INHALT INHALT Danksagung...................................................7 1 Einleitung..............................................9 2 Zum Begriff Aquafitness.................................13 2.1 Definition Aquafitness mehr als Wassergymnastik..........13 2.2 Besonderheiten des Elements Wasser und dessen Wirkung auf den Körper..................................14 2.2.1 Auftrieb gelenkschonendes Wohlgefühl...................16 2.2.2 Widerstand Kräftigung und Massage.....................17 2.2.3 Trägheit Aufforderung an die Kraft.......................18 2.2.4 Aktion = Reaktion Wirkung auf die Koordination...........18 2.2.5 Druck Reiz für das Herz-Kreislauf-System..................19 2.2.6 Kältereiz Kalorienkiller..................................20 2.3 Positive Auswirkungen auf die Gesundheit..................20 3 Die Basic-Bewegungen..................................23 3.1 Hand- und Fußstellungen.................................24 3.2 Basic-Bewegungen der Arme/Hände.......................31 3.2.1 Achterbewegung........................................32 3.2.2 Schneiden..............................................34 3.2.3 Fausten................................................36 3.2.4 Schaufeln..............................................37 3.2.5 Fächern................................................40 3.3 Basic-Kombinationen.....................................43 3.3.1 Walken + Fausten oder Schneiden..........................43 3.3.2 Joggen + Schaufeln......................................47 3.3.3 Kicken + Fausten........................................50 3.3.4 Schaukeln + Fächern.....................................51 3.3.5 Scheren + Schneiden.....................................53 3.3.6 Hüpfen = Jumping Jack, Frosch + Co........................54 5
AQUAFITNESS BASICS 4 Variationen der Basic-Bewegungen die optimale Nutzung des Trainingsgeräts Wasser..........59 4.1 Geschwindigkeit der Bewegung............................60 4.2 Amplitude der Bewegung.................................61 4.3 Einsatz von Hebeln und verschiedenen Handstellungen.......62 4.4 Richtung der Bewegung im Raum und am Platz..............64 4.5 Ebene der Bewegungsausführung..........................69 5 Beispiele für die Unterrichtsplanung und Stundengestaltung 73 5.1 Warm-up...............................................74 5.2 Hauptteil...............................................82 5.3 Cool down und Warm down..............................134 6 Häufig gestellte Fragen................................151 6.1 Welche Rahmenbedingungen müssen für eine Aquafitnessstunde erfüllt sein?...........................151 6.2 Wie groß darf die Teilnehmerzahl einer Aquafitnessgruppe sein? Wie stellen sich die Teilnehmer im Becken auf?..............151 6.3 Wie sollte der Trainer die Gruppe anleiten?.................153 6.4 Sollte Musik zum Einsatz kommen? Wenn ja, dann wie?.....158 6.5 Welche Zielgruppen werden von Aquafitness angesprochen?..159 6.6 Wie häufig pro Woche sollten Sie trainieren?...............160 6.7 Wie stark können/sollten Sie sich belasten?...............161 6.8 Wie lange soll eine Übung andauern?.....................164 6.9 Welchen Stellenwert haben das Cool down und das Dehnen im Wasser?.................................164 Literatur.....................................................167 Bildnachweis.................................................167 6
ZUM BEGRIFF AQUAFITNESS 2 ZUM BEGRIFF AQUAFITNESS Um den Begriff Aquafitness zu definieren, muss man sich dem Element widmen, in dem man dieses gesundheitsorientierte Fitnesstraining ausübt dem Wasser. Das Wasser bietet durch seine einzigartigen Eigenschaften einen Platz, um Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination zu trainieren. Kein anderes Fitnessangebot vermag derartig viele motorische Grundeigenschaften auf ausgewogene Weise anzusprechen. 2.1 DEFINITION AQUAFITNESS MEHR ALS WASSERGYMNASTIK Wie so viele andere Fitnesstrends kommt die Aquafitness Anfang der 90er Jahre aus den USA nach Deutschland. Dieses Fitnesstraining im Wasser unterscheidet sich wesentlich von der herkömmlichen Wassergymnastik. Man verlagert nicht einfach die Übungen vom Land ins Wasser, sondern nutzt in höchstem Maße die Eigenschaften des Wassers aus. Daraus folgend, werden die Übungen im, mit und gegen das Wasser ausgeführt. Neu ist, dass die Eigenschaften des Wassers gezielt zur Erreichung der Trainingsziele eingesetzt werden und danach die Übungen ausgewählt werden. dass das neue Kursangebot zunehmend die Generation 20+ ins Wasser lockt und nach oben keine Altersgrenze kennt. dass neue Zielgruppen angesprochen werden. Nicht nur zu rehabilitativen Zwecken und für das eher ältere Publikum wird die Aquafitness eingesetzt, vielmehr tritt der Faktor Spaß, Freizeit und Fitness in den Vordergrund. Aber auch als Ausgleich und zur Regeneration zum Leistungssport findet die Aquafitness ihren Einsatz. 13
AQUAFITNESS BASICS Es entsteht ein Trainingskonzept sowohl für den Freizeit- und Gesundheitssport als auch für den Leistungssport, das für viele Menschen umsetzbar ist. Denn das Element Wasser bietet einen Bewegungsraum, in dem es unterschiedlichen Leistungsgruppen möglich ist, auf ihrem Leistungslevel zu trainieren. Inzwischen hat sich das gelenkschonende Training für Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination längst etabliert. Anbieter sind nicht mehr allein Bäderbetriebe, sondern auch große Sportvereine, Fitnessstudios, Wellnessoasen und Spas mit eigenen Schwimmhallen. Über die vergangenen 10-15 Jahre wurde das Programm immer weiter entwickelt und für neue Zielgruppen Konzepte erstellt (wie z. B. Aquarobics, Aquafitness für Schwangere, Aqua-Boxen, Aqua-Cycle u. v. m.). Doch eines ist allen Programmen gemeinsam: die optimale Nutzung der physikalischen Gesetze des Elements Wasser zur Erreichung von positiven und gesundheitsorientierten Trainingseffekten. 2.2 BESONDERHEITEN DES ELEMENTS WASSER UND DESSEN WIRKUNG AUF DEN KÖRPER Um eine optimale Aquafitness durchzuführen, muss man wissen, wie das Trainingsgerät Wasser wirkt. Nur dann haben die Teilnehmer Spaß und können Trainingseffekte erzielt werden. Im Wasser fühlt sich jede Bewegung anders an als an Land. Dies liegt daran, dass die verschiedenen Eigenschaften des Wassers auf den Körper wirken. So bewegen sich die Arme ganz allein in Richtung nach oben, wenn man sie locker im Wasser liegen lässt. Jedoch fällt es viel schwerer, die Arme wieder aktiv nach unten zu bewegen und auch unten zu halten. Hier muss Muskelkraft eingesetzt werden. Führt man die gleiche Bewegung an Land aus, ist es genau umgekehrt. Es fällt schwer, die Arme gegen die Schwerkraft oben zu halten und es ist entspannend, die Arme nach unten fallen zu lassen. 14
ZUM BEGRIFF AQUAFITNESS Diese und andere Phänomene im Wasser machen wir uns bei der Aquafitness zunutze. Grafik Element Wasser 15
AQUAFITNESS BASICS 2.2.1 AUFTRIEB GELENKSCHONENDES WOHLGEFÜHL Jeder kennt das leichte Gefühl im Wasser, das langsame und angenehme Ausführen von Bewegungen wie in Zeitlupe unter Wasser und die sanfte Landung nach einem Sprung im oder ins Wasser. Wasser besitzt eine ca. 800 x größere Dichte als Luft (vgl. demareés, 1996, S. 253). Alles, was eine geringere Dichte als das Wasser hat, wird im Wasser nach oben gedrückt. Vom subjektiven Gefühl her erlangt man ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Man spricht auch von der Auftriebskraft des Wassers. Nach Archimedes entspricht der Auftrieb dem Gewicht der vom Körper verdrängten Wassermenge (vgl. Reichle in Binkowski & Huber, 1993, S. 192). Dementsprechend beträgt bei brusttiefem Wasser das Körpergewicht nur etwa 10 % des eigentlichen Gewichts. Dies wirkt sich schonend auf den Halte- und Bewegungsapparat aus. Vor allem ältere, übergewichtige oder bewegungseingeschränkte Menschen empfinden die Beweglichkeit in ihren Gelenken durch den Auftrieb als leicht. Bewegungen, die an Land gar nicht oder nur eingeschränkt möglich sind, fallen im Wasser leichter oder können sogar mühelos ausgeführt werden. Es sind größere Bewegungsamplituden möglich, wodurch neue Bewegungsmöglichkeiten eröffnet werden. Abwärtsbewegungen werden gedämpft, wodurch auch das Verletzungsrisiko minimiert wird. Das Wasser wirkt wohltuend und steigert unsere Bewegungsmöglichkeiten. 16
ZUM BEGRIFF AQUAFITNESS 2.2.2 WIDERSTAND KRÄFTIGUNG UND MASSAGE Wenn man im Wasser vorwärts geht, muss man mehr Kraft aufwenden als an Land. Kleinste Veränderungen, z. B. der Handstellung, lassen das Ziehen des Arms durch das Wasser leichter oder schwerer werden. Der Wasserwiderstand kann 800 x höher sein als der Widerstand der Luft (vgl. Reichle in Binkowski & Huber, 1993, S. 194). Dies übt auf alle Bewegungen im Wasser eine bremsende Wirkung aus. Der Widerstand wirkt überall im Wasser auf unseren Körper und erreicht somit eine Kräftigung der gesamten Muskulatur. Das Besondere ist, dass im Wasser der Muskel in beide Richtungen gekräftigt wird, konzentrisch und exzentrisch. Es wird sowohl der Beuger als auch der Strecker gekräftigt. Man trainiert ausgewogen. Durch die bremsende Wirkung des Widerstandes werden Bänder und Sehnen geschont. Überlastungen werden vermieden. Das Sichbewegen im Wasser bewirkt, dass das Wasser selbst in Bewegung gesetzt wird. Halten wir uns ruhig, spüren wir, wie das Wasser sich weiterbewegt. Die Turbulenzen, Wellen, Strudel und Wirbel bewirken eine wohltuende Massage an unserem Körper. Beachte: Es ist ein Unterschied, ob eine große, kräftige Person den Turbulenzen ausgesetzt ist oder eine kleine, zierliche Person. Dies gilt auch beim Überwinden des Wasserwiderstands. Jede Person empfindet den Wasserwiderstand individuell. 17