Migration und Arbeit
Gliederung 1. Geschichte der Arbeitsmigration in der BRD 1955-2004 2. Arbeitsrecht 3. Möglichkeiten zur befristeten Erwerbstätigkeit von Ausländern 4. Zuwanderungsgesetz 5. Arbeitsmarktsituation heute 6. Quellen
1. Geschichte der Arbeitsmigration in der BRD 1955-2004
1955-1973 Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte Anwerbung auländischer ArbeitnehmerInnen aus dem Mittelmeerraum Aufenthalt für Gastarbeiter nur vorübergehend geplant
1955-1973 Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte Anwerbeverträge für Arbeitskräfte mit: Italien (1955) Spanien und Griechenland (1960) Türkei (1961) Marokko (1963) Portugal (1964) Tunesien (1965) Jugoslawien (1968)
1955-1973 Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte Die Anwerbepolitik auf befristete Zuwanderung ausgerichtet Ausgleich von Arbeitskräftemangel bestimmter Industriezweige der bundesdeutschen Nachkriegsökonomie Überwiegend Arbeit in der Industrie auf Stellen, die wegen des relativen Überhanges an Arbeitsplätzen und des steigenden Anspruchsniveaus einheimischer Arbeitnehmer immer seltener mit diesen besetzt werden konnten.
1955-1973 Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte Beschäftigung der Gastarbeiter nach dem Rotationsprinzip Funktionierte in der Praxis nicht Immer längere Aufenthaltszeiten der ausländischen Beschäftigten resultierten im Nachzug der Angehörigen Keine politische Thematisierung der sozialen Folgen der Migration
1973-1979 Anwerbestopp und Konsolidierung der Ausländerbeschäftigung 2,6 Mio ausländische Beschäftigte in 1973 Weltwirtschaftskrise 1973 (Anwerbestopp): Die staatlich organisierte Arbeitsmigration beenden und den Ausländerzuzug stoppen Zuzug von Angehörigen als einzig legale Form der Zuwanderung Angehörige erhielten Aufenthalts-/ Zuzugsgenehmigung nach dem Ausländergesetz von 1965
1979-1980 Konkurrierende Integrationskonzepte Ausländerpolitik war weiterhin auf Konzepte zur sozialen Integration auf Zeit ausgerichtet Umfassendere Konzepte zur Integrationsförderung der Migranten und ihrer Familienangehörigen wurden nicht erarbeitet.
1981-1990 Wende in der Ausländerpolitik Mitte der 1980er-Jahre kamen vermehrt Asylsuchende und andere Flüchtlinge hinzu. Die Themen "Arbeitsmigration" und "Asyl" wurden zunehmend vermengt, das "Ausländerthema" politisiert und ideologisiert.
1981-1990 Wende in der Ausländerpolitik Rückkehrförderung: Verringerung des Zuzuges von Familienangehörigen Förderung der freiwilligen Rückkehr in die Herkunftsländer Unter Helmut Kohl (1982): Zentrale migrationspolitische Leitlinien: Aufrechterhaltung des Anwerbestopps Einschränkung des Familiennachzuges Förderung der Rückkehrbereitschaft Ankündigung erweiterter Integrationsangebote für hier lebende Ausländer
01. Januar 1991 In Kraft treten des neuen Ausländergesetzes Bestimmungen u.a. über: Aufenthaltsverfestigung und Familiennachzug Rechtsansprüche der Zweiten Generation Einbürgerungen Boten Inländerinnen und Inländern mit ausländischen Pass erstmals eine Art Einwanderungsstatus
2000 Green-Card und Zuwanderungskommission Die "Green-Card"-Regelung ermöglicht hoch qualifizierten Fachkräften aus Staaten außerhalb der EU einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt in Deutschland.
2. Arbeitsrecht Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (August2006) Paragraf 1: Es soll Benachteiligungen aus Gründen der "Rasse" oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern oder beseitigen. es umfasst: - im Betrieb Beschäftigte - auch Bewerberinnen und Bewerber um eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle - bereits ausgeschiedene Beschäftigte - HeimarbeiterInnen, Leiharbeitnehmerinnen und - arbeitnehmer - Scheinselbstständige - Beamte und Richter des Bundes und der Länder Ausnahmen, wie z.b. kirchliche Träger
3. Möglichkeiten zur befristeten Erwerbstätigkeit von Ausländern Saisonarbeitnehmer: zielt darauf, zu Spitzenzeiten einen vorübergehenden Arbeitskräftebedarf zu überbrücken Bis 2004 auf 3 Monate beschränkt Seit dem auf maximal 4 Monate erweitert 1994 unter 150.000 Saisonarbeitnehmer 2002 bereits über 300.000 2004 und 2005 jeweils rund 330.000 Die Hauptherkunftsländer waren Polen und Rumänien.
3. Möglichkeiten zur befristeten Erwerbstätigkeit von Ausländern Werkvertragsarbeitnehmer: Beschäftigte von Firmen mit ausländischem Firmensitz. Grundlage muss ein Werkvertrag sein, der durch bilaterale Regierungsabkommen gedeckt ist. 1992 fast 100.000 Werkvertragsarbeitnehmer angeworben Stetig gesunken und seit 1994 unter 50.000 2004 im Durchschnitt 34.000 2005 noch etwa 21.000 Überwiegend aus Osteuropa (Polen, Rumänien, Ungarn und Kroatien) Seit 1993 wird das vorgesehene Kontingent nicht mehr voll ausgeschöpft, d.h. es werden weniger ausländische Arbeitnehmerinnen und -nehmer beschäftigt, als in den jährlich vereinbarten Kontingenten vorgesehen sind.
4. Zuwanderungsgesetz Arbeitsbezogene Zuwanderung von nicht EU- Bürgern neu geregelt (Aufenthaltsgesetz von 2005) Aufenthaltserlaubnis= Arbeitserlaubnis - Inländerprimat wird weiterhin berücksichtigt Aufenthaltserlaubnis für: - Selbstständige - hoch Qualifizierte
5. Arbeitsmarktsituation heute Migration hat großen Einfluss auf deutsche Wirtschaft (18% der in Deutschland lebenden Menschen sind im Ausland geboren) Arbeitsmarktintegration maßgebend für eigenständiges Leben Sie ist entscheidend für Akzeptanz der Zuwanderung in Bevölkerung Sicherung der langfristigen Tragfähigkeit der Zuwanderungspolitik
5. Arbeitsmarktsituation heute Datenreport des Statistischen Bundesamtes von 2006 zur Situation der größten Zuwanderungsgruppen in Deutschland OECD Studie Jobs for Immigrants (2007)
5. Arbeitsmarktsituation heute Arbeitslosenquote von Ausländern:20 %, fast doppelt so hoch wie die der Deutschen. 76 % der arbeitslosen Ausländer und 62 % der Spätaussiedler haben keine abgeschlossene Berufsausbildung im Vergleich zu nur 33 % bei anderen Arbeitslosen Der Einkommensabstand zu den deutschen Beschäftigten, verringert sich zwischen 1996 und 2004, bleibt jedoch groß Die Unterschiede in der beruflichen Qualifikation = Unterschiede in den Arbeitseinkommen Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien und Aussiedler beziehen die niedrigsten Einkommen Hocheinkommensbezieher prägen den Einkommensunterschied höhere Berufspositionen werden nur selten Zuwanderern eingenommen
5. Arbeitsmarktsituation heute
5. Arbeitsmarktsituation heute
5. Arbeitsmarktsituation heute
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6. Quellen Auszug aus: Statistisches Bundesamt (Hg.)(2006): Datenreport 2006. Zahlen und Fakten über die Bundesrepublik Deutschland. Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn, S. 568-570 Studie der OECD :http://www.migrationboell.de/web/migration/46_1273.asp (23.06.2009) Bundeszentrale für politische Bildung: www.bpb.de (23.06.2009) http://www.migrationonline.de/schlagwort._cgfnzs5zawq9ndi_.html (22.06.09)