Das machen doch alle!

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1 Das machen doch alle! Littering - Ursachen & Prävention Projektleitung HU: Prof. Dr. van der Meer, Dr. Beyer, Dr. Gerlach Projektleitung Reinigungsunternehmen: Fr. Nimke-Sliwinski (BSR), Herr Foerges (AWB)

2 Beteiligte Reinigungsunternehmen

3 Überblick Womit alles begann Wer littert wo? Ursachen & Maßnahmen aus verschiedenen Perspektiven Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung Prüfung der Wirksamkeit von Antilittering- Maßnahmen im Feld Zusammenfassung

4 Womit alles begann Wahrnehmungspsychologische Studie: objektiv sauber subjektiv sauber! handlungsrelevante Merkmale sensible Bereiche Empfehlungen für Optimierung der Reinigungsstrategie Offen blieb: Wie kommt es zu diesen Verschmutzungen (Littering) Was lässt sich dagegen tun?

5 Überblick Projekt Littering 6 Studien Befragung/ Untersuchung von insgesamt 2158 Probanden! Einbeziehung von 3 Perspektiven: Bevölkerung, Experten, Litterer Objektivierung der Befunde durch physiologische Messungen Untersuchung der Wirkung von Antilittering-Maßnahmen im Feld

6 Wer littert wo? Beobachtung und Befragung von 258(!) Litterern

7 Wer littert wo? Beobachtung und Befragung von 258(!) Litterern WER? Anteil der beobachteten Littering-Fälle Raucher 70,2% Jugendliche und junge Erwachsene 64,3% WO? Anteil der beobachteten Littering-Fälle öffentlicher Platz 51,9% Haltestelle 18,6% Gehweg 17,8% Grünanlage 11,6%

8 Wer littert wo? Beobachtung und Befragung von 258(!) Litterern Altersgruppe Anteil der beobachteten Littering-Fälle allein in Gruppe bis 20 30,4% 69,6% ,2% 45,8% älter als 30 72% 28%

9 Wer littert wo? Beobachtung und Befragung von 258(!) Litterern Zeit Anteil der beobachteten Littering-Fälle vormittags 25,2% nachmittags 55,8% abends 19,0% Art des Littering Anteil der beobachteten Littering-Fälle aktiv 88,4% passiv 11,6%

10 Wer littert wo? Beobachtung und Befragung von 258(!) Litterern Geschlecht Anteil der beobachteten Littering-Fälle weiblich 53,9% männlich 46,1% Bildungsgrad Abitur/ Fach- oder Hochschule Anteil der beobachteten Littering-Fälle 50,4% Haupt-/ Real-/ Berufsschule 49,6%

11 Wer littert wo? Beobachtung und Befragung von 258(!) Litterern

12 Wer littert wo? Beobachtung und Befragung von 258(!) Litterern Entfernung zum nächsten AB Anteil der beobachteten Littering-Fälle direkt neben AB 5,0% 2-10 Meter 36,4% Meter 37,6% mehr als 50 Meter 7,4% außer Sichtweite 8,1%

13 Ursachen für Littering aus verschiedenen Perspektiven

14 Ursachen für Littering aus verschiedenen Perspektiven Bevölkerung Experten der RU Litterer 1 Gleichgültigkeit Gedankenlosigkeit kein AB in der Nähe Bequemlichkeit/ Faulheit fehlende Umwelterziehung mangelndes Verantwortungsgefühl 5 Gewohnheit mangelndes Verantwortungsgefühl Bequemlichkeit/ Faulheit fehlende Umwelterziehung mangelndes Unrechtsbewusstsein Bequemlichkeit/ Faulheit Gewohnheit Unachtsamkeit vorliegende Verschmutzung 6 kein AB in der Nähe Desinteresse nur kleine Objekte

15 Maßnahmen gegen Littering aus verschiedenen Perspektiven Bevölkerung Experten der RU Litterer 1 mehr Kontrollen 2 höhere Strafen 3 Umwelterziehung Kinder 4 Aufklärung 5 6 Sensibilisierung für Sauberkeit häufigere Leerung der AB Sensibilisierung für Sauberkeit Abfallbehälter mit Aschenbechern Kombination von Maßnahmen Umwelterziehung Kinder Einbeziehung Bevölkerung Kontrollen mehr AB Umwelterziehung Kinder mehr AB mit Ascher auffälligere Gestaltung der AB häufigere Leerung der AB häufigere Reinigung

16 3 Maßnahmentypen restriktive Maßnahmen Bußgelder/ Kontrollen korrektes Abfallentsorgungsverhalten fördern situationsbezogene Maßnahmen = Erleichterung korrekten Verhaltens bedarfsgerechte Platzierung und Leerung der AB Ausstattung mit Aschenbechern auffällige Gestaltung der AB Plakatkampagnen Maßnahmen der Sensibilisierung = Förderung intrinsischer Normen Aufräumaktionen Patenschaften

17 Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung

18 Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung Verwendung physiologischer Kennwerte (Pupillometrie) beim Urteilsprozess Indikator für emotionale Betroffenheit/ Bewertung gibt Hinweise darauf, inwieweit Normen (in Bezug auf Abfallentsorgungsverhalten) verinnerlicht sind Vorteil: realitätsnäheres Material (Bilder von Litterern)

19 Bildbeispiel: Korrektes Entsorgungsverhalten

20 Bildbeispiel: Passives Littering geringe Handlungsrelevanz

21 Bildbeispiel: Hund mit Kot hohe Handlungsrelevanz

22 Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung Ergebnisse Je schwerwiegender das gezeigte Litteringverhalten desto negativer die Bewertung desto schneller wird es als normverletzend erkannt desto stärker die emotionale Reaktion Wertvorstellungen vorhanden differenziertes Unrechtsempfinden Befund spricht für Relevanz von Kampagnen, die auf Mobilisierung von Normen und Werten abzielen!

23 Prüfung der Wirksamkeit von Antilittering-Maßnahmen im Feld restriktive Maßnahmen Bußgelder/ Kontrollen korrektes Abfallentsorgungsverhalten fördern situationsbezogene Maßnahmen = Erleichterung korrekten Verhaltens Maßnahmen der Sensibilisierung = Förderung intrinsischer Normen bedarfsgerechte Platzierung und Leerung der AB Ausstattung mit Aschenbechern auffällige Auffällige Gestaltung der AB AB/ Plakatkampagne Aufräumaktionen Patenschaften

24 Prüfung der Wirksamkeit von Antilittering-Maßnahmen im Feld Auswahl von 2 Maßnahmen für Evaluation: Auffälligere Gestaltung von Abfallbehältern (M1) Plakatkampagne (M2) in Kombination mit M1 Kriterien für die Auswahl: relevant (Berücksichtigung der Erkenntnisse der Litteringstudien) angemessen (für beteiligte Reinigungsunternehmen sinnvoll) kostengünstig zeitnaher Effekt (Wirkung im Rahmen der Feldstudie)

25 Auswahl der Maßnahmen Maßnahme 1: Auffälligere Gestaltung von Abfallbehältern vorher nachher

26 Auswahl der Maßnahmen Maßnahme 2: Plakatkampagne

27 Prüfung der Wirksamkeit von Antilittering-Maßnahmen im Feld Ziel der Studie: Differenzierte Bewertung der Maßnahmen und ihrer Kombination hinsichtlich ihrer Wirksamkeit Erwartete Effekte: verbesserte subjektive Beurteilung des Sauberkeitszustandes Verminderung des objektiven Litteraufkommens

28 Methoden zur Messung der Sauberkeit Erfassung des subjektiven Sauberkeitseindrucks (HU) Fragebogenmethodik (Sauberkeitseindruck, Wahrnehmung von Mängeln, Beurteilung der Maßnahmen und wahrgenommenen Verbesserungen) Erhebung des objektiven Sauberkeitszustandes (AWB) u.a. DSQS-Analyse (computergestützte Erfassung des Sauberkeitszustandes)

29 Ergebnisse Vergleich der Ergebnisse im Experimentalgebiet Objektiver Sauberkeitszustand keine Maßnahme UZP1 nur auffällige AB UZP2 auffällige AB + Plakat UZP3 objektiv UZP1 UZP2 UZP3 DSQS 9,66 8,60 7,44 UZP: Untersuchungszeitpunkt ZeE Workshop

30 Ergebnisse Vergleich der Ergebnisse im Experimentalgebiet Subjektiver Sauberkeitseindruck keine Maßnahme UZP1 nur auffällige AB UZP2 auffällige AB + Plakat UZP3 Sauberkeitseindruck UZP1 UZP2 UZP3 Wohngebiet 4,33 4,01 5,08 Straßenzug 3,71 3,86 5,29 UZP: Untersuchungszeitpunkt Skala: schmutzig (1) bis sehr sauber (7)

31 Ergebnisse Vergleich der Ergebnisse im Experimentalgebiet Subjektive Wahrnehmung von Sauberkeitsmängeln keine Maßnahme UZP1 nur auffällige AB UZP2 auffällige AB + Plakat UZP3 subjektiv (Mängel*) UZP1 UZP2 UZP3 Verpackung 4,51 4,02 3,84 Kippen 5,6 5,4 3,1 Scherben 3,50 3,34 2,10 UZP: Untersuchungszeitpunkt *Skala: nicht vorhanden (1) bis sehr stark vorhanden (7)

32 Ergebnisse Vergleich der Ergebnisse im Experimentalgebiet Subjektive Wahrnehmung von Sauberkeitsmängeln keine Maßnahme UZP1 nur auffällige AB UZP2 auffällige AB + Plakat UZP3 subjektiv (Mängel* AB) UZP1 UZP2 UZP3 überfüllte AB 4,13 3,30 2,79 zu wenige AB 4,11 2,68 1,63 zu unauffällige AB 2,53 2,45 1,63 UZP: Untersuchungszeitpunkt *Skala: nicht vorhanden (1) bis sehr stark vorhanden (7)

33 Ergebnisse Beurteilung der Maßnahmen durch Bevölkerung Zufriedenheit mit den Leistungen des Reinigungsunternehmens keine Maßnahme UZP1 nur auffällige AB UZP2 auffällige AB + Plakat UZP3 Zufriedenheit mit UZP1 UZP2 UZP3 Häufigkeit der Gehwegreinigung 4,16 4,70 5,38 Gründlichkeit der Gehwegreinigung 4,16 4,30 5,29 Öffentlichkeitsarbeit des RU 3,89 3,57 5,26 *Skala: überhaupt nicht zufrieden (1) bis sehr zufrieden (7)

34 Ergebnisse Beurteilung der Maßnahmen durch Bevölkerung Maßnahme Meinung zum Sinn der Kampagne* Wirkung auf das eigene Litteringverhalten** auffällige AB 5,16 4,48 Plakatkampagne 4,91 4,97 Kombination 5,83 5,39 *Skala: nicht sinnvoll (1) bis sehr sinnvoll (7) **Skala: kein Einfluss (1) bis sehr starker Einfluss (7)

35 Ergebnisse der Feldstudie Zusammenfassung Objektiver Sauberkeitszustand: Verbesserung der DSQS-Kennwerte, insbesondere bei Maßnahmenkombination! Subjektiver Sauberkeitseindruck: bessere Sauberkeitsbeurteilung im Gebiet mit Antilittering-Maßnahmen! Sensibilisierung für Sauberkeit in der Stadt: realistischere Wahrnehmung von Mängeln Positive Wirkung auf Beurteilung der Arbeit der Stadtreinigung! eindeutige Belege für die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen!

36 Erkenntnisse aus der Projektstudie Sowohl personenbezogene (z.b. Bequemlichkeit, Gewohnheit) als auch situationsbezogene Ursachen (z.b. vorliegende Verschmutzung) für Littering sind zu berücksichtigen Unrechtsbewusstsein in Bezug auf Littering vorhanden daher Appell an verinnerlichte Normen sinnvoll Untersuchung und Befragung von Litterern verdeutlicht Notwendigkeit (auch) zielgruppenspezifischen Vorgehens (z.b. Jugendliche, Raucher, Hundehalter)

37 Erkenntnisse aus der Projektstudie Schlussfolgerung für Maßnahmengestaltung: (zielgruppenspezifische) Sensibilisierung der Bevölkerung für die städtische Sauberkeit und die eigene Verantwortung hierfür (z.b. durch Plakatkampagnen, Patenschaften, Aktionskampagnen mit Beteiligung der Bevölkerung) in Kombination mit situationsverändernden Maßnahmen zur Erleichterung korrekten Abfallentsorgungsverhaltens (z.b. Ausstattung der AB mit Aschenbechern, auffällige Gestaltung, bedarfsgerechte Platzierung und Leerung der AB) Fokus auf Bereiche, die die Mangelwahrnehmung (z.b. Zigarettenlittering) und das Störungsempfinden (z.b. Hundekot) dominieren Für dauerhafte Verhaltensänderung regelmäßige Auffrischung notwendig!

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