Bedingte Wahrscheinlichkeit

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Transkript:

Bedingte Wahrscheinlichkeit In einem Laden ist eine larmanlage eingebaut. Bei Einbruch gibt sie mit 99%-iger Wahrscheinlichkeit larm. Wenn in einer bestimmten Nacht kein Einbruch stattfindet, gibt sie falschen larm mit Wahrscheinlichkeit 0,005 (Eine Maus berührt die nlage oder ähnliches). Die Einbruchswahrscheinlichkeit für eine Nacht sei 0,001. Die nlage hat gerade larm gegeben. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass gerade ein Einbruch stattfindet? Wir stellen den zugehörigen Baum auf: Es bedeuten: E Einbruch E kein Einbruch larm kein larm 0,001 0,999 E E 0,99 0,01 0,005 0,995 Die Menge aller Elementarereignisse beinhaltet alle Pfade. Ω = {(E,); (E,); (E,); (E,)} Da wir aber davon ausgehen, dass ein larm vorliegt, sind nur die Pfade (E,) und (E,) zu berücksichtigen. Um die Wahrscheinlichkeit für einen Einbruch zu bestimmen, falls larm vorliegt, müssen wir uns fragen, wie groß bei n-maliger Wiederholung des Versuchs die nzahl des Pfads (E, ) im Verhältnis zur Summe der nzahlen der Pfade (E,) und (E,) ist. Die Pfade (E,) und (E,) werden mit der Häufigkeit 0,001 0,99n+0,999 0,005n eingeschlagen, der Pfad (E,) nur 0,001 0,99n mal. Für die gesuchte Wahrscheinlichkeit ergibt sich P = 0,001 0,99 0,001 0,99+0,999 0,005 Diese Wahrscheinlichkeit heißt bedingte Wahrscheinlichkeit von E unter der Bedingung, wir schreiben hierfür: P(E ). = 0,1654 (n gekürzt) 1. Ein ngler pflegt sonntagsmorgens einen von drei Seen, B und C zufällig auszuwählen, um eine Stunde zu angeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass er etwas fängt, beträgt bei 2/3, bei B 3/4 und bei C 4/5. In der Nähe des Sees B ist eine Gastwirtschaft mit einer attraktiven Wirtin. Darum sieht es die Ehefrau des nglers nicht gern, wenn er in diesem See angelt. Eines Sonntagsmorgen ruft der ngler seine Frau an und berichtet, dass er etwas gefangen hat. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in B geangelt hat? 2. Eine der Urnen U 1, U 2 wird ausgelost und aus der gewählten Urne wird eine Kugel gezogen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, eine schwarze Kugel zu ziehen? ngenommen, eine gezogene Kugel ist schwarz. Mit welcher Wahrscheinlichkeit stammt sie aus U 1? U 1 U 2 3. ngenommen, es gibt einen sehr zuverlässigen Test zur Krebsdiagnose. Dieser Test ist mit 96%- Sicherheit positiv, falls eine Krebserkrankung vorliegt; falls keine vorliegt, ist der Test mit 94%- Sicherheit negativ. Ich unterziehe mich dem Test und der Test ist positiv. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich Krebs habe (1/145 aller Personen meines lters haben Krebs)? 1

Bedingte Wahrscheinlichkeit Medizinische Tests sind grundsätzlich mit zwei Fehlern behaftet: 1. Erkrankte werden als gesund, 2. Gesunde als krank eingestuft. Der 1. Fehler wird üblicherweise (nicht nur von Test-Entwicklern) in der ngabe versteckt, dass der Test z. B. mit 80%-iger Sicherheit die Krankheit bei Erkrankten erkennt. Bei Gesunden versagt der Test z. B. mit 2%-iger Wahrscheinlichkeit, d.h. 2% der Gesunden werden vom Test irrtümlich als krank eingestuft. Von besonderer Bedeutung ist nun die Frage: ngenommen, eine Person wird getestet und das Ergebnis ist positiv (das ist eine etwas gewöhnungsbedürftige Sprechweise, dass der Test auf eine Krankheit hinweist, wenn z. B. ein Virus entdeckt wurde). Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist die getestete Person nun tatsächlich erkrankt? Um diese Frage beantworten zu können, ist es erforderlich zu wissen, wie groß der nteil der Erkrankten in der Bevölkerung ist. Nehmen wir daher an, es seien 0,1%, die erkrankt sind. Um uns die Situation vor ugen zu führen, betrachten wir statt relativer Häufigkeiten konkrete nzahlen und gehen daher von einer Bevölkerungszahl von 100 000 aus. Die absoluten Häufigkeiten können übersichtlich in eine Vier-Felder-Tafel eingetragen werden. krank gesund Test 80 1998 2078 Test 20 97 902 97 922 100 99 900 100 000 Der nteil der Erkrankten unter den Test-Positiven beträgt lediglich: 80 2078 = 3,8%. 0,1% 99,9% krank gesund 80% 2% Test Test Test Test Mit dem Pfaddiagramm ergibt sich: P(krank ) = 0,1% 80% 0,1% 80% + 99,9% 2% = 3,8% 2

Bedingte Wahrscheinlichkeit Nehmen wir an, dass die zu testende Person einer Risikogruppe angehört (z. B. wegen ungesunder Ernährung, lter über 50), in der die Wahrscheinlichkeit zu erkranken 20% (15%, 10%, 5%, 1%) beträgt. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist die getestete Person nun tatsächlich erkrankt, falls das Testergebnis positiv ist? Für eine Gruppengröße von 500 ergibt dies: krank gesund Test 80 8 88 Test 20 392 412 100 400 500 Der nteil der Erkrankten unter den Test-Positiven erhöht sich auf: 80 88 = 90,9%. krank 20% 80% gesund 80% 2% Test Test Test Test 16% 4% 1,6% 78,4% Mit dem Pfaddiagramm erhalten wir: P(krank ) = 20% 80% 20% 80% + 80% 2% = 90,9% Interpretiere die Grafik: 1 f(p) = 0,8 p 0,8 p+0,02 (1 p) p 3

Baumdiagramm Umkehrung Bei 2 Merkmalen mit jeweils 2 usprägungen gibt es 4 Kombinationsmöglichkeiten für die absoluten bzw. relativen Häufigkeiten. Summe Summe Gesamtsumme Mit einer Vier-Felder-Tafel können nteile an der Gesamtmenge auf nteile an einer Teilmenge umgerechnet werden. P(... ) P(... ) Vorgegebene nteile an einer bestimmten usprägungsmenge wie z.b. P(... ) können direkt in ein Baumdiagramm übernommen werden. Summe Summe Gesamtsumme Bei der bedingten Wahrscheinlichkeit wird der Bezug zur usprägungsmenge gewechselt. Es erfolgt eine sogenannte Umkehrung des Baumdiagramms. P(... ) P(... ) 4

Ein Gymnasium hat einen 60%igen Jungenanteil. Unter den Schülerinnen rauchen 15%, insgesamt rauchen von den Schülern und Schülerinnen 10%. a) Wie groß ist der nteil rauchender Mädchen an der Schule? b) Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist eine beliebig herausgegriffene i) rauchende Person weiblich, ii) rauchende Person männlich, iii) männliche Person ein Raucher? a) 6% b) i) 60% ii) 40% iii) 6,7% 5

In der Bundesrepublik wurden in den Jahren um 2000 jährlich etwa 480000 Rinder geschlachtet. Jährlich gab es 500 BSE-Fälle. lle geschlachteten Rinder werden mit einem Schnelltest untersucht. Dieser Schnelltest identifiziert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% die erkrankten Rinder korrekt, er gibt aber auch in 3% der Fälle gesunde Rinder als BSE-erkrankt aus. a) Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Rind, das positiv getestet wurde, auch wirklich krank ist. b) Sei nun der nteil p der an BSE erkrankten Rinder variabel. Stellen Sie die Wahrscheinlichkeit f(p), dass ein Rind, das positiv getestet wurde, auch wirklich krank ist, grafisch dar. c) Ermitteln Sie p für f(p ) = 0,4 und erläutern Sie dies im Sachzusammenhang. d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass von 10000 Rindern mit einem BSE-nteil von 1 960 höchstens 12 und mindestens 8 Krankheitsfälle vorliegen? Ermitteln Sie (das größte) k, so dass gilt: P(X k) 90% 6

In der Bundesrepublik wurden in den Jahren um 2000 jährlich etwa 480000 Rinder geschlachtet. Jährlich gab es 500 BSE-Fälle. lle geschlachteten Rinder werden mit einem Schnelltest untersucht. Dieser Schnelltest identifiziert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% die erkrankten Rinder korrekt, er gibt aber auch in 3% der Fälle gesunde Rinder als BSE-erkrankt aus. a) Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Rind, das positiv getestet wurde, auch wirklich krank ist. p = 500 480000 = 1 960 p 1 p krank gesund 95% 3% Test Test Test Test P(krank ) = 3,2% b) Sei nun der nteil p der an BSE erkrankten Rinder variabel. Stellen Sie die Wahrscheinlichkeit f(p), dass ein Rind, das positiv getestet wurde, auch wirklich krank ist, grafisch dar. 0,95 p f(p) = 0,95 p+0,03 (1 p) 1 p c) Ermitteln Sie p für f(p ) = 0,4 und erläutern Sie dies im Sachzusammenhang. p = 2,1% d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass von 10000 Rindern mit einem BSE-nteil von 1 960 höchstens 12 und mindestens 8 Krankheitsfälle vorliegen? Binomialverteilung: P(8 X 12) = 56,6% Normalverteilung mit Stetigkeitskorrektur: P(7,5 X 12,5) = 55,8% Normalverteilung: P(8 X 12) = 46,1% Ermitteln Sie (das größte) k, so dass gilt: P(X k) 90% k = 14(,5) 7

ufgaben 1. 16% der 6,63 Millionen Eintragungen im Verkehrssünder-Register in Flensburg haben den Grund Fahren unter lkohol. 92% der Personen, die beim Fahren unter lkohol ertappt wurden, waren Männer. Bei den übrigen Eintragungen beträgt der nteil der Männer 80%. Wie groß ist der nteil der Frauen unter den Verkehrssündern? 2. Bei einem Einstellungstermin für den Polizeidienst waren 40% der Bewerber Frauen, von denen 90% die ufnahmeprüfung bestanden. Drei Viertel derjenigen, die scheiterten, waren männlich. Welcher nteil der männlichen Teilnehmer hat die ufnahmeprüfung bestanden (aus biturprüfung Bayern LK 2003)? 3. uf dem Gebiet der Gemeinde Windstätt soll ein Windpark zur Stromerzeugung errichtet werden. Die Gegner des Projekts befürchten eine Beeinträchtigung des Fremdenverkehrs und sammeln Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Um den usgang des beantragten Bürgerentscheids zu prognostizieren, führte das Windstätter Tagblatt eine Umfrage unter 1200 wahlberechtigten Bürgern durch. Dabei sprachen sich 504 gegen das Projekt aus, während die übrigen 696 für die Errichtung des Windparks waren. Beim schließlich durchgeführten Bürgerentscheid lag die Wahlbeteiligung bei 35%. Es stimmten 51% gegen das Windparkprojekt, ungültige Stimmen gab es nicht. Wenn man davon ausgeht, dass die Umfrage die Mehrheitsverhältnisse in Windstätt exakt wiedergibt, kann dieses Ergebnis durch einen unterschiedlichen Mobilisierungsgrad der Gegner und Befürworter erklärt werden. Welcher Prozentsatz der Gegner und welcher Prozentsatz der Befürworter ist demnach zur bstimmung gegangen (aus biturprüfung Bayern LK 2004)? Lösungen: 1. 18,1% 2. 80,0% 3. 42,5% der Gegner, 29,6% der Befürworter gingen zur bstimmung. 8

Bedingte Wahrscheinlichkeit Nach Laplace 1812, jedoch schon um 1700 von Jakob Bernoulli entdeckt, gilt: P() = nzahl der Möglichkeiten, die festlegen nzahl aller Möglichkeiten Bei geometrischen Wahrscheinlichkeiten tritt an Stelle von nzahl der Möglichkeiten ein Flächeninhalt. B B Die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis ändert sich (möglicherweise), falls wir voraussetzen können, dass das Ereignis B eingetreten ist: P( B) = nzahl der Möglichkeiten, die zu und B gehören nzahl der Möglichkeiten, die B festlegen Umgeformt: P( B) = nzahl der Möglichkeiten, die zu und B gehören nzahl aller Möglichkeiten nzahl der Möglichkeiten, die B festlegen nzahl aller Möglichkeiten = P( B) P(B) Die Ereignisse und B sind voneinander unabhängig, falls gilt: P( B) = P() Dann folgt: P( B) = P() P(B) Nur im Falle disjunkter Ereignisse gilt: P( B) = P()+P(B) B B = 9

Schubladenschrank In einem Schrank mit 9 Schubladen liegt mit 70%iger Wahrscheinlichkeit eine Kugel. Ich öffne die ersten 8 Schubladen und sie sind leer. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel in der 9. Schublade liegt? 10

Schubladenschrank In einem Schrank mit 9 Schubladen liegt mit 70%iger Wahrscheinlichkeit eine Kugel. Ich öffne die ersten 8 Schubladen und sie sind leer. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel in der 9. Schublade liegt? Wir richten unseren Blick auf die elementaren 18 Ereignisse: Schublade n enthält die Kugel, Schublade n ist leer, n = 1,...,9, und ihre Wahrscheinlichkeiten: P = 0,7 9 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 0,3 9 Mit dem Wissen über die leeren Schubladen kann die Menge Ω der elementaren Ereignisse verkleinert werden, wir betrachten also die Teilmenge des Wahrscheinlichkeitsraumes. Es gilt nun P() = 1 und für jedes Ereignis B: P(B ) = In unserem Fall daher: P = 0,7 9 0,3+ 0,7 9 = 20,6% P(B ) P() Dieses Ergebnis entnehmen wir auch mit der gewohnten Rechnung für bedingte Wahrscheinlichkeiten dem reduzierten Baumdiagramm: 9. 0,7 9 1 1. - 8. 1. - 8. 0,3 11

Bedingte Wahrscheinlichkeit P( B) P() P() P(B ) P(B ) B B B B B P(B) P(B) B B P( B) P( B) B Der zweistufige Prozess wird auch durch das umgekehrte Baumdiagramm dargestellt. Es gilt: P( B) =? P( B) =? P(B) =? Daraus folgt: P( B) =? Die in dieser Formel benötigten Wahrscheinlichkeiten sind alle im 1. Diagramm enthalten. 12

Bedingte Wahrscheinlichkeit P( B) P() P() P(B ) P(B ) B B B B B P(B) P(B) B B P( B) P( B) B Der zweistufige Prozess wird auch durch das umgekehrte Baumdiagramm dargestellt. Es gilt: P( B) = P(B) P( B) P( B) = P() P(B ) P(B) = P() P(B )+P() P(B ) 2.Diagramm 1.Diagramm 1.Diagramm Daraus folgt: P( B) = P() P(B ) P() P(B )+P() P(B ) Die in dieser Formel benötigten Wahrscheinlichkeiten sind alle im 1. Diagramm enthalten. 13

ufgabe P() P(B ) B B B B P( B) Gegeben P() P( B) P(B ) Gesucht P( B) P( B) Erläutere die Vorgehensweise. Wie wird die ufgabe mit der Vier-Felder-Tafel gelöst? B B Beachte: P(B ) = P( B) P() = P( B) = P(B ) P() 14

us einer Studie (2015) geht hervor, dass in Deutschland 25% der Jugendlichen (I-Nutzer) das Internet überwiegend zur Informationsbeschaffung nutzen. Der nteil der weiblichen I-Nutzer unter den Jugendlichen beträgt 15,3%. Unter den Jugendlichen, die das Internet überwiegend zu anderen Zwecken nutzen, beträgt der nteil der weiblichen Jugendlichen 47,3%. Ermitteln Sie den nteil der männlichen I-Nutzer unter den Jugendlichen, der I-Nutzer unter den männlichen Jugendlichen. 15

us einer Studie (2015) geht hervor, dass in Deutschland 25% der Jugendlichen (I-Nutzer) das Internet überwiegend zur Informationsbeschaffung nutzen. Der nteil der weiblichen I-Nutzer unter den Jugendlichen beträgt 15,3%. Unter den Jugendlichen, die das Internet überwiegend zu anderen Zwecken nutzen, beträgt der nteil der weiblichen Jugendlichen 47,3%. Ermitteln Sie den nteil der männlichen I-Nutzer unter den Jugendlichen, der I-Nutzer unter den männlichen Jugendlichen. P(I) I I P(w I) P(I m) = 9,7% m w m w P(w I) P(I m) = 19,7% m w I 9,7% 25% I 35,5% P(w I) = 47,3% (siehe ufgabe) P(w I) = P(I w) P(I) = P(I w) = P(w I) P(I) = 35,5% Gegebene bedingte Wahrscheinlichkeiten sind für die Vier-Felder-Tafel in dieser Weise umzurechnen. 16

Siehe auch: Bedingte Wahrscheinlichkeit, ufgaben Sek I Wiederholung Startseite 17