Mathematische und statistische Methoden II

Ähnliche Dokumente
Mathematische und statistische Methoden II

Mathematische und statistische Methoden II

Mathematische und statistische Methoden I

Forschungsstatistik I

Mathematische und statistische Methoden I

Forschungsstatistik I

Forschungsstatistik I

Mathematische und statistische Methoden I

Forschungsstatistik I

Mathematische und statistische Methoden I

Mathematische und statistische Methoden I

Mathematische und statistische Methoden I

Forschungsstatistik I

Mathematische und statistische Methoden II

Forschungsstatistik I

Konfidenzintervalle Grundlegendes Prinzip Erwartungswert Bekannte Varianz Unbekannte Varianz Anteilswert Differenzen von Erwartungswert Anteilswert

Mathematische und statistische Methoden II

Klassifikation von Signifikanztests

Mathematische und statistische Methoden II

Mathematische und statistische Methoden I

Mathematische und statistische Methoden I

Einführung in Quantitative Methoden

Aufgabenblock 4. Da Körpergröße normalverteilt ist, erhalten wir aus der Tabelle der t-verteilung bei df = 19 und α = 0.05 den Wert t 19,97.

Methodenlehre. Vorlesung 12. Prof. Dr. Björn Rasch, Cognitive Biopsychology and Methods University of Fribourg

3 Grundlagen statistischer Tests (Kap. 8 IS)

Methodenlehre. Vorlesung 10. Prof. Dr. Björn Rasch, Cognitive Biopsychology and Methods University of Fribourg

Prüfung aus Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik MASCHINENBAU 2003

Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung

Klausur zur Vorlesung

Wiederholung Hypothesentests Zusammenfassung. Hypothesentests. Statistik I. Sommersemester Statistik I Hypothesentests I (1/36)

Klausur zu Methoden der Statistik II (mit Kurzlösung) Sommersemester Aufgabe 1

5. Seminar Statistik

Hypothesenprüfung. Darüber hinaus existieren zahlreiche andere Testverfahren, die alle auf der gleichen Logik basieren

Statistik II. IV. Hypothesentests. Martin Huber

Methodenlehre. Vorlesung 10. Prof. Dr. Björn Rasch, Cognitive Biopsychology and Methods University of Fribourg

2. Formulieren von Hypothesen. Nullhypothese: H 0 : µ = 0 Gerät exakt geeicht

Statistik II für Betriebswirte Vorlesung 1

Grundlagen der Statistik

8. Konfidenzintervalle und Hypothesentests

STATISTIK Teil 2 Wahrscheinlichkeitsrechnung und schließende Statistik

Aufgaben zu Kapitel 5:

Güteanalyse. Nochmal zur Erinnerung: Hypothesentest. Binominalverteilung für n=20 und p=0,5. Münzwurf-Beispiel genauer

Aufgabe 1 (8= Punkte) 13 Studenten haben die folgenden Noten (ganze Zahl) in der Statistikklausur erhalten:

4. Schließende Statistik (Inferenzstatistik, konfirmatorische Verfahren)

Statistik Testverfahren. Heinz Holling Günther Gediga. Bachelorstudium Psychologie. hogrefe.de

Ein- und Zweistichprobentests

4.1. Nullhypothese, Gegenhypothese und Entscheidung

Statistik II. Statistische Tests. Statistik II

Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung

Inferenzstatistik und Hypothesentests. Hierbei geht es um die Absicherung eines Untersuchungsergebnisses gegen ein Zufallsereignis.

Statistische Methoden in den Umweltwissenschaften

Statistik III Regressionsanalyse, Varianzanalyse und Verfahren bei Messwiederholung mit SPSS

Statistik II: Signifikanztests /1

Wichtige Definitionen und Aussagen

Vorlesung: Statistik II für Wirtschaftswissenschaft

Mögliche Fehler beim Testen

Vergleich von Gruppen I

Statistische Tests (Signifikanztests)

Einfaktorielle Varianzanalyse

Klausur zur Vorlesung

GRUNDPRINZIPIEN statistischen Testens

Kapitel 3 Schließende Statistik

Statistik II. IV. Hypothesentests. Martin Huber

Hypothesen: Fehler 1. und 2. Art, Power eines statistischen Tests

Bereiche der Statistik

Die Abfüllmenge ist gleich dem Sollwert 3 [Deziliter].

Statistisches Testen: Signifikanz und Relevanz Christiane Spiel

e) Beim klassischen Signifikanztest muß die Verteilung der Prüfgröße unter der Nullhypothese

Prüfung aus Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik MASCHINENBAU 2002

THEMA: "STATISTIK IN DER PRAXIS TESTEN IST BESSER ALS VERMUTEN" TORSTEN SCHOLZ

Schließende Statistik

Statistik Einführung // Stichprobenverteilung 6 p.2/26

Unterschiedshypothesen Vergleiche von Häufigkeiten bzw. Mittelwerten zwischen (mindestens) zwei Gruppen Zusammenhangshypothesen Korrelationsanalysen

Literatur: Glantz, S.A. (2002). Primer of Biostatistics. New York: McGraw-Hill.

Mathematische und statistische Methoden II

Statistische Tests. Kapitel Grundbegriffe. Wir betrachten wieder ein parametrisches Modell {P θ : θ Θ} und eine zugehörige Zufallsstichprobe

Klassifikation von Signifikanztests

Statistics, Data Analysis, and Simulation SS 2017

5. Schließende Statistik (Inferenzstatistik, konfirmatorische Verfahren)

Statistische Tests Übersicht

Häufigkeitsverteilungen

Stichprobenumfangsplanung

Transkript:

Prof. Dr. G. Meinhardt 6. Stock, Wallstr. 3 (Raum 06-206) Sprechstunde jederzeit nach Vereinbarung und nach der Vorlesung. Mathematische und statistische Methoden II Dr. Malte Persike persike@uni-mainz.de http://psymet03.sowi.uni-mainz.de/methods/ SS 2010 Fachbereich Sozialwissenschaften Psychologisches Institut Johannes Gutenberg Universität Mainz

Das klassische Hypothesentesten Beim klassischen Signifikanztest geht es um eine Wahrscheinlichkeitsaussage h hk i über eine Prüfgröße unter der Annahme, dass die H 0 gilt. Grundlage für die Prüfgröße sind ein oder mehrere beobachtete Werte. Dann können im allgemeinen Fall folgende Hypothesen geprüft werden: a) H : y = c; H : y c 0 1 b) H : y c; H : y > c 0 1 c) H : y c; H : y < c 0 1 mit y = Prüfgröße; c = Erwartungswert unter H 0

Das klassische Hypothesentesten Der Test gilt dann als signifkant, wenn die Wahrscheinlichkeit für den konkreten Wert der Prüfgröße unter der H 0 zu niedrig ist. In diesem Fall wird die H 0 verworfen und angenommen, dass die H 1 gilt. Die Prüfgröße bzw. die ihr zugrunde liegenden Beobachtungen stammen dann nicht aus der Population, die mit der H 0 beschrieben wird. Problem: Aus welcher Population stammen sie dann? Oder auch: Gibt es überhaupt die Population für die H 0?

Das klassische Hypothesentesten Die Annahminer feststehenden Population ist eine Idealisierung und praktisch nicht zu halten. Gründe: Mortalität, Fluktuation, Maturation (i.e. Veränderungen der Merkmalsträger zwischen Zeitpunkten). Damit ist der Erwartungswert (kleinsten) Schwankungen unterworfen, die sich auch in den Stichprobenbeobachtungen niederschlagen werden. Mit genügend hohem Stichprobenumfang werden solch kleinste Schwankungen zu Signifikanzen führen. Mit großen n kann jede H 0 verworfen werden.

Die Damit stellt sich die Frage nach der praktischen Bedeutsamkeit signifikanter Ergebnisse. Beispiel: Mit genügend hohem n wird sich ein IQ- Unterschied von 0.05 Punkten zwischen farbigen und weißen Personen signifikant testen lassen. Hat aber dieser Unterschied irgend eine praktische Bedeutung? Cohen (1988) schlägt daher das Konzept der als Ergänzung zum Signifikanztest vor. Die soll die Größines Unterschiedes oder Zusammenhangs relativ zur Streuung von Daten wiedergeben und nicht zur Streuung von Mittelwerten oder anderer von n abhängiger Maße.

Die Cohen s d Cohen s d drückt einen Unterschied zwischen Erwartungswerten (bzw. beobachteten Mittelwerten) in Einheiten der Streuung der beobachteten Zufallsvariablen aus. Je größer die Varianz der Zufallsvariablen, desto kleiner wird die, unabhängig von der Stichprobengröße. Cohen gibt verschiedene Daumenregeln für die Interpretation von d an: d.2 kleiner Effekt d.5 mittlerer Effekt d.8 großer Effekt

Die Cohen s d Cohen s d drückt einen Unterschied zwischen Erwartungswerten (bzw. beobachteten Mittelwerten) in Einheiten der Streuung der beobachteten Zufallsvariablen aus. Je größer die Varianz der Zufallsvariablen, desto kleiner wird die, unabhängig von der Stichprobengröße. Wolf (1986) vereinfachte diese Regeln noch weiter: d.25 akademisch relevant ("something was learned") d.50 praktisch/klinisch relevant ("something happened")

Die Cohen s d Die mathematische Definition der nach Cohen ist sehr allgemein, je nach Anwendungsfall existieren verschiedene konkrete Formeln. Für den 1-Stichproben t-test: d ˆ μ c x c = = ˆ σ n s n 1 2

Die Cohen s d Die mathematische Definition der nach Cohen ist sehr allgemein, je nach Anwendungsfall existieren verschiedene konkrete Formeln. Für den 2-Stichproben t-test für unabhängige Stichproben: d ˆ μ ˆ X μy = = ˆ σ Δ XY x y n s + n s n + n 2 2 2 X X Y Y X Y

Die Cohen s d Die mathematische Definition der nach Cohen ist sehr allgemein, je nach Anwendungsfall existieren verschiedene konkrete Formeln. Für den 2-Stichproben t-test für abhängige Stichproben: d ˆ μ ˆ X μy = = ˆ σ Δ XY x y n + n 1 2 2 ( s s 2 s ) X Y XY