Dr. Michael Hermann Forschungsstelle am Geographischen Institut Gemeinsame Tagung KdK, EKM, Bern, 7. März 2012 Strukturelle Unterscheide der Migration
Teil 1 Struktur der ausländischen Bevölkerung
Bildungsniveaus nach Ländergruppen Alte Herkunftsländer Neue Herkunftsländer Quelle: sotomo, SAKE 2008
Entwicklung der Bildungsniveaus der ausländischen Bevölkerung
Die Bedeutung der Herkunftsregionen Unter- und überschichtende Migration Neben der traditionellen Migration von statustiefen Personen hat die Migration von «Hochqualifizierten» an Bedeutung gewonnen. Die beiden Zuwanderungstypen unterscheiden sich nach Herkunftsregion: Entsprechend können «alte» und «neue» Herkunftsländer unterschieden werden. Raum und Sozialstruktur sind aber nicht deckungsgleich! Ausländeranteil und -struktur Aufgrund der sozialen Bipolarität der Zuwanderung wird die Herkunftsstruktur der ausländischen Bevölkerung für den interkantonalen Vergleich zunehmend wichtig.
Zuwanderung nach Siedlungstyp Jährliche Zuwanderung ausländischer Personen in Prozent der Bevölkerung
Zuwanderung nach Siedlungstyp Jährliche Zuwanderung ausländischer Personen in Prozent der Bevölkerung
Struktur der ausländischen Bevölkerung VD BE UR
Struktur der ausländischen Bevölkerung NE GL ZG TG
Empfehlung: Systematisches Migrationsmonitoring Die Herkunftsregion korreliert stark mit dem soziokulturellen Profil der Migrationsbevölkerung (Status, Lebens- und Familienmodell) Die Statistik der ausländischen Wohnbevölkerung (PETRA) ermöglicht ein zeitnahes Migrationsmonitoring auf Gemeindestufe. Ein systematisches Migrationsmonitoring bildet die Grundlage für regionale und kommunale Planungsmassnahmen.
Teil 2 Standardisierung der Einbürgerungsquoten
Einbürgerungsquoten vergleichbar machen Rohe Einbürgerungsquote Anteil der ausländischen Bevölkerung, der sich im Lauf eines Jahres einbürgern lässt. Die rohe Einbürgerungsquote wird vom Alter, der Aufenthaltsdauer und den Herkunftsregionen der ausländischen Bevölkerung beeinflusst. Standardisierte Einbürgerungsquote Einbürgerungsquote, die die unterschiedliche Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung in den Kantonen berücksichtigt und ausgleicht. Sie erlaubt den interkantonalen Vergleich des Inklusionsgrads bzgl. Einbürgerung.
Einbürgerungsquoten 4.5 Einbürgerungsquoten nach Kantonen 4.0 3.5 GE NE X: rohe Einbürgerungsquote standardisierte Einbürgerungsquote [%] 3.0 2.5 2.0 1.5 1.0 0.5 VS SO FR GR TG SZ NW ZG AG JU BL AI SG OW SH TI VD BS UR LU ZH BE GL AR Legende Anzahl Ausländer 320 188 100 000 1569 Deutschschweiz Romandie Tessin Y: standardisierte Einbürgerungsquote 0.5 1.0 1.5 2.0 2.5 3.0 3.5 4.0 rohe Einbürgerungsquote [%]
Vergleich der standardisierten Einbürgerungsquoten Der Kanton Bern hat die höchste rohe Einbürgerungsquote, aber nur die fünfthöchste standardisierte. Der Kanton Wallis hat die tiefste rohe Einbürgerungsquote, jedoch nur die sechsttiefste standardisierte. Die Standardisierung erhöht die Einbürgerungsquoten der lateinischen Kantone. Grund: Die in der lateinischen Schweiz zahlenmässig dominierenden Herkunftsregionen weisen eine tiefere Einbürgerungsneigung auf.
Teil 3 Migrationsfreundlichkeit bei Abstimmungen
Migrationsfreundlichkeit bei Abstimmungen restriktiv liberal
Migrationsfreundlichkeit bei Abstimmungen restriktiv liberal
Faktoren der Migrationsfreundlichkeit Der Grad der Migrationsfreundlichkeit bei Volksabstimmungen ist weitgehend durch den Urbanitätsgrad und die Sprachregion bestimmt und nicht durch das Profil der ausländischen Bevölkerung. Die Bedeutung von Urbanitätsgrad und Sprachregion hat in den letzten zwanzig Jahren zugenommen. Nur bei der Frage der Personenfreizügigkeit nimmt die Polarisierung zwischen Stadt und Land ab.