Formelsammlung GET 2

Ähnliche Dokumente
1 Allgemeine Grundlagen

SI-EINHEITEN UND IHRE DEZIMALEN VIELFACHEN UND TEILE

GRUNDLAGEN DER WECHSELSTROMTECHNIK

Wechselstromwiderstände (Impedanzen) Parallel- und Reihenschaltungen. RGes = R1 + R2 LGes = L1 + L2

Kapitel 6: Grundlagen der Wechselstromtechnik

Carmen Weber DM4EAX. DARC AJW Referat

Grundlagen der Elektrotechnik

FH Giessen-Friedberg StudiumPlus Dipl.-Ing. (FH) M. Beuler Grundlagen der Elektrotechnik Wechselstromtechnik

O. Sternal, V. Hankele. 4. Magnetismus

Elektrotechnik II Formelsammlung

2. Parallel- und Reihenschaltung. Resonanz

Formelsammlung GET1. Dr. Oliver Haas. 9. Februar Ladung, Stromstärke Driftgeschwindigkeit Ladung, Stromstärke...

Physik: Größen und Einheiten

ist Beobachten, Messen und Auswerten von Naturerscheinungen und Naturgesetzen Physikalische Größen und Einheiten

Physik-Department. Ferienkurs zur Experimentalphysik 2 - Musterlösung

Induktion. Bewegte Leiter

/U Wie groß ist den beiden unter 6. genannten Fällen der von der Spannungsquelle U 1 gelieferte Strom? als Formel. 1 + jωc = R 2.

1 Elektrostatik TUM EM-Tutorübung SS 10. Formelsammlung EM SS Fabian Steiner, Paskal Kiefer

1 Elektrostatik Elektrische Feldstärke E Potential, potentielle Energie Kondensator... 4

Experimentalphysik 2

Maßeinheiten der Elektrizität und des Magnetismus

Elektrizitätslehre und Magnetismus

Kleine Formelsammlung für IuK

Übungsblatt 8. = d(i 0 I) Nach Integration beider Seiten und beachtung der Anfangswerte t = 0, I = 0 erhält man:

Technische Universität München Lehrstuhl für Technische Elektrophysik. Tutorübungen zu Elektromagnetische Feldtheorie. (Prof.

Vorkurs Physik des MINT-Kollegs

Lehr- und Übungsbuch Elektrotechnik

Ferienkurs - Experimentalphysik 2 - Übungsblatt - Lösungen

Elektrotechnik: Zusatzaufgaben

Musterlösung zur. Klausur Grundlagen der Elektrotechnik I im SoSe 18. Aufgabe 1. Die Lösungen zu Aufgabe 1 folgen zum Ende des Dokuments.

A. Rechenregeln für Zeiger

3.7 Gesetz von Biot-Savart und Ampèresches Gesetz [P]

1 = z = y + e. Nabla ist ein Vektor, der als Komponenten keine Zahlen sondern Differentiationsbefehle

1.2) Bestimmen Sie die Leistung, welche in Abhängigkeit der Frequenz ω am Widerstand abfällt und stellen Sie diesen Zusammenhang graphisch dar.

Elektrotechnik I Formelsammlung

PS II - Verständnistest

Experimentalphysik II Zeitlich veränderliche Felder und Wechselstrom

Vs = 1, Am B = A = H L Θ L. l L. Zeichen Bedeutung Einheit

Elektrizitätslehre und Magnetismus

Elektrotechnik für Ingenieure 2

Übungsblatt 06 Grundkurs IIIb für Physiker

M. 59 Perle auf rotierendem Draht (F 2018)

Inhaltsverzeichnis EINLEITUNG... 1 GRUNDBEGRIFFE... 5 GRUNDGESETZE LINEARE ZWEIPOLE... 27

Formelsammlung. Physik. [F] = kg m s 2 = N (Newton) v = ṡ = ds dt. [v] = m/s. a = v = s = d2 s dt 2 [s] = m/s 2. v = a t.

Inhalt. Kapitel 4: Magnetisches Feld

rtllh Grundlagen der Elektrotechnik Gert Hagmann AULA-Verlag

Das stationäre Magnetfeld Grundlagen der Elektrotechnik Kapitel 1 Kapitel 5 Das stationäre Magnetfeld

Aufgabe Summe max. P Punkte

Musterlösung Grundlagen der Elektrotechnik B

Physik-Department. Ferienkurs zur Experimentalphysik

Das Magnetfeld in der Umgebung eines sehr dünnen langen Leiters. ds H ds H ds H 2 r

Elektrische Ladung, elektrostatisches Feld

Technische Universität Kaiserslautern Lehrstuhl Entwurf Mikroelektronischer Systeme Prof. Dr.-Ing. N. Wehn. Probeklausur

Elektromagnetisches Feld.... quellenfreies Vektorfeld der Feldstärke H

Institut für Elektrotechnik Übungen zu Elektrotechnik I Version 3.0, 02/2002 Laborunterlagen

Experimentalphysik 2. Lösung Aufgabenblatt 3

(1,y,0) e y dy + z 2. d) E muß rotationsfrei sein, also konservatives Feld

BERUFSAKADEMIE S T U T T G A R T University of Cooperative Education. Höhere Mathematik II. Übungen. Komplexe Zahlen. i e π + 1=

Übungen zu Experimentalphysik 2

Ladungsfluss durch geschlossene Fläche = zeitliche Änderung der Ladung im Volumen 4.2 Elektrischer Widerstand

Q 1. d 2 e x. welche den Zusammenhang zwischen Stromdichte und Ladungsdichte beschreibt. Da die Stromdichte hier nur eine x-komponente besitzt, gilt

Strom durch Bewegung

15.Magnetostatik, 16. Induktionsgesetz

VIII.1.4 Magnetisches Feld induziert durch einfache Ladungsströme

Elektrotechnik: Zusatzaufgaben

Zusammenfassung EPII. Elektromagnetismus

Diplomvorprüfung WS 2009/10 Grundlagen der Elektrotechnik Dauer: 90 Minuten

Experimentalphysik II Elektromagnetische Schwingungen und Wellen

Klausur Grundlagen der Elektrotechnik

Der Verlauf der magnetischen Kraftwirkung um einen Magneten wird mit Hilfe von magnetischen Feldlinien beschrieben.

Grundlagen. der. Elektrotechnik

Elektrizitätslehre und Magnetismus

i 2 (t) = 400 V 100 V = 4 f = 50 Hz A Fe 1. Wie groß müssen unter der Voraussetzung sinusförmiger Spannungen die ober- und unterspannungsseitigen

Magnetisches Induktionsgesetz

Klassische Elektrodynamik

Reihenschwingkreis. In diesem Versuch soll das Verhalten von ohmschen, kapazitiven und induktiven Widerständen im Wechselstromkreis untersucht werden.

Grundlagen der Elektrotechnik für Maschinenbauer

Grundlagen der Elektrotechnik I

Mathematische Formeln

Reihen- und Parallelschaltung von Kondensatoren

NTB Druckdatum: ELA II. Zeitlicher Verlauf Wechselgrösse: Augenblickswert ändert sich periodisch und der zeitliche Mittelwert ist Null.

Krummlinige Koordinaten

6.4.4 Elihu-Thomson ****** 1 Motivation

Lösung der Problemstellung 1

Integralrechnung für GLET

Uebungsserie 1.1 Harmonische Signale und Ihre Darstellung

Uebungsserie 1.3 RLC-Netzwerke und komplexe Leistung

Klausur zur Vorlesung Experimentalphysik II (SS 2018)

20. Vorlesung EP. III Elektrizität und Magnetismus. 19. Magnetische Felder Fortsetzung: Materie im Magnetfeld 20. Induktion 21.

Energie eines bewegten Körpers (kinetische Energie) Energie eines rotierenden Körpers. Energie im elektrischen Feld eines Kondensators

Grundlagen der Elektrotechnik

Elektrizitätslehre und Magnetismus

Inhalt Leistungsanpassung Die Ersatzspannungsquelle...65

Allgemeine Elektrotechnik

Physik-Department. Ferienkurs zur Experimentalphysik 2 - Musterlösung

Transkript:

Formelsammlung GET Dr. Oliver Haas. September 06 Inhaltsverzeichnis Formelzeichen und Einheiten 3 Zehnerpotenzen und Vorsatzzeichen 3 3 Magnetisches Feld 4 3. Permeabilität................................... 4 3. Kraft auf Strom durchflossene Leiter...................... 4 3.3 Lorentz-Kraft................................... 4 3.4 Das Gesetz von Biot-Savart........................... 4 3.5 Magnetische Flussdichte............................. 5 3.6 Magnetische Feldstärke, Durchflutung..................... 5 3.7 Magnetischer Fluss................................ 6 3.8 Magnetischer Kreis................................ 6 3.9 Induktivität................................... 6 3.0 Wicklungssinn, Stromfluss und magnetische Kopplung............ 7 3. Magnetische Energie............................... 7 3. Induktionsgesetz................................. 7 4 Maxwellsche Gleichungen 8 5 Wechselstromrechnung 8 5. Zeitabhängige Funktionen............................ 8 5. Methode der komplexen Amplituden...................... 9 5.3 Kirchhoffsche Gesetze für komplexe Ströme und Spannungen........ 9 5.4 Ohmsches Gesetz im Wechselstromkreis.................... 9 5.5 Reihen- und Parallelschaltung.......................... 0 5.6 Impedanz, Admittanz von Widerstand, Kondensator und Spule....... 0 5.7 Resonanzfrequenzen............................... 0 5.8 Grenzfrequenz.................................. 5.9 Leistungen im Wechselstromkreis........................ 5.0 Ortskurven....................................

Formelsammlung II A Mathematische Ergänzungen 3 A. Rechenregeln für komplexe Rechnungen.................... 3 A. Sinus- und Cosinus-Funktionen......................... 3 A.3 Alternative Winkel-Berechnung......................... 4 A.4 Kreuzprodukt.................................. 5 B Linien- und Flächenelemente 6 B. Linienelemente.................................. 6 B. Flächenelemente................................. 6. September 06 Seite von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II Formelzeichen und Einheiten Größe Formelzeichen Einheitenname Einheitenkürzel Basis-Größen des SI-Systems Länge l Meter m Masse m Kilogramm kg Zeit t Sekunde s Stromstärke I, i Ampere A Temperatur T Kelvin K Abgeleitete Größen Kraft F Newton N bzw. VAs m Leistung P Watt W bzw. VA Arbeit, Energie W Joule J bzw. Ws el. Ladung Q Coulomb C bzw. As el. Spannung U, u Volt V el. Widerstand R Ohm Ω bzw. V A el. Leitwert G Siemens S bzw. A V Kapazität C Farad F bzw. As V Magn. Fluss Φ Weber Wb bzw. Vs Magn. Flussdichte B Tesla T bzw. Vs m Induktivität L Henry H bzw. Vs A Zehnerpotenzen und Vorsatzzeichen Zehnerpotenz Name Vorsatzzeichen 0 4 Yotta Y 0 Zetta Z 0 8 Exa E 0 5 Peta P 0 Tera T 0 9 Giga G 0 6 Mega M 0 3 Kilo k 0 Hekto h 0 Deka da Zehnerpotenz Name Vorsatzzeichen 0 Dezi d 0 Centi c 0 3 Milli m 0 6 Mikro µ 0 9 Nano n 0 Piko p 0 5 Femto f 0 8 Atto a 0 Zepto z 0 4 Yocto y. September 06 Seite 3 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II 3 Magnetisches Feld 3. Permeabilität 7 Vs µ = µ 0 µ r, µ 0 = 4π 0 Am µ 0 : magnetische Feldkonstante, µ r : relative Permeabilität. () 3. Kraft auf Strom durchflossene Leiter Für die Kraft zwischen zwei mit Strom durchflossenen Leitern gilt F = µ I I l πϱ, vektoriell über magnetische Flussdichte Fj,k = I j l B(Ik ) () F j,k : Kraftwirkung auf Leiter j, die vom Magnetfeld des Leiters k ausgeübt wird. Vorzeichen der vektoriellen Länge l hängt von der Stromrichtung in Leiter j ab und die Richtung von B wird durch die Stromrichtung in Leiter k vorgegeben. 3.3 Lorentz-Kraft Für die Kraft auf eine Ladung Q, die sich mit der Geschwindigkeit v durch ein Magnetfeld bewegt, gilt F m = Q ( v B). (3) 3.4 Das Gesetz von Biot-Savart Die Grundgleichung des Gesetzes von Biot-Savart lautet: magnetische Feldstärke H = I d s r 0 4π L r H = I 4π L d s r r 3 magnetische Flussdichte B = µ I 4π B = µ I 4π L L d s r 0 r (4) d s r r 3 (5) wobei der Abstandsvektor r definiert wird durch r = R R, mit R: Ortsvektor, der auf den Aufpunkt zeigt (Am Aufpunkt wird H bzw. B ermittelt) R : Ortsvektor des Quellpunktes (Position des Linienelements während der Integration) d s: vektoriellem Linienelement in Richtung des Stromes I. September 06 Seite 4 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II 3.5 Magnetische Flussdichte Feldbeschreibung der magnetischen Flussdichte in Zylinder-Koordinaten(ϱ, ϕ, z) Magnetfeld bildet konzentrischen Kreis um den Leiter mit Radius ϱ. Die magnetische Flussdichte B zeigt je nach Stromrichtung in bzw. gegen die Richtung des Einheitsvektors e ϕ B = ±B ϕ e ϕ = ± µi πϱ e ϕ. (6) Feldbeschreibung der magnetischen Flussdichte in kartesischen Koordinaten B(x, y) = ± µi π (y y 0 ) e x + (x x 0 ) e y (x x 0 ) + (y y 0 ) (7) (x 0 ; y 0 ): Leitermittelpunkt, (x; y): Ort an dem das Feld berechnet wird. Wahl des Vorzeichens erfolgt abhängig von der Stromrichtung: : + : Überlagerung magnetischer Felder durch vektorielle Addition B ges = B + B +... + B n. (8) 3.6 Magnetische Feldstärke, Durchflutung Materialgleichung B = µ H, (9) Magnetische Feldstärke eines geraden, zylinderförmigen, mit Strom durchflossenen Leiters (idealisiert) außerhalb: H a (ϱ) = I πϱ innerhalb: H i (ϱ) = Iϱ πr (0) ϱ: Radius der Feldlinie, r: Radius des Leiterquerschnitts, I: Stromstärke. Durchflutungssatz L H d s = A J d A = Θ. () Elektrische Durchflutung N N Windungen: Θ = N I allg. für N Leiter: Θ = I k. (). September 06 Seite 5 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas k=

Formelsammlung II 3.7 Magnetischer Fluss Φ = A B d A, Quellenfreiheit: A B d A = 0, (3) Φ: magn. Fluss, B: magnetische Flussdichte, d A: Vektorielles Flächenelement. 3.8 Magnetischer Kreis Unter der Voraussetzung, dass das magn. Feld abschnittsweise konstant und homogen ist, gelten die folgenden Beziehungen Magn. Fluss el. Durchflutung magn. Spannung Φ = B A, Θ = H k l m,k k V m = H l m (4) Magn. Widerstand magn. Leitwert R m = l m µa, Λ = µa Λ = l m R m (5) l m : Feldlinienlänge, µ: Permeabilität, A: Fläche. Ohmsches Gesetz des magnetischen Kreises (Hopkinsches Gesetz) V m = Φ R m, Φ = V m Λ. (6) V m : Magn. Spannung, Φ: magn. Fluss, R m : magn. Widerstand. R m R m R I R I N I 3 R m3 I 3 N I U 0 R 3 U 0 ESB eines magn. Kreises mit Verzweigung Äquivalentes elektrisches Netzwerk 3.9 Induktivität Für zwei Wicklungen i und j gilt Allgemein Eigeninduktivität Gegeninduktivität N i Φ i,j = ±L i,j I j i = j: L i,i = L i, i j: L i,j = L j,i = M. (7) Magn. Fluss durch Wicklung i, i j Φ i = Φ i,i ± Φ i,j Φ i,i : eigener Anteil von i Φ i,j : Anteil von j in i (8) N: Windungszahl, Φ: magn. Fluss, I: Stromstärke, +: positive Kopplung, : negative Kopplung.. September 06 Seite 6 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II 3.0 Wicklungssinn, Stromfluss und magnetische Kopplung Wicklungssinn und Stromflussrichtung bestimmen die magnetische Kopplung. I I I I I I Gegensinnige Wicklungen L N N L Negative magnetische Kopplung L N N L N N M I M I I I I I N N a b Zusammenhang zwischen Wicklungssinn, Stromflussrichtung, magnetischer Kopplung und Darstellung im elektrischen Ersatzschaltbild. Die Richtungen der magnetischen Teilflüsse bestimmen die magnetische Kopplung. Bsp. (a) ist negativ, (b) positiv magnetisch gekoppelt. 3. Magnetische Energie Allgemein wird die magnetische Energie berechnet über w m = Be 0 H d B und W m = V 0 Gleichsinnige Wicklungen Positive magnetische Kopplung w m dv. (9) wobei w m die magnetische Energiedichte und W m die magnetische Energie ist. Für den Fall eines homogenen Feldes im betrachteten Volumen V und µ = konst. gilt auch w m = µ B e, w m = µ H e, w m = H e B e, W m = V w m. (0) Energie für eine einfache Spule mit konstanter Eigeninduktivität L W m = L I, W m = NΦ I. () N: Windungszahl, Φ: magn. Fluss, I: Stromstärke. 3. Induktionsgesetz Lenzsche Regel: Die Induktionswirkung ist ihrer Ursache entgegengerichtet. u(t) = N dφ dt. () u: induzierte el. Spannung, N: Windungszahl, Φ: magn. Fluss.. September 06 Seite 7 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II 4 Maxwellsche Gleichungen Erste Maxwellsche Gleichung: Ampère-Maxwellsches Durchflutungsgesetz rot H = J + D ( t L, H d s = J ) D + da A t. (3) Zweite Maxwellsche Gleichung: Faradaysches Induktionsgesetz rot E = B t L, B E d s = A t d A. (4) Dritte Maxwellsche Gleichung: Gaußsches magnetisches Gesetz div B = 0, B da = 0. (5) A Vierte Maxwellsche Gleichung: Gaußsches elektrisches Gesetz div D = ρ, D da = ρ dv = Q. (6) A J: Stromdichte, D: elektrische Flussdichte, E: elektr. Feldstärke, ρ: Raumladungsdichte. V 5 Wechselstromrechnung 5. Zeitabhängige Funktionen Periodische Funktionen sind allgemein definiert durch f(t) = f(t + k T ), mit der Periodendauer T und k Z. (7) Definition der Kreisfrequenz ω bei sinusförmigen Funktionen ω = π T, ω = πf, f = T. (8) Beispiel: allgemeine Beschreibung einer Sinusfunktion mit Amplitude â, Kreisfrequenz ω und Nullphasenwinkel ϕ 0 a(t) = â sin(ωt + ϕ 0 ). (9) Mittelwertbildung bei periodischen Funktionen Integration über die Zeit t: Arithmetischer Mittelwert Gleichrichtwert Effektivwert f = T f(t) dt f = T f(t) dt F = T t=0 T t=0 T Integration über den Winkel ωt (Substitution t ωt) f = π f(ωt)dωt f = π f(ωt) dωt F = π ωt=0 π ωt=0 T t=0 f (t) dt (30) π f π (ωt)dωt (3) ωt=0. September 06 Seite 8 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II 5. Methode der komplexen Amplituden Methode zur Transformation sinusförmiger Funktionen in den komplexen Frequenzbereich.. Transformation vom reellen Zeitbereich in den komplexen Zeitbereich durch die Abbildungsvorschrift a(t) = â cos(ωt + ϕ a ) a(t) = â e j(ωt+ϕa),. Transformation vom komplexen Zeitbereich in den komplexen, zeitunabhängigen Frequenzbereich durch Multiplikation mit e j ωt a(t) = â e j(ωt+ϕa) â = â e j(ϕa), 3. Berechnung des Netzwerks mit komplexen Größen unter Verwendung der komplexen Amplituden, 4. Rücktransformation vom komplexen, zeitunabhängigen Frequenzbereich in den komplexen Zeitbereich durch Multiplikation mit e j ωt ˆb = ˆb e j(ϕ b ) ˆb(t) = ˆb e j(ωt+ϕ b), 5. Rücktransformation vom komplexen, zeitabhängigen Frequenzbereich in den reellen Zeitbereich durch die Abbildungsvorschrift b(t) = ˆb e j(ωt+ϕ b) b(t) = R{b(t)} = ˆb cos(ωt + ϕ b ). Alternativ werden bei der Berechnung in Schritt 3 statt der komplexen Amplituden auch die komplexen Effektivwerte verwendet: A = â/. 5.3 Kirchhoffsche Gesetze für komplexe Ströme und Spannungen Die Summe aller Ströme in einem einzelnen Knoten ist 0: Die Summe aller Spannungen entlang eines geschlossenen Umlaufs ist 0: n î k = 0, k= bzw. n I k = 0. (3) k= n û k = 0, k= bzw. n U k = 0. (33) k= 5.4 Ohmsches Gesetz im Wechselstromkreis Analog zum Gleichstromkreis gilt Z = u i = û î = û e jϕu î e jϕ I = û î e j(ϕ U ϕ I ) ϕ Z = ϕ U ϕ I (34) mit der komplexen Impedanz Z und ihrem Kehrwert, der komplexen Admittanz Y. Gleiches gilt für die komplexen Effektivwerte Z = U I = U e jϕ U I e jϕ I = U I e j(ϕ U ϕ I ). (35). September 06 Seite 9 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II 5.5 Reihen- und Parallelschaltung Reihenschaltung komplexer Impedanzen und Admittanzen Z = k Z k, Y = k Y k. (36) Parallelschaltung komplexer Impedanzen und Admittanzen Y = k Y k, Z = k Z k. (37) 5.6 Impedanz, Admittanz von Widerstand, Kondensator und Spule Ohmscher Widerstand Kondensator, Kapazität Spule, Induktivität u R = R i R u C = j ωc i C, i C = C d dt u C u L = j ωl i L, u L = L d dt i L Z R = R R + j X R = R Z C = R C + j X C = j ωc R R = R R C = 0 R L = 0 X R = 0 X C = ωc Z L = R L + j X L = j ωl X L = ωl Y R = G R + j B R = G Y C = G C + j B C = j ωc Y L = G L + j B L = j ωl G R = G G C = 0 G L = 0 B R = 0 B C = ωc B L = ωl R = X C = X L = G B C B L 5.7 Resonanzfrequenzen 5.7. Phasenresonanz Bei Phasenresonanz verschwindet der Imaginärteil einer komplexen Funktion (hier am Beispiel der Impedanz Z), d. h. es gilt I{Z(ω 0 )} = 0 sowie ϕ Z (ω 0 ) = 0. (38). September 06 Seite 0 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II 5.7. Betragsresonanz Bei der Betrags- oder Amplitudenresonanz nimmt der Betrag einer komplexen Funktion (hier am Beispiel der Impedanz Z) einen Extremwert (Minimum oder Maximum) an, d. h. es gilt 5.8 Grenzfrequenz dz(ω) dω = 0. (39) ω=ω0 Die Grenzfrequenz f g oder Grenzkreisfrequenz ω g tritt auf, wenn für die Beträge einer komplexen Funktion gilt Funktionswert bei ω g Maximum der Fkt. = bzw. Funktionswert bei ω g Minimum der Fkt. =. (40) Ist der Extremwert rein reell oder rein imaginär gilt außerdem (Bsp.: beim Reihenresonanzkreis ist Z min = R) R{Z(ω g )} = I{Z(ω g )}, ϕ(ω g ) = arctan(±) = ± π 4. (4) 5.9 Leistungen im Wechselstromkreis Kompl. Scheinleistung: S = U I = P + j Q S = I Z, S = U Y (4) Wirkleistung: P = U I cos(ϕ) P = R{S} = S cos(ϕ) (43) Blindleistung: Q = U I sin(ϕ) Q = I{S} = S sin(ϕ) (44) Einheiten: [S] = VA, [P ] = W, [Q] = VAr. Wichtig: Die Leistung der Quellen ist negativ: S q = U 0 I 0. 5.0 Ortskurven Ortskurve = Darstellung der Abhängigkeit einer Funktion von einem Parameter in der komplexen Ebene. Die Ortskurve wird beschrieben durch einen komplexen Zeiger, der vom Ursprung auf einen Punkt in der komplexen Ebene zeigt. Durch Variation der abhängigen Größe beschreibt dieser Zeiger eine Kurve in der komplexen Ebene. Beispiele (a) Die Impedanz eines Reihenschwingkreises abhängig von der Kreisfrequenz ω: ( Z(ω) = R + j ωl ), 0 ω <. ωc. September 06 Seite von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II (b) Die Impedanz eines Reihenschwingkreises abhängig von der Induktivität L: ( Z(L) = R + j ω L ), 0 L L 0. ω C j Im Z ( ) Z j Im Z ( L) L=L 0 Z 0 R = 0 Re 0 R L L=0 Re =0 Ortskurve zu Beispiel a Ortskurve zu Beispiel b Ortskurven-Inversion Regeln für die Inversion am Beispiel der Impedanz Z und der Admittanz Y : Hieraus folgt für die Extremwerte Z = Y = Y e j ϕ Y Z = Y, ϕ Z = ϕ Y. (45) max(z) min(y ) und analog min(z) max(y ). (46) Die Inversion ist winkeltreu, nur das Vorzeichen ändert sich! Hieraus lassen sich die folgenden Regeln ableiten Geraden, die nicht durch den Ursprung gehen, werden zu Kreisen, die durch den Ursprung gehen; Geraden, die durch den Ursprung gehen, bleiben Geraden; Kreise, die durch den Ursprung gehen, werden zu Geraden; Kreise, die nicht durch den Ursprung gehen, bleiben Kreise.. September 06 Seite von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II A Mathematische Ergänzungen A. Rechenregeln für komplexe Rechnungen Definition: es sei Z eine beliebige komplexe Zahl und Z ihre Konjugiertkomplexe mit dann gilt Z = R + j X = Z e j ϕ Z und Z = R j X = Z e j ϕ Z (47) Z + Z = R{Z} = R, Z Z = j I{Z} = j X, Z Z = Z. (48) Für den Betrag und den Phasenwinkel gilt Z = Z = R + X, ϕ Z = arctan ( ) ( ) I{Z} X = arctan. (49) R{Z} R Multiplikation und Division zweier komplexer Zahlen Z und Z Z Z = Z Z e j(ϕ +ϕ ) = (R + X)(R + X) e j(ϕ +ϕ ), (50) = (R + j X )(R + j X ) = R R X X + j(r X + R X ), (5) Z = Z e j(ϕ ϕ R ) + X = e j(ϕ ϕ ), Z Z R + X (5) = (R + j X ) (R + j X ) = R R + X X + j(r X R X ). R + X (53) A. Sinus- und Cosinus-Funktionen Wichtige Funktionswerte α α (rad) sin α cos α 0 0 0 30 π 6 45 π 4 60 π 3 75 5π 3 3 ( + 6) ( + 6) 4 4 90 π 0 05 7π 0 π 3 35 3π 4 50 5π 6 ( + 6) ( 6) 4 4 3 3 80 π 0 70 3π 0. September 06 Seite 3 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II Symmetrien sin( x) = sin x = sin(x + π) (54) cos( x) = cos x (55) Gegenseitiger Zusammenhang ( ) π sin(x) = cos x und ( ) π cos(x) = sin + x. (56) sin x + cos x =, sin x = ( cos x ), cos x = ( + cos x ). + cos x für 0 < x < π sin x = cos x für π < x < π + sin x für 0 < x < π 3π cos x = < x < π sin π x für < x < 3π (57) (58) Ableitungen sin x = cos x (59) cos x = sin x (60) Additionstheoreme sin(x ± y) = sin(x) cos(y) ± cos(x) sin(y) (6) cos(x ± y) = cos(x) cos(y) sin(x) sin(y) (6) ( ) ( ) x ± y x y sin x ± sin y = sin cos (63) ( ) ( ) x + y x y cos x + cos y = cos cos (64) ( ) ( ) x + y x y cos x cos y = sin sin (65) sin x sin y = [ ] cos(x y) cos(x + y) (66) cos x cos y = [ ] cos(x y) + cos(x + y) (67) sin x cos y = [ ] sin(x y) + sin(x + y) (68) A.3 Alternative Winkel-Berechnung Z = Z e j ϕ, ( ϕ = arctan I{Z} R{Z} + Z ), π < ϕ < π (69). September 06 Seite 4 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II A.4 Kreuzprodukt Die formale Berechnung des Kreuzproduktes erfolgt über eine Determinante (Beispiel für kartesische Koordinaten) e x x x v v = e y y y = e x (y z z y ) e y (x z z x ) + e z (x y y x ) e z z z = (y z z y ) e x + (z x x z ) e y + (x y y x ) e z. (70) Fläche zwischen den beiden Vektoren, Richtung der zugehörigen Flächennormalen Rechtsschrauben-Regel v v = A, n = v v A. (7) Drehung nach rechts: Schraube bewegt sich nach unten, Drehung nach links: Schraube bewegt sich nach oben. v A n v A n v v v v A n = v v Wichtige Rechenregeln Anwendung: Koordinatensysteme v 0 = 0 (7) v v = 0 (73) v v = v v (74) v ( v + v 3 ) = ( v v ) + ( v v 3 ) (75) Definition der rechtshändigen Koordinatensysteme über das Kreuzprodukt der Einheitsvektoren e z Kreuzprodukte in Pfeilrichtung: + kartesisch: x, y, z e x, e y, e z e x e y = e z (76) e x e y e z Bsp.: e z e x = e y Zylinder: ϱ, ϕ, z e ϱ, e ϕ, e z e ϱ e ϕ = e z (77) e e Kugel: r, ϑ, ϕ e r, e ϑ, e ϕ e r e ϑ = e ϕ (78) e r e e Bsp.: e ϕ e z = e ϱ Bsp.: e ϑ e ϕ = e r. September 06 Seite 5 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas

Formelsammlung II B Linien- und Flächenelemente B. Linienelemente Weg auf Radius r ds = dr (79) Weg auf Kreisbogen ds = r dϕ (80) B. Flächenelemente Rechteck (x, y) da = dx dy (8) Kreisfläche da = ϱ dϕ dϱ (8) Zylindermantel da = ϱ dϕ dz (83) Kugeloberfläche da = r sin ϑ dϕ dϑ (84) z n dz % d da x da % d% % d A Kreis y x % A Zylindermantel y r sin z d r sin d z r da y r da x z r d x y r d da y A Kugel x. September 06 Seite 6 von 6 Dr.-Ing. Oliver Haas