Definition von Behinderung

Ähnliche Dokumente
Vielfalt gestalten - Behindert uns unsere Vorstellung von Behinderung?

Kulturspezifische Behinderungsbilder - ein Überblick. Wiltrud Wystrychowski, Diplom-Psychologin

1. Sonderpädagogik und Behinderung

Brainstorming zu Rassismus Gruppendefinition

LB III.3. Kath. Bildungsstätte St. Bernhard. - Schule für Gesundheits- und Krankenpflege - Gerhard Löffler

Die Teilnehmer_innen nehmen wahr, dass Migration Bestandteil menschlicher Geschichte ist.

Menschen mit Behinderungen in Würzburg

Österreichischer Zivil-Invalidenverband. Herzlich willkommen zum Training. Umgang mit Kunden und Kundinnen mit Behinderungen

Rechtsanwälte Hohage, May & Partner Hamburg, Hannover, München

Parkinson Leben mit der Pechkrankheit

Der Vielfalt gerecht werden Methodensammlung

Gesundheit von Menschen mit Behinderung Die Menschenrechtsperspektive. Vergessene Patienten, Düsseldorf, 17. April 2013 Susanne Schwalen 1

Einführung in die ICF

Macht Eingliederungshilfe süchtig?

Menschen mit Behinderungen in Würzburg

Förderbedarf Abgrenzung pädagogisch - sonderpädagogisch

Rechtliche Grundlagen Ablaufschema Zusammenfassung

Menschen mit Behinderungen 2005

Stellungnahme des GKV-Spitzenverbandes vom

Das BTHG - Auswirkungen für Nutzer*innen an der Schnittstelle Wohnungsnotfall- und der Eingliederungshilfe

Wichtige Sozialleistungen praktische Hinweise und Durchsetzung Herzlich Willkommen

Rollenspiele Liebe verdient Respekt

Krankheitsbilder und Behinderungen Geistige Behinderung

Rechtsanwälte Hohage, May & Partner Hamburg, Hannover, München

Der Lüner Dialog. Auf dem Weg zur Inklusion in Lünen. - Inpulsreferat Roland Borosch, MAIS NRW -

Vgl. Dau / Düwell / Joussen, Sozialgesetzbuch IX (2014), 2 Rn. 2.

Einführung in die ICF

Einführung in die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit

Trägerdialog am Vorstellung des Inklusionskonzeptes des Jobcenters EN

Rechtsanwälte Hohage, May & Partner Hamburg, Hannover, München

Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Statistikstelle STATISTIK AKTUELL SCHWERBEHINDERTEN- STATISTIK 2015

STATISTIK AKTUELL SCHWERBEHINDERTEN- STATISTIK 2013

Bearbeitung des Lesetextes: Auswirkungen des Fluglärms auf die Gesundheit der Menschen. Aufgaben zum Leseverstehen

Exkursion mit Rollstuhl

Gerhard Schriegel Mitglied der erweiterten Schulleitung mit dem Aufgabenschwerpunkt Inklusion Edith-Stein

Das Spannungsfeld von Pflege und Behinderung auf dem Weg zu einem Gesamtkonzept?

Inklusion für alle! Wie könnte eine gemeinsame Position für den Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.v. aussehen? Hannover,

Methodisch-Didaktischer Kommentar

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Ich bin einzigartig. Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.

Zentrum Bayern Familie und Soziales

Anmerkungen zum Begriff Funktionale Gesundheit

Vorwort Der Vater ín der Erziehung Menschsein als Mann, Frau und Fragen zum Thema Die alleinerziehende Mutter Fragen zum Thema

Die Planung von Hilfen in der Kinder- und Jugendhilfe & in der Behindertenhilfe im Vergleich. Prof. Dr. Albrecht Rohrmann

Vorstellung der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach 35a SGB VIII

Online-Schulung Besonderheiten der Zielgruppe MmgB. Gefördert durch die KfW Stiftung

Forschungs- & Fortbildungprojekt. theoretisch fundierte und praktisch erprobte Fortbildung: Inklusive Ferien- und Freizeitangebote

Was ist Gesundheit? Teil 1a: Theorien von

Weiterbildungsreihe: Förderung von Menschen mit hochfunktionalem Autismus/Asperger Syndrom auf der Basis des TEACCH -Ansatzes

Menschen mit Behinderung in Konstanz 2012

Beeinträchtigung, Aktivität und Teilhabe F 2 Bogen B

Gesundheitsbezogene Assistenzleistungen für Menschen mit geistiger Behinderung oder chronischer seelischer Erkrankung im Lichte von ICF und UN-BRK

DIE ICF UND IHRE IMPLEMENTIERUNG IM BEREICH ARBEIT

Präsentation. Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen zum

Option 1. Dauerhafte Fortführung des bisherigen Rechts

auf Ihren am eingegangenen Antrag ergeht nach 69 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) folgender B E S C H E I D :

Integration eines Kindes mit einer Schwerhörigkeit in einer Grundschule - Anspruch und Wirklichkeit

Leseprobe zu wenn Kinder unruhig sind

Änderungen im Schwerbehindertenrecht neue Einstufungskriterien beim GdB für Hämophiliepatienten

Der Schwerbehindertenausweis

2. Schwerbehinderte Menschen im Sinne des Schwerbehindertenrechts

Ausbilder- und Prüfertag der IHK München/Oberbayern. Forum 4 Nachteilsausgleich in IHK-Prüfungen

Fachbereich Eingliederungshilfe Stand: Frühe Hilfen für behinderte Kinder und Jugendliche Stadtstraße Freiburg

8. Behinderung LGA. 8.1 Schwerbehinderte. 8.2 Behinderung und Pflege

Integrationsfachdienst

Vielfalt gehört dazu Demografische Entwicklung, Inklusion und Diversität: Herausforderungen für die Selbsthilfe

Begutachtungs-Richtlinie Vorsorge und Rehabilitation Leistungen zur medizinischen Rehabilitation für Menschen mit Amputationen

Gesundheit & Krankheit Wechsel Wirkung Perspektiven. Lotta e.v.

Inklusion Die Folgen für die Heilmittelverordnung im Elementarbereich

RAin Anja Bollmann. Rechtsanwältin Anja Bollmann Hauptstraße Bergisch Gladbach /

Lassen sich Lebensqualität und Behinderung überhaupt miteinander vereinbaren?

Den Begriff Geistige Behinderung abschaffen. Er diskriminiert. Eine Initiative der Kathi-Lampert-Schule Götzis, 3. März 2014

Leitfaden für Nachteilsausgleichsregelungen beim Studium von behinderten und chronisch kranken Studierenden

Schwierigkeiten am Arbeitsplatz: Was tun! Prävention nach dem SGB IX. Andrea Schuller Integrationsamt Bremen Versorgungsamt - Integrationsamt -

Schizophrenie. Künstlerisches Selbstporträt einer Person mit Schizophrenie, wie er die Welt empfindet

Fragen und Antworten zum Thema Schwerbehinderung

Hilfen für Familien mit Diabetes in schwierigen Situationen

Bundesteilhabegesetz Ein Überblick - Positive & negative Aspekte - Autorinnen: Julia Martini und Sonja Steinbach

Herzlich Willkommen zum 11. Alsdorfer Fachtag

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Urteile und Vorurteile. Das komplette Material finden Sie hier:

1. Programmatik 2. Theoretische Zugänge 3. Forschungsebene 4. Praxisebene

Gesundheitliche Versorgungssituation von Menschen mit Behinderung im Licht der UN-Behindertenrechtskonvention aus ärztlicher Sicht.

Eingliederungshilfe wie geht s wenn s nicht geht. Ernst-Christoph Römer Vorstandsvorsitzender ev. Stadtmission Halle e.v.

Reisevorbereitungen... 13

Wege in die berufliche Rehabilitation. Dr. Kerstin Brandt Berufsförderungswerk Berlin- Brandenburg e. V.

Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Bernkastel-Wittlich

P1 Grundlagen der Pathologie. Inhalt. Gesundheit und Krankheit. Terminologie. Krankheitsursachen. Krankheitsverlauf. Ausgang und Folgen der Krankheit

Forderung der Behindertenrechtskonvention Exklusion Separation Integration oder INKLUSION?

Teilhabe als Brücke zwischen Gesundheit und Behinderung

Transkript:

Definition von Die Teilnehmenden erarbeiten selbst Definitionen von und lernen Definitionen von Gruppen und Institutionen kennen. Ziele Die Teilnehmer_innen denken darüber nach, was sie selbst unter verstehen. Die Teilnehmer_innen lernen verschiedene offizielle Definitionen und Aspekte von kennen. Die Teilnehmer_innen beschäftigen sich mit dem Gedanken, dass nicht Menschen behindert sind, sondern die Gesellschaft sie behindert. Rahmenbedingungen Zeit Gruppengröße Material Raum 30 Minuten 10 30 TN Flipchart-Papier, Flipchart-Stifte, 1 Blatt mit dem Satzanfang ist pro Kleingruppe, 1 Arbeitsblatt pro Person ein großer Raum, in den alle TN passen, mehrere kleine Räume oder Nischen für die Kleingruppen Ablauf der Übung Bilden Sie mehrere Kleingruppen mit 3 5 Teilnehmer_innen. Geben Sie jeder Kleingruppe ein Flipchart-Papier, Stifte und ein Blatt mit dem Satzanfang

ist. Geben Sie den Gruppen den Arbeitsauftrag, diesen Satz so zu ergänzen, dass eine Definition von entsteht. Geben Sie ihnen dafür 10 Minuten Zeit. Während der Kleingruppen-Zeit lauschen Sie in jede Kleingruppe hinein, um herauszufinden, ob die Aufgabe bewältigt wird. Geben Sie ggf. Unterstützung. Wieder im Plenum stellen die Kleingruppen ihre jeweiligen Definitionen vor. Arbeiten Sie heraus, was ganz leicht und klar war und an welchen Stellen es Uneinigkeit gab bzw. es längerer Überlegungen brauchte. Vergleichen Sie die Definitionen im Hinblick auf den Aspekt, was alle Kleingruppen gemeinsam haben und was die jeweiligen Kleingruppen für inhaltliche Schwerpunkte gesetzt haben. Betonen Sie, dass es nicht die eine richtige Definition von gibt und dass alle Definitionen deshalb richtig sind. Verteilen Sie nun das Arbeitsblatt mit den mitgebrachten Definitionen und lesen Sie laut die Definitionen vor (alternativ können die Teilnehmer_innen sie im Wechsel vorlesen). Nach jeder Definition fragen Sie, welcher Aspekt in dieser Definition neu ist. Auswertung Fragen Sie, ob es Aspekte gibt, die in allen Definitionen vorkommen. Oder ob es Definitionen gibt, die sich grundlegend von anderen unterscheiden. Arbeiten Sie heraus, dass es aufgrund der unterschiedlichen Definitionen sehr schwer ist, klar zu sagen, wer behindert ist und wer nicht behindert ist. Entscheidend ist auch die Erarbeitung der verschiedenen Betrachtungsweisen: Manche gehen davon aus, ein Mensch sei behindert. Manche gehen davon aus, dass die Gesellschaft behindert. Quelle

Material-Anhang: Satzanfang zum Ausdrucken für Kleingruppen ist

Material-Anhang: Arbeitsblatt für Gruppen, die einfache Definitionen verstehen was ist das? (einfach gesagt) ist ein dauerhafter gesundheitlicher Schaden. (Weltgesundheitsorganisation WHO) ist die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben der Gesellschaft, weil Körper, Geist oder Seele mehr als 6 Monate anders ist als bei anderen Menschen. (Sozialgesetzbuch) ist eine dauerhafte und starke Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe. (Wikipedia) ist eine Beeinträchtigung im Lernen, im sozialen Verhalten, in der Sprache, in der Psyche oder des Körpers und deshalb eine Beeinträchtigung der Teilnahme am Leben in der Gesellschaft. (Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates) Behindert ist, wer behindert wird. (Caritas Österreich)

Material-Anhang: Arbeitsblatt für Gruppen, die schwierige Definitionen verstehen - was ist das? Aufgrund einer Erkrankung, angeborenen Schädigung oder eines Unfalls als Ursache entsteht ein dauerhafter gesundheitlicher Schaden. Der Schaden führt zu einer funktionalen Beeinträchtigung der Fähigkeiten und Aktivitäten des Betroffenen. Die soziale Beeinträchtigung ist Folge des Schadens und äußert sich in persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Konsequenzen. (Weltgesundheitsorganisation (WHO)) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben der Gesellschaft beeinträchtigt ist. (Sozialgesetzbuch ( 2 Absatz 1 Sozialgesetzbuch IX)) bezeichnet eine dauerhafte und gravierende Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe beziehungsweise Teilnahme einer Person, verursacht durch das Zusammenspiel ungünstiger Umweltfaktoren (Barrieren) und solcher Eigenschaften der behinderten Person, die die Überwindung der Barrieren erschweren oder unmöglich machen. Behindernd wirken in der Umwelt des behinderten Menschen sowohl Alltagsgegenstände und

Einrichtungen (physikalische Faktoren) als auch die Einstellung anderer Menschen (soziale Faktoren). (Wikipedia) Es sind alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene behindert, die in ihrem Lernen, im sozialen Verhalten, in der sprachlichen Kommunikation oder in den psychomotorischen Fähigkeiten so weit beeinträchtigt sind, dass ihre Teilnahme am Leben in der Gesellschaft wesentlich erschwert ist. Deshalb bedürfen sie besonderer pädagogischer Förderung. en können ihren Ausgang nehmen von Beeinträchtigungen des Sehens, des Hörens, der Sprache, der Stützund Bewegungsfunktionen, der Intelligenz, der Emotionalität, des äußeren Erscheinungsbildes sowie von bestimmten chronischen Krankheiten. (Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates) Behindert ist, wer behindert wird. (Caritas Österreich)