfluss auf Verhalten Snyder, Tanke & Berscheid (1977) ein Mann und eine Frau führen ein Telefongespräch
33 4. Funktionen von Schemata 3. Einfluss auf Verhalten Snyder, Tanke & Berscheid (1977) Mann erhält das Foto einer attraktiven oder unattraktiven Frau, die seine Gesprächspartnerin sein soll Gespräch wird aufgezeichnet Vpn beurteilen wie charmant, freundlich, interessiert, usw. die Frau am Telefon erscheint die Frau erscheint charismatischer, wenn der männliche Gesprächspartner sie für attraktiv hält
34 4. Funktionen von Schemata Schema attraktive Frau aktiviert Er verhält sich freundlicher sie auch.
35 4. Funktionen von Schemata 3. Einfluss auf Verhalten Self-fulfilling prophecy Erwartung beeinflusst eigenes Verhalten beeinflusst Verhalten des Gegenübers Rosenthal-/Pygmalion-Effekt Einfluss der Erwartungen des Lehrers auf die Schulleistung
36 Literatur Aronson, E., Wilson, T. D. & Akert, R. M. (2004). Sozialpsychologie (Kap ). München: Pearson Studium. Fiedler, K. & Bless, H. (2002). Soziale Kognition. In: W. Stroebe, K. Jonas & M. Hewstone (Hrsg), Sozialpsychologie. Eine Einführung (S ). Berlin: Springer. Leyens, J.-P. & Dardenne, B. (1996). Soziale Kognition: Ansätze und Grundbegriffe (Kap. 5.3). In: W. Stroebe, M. Hewstone & G. M. Stephenson (Hrsg.). Sozialpsychologie. Eine Einführung. (S ) Berlin: Springer. Bless, H. & Schwarz, N. (2002). Konzeptgesteuerte. In D. Frey & M. Irle (Hrsg.), Theorien der Sozialpsychologie (Bd. 3, S ). Berlin: Springer.
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Timm Beichelt Kolloquium: Europa-Studien Gläser, Jochen / Laudel, Grit, 3 2009: Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse. Wiesbaden: VS Verlag Wintersemester 2010/11 Sitzung 5 Struktur des Buches
Inhaltsverzeichnis. Vorwort... 13
Inhaltsverzeichnis Vorwort..................................................... 13 1 Selbst Eva Traut-Mattausch, Lars-Eric Petersen, Jenny S. Wesche und Dieter Frey........................................
