Übung Controlling WS 2015/16

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Transkript:

Übung Controlling WS 2015/16 Übung 1: Koordination des Informationssystems: Lücke-Theorem

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Agenda 1. Organisatorisches 2. Wiederholung 3. Übungsaufgaben 2

Organisatorisches Übung: Die Übung findet freitags von 8:00 9:30 Uhr im HS 0360 statt. Übungsbeginn ist der 30.10.2015. Aufzeichnung der Veranstaltung (Vorlesung + Übung): www.lecturio.de Registrierung mit mytum-adresse Veranstaltungsunterlagen (Vorlesung + Übung): Download über die Homepage des Lehrstuhls http://www.controlling.wi.tum.de und über http://www.moodle.tum.de Klausur: Die Klausur findet am 26.02.2016 von 16:00 17:00 Uhr statt. Die Klausuranmeldung läuft verpflichtend über TUMonline. 3

Wiederholung Lücke-Theorem zur Verknüpfung unterschiedlicher Erfolgsrechnungen (z.b. zahlungsbezogene Kapitalwertrechnung mit anderen Erfolgsgrößen) Nach dem Lücke-Theorem gilt: Kapitalwert auf Basis von Zahlungsüberschüssen = Kapitalwert auf Basis von Periodengewinnen sofern zwei Bedingungen erfüllt sind: 1) Summe der Zahlungsüberschüsse (Ü t = E t A t ) = Summe der Periodengewinne (G t ) (Kongruenzprinzip) 2) Periodengewinn G t muss um kalkulatorische Zinsen verringert werden (Bilanzidentitätsprinzip) Aussage des Lücke-Theorems: Eine Unternehmenssteuerung auf Basis von Periodenerfolgsgrößen ist grundsätzlich möglich, da Periodenerfolgsgrößen durch Berücksichtigung kalkulatorischer Zinsen (auf den Kapitalbestand der Vorperiode) auf das Ziel einer (Kapital-)Wertmaximierung ausgerichtet werden können. 4

Übungsaufgabe 1.1: Kapitalwertbestimmung auf Basis kalkulatorischer Gewinne (1) Gegeben sei ein beliebiges Investitionsprojekt mit folgenden Aus- und Einzahlungen: Zeitpunkt t 0 1 Zahlungsstrom [in ] -1.000 +1.060 Der Kapitalmarktzins betrage i = 10%. a) Ermitteln Sie den Kapitalwert des Projektes auf Basis der Ein- und Auszahlungen und auf Basis des kalkulatorischen Gewinnes. b) Erklären Sie die Ursache des Unterschieds zwischen beiden Kapitalwerten. Durch welche Maßnahme können Sie den Kapitalwert des obigen Investitionsprojektes auch auf Basis des kalkulatorischen Gewinns korrekt bestimmen? c) Wie können Sie die gewonnenen Erkenntnisse in direkten Bezug zum Lücke- Theorem setzen? 5

Übungsaufgabe 1.1: a) Ermitteln Sie den Kapitalwert des Projektes auf Basis der Ein- und Auszahlungen und auf Basis des kalkulatorischen Gewinnes. 6

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Übungsaufgabe 1.1: b) Erklären Sie die Ursache des Unterschieds zwischen beiden Kapitalwerten. Durch welche Maßnahme können Sie den Kapitalwert des obigen Investitionsprojektes auch auf Basis des kalkulatorischen Gewinns korrekt bestimmen? 9

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Übungsaufgabe 1.1: c) Wie können Sie die gewonnenen Erkenntnisse in direkten Bezug zum Lücke- Theorem setzen? 12

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Übungsaufgabe 1.2: Kapitalwertbestimmung auf Basis kalkulatorischer Gewinne (2) Der Leiter einer Unternehmenssparte soll über die Vorteilhaftigkeit einer Investition entscheiden. Wenn er die Investition durchführt, rechnet er mit den nachfolgend aufgeführten (operativen) Zahlungsströmen. Die Einzahlungen stammen aus dem Verkauf der hergestellten Produkte, den Auszahlungen liegen Rohstoffeinkäufe (zu Beginn des Betrachtungszeitraums) und Gehaltsüberweisungen zugrunde. t 01.01.2016 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2018 Einzahlung E t [ ] 1.600 1.800 1.600 Auszahlung A t [ ] 800 600 900 800 Darüber hinaus müsste er zu Beginn des Jahres 2016 eine neue Produktionsanlage für 1.500 Euro beschaffen. Die Rechnung müsste durch eine Auszahlung gleich zu Jahresbeginn (01.01.2016) beglichen werden. Die Anlage hat eine Nutzungsdauer von drei Jahren (2016 2018) und soll linear über diesen Zeitraum abgeschrieben werden. Folgende zu Anschaffungs- und Herstellkosten bewerteten Vorratsbestände sind bei Durchführung der Investition geplant: Zeitpunkt 01.01.2016 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2018 Wert der Vorräte [ ] 800 800 600 0 Der Zinssatz i betrage 10%. 15

Übungsaufgabe 1.2: Kapitalwertbestimmung auf Basis kalkulatorischer Gewinne (2) a) Ermitteln Sie den Kapitalwert der Investition auf Basis der Zahlungsströme. b) Zeigen Sie, dass die Entscheidung über die Vorteilhaftigkeit der Investition auf Basis der Residualgewinne mit derjenigen auf Basis der Zahlungsströme übereinstimmt. c) Sind die dem Lücke-Theorem zugrunde liegenden Prinzipien erfüllt? d) Unter welchen Bedingungen würde die Wahl einer anderen Abschreibungsmethode ohne Auswirkungen auf den Kapitalwert der Periodenerfolge bleiben? e) Nehmen Sie an, dass der Leiter der Unternehmenssparte auf Basis des Residualgewinns entlohnt wird und die Anlage linear abgeschrieben wird. Wird er tatsächlich die richtige Entscheidung treffen? 16

Übungsaufgabe 1.2: a) Ermitteln Sie den Kapitalwert der Investition auf Basis der Zahlungsströme. 01.01.2016 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2018 E t A t Ü t =E t -A t 17

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Übungsaufgabe 1.2: b) Zeigen Sie, dass die Entscheidung über die Vorteilhaftigkeit der Investition auf Basis der Residualgewinne mit derjenigen auf Basis der Zahlungsströme übereinstimmt. Vorräte 01.01.2016 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2018 Vermögen Anlagen Summe Vorräte Vermögen Anlagen (Afa) Summe Zahlungsüberschüsse Gewinn Kalk. Zinsen Residualgewinn 20

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Übungsaufgabe 1.2: c) Sind die dem Lücke-Theorem zugrunde liegenden Prinzipien erfüllt? 23

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Übungsaufgabe 1.2: d) Unter welchen Bedingungen würde die Wahl einer anderen Abschreibungsmethode ohne Auswirkungen auf den Kapitalwert der Periodenerfolge bleiben? Sofern es sich um eine Abschreibungsmethode handelt, bei der am Ende der Laufzeit ein Buchwert von 0 Euro vorliegt (d.h. vollständige Abschreibung innerhalb des Investitionszeitraumes), bleibt die Wahl der Abschreibungsmethode ohne Auswirkungen auf den KW der Periodenerfolge => damit kann das Kongruenzprinzip eingehalten werden => Bei z.b. Buchwert < 0 (vgl. Beispielrechnungen der VL S. 50 51) kann das Kongruenzprinzip nicht mehr erfüllt werden 26

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Übungsaufgabe 1.2: e) Nehmen Sie an, dass der Leiter der Unternehmenssparte auf Basis des Residualgewinns entlohnt wird und die Anlage linear abgeschrieben wird. Wird er tatsächlich die richtige Entscheidung treffen? Vereinfachende Annahme: Leiter erhält in jeder Periode den kompletten Residualgewinn ausbezahlt. Leiter schaut auf KW (Residalgewinn): Warum soll der Leiter seine Entlohnung mit 10 % diskontieren? Vielleicht hat er eine andere Risikoeinstellung Vielleicht legt der Leiter einen anderen Zeithorizont zugrunde Falls der Leiter z.b. einen Diskontierungssatz von 30 % zugrunde legt: 29

MERKE: Die Gültigkeit des Lücke-Theorems erfordert, dass der Kapitalwert der Zahlungsströme und der Kapitalwert der Residualgewinne mittels desselben Diskontierungssatzes berechnet werden. Ist dies nicht der Fall, führt dies automatisch zu einer anderen Bewertung. 30

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