Multiperspektivisches Management Sommersemester 2014 Multiperspektivisches Management 1
Bezugsrahmen Uhrwerke Regelkreise MECHANISCHE PERSPEKTIVE Multiperspektivisches Management 2
mechanische Bezugsrahmen: Ordnungsraster Wie wird ein Unternehmen hinsichtlich seiner Aufbauorganisation strukturiert? Uhrwerke: Bewegung Wie werden in einem Unternehmen hinsichtlich seiner Ablauforganisation die Prozesse gestaltet? Regelkreise: Finalität Wie wird in einem Unternehmen der Zielbezug der organisationalen Handlungen hergestellt? mechanische Multiperspektivisches Management 3
Regelkreise: Finalität Grundmodell des Regelkreises mechanische Scholz (2000), S. 169 4
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik a) Transaktionskostentheorie: Effizienz verschiedener Koordinationsformen für Transaktionen und optimale Einsetzung von Ressourcen. b) Theorie der Verfügungsrechte (Property-Rights-Theory): Eigentum löst Anreize zum wirtschaftlichen Verhalten aus; Analyse der Entstehung und Wirkungen von unterschiedlichen Ausgestaltungen von Verfügungsrechten. c) Principal-Agent-Theory: Bewältigung von Vertragsproblemen zwischen Prinzipal und Agent. mechanische Scholz (2000), S. 174-182 5
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik a) Transaktionskostentheorie: mechanische Scholz (2000), S. 176 6
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik a) Transaktionskostentheorie: Transaktionskosten Markt Hybridform Hierarchie Spezifität/Unsicherheit mechanische Multiperspektivisches Management 7
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik b) Theorie der Verfügungsrechte (Property-Rights-Theory): Leitidee: Eigentum löst Anreize zum wirtschaftlichen Verhalten aus. Ziel: Analyse der Entstehung und Wirkungen von unterschiedlichen Ausgestaltungen von Verfügungsrechten. Arten von Verfügungsrechten: Usus, Usus fructus, Abusus, Ius abutendi Annahmen: Keine vollkommene und kostenlose Markttransparenz Individuelle Nutzenmaximierung bei gegebenen Verfügungsrechten Beeinflussung des Verhaltens durch Verteilung von Verfügungsrechten Menschen gehen mit eigenen Ressourcen effizienter um Wert eines Gutes wird durch Verfügungsrechte bestimmt mechanische Multiperspektivisches Managemenrt 8
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik b) Theorie der Verfügungsrechte (Property-Rights-Theory): Anzahl der Property Rights Träger niedrig hoch Grad der Vollständigkeit der Property Rights Zuordnung hoch niedrig Konzentrierte Property Rights Struktur (z.b. Einzelunternehmung) Verdünnte Property Rights Struktur (z.b. Stiftung) Verdünnte Property Rights Struktur (z.b. Publikumsaktiengesellschaft) Stark verdünnte Property Rights Struktur (z.b. Großverein) mechanische In Anlehnung an Picot, A./tl, H./Franck, E. (1999), : Eine ökonomische Perspektive, 2. Aufl., Wiesbaden, S. 56 9
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik c) Principal-Agent-Theory: Leitidee: Bewältigung von Vertragsproblemen zwischen Prinzipal und Agent Beispiele für Prinzipal-Agent-Beziehungen: Prinzipal Agent Problem Aktionär Manager Geschäftsführung im Sinne des Aktionärs Käufer Verkäufer Faire Gegenleistung für den Kaufpreis Arbeitgeber Arbeitnehmer Faire Gegenleistung für den Lohn Vermieter Mieter Sorgfältiger Umgang mit der Mietsache, Mietzahlung Versicherer Versicherter Offenlegung von Versicherungsrisiken Problem: Agent maximiert persönlichen Nutzen zu Lasten des Prinzipals und des Gemeinwohls (Moral Hazard) mechanische In Anlehnung an Jensen, M./Meckling, W. (1976), Theory of the Firm: Managerial Behavior, Agency Costs and Ownership Structure, in: Journal of Financial Economics, 3, S. 305-360 10
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik c) Principal-Agent-Theory: Annahmen: individuelle Nutzenmaximierung beschränkte Rationalität Agent ist risikoavers Asymmetrische Informationsverteilung zwischen Prinzipal und Agent: Hidden characteristics Hidden intention Hidden action Hidden information Agency Costs: Signalisierungskosten des Agenten Kontrollkosten des Prinzipals Wohlfahrtsverluste mechanische In Anlehnung an Jensen, M./Meckling, W. (1976), Theory of the Firm: Managerial Behavior, Agency Costs and Ownership Structure, in: Journal of Financial Economics, 3, S. 305-360 11
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik c) Principal-Agent-Theory: Lösung Reputation signalisieren Nachvertragsprobleme Auflösung von Zielkonflikten Vertrauensbildung durch Milderung des eigennützigen Verhaltens Prinzipal Agent Prinzipal Agent Prinzipal Agent Screening Signaling Verträge zur Auswahl vorlegen Monitoring Reporting Anreizverträge gestalten Reduktion der Informationsasymmetrie Vorvertragsprobleme Self- Selection Reputation Commitment / Bonding Reputation Screening in Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit Vertrauens vorschuss/ Extrapolation guter Erfahrungen Sozialkapital aufbauen In Anlehnung an Göbel, E. (2000), Neue Institutionen Ökonomik Konzeption und betriebswirtschaftliche Anwendungen, Stuttgart, S. 110 12
Regelkreise: Neue Institutionenökonomik Vergleich der Teiltheorien: Property Rights-Theorie Transaktionskostentheorie Principal/Agent- Theorie Untersuchungsgegenstand Gestaltung und Verteilung Transaktionsbeziehungen Principal-Agent- (Institution) von Verfügungsrechten Beziehungen Untersuchungseinheit Individuum Transaktion Individuum Verhaltensannahmen individuelle Nutzenmaximierung individuelle Nutzenmaximierung, begrenzte Rationalität, Opportunismus, Risikoneutralität Gestaltungsvariable Handlungs- bzw. Koordinationsmechanismus Vertrag Verfügungsrechtssystem Perspektive ex ante ex ante und ex post ex ante Beschreibung der Austauschbeziehung keine spezifische Beschreibung Beschreibung mit Hinweis auf Häufigkeit und Unsicherheit der Transaktion und auf Problematik transaktionsspezifischer Investitionen individuelle Nutzenmaximierung, moral hazard, adverse selection, beschränkte Rationalität, Risikobereitschaft und Risikoaversion Beschreibung mit Hinweis auf ungleiche Informationsverteilung, die Verteilung von Risiken und bestehenden Unsicherheiten mechanische Scholz (2000), S. 181 13
Regelkreise: Finalität Prinzip der strategischen Kybernetik Eine vitale verlangt die Führung mittels strategischer Kybernetik. Strategische Kybernetik bedeutet die Nutzung hierarchischer Regelkreise als Kombination von aktueller Zustandskontrolle und Führungsimpuls Übermittlung zur Optimierung der Steuerungsmechanismen organisationaler Aktivitäten. mechanische Scholz (2000), S. 182 14
Verhalten Effektivität Kräfte Stimmigkeit STRATEGISCHE PERSPEKTIVE Multiperspektivisches Management 15
Strategische Stimmigkeit Stimmigkeitssystematik Scholz (2000), S. 98 16
Strategische Stimmigkeit Prinzip der strategischen Stimmigkeit Eine vitale verlangt die Herstellung einer strategischen Stimmigkeit. Strategische Stimmigkeit bedeutet die inhaltlich konsistente Ausrichtung Der strategischen Komponenten untereinander sowie zu System und Umwelt. Zulässig sind lediglich ökonomisch vertretbare oder intendierte Unstimmigkeiten. Multiperspektivisches Management 17
Strategische Stimmigkeit: Stimmigkeitsprüfung Verfahren: Stimmigkeitsmatrizen (pragmatisch-heuristisch) Mustererkennung (empirisch-großzahlig) Scholz (2000), S. 102 18
Strategische Stimmigkeit: Stimmigkeitsprüfung Stimmigkeitsmatrizen (pragmatisch-heuristisch) Scholz (2000), S. 102 19
Strategische Stimmigkeit: Stimmigkeitsprüfung Mustererkennung (empirisch-großzahlig) Scholz (2000), S. 105 20
Strategische Stimmigkeit Mustererkennung Scholz (2000), S. 107 21
Strategische Stimmigkeit Mustererkennung: Ansätze Grundansatz Hierarchische Ansatz Segregierende Ansatz Mit sukzessiver Splittung Ohne sukzessiver Splittung Multiperspektivisches smanagement 22
Strategische Stimmigkeit Mustererkennung ohne sukzessiver Splittung mit sukzessiver Splittung Scholz (2000), S. 108+109 23
Strategische Stimmigkeit Mustererkennung: Aussagen über Stimmigkeit Statistisch Dynamisch Deskriptiv Präskriptiv Multiperspektivisches smanagement 24
Charakterisierung Dimensionierung Fundierung VIRTUELLE PERSPEKTIVE Multiperspektivisches smanagement 25
Virtuelle Perspektive als Abschluss virtuelle mechanische organische kulturelle intelligente strategische Multiperspektivisches Management 26
Fundierung: Virtuelle... strategisch: als Zielsetzung mechanisch: als Struktur organisch: als Entwicklung kulturell: als Denkhaltung intelligent: als komplexes System zur Informationsverarbeitung Scholz (2000), S. 365-385 27
Fundierung Prinzip der multiperspektivischen Virtualisierung Eine vitale verlangt die Nutzung ihrer organisationalen Virtualisierungspotentiale aus allen fünf Perspektiven heraus, um in der Wettbewerbsumwelt permanente Adaption und komparative Vorteile zu sichern. Scholz (2000), S. 386 28