Die definitive Ausgestaltung der Solvency II Lösung

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1 Die definitive Ausgestaltung der Solvency II Lösung Schweizerischer Versicherungsverband Zürich, den 1. Dezember 2011 Prof. Karel Van Hulle Referat Versicherung und Renten DG Binnenmarkt und Dienstleistungen Europäische Kommission 1

2 Übersicht Einleitung Solvency II Omnibus II Durchführungsmaßnahmen 2

3 Solvency II Ziele Verbesserung des Schutzes der Versicherungsnehmer und Begünstigten Modernisierung des regulatorischen Rahmens Vorausschauende, risikobasierte Aufsicht im Einklang mit der ökonomischen Realität Integration des europäischen Versicherungsmarktes Reduktion regulatorischer Arbitrage zwischen Banken und Versicherung Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Versicherungswirtschaft 3

4 Solvency II Struktur Gruppenaufsicht Gruppen werden als ökonomische Einheit anerkannt => Aufsicht auf konsolidierter Basis (Diversifikationseffekte, Gruppenrisiken) Säule 1: quantitative Anforderungen 1. Harmonisierte Berechnung versicherungstechnischer Rückstellungen 2. Grundsatz kaufmännischer Vorsicht für Kapitalanlagen statt quantitative Beschränkungen 3. Zwei Kapitalanforderungen: Solvenzkapitalanforderung (SCR) und Mindestkapitalanforderung (MCR) Säule 2: qualitative Anforderungen und Aufsicht 1. Gestärkte Governance, interne Kontrolle, Risikomanagement und unternehmenseigene Risikound Solvenzprüfung (ORSA) 2. Gestärkte aufsichtliche Überprüfung, harmonisierte Aufsichtsstandards und Aufsichtspraktiken Säule 3: Transparenz 1. Harmonisierte aufsichtliche Berichterstattung 2. Veröffentlichung des Berichtes über Solvabilität und Finanzlage (Marktdisziplin durch Transparenz) 4

5 Europäische Aufsicht und Solvabilität II Governors of NCBs + ECB President and Vice-President European Systemic Risk Board (ESRB) Chairs of EBA, + EIOPA & ESMA + European Commission + Non-voting: One representative of the competent national supervisor(s) per Member State + EFC President Information on micro-prudential developments European System of Financial Supervisors (ESFS) European European Banking Authority Insurance and (EBA) Occupational Pensions Authority (EIOPA) Recommendations and/or early risk warnings European Securities and Markets Authority (ESMA) National Banking Supervisiors National Insurance and Pension Supervisors National Securities Supervisors 5

6 Omnibus-II-Richtlinie Änderungen der Solvency II- Rahmenrichtlinie Neue Aufsichtsarchitektur Übergangsvorschriften Lissabonisierung 6

7 Solvency II Regelungsebenen Rahmenrichtlinie Durchführungsmaßnahmen (EU- Kommission) technische Durchführungsstandards (verbindlich) (EIOPA) technische Anleitung (unverbindlich) (EIOPA) 7

8 Solvabilität II Zeitplan Annahme SII-RL (Rat +EP) Implementierung Solvabilität-II-RL (Mitgliedsstaaten) Annahme OII-RL (Rat +EP) Erarbeitung Durchführungsmaßnahmen (Kommission) Implem. OII-RL (MS) Annahme DM (Rat+EP) Erarbeitung Technische Standards (EIOPA) Annahme TS (KOM) Januar 2014 Solvency II anzuwenden 8

9 Omnibus-II-Richtlinie Zusätzliche Solvency II Aufgaben für EIOPA Bindende Schlichtung bei Meinungsverschiedenheiten zwischen nationalen Aufsehern Feststellung eines außergewöhnlichen Einbruchs an den Finanzmärkten (Pillar 2 dampener) Festlegung der maßgeblichen risikofreien Zinskurven Festlegung bestimmter technischer Informationen für die SCR-Standardformel 9

10 Omnibus-II-Richtlinie Einige Vorschläge für Übergangsvorschriften Weicheres SCR im ersten Jahr Diskontierung mit unternehmensindividuellem Zins unter Solvency I Hybridkapital Aktienstress Drittstaatenäquivalenz Kreditverbriefungen 10

11 Omnibus-II-Richtlinie Mögliche kontroverse Punkte Durchführungsmaßnahmen als technische Regulierungsstandards (RTS) oder als einfache delegierte Rechtsakte (DA)? Spezifizierung der Zinsstrukturkurve Details der Übergangsvorschriften, insbesondere: Ausgestaltung des Phasing-in zu Beginn von Solvency II Anforderungen für übergangsweise Äquivalenz von Drittstaaten 11

12 Quantitative Impact Study 5 Beteiligung Europa: 68% (Zunahme um 87%) Kapitalüberschuß Europa: 350 Mrd. Euro (QIS5) Mrd. Euro (Solvency I) 12

13 Quantitative Impact Study 5 QIS5 wird in den Durchführungsmaßnahmen berücksichtigt werden Komplexität Vereinfachungen Produkte mit langfristigen Garantien Kalibrierung Übergangsvorschriften 13

14 Reduzierung der Komplexität vt. Rückstellungen Keine Berücksichtigung des nicht-hedgebaren Marktrisikos in der Risikomarge Keine Segmentierung nach Risikotreibern in der Lebensversicherung Keine Segmentierung nach Staaten Eigenmittel Vereinfachte Prüfung von ergänzenden Eigenmitteln 14

15 Reduzierung der Komplexität SCR-Standardformel Verlustausgleichsfähigkeit der vt. Rst. und latenten Steuern: modularer Ansatz statt equivalent scenario Stornorisiko: Streichung von zwei der drei Szenarien für Nichtleben Nichtleben CAT: Zusammenfassung des Feuer- und des Terrorszenarios Nichtleben CAT: Vereinfachung des KH-Szenarios Vereinfachung der Modellierung des Spreadrisikos der strukturierten Produkte MCR Keine vierteljährige Neuberechnung des SCR für MCR- Bestimmung 15

16 Reduzierung der Komplexität Komplexität wird gegenüber Solvency I trotzdem zunehmen Versicherung kann sehr komplex sein 27 verschiedene Versicherungsmärkte intensive Beteiligung der Stakeholder Zur Zeit fehlt noch eine Aufbereitung der neuen Vorschriften spezifisch für einzelne Sparten, Staaten etc. 16

17 Vereinfachte Berechnungen vt. Rückstellungen Ausfallrisiko der Rückversicherer Beitragsanpassungsmechanismen der Krankenversicherung SCR-Standardformel Gegenparteiausfallrisiko Krankenversicherung nach Art der LV Berechnung gestresster vt. Rückstellungen kann einfacher als Originalberechnung sein Anforderung an Anwendung von Vereinfachungen gesenkt Insbesondere: konservative Vereinfachungen immer anwendbar 17

18 Langfristige Garantien Stabilisierung der Zinsstrukturkurve Startpunkt der Extrapolation richtet sich nach Verfügbarkeit von Anleihen (Euro: 20 Jahre) Schnellere Konvergenz der extrapolierten Zinsen zur UFR (UFR spätestens 40 Jahre nach Startpunkt erreicht) SCR-Zinsänderungsrisiko: Schock des Langfristzinses auf 20% gesenkt 18

19 Langfristige Garantien Counter-cyclical premium Ersetzt die Illiquidity premium Soll prozyklisches Handeln der Versicherer verhindern Kann bei Illiquidität der Märkte und bei übertriebenen credit spreads der Anleihen angewendet werden Matching premium Striktes Matching aber Produktunabhängig Kann positiv oder negativ sein und sollte die artifizielle Volatilität ausschalten 19

20 Kalibrierung Neukalibrierung des Prämien- und Reserverisikos Datenbasis größer, repräsentativer, von besserer Qualität Konsistente und transparente Methodik zur Schätzung der Parameter Kompromiß von Aufsehern, Versicherern und Aktuaren 20

21 FAZIT «The devil is in the detail» Die Finanzkrise erfordert eine baldige Einführung von Solvency II Unternehmen sollten sich zügig auf Solvency II vorbereiten «Keep it simple where possible» Übergangsregelungen notwendig 21

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