Der Personalrat Informiert Inhalt Seite Einleitung 2 Splitter 4 Einladung Personalversammlung 15.09.10 5 Einladung Weiterbildungsveranstaltung Prekäre Arbeitsverhältnisse 6 Herausgegeben vom Personalrat der Universität Lüneburg, V.i.S.d.P. Dorothea Steffen 1
Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen, in den letzten Jahren erhielten Sie ein PR-Info nach der Personalversammlung, in diesem Jahr haben wir uns entschlossen noch vor der Personalversammlung ein PR-Info zu erstellen. Da es inzwischen etwas länger her ist, dass die Einladung zu der Personalversammlung über den Univerteiler verschickt wurde, dachten wir uns, dass dies eine gute Gelegenheit ist noch mal an den Termin zu erinnern. Außerdem wollen wir im Vorfeld auf das Thema der Personalversammlung eingehen. Unser Schwerpunkthema in diesem Jahr ist das Nachhaltigkeitskonzept der Universität in Bezug auf die Beschäftigten. Anlass war der im Dezember erschiene Nachhaltigkeitsbericht der Uni. Die dort aufgenommenen Passagen über die Personalpolitik haben uns auf die Idee gebracht, dieses Thema in der Personalversammlung aufzugreifen. Da unsere Referenten ein kritisches Auge auf dieses Thema werfen werden, wollen wir aber nicht versäumen auf die Sachen hinzuweisen, die aus unserer Sicht bewährt gut laufen oder auch neu geschaffen wurden. Unbedingt zu nennen wäre da die DV Weiterbildung, die uns seit Jahren ein Weiterbildungsprogramm sichert, was durch die Weiterbildungskommission von Kolleginnen und Kollegen mit gestaltet wird. Zusätzlich werden seitens der Personalentwicklung Fortbildungsveranstaltungsreihen für bestimmte Zielgruppen angeboten. Angefangen hat es mit einer Reihe für Vorgesetzte. Fortgesetzt wurde es mit Veranstaltungen für Verwaltungsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für Sekretärinnen. Hieraus hat sich ein offeneres Angebot entwickelt, wo sich auch Kolleginnen und Kollegen zu einzelnen Veranstaltungen anmelden können. Mit der DV zur Arbeitszeit für das nichtwissenschaftliche Personal haben wir Regelungen zur Arbeitszeit, die durch das Ampelsystem und den Verzicht auf Kernzeiten Freiraum für individuelle Lösungen gibt. Die Möglichkeiten zur Telearbeit erweitern diese Flexibilität noch mehr und bieten gerade Kolleginnen und Kollegen die eine weite Anfahrt haben oder familiär stark eingebunden sind wichtige Möglichkeiten Arbeit und ihre persönliche Situation zusammen zubringen. Mit dem Bedienstetensport wird uns ein Programm mit unterschiedlichen Kursen angeboten an dem wir in unserer Arbeitszeit an einer Veranstaltung teilnehmen können. Die Rahmenvereinbarung zur Verwaltungsreform bietet Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Eine Sache, die nicht alle Kolleginnen und Kollegen betrifft, aber eine wichtige Grundstruktur etabliert: der Personalrat hat sich im laufenden Jahr mit dem Präsidium darauf verständigt, dass Institutssekretärinnenstellen nach einer angepassten einheitlichen Arbeitsplatzbeschreibung und Bewertung nur noch als E 6-Stellen ausgeschrieben und die vorhanden Stellen angehoben werden. All diese Sachen, wobei sich die Liste bestimmt noch ergänzen lässt, spielen eine wichtige Rolle, zum einem um den individuellen Lebensentwurf in Einklang mit der Arbeit zu bringen, zum anderen um Sicherheit zu gewährleisten und die Gesundheit zu fördern. 2
Allerdings ist gerade der Punkt Sicherheit der, der auch aus unserer Sicht am meisten im Argen liegt. Für uns ist insbesondere die hohe Anzahl der befristeten Verträge ein Widerspruch zu einem nachhaltigen Umgang mit dem Personal. Wir hatten zwar in diesem Berichtsjahr des Personalrates eine weitaus höhere Zahl von unbefristeten Einstellungen bzw. an Entfristungen von Verträgen. Es waren im Mitbestimmungsbereich des Personalrates in diesem Berichtszeitraum 41, im Berichtszeitraum davor waren es 4. Zu erklären ist dieses dadurch, dass vor circa 2-3 Jahren angefangen wurde, nahezu alle Stellen nur noch befristet zu besetzen. Da die sachgrundlose Befristung nur 2 Jahre möglich ist, stand bei den jeweiligen Verlängerungen die Entscheidung über die Entfristung an. Wir sind froh, dass insbesondere bei den niedrig bewerteten Stellen, viele Entfristungen umgesetzt wurden! Trotz dieser Zahlen ist aber insgesamt eine starke Zunahme von befristeten Verträgen zu verzeichnen. Im nichtwissenschaftlichen Bereich waren 2006 18,41 % der Kolleginnen und Kollegen befristet beschäftigt. Dieser Anteil ist auf 33,96 % zum 1.7.2010 gestiegen. Im wissenschaftlichen Bereich waren es 2006 43,27 % und zum 01.07.2010 ein Anteil von 59,79 %. Die ist in beiden Bereichen aus unserer Sicht eine dramatische Entwicklung. Die hohe Anzahl der prekären Beschäftigungen hat natürlich zu allererst Auswirkungen auf die Betroffenen selber. Es gibt genügend Untersuchungen, die die Belastung dieser Arbeitsverhältnisse zeigen. Es hat aber auch Auswirkungen auf alle Kolleginnen und Kollegen. Beispielsweise bringt es eine größere Fluktuation mit sich, wodurch sich die Arbeitsdichte aufgrund der nötigen Einarbeitungen weiter erhöht. Es führt auch zu einer Spaltung bei den Beschäftigten; es gibt die mit den befristeten Stellen und die mit den unbefristeten. Eine Situation, die bei den wissenschaftlichen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, durch die Nachwuchs- und Qualifizierungsstellen, schon eher bekannt war. Im Verwaltungs- und technischen Bereich ist dieses eine neue Situation. Ganz schlimm wird es, wenn Kolleginnen und Kollegen, die bereits einen Vertrag mit der Uni hatten, andere befristete Stellen nicht erhalten, da sie nicht sachgrundlos befristet werden können. Für uns als Personalrat eine unhaltbare Situation, denn schon im Hinblick auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz darf so etwas nicht zum Ausschluss von Bewerbungen führen. Es kommt dann zu Situationen, dass Stellen ausgeschrieben werden, die eigentlich Kenntnisse in der Struktur der Uni voraussetzen aber Kolleginnen und Kollegen die bereits einen befristeten Vertrag hatten keine Chance haben, die Stellen zu bekommen. Das ist aus unserer Sicht keine nachhaltige Personalpolitik. In der Personalversammlung werden wir diese Themen aufgreifen und sind gespannt welche weiteren Aspekte die Referenten zum Thema Nachhaltigkeit und Beschäftigte einbringen werden. Am 28. September wird es außerdem noch eine Weiterbildungsveranstaltung zu dem Thema Prekäre Beschäftigungen geben. Noch ein Hinweis: Die Personalversammlung findet in diesem Jahr auf dem Campus im Hörsaal 4 statt, nicht im Hörsaal 5, wie in den letzten Jahren. Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung und kritische Diskussion! 3
Splitter Es gibt Bestrebungen ein Jobticket für den HVV einzuführen. Es müssen noch die endgültigen finanziellen Bedingungen geklärt werden. Es ist aber auf einem guten Weg, wobei die endgültige Umsetzung auch von der Anzahl der interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängt. Die Dienstvereinbarung zur Arbeitszeit wird mit leichten Veränderungen neu abgeschlossen. In der alten Fassung war die Anzahl der Gleittage auf 12 Tage im halben Jahr festgeschrieben. Jetzt sind es 24 im ganzen Jahr. Die Anzahl der Tage ist gleich geblieben, die Streckung auf ein ganzes Jahr ist aber wesentlich sinnvoller. Auch solch ein Urteil kann von Wichtigkeit sein: Zeckenbiss auch Dienstunfall Ein Zeckenbiss und die darauf zurückzuführende Borrelioseinfektion können ausnahmsweise als Dienstunfall anerkannt werden. Damit die Anforderungen der gesetzlichen Regelung erfüllt sind, müssen Tag und Ort des Zeckenbisses festgestellt werden können. Außerdem muss die Infektion in Ausübung des Dienstes erfolgt sein. (Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 25.02.2010 2 C 81.08) Der Personalrat hat mit dem Präsidium eine Rahmendienstvereinbarung zur Einführung und Anwendung von EDV-Systemen abgeschlossen. Was diese Dienstvereinbarung beinhaltet und warum der Abschluss ein wichtiger Schritt in Richtung Datenschutz an der Uni ist, werden wir auf der Personalversammlung im Rahmen des Geschäftsberichts des Personalrates erläutern. 4
Einladung zur Personalversammlung Mittwoch 15.9.2010 10:00- ca.12:00 Uhr Campus Scharnhorststraße Hörsaal 4 Begrüßung Grußworte des Präsidenten Dr. Sascha Spoun Schwerpunktthema: Ist das Nachhaltigkeitskonzept der Universität für die Beschäftigten nachhaltig? Dazu haben wir folgende Referenten eingeladen: Dr. Augustin Süßmair, Professor für Unternehmensführung, Strategie und Organisation an der Leuphana Universität Lüneburg: Nachhaltigkeit und der flexible Mensch - ein Widerspruch? Lars Niggemeyer, DGB-Bezirks Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt Abteilung Arbeitsmarkt, Beschäftigung und öffentlicher Dienst Kriterien für eine nachhaltige Beschäftigung im Betrieb Universität Tätigkeitsbericht der Personalräte Tarifrunde 2011 Cristina Rehmert, ver.di Bezirk Hannover Nach dem Niedersächsischen Personalvertretungsgesetz 44 ist die Teilnahme an einer Personalversammlung Arbeitszeit und die Fahrtkosten sind zu erstatten. Von daher verbindet sich mit dieser Einladung die Genehmigung zur Dienstreise. 5
. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Der Personalrat und ver.di laden zusammen zu einer Weiterbildungsveranstaltung ein: Prekäre Arbeitsverhältnisse an der Uni Dienstag 29. September 2010 10:00-12:00 Uhr Campus Gebäude 11 Raum 320 Befristete Arbeitsverhältnisse und Teilzeitverträge sind typische prekäre Arbeitsverhältnisse. In dieser Veranstaltung soll neben einer generellen Erläuterung, zu welchen Problemen diese Arbeitsverhältnisse führen, auch die Möglichkeit geboten werden, sich über rechtliche Grundlagen zu informieren. Referenten sind Lutz Kokemüller, ver.di, und Dorothea Steffen, Personalrat. Um ungefähr abschätzen zu können, wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese Veranstaltung haben wird, melden Sie sich bitte kurz bei Dorothea Steffen an: steffen@uni.leuphana.de Telefon: 677-7723 oder 677-1533 oder direkt über die Weiterbildungs-Internetseiten http://www.leuphana.de/intranet/prozesse/weiterbildung/anmeldeformular.html Wir freuen uns über eine rege Teilnahme! 6